Die USA und der Iran haben eine Vereinbarung zur Öffnung der Straße von Hormus getroffen, doch Israel könnte ein Ende des Krieges verhindern

Von Mitchell Plitnick – 16. Juni 2026

Präsident Donald Trump empfängt den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Montag, dem 29. Dezember 2025, zu einem bilateralen Treffen im Mar-a-Lago Club in Palm Beach, Florida. (Offizielles Foto des Weißen Hauses von Daniel Torok)

Berichten zufolge haben die USA und der Iran eine Vereinbarung unterzeichnet, die Straße von Hormus zu öffnen und Verhandlungen zur Beendigung des Krieges aufzunehmen. Es ist ein hoffnungsvolles Zeichen, dass dieser katastrophale, selbstverschuldete Krieg bald vorbei sein könnte, doch einmal mehr droht Israel, als Spielverderber aufzutreten.

Berichten zufolge wurde die Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MOU) zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran zur Öffnung der Straße von Hormus und zur formellen Beendigung der Kämpfe zwischen den beiden Ländern am Montag unterzeichnet.

Es ist wichtig zu betonen, dass es sich hierbei – ungeachtet der Erklärungen des Weißen Hauses – nicht um ein Friedensabkommen handelt. Es ist eine Vereinbarung zur Beendigung der Pattsituation in der Straße von Hormus und eine Verpflichtung, die Kämpfe für 60 Tage einzustellen, während hoffentlich eine Einigung erzielt wird. Die Verhandlungsfrist kann verlängert werden, wenn beide Seiten zustimmen. Dennoch ist es eine wichtige Vereinbarung, die darauf hindeutet, dass ein Ende dieses verheerenden Krieges in Sicht sein könnte.

Doch wie üblich droht Israel, die Rolle des Spielverderbers zu übernehmen. Eines ist ganz klar: Tel Aviv wird sein langfristiges Ziel eines Regimewechsels im Iran nicht aufgeben. Doch sollte diese Absichtserklärung tatsächlich in Kraft treten und die Straße von Hormus öffnen, wird dies nicht durch diesen Krieg erreicht werden.

Was beinhaltet die Vereinbarung?

Laut amerikanischen Regierungsvertretern sollen die Einzelheiten der Absichtserklärung in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden. Doch wir haben bereits eine ziemlich gute Vorstellung davon, was darin steht – und was nicht.

Zwar wurden noch keine Bedingungen bekannt gegeben, doch scheint es sicher, dass die gegenseitigen Blockaden der Meerenge aufgehoben werden und der Handelsverkehr wieder durch den gesamten Persischen Golf fließen wird. Das könnte etwas Zeit in Anspruch nehmen, da die vom Iran verlegten Minen geräumt werden müssen – ein heikler Vorgang. Doch wenn alle Seiten kooperieren, wird dies in kurzer Zeit geschehen.

Es scheint einen Konsens darüber zu geben, dass der Waffenstillstand auch für den Libanon gilt. Selbst die Israelis scheinen dies zu glauben. Weniger klar ist jedoch, was das genau bedeutet.

Israel besetzt derzeit einen großen Teil des Libanon. Israelische Politiker haben bereits deutlich gemacht, dass sie nicht die Absicht haben, das Gebiet zu verlassen.

Vorerst scheint es so, als würde das MOU Israel erlauben, vor Ort zu bleiben. In den Formulierungen beider Seiten war häufig von einem „Ende der Angriffe“ auf den Libanon die Rede. Der Iran strebt offensichtlich einen vollständigen Rückzug Israels aus dem Libanon an, doch ob er bereit ist, dies auf die Verhandlungsphase zu verschieben, anstatt auf einer sofortigen Umsetzung zu bestehen, bleibt abzuwarten.

Im „Breaking Points“-Podcast sagte der Journalist Jeremy Scahill, man habe ihm mitgeteilt, dass US-Präsident Donald Trump im Gegenzug dafür, dass der Libanon von Vergeltungsmaßnahmen gegen Israel für dessen Angriff am Sonntag auf Dahiya im Libanon absehe, Israel zu einem vollständigen Rückzug aus dem Libanon drängen würde.

Das wäre zu begrüßen, falls es wahr ist, doch es ist wahrscheinlicher, dass der Iran von diesem Angriff abgesehen hat, damit Israel nicht das erreicht, was es sich von seinen Bombenangriffen erhofft hatte, nämlich die Aufkündigung dieses MOU. Somit bleibt der Libanon weiterhin der Hauptauslöser für ein Scheitern dieses Abkommens.

Einige Medien haben berichtet, dass das MOU eine Vereinbarung beinhaltet, wonach die USA und ihre Verbündeten etwa 24 Milliarden US-Dollar an eingefrorenen iranischen Vermögenswerten freigeben sollen. Andere Berichte haben diesen Punkt ausgelassen.

Am wahrscheinlichsten ist, dass die Trump-Regierung – in der es zahlreiche Persönlichkeiten gibt, darunter den Präsidenten selbst, die Barack Obama unerbittlich dafür kritisiert haben, dem Iran im Rahmen des JCPOA „Paletten voller Bargeld“ gegeben zu haben – versucht, einen Weg zu finden, die iranischen Forderungen nach Geldern zu befriedigen, ohne die Sanktionen zu früh aufzuheben oder dem Iran Bargeld oder direkten Zugang zu Bargeld zu gewähren.

Daher verfolgen sie Alternativen, bei denen andere Länder stillschweigend eingefrorene iranische Gelder zur Verfügung stellen würden. Die VAE sollen genau das in den letzten Tagen getan haben, und trotz ihrer vehementen Dementis ist es sehr wahrscheinlich, dass diese Berichte zutreffend sind.

Der Großteil des Geldes würde aus Katar stammen, das 24 Milliarden Dollar in zwei Transaktionen freigeben würde, eine zu Beginn der Gespräche und eine am Ende. Es ist unklar, ob die Vereinigten Staaten dieser Vereinbarung zugestimmt haben, aber es scheint das zu sein, was Katar vorgeschlagen hat.

Der Iran seinerseits wird Trump das Argument liefern, das er braucht, indem er erneut verspricht, keine Atomwaffe anzustreben. Da dies seit Jahrzehnten seine Position ist und diese Haltung von den amerikanischen Geheimdiensten die ganze Zeit über als wahrheitsgemäß dokumentiert wurde, ist dies keine große Forderung an Teheran. Aber Trump wird es so darstellen, und das scheint dem Iran völlig recht zu sein.

Israel spielt wieder einmal den Spielverderber

Die israelische Führung bemüht sich verzweifelt, eine innenpolitische Erzählung darüber zu entwerfen, was für sie und die Vereinigten Staaten einer entscheidenden Niederlage gleichkommt.

Premierminister Benjamin Netanjahu versprach: „Wir werden so lange in den Sicherheitszonen bleiben, wie es zur Verteidigung unseres Landes erforderlich ist.“ Sicherheitszonen bedeuten in Netanjahus Wortgebrauch besetzte Gebiete.

Er fuhr fort, ganz im Stil Trumps: „Der Iran war auf dem besten Weg zu einer Atomwaffe. Hätten wir nicht zu dem Zeitpunkt und mit der Kraft gehandelt, wie wir es getan haben … hätte der Iran bereits Atombomben.“

Das ist natürlich eine glatte Lüge, die von jeder Geheimdienstanalyse in Israel, den USA, Europa und überall sonst widerlegt wird, wo man die nuklearen Ambitionen des Irans bewertet hat.

Es ist ein Zeichen für Netanjahus Verzweiflung, dass er das Bedürfnis verspürt, dies zu sagen. Es ist auch ein Zeichen dafür, dass er Trump beschwichtigen muss, indem er die falsche Darstellung eines amerikanischen Sieges bekräftigt.

Unterdessen tötete ein israelischer Angriff eine Person und verletzte einen Journalisten in der südlibanesischen Stadt Kfar Tebnit. Dies war nur ein kleines Signal dafür, dass Israel beabsichtigt, die Kämpfe im Libanon fortzusetzen, um das Abkommen mit dem Iran zu torpedieren.

Die Hisbollah bekräftigte, dass sie das Recht auf Selbstverteidigung sowohl gegen israelische Aggression als auch gegen die Besatzung habe – was ihr nach internationalem Recht tatsächlich zusteht.

Diese Fakten vor Ort eröffnen Israel eine Chance, es sei denn, Trump ist bereit, entschlossen einzugreifen, um Israel in Schach zu halten. Dieses Dilemma ist ein beabsichtigtes Ergebnis des von Iran geschaffenen Rahmens. Sie stellen Trump auf die Probe, um zu sehen, ob er Israel zügeln kann und will.

Teheran ist sicherlich ebenso wenig beeindruckt wie so viele von uns von Trumps öffentlicher, mit Schimpfwörtern gespickter Zurechtweisung Netanjahus. Wie ich bereits angemerkt habe, ist auch Netanjahu davon unbeeindruckt. Worte, egal wie hart oder vulgär sie auch sein mögen, haben hier kein Gewicht. Nur die Androhung echter Konsequenzen wird Netanjahu zwingen, sich aus dem Libanon zurückzuziehen, und niemand, auch nicht die Iraner, weiß, ob Trump seinem Verbündeten diese auferlegen wird.

Größeres Risiko für den Iran

Während Trump unter starkem Wahlkampfdruck steht, diesen Krieg zu beenden, sieht sich Netanjahu einem noch stärkeren Druck seitens der Falken in der israelischen Opposition ausgesetzt.

Naftali Bennett, ein führender Anwärter auf die Nachfolge Netanjahus bei den bevorstehenden Wahlen, versprach, dass „die Uhr für einen Regimewechsel im Iran zu ticken beginnt, sobald sich die Regierung in Israel ändert“.

Bennett befürwortet eine mehrgleisige Strategie, die stärker auf Israels Fähigkeit setzt, interne Opposition im Iran zu schüren, als sich – wie Netanjahu es bisher getan hat – auf Druck zu verlassen, obwohl Netanjahu ebenfalls auf Infiltration und Spionage zurückgegriffen hat.

Für Bennett liegt der Schlüssel weniger im militärischen Druck als vielmehr in der Aufrechterhaltung von Sanktionen und der Nutzung wirtschaftlicher Belastungen, um Unruhe gegen die iranische Regierung zu schüren.

Das ist eine weitaus klügere Strategie, auch wenn es ebenso unwahrscheinlich ist, dass sie zu einem Ergebnis führt, das Israel sich wünschen könnte.

Die iranischen Führer wissen, dass sie ein ernstes Problem mit der innenpolitischen Popularität haben, das durch den Angriff der USA und Israels nur vorübergehend übertüncht wurde. Selbst wenn der Krieg endet, hat die Wirtschaft noch einen langen Weg bis zur Erholung vor sich, und die iranische Regierung selbst bleibt autoritär und repressiv. Viele Iraner werden die Ereignisse vom vergangenen Januar nicht vergessen, als Tausende von Demonstranten getötet wurden. Welche Rolle israelische Agenten auch immer dabei gespielt haben mögen, diese Proteste in Gewalt umzuwandeln – diese Iraner wurden dennoch von Regierungstruppen getötet.

Netanjahu wird diese Strategie ebenfalls verfolgen, sollte es ihm nicht gelingen, den totalen Krieg gegen den Iran wieder in Gang zu bringen. Und sollte das MOU in Kraft treten, wird ein totaler Krieg viel schwieriger zu erreichen sein, da dies eine erneute Sperrung der Straße von Hormus bedeuten würde – etwas, bei dem Trump und die übrigen Staats- und Regierungschefs der Welt wahrscheinlich nicht mitwirken werden.

Das ist das Hindernis, mit dem Netanjahu seit vierzig Jahren konfrontiert ist: Er kann ohne amerikanische Unterstützung keinen Krieg gegen den Iran führen. Bislang war kein amerikanischer Präsident töricht genug, ihm diese Unterstützung zu gewähren. Und nun hat sogar der Törichte gelernt, warum.

Amerikanische Reaktionen

Es überrascht nicht, dass die Skepsis gegenüber dem MOU parteiübergreifend war.

Der Republikaner Lindsey Graham, der darauf bedacht war, Trump nicht auf die Füße zu treten, twitterte: „Ich bin etwas besorgt, dass die Sichtweise des Iran auf das Abkommen anders zu sein scheint als das, was das amerikanische Verhandlungsteam behauptet. Nach unserem Recht wird jedes Atomabkommen mit dem Iran dem Kongress zur Prüfung und Abstimmung vorgelegt. Ich freue mich darauf, das Endergebnis zu prüfen, und halte es für unerlässlich, dass der Architekt des Abkommens, Vizepräsident Vance, und seine Verhandlungspartner in den Prozess einbezogen werden, wenn das endgültige Abkommen dem Kongress vorgelegt wird.“

Um es klar zu sagen: Die Absichtserklärung ist kein Atomabkommen mit dem Iran. Trump benötigt dafür keine Zustimmung des Kongresses.

Jedes endgültige Abkommen, das das iranische Atomprogramm und die Aufhebung der atombezogenen US-Sanktionen gegen den Iran umfasst, muss er jedoch gemäß dem „Iran Nuclear Agreement Review Act“ (INARA) von 2015 dem Kongress vorlegen.

Das INARA erlaubt es dem Senat jedoch, eine gemeinsame Resolution der Ablehnung zu verabschieden, die das Abkommen jedoch nur dann zunichte machen würde, wenn der Senat ein Veto des Präsidenten überstimmen könnte.

Dazu ist eine breite parteiübergreifende Unterstützung erforderlich. Daher ist es wichtig, dass auch der Minderheitsführer Chuck Schumer (D-NY) seine Skepsis zum Ausdruck brachte und sich dabei sehr ähnlich wie Graham äußerte.

In Schumers Erklärung hieß es unter anderem: „Das amerikanische Volk verdient Einzelheiten und vollständige Transparenz – was genau steht in dieser ‚Vereinbarung‘? … Trump muss die Details öffentlich bekannt geben, den Kongress unverzüglich informieren und diesen Krieg ein für alle Mal beenden.“

Doch ob die Absichtserklärung Schumers oder Grahams Zustimmung findet, ist unerheblich, da sie bis zum Abschluss eines endgültigen Abkommens kein Mitspracherecht haben werden.

Ihre Reaktionen werden jedoch dazu beitragen, die politische Debatte um realistische Erwartungen an die Gespräche zwischen den USA und dem Iran zu prägen.

[Weiterlesen: Originalbeitrag in englischer Sprache auf Mondoweiss]

Mitchell Plitnick ist Präsident von ReThinking Foreign Policy. Er ist Mitautor von Except for Palestine: The Limits of Progressive Politics und gibt den Cutting Through-Newsletter heraus.

Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

Wie dem Iran der Überraschungssieg des Jahrhunderts gelang

Von Andrew Korybko – 16. Juni 2026

Nur wenige außerhalb Irans, seiner „Achse des Widerstands“ und deren internationaler Unterstützer hatten es für möglich gehalten, dass das Land dem Schicksal des Iraks, Libyens und Syriens entgehen würde. Doch das Land hat überlebt, angesichts der Voraussetzungen unbestreitbar ein großer und überraschender Sieg.

Viele gingen davon aus, dass Iran mit Beginn des US-israelischen Angriffskriegs denselben Weg einschlagen würde wie der Irak, Libyen und Syrien. Deshalb kann der Ausgang dieses militärischen Konflikts als der größte Überraschungssieg des Jahrhunderts bezeichnet werden. Iran hat Israel nicht zerstört, wie es lange gedroht hatte, und es hat auch keine US-Schiffe versenkt, wie es seine medialen Sprachrohre den Unterstützern immer wieder in Aussicht gestellt hatten. Dennoch wurden beide Angreifer – vor allem Israel – schwer getroffen. Iran hat, wenn natürlich auch geschwächt, dank fünf Faktoren überlebt.

1. Enormes Drohnen- und Raketenarsenal

Iranische Strategen haben schon vor Jahren weitsichtig erkannt, dass die Zukunft der konventionellen Kriegsführung bei weitreichenden und unbemannten Systemen liegt. Sie verstanden auch die Notwendigkeit, einen möglichst autarken militärisch-industriellen Komplex aufzubauen, falls es zu einer Blockade kommen sollte. Deshalb lagerten sie rechtzeitig alle ausländischen Rohstoffe, die für den Ausbau ihres Drohnen- und Raketenarsenals benötigt wurden. Dadurch war Iran auch nach der Zerstörung seiner Luftabwehrsysteme noch in der Lage, zurückzuschlagen.

2. Bereitschaft zur gegenseitigen Eskalation

Zu Irans Verdienst gehört, dass es sich nicht gescheut hat, gegen Israel, die USA oder die Golfstaaten, deren Luftraum und Einrichtungen (Luftwaffenbasen, Radaranlagen, Häfen usw.) von diesen gegen Iran genutzt wurden, reziprok zu eskalieren. Iran setzte dies fort, obwohl seine Gegner nuklear bewaffnet waren – und im Fall von Trump sogar angedeutet hatten, solche Waffen einzusetzen, um seine jahrtausendealte Zivilisation zu zerstören. Indem es die Kosten für seine Gegner systematisch in die Höhe trieb, während es selbst noch größere Verluste hinnahm, überraschte Iran alle.  

3. Dezentralisierte Mosaik-Verteidigung

Iranische Strategen haben ebenfalls früh erkannt, dass die Gegner versuchen würden, die Führung zu enthaupten. Deshalb dezentralisierten sie die vom IRGC geführte Landesverteidigung, um die drohnen- und raketenbasierte gegenseitige Eskalation auch nach möglichen Führungsverlusten fortsetzen zu können. Das Ziel war, die verwundbareren Gegner langfristig zu erschöpfen. Dieser Ansatz war nicht risikofrei – er hatte fast einen Krieg mit Aserbaidschan ausgelöst und damit potenziell auch mit dem NATO-Mitglied Türkei –, erwies sich insgesamt jedoch als äußerst erfolgreich und übertraf alle Erwartungen.

4. Patriotisch geeinte Bevölkerung

Trotz vereinzelter politischer Gewalt (die offenbar von außen durch die Ausnutzung bestehender Missstände geschürt wurde) stellte sich die große Mehrheit der Iraner patriotisch hinter die Verteidigung ihres Landes. Die meisten Menschen – unabhängig von politischer, religiöser, ethnischer oder regionaler Zugehörigkeit – erkannten die existenzielle Dimension des Konflikts, nachdem Israel und die USA diese offen angesprochen hatten. Es kam daher zu keinen kriegsbedingten Aufständen, die den Gegnern in die Hände gespielt hätten. Die Bevölkerung ertrug ihr Leid geduldig.

5. Strategische diplomatische Geduld

Schließlich akzeptierten Irans Verhandler trotz der wachsenden Belastung für den Staat nicht das erste Angebot. Ein Grund war, den Druck auf die Gegner weiter zu erhöhen, in der Hoffnung, Spaltungen unter ihnen zu fördern und so ein günstigeres internationales Umfeld für einen Waffenstillstand zu schaffen. Gleichzeitig rechneten sie damit, dass die eigene Bevölkerung weiterhin geschlossen bleiben würde – eine Einschätzung, auf der diese Strategie beruhte. Genau deshalb scheiterte auch die US-amerikanische „Maximum-Pressure“-Politik und führte nicht zu Irans „bedingungsloser Kapitulation“.

Iran hat militärische, strategische, politische und diplomatische Faktoren meisterhaft miteinander verknüpft und so den US-israelischen Angriffskrieg überlebt. Das ist angesichts der Erwartungen vieler Beobachter, das Land werde dem Schicksal des Irak, Libyens und Syriens folgen, unbestreitbar ein Sieg. Zwar hat Iran Israel nicht zerstört – was viele seiner Unterstützer vor Kriegsbeginn als eigentlichen Maßstab für Erfolg gesehen und was ihnen versprochen worden war –, doch es hat seinem Gegner beispiellosen Schaden zugefügt. Israel hat Iran ebenfalls schwer getroffen, verlor aber dennoch, weil es keines seiner Ziele vollständig erreichte.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Fotos entdeckt: NS-Massaker von Kaisariani an 200 griechischen Kommunisten am 1. Mai 1944

Von Katja Rippert – 16. Juni 2026

Griechische Kommunisten werden zum Schießstand von Kaisariani geführt, 1. Mai 1944 [Photo: Ypourgeio Politismou]

Aufrecht, mit festem und entschlossenem Blick, ein letztes Lied auf den Lippen marschieren die Gefangenen in Zweierreihen zum Schießstand von Kaisariani im Osten der griechischen Hauptstadt Athen. Ein Unteroffizier der deutschen Besatzer hält die Szene mit der Kamera fest.

Es sind 200 griechische Widerstandskämpfer, die an diesem ersten Mai 1944 von den Nationalsozialisten hingerichtet werden – überwiegend Mitglieder der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) sowie zwölf Trotzkisten.

Wehrmachtssoldaten führen die Gefangenen durch ein Tor zur Hinrichtung, zwei Kommunisten haben die Faust erhoben. Am Boden liegen Kleidungsstücke der zuvor erschossenen Gruppe [Photo: Ypourgeio Politismou]

Die meisten von ihnen saßen zuvor jahrelang im berüchtigten Festungsgefängnis von Akronafplia auf der Peloponnes-Halbinsel und wurden dann in das von der SS geleitete Konzentrationslager Chaidari im Nordwesten Athens verlegt. Folter, Hunger und Zwangsarbeit gehörten hier zum Alltag. Vom KZ Chaidari wurden sie nun in Militärlastwagen zum Schießstand Kaisariani gebracht.

Die Gefangenen vor der Mauer von Kaisariani, kurz vor ihrer Ermordung [Photo: Ypourgeio Politismou]

Am Hinrichtungsort angekommen müssen sie sich in Gruppen von 20 Mann nebeneinander vor einer Mauer aufreihen, Auge in Auge mit den deutschen Schützen. Einige haben kämpferisch die Faust erhoben. Die gesichtslosen Wehrmachtssoldaten, von denen nur schwarze Stiefel, Stahlhelm und Gewehrlauf zu erkennen sind, eröffnen das Feuer auf die wehrlosen Menschen. Zehnmal wiederholt sich das brutale Schauspiel, bis alle 200 Gefangenen getötet sind.

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„Ein iranischer Sieg“

Von German-Foreign-Policy.com – 16. Juni 2026

Bundesregierung dringt nach Waffenstillstand zwischen den USA und Iran auf Marineeinsatz in der Straße von Hormuz. Über diese hat sich nun jedoch Teheran die Kontrolle gesichert; es sucht zudem einen Libanon-Waffenstillstand zu erzwingen.

Die Bundesregierung dringt nach der Einigung der Vereinigten Staaten und Irans auf einen Waffenstillstand auf einen baldigen Einsatz deutscher Kriegsschiffe in der Straße von Hormuz. Frankreich und Großbritannien wollen den Einsatz „binnen Tagen“ beginnen; Deutschland allerdings werde zumindest zwei bis drei Wochen benötigen, bis der erforderliche Beschluss des Bundestags vorliege, heißt es in Berlin. Allerdings ist bislang unklar, auf welcher Grundlage der Einsatz erfolgen soll. Teheran hat im Krieg seine Kontrolle über die Straße von Hormuz durchgesetzt, die es vor dem Krieg noch nicht hatte; es behält sich sogar das Kassieren von Gebühren – nicht jedoch von Maut – für die Durchfahrt durch die Meerenge vor und müsste in der Praxis jedem deutsch-europäischen Marineeinsatz dort zustimmen: ein wichtiger Erfolg Irans. Ein zweiter Erfolg zeichnet sich darin ab, dass Teheran einen Waffenstillstand auch für den Libanon durchzusetzen sucht. US-Experten urteilen trocken, der Deal zwischen den USA und Iran sei für Washington deutlich schlechter als eine Einigung mit Teheran, die man vor dem Krieg hätte erzielen können. Von einem „iranischen Sieg“ ist die Rede.

Die Straße von Hormuz

Den ersten großen Erfolg konnte Iran laut aktuellem Kenntnisstand mit Blick auf die Straße von Hormuz erzielen. Vor dem Überfall der Vereinigten Staaten und Israels auf das Land war die Meerenge für alle frei und ohne jegliche Beschränkung passierbar. Teheran hat im Krieg bewiesen, dass es die Durchfahrt von Handelsschiffen per Beschuss praktisch verhindern und schon durch die Drohung mit Beschuss faktisch unmöglich machen kann. Es hat erklärt, die Kontrolle, die es dadurch erlangt, auf seine Hoheitsgewässer anwenden zu wollen. Oman, der die Gegenküste kontrolliert, soll laut Irans Plan das Gleiche auf seiner Seite der Meerenge tun. Ob das Land dazu bereit ist – zumindest Gespräche darüber hat es laut Berichten gegeben –, ist noch nicht bekannt. Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump wird Iran keine Maut (englisch: toll) von durchfahrenden Schiffen kassieren. Dies war der ursprüngliche Plan der Regierung in Teheran. Es steht aber im Widerspruch nicht nur zum UN-Seerechtsübereinkommen, das Iran nicht unterzeichnet hat, sondern auch zum Gewohnheitsrecht auf See. Erlaubt ist es aber, Gebühren (englisch: fees) für Dienstleistungen zu erheben, die bei der Passage der Straße von Hormuz erbracht werden. Genau dies behält Iran sich vor. Zur Abwicklung der Formalitäten hat Iran bereits eine Behörde gegründet – die Persian Gulf Strait Authority (PGSA, german-foreign-policy.com berichtete [1]).

Waffenstillstand im Libanon

Irans zweiter Erfolg betrifft Libanon; allerdings ist er unvollständig, und es ist unklar, ob das Land ihn auf Dauer verteidigen kann. Vor dem Krieg hatte Teheran dort nur die Möglichkeit, die Hizbollah etwa mit Waffenlieferungen zu unterstützen. Jetzt scheint es ihm allerdings gelungen zu sein, den Waffenstillstand im Krieg mit den USA mit einem Waffenstillstand im Libanon zu verknüpfen. Dass an beiden Fronten die Waffen ruhen sollen, bestätigt jedenfalls Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif, der den aktuellen Deal zwischen den USA und Iran vermittelt hat.[2] Bleibt es dabei, dann hätte Teheran politisch signifikanten Einfluss auf den Libanonkrieg erhalten. Israel wäre dann dort erstmals in seinem Handeln und in seinen Aggressionen ein Stück weit eingeschränkt. Dagegen setzt es sich mit Händen und Füßen zur Wehr. Es hat bereits am Sonntag mit einem Angriff auf Beirut den Deal zwischen den USA und Iran in letzter Minute zu torpedieren versucht – vergeblich. Am Montag bestätigte Israels Verteidigungsminister Israel Katz, die israelischen Streitkräfte würden das Territorium, das sie okkupiert haben, besetzt halten, dort sämtliche Bewohner vertreiben und auch alle Häuser zerstören.[3] Die Absicht, den Krieg am Laufen zu halten – schon, um Irans neuen Einfluss abzuwehren – ist klar erkennbar. Ob Teheran zumindest Angriffe auf Beirut unterbinden kann, muss sich zeigen.

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Der Chef der deutschen Luftwaffe droht Kaliningrad und Petersburg mit massiven Luftangriffen

Von Thomas Röper – 15. Juni 2026

Die Kriegsrhetorik aus Deutschland wird heftiger. Nun hat der Chef der deutschen Luftwaffe im Interview mit britischen Medien Kaliningrad und Petersburg mit massiven Luftangriffen gedroht. In Russland wecken solche Drohungen gerade aus Deutschland Erinnerungen an dunkelsten Tage der deutschen Geschichte.

Führende deutsche Offiziere greifen immer häufiger zu offener Kriegsrhetorik gegen Russland. Das neueste Beispiel in der Reihe ist der Holger Neumann, der Chef der deutschen Luftwaffe, der in einem Interview mit dem britischen Telegraph erklärt hat, bei einem russischen Angriff auf das Gebiet der NATO würde man „jeden Zentimeter” des Bündnisgebiets verteidigen. Außerdem würde die deutsche Luftwaffe verheerende Luftschläge gegen Russland durchführen, so Neumann weiter, und er fügte hinzu, dass in so einem Fall die gesamte deutsche Luftwaffe an die Ostfront verlegt würde.

Im Telegraph heißt es zu den Angriffen auf Russland unter anderem:

„Generalleutnant Neumann sagte, die Kola-Halbinsel im Nordwesten Russlands, Kaliningrad und das Schwarze Meer würden den Zorn der NATO zu spüren bekommen, sollte diese gezwungen sein, sich zu verteidigen. (…) Generalleutnant Neumann bezog sich dabei insbesondere auf Kaliningrad, eine strategisch wichtige russische Exklave, die von NATO-Mitgliedern umgeben ist, St. Petersburg, wo wichtige Marinestützpunkte stationiert sind, die Kola-Halbinsel, wo Moskau Atomwaffen stationiert, und das Schwarze Meer, die Heimat seiner wertvollen Schwarzmeerflotte.“

Das Interview war in martialischen Ton gehalten und es fiel wieder der Begriff „Fight tonight“, also der sofortige Krieg gegen Russland. So sagte Neumann dem Telegraph beispielsweise:

„Fight tonight bedeutet, wenn mich jetzt jemand anruft und sagt, wir haben folgende Situation, müssen wir jetzt bereit sein – und wir sind bereit.“

Reaktionen in Russland

Russland reagiert schockiert auf diese offenen Kriegsdrohungen eines der höchsten deutschen Soldaten. Das merke ich daran, dass ich heute von sehr viele Medien angefragt wurde, diese Aussagen zu kommentieren. Die Aussage beherrscht die russischen Medien und ich habe so viele Anfragen erhalten, dass ich manchen Sendern eine Absage geben musste.

In Russland ist der Zweite Weltkrieg im öffentlichen Gedächtnis immer noch sehr präsent und die Russen haben nicht vergessen, dass der deutsche Angriff auf Russland 27 Millionen Sowjetbürger das Leben gekostet hat. Dass ausgerechnet Deutschland sich zunächst unter Scholz/Baerbock und nun unter Merz/Wadephul in die erste Reihe der anti-russischen Länder Europas geschoben hat und dass ausgerechnet aus Deutschland nun eine extreme Kriegsrhetorik kommt, schockiert die Russen und macht sie auch wütend.

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Warum hat Lukaschenko angedeutet, russische Truppen seien „Kanonenfutter“?

Von Andrew Korybko – 15. Juni 2026

Möglicherweise spiegelt der belarussische Präsident damit auf subtile Weise die mutmaßliche Ablehnung der russischen Invasion durch seine Landsleute wider.

Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko bekräftigte Anfang Juni angesichts eskalierender Spannungen mit der Ukraine, dass Belarus nicht die Absicht habe, gegen das Land in den Krieg zu ziehen. Mit seinen Worten: „Sollen wir nach dem Willen anderer in der Ukraine kämpfen gehen? Wollen wir dort Kanonenfutter sein? Nein, das wollen wir nicht.“ Seine Rhetorik war außerordentlich wichtig, weil sie Aufschluss darüber gibt, wie das Thema unter den Belarussen wahrgenommen wird, von denen die meisten russlandfreundlich sind und sich sogar stolz als Teil der Russischen Welt betrachten.

Zwischen den Zeilen signalisiert Lukaschenko, dass sein Volk glaubt, die direkte Beteiligung ihres Landes an der Sonderoperation – ähnlich dem, was Selenskyj behauptet hatte, dass es zu Beginn dieses Frühjahrs geplant sei – würde dem Willen Russlands entsprechen, nicht dem von Belarus. Die Andeutung lautet, dass Belarus von ihnen als Russlands Juniorpartner wahrgenommen wird, an den aus diesem Grund eines Tages eine solche Bitte herangetragen werden könnte, obwohl Belarus tatsächlich Russlands privilegierter Partner ist, wie die großzügigen Energiesubventionen beweisen.

Diese Wahrnehmung könnte heutzutage sogar von Lukaschenko selbst geteilt werden, der im Laufe der Jahrzehnte bei seinen gelegentlichen Auseinandersetzungen mit Russland bereits darauf angespielt hat – eine Spekulation, die nicht weit hergeholt ist, da Trumps Sonderbeauftragter John Coale, mit dem er sich mehrfach getroffen hat, ein Interesse daran hat, ihn davon zu überzeugen. Das Gleiche gilt für den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der kürzlich Lukaschenko anrief – zum ersten Mal seit vier Jahren – und damit als erster europäischer Staatschef die Politik der „Isolierung“ durchbrach.

Auch der nächste Teil seiner Rhetorik, wonach die Belarussen Kanonenfutter wären, sollten sie nach Russlands Willen in der Ukraine kämpfen, ist sehr aufschlussreich. Sie deutet stark darauf hin, dass diejenigen, die an dem kriegerischen Konflikt teilnehmen, sinnlos sterben, was viele als die derzeitige Pattsituation beschreiben, die durch das nahezu ausgecverursacht wird. Die Teilnehmer, insbesondere im Zusammenhang mit denjenigen, die auf russischer Seite kämpfen, als „Kanonenfutter“ zu bezeichnen, ist dennoch ausgesprochen unsensibel.

Diese Beobachtung untermauert die oben geäußerten Spekulationen über Lukaschenkos Ansichten darüber, wie er Weißrussland und Russlands Juniorpartner wohl derzeit sieht – eine Fehlwahrnehmung, die der Westen ausnutzt, um zu versuchen, ihn zum „Überlaufen“ zu bewegen – und nun lehnt er wohl auch die militärische Sonderoperation ab. Denn wenn er sie wirklich unterstützen würde, würde er die russischen Streitkräfte nicht als „Kanonenfutter“ bezeichnen. Seine mutmaßliche persönliche Abneigung gegen die Sonderoperation könnte sogar von vielen Belarussen geteilt werden.

Ausgehend von der Erkenntnis, die sich aus Lukaschenkos „Kanonenfutter“-Witz ableiten lässt, lässt sich schließen, dass zwischen Belarus und Russland einige gravierende Wahrnehmungsunterschiede hinsichtlich der Natur ihrer Beziehungen sowie des Ukraine-Kriegs bestehen, die umgehend angegangen werden sollten. Werden diese ignoriert – sei es aus Wunschdenken oder aus politischer Zweckmäßigkeit –, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Lukaschenko eines Tages „überläuft“ und/oder westliche Informationskriege diese Differenzen ausnutzen, um Belarussen und Russen weiter zu spalten.

Was Lukaschenko persönlich betrifft, sollte Putin seinem Ego auf eine selbstbewusste Weise entgegenkommen, während die russischen Medien mehr tun könnten, um den Belarussen überzeugend zu erklären, dass die militärische Sonderoperation darauf abzielt, die Souveränität ihres Landes ebenso wie die Russlands zu sichern. Selbst wenn viele von ihnen die Sonderoperation nach wie vor womöglich ablehnen, ist es entscheidend, dass sich diese Stimmung nicht zu einer Radikalisierung verschärft, wie es der Westen anstrebt. Russland kann diese Probleme erfolgreich bewältigen, wenn es endlich anerkennt, dass sie offenbar tatsächlich existieren.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Und diese Leute bestimmen heute das Schicksal von Europa!

Von Christian Müller – 15. Juni 2026

Es ist ein echter Skandal: Eine elfköpfige Jury, der sowohl der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als auch der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz angehören, haben beschlossen, den »Westfälischen Friedenspreis« der NATO und NATO-Generalsekretär Mark Rutte zuzusprechen! Der Westfälische Friede beendigte im Jahr 1648 den 30-jährigen Krieg in Europa, dem mehrere Millionen Menschen zum Opfer gefallen waren. Was aber hat die NATO mit Frieden zu tun, nachdem sie sich entgegen allen Versprechungen nach Osten bis an die Grenze Russlands erweitert hat, die Interoperabilität mit der ukrainischen Armee vorantrieb und nach Aussage von exGeneralsekretär Jens Stoltenberg den Plan hatte – und vermutlich noch immer hat – , sich sogar in ihren Statuten auch präventive Angriffe auf andere Länder zu erlauben?

Am 24. Oktober 1648 endete der 30-jährige Krieg, dessen Feldzüge und Schlachten überwiegend auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches stattgefunden hatten. Die Kriegshandlungen und die durch sie verursachten Plünderungen, Hungersnöte und Seuchen hatten ganze Landstriche verwüstet und entvölkert. Heutige Historiker gehen von bis zu 8 Millionen militärischen und zivilen Kriegsopfern und einem Bevölkerungsrückgang im Reich von mindestens 15 bis 20 Prozent aus. In Relation wäre der Dreißigjährige Krieg damit der zerstörerischste Konflikt der europäischen Geschichte gewesen. In den am schwersten betroffenen Regionen wie der Kurpfalz, Württemberg und Brandenburg überlebten nur etwa 30 bis 50 Prozent der Bevölkerung. Nach den wirtschaftlichen und sozialen Verheerungen benötigten einige Gebiete mehr als ein Jahrhundert, um sich von den Kriegsfolgen zu erholen. Und um dieses grauenhafte gegenseitige Morden zu beenden, wurde der Westfälische Friede geschlossen – ein Frieden! So sieht es in Kürze zum Beispiel Wikipedia.

Die NATO und Frieden?

Wo aber hat die NATO zu einem Frieden beigetragen? Wo war sie an einem Frieden interessiert? Die NATO wurde im April 1949 gegründet, ihr „Sinn“ war die Zusammenarbeit der US-amerikanischen und westeuropäischen Armeen im Kampf gegen die Sowjetunion, die damals noch ein kommunistisches System vertrat. Aber obwohl Russland unter einem allzu gutgläubigen Verantwortlichen Michail Gorbatschow die Wiedervereinigung Deutschland ermöglichte, den Warschau-Pakt freiwillig schloss und alle russischen Einrichtungen in der ehemaligen DDR bis 1995 abzog, intensivierte die NATO ihre Kräfte gegen Russland. Frieden war nie das Thema der NATO! Sie setzte immer auf militärische Stärke und beteiligte sich an etlichen internationalen Konflikten auch in anderen Ländern. Man denke nur schon an die Bombardierung von Belgrad im Jahr 1999! Und jetzt soll ausgerechnet diese NATO, die immer nur an militärischer Stärke und nie an Frieden interessiert war, den «Westfälischen Friedenspreis» erhalten? Es ist einfach grauenhaft, wie hier die wirkliche Geschichte bewusst verfälscht wird! Im Westfälischen Frieden wurde festgelegt, dass jedes Land seinen eigenen Glauben haben darf und dass die betroffenen Länder einander achten statt bekämpfen sollen. Und die NATO? Sie investiert und trainiert unentwegt zugunsten der weltweiten Hegemonie der USA und gegen Russland, das sich – zum Glück! – weigert, den Anspruch der USA auf die Weltherrschaft zu unterstützen.

Der Westfälische Friede war ein Friede mit dem Ziel, den einzelnen Regionen und Ländern die eigenen kulturellen und wirtschaftlichen Ziele zuzugestehen. Hat die NATO irgendeinmal erklärt, dass sie ihren Mitgliedern eine eigene Kultur erlaubt? Noch einmal: Die NATO ist ein Militärbündnis, historisch und aktuell gegen Russland gerichtet! Wer einem solchen Club einen Friedenspreis übergibt, benannt nach dem Westfälischen Frieden, ist entweder total ungebildet und dumm, oder, was wahrscheinlicher ist, ist bereit, die Geschichte Europas bewusst zu verfälschen, um die Kriegstreiberei in Deutschland und anderen EU-Ländern zu rechtfertigen und mit Hilfe der Öffentlichen Meinung ausdrücklich zu unterstützen. Sie alle elf gehören von ihren hohen Funktionen und Ämtern abgesetzt, da ein solches Vorgehen nur eines bewirken kann: einen neuen großen, einen dritten Weltkrieg zu initiieren!

Die NATO gehört, wie der Warschauer Pakt, geschlossen, da Europa Frieden braucht, nicht einen neuen großen Krieg!

Siehe dazu auch eine Petition auf CHANGE.ORG

(Red.) Zum Glück gibt es in Deutschland auch Leute, die die NATO schließen wollen! Und Geschichtskenner, die auf die verhängnisvolle Funktion der NATO aufmerksam machen. Und eine deutsche Online-Plattform »rausausdernato«».

Und siehe auch zur Mitverantwortung der NATO am Krieg in der Ukraine hier!

[Zum Originalbeitrag auf Globalbridge]

Karaganow zum möglichen Atomwaffeneinsatz: „Deutschland wird als Erstes leiden“

Von RT DE – 15. Juni 2026

Sergei Karaganow hat erneut davor gewarnt, dass Russland gezwungen sein könnte, erst einen konventionellen und im Falle eines Gegenschlags auch einen nuklearen Schlag gegen einzelne europäische Länder zu führen. Dabei stellte er heraus, dass Deutschland neben Rumänien und Polen das primäre Ziel sei.

Karaganow zum möglichen Atomwaffeneinsatz: "Deutschland wird als Erstes leiden"
Von links nach rechts: John Mearsheimer, Glenn Diesen, Sergej Karaganow im am 14. Juni 2026 veröffentlichten Videopodcast (Screenshot aus dem Video)

In dem Videopodcast des norwegischen Politologen und Geopolitikexperten Glenn Diesen hat der Politikwissenschaftler und Berater des russischen Präsidenten Sergei Karaganow erneut gewarnt, Russland könnte demnächst gezwungen sein, durch einen beschränkten Einsatz von Nuklearwaffen gegen ein europäisches Land der nuklearen Abschreckung, die ihre Wirkung verloren hat, neues Gewicht zu verleihen. Dabei stellte Karaganow Deutschland als mögliches Ziel besonders in den Vordergrund.

„Deutschland ist die schlimmste Gefahr in der Geschichte der Menschheit,“ begründete er seine Auffassung. „Es wird Deutschland niemals erlaubt sein, eigene Atomwaffen zu beschaffen. Sollten sie es auch nur versuchen, werden sie von der Erdoberfläche ausgelöscht werden“ (im englischen Original: be obliterated, an anderer Stelle: be evaporated).

Damit beantwortete Karaganow den Einwand des ebenfalls im Podcast zugeschalteten US-Wissenschaftlers John Mearsheimer, Deutschland könnte versucht sein, Nuklearwaffen zu beschaffen. 

"Ich hoffe, dass es nicht dazu kommt" – Karaganow warnt Europa vor russischem Atomwaffeneinsatz

Ich hoffe, dass es nicht dazu kommt – Karaganow warnt Europa vor russischem Atomwaffeneinsatz

Gleiches gelte für Japan als Mitschuldigen des Zweiten Weltkriegs. Karaganow behauptete, dass es diesbezüglich Gespräche mit chinesischen Freunden und Verbündeten“ gebe. Sollte Russland sich jemals (if and when) gezwungen sehen, erst konventionelle und nach einem Gegenschlag auch nukleare Waffen gegen Europa einzusetzen, werde es Deutschland sein, das als erstes leiden wird“, betonte Karaganow (ab Timecode 43:55 im Video): be obliterated

Wenn und sobald – und ich hoffe, dass es dazu nie kommen wird – Russland gezwungen sein wird, erst konventionelle und dann nukleare Flugkörper einzusetzen, wird das primäre Ziel nicht nur Rumänien oder Polen sein, das primäre Ziel wird – Gott bewahre – Deutschland sein. Deutschland wird als Erstes leiden, und das sollten sie begreifen.

John Mearsheimer sagte im Verlauf des Gesprächs mehrmals, dass er nachvollziehen kann, dass Russland die Wirkung der nuklearen Abschreckung wiederherstellen muss. Was sich der Westen aktuell gegenüber Russland leistet, wäre zu Zeiten des Kalten Krieges absolut undenkbar gewesen. Und es sollte gegenüber einer Atommacht absolutes Tabu sein.

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Oberste US-Geheimdienstchefin: Die Existenz von US-finanzierten Biolaboren in der Ukraine wurde verschleiert

Von Florian Rötzer – 15. Juni 2026

DNI-Chefin Tulsi Gabbard veröffentlichte kurz vor ihrem Ausscheiden aus dem Amt Informationen über US-finanzierte Biolabore. Screenshot von DNI-Video

Kurz vor ihrem Ausscheiden aus dem Amt als oberste Geheimdienstchefin (Director of National Intelligence – DNI) hat Tulsi Gabbard noch Dokumente über 120 von amerikanischen Steuergeldern seit langem unterstützte Biolabs auf der ganzen Welt veröffentlicht. Es geht aber vor allem um diejenigen in der Ukraine. Die Öffentlichkeit seien diese Informationen absichtlich vorenthalten worden: „Die Informationen über die Existenz, die Geschichte, die Standorte und die Finanzierung dieser von den USA finanzierten Biolabore wurden von mächtigen Menschen bewusst verschleiert, indem fälschlicherweise behauptet wurde, sie existierten nicht, und jeder, der etwas anderes behauptete, wurde als ausländischer Agent und Verräter Amerikas beschuldigt.“

Das ist harter Tobak und könnte direkt aus Moskau stammen. Die paar Dokumente, teils noch geschwärzt, die Gabbard „nach monatelanger Suche“ veröffentlichte, sind allerdings dürftig. [Das ändert nichts an ihrer Existenz, zumal es inzwischen zahlreiche Beweise für die langjährigen Forschungen und Experimente des Pentagon mit Biowaffen in der ganzen Welt gibt – siehe etwa hier; die GG-Red.]

Die Biolabore des Pentagon weltweit, aber vor allem in der Ukraine, die mit gefährlichen Erregern hantieren sollen, um sie möglicherweise zu Biowaffen zu machen, wurden von China und Russland während der Covid-19-Pandemie und vor allem nach Beginn des Krieges gegen die Ukraine zum Thema auch vor die Vereinten Nationen gebracht. Sie seien, so Valentina Matviyenko, die Sprecherin des Föderationsrats, im April 2023 nach Veröffentlichung des Berichts der Parlamentarischen Kommission über die Untersuchung der Biologischen Labors der USA in der Ukraine, „exklusiv militärisch und keineswegs für eine friedliche medizinische Forschung“. Ukraine, so der Bericht, sei zu einem Testgebiet für Biowaffen geworden, es sei an ethnischen Waffen geforscht und mit gefährlichen Fledermaus- und Vogelviren, aber auch Milzbrand und Tularämie (Hasenpest) geforscht worden. Putin sprach von einem „Netzwerk von westlichen Biowaffenlaboren“. Über die Jahre hielt man an der Bedrohung durch die Biolabore fest.

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Vertrag zwischen Iran und USA steht – und Israel bombardiert weiter

Von Peter F. Mayer – 15. Juni 2026

Bild: tkp

Es ist vollbracht. Oder zumindest: angekündigt. Am Sonntagabend, dem 14. Juni 2026 – zufällig sein 80. Geburtstag – verkündete Donald Trump auf Truth Social die Worte, auf die die Welt seit drei Monaten gewartet hat: „Der Deal mit dem Iran ist jetzt komplett. Glückwunsch an alle!“ Dann folgte ein Satz, der in die Geschichte eingehen wird — als pathetisch, als erlösend oder als beides: „Schiffe der Welt, startet eure Motoren. Lasst das Öl fließen!“

Die Straße von Hormus soll wieder öffnen. Die US-Seeblockade soll fallen. Der Krieg, der am 28. Februar begann und die Welt an den Rand einer Ölkrise, einer regionalen Eskalation und eines Flächenbrands brachte, soll enden – auf allen Fronten, einschließlich des Libanon. Doch während in Washington, Teheran und Islamabad die Sektkorken knallen, fallen in Beirut und im Südlibanon weiter Bomben.

Die Konturen des Memorandums of Understanding (MoU), das unter pakistanischer und katarischer Vermittlung ausgehandelt wurde, sind nun klarer als je zuvor. Wie Middle East Eye berichtet, bestätigte der iranische Sicherheitsrat in einer offiziellen Erklärung:

Was im Abkommen steht

  • Sofortige und dauerhafte Einstellung aller militärischen Operationen auf allen Fronten, einschließlich des Libanon – wirksam ab Sonntagnacht
  • Sofortige und vollständige Aufhebung der US-Seeblockade gegen iranische Häfen
  • Wiedereröffnung der Straße von Hormus, zunächst angekündigt als sofortig, später von Trump präzisiert: die tatsächliche Öffnung erfolgt mit der formellen Unterzeichnung
  • Formelle Unterzeichnungszeremonie am 19. Juni in der Schweizwie Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif auf X verkündete
  • 60-tägige Verhandlungsperiode für ein endgültiges Abkommen, das die Nuklearfrage und umfassende Sanktionserleichterungen regeln soll

Irans Vizeaußenminister Kazem Gharibabadi bestätigte gegenüber Tasnim, das MoU sei finalisiert und werde am Freitag in der Schweiz offiziell unterzeichnet. Eine informierte Quelle erläuterte gegenüber Tasnim die Bedingungen für die Aufnahme der weiteren Verhandlungen: Die zweite Phase beginne nur, wenn die Verpflichtungen aus dem MoU eingehalten würden. Andernfalls werde Teheran nicht weitermachen.

Iranische Staatsmedien berichteten zudem, dass die USA im Rahmen des Abkommens zwölf Milliarden Dollar eingefrorener iranischer Vermögenswerte freigeben werden.

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