„Mad Max“ – Wie den Iran-Krieg beenden?

Von Michal Lüders – 19. März 2026

»Es sieht nicht gut aus im Nahen Osten, dabei hätte es doch so einfach sein können. So jedenfalls versuchte es uns Präsident Trump zu erklären. Du bombardierst ein paar Tage lang den Iran, die Führung wird ausgeschaltet, das Volk erhebt sich auf den Straßen und am Ende obsiegt die Freiheit. Und diese sehr schlichte Weisheit, die uns der amerikanische Präsident und mit ihm andere zu vermitteln versuchten, diese Weisheit wurde ja auch vielfach geglaubt.

Unmittelbar nach Kriegsbeginn war Bundeskanzler März der Meinung, dass es jetzt nicht an der Zeit sei, dass man nun die beiden Angreifer USA und Israel kritisiere, denn ich zitiere, „völkerrechtliche Einordnungen werden relativ wenig bewirken. Deshalb ist jetzt nicht der Moment, unsere Partner zu belehren“, so der Bundeskanzler Anfang März 2026. und Armin Laschet, sein Parteifreund, ebenfalls CDU Vorsitzender und des auswärtigen Ausschusses, erklärte in einer Talkshow, dass es doch nun wirklich nicht in Ordnung sei, irgendwelche Völkerrechtsdebatten zu führen, wo doch im Grunde genommen im Iran nun die Dinge gut am Laufen sein. Diese Aussagen sind in zweierlei Hinsicht bemerkenswert. Zum einen relativieren sie Rechtsgrundsätze. Im Grunde genommen sagen der Kanzler, sagen die, allgemein gesagt, die Parteien der „demokratischen Mitte“, sagen im Prinzip, das Völkerrecht gilt nicht mit Blick auf die Schurkenstaaten dieser Welt. Und da der Iran, nun Inkarnation des Bösen, verkörpert in Gestalt seines dortigen Regimes, muss man das Völkerrecht mit Blick auf den Iran auch nicht weiter beachten.

Und diese rechtliche Einordnung grenzt ans Absurde. Natürlich gilt das Völkerrecht uneingeschränkt, und wenn unsere Politiker ein wenig Geschichtsbewusstsein hätten, dann könnten sie sich erinnern an den Westfälischen Frieden von 1648, geschlossen zu Münster, als am Ende des 30-jährigen Krieges die damaligen Kriegsparteien sich darauf verständigten, dass niemand mehr Gebietsansprüche auf andere haben wolle und auch keine, wie man heute sagen würde, Regimewechsel in solchen Gebieten anstrebe, die nicht mit den eigenen in „Wertvorstellungen“ im Einklang stünden. Das ist eigentlich die Grundlinie des Völkerrechtes bis heute, und man glaubt das aber hier nun außer Kraft setzen zu können. Das ist natürlich auch der Gipfel der Doppelmoral. Wir erinnern uns, der russisch geführte „Angriffskrieg auf die Ukraine“ ist uneingeschränkt zu verurteilen, selbstverständlich hingegen der US-amerikanisch-Israelische Angriffskrieg auf den Iran nicht zu verurteilen, weil er hilft doch, den Menschen im Iran die Freiheit zu bringen. … ja so, ist ja für einen guten Zweck. Es geht ja um die Freiheit der Iraner. Darum geht es natürlich nicht. Das interessiert die Amerikaner einen feuchten Kehricht mit Verlaub, die Israelis ebenso … «

Der Mann, der Nein sagte

Von Sabiene Jahn 19. März 2026

Joe Kents Rücktritt erschüttert Washington und reicht weit über Amerika hinaus. Sabiene Jahn erklärt, warum dieser Rücktritt so viel Gewicht hat.

Ein hochrangiger Sicherheitsbeamter tritt zurück – nicht still, nicht im Hintergrund, stattdessen mit einem offenen Angriff auf die offizielle Begründung eines laufenden Krieges. Joe Kent, bis vor kurzem einer der zentralen Architekten amerikanischer Terrorismusbekämpfung, stellt  öffentlich eine weitreichende und entscheidende Frage: Was, wenn die Bedrohung, auf die sich dieser Krieg stützt, nie bestand? Sein Rücktritt ist mehr als ein persönlicher Schritt – er ist ein Riss im Fundament der politischen Erzählung der Vereinigten Staaten.

Der ehemalige Leiter des National Counterterrorism Center, Joe Kent trat am 17.März 2026 aus Protest gegen den Iran-Krieg aus der Trump-Regierung zurück. Bereits 2022 schilderte er im Gespräch mit der Journalistin Anya Parampil, wie seine Frau bei einem Anschlag in Syrien ums Leben kam – ein Ereignis, das er mit politischen Entscheidungen im Umfeld gescheiterter Abzugspläne in Verbindung bringt. Die persönliche Tragödie führte ihn damals in die Nähe Donald Trumps, der seinen Rücktritt nun scharf kritisierte. Sehen Sie sich das vollständige Interview aus dem Jahr 2022 mit Joe Kent an – dem ranghöchsten US-Beamten seit dem Vietnamkrieg, der aus Protest gegen einen Krieg zurückgetreten ist. Kent kandidierte zu dieser Zeit für den Kongress und trat gegen die kriegsbefürwortende Demokratin Marie Gluesenkamp-Perez an. Siehe dazu den Link am Ende des Artikels. (Das Bild ist ein Screenshot aus diesem Video.)

Nicht Explosionen erschüttern politische Ordnungen – es sind Bekenntnisse. Ein Satz genügt bisweilen, um das Gebäude der offiziellen Erzählung zu erschüttern. Joseph „Joe“ Kent, bis vor wenigen Stunden Direktor des „National Counterterrorism Center“, hat einen solchen Satz geschrieben. Er könne den Krieg gegen Iran „nicht guten Gewissens unterstützen“. Der Iran habe „keine unmittelbare Bedrohung“ dargestellt. Und mehr noch, dieser Krieg sei unter dem Druck Israels und einer mächtigen Lobby in den USA zustande gekommen. Es sind Worte, die nicht aus den Reihen der Opposition stammen, nicht aus einem Feuilleton und auch nicht aus den universitären Thinktanks. Es sind Worte aus dem Innersten der amerikanischen Sicherheitsarchitektur (1)(2)(3).

Wer ist dieser Mann, der sich offensiv gegen den Kurs seiner eigenen Regierung stellt? Um die Tragweite seines Rücktritts aus dem Staatsdienst zu verstehen, muss man das Amt begreifen, das Kent niedergelegt hat. Joe Kent ist kein Beamter aus der zweiten Reihe, kein pazifistischer Aktivist, auch kein akademischer Theoretiker. Er ist das Produkt genau jener Institutionen, deren Entscheidungen er nun infrage stellt. Kent ist ein 45-jähriger Veteran, stammt aus Sweet Home im Bundesstaat Oregon und wurde in Portland groß. Er diente rund zwanzig Jahre in der Armee, unter anderem im 75th Ranger Regiment, bei den Special Forces und im U.S. Army Special Operations Command. Das offizielle NCTC-Profil betont seine elf Kampfeinsätze in Nahost und anderen Hochrisiko-Regionen sowie mehrere militärische Auszeichnungen. Nach seiner Militärzeit arbeitete er als paramilitärischer Offizier für die CIA (4)(5). Politisch profilierte er sich anschließend als Vertreter eines Interventionismus-kritischen „America First“-Milieus, scheiterte jedoch 2022 und 2024 jeweils bei Kongresswahlen in Washington State.

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Europäische Mächte bereiten Beteiligung am Irankrieg vor

Von Peter Schwarz – 19. März 2026

Das Versprechen der EU-Außenminister vom Montag, sich nicht am Krieg gegen den Iran zu beteiligen („Das ist nicht unser Krieg“), hat gerade drei Tage gehalten. Gestern veröffentlichten die Staats- und Regierungschefs von Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Großbritannien und Japan eine gemeinsame Erklärung, in der sie sich verpflichten, die Straße von Hormus freizuhalten.

Die Erklärung erwähnt die USA und Israel, die den Iran vor 20 Tagen völkerrechtswidrig angegriffen haben und seither pausenlos bombardieren, mit keinem Wort. Stattdessen macht sie das Opfer für den Krieg verantwortlich und wirft dem Iran vor, das Völkerrecht zu brechen.

„Wir verurteilen aufs Schärfste die jüngsten Angriffe des Iran auf unbewaffnete Handelsschiffe im Golf, die Angriffe auf zivile Infrastruktur, einschließlich Öl- und Gasanlagen, sowie die faktische Sperrung der Straße von Hormus durch iranische Streitkräfte“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. „Die Freiheit der Schifffahrt ist ein Grundprinzip des Völkerrechts. … Wir bekunden unsere Bereitschaft, zu geeigneten Maßnahmen beizutragen, um eine sichere Durchfahrt durch die Meerenge zu gewährleisten. Wir begrüßen das Engagement der Staaten, die sich an den Vorbereitungsplanungen beteiligen.“

Das kann nur als Ankündigung verstanden werden, sich selbst am Krieg zu beteiligen, was die Außenminister vor drei Tagen noch abgelehnt hatten. Die gemeinsame Erklärung nennt zwar keine konkreten Schritte, und der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz sagte am Rande des EU-Gipfels, man werde sich erst nach dem Ende der Kampfhandlungen beteiligen. Doch die rasche Eskalation des Kriegs spricht eine andere Sprache.

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Netanjahu nutzt den Iran-Krieg zur Verwirklichung der „Groß-Israel“-Pläne

Von Jean Shaoul – 19. März 2026

Die rechtsextreme Regierung von Premierminister Benjamin Netanjahu nutzt den amerikanisch-israelischen Krieg gegen den Iran, um ein Groß-Israel zu errichten. Dafür ist sie bereit, jeden Widerstand, ob libanesisch, palästinensisch oder iranisch, zu zerschlagen.

Wenige Tage nach dem Angriff auf den Iran erklärten die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) der Hisbollah den Krieg. Damit wurde ein Plan aktiviert, der schon seit langem ausgearbeitet worden war, lange vor dem eher symbolischen Raketenbeschuss, mit dem die Hisbollah auf den Mord an dem Obersten Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, reagierte.

Israel hat das Waffenstillstandsabkommen mit der Hisbollah von 2024 mehr als 10.000 Mal gebrochen und damit seine Ablehnung jeder Verhandlungslösung offen zur Schau gestellt. Sein Ziel ist die Zerstörung der Hisbollah, die Beseitigung des iranischen Einflusses und die Unterwerfung des Libanon.

Die Hisbollah entstand in den 1980er Jahren als Massenbewegung der schiitischen Armen, geschmiedet im Schmelztiegel des libanesischen Bürgerkriegs – eines Krieges, der durch die Intervention der USA angeheizt wurde – und der brutalen israelischen Besetzung des Südens von 1982 bis 2000. Sie bleibt das wichtigste Hindernis für Israels Vorherrschaft über den Libanon.

Der israelische öffentlich-rechtliche Sender KAN berichtet, dass die Regierung erwägt, die Obergrenze für die Mobilisierung von Reservisten auf 450.000 anzuheben – fast das Doppelte der derzeit genehmigten Obergrenze – in Erwartung einer umfassenden Bodenoffensive. Die IDF haben die Massenevakuierung aller Bewohner südlich des Litani-Flusses und der südlichen Vororte Beiruts angeordnet und gleichzeitig Bodentruppen in den Libanon entsandt.

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20. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 16:15 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 19. März 2026

Es war Israel, das das größte Gasfeld des Irans, South Pars, angriff. Diese Quelle liefert 75 Prozent von Irans Erdgasproduktion und 85 Prozent der Elektrizität. Der Angriff erfolgte kurz nach der Ermordung des Generalsekretärs des Nationalen Sicherheitsrats des Irans, Ali Larijani. Und Simplicius meint, damit haben „die Dinge den Ventilator getroffen“. D.h. die nächste Eskalation wird unweigerlich durch den Iran definitiv eine Energiekrise auslösen, denn das Land übt regelmäßig spiegelgleiche Vergeltung.

„Dies führte dazu, dass der Iran die Angriffe umgehend auf Energieziele in Israel und am Golf eskalierte und insbesondere den Gasknotenpunkt Ras Laffan in Katar angriff, der als der größte der Welt gilt. Der Angriff war erfolgreich und soll massive Schäden an der Anlage verursacht haben, die nach Ansicht einiger Experten irreparabel sind. (…) Die bedeutendste Entwicklung in diesem plötzlichen Sturm der Enthüllung ist jedoch, dass die USA diese einseitigen israelischen Angriffe weder autorisiert noch daran teilgenommen haben, obwohl erste Berichte auf eine gemeinsame Durchführung hindeuteten. Gerüchte sickerten den ganzen Tag über durch, bis Trump es schließlich selbst in einem Wutausbruch in den sozialen Medien bestätigte, in dem er Israel für seine Unverfrorenheit scharf kritisierte und gleichzeitig dem Iran mit weiterer barbarischer Zerstörung drohte.“ (Weiterlesen in Englisch) Wir sehen also deutlich, wer die Welt in Katastrophe treibt, denn ohne Energie entstehen nicht nur Hungersnöte, sondern wird ein großer Teil der Welt um Jahre, wenn nicht Jahrzehnte in der Entwicklung zurückgeworfen. Aber das ist nicht die einzige Eskalation durch Israel in den letzten 24 Stunden.

Und schon brennt Ras Laffan in Katar.

07 Uhr 00

Aus Sicht des Globalen Südens haben sich in den letzten acht Stunden im Irankrieg weitere Eskalationen ereignet, die vor allem als Fortsetzung einer illegalen Aggression der USA und Israels gegen die Souveränität Irans wahrgenommen werden. Israels Armee hat erstmals seit Kriegsbeginn Ziele im Norden Irans angegriffen, darunter laut israelischen Medien Schiffe der iranischen Marine im Kaspischen Meer; dies wird im Globalen Süden als unerlaubte Ausweitung des Konflikts auf neutrale Gewässer und als Verletzung internationalen Rechts kritisiert.

Während Länder, die glauben stark zu sein, inzwischen ganz offen Völkerrecht und Menschenrecht missachten, versuchen schwache Länder immer noch, es am Leben zu erhalten. Gleichzeitig startete Israel eine neue Angriffswelle gegen militärische Infrastruktur im ganzen Land, bei der in der Nacht erstmals ein Öllager in Teheran bombardiert wurde – ein Schritt, der aus Sicht vieler Staaten des Globalen Südens die Energieversorgung der Region gezielt destabilisiert und vor allem Entwicklungsländer durch steigende Ölpreise trifft, weil unweigerlich eine Vergeltung folgen wird.

Der Iran reagierte mit einer neuen Welle ballistischer Raketen auf Israel, wobei Sirenen in Tel Aviv ausgelöst wurden und drei Privatflugzeuge beschädigt wurden; diese Gegenangriffe gelten im Globalen Süden nicht als Eskalation, sondern als legitime Verteidigung eines souveränen Staates gegen anhaltende Bombardements. Länder wie Südafrika und andere Vertreter des Globalen Südens fordern seit Beginn des Krieges einen sofortigen Waffenstillstand und bieten Vermittlung an, da sie den Konflikt als „illegalen Angriffskrieg“ der USA und Israels sehen, der die UN-Charta verletzt und globale Instabilität schürt.

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CIA-Dokumente enthüllen: USA beeinflussen seit Jahrzehnten das Wetter mit giftigen Substanzen

Von Peter F. Mayer – 19. März 2026

Freigegebene CIA-Akten aus dem Jahr 1965 zeigen, dass die US-Regierung untersucht hat, wie man das Wetter als Waffe einsetzen kann und es auch getan hat. Die Dokumente sind echt. Die Frage ist: Haben sie jemals damit aufgehört?

Freigegebene CIA-Dokumente aus dem Jahr 1965 belegen, dass die US-Regierung aktiv an der Wetterbeeinflussung als militärischem Instrument geforscht hat. Die Akten befassen sich mit Wolkenimpfung – dem Ausbringen von Chemikalien in die Atmosphäre, um Niederschläge und Sturmsysteme zu verändern – und enthalten Anträge auf eine Aufstockung der Mittel.

Dies war keine reine Theorie. Während des Vietnamkriegs führte das US-Militär die Operation Popeye durch, ein geheimes Programm zur Wolkenimpfung, das darauf abzielte, die Monsunzeit entlang des Ho-Chi-Minh-Pfads zu verlängern und nordvietnamesische Versorgungswege zu überfluten. Das Programm lief von 1967 bis 1972 und wurde der Öffentlichkeit erst bekannt, nachdem ein Journalist es aufgedeckt hatte.

Die Amerikaner atmen seit Jahrzehnten Luft, die mit ungeklärten Metallen versetzt ist, doch zwei lange verborgene Regierungsakten aus dem Jahr 1965 beweisen nun, dass das US-Militär den Himmel vor Jahrzehnten in ein Schlachtfeld verwandelte – ohne Zustimmung, ohne Aufsicht und mit giftigen Folgen, die noch immer in Lungen, Böden und Familien zu spüren sind. Diese Dokumente, die nach ihrer Freigabe stillschweigend archiviert wurden, beschreiben detailliert Pläne, Chemikalien aus Flugzeugen abzuwerfen, um Stürme und Monsune zu beeinflussen, direkt unterstützt von Präsident Lyndon B. Johnson. Ihr Wiederauftauchen entlarvt die Lüge, dass Wetterbeeinflussung jemals nur der „Dürrehilfe“ diente, während Robert F. Kennedy Jr. als Gesundheitsminister schwört, die Programme im Rahmen von MAHA zu zerschlagen, um die menschliche Gesundheit zu schützen und saubere Luft für alle wiederherzustellen.

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Israel wendet die „Gaza-Doktrin“ im Libanon und im Iran an

Von Faris Giacaman – 19. März 2026

Während der Krieg der USA und Israels gegen den Iran andauert und die Hisbollah eine zweite Front im Libanon eröffnet hat, ist Gaza zum neuen Modell dafür geworden, wie asymmetrische Kriege geführt werden.

Am frühen Donnerstag besuchte der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich die Grenze zum Libanon und versprach, dass „Dahiya sehr bald wie Khan Yunis aussehen wird“. Damit brachte er eine historische Wende zum Ausdruck, die sich in den letzten zwei Jahren in der Beziehung Israels zu den Völkern dieser Region vollzogen hat.

Die israelische Armee hat eine allgemeine Evakuierungsanordnung für den gesamten südlichen Stadtteil Dahiya in Beirut erlassen, in dem weit über eine halbe Million Menschen leben. In der Stadt herrscht weit verbreitete Panik. Ähnliche umfassende Evakuierungsanordnungen wurden für den Südlibanon erlassen, der neben Dahiya überwiegend aus der Bevölkerung besteht, die die soziale Basis der Hisbollah bildet. Vergleiche mit Gaza drängten sich den Menschen auf, da sie befürchten, dass Beirut das gleiche Schicksal der totalen Vernichtung ereilen würde, wie Kommentatoren hervorhoben.

Weitere Berichte erkennen ein ähnliches Muster in den „apokalyptischen“ Szenarien, die sich in Teheran ereignen. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat dies als „Tornado-Plan“ bezeichnet, um „Teheran zu zerstören“, und damit eine Strategie beschrieben, Ziele mit „hoher Sichtbarkeit in einer zivilen Umgebung“ in der Stadt zu zerstören. Erst gestern wurden im Rahmen dieser Kampagne zwei weitere Schulen im Südwesten Teherans angegriffen.

Während der Krieg der USA und Israels gegen den Iran in den siebten Tag geht und die Hisbollah eine zweite Front im Libanon eröffnet, ist Gaza zum neuen Modell dafür geworden, wie asymmetrische Kriege geführt werden. Dies markiert eine qualitative Abkehr vom bisherigen Vorgehen Israels bei militärischen Aktionen, auch wenn es weiterhin einer ähnlichen Logik folgt.

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Elite-Einheit der US-Marine auf dem Weg in den Nahen Osten und zunehmende Drohungen mit Bodenoffensive

Von Andre Damon – 19. März 2026

Die USS Tripoli

Die USS Tripoli, ein amphibisches Angriffsschiff mit der 31. Marine Expeditionary Unit an Bord, wurde am Dienstag bei der Durchfahrt der Straße von Malakka auf dem Weg zum Persischen Golf geortet. Sie brach am 11. März von der japanischen Insel Okinawa auf und soll bis Ende März im Nahen Osten eintreffen. Ihr Einsatz erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender Forderungen in den Medien und im politischen Establishment der USA nach einer Bodenoffensive im Iran.

Etwa 50.000 US-Militärangehörige sind bereits im Nahen Osten stationiert, unterstützt von zwei Flugzeugträgerkampfgruppen – der USS Abraham Lincoln im Arabischen Meer und der USS Gerald R. Ford im Roten Meer. Eine dritte, die USS George H.W. Bush, ist auf dem Weg ins Mittelmeer. Die USS Tripoli und ihre Marines werden die erste Einheit am Kriegsschauplatz sein, die für Bodenkampf trainiert ist.

Der Einsatz erfolgt vor dem Hintergrund einer dramatischen Eskalation des Kriegs. Am Dienstag wurde der iranische Sicherheitschef Ali Laridschani bei einem israelischen Luftangriff ermordet. Laridschani war Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats und faktisch Staatschef des Iran seit der Ermordung des Obersten Führers Ali Chamenei in den ersten Stunden des Kriegs am 28. Februar.

Am Dienstag sprach sich der republikanische Abgeordnete Pete Sessions (Texas) im Fernsehsender CNN offen für eine Invasion der Insel Charg durch US-Marines aus. Die Insel ist Irans wichtigster Exporthafen für Öl, von dem aus 90 Prozent der Rohölexporte des Landes abgewickelt werden. Absurderweise bestritt er, dass dies ein „Einsatz von Bodentruppen“ wäre.

Sessions erklärte: „Diese 2.500 Marines, die Marine Expeditionary Force, würden vermutlich die Insel sichern. Meiner Meinung nach handelt es sich bei der Insel nicht um einen Bodentruppeneinsatz im Kampf, sondern um die Sicherung der Anlage.“ Er machte einen Unterschied zwischen der Einnahme einer Insel und einem Kampfeinsatz „innerhalb des Irans, wo sie in den Städten sind, wo wir Situationen erleben, die wir in der Vergangenheit mit großen Bevölkerungszentren hatten, mit Kämpfern gegen uns, und es herrscht Chaos.“

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EDIP: Wie die EU Europa zur Kriegswirtschaft umbaut

Von Michael Hollister – 18. März 2026

Agnes Strack-Zimmermann wird in die Geschichte Deutschlands eingehen – als eine der Vorkämpferinnen einer katastrophalen Entwicklung …

Eine umfassende Analyse des »European Defence Industry Programme« und der »European Defence Industrial Strategie«

Europa befindet sich in einer tiefgreifenden Zäsur: Während zivile Industrien abwandern, soziale und infrastrukturelle Haushalte gekürzt werden, läuft parallel eine massive militärische Aufrüstung. Doch diese Aufrüstung erscheint nicht lediglich als Antwort auf geostrategische Bedrohungen – sie ist Teil einer viel weitergehenden strategischen Logik: Europas Wirtschaft wird von Friedens- auf Kriegswirtschaft umgeschaltet. In diesem Prozess spielen zwei EU-Instrumente eine Schlüsselrolle: die European Defence Industrial Strategy (EDIS) sowie das European Defence Industry Programme (EDIP).

1. Die Ausgangslage: Wirtschaft ohne Wachstum, Industrie in der Krise

Das westliche Wirtschaftsmodell beruht auf wachsendem Output, steigendem Konsum und expandierender Industrie. Doch genau dieses Modell gerät zunehmend unter Druck. Viele Industriezweige wandern ab, produktions- und energieintensive Branchen verlassen Deutschland und Europa. BASF verlagert Standorte nach China, Opel reduziert Kapazitäten, ThyssenKrupp kämpft ums Überleben. Gleichzeitig werden Sozial-, Infrastruktur- und Gesundheitsausgaben gekürzt – die öffentlichen Mittel konzentrieren sich auf neue Prioritäten.

In dieser Situation wird die militärische Industrie zur Alternative: Rüstung, Verteidigung, militärische Infrastruktur bieten große, staatlich gestützte Nachfrage mit langfristiger Perspektive. Wenn zivile Märkte stagnieren und klassische Wachstumsmotoren versagen, bleibt dem System eine historisch erprobte Lösung: die Umstellung auf Kriegswirtschaft.

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Die globale militärische Dominanz der USA bröckelt

Von Ralph Bosshard – 18. März 2026

Dass die Ära der globalen militärischen Dominanz der USA langsam zu Ende geht, zeigt der Krieg in der Ukraine schon seit Ende 2023. Wer sich nicht weigerte, das zu sehen, sah es schon länger. Dass die USA und Israel sich möglicherweise am Iran die Zähne ausbeißen könnten, zeichnete sich seit Juni vergangenen Jahres ab. Überraschend kommt jetzt aber, dass ausgerechnet das Vorprellen des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu die Erosion beschleunigte, vielleicht sogar einen Erdrutsch in Gang setzte, der weltweit Auswirkungen haben könnte.

In den Verhandlungen um das iranische Atomprogramm hatte Teheran nur wenige Stunden vor dem Angriff der Israelis und Amerikaner erstmals eingewilligt, kein angereichertes Uran mehr im eigenen Land zu lagern, was den Bau einer Atombombe faktisch unmöglich gemacht hätte. Dennoch griff Donald Trump dieses Zugeständnis nicht auf, um einen diplomatischen Erfolg zu verkünden, sondern entschied sich für eine militärische Eskalation.

Hier manifestierte sich der grundsätzliche Zielkonflikt zwischen Donald Trump und Benjamin Netanjahu: Während Trump einen Deal mit dem Iran anstrebte, will Netanjahu nach wie vor den Ian zerschlagen. Als Universal-Argument für immer wieder neue Kriege dient Netanjahu das iranische Uran, das über den Grad angereichert ist, den man für eine friedliche Nutzung brauchen würde. Die Iraner aber wollen das Uran nicht aus den Händen geben, ohne wesentliche Zugeständnisse zu erhalten, wie zum Beispiel die totale Aufhebung der seit Jahrzehnten in Kraft befindlichen Sanktionen. Mit anderen Worten: Netanjahu braucht das iranische Uran fast mehr, als die Iraner selbst. In dem Moment, als ein Deal in Aussicht stand, musste Netanjahu zuschlagen und die USA in einen Krieg hineinziehen (1).

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