Berg-Karabach: Die Weltgemeinschaft kapituliert vor dem „Recht“ des Stärkeren – eine absolute Tragödie!

Von Amalia van Gent – 21. September 2023

Steht dem besiegten, armenisch-besiedelten Berg-Karabach nun auch die ethnische Säuberung bevor? Es ist zu befürchten. – Die Bilder, die aus dem besiegten, armenisch-besiedelten Berg-Karabach an die Weltöffentlichkeit gelangen, sind beschämend: Abertausende von Menschen, die aus umliegenden Dörfern in langen Flüchtlingstrecks zum Hauptort des Gebiets Stepanakert ziehen und in dieser von Artilleriebeschuss und dem massiven Einsatz von Drohnen getroffenen Stadt in den Straßen hausen. Abertausende andere wiederum, welche die im Umfeld des Flughafens stationierten russischen Friedenstruppen verzweifelt um Schutz anflehen. Gebrechliche und alte Menschen, die in Trauer in ihren Bunkern ausharren. Und nicht zuletzt Kinder, bis an die Knochen abgemagert, die verletzt in einem Spitalbett liegen. Im Paradies leben … Seit Mittwoch ist Berg-Karabach nun ganz unter der Kontrolle von Aserbaidschan. Die armenischen Verteidiger wurden innerhalb von 24 Stunden zur Kapitulation gezwungen. Innerhalb dieser Zeit sollen gemäß letzten Angaben der Ombudsstelle für Menschenrechte in Berg-Karabach 200 Menschen getötet und mehr als 400 verletzt worden sein. Am Mittwochabend deklarierte Aserbaidschans Herrscher Ilham Alijew in einer Ansprache an die Nation seinen Triumph: „Nach der Kapitulation der verbrecherischen Junta ist diese Quelle der Spannung, diese Giftküche, bereits Geschichte“. Und er versprach den 120.000 Karabach-Armeniern, unter seiner Herrschaft fortan „ein Leben im Paradies, in dem ihre religiösen und kulturellen Rechte respektiert werden.“

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Wieso ruft Bundesregierung bei Bergkarabach zu Friedensverhandlungen auf – nicht aber im Ukraine-Krieg?

Von Florian Warweg – 21. September 2023

Sowohl Bundeskanzler Olaf Scholz als auch das Auswärtige Amt unter Annalena Baerbock haben die Konfliktparteien im Kampf um Bergkarabach „zur Rückkehr an den Verhandlungstisch“ aufgerufen. Die NachDenkSeiten fragten auf der Bundespressekonferenz nach, wieso die deutsche Außenministerin im Falle des einen Konflikts alle Parteien zu Friedensverhandlungen aufruft, und im Falle des anderen das Mantra verbreitet, dass man mit Aggressoren nicht verhandeln könne.

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Biden, Scholz, Selenskyj und führende Generäle fordern Ausweitung des Kriegs gegen Russland

Von Andre Damon und Johannes Stern – 21. September 2023

Die USA und Deutschland haben am Dienstag mit zwei gleichzeitigen Auftritten alles daran gesetzt, um die Eskalation des Kriegs in der Ukraine voranzutreiben: US-Präsident Joe Biden und Bundeskanzler Olaf Scholz vor den Vereinten Nationen und hochrangige Militärs beider Länder auf dem Stützpunkt in Ramstein, die versprachen den Krieg fortzusetzen, „solange es notwendig ist“. Nach dem Scheitern der ukrainischen „Frühjahrsoffensive“, die trotz Zehntausender toter Soldaten nicht zu nennenswerten Geländegewinnen geführt hat, weiten die USA ihre direkte Beteiligung am Krieg aus. Ende der Woche wird Selenskyj das Weiße Haus und das Pentagon zu Krisengesprächen besuchen, nachdem er führende Mitglieder des ukrainischen Verteidigungsministeriums entlassen hat. Biden will die Bewilligung von weiteren 21 Milliarden Dollar für den Ukraine-Krieg sicherstellen – zusätzlich zu den über 150 Milliarden Dollar, die bereits geflossen sind. Biden erklärte in seiner Rede vor den Vereinten Nationen: „Die USA werden, gemeinsam mit unseren Verbündeten und Partnern überall in der Welt, weiterhin an der Seite der tapferen Bevölkerung der Ukraine stehen, die ihre Souveränität, ihre territoriale Integrität und ihre Freiheit verteidigen.“ Weiter erklärte er, der Krieg gegen Russland sei eine Investition in „die Zukunft aller Länder, die eine Welt anstreben, die von grundlegenden Regeln geleitet wird, die für alle Staaten gleichermaßen gelten und die das Recht jedes Landes, egal ob groß oder klein, auf Souveränität und territoriale Integrität verteidigen“. Biden behauptete: „Russland allein trägt die Verantwortung für diesen Krieg. Russland allein hat die Macht, diesen Krieg sofort zu beenden. Und es ist Russland allein, das dem Frieden im Weg steht – sein Preis für den Frieden ist die Kapitulation der Ukraine, das Staatsgebiet der Ukraine und die Kinder der Ukraine.“

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Medienmob lyncht Komiker und Schauspieler Russell Brand nach Vorwürfen sexuellen Missbrauchs

Von Thomas Scripps – 21. September 2023

Der britische Komiker, Schauspieler und Gesellschaftskritiker Russell Brand wurde von vier Frauen der Vergewaltigung, sexueller Übergriffe und kontrollierendem und missbräuchlichem Verhalten bezichtigt. Diese unbelegten Vorwürfe waren, allesamt anonym, im Rahmen einer gemeinsamen Untersuchung erhoben worden, die vor vier Jahren von der Times, der Sunday Times und der Channel 4-Sendung „Dispatches“ eingeleitet wurde. Sie wurden am Wochenende veröffentlicht und gerieten schnell in den Mittelpunkt der weltweiten Berichterstattung. Um Brand zu diskreditieren und zu vernichten, wurden beträchtliche Mittel aufgewandt. Der Angriff auf den Komiker wirkt in jeder Hinsicht wie ein „Auftragsrufmord“ im Stil der #MeToo-Kampagne, wie sie gegen die Schauspieler Kevin Spacey, Johnny Depp und zahlreiche weitere Personen organisiert wurden. In Brands Fall kommen seine dem Establishment zuwiderlaufenden Positionen in mehreren Fragen hinzu, einschließlich des Ukrainekriegs. Brand betont in einer Videobotschaft, er „weise sämtliche Vorwürfe zurück“ und fügt hinzu, er sei in einem Zeitabschnitt seines Lebens „sexuell sehr freizügig gewesen. Aber in dieser Zeit… waren alle meine Beziehungen völlig einvernehmlich. Ich ging damit immer offen um… Dass diese Transparenz in etwas Kriminelles verwandelt wird, was ich absolut ablehne, wirft die Frage auf, ob es dabei eigentlich um etwas ganz anderes geht.“ Unter Bezugnahme auf seine Podcasts und andere öffentliche Präsentationen behauptet er außerdem, dass „es eine ernstzunehmende und konzertierte Agenda gibt, um diese Art von Räumen und diese Art von Stimmen zu kontrollieren, und ich meine damit meine Stimme ebenso wie eure Stimme“. Das Video von Brand, in dem er den medialen Angriff zurückweist, wurde auf X/Twitter fast 69 Millionen Mal angesehen und erhielt fast 200.000 Likes. Die hysterische Reaktion der Medien auf die Meldungen über Brand, vor allem diejenigen des Guardian und anderer nominell „liberaler“ Zeitungen, sind eine Gefahr für grundlegende juristische und demokratische Prinzipien. Sie haben Brand a priori für schuldig erklärt, ihn zu einem Paria gemacht und so jede Aussicht auf einen künftigen fairen Prozess gefährdet.

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Nach der Flut in Griechenland: 17 Todesopfer, über 200.000 verendete Tiere und hohe Seuchengefahr

Von John Vassilopoulos – 21. September 2023

In den Fluten nach dem Sturm Daniel, der Anfang September über Griechenland hinwegfegte, sind mindestens 17 Menschen gestorben. Alle Todesfälle ereigneten sich in der mittelgriechischen Region Thessalien. – „Daniel“ war der größte jemals aufgezeichnete tropische Wirbelsturm im Mittelmeer, der in Griechenland, Bulgarien, der Türkei und zuletzt auch in Libyen massive Überschwemmungen verursachte. In Libyen sind Schätzungen zufolge weit über 20.000 Tote zu beklagen. Große Flächen Thessaliens wurden in einen riesigen See verwandelt, darunter auch Gebiete in Larissa und Volos, den größten Städten der Region. Angesichts der großen Zahl von Migranten ohne Papiere, die bei der Ernte in der thessalischen Landwirtschaft beschäftigt sind, ist die tatsächliche Zahl der Todesopfer wahrscheinlich viel höher. … Auf einer Pressekonferenz erklärte Vassilis Kikilias, der Minister für Klimakrise und Katastrophenschutz der rechten Regierungspartei Nea Dimokratia (ND): „Ich weiß, dass das Wort ‚beispiellos‘ schon oft verwendet wurde und vielleicht keinen Eindruck hinterlässt. Aber in diesem Fall wird selbst dieses Wort der Schwere des Phänomens nicht gerecht. Wir sprechen hier von unvorstellbaren Wassermengen.“ In Wirklichkeit wusste die Regierung im Voraus, dass der Klimawandel ein solches Ereignis wahrscheinlicher macht. Die eigenen Karten des Umweltministeriums aus dem Jahr 2018 wiesen die meisten der jetzt betroffenen Gebiete bereits als Hochrisikogebiete aus.

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„Brutaler Angriff Russlands“ – Baerbocks Aussagen zu Kostjantyniwka bringen Auswärtiges Amt in Erklärungsnot

Von Florian Warweg – 21. September 2023

Am 6. September 2023 schlug eine Rakete auf dem Markt in Kostjantyniwka in der Oblast Donezk ein und tötete mindestens 16 Zivilisten. Die deutsche Außenministerin Baerbock sprach umgehend von einem „brutalen Angriff Russlands auf unschuldige Menschen, die friedlich auf einem Markt einkaufen“. Doch eine detailliert belegte Recherche der New York Times widerspricht dieser Aussage und kommt zum Schluss, dass es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um eine von ukrainischen Militärs abgeschossene Rakete handelte. Die NachDenkSeiten wollten auf der Bundespressekonferenz vom Auswärtigen Amt wissen, auf welcher Informationsgrundlage Baerbock ihre damalige Vorverurteilung Russlands traf.

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Die Grundsatzrede des russischen Außenministers Lawrow im UN-Sicherheitsrat im O-Ton

von Sergej Lawrow (Übersetzung: Thomas Röper) – 21. September 2023

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat im UN-Sicherheitsrat eine Grundsatzrede zur Ukraine-Krise und zum Verhältnis des Westens zum Völkerrecht gehalten, deren Inhalt die deutschen Medien natürlich verschweigen werden. … Lawrows Rede … dürfte eine der wichtigsten Reden der letzten Zeit gewesen sein, denn er hat den russischen Standpunkt zur Ukraine-Krise, zum Völkerrecht und zum Verhalten des US-geführten Westens im Detail dargelegt. Die Rede zeigt übrigens auch den Unterschied zwischen russischen und westlichen Politikern, denn Lawrow hat alle seine Ausführungen mit konkreten Bestimmungen des Völkerrechts untermauert und ausführlich daraus zitiert, während westliche Politiker in der UNO infantile Phrasen dreschen und Parolen wiederholen, was man an den Reden, die Bundeskanzler Scholz, der ukrainische Präsident Selensky oder US-Präsident Biden am gleichen Tag vor der UN-Generalversammlung gehalten haben, sehr schön sehen konnte. Daher habe ich die komplette Rede von Lawrow übersetzt.

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Neuigkeiten im Fall Assange

Von Moritz Müller – 20. September 2023

In der letzten Zeit scheint etwas Bewegung in den Fall Julian Assange gekommen zu sein. Die australische Regierung hat sich zu guter Letzt eingeschaltet und übt öffentlichen Druck auf die zuständigen Behörden in den USA aus, die Anklage(n) fallen zu lassen. Eine Delegation, die über 60 australische Parlamentarier vertritt, befindet sich auf dem Weg in die USA. Es finden auch in Deutschland weiter Mahnwachen statt, auf denen die Freilassung von Julian Assange gefordert wird, so z.B. diese Woche am Donnerstag in Berlin und Bremen, am Freitag in Berlin und Paderborn und am Samstag in Bonn. Man kann dort interessante Menschen, die Engagement zeigen, treffen. Nachfolgend der aktuelle Newsletter von FreeAssangeBerlin … Am Ende noch einige zusätzliche Links von Moritz Müller.

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Die Heuchelei des US-Imperialismus zu den Überschwemmungen in Libyen

Von Patrick Martin – 19. September 2023

Am Wochenende rief der ehemalige Präsident Barack Obama seine 132 Millionen Follower auf Twitter (X) dazu auf, Spenden an Hilfsorganisationen zu schicken, die den Menschen in der libyschen Stadt Darna helfen. In der Flutkatastrophe, die Darna heimgesucht hat, sind nach Schätzungen lokaler Behörden weit über 20.000 Menschen ums Leben gekommen. „Wenn Sie den von den Überschwemmungen in Libyen betroffenen Menschen helfen wollen, sollten Sie sich diese Hilfsorganisationen ansehen“, schrieb Obama und zitierte einen Aufruf seiner eigenen Stiftung. Diese Äußerung hat in den sozialen Medien eine Flut feindseliger Kommentare ausgelöst, die zu Recht darauf hinweisen, dass Obama selbst für die Bedingungen verantwortlich ist, die die libysche Katastrophe erst ermöglicht haben. Seine Regierung stand 2011 an der Spitze des US-geführten NATO-Krieges, der das Regime des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi zu Fall brachte. Die Bombardierung setzte den langwierigen Bürgerkrieg in Gang, der immer noch andauert und ein Land verwüstet hat, das einst als das reichste Afrikas galt.

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Wie das Einfuhrverbot russischer Autos in den EU-Staaten umgesetzt wird

Von Thomas Röper/TASS – 19. September 2023

Die EU-Kommission hat die Anweisung gegeben, keine in Russland zugelassenen Autos mehr einreisen zu lassen. Auch die Konfiszierung bereits in der EU befindlicher Autos ist möglich. Hier zeige ich, was über die Umsetzung der Maßnahmen bisher bekannt ist. – Vor drei Tagen habe ich darüber berichtet, dass die EU keine in Russland zugelassenen Autos mehr einreisen lässt und dass auch die Konfiszierung von in der EU befindlichen in Russland zugelassener Autos droht. Die Regelung gilt nicht nur für Autos, sondern für insgesamt 180 Warengruppen, darunter Mobiltelefone und Audio- und Videoaufnahmegeräte, Koffer, Portfolios, Kleidungsstücke, Zahnpasta, Shampoo und andere Hygieneprodukte. Da die EU-Staaten die Regelung immer noch in Details unterschiedlich umsetzen, zeige ich hier den aktuellen Stand der Umsetzung auf. Die russische Nachrichtenagentur TASS hat zusammengefasst, wie das derzeit in welchem Land umgesetzt wird und ich habe den TASS-Artikel übersetzt.

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