Deutliche Warnung? „Politico“ spekuliert über die Folgen von Selenskys Ermordung

von Thomas Röper – 1. August 2023

Politico hat in einem Artikel die Folgen einer Ermordung des ukrainischen Präsidenten Selensky durchgespielt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen kann ich nicht umhin, darin eine deutliche Warnung an Selensky zu erkennen. – Der Politico-Artikel, um den es geht, ist auf den ersten Blick ein recht primitives Stück anti-russische Propaganda, weil darin die Legende gesponnen wird, dass Russland schon viele internationale Attentate durchgeführt habe. Dazu werden die üblichen Beispiele der westlichen Medien angeführt, wie zum Beispiel die Skripal-Geschichte, die Russland bis heute angehängt wird, obwohl die Geschichte objektiv in eine andere Richtung weist, während die vielen internationalen Attentate der CIA, die unbestrittener Weltmeister in der Disziplin der politischen Morde ist, natürlich nicht erwähnt werden. Auf diesem Narrativ der angeblich massenhaften politischen Morde Russlands spinnt Politico die Geschichte durch, dass Russland Selensky ermorden wolle und fragt, was danach passieren würde. Die Antwort ist für Experten wenig überraschend, denn laut Politico wäre das psychologisch vielleicht für viele ein Schock, aber de facto würde Selenskys Ermordung politisch keine ernsthaften Folgen haben. Vor dem Hintergrund des RAND-Papiers, über das ich seit Monaten berichte und in dem Verhandlungen mit Russland gefordert werden, gegen die Selensky sich bisher öffentlich sperrt, indem er auf seinen inzwischen vollkommen unrealistischen Maximalforderungen besteht, ist ein Teil des Politico-Artikels besonders interessant: „Seine Eliminierung würde wahrscheinlich viele dieser Menschen fassungslos zurücklassen und unsicher machen, wie es weitergehen soll. Das könnte den Druck für Verhandlungen und Kompromisse erhöhen.“ Ich vermute, dass dieser Politico-Artikel durchaus als Warnung an Selensky zu verstehen ist, sich dem Wunsch der USA zu beugen und mit Russland in realistische Verhandlungen einzutreten.

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Was deutsche Medien verschweigen: Warum der Niger für den Westen so wichtig ist

Von Thomas Röper – 1. August 2023

Die deutsche Berichterstattung über den Putsch und die Lage in Niger kann man nur als bewusste Desinformation bezeichnen, denn die deutschen Leser erfahren nicht, worum es in Niger tatsächlich geht. – Der Putsch im Niger macht in Deutschland Schlagzeilen, aber worum es geht, erfahren deutsche Leser nicht, wie ich am Beispiel dessen aufzeigen möchte, was der Spiegel als „Berichterstattung“ bezeichnet. Im Niger geht es im Kern um zwei Themen, die wir uns gleich anschauen werden, anschließend schauen wir uns, wie der Westen auf die Ereignisse in Niger reagiert. … Ich habe schon 2018 einen Artikel über die Gründe des Bundeswehreinsatzes in Mail geschrieben, mit dem die Bundeswehr die französische Armee unterstützt hat. Bei dem Militäreinsatz in Mali ging es nicht um die Bekämpfung irgendwelcher Terroristen, wie offiziell erklärt wurde, es ging um die Sicherung der französischen Dominanz in der Region, und vor allem ging es dabei um das Nachbarland Niger. Warum Niger? Ganz einfach: Niger ist einer der weltweit größten Produzenten von Uran und steht in der Liste der weltweiten Reserven auf einem der obersten Plätze. Frankreich wiederum ist mit seinem hohen Anteil von Atomstrom der zweitgrößte Verbraucher von Uran weltweit. Und das französische Uran kommt zu einem Großteil aus dem Niger. Dort kontrolliert die staatliche Firma Société du Patrimoine des Mines du Niger (SOPAMIN) den Uranabbau. Diese Firma gehört dem Staat Niger und sie vergibt die Abbaurechte an andere Unternehmen, an denen sie dann Beteiligungen hält. Jedoch ist sie bei fast allen dieser Firmen nicht der größte Aktionär, sondern das sind ausländische Investoren. Und wie der Zufall es will, sind das zu einem sehr großen Teil französische Firmen, allen voran Orano (früher Areva), ein französischer Staatskonzern.

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Vereinbarungen gebrochen, Vertrauen verspielt – Wie sich der Kreml vom Westen betrogen fühlt

Von Hannes Hofbauer – 1. August 2023

Von der NATO-Osterweiterung seit 1999 über das Protokoll von Minsk 2015 und die ukrainisch-russischen Friedensverhandlungen vom März 2022 bis zu den Getreideabkommen dieser Tage machte Moskau bittere Erfahrungen mit dem Westen, die führende politische Kreise zunehmend als Verrat an Russland interpretieren. Wir wollen uns in der Folge diese Sichtweise genauer ansehen, ohne dafür die militärischen Antworten der russischen Seite gutheißen zu müssen. Vielleicht hilft es zum Verständnis, mit einer ganz großen historischen Keule zu beginnen, dem deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt vom 23. August 1939. Hierzulande wird dieser nach den meistverachteten Figuren des 20. Jahrhunderts benannte Hitler-Stalin-Pakt vornehmlich in Bezug auf das Schicksal Polens diskutiert. Auch die Aufteilung in deutsche bzw. sowjetische Einflusssphären im Baltikum, die ebenfalls im geheimen Zusatzprotokoll vermerkt war, zieht nach wie vor die Aufmerksamkeit der Historikerzunft auf sich. Der Vertragsbruch durch Berlin vom 22. Juni 1941 ist dem kollektiven russischen Gedächtnis eingeprägt, in der deutschsprachigen Erinnerung firmiert er unter „Überfall auf die Sowjetunion“.

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Was auf dem Russland-Afrika-Gipfel beschlossen wurde

Von Thomas Röper – 31. Juli 2023

Die Abschlusserklärung des Russland-Afrika-Gipfels besteht aus schallenden Ohrfeigen für den Westen. Da deutsche Medien über den Inhalt des Dokumentes schweigen, werden wir es uns hier genau anschauen. – Abschlussdokumente internationaler Gipfeltreffen sind deshalb wichtig, weil sie – wenn der Gipfel ein Erfolg war – einstimmig von allen Teilnehmern angenommen werden, was bedeutet, dass jeder teilnehmende Staat zu ihrem Inhalt steht. Oft sind die Abschlussdokumente daher recht nichtssagend, weil sie der kleinste gemeinsame Nenner sind. Dieser kleinste gemeinsame Nenner des Russland-Afrika-Gipfels ist jedoch in sehr vielen Punkten eine regelrecht Kampfansage an den Westen. Da deutsche Medien, wie beispielsweise der Spiegel, allen Ernstes behauptet haben, der Gipfel sei für Russland „krachend gescheitert“, ist es umso interessanter, sich die Abschlusserklärung des Gipfels genau anzuschauen. Daher habe ich die komplette Erklärung übersetzt, allerdings ist mir klar, dass kaum ein Leser dieses sehr lange und sehr trocken formulierte Dokument lesen wird. Daher habe ich die Punkte, die ich für erwähnenswert und interessant erachte, in Klammern gesetzt und in fetter und kursiver Schrift kommentiert. Wer also nicht alles lesen möchte, kann herunterscrollen und nur die Punkte lesen, die ich kommentiert habe. Um nicht dem Vorwurf ausgesetzt zu sein, ich würde selektiv aus dem Zusammenhang reißen, habe ich die gesamte Erklärung übersetzt.

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Drohung mit Intervention und anti-französische Proteste

Von Thomas Röper/TASS – 1. August 2023

Nach dem Putsch droht die westafrikanische Vereinigung ECOWAS, unterstützt von mehreren westlichen Staaten mit militärischem Eingreifen, während im Land anti-französische Proteste stattfinden, die vom Westen als aus dem Ausland gesteuert bezeichnet werden. – Im Niger ist die Lage nach dem Putsch angespannt. … hier übersetze ich die Zusammenfassung der russischen Nachrichtenagentur TASS, die sich – wie gewohnt – auf eine sachliche Zusammenstellung der Ereignisse und Fakten beschränkt.

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Während Drohnenangriffe Moskau treffen, bewilligen die USA Gefahrenzulage für Soldaten in der Ukraine

Von Andre Damon – 31. Juli 2023

Am Sonntag wurde die Innenstadt von Moskau Ziel ukrainischer Drohnen, die das internationale Geschäftszentrum Moskau („Moskau City“) beschädigten. Die Fassaden von zwei Bürogebäuden wurden beschädigt, und eine Person wurde verletzt. Das umliegende Gebiet wurde evakuiert, und die Flüge zum und vom Moskauer internationalen Flughafen Wnukowo wurden vorübergehend ausgesetzt. Der jüngste Angriff zeigt, dass der Konflikt in der Ukraine nach dem Nato-Gipfel in Vilnius, auf dem die NATO ihre Vorbereitungen auf globale Kriege deutlich ausgeweitet wurden, weiterhin eskaliert. Dieser Drohnenangriff war der dritte auf Moskau innerhalb des letzten Monats. Der erste ukrainische Drohnenangriff auf Moskau erfolgte im Mai und hatte den Sitz des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Kreml zum Ziel. Das ukrainische Militär übernahm zwar nicht offiziell die Verantwortung für die Angriffe vom Wochenende, allerdings prahlten Regierungsvertreter mit ihrer Fähigkeit, die russische Hauptstadt anzugreifen. Jurii Ignat, Sprecher der ukrainischen Luftwaffe, erklärte: „Jetzt trifft der Krieg auch diejenigen, die sich bisher keine Gedanken [darüber] gemacht haben… Egal, wie sehr die russischen Behörden die Augen davor verschließen wollen, indem sie behaupten, sie hätten alles abgefangen… es ist etwas eingeschlagen.“ Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte in seiner Ansprache am Sonntagabend, eindeutig in Anspielung auf den Angriff auf Moskau: „Der Krieg kehrt allmählich nach Russland zurück“, wozu auch Angriffe auf „symbolische“ Zentren gehören. Er bezeichnete dies als „unvermeidlichen, natürlichen und absolut fairen Prozess“. Die USA, die den Krieg finanzieren und leiten, behaupten in der Öffentlichkeit weiterhin, keine Angriffe auf russische Ziele zu unterstützen. Doch angesichts der Tatsache, dass die ukrainische Gegenoffensive keine nennenswerten Fortschritte macht, werden die ukrainischen Angriffe auf russische Ziele immer dreister.

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Kevin Spaceys Freispruch in London: ein Schuldspruch für die gesamte #MeToo-Hexenjagd

Von David Walsh – 31. Juli 2023

Der Freispruch des Schauspielers Kevin Spacey in allen Anklagepunkten wegen sexueller Vergehen durch ein Londoner Gericht ist ein bedeutender und völlig verdienter Schlag gegen die seit fast sechs Jahren andauernde #MeToo-Hexenjagd. Es zeigt, dass die undemokratische Behauptung, man müsse den Klägern glauben, von großen Teilen der Bevölkerung nicht akzeptiert wird. Sie sind vielmehr weiterhin davon überzeugt, dass auch die Angeklagten Rechte haben, einschließlich des Rechts, ihren Anklägern gegenüberzustehen und sie zu befragen. Der Freispruch in allen Anklagepunkten zeigt eindrucksvoll, dass die gesellschaftliche Schicht, die von Spaceys Schuld und der Perfidie aller Zielpersonen des #MeToo-Kreuzzugs überzeugt ist – oft auf der Grundlage wüster und haltloser Vorwürfe – engstirnig, privilegiert, sich selbst bemitleidend und politisch reaktionär ist. Spaceys Freispruch ist zweifellos Ausdruck einer Entwicklung in der Bevölkerung. Das Urteil „nicht schuldig“ im Fall Spacey ist gleichzeitig eine Anklage gegen ein System, das wie in der McCarthy-Ära die Schuld durch die Medien, auf der Grundlage von Klatsch und Anspielungen feststellt. Die Informationen kommen oft aus anonymen Quellen und haben bereits zahllose Leben und Karrieren zerstört. Es ist eine Anklage gegen die New York Times, den Guardian, die Washington Post, den New Yorker und das New York Magazine, die Nation, Jacobin, die Demokratische Partei, die Democratic Socialists of America und die Pseudolinke im Allgemeinen, gegen all die prinzipienlosen und verkommenen Medien und politischen Gruppen, die #MeToo aus ihren eigenen selbstsüchtigen, rechten Gründen ohne Rücksicht auf menschliche Kosten vorangetrieben haben.

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„Verhängnisvolle Freundschaft – Wie die USA Europa eroberten“

Von Werner Rügemer – 29. Juli 2023

Wer ihn kennt, der wusste, woran er arbeitete: Werner Rügemer. Er gehört zu jenen Publizisten, die sich trotz weitestgehender politischer und wirtschaftlicher US-Abhängigkeit Deutschlands noch getrauen, auch auf die Probleme dieser „Freundschaft“ aufmerksam zu machen. Jetzt ist sein neustes Buch erschienen und im Buchhandel erhältlich: «Verhängnisvolle Freundschaft. Wie die USA Europa eroberten. Erste Stufe: Vom 1. zum 2. Weltkrieg.“ Das Buch ist, wie manche Leute zu sagen pflegen, eine Wucht. Es darf jedem historisch und politisch interessierten Leser, jeder historisch und politisch interessierten Leserin ohne Vorbehalt zur Lektüre empfohlen werden. Nur gute Nerven muss man beim Lesen haben, denn die in diesem Buch aufgezeichneten Fakten, zum Beispiel der massive Einfluss der US-Rüstungsindustrie und der Finanz-Institute, machen auch im Rückblick nicht wirklich Spaß. – Statt einer formalen Besprechung mit kleinlichen Kritiken haben wir uns entschlossen, das erste Kapitel, so etwas wie ein Überblick, mit Erlaubnis des Autors hier abzudrucken. (cm/Globalbrige)

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Washington fordert weiteres Blutbad in der Ukraine

Von Andre Damon – 29. Juli 2023

n dieser Woche hat die Ukraine eine neue Phase ihrer Offensive im US-NATO-Krieg gegen Russland eingeleitet und ihre Panzerangriffe auf gut verteidigte Schützengräben wieder aufgenommen. Die New York Times berichtete unter Berufung auf US-Beamte, dass „die wichtigste Phase der fast zwei Monate andauernden ukrainischen Gegenoffensive jetzt begonnen hat.“ Russlands Präsident Wladimir Putin sagte am Donnerstag: „Ich kann bestätigen, dass sich die Feindseligkeiten erheblich verschärft haben.“ Weiter sagte er, eine „große Anzahl“ ukrainischer Panzerfahrzeuge seien eingesetzt worden, die „schwere Verluste“ erlitten hätten. Nach dem blutigen Debakel in der ersten Phase der Offensive, das die Ukraine zu einer vorübergehenden Einstellung ihrer Angriffe zwang, werden ukrainische Wehrpflichtige erneut in gut verteidigte Frontlinien gedrängt und sterben zu Tausenden in Minenfeldern und Schützengräben. Die Ukraine hat enorme Verluste an Menschenleben erlitten, und der Krieg geht nur weiter, weil sie von der NATO massiv aufgerüstet wird. Die mageren Erfolge, die die Ukraine in einzelnen Abschnitten der riesigen Front erzielt, haben bereits zur erbarmungslosen Vernichtung von Menschenleben geführt. Ukrainerinnen und Ukrainer sterben für nichts anderes als die Interessen der imperialistischen Mächte. Die jüngste Eskalation folgt auf den NATO-Gipfel in Vilnius (Litauen), auf dem die NATO-Mitgliedstaaten zugesagt haben, Zehntausende von Soldaten an Russlands Westgrenzen zu entsenden und die Militärausgaben zur Finanzierung des Konflikts mit Russland und China massiv zu erhöhen. Da der Krieg schlecht läuft und der öffentliche Widerstand in der Ukraine wächst, erhielt Selenskyj auf dem Gipfel seinen Marschbefehl: Die Offensive muss fortgesetzt werden, ganz gleich, wieviele Menschenleben sie kostet.

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Russland-Afrika-Gipfel „krachend gescheitert“? Warum der „Spiegel“ so massiv desinformiert

Von Thomas Röper – 29. Juli 2023

Im Spiegel ist ein Artikel über den Russland-Afrika Gipfel erschienen, den das Wort „Desinformation“ nicht einmal annährend charakterisiert. – Der … Artikel mit der Überschrift „Afrikanische Staatschefs kritisieren Putin – »Wir sind nicht gekommen, um um ein paar ›Geschenke‹ zu bitten«“ … „glänzt“ [dadurch], dass er den Lesern eine Lügengeschichte auftischt, die die Leser nur deshalb glauben, weil der Spiegel alles weglässt, was nicht ins von der Spiegel-Redaktion gewollte Bild passt. Schon die Behauptung, dass afrikanische Staatschefs Putin „kritisiert“ hätten, ist schlicht gelogen. Der Russland-Afrika-Gipfel war für Russland ein voller Erfolg, was der Spiegel, der immer noch die Legende verbreitet, Russland sei international isoliert, seinen Lesern jedoch nicht eingestehen will. Der Spiegel beginnt seinen Artikel mit folgender Einleitung: „Mit seinem Afrikagipfel wollte sich Kremlchef Putin als Kümmerer gegen Hunger inszenieren. Gesprächsprotokolle zeigen nun: Er ist krachend gescheitert.“ Das kann der Spiegel seinen Lesern nur erzählen, indem er ein, auch noch aus dem Zusammenhang gerissenes, Zitat aus den insgesamt 22 vom Kreml veröffentlichten Treffen Putins mit afrikanischen Staatschefs und afrikanischen Organisationen präsentiert, wobei ausnahmslos alle Treffen gezeigt haben, dass die afrikanischen Staaten an der Seite Russlands stehen und dass sie den Westen mal mehr, mal weniger offen kritisieren.

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