Während Drohnenangriffe Moskau treffen, bewilligen die USA Gefahrenzulage für Soldaten in der Ukraine

Von Andre Damon – 31. Juli 2023

Am Sonntag wurde die Innenstadt von Moskau Ziel ukrainischer Drohnen, die das internationale Geschäftszentrum Moskau („Moskau City“) beschädigten. Die Fassaden von zwei Bürogebäuden wurden beschädigt, und eine Person wurde verletzt. Das umliegende Gebiet wurde evakuiert, und die Flüge zum und vom Moskauer internationalen Flughafen Wnukowo wurden vorübergehend ausgesetzt. Der jüngste Angriff zeigt, dass der Konflikt in der Ukraine nach dem Nato-Gipfel in Vilnius, auf dem die NATO ihre Vorbereitungen auf globale Kriege deutlich ausgeweitet wurden, weiterhin eskaliert. Dieser Drohnenangriff war der dritte auf Moskau innerhalb des letzten Monats. Der erste ukrainische Drohnenangriff auf Moskau erfolgte im Mai und hatte den Sitz des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Kreml zum Ziel. Das ukrainische Militär übernahm zwar nicht offiziell die Verantwortung für die Angriffe vom Wochenende, allerdings prahlten Regierungsvertreter mit ihrer Fähigkeit, die russische Hauptstadt anzugreifen. Jurii Ignat, Sprecher der ukrainischen Luftwaffe, erklärte: „Jetzt trifft der Krieg auch diejenigen, die sich bisher keine Gedanken [darüber] gemacht haben… Egal, wie sehr die russischen Behörden die Augen davor verschließen wollen, indem sie behaupten, sie hätten alles abgefangen… es ist etwas eingeschlagen.“ Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte in seiner Ansprache am Sonntagabend, eindeutig in Anspielung auf den Angriff auf Moskau: „Der Krieg kehrt allmählich nach Russland zurück“, wozu auch Angriffe auf „symbolische“ Zentren gehören. Er bezeichnete dies als „unvermeidlichen, natürlichen und absolut fairen Prozess“. Die USA, die den Krieg finanzieren und leiten, behaupten in der Öffentlichkeit weiterhin, keine Angriffe auf russische Ziele zu unterstützen. Doch angesichts der Tatsache, dass die ukrainische Gegenoffensive keine nennenswerten Fortschritte macht, werden die ukrainischen Angriffe auf russische Ziele immer dreister.

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Kevin Spaceys Freispruch in London: ein Schuldspruch für die gesamte #MeToo-Hexenjagd

Von David Walsh – 31. Juli 2023

Der Freispruch des Schauspielers Kevin Spacey in allen Anklagepunkten wegen sexueller Vergehen durch ein Londoner Gericht ist ein bedeutender und völlig verdienter Schlag gegen die seit fast sechs Jahren andauernde #MeToo-Hexenjagd. Es zeigt, dass die undemokratische Behauptung, man müsse den Klägern glauben, von großen Teilen der Bevölkerung nicht akzeptiert wird. Sie sind vielmehr weiterhin davon überzeugt, dass auch die Angeklagten Rechte haben, einschließlich des Rechts, ihren Anklägern gegenüberzustehen und sie zu befragen. Der Freispruch in allen Anklagepunkten zeigt eindrucksvoll, dass die gesellschaftliche Schicht, die von Spaceys Schuld und der Perfidie aller Zielpersonen des #MeToo-Kreuzzugs überzeugt ist – oft auf der Grundlage wüster und haltloser Vorwürfe – engstirnig, privilegiert, sich selbst bemitleidend und politisch reaktionär ist. Spaceys Freispruch ist zweifellos Ausdruck einer Entwicklung in der Bevölkerung. Das Urteil „nicht schuldig“ im Fall Spacey ist gleichzeitig eine Anklage gegen ein System, das wie in der McCarthy-Ära die Schuld durch die Medien, auf der Grundlage von Klatsch und Anspielungen feststellt. Die Informationen kommen oft aus anonymen Quellen und haben bereits zahllose Leben und Karrieren zerstört. Es ist eine Anklage gegen die New York Times, den Guardian, die Washington Post, den New Yorker und das New York Magazine, die Nation, Jacobin, die Demokratische Partei, die Democratic Socialists of America und die Pseudolinke im Allgemeinen, gegen all die prinzipienlosen und verkommenen Medien und politischen Gruppen, die #MeToo aus ihren eigenen selbstsüchtigen, rechten Gründen ohne Rücksicht auf menschliche Kosten vorangetrieben haben.

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„Verhängnisvolle Freundschaft – Wie die USA Europa eroberten“

Von Werner Rügemer – 29. Juli 2023

Wer ihn kennt, der wusste, woran er arbeitete: Werner Rügemer. Er gehört zu jenen Publizisten, die sich trotz weitestgehender politischer und wirtschaftlicher US-Abhängigkeit Deutschlands noch getrauen, auch auf die Probleme dieser „Freundschaft“ aufmerksam zu machen. Jetzt ist sein neustes Buch erschienen und im Buchhandel erhältlich: «Verhängnisvolle Freundschaft. Wie die USA Europa eroberten. Erste Stufe: Vom 1. zum 2. Weltkrieg.“ Das Buch ist, wie manche Leute zu sagen pflegen, eine Wucht. Es darf jedem historisch und politisch interessierten Leser, jeder historisch und politisch interessierten Leserin ohne Vorbehalt zur Lektüre empfohlen werden. Nur gute Nerven muss man beim Lesen haben, denn die in diesem Buch aufgezeichneten Fakten, zum Beispiel der massive Einfluss der US-Rüstungsindustrie und der Finanz-Institute, machen auch im Rückblick nicht wirklich Spaß. – Statt einer formalen Besprechung mit kleinlichen Kritiken haben wir uns entschlossen, das erste Kapitel, so etwas wie ein Überblick, mit Erlaubnis des Autors hier abzudrucken. (cm/Globalbrige)

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Washington fordert weiteres Blutbad in der Ukraine

Von Andre Damon – 29. Juli 2023

n dieser Woche hat die Ukraine eine neue Phase ihrer Offensive im US-NATO-Krieg gegen Russland eingeleitet und ihre Panzerangriffe auf gut verteidigte Schützengräben wieder aufgenommen. Die New York Times berichtete unter Berufung auf US-Beamte, dass „die wichtigste Phase der fast zwei Monate andauernden ukrainischen Gegenoffensive jetzt begonnen hat.“ Russlands Präsident Wladimir Putin sagte am Donnerstag: „Ich kann bestätigen, dass sich die Feindseligkeiten erheblich verschärft haben.“ Weiter sagte er, eine „große Anzahl“ ukrainischer Panzerfahrzeuge seien eingesetzt worden, die „schwere Verluste“ erlitten hätten. Nach dem blutigen Debakel in der ersten Phase der Offensive, das die Ukraine zu einer vorübergehenden Einstellung ihrer Angriffe zwang, werden ukrainische Wehrpflichtige erneut in gut verteidigte Frontlinien gedrängt und sterben zu Tausenden in Minenfeldern und Schützengräben. Die Ukraine hat enorme Verluste an Menschenleben erlitten, und der Krieg geht nur weiter, weil sie von der NATO massiv aufgerüstet wird. Die mageren Erfolge, die die Ukraine in einzelnen Abschnitten der riesigen Front erzielt, haben bereits zur erbarmungslosen Vernichtung von Menschenleben geführt. Ukrainerinnen und Ukrainer sterben für nichts anderes als die Interessen der imperialistischen Mächte. Die jüngste Eskalation folgt auf den NATO-Gipfel in Vilnius (Litauen), auf dem die NATO-Mitgliedstaaten zugesagt haben, Zehntausende von Soldaten an Russlands Westgrenzen zu entsenden und die Militärausgaben zur Finanzierung des Konflikts mit Russland und China massiv zu erhöhen. Da der Krieg schlecht läuft und der öffentliche Widerstand in der Ukraine wächst, erhielt Selenskyj auf dem Gipfel seinen Marschbefehl: Die Offensive muss fortgesetzt werden, ganz gleich, wieviele Menschenleben sie kostet.

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Russland-Afrika-Gipfel „krachend gescheitert“? Warum der „Spiegel“ so massiv desinformiert

Von Thomas Röper – 29. Juli 2023

Im Spiegel ist ein Artikel über den Russland-Afrika Gipfel erschienen, den das Wort „Desinformation“ nicht einmal annährend charakterisiert. – Der … Artikel mit der Überschrift „Afrikanische Staatschefs kritisieren Putin – »Wir sind nicht gekommen, um um ein paar ›Geschenke‹ zu bitten«“ … „glänzt“ [dadurch], dass er den Lesern eine Lügengeschichte auftischt, die die Leser nur deshalb glauben, weil der Spiegel alles weglässt, was nicht ins von der Spiegel-Redaktion gewollte Bild passt. Schon die Behauptung, dass afrikanische Staatschefs Putin „kritisiert“ hätten, ist schlicht gelogen. Der Russland-Afrika-Gipfel war für Russland ein voller Erfolg, was der Spiegel, der immer noch die Legende verbreitet, Russland sei international isoliert, seinen Lesern jedoch nicht eingestehen will. Der Spiegel beginnt seinen Artikel mit folgender Einleitung: „Mit seinem Afrikagipfel wollte sich Kremlchef Putin als Kümmerer gegen Hunger inszenieren. Gesprächsprotokolle zeigen nun: Er ist krachend gescheitert.“ Das kann der Spiegel seinen Lesern nur erzählen, indem er ein, auch noch aus dem Zusammenhang gerissenes, Zitat aus den insgesamt 22 vom Kreml veröffentlichten Treffen Putins mit afrikanischen Staatschefs und afrikanischen Organisationen präsentiert, wobei ausnahmslos alle Treffen gezeigt haben, dass die afrikanischen Staaten an der Seite Russlands stehen und dass sie den Westen mal mehr, mal weniger offen kritisieren.

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WDR-Zeitzeichen: Baberowski hetzt gegen Trotzki

Von Peter Schwarz – 28. Juli 2023

Die Sendung „Zeitzeichen“ des Westdeutschen Rundfunks, die täglich an ein historisches Ereignis erinnert, befasste sich am 24. Juli mit der Ankunft Leo Trotzkis in Frankreich vor 90 Jahren. Der russische Revolutionär und sozialistische Gegner Stalins war 1929 von Stalin aus der Sowjetunion ausgewiesen worden und hatte vier Jahre auf der türkischen Insel Prinkipo verbracht, bevor es ihm gelang, ein Visum für Frankreich zu erhalten. Zwei Jahre später musste er Frankreich wieder verlassen, erst nach Norwegen und dann nach Mexiko. Der WDR-Beitrag ist ein gehässiger Angriff auf Trotzki – ein Amalgam aus Beschimpfungen, Lügen, Halbwahrheiten und Auslassungen. Die Verleumdungen sind derart plump, dass sie nicht Trotzki, sondern die Autoren der Sendung diskreditieren. Soweit Trotzki selbst zu Wort kommt oder die Sendung historische Tatsachen erwähnt, tritt er als positive und anziehende Person hervor – im Gegensatz zu den bösartigen Kommentaren.

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Die „New York Times“ gibt massive ukrainische Verluste zu und vertuscht sie dann wieder

Von Andre Damon – 27. Juli 2023

Die New York Times hat seit Januar dieses Jahres in Dutzenden von Artikeln behauptet, die ukrainische „Frühjahrsoffensive“ würde eine entscheidende Wende im Krieg mit Russland bringen. Doch diese seit sechs Wochen andauernde Offensive hat sich zu einem Debakel entwickelt. Zehntausende ukrainische Soldaten sind gestorben, ohne die russischen Hauptverteidigungslinien irgendwo zu durchbrechen. Vor diesem Hintergrund veröffentlichte die New York Times einen Artikel, der ein realistisches – und daher schauderhaftes – Bild zeichnet, in dem die ukrainischen Truppen kaum mehr als „Kanonenfutter“ sind, die „in den Kampf gezwungen“ wurden, um den nahezu sicheren Tod zu finden. Der Artikel wurde dann sehr schnell geändert. Der umfangreiche und detaillierte Bericht über die ukrainische Offensive wurde auf Seite A9 versteckt und auf der Titelseite der Printausgabe nicht erwähnt. Er trug den Titel: „Erschöpfte Soldaten und unzuverlässige Munition: Kiews Hindernisse im Osten“. In einer Zwischenüberschrift wurde die Offensive als „grauenhafte Pattsituation“ bezeichnet. … Online wurde der Artikel einen Tag zuvor unter dem Titel „Erschöpfte Soldaten, unzuverlässige Munition: Die vielen Herausforderungen der Ukraine“ veröffentlicht, ohne groß angekündigt zu werden. Der Artikel stellte die ukrainische Offensive als blutiges Debakel dar, in dem die ukrainischen Streitkräfte massive Verluste erlitten haben, die dann durch ältere Rekruten ersetzt werden, die zum Kampf „gezwungen“ werden. Der Artikel dokumentierte drei neue, zuvor nicht veröffentlichte Enthüllungen:
– In der Ukraine gibt es eine Einheit mit einer Verlustquote von „200 Prozent“. Das bedeutet, dass alle ihre Angehörigen getötet oder verwundet und dann durch Rekruten ersetzt wurden, die ebenfalls alle getötet oder verwundet wurden.
– Die Munition, die an die Ukraine geliefert wurde, ist oft so alt, dass sie regelmäßig fehlzündet oder versehentlich detoniert, wobei Soldaten verwundet werden.
– Wenn junge Soldaten im Kampf getötet werden, werden sie in der Regel durch viel ältere Männer ersetzt. Das deutet darauf hin, dass der Ukraine die Männer im kampffähigen Alter ausgehen.
Normalerweise würde ein Journalist, der solche Fakten aufdeckt, die auf Informationen aus erster Hand beruhen, sie alle als Sensation auf Twitter veröffentlichen. Doch die New York Times zieht es vor, diese potenziell brisanten Enthüllungen in einem Artikel auf der Printausgabe in der Innenseite zu verstecken und dann schnell von der Online-Titelseite zu entfernen. Doch in diesem Fall reichte es nicht aus, diese Enthüllungen einfach zu verstecken. Sie mussten gelöscht werden.

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Stimmen aus der Ukraine: „Westen“ versus „Nicht-Westen“

Von Maxim Goldarb – 28. Juli 2023

Für die Zwecke dieses Artikels möchte ich die folgende Terminologie vorschlagen: Westen, die Länder des Westens – die USA, Kanada, Großbritannien, die Europäische Union, die Schweiz und Norwegen sowie Australien mit Neuseeland; Nicht-Westen – alle anderen Länder der Welt. Unterm Strich müssen Sie zugeben, dass es schwierig und falsch ist, die Länder Süd- und Mittelamerikas, die afrikanischen Staaten oder Russland, dessen riesiges Territorium sich sowohl im geografischen Europa als auch in Asien befindet, als Osten zu bezeichnen. Also, Westen versus Nicht-Westen. Doch wo steht in diesem Kampf die Ukraine? Die Antwort ist nicht so naheliegend, wie viele im Westen meinen.

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Starke Mieterhöhungen in deutschen Großstädten – Hintergründe: Woher kommen die hohen Mieten?

Von Christian Kreiß – 28. Juli 2023

Am 25.07.2023 veröffentlichte der US-amerikanische Immobilienspezialist JLL aktuelle Zahlen zur Mietpreisentwicklung in den acht deutschen Metropolen.[1] Die Zahlen wurden von praktisch allen deutschen Leitmedien aufgegriffen: ZDF berichtete darüber unter dem Titel „Studie: Mieten in Großstädten stark gestiegen“[2], Zeit Online: „Angebotsmieten haben sich im ersten Halbjahr erneut verteuert“.[3] ProSieben titelte: „Mietpreise in deutschen Großstädten explodieren: Kein Ende in Sicht“.[4]

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Netanjahus Justizputsch: die Sackgasse des Zionismus

Von Jean Shaoul und Chris Marsden – 27. Juli 2023

Die rechtsradikale Regierung unter Premierminister Benjamin Netanjahu hat am Montag gegen den massiven Widerstand der Bevölkerung ein Gesetz durchgebracht, das ihr Machtfülle verleiht, wie es sie in der Geschichte Israels noch nie gegeben hat. Mit dem neuen Gesetz verliert der Oberste Gerichtshof das Recht, Entscheidungen der Regierung oder einzelner Minister wegen „Unangemessenheit“ aufzuheben. Der Knesset wird die Möglichkeit eingeräumt, entsprechende Entscheidungen des Gerichts mit einfacher Mehrheit aufzuheben. Damit wird die Gewaltenteilung zwischen Legislative, Exekutive und Judikative mit einem Schlag aufgehoben. Von nun an kann die Regierung aus politischen Gründen die Auswahl der Richter manipulieren, verurteilte Straftäter in die höchsten Ämter des Staates berufen. Netanjahu, der derzeit wegen Korruption vor Gericht steht und für Jahre hinter Gitter gebracht werden könnte, erhält die Möglichkeit, sich einer Verurteilung zu entziehen. Mit dem Obersten Gerichtshof nimmt Netanjahu eine Institution ins Visier, die sich wiederholt an der brutalen Unterdrückung der Palästinenser beteiligt hat. Der Oberste Gerichtshof hat die Gewalt der Siedler gedeckt und das Nationalstaatsgesetz von 2018 gefördert, das Israel als „nationale Heimat des jüdischen Volkes“ definiert und die Stellung der arabischen Bevölkerung als Bürger zweiter Klasse bestätigt. Doch all das reicht Netanjahus Regierung aus Ultranationalisten und religiösen Zionisten nicht aus. Ihre Ziele sind die vollständige Annexion des besetzten Westjordanlandes, ethnische Säuberungen in ganz Israel und die autoritäre Herrschaft über eine Gesellschaft, die durch akute soziale Ungleichheit, verstärkten Militarismus und kulturelle Reaktion gekennzeichnet ist.

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