Die Erklärung von Riad: Türkei, Aserbaidschan und die arabischen Regime legitimieren US-israelischen Krieg gegen den Iran

Von Barış Demir – 25. März 2026

Die Außenminister von Aserbaidschan, Bahrain, Ägypten, Jordanien, Kuwait, dem Libanon, Pakistan, Katar, Saudi-Arabien, Syrien, der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten trafen sich am 18. März in Riad zu einem Gipfeltreffen. Die Konferenz mit der Bezeichnung „Beratendes Treffen der Außenminister einer Gruppe arabischer und islamischer Staaten zur iranischen Aggression“ wies die ganze Verantwortung dem Iran zu, den die USA und Israel völkerrechtswidrig angreifen.

In der Abschlusserklärung des Treffens „bekräftigten“ die Minister, dass sie die Angriffe des Irans auf US-Ziele in arabischen Ländern, die im Rahmen des Rechts auf Selbstverteidigung erfolgen, „verurteilen und missbilligen“. Sie erklärten: „Solche Angriffe sind unter keinem Vorwand und in keiner Weise zu rechtfertigen.“

Weiter forderten sie den Iran unter Verdrehung der Wahrheit auf, „internationale Gesetze, das humanitäre Völkerrecht und die Prinzipien guter Nachbarschaft“ zu respektieren und die „Eskalation“ zu beenden. Mit der Erklärung, ihre Länder seien bereit, die „notwendigen legitimen Maßnahmen zu ergreifen (…) um die abscheulichen Angriffe des Iran auf ihr Staatsgebiet zu beenden“, signalisierten die Minister ihre Absicht, sich am Krieg gegen den Iran zu beteiligen.

Diese beschämende Erklärung belegt den reaktionären Charakter der proimperialistischen Regime in der gesamten Region. Sie verzichtet nicht nur darauf, den völkerrechtswidrigen und unprovozierten imperialistischen Krieg der USA und Israels gegen den Iran zu verurteilen. Sie nennt nicht einmal den Aggressor beim Namen und gibt stattdessen dem Iran die ganze Schuld. Damit liefert sie eine politische Rechtfertigung und aktive Unterstützung für die Trump-Regierung, die auf verbrecherische Weise mit der Zerstörung der iranischen Infrastruktur droht und eine Bodenoffensive vorbereitet. Als Vorwand dient die Blockade der Straße von Hormus.

Diese Regime haben den USA erlaubt, ihre Militärstützpunkte und ihren Luftraum zu nutzen. Damit haben sie Beihilfe bei der Ermordung von Dutzenden hochrangiger iranischer Regierungsvertreter geleistet, die Bombardierung ziviler Infrastruktur wie Krankenhäuser und Schulen unterstützt und zum Töten von mehr als 1.000 Zivilisten, darunter mindestens 210 Kinder, beigetragen.

Mit der Unterzeichnung dieser Erklärung beweist Ankara seine Unterstützung für den Krieg und seine Vasallentreue gegenüber dem US-Imperialismus. Doch die Kluft zwischen der Regierung und der Stimmung in der Bevölkerung ist so tief, dass das türkische Außenministerium die Erklärung bisher noch nicht auf seiner türkischsprachigen Website oder seinen Social-Media-Accounts veröffentlichen konnte.

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Kriegsbereit in drei Wochen – Wie Europa sich eine Armee baute, ohne dass es bemerkt wurde

Von Michael Hollister – 24. März 2026

Fortschrittsmeldung 2025: Die Ambitionen der EU nehmen durch PESCO Gestalt an. Das Bild stammt von der Website www.pesco.europa.eu

Was niemand sehen soll. Man kann keine Armee bauen, ohne dass es jemand merkt – außer, man nennt sie anders. Dieses heimliche Vorgehen der kriegsbegeisterten EU ist absolut inakzeptabel! (cm)

Seit Jahren entsteht in Europa eine militärische Struktur, die alles hat, was eine Armee braucht: eine Kommandostruktur, gemeinsame Truppenübungen, eine einheitliche Ausrüstungslogik, eine zentrale Mobilitätsplanung und ein strategisches Ziel. Nur eines fehlt: die offizielle Bezeichnung „Armee“.

Die Rede ist von PESCO – der „Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit“ der Europäischen Union. Ein harmloser Name, technokratisch, sperrig, unverdächtig. Doch unter dieser Fassade verbirgt sich nichts Geringeres als die schrittweise Entstehung einer EU-Streitmacht, einsatzbereit innerhalb von Tagen, strukturell unabhängig von der NATO, aber vollständig militärisch integrierbar.

Während die Öffentlichkeit sich mit Haushaltsdebatten, Klimaauflagen und Identitätspolitik beschäftigt, wächst im Schatten ein System heran, das im Ernstfall über den Frieden oder Krieg auf dem Kontinent mitentscheiden wird – ohne je durch ein Parlament oder eine Volksabstimmung legitimiert worden zu sein.

In diesem Artikel legen wir offen, was PESCO wirklich ist, warum es kaum jemand kennt, wie es aufgebaut wurde – und warum alles darauf hindeutet, dass es nie um Kooperation, sondern immer um Vorbereitung ging. Auf was? Das wird sich zeigen. Vielleicht bald.
Die Geburt im Schatten – wie PESCO 2017 entstanden ist
Um zu verstehen, warum PESCO 2017 gegründet wurde, muss man drei Jahre zurückgehen.

Im Jahr 2014 stürzte in der Ukraine ein prowestlicher Aufstand die Regierung. Die USA hatten seit der ukrainischen Unabhängigkeit 1991 über 5 Milliarden Dollar in Programme zur Demokratieförderung investiert – wie Victoria Nuland im Dezember 2013 vor dem US-Senat bestätigte. Diese langfristige Investition trug zur politischen Transformation bei, die im Februar 2014 im Sturz der Regierung Janukowitsch mündete. Was folgte, war nicht nur die Spaltung des Landes, sondern der Beginn einer geopolitischen Neuordnung: Der Westen rückte näher an Russlands Grenze. Russland reagierte mit der Eingliederung der Krim. Und Europa stand plötzlich vor der Frage: Wie sicher sind wir eigentlich?

Der militärische und diplomatische Bruch mit Moskau war damit vollzogen – und auf europäischer Seite begann ein leiser, aber folgenreicher Wandel: Die Erkenntnis, dass Sicherheitspolitik nicht mehr delegiert werden kann. Dass die NATO zwar militärisch stark ist, aber eben nicht europäisch kontrolliert wird. Dass Europa handlungsfähig werden muss – notfalls auch ohne Washington.

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25. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 19:00 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 24. März 2026

Gestern hatte der US-Präsident Donald Trump versucht, die Ölpreise zu senken, indem er behauptete, in Verhandlungen mit dem Iran große Fortschritte gemacht zu haben, was aber nach einem Dementi aus Teheran nur kurzzeitig gewirkt hatte, ebenso wie der Höhenflug der Börsen. Trotzdem hatte man gehofft, die Bombardierungen würden abflachen, aber die Nacht war wieder erfüllt von Raketenangriffen beider Seiten.

Al Jazeera English aus Katar meldete Raketenstarts aus dem Iran, die zu Sirenenalarmen in Tel Aviv und im zentralen Israel führten. Kurz darauf gab es Berichte über Raketeneinschläge im Süden Israels, woraufhin das israelische Militär Such- und Rettungskräfte in mehreren Gebieten einsetzte. Die Zahl der seit Kriegsbeginn getöteten Kinder im Iran stieg laut iranischen Behörden auf 208. Press TV aus Iran berichtete von direkten iranischen Raketenangriffen auf Haifa sowie von den Folgen weiterer Einschläge im nördlichen besetzten Palästina. TRT World aus der Türkei dokumentierte eine frische Welle von Explosionen in der iranischen Hauptstadt Teheran.

Zusätzlich führte ein israelischer Angriff auf ein Wohngebäude nahe Beirut im Libanon zu mindestens zwei Toten und fünf Verletzten; der Angriff auf zivile Wohngebiete ereignete sich im Zusammenhang mit dem Krieg gegen den Iran, in dessen Schatten Israel ca. zum vierten Mal versucht, den Süden des Libanon zu besetzen.

Diplomatisch äußerte der südkoreanische Außenminister Cho Hyun gegenüber seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghchi tiefe Besorgnis über den Krieg und dessen Auswirkungen auf die globale Wirtschaft. Hatten die USA die letzte Annäherung zwischen Nord- und Südkorea unterminiert, wurden Vermutungen laut, dass nun ein erneuter Versucht gemacht werden könnte, da die USA durch den Krieg im Nahen Osten abgelenkt werden.

07 Uhr 00

Die gestern Abend geäußerten Hoffnungen auf eine beginnende Deeskalation haben sich leider nicht erfüllt.

Laut iranischen Medienberichten trafen US-amerikanisch-israelische Luftangriffe Energieanlagen in den iranischen Städten Isfahan und Khorramshahr. Zu den Zielen gehörten ein Gebäude der Gasverwaltung, eine Druckstation und eine Pipeline; es wurden keine Opfer gemeldet.

Die Angriffe fanden statt, obwohl Trump erklärt hatte, er habe die Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur nach Gesprächen mit Teheran um fünf Tage verschoben.

Die Vereinigten Staaten haben dem Iran zudem über Vermittler eine Botschaft übermittelt, und der Iran gibt an, diese Vorschläge derzeit zu prüfen – CBS-News

Hier sind einige der neuesten wichtigen Entwicklungen im Iran-Krieg:

  • Der Iran hat am Dienstag eine neue Raketenwelle gegen Israel abgefeuert, nur wenige Stunden nachdem US-Präsident Donald Trump die Gespräche zur Beendigung des Krieges als „sehr gut“ bezeichnet hatte, obwohl Teheran bestritt, dass überhaupt ein Dialog stattgefunden habe.
  • Israel griff über Nacht sieben Gebiete in den südlichen Vororten von Beirut an, berichteten libanesische Staatsmedien am Dienstag.
  • Al Jazeera Arabic berichtet, dass in Bechamoun, einer Stadt südlich der libanesischen Hauptstadt Beirut, mindestens zwei Menschen getötet und fünf weitere verletzt wurden.
  • Die USA werden ihre Angriffe auf den Iran fortsetzen, wobei die Pause nur für Angriffe auf Teherans Energieanlagen gilt, berichtete Semafor am Montag unter Berufung auf einen US-Beamten.
  • Luftangriffe auf eine Anlage der irakischen Volksmobilisierungskräfte in der westlichen Provinz Anbar töteten mindestens 10 Kämpfer, darunter den Einsatzleiter in Anbar, und verwundeten 30 weitere, berichtete Reuters.
  • Israelische Siedler haben in der besetzten Westbank die dritte Nacht in Folge zugeschlagen und Fahrzeuge in der Nähe des Militärkontrollpunkts Zaatara südlich von Nablus angegriffen, wie die Nachrichtenagentur Wafa berichtete.
  • Saudi-Arabien gab an, während mehrstündiger Angriffe in der Nacht im Osten des Landes eine Welle von mehr als 20 Drohnen abgefangen zu haben, während Kuwait auf Drohnen- und Raketenangriffe reagierte. In Bahrain wurden Sirenen ausgelöst.
  • Der weltweite Flugverkehr ist weiterhin stark beeinträchtigt, nachdem der Krieg im Iran die Schließung wichtiger Drehkreuze im Nahen Osten, darunter Dubai, Doha und Abu Dhabi, erzwungen und Zehntausende Passagiere gestrandet hat.

07 Uhr 30: Iran gibt an, dass 208 Kinder durch US-amerikanisch-israelische Angriffe getötet wurden

Die Zahl der Kinder, die seit Kriegsbeginn am 28. Februar im Iran getötet wurden, ist auf 208 gestiegen, teilte der Leiter des Rettungsdienstes in einer Videoerklärung im staatlichen iranischen Rundfunk mit. Jafar Miadfar sagte, 168 dieser Kinder seien bei den US-Luftangriffen auf die Mädchenschule in der Stadt Minab zu Beginn des Krieges getötet worden. Dreizehn der getöteten Kinder waren jünger als fünf Jahre, darunter ein drei Tage altes Neugeborenes.

Nach Angaben der iranischen Regierung wurden bisher landesweit mehr als 1.500 Zivilisten getötet. Miadfar sagte außerdem, dass während des Krieges rund 318 Einrichtungen der Gesundheitsinfrastruktur beschädigt worden seien, darunter 49 Notfallstationen, 186 Gesundheitszentren und 40 Krankenhäuser. Etwa 12 der beschädigten Krankenhäuser seien derzeit außer Betrieb.

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Die Straße von Hormus ist NICHT geschlossen (Update)

Von Jochen Mitschka – 24. März 2026

Die Straße von Hormus ist nicht geschlossen. Sie ist aber auch nicht länger offen für den freien Verkehr. Es ist etwas, das die Welt bisher nur von westlichen Kolonialländern gesehen hat: ein von den Islamischen Revolutionsgarden betriebener, genehmigter Korridor, dessen Gebühr 2 Millionen US-Dollar pro Schiff beträgt, zahlbar in Yuan.

Drei Schiffe passierten die Straße in 24 Stunden. Vor dem Krieg lag der Durchschnitt bei 138 Schiffen pro Tag. Der Gesamtdurchsatz: 310.000 Tonnen Tragfähigkeit. Vierhundert Schiffe warten derzeit vor der Straße. Einhundertfünfzig Tanker. Einhundertzwanzig Massengutfrachter. Einhundertdreißig weitere (Stand 24. März am Morgen). Sie warten auf die Genehmigung der Marine der Revolutionsgarden, in einen 5 Seemeilen breiten Kanal zwischen den Inseln Larak und Qeshm innerhalb iranischer Hoheitsgewässer einzufahren, und auf die Bereitschaft der Eigentümer, das neue Verfahren zu akzeptieren.

Das Genehmigungsverfahren

So funktioniert die Genehmigung: Ein Schiffsbetreiber kontaktiert autorisierte Vermittler mit Verbindungen zu den Revolutionsgarden und reicht alle erforderlichen Dokumente ein: IMO-Nummer, Eigentumsnachweis, Ladungsmanifest, Zielort, Besatzungsliste. Die Vermittler leiten das Paket an das Marinekommando der Revolutionsgarden (IRGC) in Hormozgan weiter. Dort erfolgt eine Sanktionsprüfung, eine Überprüfung der Ladungsorganisation (wobei Öl Vorrang vor allen anderen Gütern hat) und eine geopolitische Überprüfung. Die Gebühr beträgt etwa 2 Millionen US-Dollar pro Tanker. Für einen VLCC mit 2 Millionen Barrel Ladung entspricht das 1 US-Dollar pro Barrel. Bevorzugte Währung: Yuan. Passiert das Schiff die Straße, erteilt die IRGC einen Freigabecode und Routenanweisungen. Bei Annäherung erfolgt Funkkontakt, AIS-Verifizierung und Patrouillenbooteskorte. Nur ein Schiff gleichzeitig. Durch die engste Fahrrinne der wichtigsten Wasserstraße der Welt.

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Der Versuch der USA, die Insel Kharg zu erobern, wäre das ultimative Risiko

Von Andrew Korybko – 24. März 2026

Die USA werden den Dritten Golfkrieg verloren haben, sollte China weiterhin auf den Iran als zuverlässigen, kostengünstigen Energielieferanten zählen und gleichzeitig den Yuan zu einer globalen Reservewährung machen können, die in Konkurrenz zum Petrodollar tritt.

Trump gab am Montag bekannt, dass er die Frist für den Iran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus – unter Androhung der Zerstörung seiner Energieinfrastruktur – bis Freitag verlängert habe; diese Frist sollte eigentlich am selben Tag ablaufen, wurde aber aufgrund angeblich fruchtbarer Gespräche mit nicht namentlich genannten Mitgliedern der iranischen Führung verlängert. Er erklärte zudem, dass die Wasserstraße nach Beendigung des Konflikts im Rahmen eines Abkommens gemeinsam von ihm und dem Ayatollah kontrolliert werden solle. Der Iran bestritt, dass überhaupt Gespräche stattgefunden hätten, selbst indirekt über Vermittlung, sodass unklar ist, ob dies überhaupt geschehen ist.

Am Tag vor Trumps Ankündigung kam The Economist zu dem Schluss, dass „Donald Trump vier schlechte Optionen für den Krieg im Iran hat“: reden, abziehen, weitermachen oder eskalieren. Hier wurde jedoch argumentiert, dass „aus der Perspektive der Interessen von Trump 2.0 Gespräche und eine Eskalation die relativ am wenigsten schlechten Optionen sind – erstere, wenn man seine Interessen für bare Münze nimmt, und letztere, wenn hintergründige Absichten im Spiel sind“. Es geht darum, entweder die Weltordnung aufrechtzuerhalten oder sie durch die wahrscheinliche Zerstörung der gesamten Energieinfrastruktur am Golf radikal zu verändern.

Trump 2.0 könnte sich für die erste Option entscheiden, aus Angst vor den möglichen Gegenreaktionen, die auf die zweite folgen könnten – auch wenn es einige Zeit dauern würde, bis diese eintreten –, doch es gibt zwei US-Ziele, die in jedem Fall erreicht werden müssen, da es sonst nahezu unmöglich wäre, den Ausgang überzeugend als Sieg darzustellen. Diese sind die Erlangung der indirekten Kontrolle über die iranischen Energieexporte, um entweder China von den 13,4 Prozent seiner Ölimporte auf dem Seeweg (laut Statistiken des letzten Jahres) abzuschneiden oder dies als Druckmittel einzusetzen, sowie die Vereitelung des Petroyuan-Vorschlags, den der Iran kürzlich ins Spiel gebracht hat.

Der Iran könnte sein Raketenprogramm nach der Auffüllung eines Teils seiner Bestände einfrieren und später begrenzen sowie sein gesamtes hochangereichertes Uran an Russland abgeben; doch wenn China weiterhin auf den Iran als zuverlässigen, kostengünstigen Energielieferanten zählen kann, während es den Yuan zu einer globalen Reservewährung macht, hätten die USA verloren. Sollte der Iran den oben genannten Forderungen der USA, die im Grunde auf eine Nachahmung des venezolanischen Modells der „Regime-Anpassung“ (möglicherweise mit dem Parlamentspräsidenten) hinauslaufen, weiterhin nicht zustiommen, könnten die USA versuchen, die Insel Kharg zu erobern.

Die New York Times berichtete kürzlich darüber, wie sich dies entwickeln könnte, nämlich durch die 82. Luftlandedivision der Armee und/oder die 31. Marine Expeditionary Unit; doch wäre dies das ultimative Risiko, sollte sich Trump 2.0 dazu entschließen, da enorm viel auf dem Spiel steht und potenziell katastrophale Folgen drohen. Einerseits könnten die USA, falls sie Kharg erobern und die Kontrolle darüber behalten, ohne dass der Iran den Standort zerstört, von dem aus der überwiegende Teil seines Öls exportiert wird, diesen als Druckmittel in Verhandlungen nutzen.

So könnte Kharg beispielsweise gemeinsam verwaltet oder (wenn auch erst später) an den Iran zurückgegeben werden, im Austausch dafür, dass dieser Russland sein gesamtes hochangereichertes Uran übergibt, sich bereiterklärt, keine Energie mehr an China zu verkaufen, und seinen Petroyuan-Vorschlag fallen lässt. Eine Lockerung der Sanktionen könnte als eine Form der Wiedergutmachung folgen, wenn auch zunächst nur schrittweise, ebenso wie eine Aufteilung der Steuern auf den Transit durch die gemeinsam von den USA und dem Iran kontrollierte Meerenge. Sollte der Iran Kharg aus Rache zerstören, werden die USA den Rest seiner Energieinfrastruktur vernichten, und der Iran wird die des Golfs zerstören.

Die USA könnten sich vor dem globalen Chaos abschotten, indem sie sich in die westliche Hemisphäre zurückziehen, die sie nach dem Erfolg ihrer „Fortress America“-Strategie in den letzten 15 Monaten nun weitgehend beherrschen, während ihr systemischer Rivale China und alle anderen Akteure in der östlichen Hemisphäre – mit Ausnahme Russlands – darunter litten. Die unmittelbarste Folge für die USA wären die verlorenen Leben ihrer Soldaten, doch die Welt würde sich für immer radikal verändern.

Eine solche unheilvolle Entwicklung könnte in Gang gesetzt werden, sollten die USA das ultimative Risiko eingehen und versuchen, die Insel Kharg zu erobern, und der Iran entsprechend zurückschlagen.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Die Opfer der Kriegsfolgen

Von German-Foreign-Policy.com – 24. März 2026

Der Iran-Krieg droht in vielen Ländern Asiens zu akutem wirtschaftlichen Stillstand zu führen und einen Rekordanstieg der Zahl der Menschen auszulösen, die Hunger leiden. Berlin, mit den Aggressoren verbündet, ignoriert die Notlage.

Der von den USA und Israel, zwei engen Verbündeten der Bundesrepublik, losgetretene Angriffskrieg gegen Iran belastet zahlreiche Länder Asiens wegen der weitgehenden Unterbrechung der Treibstofflieferungen durch die Straße von Hormus schwer. Zu den am stärksten betroffenen Ländern gehört Indien, das in hohem Maße von Öl- und Gaslieferungen aus der Golfregion abhängig ist. Dort sind – von kleinen Restaurants bis hin zu Betrieben des größten Metallkonzerns im Land – Unternehmen aller Art von Betriebsstillständen bedroht. In Pakistan und Bangladesch mussten Maßnahmen zur Senkung des Treibstoffverbrauchs angekündigt werden, darunter die Schließung von Präsenzschulen und Universitäten. Auch Indonesien hat Sparmaßnahmen in allen Regierungsbehörden bekanntgegeben. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen warnt vor einer sich verschärfenden Hungerkrise, durch die die Zahl der Hungerleidenden weltweit um 45 Millionen steigen könnte. Aktuell zeichnet sich aufgrund der Genehmigung Irans für Schiffe nicht feindlicher Länder zur Durchfahrt durch die Straße von Hormuz ein wenig Erleichterung ab. Berlin, mit den Aggressoren verbündet, kümmert sich nicht um die Notlage in Süd- und Südostasien.

Firmen dichtgemacht

In Indien stehen Betriebe in verschiedenen Branchen vor der Schließung, da das Land in puncto Energiebedarf stark von Öl- und Gaslieferungen von der Arabischen Halbinsel abhängig ist. Es importierte vor dem Beginn des Iran-Kriegs etwa 40 bis 50 Prozent seines Rohöls, 50 bis 60 Prozent seines Flüssiggases (Liquefied Natural Gas, LNG) und etwa 80 bis 85 Prozent seines Brenngases durch die Straße von Hormuz. Nun drohen zum Beispiel Restaurants in ganz Indien dichtzumachen, da die meisten nur noch Gasvorräte zum Kochen für maximal zwei Tage vorrätig haben. Die Lagerbestände der Raffinerien und Händler reichen Schätzungen zufolge lediglich für etwa zwei bis drei Wochen aus.[1] Laut dem Präsidenten der Indian Hotels and Restaurants Association, Vijay Shetty, haben rund 20 Prozent aller Restaurants und Hotels in Mumbai bereits in den ersten zwei Wochen des Iran-Kriegs vorübergehend ihre Tätigkeit gestoppt. Im Distrikt Mobi in Gujarat haben wiederum rund 100 Keramikfabriken schon in den ersten Kriegstagen aufgrund des Mangels an Propangas den Betrieb eingestellt, während weitere 400 das gleiche Schicksal erwartet.[2] Die zunehmende Gasknappheit beeinträchtigt auch den Betrieb des führenden indischen Metallkonzerns JSW Group; einem seiner Stahlwerke droht in den kommenden Tagen die Schließung.[3]

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Trump hat das Ziel erreicht, dass die USA den weltweiten LNG-Markt dominieren

Von Thomas Röper – 24. März 2026

Der Iran-Krieg läuft für die USA nicht gut, aber Trump hat trotzdem ein wichtiges ein Ziel erreicht. Nach der Ausschaltung wichtiger LNG-Anlagen in Katar werden die USA in den nächsten Jahren den globalen LNG-Markt dominieren und einen nie dagewesenen Druck und Einfluss auf die Volkswirtschaften anderer Länder ausüben können.

Als die USA Ende letzten Jahres ihre neue Nationale Sicherheitsstrategie veröffentlicht haben, da habe ich mit meiner ersten Analyse ziemlich ins Schwarze getroffen. In der Sicherheitsstrategie ist Asien – nach den amerikanischen Kontinenten – die für Trump wichtigste Region der Welt und das wichtigste Land ist natürlich China, das die USA als ihren wichtigsten Konkurrenten ansehen.

Trumps Sicherheitsstrategie

Allerdings will Trump keinen Krieg mit China, wie ihn viele Falken in Washington erträumen, sondern in seiner Sicherheitsstrategie hat Trump geschrieben, die Indo-Pazifik-Region werde eines der zentralen „geopolitischen Schlachtfelder“, denn sie „trägt bereits fast die Hälfte zum globalen BIP bei (…) und dieser Anteil wird im Laufe des 21. Jahrhunderts zweifellos weiter steigen“. Man habe China zu stark werden lassen und müsse seine Politik ändern, denn China stelle eine wirtschaftliche Herausforderung dar, aber ein Krieg müsse verhindert werden. Die neue Strategie betrachtet China daher in erster Linie als wirtschaftliche Herausforderung und bekräftigt, dass Washington „die Wirtschaftsbeziehungen zur Volksrepublik China neu ausrichten und Gegenseitigkeit und Fairness priorisieren wird, um die amerikanische wirtschaftliche Unabhängigkeit wiederherzustellen“.

Mit anderen Worten: China wirtschaftlich zu besiegen ist eine von Trumps wichtigsten Prioritäten in der Außenpolitik. Und im Januar habe ich in einer weiteren Analyse erklärt, dass Trump die Weltherrschaft der USA über die Dominanz auf den weltweiten Energiemärkte wiederherstellen will.

Jetzt muss man nur noch eins und eins zusammenzählen und man versteht, dass Trump mit dem Iran-Krieg versucht, genau das zu erreichen. Der Krieg läuft für die USA ganz und gar nicht nach Plan, aber Trump scheint sein wichtigstes Ziel, nämlich die Dominanz über die LNG- und Ölmärkte zu gewinnen und China mit den Folgen des Krieges zu schwächen, schon so gut wie erreicht zu haben.

Die Dominanz auf dem LNG-Markt

Vor dem Iran-Krieg waren die Top-5 der LNG-Produzenten: Die USA (102 Mio. Tonnen pro Jahr), Australien (82 Mio. Tonnen), Katar (77 Mio. Tonnen), Russland (37 Mio. Tonnen) und Malaysia (32 Mio. Tonnen). Die USA Australien und Katar haben damit 60 Prozent des weltweiten LNG produziert.

Wenn Katar komplett ausfällt, dann fallen etwa 18 Prozent des weltweiten LNG weg. Entsprechend wächst die Marktmacht der anderen großen Player USA und Australien, wobei Australien bekanntlich ein loyaler Vasall der USA ist. Und diese beiden Länder zusammen würden dann die Hälfte des weltweiten LNG liefern, was eine wohl nie dagewesene Marktmacht darstellt.

China hat seine Öl- und Gasimporte zwar breit diversifiziert, aber trotzdem kommt ein beachtlicher Teil des Öls und Gases für China aus den Golfstaaten. Vor allem Katar ist als Lieferant von Flüssiggas (LNG) sehr wichtig. Aber nachdem in dem Krieg LNG-Anlagen in Katar schwer getroffen wurden, ist bereits klar, dass Katar auf Jahre hinaus weitaus weniger LNG liefern können wird, als vor dem Krieg, denn die Reparatur der Schäden wird laut Experten bis zu fünf Jahre dauern.

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Iranische Raketen können Deutschland erreichen, aber kaum Berichte in den Medien

Von Thomas Röper – 24. März 2026

Ein Element der Propaganda deutscher Medien besteht darin, Angst vor nicht existierenden Gefahren zu schüren, echte Gefahren aber zu verschweigen. Das hat die Reaktion deutscher Medien auf den iranischen Angriff auf die britische Basis Diego Garcia einmal mehr gezeigt.

In all den Jahren, in denen ich mich schon mit den Prinzipien der Propaganda deutscher Medien befasse, habe ich eines gelernt: Deutsche Medien verbreiten Angst vor angeblichen Gefahren, die es gar nicht gibt, verschweigen aber gleichzeitig tatsächlich existierende Gefahren. Man nehme als Beispiel nur all die Berichte seit 2022, Russland würde angeblich mit dem Einsatz von Atomwaffen drohen, was aber immer frei erfunden war. Als es im letzten Oktober aber tatsächlich zum ersten Mal eine russische Drohung mit Atomwaffen gab, haben die deutschen Medien darüber nicht berichtet.

Der Grund für diese Art der Propaganda ist klar: Den Menschen sollen Feindbilder in die Köpfe gepflanzt werden, und dazu erfinden Politik und Medien angebliche Bedrohungen. Tatsächliche Gefahren aber verschweigen sie, weil eine nach einem schrecklichen Ereignis geschockte Öffentlichkeit viel emotionaler auf das überraschend kommende Ereignis reagiert – und eine emotionalisierte Öffentlichkeit ist nun einmal viel leichter zu lenken, was gerade dann wichtig ist, wenn man zuvor undenkbare Entscheidungen umsetzen will.

Genau das erleben wir gerade im Iran-Krieg. Wie oft haben Politik und Medien uns in den nun fast 50 Jahren des Informationskrieges gegen den Iran erzählt, der Iran entwickle Raketen, mit denen er Europa erreichen kann. Und wenn er dann auch noch Atomwaffen entwickelt, dann könnte der Iran Europa atomar angreifen. Diese – all die Jahrzehnte unbegründeten – Panikmeldungen begleiten uns spätestens seit den 1990er Jahren.

Als die USA in 2000er Jahren ihre Raketenabwehr in Osteuropa planten, war das Thema beispielsweise ein Dauerbrenner, denn iranische Raketen waren der offiziell genannte Grund für den Bau der Raketenabwehr, denn Russland galt damals ja noch als Freund des Westens, weshalb versichert wurde, die Raketenabwehr sei natürlich nicht gegen Russland gerichtet.

An all diesen Meldungen war nie etwas dran, die Warnungen vor der Gefahr durch iranische Raketen war nur ein Propaganda-Trick, um von den tatsächlichen Absuchten abzulenken und um das Feindbild Iran noch tiefer in die Köpfe der Menschen zu hämmern. Alle Experten gingen davon aus, dass iranische Raketen eine Reichweite von maximal 2.000 Kilometern haben und dass sie daher für Europa ungefährlich seien.

Nun aber ist alles anders, denn der Iran hat vor einigen Tagen den britischen Stützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean angegriffen, der 4.000 Kilometer vom Iran entfernt liegt. Nach allem, was bekannt ist, konnten die beiden abgefeuerten iranischen Raketen abgefangen werden und es gab keine Schäden.

Der Iran dürfte auch gar nicht vorgehabt haben, bei dem Angriff Schaden anzurichten, denn dann hätte er mehr Raketen abgefeuert, um die Luftabwehr zu überlasten, während nur zwei Raketen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine leichte Beute für die Luftabwehr sind.

Das bedeutet, dass der Iran der Welt mit dem Angriff zeigen wollte, dass er über Raketen mit weitaus größerer Reichweite verfügt, als allgemein angenommen wurde. Das war eine Warnung und Machtdemonstration, aber kein Angriff mit dem Ziel, Schaden anzurichten.

Und natürlich war das auch und gerade eine Machtdemonstration in Richtung Europa, in dem viele Länder den USA erlauben, ihre Militärstützpunkte für Angriffe gegen den Iran zu nutzen, indem von dort aus Aufklärungs-, Tank- oder Transportflugzeuge starten und die Einsätze von US-Drohnen beispielsweise über Ramstein laufen. Da der Iran im Persischen Golf alle Länder angreift, die den USA erlauben, von ihrem Gebiet aus den Iran anzugreifen, dürfte die gleiche Logik auch gegenüber Europa gelten.

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Trumps Ultimatum an den Iran: Eine kriminelle Drohung mit Massenmord

Von der WSWS-Redaktion – 24. März 2026

Das Ultimatum, das US-Präsident Donald Trump am Samstagabend auf seinem Social-Media-Kanal veröffentlichte und am Montag verlängerte, muss als das verstanden werden, was es ist: eine Drohung mit völkermörderischer Gewalt gegen eine Nation von 90 Millionen Menschen, untermauert durch die ausdrückliche Drohung, die Infrastruktur zu zerstören, von der ihr Leben abhängt. „Wenn der Iran die Straße von Hormus nicht innerhalb von 48 STUNDEN VOLLSTÄNDIG UND OHNE DROHUNGEN ÖFFNET“, schrieb Trump, „werden die Vereinigten Staaten von Amerika seine verschiedenen KRAFTWERKE – BEGINNEND mit DEM GRÖSSTEN – angreifen und zerstören.“

Dies ist ein Akt politischer Kriminalität, wie er seit dem Zweiten Weltkrieg ohne Beispiel ist. Der einzige historische Vergleich, den man ziehen könnte, ist das Ultimatum, das die Truman-Regierung im August 1945, nach den Atombomben-Abwürfen auf Hiroshima und Nagasaki, an Japan richtete. Keine andere Regierung in der modernen Geschichte hat jemals so unverblümt damit gedroht, die elementaren Lebensgrundlagen einer gesamten Zivilbevölkerung als Bedingung für politische Unterwerfung zu zerstören.

Der Iran betreibt über 110 Kraftwerke. Auch eine nur teilweise Zerstörung würde eine Kette humanitärer Katastrophen auslösen, die sich über Tage, Wochen und Monate hinziehen würde. Innerhalb von 72 Stunden käme es zum Stromausfall in den Krankenhäusern, wodurch Tausende von Patienten, die auf lebenserhaltende Maßnahmen, Dialyse oder Beatmungsgeräte angewiesen sind, in unmittelbare Lebensgefahr gerieten. Innerhalb weniger Tage würden landesweit die Wasserpumpen ausfallen, und die Abwasserentsorgung würde zusammenbrechen, was die Voraussetzung für Massenausbrüche von Cholera, Typhus und Ruhr schaffen würde.

Trump präzisierte nicht, was er mit „DEM GRÖSSTEN“ meinte, doch das leistungsstärkste Kraftwerk im Iran ist das Damavand-Kombikraftwerk, das eine Leistung von 2.868 Megawatt erreicht. Es liegt 35 Kilometer südöstlich des Zentrums von Teheran und ist der wichtigste Stromknotenpunkt der Hauptstadt. Rund zehn Millionen Menschen wären gleichzeitig ohne Strom.

Hinzu kommt das Atomkraftwerk Bushehr, Irans einziger in Betrieb befindlicher kommerzieller Reaktor, der an der Golfküste liegt. Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Rafael Grossi, weist schon warnend darauf hin, dass ein direkter Angriff auf Bushehr „zu einer sehr hohen Freisetzung von Radioaktivität in die Umwelt führen könnte“, mit Folgen, die weit über den Iran hinausreichen. Doch um eine Katastrophe auszulösen, braucht es nicht einmal einen solchen direkten Angriff.

Die IAEO hat einen zweiten, ebenso verheerenden Mechanismus identifiziert: die Zerstörung der beiden Hauptstromleitungen, die das Kraftwerk mit Strom versorgen. Dies würde zum Schmelzen des Reaktorkerns führen und einen katastrophalen Ausfall der kritischen Sicherheitssysteme der Anlage auslösen. Selbst ohne eine Kernschmelze könnte ein Angriff auf das Kraftwerk in Bushehr zu einem Austritt von Radioaktivität in den Persischen Golf führen, was das Trinkwasser für Millionen von Menschen in der gesamten Region verseuchen würde.

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Putins oberster Berater glaubt, dass der Dritte Golfkrieg Afro-Eurasien für Jahre destabilisieren könnte

Von Andrew Korybko – 23. März 2026

Die „negativen Auswirkungen [des Krieges gegen den Iran] auf den agroindustriellen Komplex in Asien, Afrika und Europa“ können zu weitverbreiteter Hungersnot führen, während „die Stilllegung energieintensiver Industrien in Japan, der Republik Korea, Australien und der Europäischen Union“ zu weitverbreiteter Arbeitslosigkeit führen kann, wobei beides Unruhen auslösen würde.

Nikolai Patruschew ist einer von Putins ältesten Freunden und dient ihm bereits seit über einem Vierteljahrhundert als oberster Berater. Obwohl er nicht mehr Sekretär des Sicherheitsrates ist, gehört er nach wie vor zur Regierung und hat weiterhin das Ohr des Präsidenten. Deshalb ist seine Einschätzung zu bedeutenden Themen wie dem Dritten Golfkrieg, die er gerade in einem Interview mit „Kommersant“ geteilt hat, beachtenswert. Patruschew glaubt, dass die globalen systemischen Folgen des Konflikts Afro-Eurasien über Jahre hinweg destabilisieren werden.

Mit seinen Worten: „Die Operation ‚Epic Fury‘ ist faktisch zum Katalysator für die Umverteilung des globalen Energiemarktes und den Zusammenbruch der maritimen Logistik geworden“, was darauf zurückzuführen ist, dass der Golf nach den Schäden an seiner Infrastruktur nicht mehr als einer der Knotenpunkte der Weltwirtschaft fungiert. Daher „steigen die Energiepreise, die Frachtraten der großen Containerschifffahrtslinien und die Versicherungskosten. Die weltweiten Düngemittelexporte gehen zurück, was sich negativ auf den agroindustriellen Komplex in Asien, Afrika und Europa auswirkt.“

Er fügte hinzu, dass „Einschränkungen bei der Energieversorgung unweigerlich zur Stilllegung energieintensiver Industrien in Japan, der Republik Korea, Australien und der Europäischen Union führen werden“, was bedeutet, dass die Weltwirtschaft in eine langwierige Rezession stürzen wird, deren Ende nicht abzusehen ist. Der Dritte Golfkrieg hat sich auch für die USA als Bumerang erwiesen, indem er ihren Ruf als Garant für die Sicherheit ihrer Verbündeten, insbesondere jener, die ihre Stützpunkte beherbergen, diskreditiert hat, während der Iran die Golfstaaten weiterhin mit Vergeltungsschlägen bombardiert.

Betrachtet man die von Patruschew geäußerten Erkenntnisse über die Folgen des Konflikts, so sind die zuletzt genannten, die den Ruf und die regionalen Interessen der USA betreffen, relativ leichter zu bewältigen, da sich die USA im schlimmsten Fall eines vollständigen Chaos einfach aus der östlichen Hemisphäre zurückziehen könnten. Dies erklärt den Fokus der Nationalen Sicherheitsstrategie auf die Wiederherstellung der Hegemonie der USA über die westliche Hemisphäre als Quelle von Ressourcen und Märkten, um in einem solchen Szenario zu überleben und sogar zu florieren.

Bedauerlicherweise können sich die Länder Afro-Eurasiens nicht wie die USA vor der vom Golf ausgehenden globalen systemischen Instabilität schützen, was für viele Industrie- und Entwicklungsländer gleichermaßen wahrscheinlich Jahre der Unruhen bedeuten wird. Denn jede weitere großflächige Beschädigung der regionalen Energieinfrastruktur – deren Reparatur bereits viel Zeit in Anspruch nehmen dürfte – birgt die Gefahr, dass noch mehr Ressourcen vom Markt genommen werden, wodurch viele Länder nicht mehr in der Lage wären, ihren entsprechenden Bedarf zu decken.

Die „negativen Auswirkungen auf den agroindustriellen Komplex in Asien, Afrika und Europa“ können zu weitverbreiteter Hungersnot führen, während „die Stilllegung energieintensiver Industrien in Japan, der Republik Korea, Australien und der Europäischen Union“ zu weitverbreiteter Arbeitslosigkeit führen kann, wobei beides Unruhen auslösen würde. Russland wäre wahrscheinlich die einzige Oase der Sicherheit und Stabilität in der östlichen Hemisphäre, könnte aber den Export von Agrarprodukten, Düngemitteln und Energie an seine chinesischen und indischen Partner priorisieren, um auch ihnen zu helfen.

Wie dem auch sei, Afro-Eurasien als Ganzes würde wahrscheinlich noch jahrelang destabilisiert bleiben, während sich die USA in die westliche Hemisphäre zurückziehen, um sich von all dem abzuschotten und gleichzeitig das Chaos für „Teile-und-herrsche“-Zwecke zu instrumentalisieren; daher ist es unmöglich vorherzusagen, wie das alles enden könnte. Um es klar zu sagen: Dies ist nur das Worst-Case-Szenario und könnte noch teilweise abgewendet werden, doch die Tatsache, dass Putins oberster Berater Patruschew bereits unheilvoll darauf anspielt, deutet darauf hin, dass Russland sich aktiv auf das Schlimmste vorbereitet.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.