Verteidigt das Kulturzentrum Oyoun! Nein zur Zensur von Kriegsgegnern!

Von der SGP – 24. November 2023

Vorbemerkung der GG-Redaktion: Auch wenn wir den „Perspektiven“ des Kulturzentrums Oyoun in vielen Punkten kritisch bis ablehnend gegenüberstehen, halten wir die Verteidigung der Meinungsfreiheit für essentiell. Wir rufen unsere Leser und Unterstützer daher ebenfalls auf, gegen die Entscheidung des Berliner Kultursenators zu protestieren.

Am Montag verkündete der Berliner Kultursenator Joe Chialo (CDU) auf einer Sitzung des Kulturausschusses des Abgeordnetenhauses, dass er die Förderung des renommierten Kulturzentrums Oyoun zum Ende des Jahres entgegen bestehender Zusagen stoppen und die landeseigene Liegenschaft anderweitig vermieten werde. Als Grund für dieses rechtswidrige Vorgehen gab der Senat kritische Veranstaltungen zum israelischen Krieg gegen Gaza an, die im Haus stattfanden.

Die SGP verurteilt diesen weitreichenden Angriff auf die Kunst- und Meinungsfreiheit aufs Schärfste und ruft alle Leserinnen und Leser auf der ganzen Welt auf, Protestmails an den Kultursenator zu richten (joe.chialo@kultur.berlin.de, Kopie an sgp@gleichheit.de), sowie die Online-Petition des Oyoun zu unterzeichnen.

Das Oyoun ist laut Selbstbeschreibung ein „Ort der intersektionalen Kunst- und Kulturszene, der v.a. queer*feministische, migrantische und dekoloniale Perspektiven zentriert und für seine Arbeit bereits mehrfach international ausgezeichnet wurde“. Es beschäftigt 32 Mitarbeiter und organisiert jedes Jahr etwa 600 Veranstaltungen mit 82.000 Besuchern.

Schon Anfang des Monats hatte die Senatsverwaltung das Zentrum aufgefordert, eine Veranstaltung mit der „Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ abzusagen, weil sie zu sehr „politisch aufgeladen“ sei. Zuvor hatte bereits die Fraktion der Grünen im Abgeordnetenhaus ein Statement veröffentlicht, in der sie die Kürzung sämtlicher Mittel forderte, weil sich Oyoun mit der Einladung der jüdischen Gruppe „antisemitisch“ verhalten habe.

Das Kulturzentrum, in dessen zehnköpfigem Beirat selbst drei jüdische Personen vertreten sind, wies diese schamlose Verleumdung zurück und beugte sich dem Druck des Senats nicht. In einem Statement kritisierte es die zunehmende Kontrolle seiner Arbeit durch den Senat und den damit verbundenen Angriff auf die künstlerische Freiheit und erklärte: „Wir verurteilen bedingungslos jede Form des Antisemitismus, so wie wir jede andere Form von Rassismus und Diskriminierung bekämpfen, einschließlich anti-arabischem und anti-muslimischem Rassismus.“

Am 6. November erklärte Chialo auf einer Sitzung des Kulturausschusses auf Anfrage der AfD dann, dass er die Streichung der Mittel prüfe, um das „Landeskonzept zur Antisemitismusprävention“ durchzusetzen. Das Oyoun-Team ließ sich weiterhin nicht einschüchtern und veröffentlichte einen offenen Brief, der bereits von über 11.000 Menschen unterzeichnet worden ist. Zudem bot es Räumlichkeiten für weitere kritische Veranstaltungen an, unter anderem eine der Sozialistischen Gleichheitspartei am 14. November unter dem Titel „Stoppt das Massaker in Gaza“.

Auf der Sitzung am Montag kündigte Chialo dann an, die Zahlungen an Oyoun bis Jahresende einzustellen und die Nutzung der Liegenschaft neu auszuschreiben. Dieser Vorstoß wurde von den Vertretern sämtlicher im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien explizit und uneingeschränkt unterstützt.

Der SPD-Vertreter Reinhard Naumann zitierte in diesem Zusammenhang aus dem „Aufruf an die Arbeiterklasse und Jugend“ der Internationalen Redaktion der World Socialist Web Site, den „imperialistisch-zionistischen Völkermord in Gaza“ zu stoppen. Die SGP hatte diesen als Flugblatt verteilt und mit einer Anzeige für die Veranstaltung im Oyoun versehen.

Das Statement fordert Arbeiter auf der ganzen Welt zu Streiks und Protesten gegen den Genozid in Gaza auf und erklärt: „Wir rufen auch zu Protesten und Demonstrationen in Israel selbst auf. Die Soldaten, darunter viele Reservisten, sollten sich gemäß dem Völkerrecht den kriminellen Befehlen des Netanjahu-Regimes und des Generalstabs widersetzen.“

Diese internationale Perspektive gegen den Krieg nannte Naumann „ungeheuerlich“ und stellte sie auf eine Stufe mit dem Holocaust, dem schlimmsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte! Wenn „Nie wieder ist jetzt“ irgendeinen Sinn machen solle, „dann darf man darüber nicht schweigend hinwegsehen“, sagte der Sozialdemokrat.

Mitglieder der trotzkistischen Bewegung wurden unter den Nazis als Teil der „jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung“ in den Konzentrationslagern vernichtet, weil sie diese Perspektive des internationalen Sozialismus vertraten. Sie auch nur in die Nähe der Verbrechen des deutschen Imperialismus zu bringen, ist eine bodenlose Geschichtsfälschung, die sowohl den Faschismus rehabilitieren als auch sozialistische Positionen diskreditieren soll.

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Widerstand gegen EU-Chile-Freihandelsabkommen wächst: „Kämpfen, um keine Kolonie der EU zu sein”

Von Jan Marinko – 17./19. November 2023

Anfang 2024 sollen die Parlamente über das „modernisierte Rahmenabkommen” zwischen Chile und der Europäischen Union (EU) abstimmen. Das Abkommen, das auch einen Freihandelsvertrag umfasst, sieht insbesondere vor, die Handels- und Investitionsbeziehungen zu vertiefen. Bündnisse auf beiden Seiten kritisieren den Handelsteil des Abkommens scharf und lehnen diesen als „neokolonial und undemokratisch“ ab. Das Koordinationsbündnis „Via Vampesina“ kritisiert eine „asymmetrische und unterwürfige Beziehung”. Von Jan Marinko.

Im Dezember 2022 wurden die Verhandlungen über das neue Rahmenabkommen, welches das seit 2002 bestehende Assoziierungsabkommen ersetzen soll, abgeschlossen. Damit sollen über 99 Prozent des Handels zwischen der EU und Chile zollfrei stattfinden. Die EU erhofft sich dadurch eine Steigerung des Exportvolumens um bis zu 4,5 Milliarden Euro.

Ein Bündnis um die Europäische Koordination von Via Campesina kritisiert die Handelsliberalisierung als „asymmetrische und unterwürfige Beziehung und Erbe des Kolonialismus und Neokolonialismus”. Das Freihandelsabkommen werde die Ausfuhr von Industrie- und Verarbeitungserzeugnissen aus der EU nach Chile fördern, während für Chile die derzeitigen Muster von Handelsungleichgewicht und Abhängigkeit fortbestünden.

Die EU war im Jahr 2020 mit einem Anteil von zwölf Prozent am Außenhandel Chiles drittwichtigster Handelspartner.

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[Zum Originalbeitrag auf amerika21]

NATO General Kujat: Ukraine mit riesigen Verlusten, Selenskyj kann Krieg nicht gewinnen!

Interview mit General a.D. Harald Kujat. Interview: Philip Hopf – 5. November 2023

In diesem Interview spricht Philip Hopf mit dem ehemaligen NATO-General Harald Kujat über den Verlauf des Kriegs in der Ukraine. Im Widerspruch zur herrschenden westlichen Sicht sieht General a.D. Harald Kujat auf Seiten der Ukraine riesige Verluste. Nach Kujats Expertise kann der völlig von der NATO abhängige ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Krieg gegen Russland nicht gewinnen.

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Moldawien als Ukraine 2.0 – Ausweitung der Zensur, Verbot der Opposition und der russischen Sprache

Von Thomas Röper – 1. November 2023

Die moldawische Regierung holt zu einem weiteren Schlag gegen die Opposition aus. Wieder wurden Medien und Fernsehsender verboten und Kandidaten einer Oppositionspartei die Kandidatur bei den anstehenden Kommunalwahlen untersagt. – Moldawien ist unter der pro-westlichen Präsidentin Sandu in eine massive Wirtschaftskrise geraten, die zu heftigen Protesten gegen die Regierung geführt hat, worauf die Regierung mit der Ausrufung des Notstandes reagiert hat, anstatt sich der Sorgen der Menschen im Land anzunehmen.

In den letzten Tagen hat die Regierung Sandu die Daumenschrauben noch einmal fester angezogen. Das Problem der Sprachen in Moldawien: Am 29. Oktober teilte Diana Karaman, eine moldawische Abgeordnete der Opposition, mit, dass ihr während einer Wahldebatte auf Moldova 1 verboten wurde, Russisch zu sprechen. Die Abgeordnete kandidiert für das Amt der Bürgermeisterin von Chisinau, die Kommunalwahlen in Moldawien finden am 5. November statt. Zahlreiche Politiker, Journalisten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens verurteilten am Montag das Vorgehen des Fernsehsenders. Sie stellten fest, dass der Fernsehsender gegen die Verfassung und das Gesetz über audiovisuelle Dienste verstößt.

Die moldawische Opposition hat wegen der diskriminierenden Politik des staatlichen Fernsehsenders Moldova 1, der den Kandidaten bei den Kommunalwahlen die Präsentation von Programmen in russischer Sprache untersagt, Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt, teilte der Oppositionelle und stellvertretende Vorsitzende des Parlaments Vlad Batrincea mit.

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Antisemitische Ausschreitungen in Dagestan – „von außen angestachelt“ oder „hausgemacht“?

Von Ulrich Heyden – 31. Oktober 2023

In Machatschkala und Chasawjurt, zwei Städten in der Republik Dagestan im Nordkaukasus, kam es am Wochenende zu antisemitischen Ausschreitungen, die sowohl in den russischen als auch in den deutschen Medien große Beachtung fanden. Was sind die Hintergründe?

Die Republik Dagestan mit ihren drei Millionen Einwohnern gehört zu Russland und grenzt an die ebenfalls zu Russland gehörende Republik Tschetschenien, die Staaten Aserbaidschan und Georgien sowie an das Kaspische Meer.

Muslimische Demonstranten versuchten am Sonnabend vor dem Hotel „Flamingo“ in Chasawjurt und am Sonntag auf dem Flughafen von Machatschkala, Reisende aus Israel ausfindig zu machen und ihre Pässe zu kontrollieren. In Machatschkala eröffnete die Polizei gegen 150 Personen ein Verfahren wegen Teilnahme an Massenunruhen. 83 Personen wurden festgenommen. Die Demonstranten vor dem Flughafen von Machatschkala, welche die Information bekommen hatten, dass ein Flugzeug aus Tel-Aviv gelandet war, führten einzelne palästinensische Fahnen mit sich. Es wurde auch ein Plakat „Wir wollen keine Flüchtlinge aus Israel“ hochgehalten. Es war offensichtlich: Die Betroffenheit der überwiegend muslimischen Bevölkerung von Dagestan über die Situation im Gazastreifen versuchten bestimmte Kräfte für Pogrome gegen Bürger aus Israel und Juden zu nutzen.

Die deutsche Fernsehanstalt ARD versuchte in ihrer Berichterstattung, den Kreml der Mittäterschaft an den Ausschreitungen auf dem Flughafen zu überführen. Die Ausschreitungen auf dem Flughafen von Machatschkala seien „hausgemacht“, heißt es auf Tagesschau.de. Russland habe sich angeblich „nicht von der Hamas distanziert“ und eine Delegation dieser Organisation sogar nach Moskau eingeladen.

Ich sehe täglich russisches Fernsehen, habe aber keinen Bericht gefunden, wo der Angriff der Hamas auf Israel Anfang Oktober beschönigt oder kleingeredet wurde. Der wichtigste russische News-Kanal Rossija 24 bringt täglich Berichte seiner Korrespondenten sowohl aus Israel als auch aus Gaza. Beide Korrespondenten bemühen sich um einen nüchternen Ton. Doch die Bilder sprechen ihre eigene Sprache. Das Elend, das man aus Gaza sieht, ist von einem anderen Maßstab als das, das man aus Israel sieht.

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Unruhen am Flughafen von Machatschkala offenbar aus Kiew organisiert

Von Thomas Röper – 30. Oktober 2023

Die Randale am Flughafen von Machatschkala in Dagestan sind offenbar aus Kiew organisiert worden, um Unruhe in Russland zu schüren und anti-russische Stimmung im Ausland zu verbreiten. – Am Sonntag haben hunderte Randalierer in der Stadt Machatschkala den Flughafen gestürmt, nachdem ein Flugzeug aus Israel gelandet war. Die Polizei musste eingreifen, es gab leicht Verletzte und den Teilnehmern der Aktion drohen empfindliche Haftstrafen wegen des Straftatbestandes der Teilnahme an Massenunruhen. Da es in Russland als Extremismus verboten ist, zum ethnischen oder religiösen Hass aufzustacheln, stehen auch Anklagen wegen dieser Tatbestände im Raum. Die Unruhen haben international für Aufsehen gesorgt. Die USA haben die „antisemitischen Proteste in Dagestan, Russland“ verurteilt und der ukrainische Präsident Wladimir Selensky sprach auf X (ehemals Twitter) von „entsetzlichen Videos“ und warf Russland eine „weitverbreitete Kultur des Hasses gegenüber anderen Nationen“ vor, die vom staatlichen Fernsehen, Experten und Behörden propagiert werde. Dass ausgerechnet Selensky, der Präsident eines Landes, das ganz offiziell mit Sprach- und Rassengesetzen den Hass auf ethnische Minderheiten im eigenen Land schürt und sie aufgrund ihrer ethnischen Herkunft unterdrückt, Russland diese Vorwürfe macht, ist bemerkenswert, denn im Gegensatz zur Ukraine ist in Russland das Gegenteil der Fall und die ethnischen Minderheiten und ihre Rechte sind in Russland gesetzlich streng geschützt. Dass diese hässlichen Szenen sich in Dagestan abgespielt haben, ist nicht überraschend, denn Dagestan ist eine muslimische Region in Russland. Bei dem, was Israel derzeit in Gaza anrichtet, ist es wohl in den meisten muslimisch geprägten Regionen der Welt kein Problem, eine Gruppe von einigen hundert radikalen Islamisten zu mobilisieren, die bereit sind, anti-israelische Randale veranstalten. Daher stellt sich die Frage, wer zu den Unruhen aufgerufen hat.

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Die WHO soll die Klimakrise als Gesundheitsnotstand anerkennen

Von Thomas Röper – 27. Oktober 2023

In einem Aufruf, der in über 200 wissenschaftlichen Fachmagazinen veröffentlicht wurde, fordern Wissenschaftler aus aller Welt, die „Klima- und Naturkrise“ zum „Gesundheitsnotstand“ zu erklären, weil die Folgen der Klimakrise und der Verlust der Artenvielfalt gebündelt bekämpft werden müssten. In Wahrheit steckt etwas ganz anderes dahinter. – Die Meldung ging vor dem Hintergrund der aktuellen Themen fast unter, dabei ist ihre Tragweite kaum zu überschätzen. In einem koordinierten Aufruf haben Wissenschaftler in über 200 internationalen Fachmagazinen gefordert, die „Klimakrise“ als „Gesundheitsnotstand“ anerkennen. Der Grund sei, dass die Folgen der Klimakrise und der Verlust der Artenvielfalt auch eine Bedrohung für die Gesundheit darstellen würden, weshalb man die Bekämpfung dieser Probleme bündeln müsse. Die Erklärung enthält einen sehr heiklen Satz, der in der Erklärung fast untergeht (Hervorhebung von mir): „Daher fordern wir die WHO auf, diese Erklärung vor oder auf der 77. WHO-Gesundheitsversammlung im Mai 2024 abzugeben.“ Auf der 77. WHO-Gesundheitsversammlung im Mai 2024 will die WHO den geplanten WHO-Pandemievertrag und die Änderungen der Internationalen Gesundheitsvorschriften beschließen, was der WHO, so die Kritiker der Pläne, faktisch zu einer Weltregierung machen würde. Der Grund dafür ist, dass die WHO nach der Annahme der Änderungen einen weltweiten Gesundheitsnotstand ausrufen könnte und dann sehr weitgehende Weisungsrechte gegenüber den Mitgliedsstaaten hätte. Wenn der Vorschlag, der nun gemacht wurde, angenommen wird, dann könnte die WHO aufgrund der Klimakrise und des Verlustes der Artenvielfalt einen weltweiten Gesundheitsnotstand ausrufen und sich so ein weitgehendes Weisungsrecht gegenüber den Mitgliedsstaaten der WHO verschaffen, das die Parlamente der Staaten entmachten und faktisch ihre Souveränität abschaffen würde. Die WHO wäre dann quasi eine Art Weltregierung.

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Das Mordprogramm der ukrainischen Geheimdienste in Russland wird von der CIA unterstützt

Von Thomas Röper – 26. Oktober 2023

Die Washington Post hat weitere Details über das Mordprogramm der ukrainischen Geheimdienste berichtet, das bereits 2015 gestartet wurde. Die CIA ist darin verwickelt und ist – mindestens indirekt – an Angriffen auf und Mordanschlägen in Russland beteiligt. – Als die russische Journalistin Darja Dugina im August 2022 von ukrainischen Terroristen ermordet wurde, hat Russland den Fall schnell aufgeklärt und die Täterin und ihren Komplizen, die es allerdings geschafft hatten, Russland sofort zu verlassen, identifiziert. Verantwortlich für die Tat war demnach der ukrainische Geheimdienst in Zusammenarbeit mit westlichen Geheimdiensten. Das wurde damals im Westen als russische Propaganda bezeichnet und vom offiziellen Kiew empört bestritten, man sei schließlich kein „terroristische Staat“ hieß es aus Selenskys Umfeld. Wie so oft hatte die russische Propaganda aber auch dieses Mal recht, wie Kiew später zugegeben hat und wie auch in den USA inzwischen offen gesagt wird. Ich habe vor einem Monat darüber berichtet, dass The Economist einen sehr ausführlichen Artikel über das Mordprogramm veröffentlicht hat, das die ukrainischen Geheimdienste seit spätestens 2015 betrieben haben, um Kritiker des Kiewer Regimes umzubringen. Wie nicht anders zu erwarten, haben deutsche Medien darüber nicht berichtet, die deutschen Leser müssen ja nicht alles wissen, erst recht nicht die Wahrheit über das Regime in Kiew, das die Bundesregierung so großzügig unterstützt. Nun sind neue Informationen über die ukrainischen Mordprogramme bekannt geworden, dieses Mal hat die Washington Post darüber in einem sehr langen und detaillierten Artikel berichtet.

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Deutschland unter Scholz und Baerbock steht für Kriege im US-Interesse, aber nicht für Frieden

Von Thomas Röper – 25. Oktober 2023

Schon in der Ukraine setzt die Bundesregierung auf Kriegsverlängerung durch Waffenlieferungen, im Krieg im Nahen Osten ist die von Baerbock vertretene Position der deutschen Regierung sogar noch blutrünstiger, denn sie tritt gegen jede Art von Waffenstillstand oder Feuerpause in Palästina ein. – Dass die Bundesregierung im Ukraine-Konflikt in der ersten Reihe der Kriegsbefürworter steht, ist bekannt, denn anstatt auf eine diplomatische Lösung setzt die Bundesregierung auf Waffenlieferungen, also auf Kriegsverlängerung und noch mehr Blutvergießen. Deutschland ist nach den USA der größte Geld- und Waffenlieferant für Kiew. Und auch beim Krieg in Palästina bleiben Scholz und Baerbock sich treu und setzen auf Krieg anstatt auf Waffenruhe, was von den deutschen Medien jedoch nicht kritisiert wird. Wer führt einen „brutalen Krieg“? Die Reaktion Israels auf den Terrorangriff der Hamas verstößt gegen das humanitäre Völkerrecht, weil Israel eine komplette Blockade des Gazastreifens verhängt hat, weshalb dort nun Lebensmittel und Wasser, aber auch lebenswichtige Medikamente knapp sind. Dass Israel auch die Stromversorgung im Gazastreifen unterbrochen hat, führt zu vermeidbaren Toten in den Krankenhäusern in Gaza, wo die Lage ohnehin schon dramatisch ist und wo wegen der israelischen Blockade sogar ohne Narkose operiert werden muss. Hinzu kommt, dass Israels Reaktion auf den Angriff der Hamas völlig unverhältnismäßig ist, denn inzwischen haben die israelischen Bombardements in Gaza zu weit mehr getöteten Zivilisten geführt, als der Angriff der Hamas auf Israel.

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Biden erklärt Arbeiterklasse den Krieg

Von Eric London – 22. Oktober 2023

In seiner Rede am Donnerstag forderte US-Präsident Joe Biden den Kongress auf, zusätzliche 105 Milliarden Dollar für die Finanzierung des US-Militärs bereitzustellen, den Krieg der USA und der NATO gegen Russland in der Ukraine zu eskalieren und das israelische Militär mit Patronen, Bomben und Granaten für seinen völkermörderischen Feldzug gegen die Menschen im besetzten Palästina aufzurüsten. Dieser riesige Betrag ist größer als die BIPs von zwei Dritteln aller Länder auf der Erde und würde in den kommenden Monaten ein unvorstellbares Ausmaß an Tod und Zerstörung verursachen.

Die jüngste Forderung umfasst 14 Milliarden Dollar für Israel, zusätzlich zu den 260 Milliarden Dollar, drei Milliarden Dollar für U-Boote, zwei Milliarden Dollar für die militärische Einkreisung Chinas und 14 Milliarden Dollar für die weitere Militarisierung der Grenze zwischen den USA und Mexiko sowie die Kriminalisierung der Einwanderung – ein Gefallen an Trump und den rechtsextremen Flügel des politischen Establishments. Biden erklärte, die 105 Milliarden Dollar seien notwendig, um sicherzustellen, dass diejenigen, die „Chaos, Tod und Zerstörung verursachen … einen Preis für ihre Aggression“ zahlen müssen.

Vor über 20 Jahren benutzte der damalige Präsident George W. Bush dieselbe Sprache, um die imperialistischen Kriege in Afghanistan und im Irak zu rechtfertigen, die 20 Jahre dauern, mehr als eine Million Menschen töten und laut dem Projekt „Costs of War“ der Brown University mehr als acht Billionen Dollar kosten sollten. In einem vom Pentagon veröffentlichten Bericht aus dem Jahr 2022 wurde zugegeben, dass jeder Steuerzahler zwischen den Jahren 2001 und 2021 8.278 Dollar für die Kriege im Irak, in Syrien und in Afghanistan bezahlt hat, obwohl die wahre Zahl wahrscheinlich eine ganze Größenordnung höher liegt.

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