Wenn ein versenktes Schiff „Stiller Tod“ genannt wird

Von Moritz Müller – 6. März 2026

Am Mittwoch hat ein Unterseeboot der US-Marine die iranische Fregatte IRIS Dena vor der Küste Sri Lankas torpediert und versenkt. Am gleichen Tag zeigte US-Kriegsminister Pete Hegseth auf einer Pressekonferenz ein Video des Angriffs und kommentierte dies nebenbei mit den Worten „quiet death“ – „Stiller Tod“. Wie kann es still sein, wenn ein Schiff explodiert und danach mindestens 87 iranische Seeleute sterben? Der Versuch einer Einordnung von Moritz Müller.

Man sieht auf dem Video, wie die hintere Hälfte des 95 Meter langen Schiffes durch die Detonation des Torpedos einige Meter aus dem Wasser gehoben wird und sich auflöst, während der Bug untertaucht. Die entstehende Wasserfontäne ist höher als das Schiff mit allen Aufbauten. Wie man hier von stillem Tod sprechen kann, ist mir vollkommen schleierhaft, selbst wenn man mangelndes Mitgefühl bei US-amerikanischen Ministern als nicht ungewöhnlich ansieht.

Pete Hegseth hat wohl nicht nachgedacht, bevor er diese Worte sagte. Sehr nachdenklich wirkt dieser Befehlshaber der schlagkräftigsten und teuersten Armee der Welt sowieso nicht. Dieser Eindruck drängt sich auf, wenn man das Transkript der Pressekonferenz liest. Bei Hegseth scheinen sich Empathielosigkeit mit mangelndem Überblick gepaart zu haben. Wie er offen über die Zerstörung des Irans und die Tötung von Iranern redet, ist erstaunlich.

Die IRIS Dena war auf dem Weg nach Hause, von einer Übung, zu der Indien Schiffe aus 74 Nationen eingeladen hatte. Eine der Voraussetzungen für die Teilnahme an diesem Manöver ist, dass die teilnehmenden Schiffe nicht bewaffnet sind. Dies sagte auch der iranische Botschafter in Indien und auch die indische Seite bestätigte dies.

Warum die USA dieses unbewaffnete Schiff über 1.000 Seemeilen vom Iran entfernt ohne Vorwarnung versenkt haben, lässt sich mit normalem Menschenverstand nicht erklären. Von dem Schiff ging zu diesem Zeitpunkt keinerlei Gefahr für die USA oder Israel aus. Die USA hätten mit Versenkung drohen können und das Schiff zur Umkehr in einen neutralen Hafen zwingen können. Das iranische Tankschiff IRIS Buschehr ist nach Sri Lanka umgekehrt und die dortige Regierung hat die Besatzung in Sicherheit gebracht und das Schiff in Gewahrsam genommen. Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, der Besatzung des Schiffes Zeit zu geben, die Rettungsboote zu besteigen, bevor man es torpediert und versenkt.

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US-Angriffskrieg gegen den Iran greift auf den Nahen Osten über und zieht die imperialistischen Mächte in seinen Strudel

Von Jordan Shilton – 5. März 206

Nur wenige Stunden nachdem der Möchtegern-Diktator Donald Trump vor einer Woche mitten in der Nacht den illegalen amerikanisch-israelischen Krieg gegen den Iran ankündigte, sprach die World Socialist Web Site in ihrer ersten Reaktion von einem „massiven politischen Verbrechen“. Sie erklärte: „Der Krieg selbst wird unweigerlich eskalieren und den gesamten Planeten erfassen.“

Fünf Tage nach Beginn des Konflikts werden diese Einschätzungen mehr als bestätigt. Laut den jüngsten Schätzungen haben Washington und sein zionistischer Verbündeter in Israel mehr als 1.000 Zivilisten im Iran massakriert, das Staatsoberhaupt und über 50 Mitglieder der zivilen und militärischen Führung ermordet und wahllos Schulen, Krankenhäuser und Orte von historischer Bedeutung für die ganze Menschheit angegriffen.

Die Barbarei der Führungsspitze in der US-Kriegsmaschinerie zeigte sich am Mittwochmorgen, als ein amerikanisches U-Boot ein iranisches Schiff im Indischen Ozean bei Sri Lanka versenkte. Auf dem Schiff, das von einer Ausbildungsmission in Indien zurückkam und keine unmittelbare Gefahr darstellte, befanden sich etwa 180 Matrosen, von denen bisher nur 32 gerettet wurden, sodass die Zahl der Toten vermutlich bei fast 150 liegt.

Der faschistische Kriegsminister Pete Hegseth schwelgte in dem Blutbad und prahlte am Mittwoch auf einer Pressekonferenz im Pentagon, niemand habe je behauptet, es werde ein „fairer Kampf“ werden. Mit Blick auf das zionistische Regime, das in Gaza einen Völkermord begeht und bereits über 75.000 Palästinenser abgeschlachtet hat, erklärte Hegseth begeistert, Israel kämpfe mit „unerreichtem Geschick“, und bezeichnete den Kampf an der Seite Israels als „frischen Wind“ für die USA.

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6. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 18:00 Uhr)

Von Peter F. Mayer – 5. März 2026

Laut iranischen Militärs hat der Krieg noch nicht einmal begonnen. Der Iran hat Schritt für Schritt militärische Installationen und Basen in Westasien ausgeschaltet. Möglicherweise kommt es heute zu einer weiteren Ausweitung etwa Richtung US-Basen in der Türkei. Zu beobachten ist auch eine Koordinierung mit der Hisbollah im Libanon. USA und Israel setzen ihre massiven Bombardierungen gegen die iranische Zivilbevölkerung, Schulen, Spitäler und Polizeistationen fort, denn die iranischen unterirdischen Abschussbasen für alle Arten von Raketen und Drohnen sind nicht auffindbar.

Die Zahl der Todesopfer durch die anhaltenden Angriffe der USA und Israels auf den Iran ist auf 867 gestiegen, teilte der Sprecher des iranischen Gesundheitsministeriums, Hossein Kermanpour, am Mittwoch mit. „Von den 5.946 Verletzten werden 2.184 weiterhin in verschiedenen Krankenhäusern behandelt“, sagte Kermanpour in einer Erklärung, die von der iranischen Nachrichtenagentur ILNA verbreitet wurde.

Das Weiße Haus wird den Kongress voraussichtlich um zusätzliche 50 Milliarden Dollar für Militärausgaben bitten, um die Vorräte an Waffen aufzufüllen, die im Iran-Krieg und anderen jüngsten Konflikten im Nahen Osten verbraucht wurden, berichtet Reuters.

Quellen teilten Reuters mit, dass der stellvertretende Kriegsminister Steve Feinberg die Bemühungen des Pentagon leitet, ein zusätzliches Militärausgabenpaket zu entwerfen, das bereits am Freitag veröffentlicht werden könnte. Die Zahl von 50 Milliarden Dollar ist vorläufig und kann sich noch ändern.

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Der dritte Golfkrieg könnte sich stark ausweiten, sollte Trump die kurdische Karte ausspielen

Von Andrew Korbykov – 5. März 2026

Wenn die Türkei eine militärische Intervention im Iran startet, ähnlich ihren früheren Interventionen im Irak und in Syrien, um das zu stoppen, was sie für kurdische Terroristen hält, dann könnte ihr aserbaidschanischer Verbündeter einen Vorstoß in das Gebiet unternehmen, das er als „Süd-Aserbaidschan“ betrachtet, und dann könnten sich auch die Golfstaaten und Pakistan ermutigt fühlen, sich in die Kämpfe einzumischen.

CNN berichtete, dass die CIA daran arbeitet, kurdische Kräfte zu bewaffnen, um einen Aufstand im Iran zu entfachen, berichten Quellen, was durch das benachbarte irakische Kurdistan erleichtert werden soll. Einer ihrer Quellen zufolge „besteht die Idee darin, dass kurdische Streitkräfte die iranischen Sicherheitskräfte angreifen und sie festnageln, um es unbewaffneten Iranern in den großen Städten zu erleichtern, auf die Straße zu gehen, ohne erneut massakriert zu werden, wie es während der Unruhen im Januar der Fall war“. Der dritte Golfkrieg wird sich jedoch erheblich ausweiten, wenn Trump die kurdische Karte ausspielt.

Das liegt daran, dass die Türkei eine Geschichte darin hat, in den Irak und Syrien zu intervenieren, um dort gegen bewaffnete kurdische Gruppen dort zu kämpfen, die ihrer Meinung nach mit der als terroristisch eingestuften PKK in Verbindung stehen, die nach jahrzehntelangem unkonventionellem Krieg gegen den türkischen Staat im vergangenen Jahr endlich ihre Waffen niedergelegt hat. Es ist daher möglich, dass jeder bedeutende Erfolg, den die iranischen Kurden nicht zuletzt dank der Luftunterstützung durch die USA und Israel erzielen könnten, eine weitere groß angelegte türkische Intervention nach dem Vorbild der oben genannten Kampagnen auslösen könnte.

Die syrischen Kurden verloren nach dem Sturz Assads die Unterstützung der USA und unterwarfen sich schließlich Anfang dieses Jahres der Autorität des [ehemaligen al-Quaida-Führers] und neuen syrischen Machthabers Ahmed Sharaa, nachdem eine von der Türkei unterstützte syrische Offensive den autonomen Kleinstaat, den sie sich seit 2011 aufgebaut hatten, rasch zerschlagen hatte. Dieser Präzedenzfall sollte bei den iranischen Kurden und ihren irakischen Brüdern keinen Optimismus wecken, angesichts des von Trump geplanten kurdisch geführten Aufstands im Iran, der de facto auch als Invasion dienen würde, sollten sich die irakischen Kurden direkt daran beteiligen.

Dennoch könnten sie ihr Glück versuchen, in der Hoffnung, dass sich die Geschichte nicht wiederholt und die USA sie nicht erneut im Stich lassen, aber Trump könnte zynischerweise genau das vorhaben, um eine türkische Intervention zu provozieren, die dann eine Kettenreaktion weiterer Interventionen auslösen könnte. So ist beispielsweise Aserbaidschan ein Verbündeter der Türkei  und betrachtet den Norden Irans, wo mehr Aserbaidschaner leben als in Aserbaidschan selbst, als „Süd-Aaserbaidschan“, sodass es parallel zur antikurdischen Kampagne der Türkei dort aktiv werden könnte.

Schließlich könnten, sobald sich ein anderes Land an einem regionalen Krieg gegen einen vermeintlich geschwächten Nachbarn beteiligt, weitere Länder folgen, um ihre militärische Macht zur Abschreckung zu demonstrieren und/oder sich an der Beute zu beteiligen, wenn es darum geht, das zu plündern, was dann als unmittelbar bevorstehende geopolitische Leiche angesehen würde. Der selbsternannte Führer der Golfstaaten, Saudi-Arabien, könnte dann einige seiner kleineren Nachbarn in den Kampf gegen ihren gemeinsamen Rivalen Iran führen, mit oder ohne die Vereinigten Arabischen Emirate, die aufgrund ihrer eigenen Rivalität möglicherweise einseitig angreifen würden.

Saudi-Arabien und Pakistan haben jedoch gegenseitige Verteidigungsverpflichtungen, sodass letzteres sich ebenfalls anschließen könnte, um entweder eigene Angriffe gegen den Iran durchzuführen und/oder eine begrenzte Bodenoperation auf ähnlichen antiterroristischen Gründen wie die Türkei gegenüber den als terroristisch eingestuften belutschischen Separatisten zu starten. Diese Kettenreaktion von Interventionen könnte damit beginnen, dass Trump die kurdische Karte spielt und so die Türkei dazu provoziert, sich als erste dem Krieg gegen den Iran anzuschließen, auch wenn weder sie noch die anderen sich mit Israel abstimmen, sondern nur mit den USA.

Die „Balkanisierung“ des Iran wäre in diesem Fall eine vollendete Tatsache, wobei nur noch die Frage nach ihrer Form offen bliebe. Einige Randregionen mit Minderheitenmehrheit könnten eine bosnienähnliche Autonomie erhalten, um als de facto unabhängige Kleinstaaten zu funktionieren, während andere sich formell als abtrünnige Staaten abspalten könnten. Andere Szenarien umfassen die Annexion durch ihre Nachbarn oder die Besetzung durch diese unter dem Vorwand der Friedenssicherung oder Terrorismusbekämpfung, möglicherweise auch mit „Flugverbotszonen“. Die kurdische Karte könnte sich daher als tödlich für die iranische Staatlichkeit erweisen.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

DER REICHSTAGSBRAND von 1933

Wen will die Alleintäterthese schützen? Wem nützt sie bis heute: Cui bono?

Von Heidewig Feuerherdt ‒ 5. März 2026

Bei den Reichstagswahlen am 5. März 1933 verpasste die NSDAP deutlich die absolute Mehrheit. Zusammen mit ihrem deutschnationalen Koalitionspartner konnte sie dennoch die Regierung stellen. Hitler, der am 30. Januar auf Drängen einer rechtsnationalen Kamarilla von Reichspräsident Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt worden war, wurde erneut Regierungschef. Obwohl die Erfolgsaussichten der NSDAP, die bei vorangegangen Wahlen deutliche Einbußen hatte hinnehmen müssen, denkbar schlecht waren, bestand eine der ersten Amtshandlungen Hitlers als Reichskanzler, die Reichstagswahlen auf den 5. März vorzuziehen. Da brannte am Abend des 27. Februar 1933 das Reichstagsgebäude in Berlin – und alles änderte sich. (ab)

Merz küsst Trumps Ring: Berlin stellt sich offen hinter den verbrecherischen Angriffskrieg gegen den Iran

Von Johannes Stern – 5. März 2026

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die herrschende Klasse Deutschlands zu denselben verbrecherischen Methoden fähig ist wie die amerikanische, dann war es der unterwürfige und abstoßende Auftritt von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Dienstag im Weißen Haus. Merz hat sprichwörtlich den Ring des faschistischen Gangsters und Kriegstreibers Trump geküsst.

Vor laufenden Kameras konnte es Merz gar nicht schnell genug gehen, US-Präsident Donald Trump seine volle Unterstützung für den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran zuzusichern. Er begann sein Eingangsstatement mit den Worten:

Danke, Herr Präsident, dass ich jetzt zum dritten Mal hier im Oval Office sein darf. Ja. Ich bin wirklich froh, die Gelegenheit zu haben, in diesen schwierigen Zeiten mit Ihnen zu sprechen. Wir sind uns einig, dass dieses schreckliche Regime in Teheran weg muss, und wir werden darüber reden, was am Tag danach passieren wird, wenn sie weg sind.

Das ist unmissverständlich. Berlin unterstützt den US-israelischen Vernichtungsfeldzug gegen den Iran, um sich seinen Anteil an der imperialistischen Beute zu sichern. Die bereits begangenen Kriegsverbrechen – darunter der Angriff auf eine Mädchenschule mit über 150 Toten – erwähnte Merz mit keinem Wort. Im Gegenteil: Er grinste immer wieder zustimmend in die Kameras, wenn sich Trump im Stil eines faschistischen Gewaltherrschers mit der Zerstörung des Irans und der gezielten Ermordung seiner politischen Führung brüstete.

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Krieg gegen Iran: Angriff ohne Mandat – Rechtsbruch ohne Scham

Von Detlef Koch – 5. März 2026 um 10:00

Israel und die USA haben militärische Gewalt gegen einen souveränen Staat eingesetzt, ohne Mandat des UN-Sicherheitsrates [1] und ohne den Nachweis eines unmittelbar bevorstehenden bewaffneten Angriffs [2]. Das Gewaltverbot [3] der UN-Charta ist kein politisches Dekorationsstück. Es ist die zentrale Lehre aus dem Zivilisationsbruch des 20. Jahrhunderts. Wer militärische Gewalt einsetzt, ohne dass die engen Voraussetzungen des Selbstverteidigungsrechts erfüllt sind, bricht dieses Fundament. Dabei ist es völlig unerheblich, wie man das politische System im Iran bewertet.

Autoritäre Herrschaft, Repression im Innern, regionale Machtpolitik – all das rechtfertigt keinen Angriffskrieg. Das Völkerrecht kennt keine Klausel, die militärische Intervention zur moralischen Läuterung fremder Staaten erlaubt. Es kennt kein „Regimewechselrecht“ und es kennt kein Sicherheitsinteresse, das das Gewaltverbot suspendiert.

Völkerrechtswidriger Angriffskrieg? – eine juristische Einordnung

Wer das Geschehen juristisch ernst nimmt, muss zunächst bei der UN-Charta beginnen. Artikel 2 Absatz 4 enthält das Gewaltverbot: Staaten haben in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete Gewaltanwendung zu unterlassen. Dieses Verbot ist zwingendes Völkerrecht.

Es gibt nur zwei Ausnahmen:

  • ein Mandat des UN-Sicherheitsrates nach Kapitel VII
  • das individuelle oder kollektive Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 im Falle eines bewaffneten Angriffs.

Beides liegt hier nicht vor.

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Hauptrüstungstreiber Deutschland

Von German-Foreign-Policy.com – 5. März 2026

Deutschland ist aktuell der wohl bedeutendste Rüstungstreiber weltweit. Dies geht aus einer Analyse einer Londoner Denkfabrik hervor. Die Rüstungsmilliarden schaden der Wirtschaft, die stattdessen hohe Investitionen in Bildung bräuchte.

Europa ist gegenwärtig der stärkste Rüstungstreiber weltweit, Deutschland der bedeutendste Rüstungstreiber in Europa. Dies geht aus einer aktuellen Analyse der Londoner Denkfabrik International Institute for Strategic Studies (IISS) hervor. Demnach hat Europa seine Militärausgaben im vergangenen Jahr um 12,6 Prozent gesteigert, Deutschland sogar um 18 Prozent; der globale Durchschnitt lag bei 2,5 Prozent. Auf Europa entfallen damit 21 Prozent aller Aufwendungen für die Streitkräfte weltweit; auf Deutschland könnten, wenn Berlin den Wehretat auf 150 Milliarden Euro 2029 erhöht, fast sechs Prozent entfallen. Die Bundesrepublik stellt ein Prozent der Weltbevölkerung. Wie das IISS festhält, gelingt es den Staaten Europas zunehmend, ihre Rüstung bei heimischen Waffenschmieden produzieren zu lassen, um von US-Rüstungskonzernen unabhängiger zu werden. Ausnahmen sind – freilich besonders teure – Produkte der militärischen Luft- und Raumfahrtbranche, so etwa F-35-Kampfjets aus den USA. Das Ziel, einen Rüstungsboom zu entfachen, wird laut Experten wohl verfehlt. Dafür wären laut Ökonomen hohe Investitionen in die Bildung nützlich. Die aber ist dramatisch unterfinanziert.

Militärausgaben: plus 18 Prozent

Die Staaten Europas sind im vergangenen Jahr erneut die maßgebliche Triebkraft hinter dem Anstieg der globalen Rüstungsausgaben gewesen. Dies geht aus den jüngsten Statistiken des International Institute for Strategic Studies (IISS) von Ende Februar hervor. Laut der Denkfabrik mit Sitz in London stiegen die Militäretats weltweit im Jahr 2025 um real 2,5 Prozent auf 2,63 Billionen US-Dollar.[1] Das ist über das Vierfache des gesamten deutschen Bundeshaushalts, der für 2026 Ausgaben in Höhe von 525 Milliarden Euro – umgerechnet 610 Milliarden US-Dollar – vorsieht. Die Staaten Europas haben die Aufwendungen für ihre Streitkräfte im vergangenen Jahr um 12,6 Prozent auf 563 Milliarden US-Dollar erhöht und stellen nun 21 Prozent der globalen Rüstungsausgaben. 2022 waren es noch 17 Prozent gewesen. Zugleich stellen sie nicht einmal sieben Prozent der Weltbevölkerung.[2] Die Haupttriebkraft der europäischen Aufrüstung wiederum war dem IISS zufolge Deutschland, das seine Militärausgaben 2025 um 18 Prozent auf 95 Milliarden Euro – umgerechnet 107 Milliarden US-Dollar – aufgestockt hat. Erhöht Berlin seinen Wehretat wie angekündigt bis 2029 auf 150 Milliarden Euro, dann gäbe es allein fast sechs Prozent aller weltweiten Rüstungsaufwendungen aus. Deutschland stellt nur ein Prozent der Weltbevölkerung.

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Der Iran ist das siebente Land auf der Liste – Lüge und Täuschung, wie immer

Von Wolfgang Bittner – 4. März 2026

So ungefähr auf der ganzen Welt wird in diesen Tagen über den von den USA und Israel gestarteten Angriffskrieg gegen den Iran berichtet. Was er bewirkt und wie er enden wird, ist absolut offen. Aber wer dafür verantwortlich ist, ist klar. Wolfgang Bittner macht darauf aufmerksam, dass die USA diesen Schritt schon vor vielen Jahren geplant haben. (cm)

Die Verhandlungen in Genf zwischen Washington und Teheran über das iranische Atomprogramm schienen gerade zu einem Erfolg zu führen, als am 28. Februar 2026 plötzlich die amerikanischen und israelischen Raketen flogen und der Krieg gegen den Iran begann. Dieser Krieg hat eine lange Vorgeschichte.

1951 erfolgte – noch während der Pahlewi-Dynastie – unter dem gewählten iranischen Premierminister Mohammad Mossadegh die Verstaatlichung der Ölindustrie, wogegen die CIA und der britische MI6 mit gezielten Aktionen vorgingen. Daraufhin wurde Mossadegh 1953 im Rahmen einer „Operation Ajax“ entlassen und festgenommen, womit ein laizistischer Staat verhindert wurde und ein internationales Konsortium Zugriff auf die iranischen Ölvorkommen erhielt. 1979 verließ dann der Schah Mohammed Resa Pahlewi das Land, der Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Chomeini kehrte aus dem französischen Exil zurück und der Iran wurde eine autoritär geführte islamische Republik.

Seither steht das Land im Fokus der USA und der Briten und kam nicht mehr zur Ruhe. Es nimmt zwar mit den größten Erdgas- und viertgrößten Erdölvorkommen erheblichen Einfluss auf die Versorgung der Welt mit fossilen Energieträgern. Zudem unterhält es wirtschaftliche Beziehungen zu westlichen Ländern sowie wirtschaftliche und militärische Kooperationsabkommen mit Russland und China. Die erdrückenden Sanktionen der USA, denen sich Großbritannien und die Staaten der Europäischen Union angeschlossen haben, führten jedoch zu schwerwiegenden wirtschaftlichen Problemen.

Hinzu kommt, dass der Iran als größte Regionalmacht Vorderasiens eine inoffizielle Militärkoalition anführt, wozu Hamas, Hisbollah und Huthi gehören. Das hat ihm, wie auch anderen Ländern, die sich gegen den verheerenden Einfluss der USA und Westeuropas wehren, deren erbitterte Gegnerschaft eingetragen. So gesehen, ging es Ende Februar 2026 bei dem völkerrechtswidrigen Angriff und der Ermordung Ajatollahs Ali Chamenei, des Nachfolgers von Ruhollah Chomeinis, nur zum Teil um die Beilegung des Atomstreits.

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5. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 21:00 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 4. März 2026

Basierend auf verfügbaren Berichten und Updates hat der Angriffskrieg, den USA und Israel gegen den Iran gestartet haben, weiter eskaliert. Der Fokus der Angreifer liegt auf der Zerstörung iranischer Militär- und Nuklearinfrastruktur, mit Gegenangriffen des Irans und seiner Verbündeten.

In der Nacht des 3. März bombardierte die israelische Luftwaffe das Gebäude der Expertenversammlung im Iran, der wichtigen verfassungsmäßigen Versammlung, welche das neue Staatsoberhaupt wählen sollen. Zum Zeitpunkt der Bombardierung war das Gebäude jedoch leer, was zunächst nicht bekannt war. Gleichzeitig gab die IDF ein 24-Stunden-Ultimatum an verbliebene iranische Regimevertreter in Libanon: Verlassen oder Zielscheibe werden. Der von den USA ausgewählte ehemalige Armeechef und jetzige Präsident des Libanon verbietet daraufhin militärische Operationen der Hisbollah und fordert die Gruppe auf, alle Waffen an die libanesischen Streitkräfte abzugeben – ein historischer Schritt. Damit könnte ein Bürgerkrieg gestartet worden sein.

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