Moralische Bankrotterklärung: Bundeskanzler Friedrich Merz empfing den „Schlächter von Damaskus“, IS-Terrorist und ehemaliger Anführer der al-Nusra-Front, Ahmed al-Scharaa (Kampfname: „Abu Mohammed al-Dscholani“). Unter Mithilfe von CIA, Mossad und der Türkei hatte sich al-Scharaa Ende 2024 in Syrien an die Macht geputscht und seitdem Zehntausende Menschen, vorwiegend Andersgläubige, auf bestialische Weise hinrichten lassen.
Hätte es noch eines Beweises bedurft, dass die deutsche Unterstützung für den US-israelischen Angriffskrieg gegen den Iran nichts mit einem Kampf gegen Terror oder Unterdrückung zu tun hat, so hat ihn der Empfang des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin erbracht.
Die deutsche Staatsführung rollte dem Islamistenführer und de facto Diktator sprichwörtlich den roten Teppich aus. Bereits am Vormittag wurde al-Scharaa von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Schloss Bellevue empfangen. Anschließend nahm er an einem deutsch-syrischen Wirtschaftsforum im Auswärtigen Amt teil, bevor Bundeskanzler Friedrich Merz ihn im Kanzleramt mit militärischen Ehren und in demonstrativ vertrauter Atmosphäre begrüßte.
Wenn die Bezeichnung „islamistisch-terroristisch“ auf einen Staatsführer im Nahen Osten zutrifft, dann auf al-Scharaa. Unter seinem früheren Namen Mohammad al-Dscholani war er Emir der al-Nusra-Front, die zunächst eng mit dem „Islamischen Staat“ und später direkt mit al-Qaida verbunden war. Die Vereinten Nationen stuften die Organisation bereits 2013 als terroristisch ein.
Im selben Jahr schwor al-Scharaa in einer Videobotschaft dem damaligen al-Qaida-Führer Ayman al-Zawahiri die Treue. In der Folge unterstützte al-Qaida seine Milizen im syrischen Bürgerkrieg mit Kämpfern und Waffen. Die al-Nusra-Front verübte zahlreiche blutige Anschläge, bei denen unzählige Zivilisten ums Leben kamen.
Seitdem al-Scharaa und seine inzwischen in Hayat Tahrir al-Scham (HTS) umbenannte Miliz Ende 2024 mit Unterstützung der westlichen Mächte zur herrschenden Kraft in Damaskus aufgestiegen sind, hält die Gewalt gegen religiöse Minderheiten und politische Gegner unvermindert an. Darüber hat die World Socialist Web Site wiederholt berichtet. Tausende Alawiten, Drusen und Christen fielen dem islamistischen Terror unter al-Scharaa zum Opfer. Der ursprünglich bereits im Januar geplante Antrittsbesuch wurde von al-Scharaa verschoben, da er zu diesem Zeitpunkt dabei war, eine Militäroffensive gegen kurdische Kräfte zu führen. Dennoch wird die Gewalt des Regimes in den westlichen Medien systematisch heruntergespielt oder verschwiegen.
Zu den ersten Opfern des Irankriegs gehört das Völkerrecht, wie es nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt wurde. Fast alle Rechtsexperten sind sich einig, dass es keine völkerrechtliche Grundlage für den Krieg der USA und Israels gegen das Land mit 90 Millionen Einwohnern gibt. Es handelt sich um einen illegalen Angriffskrieg, um ein „Verbrechen gegen den Frieden“, wie einer der Hauptanklagepunkte gegen die Nazi-Verbrecher in den Nürnberger Prozessen lautete.
Es ist nicht das erste Mal, dass die USA und ihre Verbündeten das Völkerrecht missachten. So verstießen die Kriege gegen Jugoslawien (1999), gegen den Irak (2003) und gegen Libyen (2011) klar gegen internationales Recht. Doch damals versuchten die Angreifer noch den Schein zu wahren und die Kriege mit weit hergeholten Argumenten zu legitimeren.
Das ist heute nicht mehr der Fall. Sowohl US-Präsident Donald Trump, Kriegsminister Pete Hegseth und Außenminister Marco Rubio haben öffentlich verkündet, dass sie sich nicht länger um das Völkerrecht scheren.
Trump erklärte Anfang Januar, er brauche „kein internationales Recht“, nur die „eigene Moralität“ könne ihm Schranken setzen. Rubio verkündete auf der Münchner Sicherheitskonferenz, man dürfe künftig „die sogenannte globale Ordnung“ nicht mehr „über die Interessen unserer Bevölkerungen und unserer Staaten stellen“. Und Hegseth eröffnete den Irankrieg mit der Ansage, die USA kämpften „ohne dumme Einsatzregeln“ und „ohne politisch korrekte Kriegsführung“.
Die deutsche Regierung hat dies sofort unterstützt. Der offene Bruch des Völkerrechts kam ihr offensichtlich gelegen. Die herrschenden Eliten Deutschlands, die tief in die Verbrechen der Nazis verstrickt waren, haben die Nürnberger Urteile stets als Schmach empfunden, der sie sich nur widerwillig fügten.
Nachdem das Nürnberger Tribunal seine Arbeit eingestellt hatte, setzte die bundesdeutsche Justiz die Verfolgung der Nazi-Verbrechen nur zögerlich fort. Bis 2005 wurden in 36.400 Strafverfahren nur 6.700 von insgesamt 172.000 Beschuldigten verurteilt. Viele Massenmörder, an deren Händen das Blut von Hunderten und Tausenden klebte, wurden nie angeklagt und setzten ihre Karrieren unbehelligt fort. Die Schaltzentrale der Regierung, das Kanzleramt, wurde zehn Jahre lang von einem Mitverfasser der nationalsozialistischen Rassengesetze, Hans Globke, geleitet.
Die Financial Times veröffentlichte am Sonntag ein Interview mit US-Präsident Donald Trump, in dem dieser erklärte, „liebend gern“ werde er sich „das Öl im Iran nehmen“ – was nur mit einer massiven Ausweitung des US-Angriffskriegs und einer Bodenoffensive möglich wäre.
Trumps äußerte die Absicht, den Krieg massiv auszuweiten, nur einen Tag, nachdem sich (laut Angaben der Organisatoren) bis zu acht Millionen Menschen in allen 50 Bundesstaaten an den dritten „No Kings“-Protesten beteiligt haben ‒ der größte Protesttag in der Geschichte des Landes. Trotz der Versuche der Organisatoren, den Widerstand gegen den Irankrieg herunterzuspielen, brachten die Demonstrationen die überwältigende Ablehnung der Bevölkerung zum Ausdruck.
Das Financial Times-Interview erschien am gleichen Tag, an dem das Pentagon tausende zusätzliche US-Soldaten in die Region entsandte. Trump verglich die geplante Beschlagnahme des iranischen Öls mit Venezuela, wo die USA nach der Entführung von Präsident Nicolas Maduro die Ölindustrie „auf unbestimmte Zeit“ kontrollieren wollen. Trump sagte: „Ehrlich gesagt, am liebsten würde ich mir das Öl des Iran nehmen. (…) Aber einige Dummköpfe in den USA sagen: ‚Warum tun Sie das?‘ Aber das sind eben Dummköpfe.“
Ein solcher Schritt würde die Besetzung der Insel Charg erfordern, über die ein Großteil der iranischen Ölexporte abgewickelt wird. Trump erklärte der Financial Times: „Vielleicht erobern wir Charg, vielleicht auch nicht. Wir haben viele Optionen. (…) Es würde auch bedeuten, dass wir dort eine zeitlang bleiben müssten.“
Das Wall Street Journal berichtete, ebenfalls am Sonntag, Trump plane aktiv eine Militäroperation mit dem Ziel, fast 1.000 Pfund Uran aus dem Iran abzuziehen. Das Journal bezeichnete dies als „komplexe und riskante Mission, die den Einsatz von amerikanischen Truppen im Landesinneren für mehrere Tage oder länger erfordern würde“.
Das Ziel Nr. 4 der NATO ist die beispiellos intensive Unterstützung der Ukraine (die notabene weder ein NATO-Mitglied noch ein Mitglied der EU ist). Und da wundert man sich, wenn Russland das als klare militärische Bedrohung empfindet … (Screenshot der NATO-Website)
Einer der guten Wünsche der letzten Führung der Sowjetunion war die gleichzeitige Auflösung der beiden sich gegenüberstehenden Blöcke – der NATO und des Warschauer Pakts (WP). Dieser Wunsch wurde nur zur Hälfte erfüllt: Vor genau 35 Jahren, im Frühjahr 1991, hörte der Warschauer Pakt auf zu existieren. Der NATO-Block hingegen blieb nicht nur bestehen, sondern führte offensive Militäroperationen durch (gegen Jugoslawien, in Afghanistan und Libyen) und verdoppelte die Zahl seiner Mitglieder von 16 auf 32. Nach Beginn der russischen Sonderoperationen hat sich das Atlantische Bündnis nicht nur um Finnland und Schweden erweitert, sondern sich auf antirussischer Grundlage enger zusammengeschlossen, als dies in den Jahren des Kalten Krieges der Fall war. In Russland kam der Begriff „kollektiver Westen“ in Umlauf. In der ersten Hälfte der 2020er Jahre standen wir an der Westfront zum ersten Mal in der Geschichte unseres Landes einem einheitlichen Militärblock gegenüber, der ganz Europa und Nordamerika umfasste.
Mitte der 2020er Jahre begann sich die Lage jedoch zu ändern. Donald Trump, der nach vierjähriger Pause ins Weiße Haus zurückgekehrt war, machte sich daran, das System der Bündnisbeziehungen neu zu gestalten. Trump positionierte die USA nicht mehr als Führer, der paternalistisch und oft herablassend mit seinen Schützlingen umging, sondern als strengen Hegemon, der von den Verbündeten verlangte, die Kosten für ihre Verteidigung vollständig zu tragen. Diese Forderung beunruhigte die Europäer zunächst, die sich über viele Jahrzehnte daran gewöhnt hatten, dass der Löwenanteil der NATO-Ausgaben auf die USA entfiel, wurde aber akzeptiert.
Doch die Forderung nach Militärausgaben in Höhe von 5 Prozent des BIP war nur der Anfang. Die Europäer mussten zur Kenntnis nehmen, dass sich die geopolitischen und militärstrategischen Prioritäten Washingtons endgültig gewandelt hatten. China galt schon lange als Hauptkonkurrent der USA, doch die liberal-globalistische Ideologie der amerikanischen Demokraten verlangte nach der Zerschlagung des „autoritären Russlands“. Trump hingegen wechselte bereits in seiner ersten Amtszeit von einer Politik der „Einbindung“ Chinas in die Mitgestaltung der Welt als jüngerer Partner Washingtons zu einem Handels- und Technologiekrieg mit Peking. Mit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit im Weißen Haus wurde der Trend zur umfassenden Eindämmung der Volksrepublik China zum Kernstück der Außen- und Militärpolitik der USA.
von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 30. März 2026
Was sagen uns die ersten 30 Tage darüber, was im Nahen Osten passiert, und was passierte in der Nacht zum 30. März 2026 und an diesem Tag in Zusammenhang mit dem Angriffskrieg gegen den Iran.
Seit über 30 Tagen wütet jetzt der zerstörerische Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran. Zerstörerisch nicht nur gegen den Iran und die Golf-Anrainer-Staaten, welche den Angriff erleichterten durch Überflugrechte und Militärbasen, sondern für die ganze Weltwirtschaft. Und nach der Drohung der Türkei an die Kurden, sich rauszuhalten, sieht man, wie die Kreise immer weiter werden, ein typisches Szenario, aus dem sich ein Weltkrieg entwickelt.
Die Fronten sind inzwischen deutlich geworden. Auf der einen Seite die alten Kolonialmächte und die sinkende imperiale Macht USA, welche verzweifelt versuchen, den Aufstieg neuer Mächte zu verhindern. Und auf der anderen Seite der Globale Süden, repräsentiert durch die Mehrzahl der Länder, die sich in BRICS [das allerdings weder ein Sicherheits- noch ein politisches Bündnis ist und und das wohl auch nie werden wird; die GG-Red.] zusammengeschlossen haben, geführt durch Russland, China und inzwischen dem Iran, das durch den Krieg zusätzliches Gewicht erhalten hat.
Die Front, an der geschossen und gebombt wird, ist noch ziemlich verstreut. Im Donbas und der Ukraine, inzwischen im Irak, im südlichen Libanon, im Iran und in den Golfdiktaturen, welche [die] Basis für den Angriffskrieg gegen den Iran darstellen. Nicht zu vergessen im Jemen, der sich der Koalition der den Iran verteidigenden Bewegungen angeschlossen hat. Aber offensichtlich scharren viele mehr mit den Hufen, auf Seite des Irans Vergeltung zu üben, gestern erst wieder meldeten sich 23 Millionen Paschtunen in Pakistan.
Nachdem Selenskyj seine Drohnenspezialisten in den Nahen Osten geschickt hat, und dafür Geld für die Produktion von Waffen im Kampf gegen Russland erhält, und die USA sowohl in der Ukraine die Hauptrolle spielten, als auch unter Anfeuerung Israels im Nahen Osten den Krieg gegen den Iran begannen, Deutschlands Bundeskanzler sinngemäß von „unserer Drecksarbeit“ sprach, die getan werden müsse, sollte sich niemand mehr fragen müssen, was das für ein komischer Krieg gegen den Iran ist. Ganz sicher hat er nichts mit „der Bombe“ oder „wir bringen Demokratie und Freiheit“ zu tun.
07 Uhr 30
Was in der Nacht geschah
Jeder erwartet für heute Ölpreise, die wieder [auf] deutlich über 100 US-Dollar pro Barrel steigen, denn am Wochenende war die Eskalation wieder um eine Stufe angestiegen. In der letzten Nacht hat sich der Irankrieg zwischen Israel, den USA und dem Iran weiter zugespitzt, mit neuen Angriffen auf [die] Energieinfrastruktur, Drohnen-Einsätzen von iranisch unterstützten Milizen und diplomatischen Signalen.
Gegen 23 Uhr am 29. März 2026 kam es in Teheran und der Provinz Albors zu großflächigen Stromausfällen, nachdem israelische Streitkräfte Energieanlagen in der iranischen Hauptstadt angegriffen hatten. Das iranische Energieministerium bestätigte die Unterbrechungen, während die israelische Armee die Treffer auf Ziele in Teheran meldete. Die Angreifer scheinen tatsächlich den Iran zu provozieren, Israel Stromnetz auszuschalten, was einfacher ist, da es von wenigen großen Kraftwerken gespeist wird. Schon vor dem 12-Tage-Krieg hatte es in israelischen Medien Warnungen davor gegeben, dass evt. sogar die Hisbollah die Stromversorgung ausschalten könnte.
In der Nacht fing die israelische Armee zwei Drohnen des Jemens ab (im Westen „vom Iran unterstützten Huthis“), Sirenen heulten in Eilat. Die schon 2016 von Vertretern der Regionen gewählte Regierung der Nationalen Einheit unter Führung der AnsarAllah (Huthi) kündigte weitere Angriffe auf Israel an, „solange die Aggressionen andauern“.
Am frühen Morgen wurde ein UN-Blauhelmsoldat der UNIFIL im Südlibanon durch ein Geschoss getötet und ein weiterer lebensgefährlich verletzt. Das steht in Verbindung mit dem Versuch Israels, den Süden des Libanons zu besetzen, und wie führende Politiker Israels sagen „den Fluss Litani zur neuen Grenze Israels zu machen“.
Kaum hatten die Flugzeuge der Angreifer Irans Stromversorgung bombardiert, berichtete Kuwaits Elektrizitätsministerium gegen 3 Uhr am Morgen von einem Toten (einem indischen Arbeiter) und erheblichen Schäden durch einen iranischen Vergeltungsangriff auf eine Energie- und Wasserentsalzungsanlage. US-Präsident Donald Trump äußerte sich in einem aktuellen Interview zur Möglichkeit, dass [US-]amerikanische Truppen die iranische Öl-Insel Kharg (das wichtigste Öl-Terminal im Persischen Golf) einnehmen könnten. Er sprach von „vielen Optionen“ und einem möglichen „recht schnellen Deal“ mit Iran, betonte aber gleichzeitig angebliche Verhandlungen, um Ölpreise und Börsen zu beruhigen.
Die europäischen Staaten wollen die Ostsee für Handelsschiffe mit Ziel Russland blockieren und so 40 Prozent des russischen Seehandels unterbinden. Wird Russland sich das gefallen lassen, oder wird es reagieren? Und wenn es reagiert, wie?
Mir ist klar, dass manche Leser genervt mit den Augen rollen, wenn ich mal wieder davor warne, dass die Europäer einen Krieg gegen Russland provozieren. Aber die Entwicklungen sind in den letzten Tagen so sehr eskaliert, dass ich es als meine Pflicht ansehe, darüber ausführlich zu berichten, weil ich der Meinung bin, dass die Menschen in Deutschland und Europa davon wissen müssen, was im Schatten des Iran-Krieges gerade vor sich geht.
Daher habe ich heute schon eine Chronologie der Ereignisse veröffentlicht, mit denen die europäischen Staaten Russland dazu provozieren wollen, den ersten Schuss eines Krieges mit EU-Staaten abzugeben. Nun will ich näher auf die aktuellen Ereignisse eingehen, die die Europäer gerade angekündigt haben, und wie die Medien der Öffentlichkeit das verkaufen.
Der Wunsch, Russland wirtschaftlich zu erdrosseln
Etwa 40 Prozent des russischen Seehandels werden über den russischen Hafen St. Petersburg an der Ostsee abgewickelt. Da die EU offen verkündet hat, Russland wirtschaftlich erschöpfen zu wollen, ist das Vorgehen der EU gegen den russischen Handel über Petersburg – also die Blockade Ostsee – aus dieser Sicht nur folgerichtig. Die Blockade der Ostsee für den russischen Handel ist ein von europäischen Staaten schon lange offen verkündetes Ziel, wie man aus der oben verlinkten Chronologie der Ereignisse ersehen kann.
Und das wird auch offen gesagt, so sagte Bundeskanzler Merz im Februar beispielsweise in einem Interview:
„Dieser Krieg wird nach meiner Einschätzung erst zu Ende gehen, wenn eine der beiden Seiten erschöpft ist, entweder militärisch oder ökonomisch.“
Die Frage ist jedoch, ob Russland sich eine mit militärischen Mitteln durchgesetzte Blockade seines wichtigsten Handelshafens ohne Gegenwehr gefallen lässt, und ich denke, jedem muss klar sein, dass jedes Land der Welt, das dazu militärisch in der Lage ist, sich gegen solche Vorhaben notfalls militärisch wehren wird, wenn es keine andere Möglichkeit mehr sieht. Und dass Russland militärisch in der Lage ist, sich gegen so etwas zu wehren, wird wohl niemand bestreiten, auch wenn es unterschiedliche Meinungen über Verlauf und Ergebnis eines solchen Konfliktes geben dürfte.
Aber es muss, darauf will ich eingangs hinweisen, jedem klar sein, dass die europäischen Staaten mit ihren Maßnahmen bewusst einen heißen Krieg mit Russland provozieren. Das sage nicht ich, davor hat der für Fragen der Seefahrt zuständige Berater von Präsident Putin im Februar in einem Interview sehr deutlich gewarnt. Man weiß in den europäischen Hauptstädten also sehr genau, worauf man hinarbeitet.
Der belarussische Präsident versprach, an der nächsten Sitzung von Trumps „Friedensrat“ teilzunehmen, obwohl die USA ihn gedemütigt hatten, indem sie seinen Vertretern keine Visa für die Eröffnungssitzung erteilten, an der er selbst nicht teilnehmen konnte; Lukaschenko beharrt darauf, dass die USA „niemals die Absicht hatten“, Belarus und Russland auseinanderzubringen, und könnte bald ins Weiße Haus oder nach Mar-a-Lago eingeladen werden.
Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko versprach Ende März nach seinem jüngsten Treffen mit dem US-Sonderbeauftragten John Coale, dass er an der nächsten Sitzung des „Friedensrats“ teilnehmen werde, nachdem er behauptet hatte, er habe an der Eröffnungssitzung aufgrund einer von ihm damals durchgeführten unangekündigten Inspektion des Militärs nicht teilnehmen können. Seine Vertreter wurden jedoch von Trump gedemütigt, nachdem die USA ihnen keine Visa erteilt hatten.
Hier wurde analysiert, dass Trump Lukaschenko bereits als seinen Vasallen betrachtet und ihn entsprechend behandelt.
Diese Analyse argumentierte auch, dass der wahre Grund für seine Nichtteilnahme darin lag, zu vermeiden, sprichwörtlich Trumps Ring küssen zu müssen, wie es sein kasachischer Amtskollege vorhersehbar tat, und damit zu verhindern, dass dieser Eindruck ausgenutzt würde, um die Wahrnehmung wachsender Differenzen zwischen ihm und Putin in Bezug auf die USA zu verschärfen. Zu diesem Thema hatte Russland Belarus bereits vier Jahre vor dem für 2030 geplanten Durchführungstermin vor den Plänen des Westens für eine „Farbrevolution“ gewarnt, was hier als Botschaft Putins an Lukaschenko analysiert wurde.
Es wurde festgestellt, dass die im Vormonat radikal veränderte Wahrnehmung Polens durch Belarus das Ergebnis des wachsenden Einflusses der USA auf Weißrussland im Verlauf ihrer bilateralen Gespräche ist. Eine frühere Analyse vom letzten Sommer nahm an, dass diese darauf abzielen, Belarus und Russland zu spalten und zu beherrschen. Das Interesse der USA daran liegt auf der Hand, weshalb es doppelt verdächtig war, dass Lukaschenko nach seinem jüngsten Treffen mit Coale ebenfalls behauptete, die USA hätten „niemals die Absicht gehabt“, dies zu versuchen.
Kurz darauf bestätigte Coale gegenüber der Financial Times, dass „die USA erwägen, den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko zu einem Treffen mit Donald Trump im Weißen Haus oder in dessen Wohnsitz in Mar-a-Lago einzuladen“, wies jedoch darauf hin, dass „wir noch viel Arbeit vor uns haben, um dorthin zu gelangen“. Wichtig ist, dass Lukaschenko bei ihrem letzten Treffen weitere 250 Häftlinge begnadigte, die wegen „politischer Verbrechen“ – wie die USA sie bezeichnen – verurteilt worden waren, im Gegenzug dafür, dass die USA weitere Sanktionen aufheben, womit sich ein Muster aus dem letzten Jahr fortsetzt.
Derzeit ist die Annäherung zwischen Belarus und den USA greifbarer als die zwischen Russland und den USA, die nach dem Gipfeltreffen in Anchorage im vergangenen August ins Stocken geraten ist. Dies deutet darauf hin, dass die USA derzeit mehr daran interessiert sind, die Beziehungen zu Belarus wiederherzustellen als zu Russland, was der zuvor zitierten Analyse Glaubwürdigkeit verleiht, dass die USA beabsichtigen, die beiden Länder zu spalten und zu beherrschen, und dementsprechend Lukaschenkos Behauptung widerlegt, die USA hätten „niemals die Absicht“ gehabt, dies zu versuchen. Aus russischer Sicht ist nichts davon gut.
Zwar sind Russland und Belarus nach wie vor wirtschaftliche und militärische Verbündete innerhalb eines Unionsstaates, doch scheint es tatsächlich so, als würden die USA Russland nun an der belarussischen und kasachischen Front unter Druck setzen, als Teil einer neuen Einkreisungsstrategie, die darauf abzielt, Russland in der Ukraine zu Zugeständnissen zu zwingen. Diese Beobachtung bedeutet nicht, dass die USA bei einem der beiden Länder Erfolg haben werden, geschweige denn bei beiden, sondern lediglich, dass sie tatsächlich ein Machtmanöver gegen Russland in seinen beiden wichtigsten Nachbarländern durchführen. Russland hat daher durchaus Grund zur Sorge.
Die USA wollen entweder eine Überreaktion Russlands provozieren, die dessen Beziehungen zu Belarus zerstört, oder Lukaschenko dazu bewegen, überzulaufen; beides könnte dazu führen, dass er die Entfernung der russischen taktischen Atomwaffen und Hyperschallraketen anordnet und Belarus damit für eine Invasion anfällig macht. Lukaschenko muss daher in seinen Gesprächen mit den USA sehr vorsichtig vorgehen, alles vollständig mit Putin abstimmen und niemals vergessen, dass es Russland war, das Weißrussland vor der „Farbrevolution“ des Westens im Jahr 2020 bewahrt hat.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.
Nachdem 14 europäische Staaten vor einiger Zeit gedroht haben, Handelsschiffe mit Ziel Russland zu kapern, und die Ukraine Ziele in Russland inzwischen offen über den Luftraum von EU-Staaten angreift, ist ein Blick auf die Chronologie der Ereignisse interessant, mit denen Russland offensichtlich zur Abgabe des ersten Schusses für einen Krieg mit EU-Staaten provoziert werden soll.
Aus aktuellem Anlass veröffentliche ich hier eine aktualisierte Version eines Artikels über die Chronologie der Eskalation in der Ostsee, den ich im Mai 2025 erstmals veröffentlicht habe. Ich habe den Artikel umfassend aktualisiert, weil immer klarer wird, wie die europäischen Staaten gezielt darauf hinarbeiten, in der Ostsee einen Krieg mit Russland zu provozieren. Und wie so oft wird das nur offensichtlich, wenn man sich die Chronologie genau anschaut. […]
Nord Stream und Balticconnector
Am 26. September 2022 wurden beide Pipeline-Stränge von Nord Stream 1 und einer der beiden Pipeline-Stränge von Nord Stream 2 in der Nähe von Bornholm gesprengt. Bekanntlich wurde der Vorfall nie aufgeklärt und bekanntlich hat die Bundesregierung bei Parlamentarischen Anfragen zu der Sprengung gemauert.
Ein Jahr später, am 8. Oktober 2023, wurde eine andere Pipeline, die Balticconnector, die von Finnland nach Estland durch die Ostsee führt, beschädigt. Unmittelbar danach beschuldigten europäische Politiker und Medien Russland, es habe die Pipeline wahrscheinlich sabotiert und NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg kündigte am 11. Oktober 2023 ein entschlossenes Handeln der NATO an, sollte sich herausstellen, dass die Beschädigung der Pipeline ein „vorsätzlicher Angriff“ gewesen sei.
Allerdings stellte sich schnell heraus, dass Russland damit nichts zu tun hatte, worüber die Medien allerdings nicht in so großen Überschriften berichteten und natürliche entschuldigte sich auch kein europäischer Politiker dafür, Russland unbegründet beschuldigt zu haben.
Tatsächlich hatte das chinesische Schiff „New Polar Bear“ die Pipeline mit seinem Anker beschädigt, solche Vorfälle kommen immer wieder vor und sind leider Routine. Die Pipeline wurde repariert und im April 2024 wieder in Betrieb genommen, den Schaden übernahm die Versicherung.
Das Problem des russischen Handels
Nach der Einführung der Sanktionen gegen Russland 2022 brach der russische Außenhandel zunächst ein. Aber er erholte sich danach erstaunlich schnell.
Der wohl wichtigste russische Handelshafen ist St. Petersburg in der Ostsee, über den vor 2022 etwa 40 Prozent des russischen Seehandels abgewickelt wurden. Nach dem radikalen Einbruch des Handels 2022 erholte er sich jedoch schnell und schon im September 2023 war er fast wieder auf dem Niveau von vor 2022.
Da es der Plan des Westens war, Russland durch die Sanktionen wirtschaftlich in die Knie zu zwingen, war es absehbar, dass der Westen Maßnahmen gegen den Seehandel ergreifen würde. Aber die Sanktionen und der internationale Druck waren praktisch wirkungslos, also erdachte man radikalere Maßnahmen.
Aus gegebenem Anlass veröffentlichen wir einen Artikel erneut, der erstmals vor fast 20 Jahren (am 22.08.2006) auf dieser Seite veröffentlicht wurde. Das iranische Mullah-Regime, vermeintliche Ausgeburt alles Bösen, dessen angebliches Streben nach Atomwaffen als ideologische Begründung für den unprovozierten US-israelischen Angriffskrieg herhalten muss, ist Ergebnis einer Entwicklung, die durch den Sturz der demokratisch gewählten Regierung von Mohammed Mossadegh im Jahr 1953 ermöglicht und eingeleitet wurde. Inzwischen freigegebene Dokumente zeigen, dass der britische Auslandsgeheimdienst SIS bzw. MI6 beim Sturz Mossadeghs eine noch größere Rolle spielte, als in dem Artikel dargestellt. Das ändert jedoch nichts an der grundsätzlich richtigen Darstellung und Einschätzung der damaligen Ereignisse in dem Beitrag.(ab)
Am 19. August 1953 stürzten Offiziere der iranischen Armee die demokratisch gewählte Regierung unter Ministerpräsident Mohammed Mossadegh. Vorbereitet und inszeniert hatte den Militärputsch die CIA. Der Coup, der den gestürzten Schah wieder an die Macht brachte, war der erste in einer langen Kette von regime changes, bei denen der US-Geheimdienst seine schmutzigen Finger im Spiel hatte.
„Ich verdanke meinen Thron Gott, meinem Volk, meiner Armee – und Ihnen“, versicherte Schah Reza Pahlawi dem amerikanischen CIA-Agenten Kermit Roosevelt, als er am 22. August 1953 aus nur kurzem Exil nach Teheran zurückgekehrt war. Letzteres zumindest entsprach der Wahrheit, denn der Empfänger der kaiserlichen Dankesworte, ein Enkel des früheren US-Präsidenten Theodore Roosevelt, war einer der Drahtzieher des Coups, der zum Sturz des iranischen Ministerpräsidenten Mossadegh geführt und den käuflichen Monarchen zum mächtigsten Mann im Staat gemacht hatte. Mit der Rückkehr des Schahs auf den Thron wurde die soeben eingeleitete Entwicklung des Iran von einem feudalen, halbkolonialen Agrarstaat hin zu einer aufgeklärten und laizistischen Industrienation jäh abgeschnitten. Er bedeutete das Ende der iranischen Demokratie und den Beginn eines Regimes, das sich, gestützt von der „freien Welt“, auf Folter und Mord gründete.
Öl: Dreh- und Angelpunkt Öl der jüngeren iranischen Geschichte
Seit ihren Anfängen 1901 lag die Ölförderung in Südpersien in britischer Hand. Zwischen der 1909 gegründeten Anglo-Persian Oil Company (seit 1935: Anglo-Iranian Oil Company, AIOC, später umbenannt in BP) und der iranischen Regierung kam es immer wieder zu Streitigkeiten, u.a. weil der iranische Gewinnanteil nie korrekt berechnet und in voller Höhe ausgezahlt wurde. Ein 1933 unter Schah Reza Khan Pahlavi, einem früheren Kosakenoffizier, ausgehandelter Vertrag stellte zwar das Land materiell etwas besser, konsolidierte jedoch die Position der Briten. Seine strategisch günstige geographische Lage und die gestiegene Bedeutung des Öls in Kriegszeiten veranlassten die Alliierten 1941 das Land zu besetzen. Schah Reza Khan, der mit Hitler sympathisiert hatte, wurde zur Abdankung gezwungen und durch seinen Sohn Mohammed Reza ersetzt. Vermittels ihrer Aktienmehrheit an der AIOC, dem größten Konzern auf iranischem Staatsgebiet, behielten die Briten auch nach dem Zweiten Weltkrieg die Kontrolle über die iranischen Ölfelder. Im Verhältnis zum Gewinn, den die AIOC mit der Ausbeutung des iranischen Öls machte, war der Teil der Rendite, der an den Iran als Konzessionsgeber zurückfloss, verschwindend gering. Allein im Jahr 1950 erzielte die Gesellschaft einen Profit von 180-200 Mio. Pfund. Davon erhielt der Iran gerade einmal 16 Mio. Pfund, also nur knapp neun Prozent, als Anteil und Steuern. Während die Briten Milliarden Einkünfte aus dem iranischen Erdöl verzeichneten, fehlten dem Land wichtige finanzielle Mittel für die Entwicklung, und der Großteil der Iraner vegetierte am Existenzminimum dahin. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung über die Ausplünderung ihres Landes durch die Briten wurde daher immer lauter, zumal sich die AIOC in Verhandlungen strikt weigerte, seine Gewinne aus dem Ölgeschäft in dem von iranischer Seite gefordertem Umfang zu teilen.
Wie das Wall Street Journal und Axios am Donnerstag berichteten, plant die Trump-Regierung die Entsendung weiterer 10.000 Bodentruppen in den Nahen Osten, während der US-Angriffskrieg gegen den Iran in die fünfte Woche geht. Das Journal schrieb: „Wenn Präsident Trump grünes Licht gibt, könnten die USA bald mehr als 17.000 US-Bodentruppen in unmittelbarer Nähe des Iran stationiert haben.“
Zeitgleich hatte US-Außenminister Marco Rubio laut Medienberichten am Donnerstag gegenüber den Außenministern der G7-Staaten in Paris erklärt, der Krieg werde mindestens weitere zwei bis vier Wochen andauern. Auf die Frage nach Bodentruppen erklärte Rubio: „Der Präsident muss auf verschiedene Eventualitäten vorbereitet sein, die ich in den Medien nicht diskutieren werde.“
Der Aufmarsch von Bodentruppen, die in der Lage sind, in den Iran einzumarschieren, ist der eigentliche Inhalt von Trumps Behauptungen, er würde mit dem Iran verhandeln. Die US-Regierung hat wiederholt von Verhandlungen gesprochen, um ihre militärische Eskalation zu vertuschen: bei den Luftangriffen auf die iranischen Atomanlagen im letzten Jahr, bei der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar und jetzt in diesem Krieg. Am Mittwoch verlängerte Trump seine „Unterbrechung“ von Angriffen auf die iranische Energieinfrastruktur bis zum 6. April, während Israel seine Angriffe verschärfte – alleine am Donnerstag wurden eine Uran-Verarbeitungsanlage in Jesd, der Schwerwasserkomplex in Chondab und zwei der größten Stahlwerke des Iran angegriffen.
Jede Bodeninvasion der Insel Charg, ein zentraler Schwerpunkt der geplanten Operationen, würde beträchtliche Verluste für die USA nach sich ziehen. Wie das Wall Street Journal schrieb, müssten US-Schiffe auf dem Weg in die Straße von Hormus „enge, flache Gewässer durchqueren, die möglicherweise mit Seeminen versehen sind, flankiert von iranischen Truppen mit Raketen und Drohnen“. Seth Jones vom Center for Strategic and International Studies (CSIS) erklärte gegenüber dem Journal: „Überschall-Seezielflugkörper könnten innerhalb von Sekunden vom iranischen Festland aus starten.“
Laut CNN hat der Iran die Insel Charg, über die 90 Prozent seiner Ölexporte abgewickelt werden, mit zusätzlichen Truppen, Luftabwehrsystemen und Landminen entlang der Küste befestigt.