Es ist Fünf vor Krieg

Von Uli Gellermann – 4. März 2024

Scholz und Pistorius: Irres Schweigen!

Da haben sich hochrangige Bundeswehr-Offiziere, unter ihnen der Chef der Deutschen Luftwaffe, der Generalleutnant Ingo Gerhartz, ganz locker über die Möglichkeit unterhalten, wie man denn mit dem deutschen Marschflugkörper Taurus eine Brücke in Russland zerstören könnte. Schon die Planung dieses Angriffs ist die Vorbereitung eines Angriffskrieges. Überall auf der Welt gilt das als Kriegserklärung. Die russische Regierung könnte, zum Schutz ihres Landes, diese Vorbereitung unmittelbar mit der prophylaktischen Zerstörung dieser Raketen beantworten. Bevor ihre Bürger von dieser Hightech-Waffe zerfetzt werden und bevor die deutsche Waffe strategischen Schaden und Vorteile erzielen kann, könnte die russische Regierung die Produktions-und Lagerstätte des Marschflugkörpers im bayerischen Schrobenhausen zerstören. Dass dieser Abwehrschlag der Russen nur der Beginn eines viel größeren Krieges in Mittel-Europa wäre, ergibt sich aus den Erfahrungen der Russischen Armee im 2. Weltkrieg: Der Feind wird und muss auf dessen Boden geschlagen werden, um eigene Opfer zu verringern.

Haltloses Kriegsgeschwätz

Angesichts dieser Gefahr müsste sich eine verantwortungsvolle deutsche Regierung vom haltlosen Kriegsgeschwätz ihrer Offiziere öffentlich distanzieren. Statt einer Distanzierung faselt Verteidigungsminister Pistorius, man „dürfe Putin nicht auf auf den Leim gehen“. Und Kanzler Scholz degradiert die gefährlichen Kriegsspieler nicht, sondern wehrt nur ab: „Deshalb wird das jetzt sehr sorgfältig, sehr intensiv und sehr zügig aufgeklärt“. Die deutschen Medien wollen den Ernst der Lage ebenfalls nicht erkennen: Sie wollen die Verschärfung der Kriegsgefahr nicht sehen, sondern behandeln den Vorfall als einen „Abhörskandal“. Nicht die Kriegsvorbereitung wird aufs Korn genommen, sondern der Russe.

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Mehr als ein „Abhörskandal“

Von Jens Berger – 4. März 2024

Verteidigungsminister Pistorius hat einen schrägen Humor. Gestern schaffte er es doch tatsächlich, gleichzeitig die Authentizität des abgehörten und geleakten Gesprächs von vier hochrangigen Luftwaffenoffizieren zu möglichen Taurus-Lieferungen zu bestätigen und den Russen, die das Gespräch veröffentlicht – und wohl auch gehackt und aufgezeichnet – haben, „Desinformation“ zu unterstellen. Den großen deutschen Medien fiel dieser Widerspruch jedoch noch nicht einmal auf. Wie denn auch, sind sie doch voll und ganz damit beschäftigt, getreu dem Motto „Haltet den Dieb“ aus dem Abhören des Gesprächs einen Skandal zu machen und damit von den Inhalten abzulenken. Das ist zumindest erstaunlich, haben es die Inhalte doch in sich und sind der eigentliche Skandal.

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Wie der Westen die russische Opposition finanziert und lenkt

Von Thomas Röper – 3. März 2024

Vorbemerkung der GG-Redaktion: Die Behauptung des Autors, die Bolschewiki seien aktiv aus dem Ausland gefördert worden, geht auf Verleumdungen der zaristischen Geheimpolizei zurück und wurde niemals bewiesen. Und Lenin wurde natürlich nicht „von Deutschland nach Russland geschickt …, um den Zaren zu stürzen“, wie der Autor fälschlich behauptet. Die Heimreise nach Russland aus der Schweiz über deutsches Territorium war Lenins ureigenste Entscheidung, nachdem Sondierungen in Richtung der mit Russland verbündeten Mächte Frankreich und Großbritannien, um über sie und die ebenfalls neutralen skandinavischen Staaten nach Russland zu gelangen, gescheitert waren. Der russische Revolutionsführer wusste natürlich, dass sich der deutsche Generalstab aus seiner Anwesenheit in Russland Vorteile versprach, sonst hätte er nicht in dessen Reise durch Deutschland eingewilligt. Lenin, der sorgfältig darauf achtete, jeden Verdacht einer Komplizenschaft mit dem deutschen Kaiserreich auszuräumen (daher u.a. auch die Exterritorialität seines Wagens), sah aber weiter als die deutschen Generäle. Während sich diese aus Unruhen in Russland eine Entlastung im Zweifrontenkrieg versprachen, mit einer erfolgreichen Revolution aber keineswegs rechneten, war Lenin klar, dass ein Erfolg der Revolution in Russland auch zum Untergang des Wilhelminischen Reichs beitragen würde. Tatsächlich überlebte das Kaiserreich die Oktoberrevolution nur um ein Jahr.

Vor den Präsidentschaftswahlen in Russland versucht der Westen wieder, über die gelenkte russische Opposition Einfluss auszuüben. Hier zeige ich auf, wie das gemacht wird.

Ich habe ohnehin an einem Artikel darüber gearbeitet, wie der Westen die Opposition in Russland lenkt. Und wie es der Zufall wollte, hat der „Fonds zur Bekämpfung der Repression“, eine russische Menschenrechts-NGO, über die ich schon einige Male berichtet habe, dazu einen langen Artikel veröffentlicht. Ich habe den Artikel als Grundlage für meinen Artikel genommen und um das ergänzt, was ich zusätzlich noch zu dem schreiben wollte.

Die Geschichte der Lenkung der russischen Opposition aus dem Westen

Vieles, was heute passiert, wird verständlicher, wenn man sich die Geschichte anschaut. Die anti-russische Politik des Westens hat in Wahrheit nichts mit Putin oder seiner Politik zu tun, sondern ausschließlich mit der Existenz Russlands selbst. Schon im 19. Jahrhundert, nachdem Frankreich als Konkurrent auf der geopolitischen Bühne ausgeschaltet war, definierte das Britische Imperium das Russische Zarenreich als Gegner Nummer 1. Diese britische Politik, immer eine Allianz gegen die stärkste europäische Macht aufzubauen, ist Historikern als „Balance of Power“ wohlbekannt, und sie wurde nach dem Untergang des Britischen Imperiums von dessen Nachfolger als Weltmacht, den USA, übernommen.

Von Mitte des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts wechselte sich Russland in der Rolle als Gegner Nummer 1 der Briten ab und zu mit dem Deutschen Reich ab, aber Russland ist für London (und heute Washington) seit fast 200 Jahren der wichtigste Gegner auf der Weltbühne.

Der Grund dafür ist schlicht Russlands Größe, die einer nach Weltmacht strebenden Nation im Wege steht. Hinzu kommen Russlands unermessliche Bodenschätze, auf die vor allem die USA schon lange ein Auge geworfen haben.

Die westlichen Staaten versuchen daher seit langem, mit verschiedenen Mitteln die russische Staatlichkeit und Souveränität zu untergraben. War das Mittel der Wahl im 19. Jahrhundert noch Kriege, so wurde man ab Beginn des 20. Jahrhunderts kreativer und begann Oppositionsbewegungen und ausländisch kontrollierte Brutstätten der politischen Instabilität in Russland zu schaffen und zu fördern. So wurden die Bolschewisten aktiv aus dem Ausland gefördert, es sei nur an Lenin erinnert, der von Deutschland nach Russland geschickt wurde, um den Zaren zu stürzen.

Die Länder des kollektiven Westens, vor allem die USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland, haben auch nach der Revolution von 1917 immer wieder versucht, die russische Politik zu beeinflussen, indem sie oppositionellen Kräften in erheblichem Umfang mit Ressourcen, Ausbildung und anderen Mitteln unterstützt haben. Diese Unterstützung wurde immer weiter verfeinert und wird heute über verschiedene Mittelsmänner, darunter Einzelpersonen, Stiftungen und Nichtregierungsorganisationen (NGO), geleistet, um jene politischen Kräfte in Russland zu stärken, die das bestehende Regierungssystem schwächen oder stürzen wollen. Durch die Bereitstellung von Geldern, wertvollen Informationen und anderen Ressourcen für russische Oppositionelle lenkt der Westen deren Aktivitäten indirekt oder direkt über seine Geheimdienst- und Militärstrukturen.

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Führende deutsche Militärs planen direkte Angriffe auf Russland

Von Johannes Stern – 4. März 2024

Führende deutsche Generäle und die Bundesregierung diskutieren konkret darüber, wie die Marschflugkörper vom Typ „Taurus“ in die Ukraine geliefert und von dort gegen russische Ziele eingesetzt werden können. Das geht aus einem etwa 30-minütigen Gespräch vom 19. Februar hervor, dass offenbar von russischen Geheimdiensten abgehört und am Wochenende vom russischen Nachrichtensender RT veröffentlicht wurde.

Am Gespräch beteiligt waren der Inspekteur der Luftwaffe Ingo Gerhartz, der Abteilungsleiter für Einsätze und Übungen im Kommando Luftwaffe Frank Gräfe und zwei Oberstleutnante des Weltraumkommandos der Bundeswehr namens Fenske und Florstedt. Die Militärs kamen nach eigener Aussage zusammen, um ein Treffen mit Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) vorzubereiten und mit ihm die Frage zu erörtern, ob und wie die „Taurus“ an Kiew geliefert und gegen die Atommacht Russland eingesetzt werden können.

Pistorius wolle mal „wirklich tief in Taurus einsteigen“, leitet Gerhartz das Gespräch ein. Dabei lässt er keinen Zweifel daran, dass er selbst die Entsendung und den Einsatz der Waffensysteme befürwortet und es ihm und den Militärs darum geht, Pistorius und die gesamte politische Führung davon zu überzeugen. Die ganze Diskussion über die Taurus komme immer wieder hoch, „weil keiner so richtig weiß, warum blockt der Kanzler hier“, beklagt er sich.

Über ihre Pläne, den Krieg gegen Russland weiter zu eskalieren, nehmen die Teilnehmer kein Blatt vor den Mund. Konkret geht es um Angriffe auf russische Munitionsdepots hinter der Front und die Zerstörung der logistisch und strategisch wichtigen Krim-Brücke, die seit 2018 die russische Region Krasnodar mit der Halbinsel Krim verbindet. Florstedt erklärt an einer Stelle, der Taurus sei besonders effektiv, um diese Ziele zu bekämpfen.

Die Brücke im Osten ist halt schwer zu erreichen, und die Pfeiler sind relativ klein, und das kann halt der Taurus darstellen, und die Mun[itions]depots – da kommen wir halt durch. Und wenn ich das jetzt berücksichtige und vergleiche, wie viele Storm Shadows [das britische Äquivalent des Taurus] und […] abgeschossen wurden, da hat man halt ein ganz gutes Alleinstellungsmerkmal.

Dann erklärt Fenske, der offenbar zusammen mit Florstedt beauftragt worden war, den Taurus-Einsatz genau durchzuspielen, dass weit mehr als ein Marschflugkörper nötig sei, um die Brücke zu zerstören. Diese sei „leider – aufgrund ihrer Größe – wie ein Flugplatz. Das heißt, es kann durchaus sein, dass ich dafür zehn oder zwanzig Flugkörper brauche.“ Gerhartz spricht davon „fünfzig in der ersten Tranche“ und dann ggf. nochmal weitere fünfzig Einheiten zu liefern.

Ein großer Teil des Gesprächs dreht sich darum, wie es gelingen kann, die „politische Sorge“ einer „zu direkten Beteiligung“ der Bundeswehr beim Einsatz der Taurus zu zerstreuen. Die Überlegung, die Zieldaten „von Polen aus mit dem Auto rüber“ in die Ukraine zu fahren, „damit es keiner mitkriegt“, wird „als nicht akzeptable Lösung“ verworfen. Genauso der Vorschlag, die Datenfiles statt von der Luftwaffe in Büchel einfach vom Taurus-Hersteller MDBA in Schrobenhausen erstellen zu lassen.

Gleichzeitig stimmen die Militärs darin überein, dass die volle Ausbildung ukrainischer Soldaten am Taurus anspruchsvoll und zeitaufwendig wäre. Fenske plädiert deshalb dafür: „Wenn es nachher um den Einsatz geht, dann wäre tatsächlich die Empfehlung, dass wenigstens die ersten Missions-Unterstützungen durch uns erfolgen werden, da die Planung doch sehr komplex ist.“

Andere Vorschläge, die diskutiert werden, sind nicht weniger brisant. Gräfe bringt, zumindest in der ersten Phase, bis die Ukrainer „selber komplett ausgebildet sind“, eine Zusammenarbeit mit Großbritannien ins Spiel. Die Expertise der britischen Armee, die „auch [ein] paar Leute vor Ort“ hätte, könnte genutzt werden, um der ukrainischen Armee die notwendigen Daten und Satellitenbilder zur Verfügung zu stellen.

An einer anderen Stelle wirft Gerhartz die Frage auf, ob die ukrainische Armee auf Grund der bereits bestehenden NATO-Unterstützung vor Ort, überhaupt auf direkte Daten aus Deutschland angewiesen sei. Man müsse „ja immer davon ausgehen, was die Ukrainer mittlerweile sonst alles machen“, erklärt er. „Wir wissen ja auch, dass da viele Leute mit amerikanischem Akzent in Zivilklamotten rumlaufen. Das darf man sagen, dazu sind sie dann noch relativ schnell selbst in der Lage, weil die Satellitenaufnahmen, die haben sie alle.“

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Nach Massaker in Gaza mit 115 Toten: US-Imperialismus verteidigt Israel

Von Jordan Shilton – 3. März 2024

Am Freitag stieg die Zahl der Todesopfer durch Israels Massaker an hilfesuchenden palästinensischen Zivilisten in Gaza-Stadt auf 115 an, als drei weiteren Leichen geborgen wurden. Hinzu kommen mindestens 760 Verwundete. Trotz dieser schrecklichen Zurschaustellung sadistischer Gewalt durch die israelische Armee (Israel Defence Forces, IDF) unterstützt der US-Imperialismus weiter das israelische Regime und dessen Völkermord in Gaza.

Das Massengemetzel ereignete sich am frühen Donnerstagmorgen am Nabulsi-Kreisverkehr in Gaza-Stadt, das durch die Angriffe Israels bereits weitgehend dem Erdboden gleichgemacht wurde. Um etwa 4:30 Uhr morgens traf in der Stadt ein Lastwagenkonvoi mit Hilfsgütern ein, woraufhin es zu einer großen Ansammlung von Menschen kam, die Mehl und Konserven erhalten wollten. In Gaza-Stadt und den umliegenden Gebieten im Norden des Gazastreifens sitzen immer noch Hunderttausende von Einwohnern fest, die seit Wochen keine Hilfslieferungen mehr erhalten haben. Viele waren und sind gezwungen, sich von Gras und Tierfutter zu ernähren. Ein Viertel der Bevölkerung des Gazastreifens ist vom Hungertod bedroht und die Wasserversorgung ist bereits im Dezember auf sieben Prozent des Niveaus von vor dem 7. Oktober gesunken.

Augenzeugenberichte und Aussagen von Ärzten aus örtlichen Krankenhäusern lassen keinen Zweifel daran, dass die israelischen Soldaten geschossen haben, um so viele Zivilisten wie möglich zu töten. Der Al-Jazeera-Reporter Ismail al-Ghoul, der vom Ort des Geschehens berichtete, erklärte: „Nachdem sie das Feuer eröffnet hatten, rückten israelische Panzer vor und überfuhren viele der Toten und Verletzten.“

Laut Dr. Mohammed Salha, dem geschäftsführenden Direktor des al-Awda-Krankenhauses, wurden 176 Verletzte in seine Einrichtung gebracht, von denen 142 Schusswunden aufwiesen. Ein Team der UN berichtete nach einem Besuch im al-Shifa-Krankenhaus von „einer großen Zahl von Schusswunden“ unter den Patienten. Laut anderen Quellen starb die Mehrheit der Toten an Schüssen in den Oberkörper oder Kopf. Die Übrigen wurden in der darauf folgenden Massenpanik erdrückt.

Dass sich Israels Version der Ereignisse im Verlauf des Donnerstags mehrfach wesentlich veränderte, ist ein klares Zeichen dafür, dass etwas vertuscht werden soll. Die Behörden behaupteten zunächst, unter den Palästinensern sei eine Massenpanik ausgebrochen, als sie versuchten, an die Lebensmittel zu kommen. Als sich jedoch nicht mehr leugnen ließ, dass israelische Soldaten wahllos das Feuer eröffnet hatten, behaupteten Sprecher der israelischen Armee, die Soldaten hätten sich von dem „Mob“ bedroht gefühlt. Die zynischste Rechtfertigung kam von Admiral Daniel Hagari, der gegenüber der Presse erklärte: „Es gab keinen Angriff der IDF auf den Hilfskonvoi. Im Gegenteil haben die IDF eine humanitäre Hilfsoperation durchgeführt, um den Korridor für die humanitäre Hilfe zu sichern und es dem Konvoi zu ermöglichen, den Verteilpunkt zu erreichen, sodass die humanitäre Hilfe die bedürftige Zivilbevölkerung im Norden des Gazastreifens erreichen konnte.“

Die israelischen Regierungsvertreter lügen deshalb so dreist, weil sie weiterhin die Unterstützung ihres wichtigsten Geldgebers genießen, des US-Imperialismus. Das Weiße Haus erklärte zwar heuchlerisch, die Ereignisse am Donnerstag seien „außerordentlich besorgniserregend“, doch in Wirklichkeit wurden die Palästinenser wahrscheinlich mit Waffen massakriert, die von den USA geliefert wurden.

Bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats am Donnerstagabend blockierten die USA den Entwurf einer von Algerien vorbereiteten Erklärung, die „tiefe Besorgnis“ über die Todesopfer, „die israelischem Beschuss zum Opfer fielen“, zum Ausdruck brachte. Laut dem palästinensischen UN-Botschafter Riyad Mansour wären 14 der 15 Mitglieder des Sicherheitsrats bereit gewesen, die Erklärung zu unterstützen. Gegenüber der Presse erklärte der stellvertretende US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Robert Wood, anschließend: „Das Problem ist, dass wir hier noch nicht alle Fakten kennen.“

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Gipfel der G20-Finanzminister: Der Westen ist international isoliert, aber im „Spiegel“ klingt das anders

Von Thomas Röper – 3. März 2024

Das Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der G20-Staaten ist gescheitert. Man konnte sich nicht auf eine gemeinsame Abschlusserklärung einigen, weil der Westen das wirtschaftlichen Problemen gewidmete Format politisieren will, wogegen sich der Rest der Welt wehrt.

Am 21. Februar habe ich bereits darüber berichtet, dass es bei den anstehenden G20-Treffen so große Differenzen zwischen dem kollektiven Westen und dem globalen Süden gibt, dass es unwahrscheinlich war, dass nach den Treffen die üblichen gemeinsamen Abschlusserklärungen verabschiedet werden können. Das ist dann beim Treffen der G20-Außenminister auch so gekommen und hat sich nun beim Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der G20-Staaten wiederholt.

Darüber hat der Spiegel in einem Artikel mit der Überschrift „Gipfel in Brasilien – G20 können sich nicht auf gemeinsame Abschlusserklärung einigen“ berichtet, wobei es interessant ist, wie der Spiegel das Scheitern darstellt. Und um es vorweg zu sagen, die Formulierung, das Treffen sei „gescheitert“, ist nicht von mir, sondern vom Spiegel, der seinen Artikel wie folgt beginnt:

„Das Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs aus den 20 führenden Industrie- und Schwellenländern (G20) ist gescheitert. Die Gruppe habe sich nicht auf ein Abschlusspapier mit gemeinsamen Zielen verständigen können, wie Brasilien als Gastgeber des Treffens in São Paulo am Donnerstag bestätigte. Stattdessen sollte es nur eine Zusammenfassung der Gespräche durch Brasilien geben.“

Verdrehungen im Spiegel

Wie es zu diesem Scheitern gekommen ist, beschreibt der Spiegel so:

„Anders als im Vorfeld gehofft, hatten geopolitische Konflikte die Beratungen überschattet. Ein G20-Insider sagte der Nachrichtenagentur Reuters, es habe keine Einigung gegeben, wie die Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen zu bewerten seien. Brasilien wollte diese Punkte eigentlich ausklammern und sich auf rein wirtschaftspolitische Themen konzentrieren. Westliche Demokratien wie Deutschland oder die USA waren aber dagegen. Sie wollten vor allem deutlicher machen, dass der Angriff Russlands auf die Ukraine weiterhin die Weltwirtschaft schwer belaste.“

Dieses Kunststück der Desinformation müssen wir uns genauer anschauen.

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Niemand in Berlin übernimmt Verantwortung, wer regiert eigentlich in Deutschland?

Von Thomas Röper – 2. März 2024

Medien und Politik in Deutschland haben 14 Stunden gebraucht, um über das geleakte Telefonat deutscher Generäle zu berichten. Aber niemand will Verantwortung übernehmen, die Medien berufen sich auf Quellen, während es keine offiziellen Erklärungen der Regierung gibt.

Das Verhalten von Politik und Medien in Deutschland wird immer erstaunlicher, denn zuerst haben sie 14 Stunden gebraucht, um sich darüber abzusprechen, wie sie mit dem in Russland veröffentlichten Telefonat, in dem deutsche Generäle Angriffe mit Taurus-Raketen auf die Krimbrücke besprochen haben, umgehen wollen. Erst mit 14 Stunden Verspätung haben die deutschen Medien begonnen, zu berichten und ihre Artikel waren – wie in einer gleichgeschalteten Presselandschaft – inhaltlich identisch. Über den Inhalt des geleakten Telefonates haben sie kaum berichtet, stattdessen wurde der Fokus auf „russische Propaganda“ und das Versagen der Bundeswehr bei der Geheimhaltung von Telefongesprächen gelenkt.

Bemerkenswert ist, dass es immer noch keine offiziellen Erklärungen der Regierung und vor allem des betroffenen Verteidigungsministeriums gibt. Auf dessen Seite ist die letzte Meldung in der Rubrik „Aktuelles“ vom 29. Februar und sie handelt von „Engagement sichere Nutzung des Weltraumes“. Über dem Skandal hingegen findet sich nichts auf der Seite des deutschen Verteidigungsministeriums.

Die deutschen Medien berufen sich in ihren Berichten nicht auf offizielle Erklärungen der Regierung, sondern auf ungenannte Sprecher und ähnliches, was bedeutet, dass für die Inhalte der Meldungen niemand mit seinem Namen in der Verantwortung stehen will. Selbst der Kanzler geht allen Fragen aus dem Weg und erklärt nur, das „jetzt sehr sorgfältig, sehr intensiv und sehr zügig aufgeklärt“ werde und dass das ist „auch notwendig“ sei. Kommentare zum Inhalt des Gespräches gibt er hingegen keine.

Da es keine einzige offizielle Erklärung einer deutschen Regierungsstelle zu dem Skandal gibt, stellt sich die Frage, wer eigentlich in Deutschland regiert. Und vor allem stellt sich die Frage, was an einem Land demokratisch sein soll, in dem die Regierung dem Volk (das doch angeblich in der deutschen Demokratie herrscht) nach einem derart großen Skandal auch nach 36 Stunden noch keine offizielle Mitteilung machen kann.

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Israel massakriert Palästinenser bei Mehl-Verteilung: ein Kriegsverbrechen „Made in Washington“

Von Andre Damon – 2. März 2024

Am Donnerstagmorgen haben israelische Infanteristen, Scharfschützen, Panzer und Drohnen das Feuer auf eine Menge hungernder Palästinenser in Gaza-Stadt eröffnet, die Schlange standen, um Mehl aus Hilfslieferwagen zu erhalten. Bei dem Massaker wurden mindestens 112 Menschen getötet und mehr als 700 verletzt.

Ärzte berichteten, dass viele Opfer mit Schussverletzungen an Rumpf und Kopf in die Krankenhäuser eingeliefert wurden, was darauf hindeutet, dass die israelischen Truppen gezielt auf sie geschossen haben, um sie zu töten.

Bilder vom Tatort zeigten blutgetränkte Mehlsäcke, was viele dazu veranlasste, die Morde als „Mehlmassaker“ zu bezeichnen. Mit den Hunderten von Opfern waren die örtlichen Krankenhäuser überfordert, zumal sie bereits ohne medizinische Versorgung und Strom waren und entsprechend nur erste Hilfe leisten konnten.

Es handelt sich um ein absichtliches und bewusstes Massaker des faschistischen Netanjahu-Regimes, das Teil einer systematischen Kampagne war, so viele Menschen aus dem Gazastreifen wie möglich zu töten und die Übrigen aus ihrem Land zu vertreiben.

Das Massaker vom Donnerstag ist nur ein Vorgeschmack auf das, was Israel beabsichtigt, wenn es seinen Großangriff auf Rafah vorbereitet. Dort suchen über eine Million Menschen Schutz, nachdem sie aus dem nördlichen Gazastreifen vertrieben worden sind.

Als die israelischen Truppen den Abzug drückten, verwendeten sie Kugeln und Panzermunition, die von den Vereinigten Staaten bezahlt und geliefert worden sind. Der Präsidentschaftskandidat der Socialist Equality Party, Joseph Kishore, erklärte als Reaktion auf das Massaker: „Nicht nur Netanjahu und seine faschistischen Minister sind dafür verantwortlich, sondern auch die Regierung Biden, die Israel als Teil der militaristischen und imperialistischen Agenda der amerikanischen herrschenden Klasse voll unterstützt hat.“

Die Schuld liegt nicht nur beim Weißen Haus. Das gesamte amerikanische Medien-Establishment ist an der Vertuschung dieser Gräueltat beteiligt. Alle großen US-Medien beeilten sich, Israels absurde Geschichte zu verbreiten: palästinensische Fahrer von Hilfsorganisationen hätten das Massaker verursacht, indem sie in die Menge gerast seien. Dabei gibt es zahlreiche Aufnahmen von israelischen Soldaten, die auf die unbewaffneten Zivilisten schießen.

Sämtliche US-Medien setzten die schlichte und offensichtliche Wahrheit, dass israelische Truppen eine Menge hungriger Menschen massakrierten, mit der ebenso schlichten und offensichtlichen Lüge gleich, die Soldaten hätten nichts mit den Todesopfern zu tun, und behaupteten, es handle sich um „widersprüchliche Darstellungen.“

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Wie deutsche Medien über das Telefonat der Luftwaffengeneräle desinformieren

Von Thomas Röper – 2. März 2024 04:00 Uhr

Die deutschen Medien haben über zwölf Stunden gebraucht, bis sie über das in Russland veröffentlichte Telefonat der deutschen Luftwaffengeneräle berichtet haben. Die deutschen Leser erfahren allerdings nicht, worum es tatsächlich ging, weil die Medien vom eigentlichen Thema ablenken.

Vorweg sei gesagt, dass die deutschen Medien die Echtheit des abgehörten und in Russland veröffentlichten Telefonates, in dem deutsche Luftwaffengeneräle offen darüber sprechen, wie man die Krimbrücke am besten mit deutschen Taurus-Raketen angreifen kann, in ihren Berichten bestätigt haben. Die Bild-Zeitung titelt beispielsweise „Unfassbare Bundeswehr-Panne – Russen hören Geheim-Gespräch deutscher Generäle ab“ und anstatt über den Inhalt des Gespräches allzu viel zu berichten, entrüstet sich die Bild-Redaktion darüber, dass die Bundeswehr abgehört wurde. Und die Bild teilt mit, dass die Bundeswehr, „um den Schaden zu begrenzen“, Zensurmaßnahmen durchgesetzt hat, indem sie X-Accounts, die den Mitschnitt verbreitet haben, in Deutschland blockieren ließ. Zensur als Schadensbegrenzung, sozusagen.

Welcher Schaden damit begrenzt werden soll, ist offensichtlich. Es soll verhindert werden, dass die Deutschen etwas über den Inhalt des Gespräches erfahren, denn aller anderer Schaden ist angerichtet: Das Gespräch ist weltweit bekannt und in viele Sprachen übersetzt worden. Nur die Deutschen sollen nichts davon erfahren, was die Bundeswehrführung im Geheimen zu tun gedenkt.

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