Von Dietmar Gaisenkersting – 9. September 2026
Am Montag hat der Volkswagen-Konzern den Verkauf seines Werks in Osnabrück an den israelischen Finanzinvestor Aurelius Capital und das Land Niedersachsen vereinbart. Statt Cabrios produziert der israelisch-niedersächsische Staatskonzern zukünftig Waffen für Völkermord und Krieg.
Im Sommer 2027 endet in Osnabrück die Fertigung des T-Roc-Cabriolets. Der Standort soll zu einem „Kompetenzzentrum für Sicherheits- und Verteidigungslösungen“ umgebaut werden – eine Umschreibung für die Umstellung auf Kriegswirtschaft.
Das Land Niedersachsen und der Risikokapitalfonds Aurelius Capital übernehmen das Werk. Die genaue Aufteilung der Anteile ist noch nicht geklärt. An der Gründung des Fonds waren ehemalige Führungskräfte aus dem israelischen und US-amerikanischen Sicherheitssektor beteiligt; führende Kräfte kommen aus dem israelischen Militär- und Geheimdienstapparat. Bei dem Deal arbeitet Aurelius Capital Hand in Hand mit Rafael Advanced Defense Systems, einem staatlichen Rüstungsunternehmen, das unter anderem das Raketenabwehrsystem „Iron Dome“ baut. Rafael untersteht direkt dem israelischen Verteidigungsministerium und damit der Regierung Netanjahu.
Der VW-Konzernbetriebsrat unter Daniela Cavallo bejubelt die Zusammenarbeit mit dem Völkermord-Regime in Israel und bezeichnet den Deal als „starke Neuigkeiten für den Standort“. Israels größte Waffenschmiede wird in Osnabrück unter anderem Schwerlast-Transportfahrzeuge für den Raketentransport, Abschussvorrichtungen, Stromgeneratoren und Motoren produzieren.
Die rot-grüne Landesregierung unter Ministerpräsident Olaf Lies (SPD), der Konzernbetriebsrat und die IG Metall haben die Umwandlung eines Autowerks in eine Rüstungsfabrik aktiv vorangetrieben und feiern sie als „Meilenstein“. Volkswagen zieht sich vollständig aus Osnabrück zurück.
Das Werk beschäftigte in seinen erfolgreichsten Zeiten in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren, als die Traditionsmarke Karmann dort Cabriolets produzierte, bis zu 10.000 Arbeiterinnen und Arbeiter. Nach der Karmann-Insolvenz 2009 übernahm Volkswagen den Standort mit bereits stark geschrumpfter Belegschaft. Seitdem sank die Beschäftigtenzahl auf 1800.


