Wie das russische Außenministerium das Funktionieren der NATO erklärt

Interview mit Maria Sacharowa (Übersetzung: Thomas Röper) – 6. Dezember 2023

Obwohl es in der NATO inzwischen recht offene Widerstände gegen die Unterstützung der Ukraine gibt, weil sie keinen Erfolg gezeitigt hat und inzwischen fast unbezahlbar geworden ist, hat NATO-Generalsekretär Stoltenberg erklärt, dass die NATO Kiew trotz abweichender Positionen einiger Mitgliedsländer weiterhin unterstützen wird.

Dazu wurde Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, eine Frage gestellt, in deren Antwort Sacharowa erklärt hat, wie die NATO ihrer Meinung nach funktioniert.

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Stützpunkt an der Ostflanke

Von German-Foreign-Policy.com – 6 Dezember 2023

Ein „Leuchtturmprojekt der Zeitenwende“: Berlin treibt feste Stationierung einer deutschen Brigade von 4.000 Soldaten in Litauen voran. Pistorius reklamiert damit „Führung in Europa und in der NATO“.

Die Bundesregierung treibt die feste Stationierung einer deutschen Brigade in Litauen energisch voran. Vor wenigen Tagen beteiligte sich das Deutsche Heer an einer Militärparade in Litauen – mit zwei Schützenpanzern des Typs Puma, die als „Vorboten“ der im Aufbau befindlichen Brigade bezeichnet wurden. Kurz zuvor hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius erste Details über die Brigade bekanntgegeben. Laut Angaben seines Ministeriums ist es das erste Mal in der Geschichte der Bundeswehr, dass ein „Großverband des Heeres dauerhaft im Ausland stationiert“ wird. Deutsche Soldaten werden künftig dauerhaft in Litauen leben – ähnlich wie etwa US-Militärs in Deutschland. Die notwendige Infrastruktur für die Soldaten und ihre Familien lässt Berlin von Vilnius errichten. Die Brigade soll auf eine Stärke von gut 4.000 Militärs aufwachsen und die bereits bestehende deutsche Militärpräsenz in Litauen einbeziehen. In den kürzlich verabschiedeten Verteidigungspolitischen Richtlinien heißt es, das Vorhaben sei ein „Leuchtturmprojekt der Zeitenwende“. Laut dem Verteidigungsminister „marschiert“ Deutschland damit in NATO und Europa „voran“.

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Deutschland – Diener und Opfer der USA

Von Gábor Stier – 6. Dezember 2023

Es wird immer deutlicher, dass Deutschland eines der größten Opfer der US-Politik ist, die ihre globale Hegemonie um jeden Preis aufrechterhalten will. Die derzeitige Machtelite in Berlin beteiligt sich wie ein Selbstmörder an der Schwächung des eigenen Landes und an der Zerstörung der deutschen Wirtschaft – ebenso, wie Ursula von der Leyen, die an der Spitze der Europäischen Union steht, zunehmend US-amerikanischen Interessen dient. Aber die durch die Medien umerzogene und handzahm gemachte deutsche Gesellschaft wacht allmählich auf und erkennt die wirtschaftlichen und sozialen Folgen dieser Vasallenpolitik, die zunehmend zu einer existenziellen Frage werden. … Übersetzung von Éva Péli.

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„Nicht in unserem Namen!“ Jüdische Stimmen gegen den Krieg

Von Henriette Hanke Güttinger – 6. Dezember 2023

Tausende Juden, darunter zwei Dutzend Rabbiner, haben am 19. Oktober 2023 den Capitol Hill in Washington blockiert und einen sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen gefordert, von den Mainstream-Medien weitgehend ingnoriert.

Viele von ihnen mit „Not in our name“ und „Jews say ceasefire now“ auf ihren T-Shirts. An der Kundgebung, organisiert von „IfNotNow“ und der „Jewish Voice for Peace“, wandte sich die jüdische Journalistin Naomi Klein wie folgt an die Teilnehmer: «Wir sind hier, weil wir nicht zulassen werden, dass unsere Ängste vor Antisemitismus auf diese Weise manipuliert werden, als Alibi für Kriegsverbrechen und kolonialen Landraub und um die Möglichkeiten einer politischen Lösung auszuschliessen, die es nur mit einem Ende der Besatzung, mit einem Ende der Apartheid, mit wahrer palästinensischer Freiheit und Selbstbestimmung geben wird. […] Die israelische Knesset mit ihrer sogenannten Einheitsregierung und der amerikanische Kongress, der jetzt wieder zusammentritt, um neue Gelder und Waffen für den völkermörderischen Angriff auf die Palästinenser zu bewilligen, sind nicht unsere Führer.“

Rabbiner Brant Rosen sagte: „Künftige Generationen würden sich fragen: ›Haben wir gehandelt, oder haben wir tatenlos zugesehen, während in unserem Namen ein Genozid begangen wurde?‹“

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Israels Krieg gegen Frauen und Kinder

Statement der WSWS-Redaktion – 6. Dezember 2023

Vor den Augen der ganzen Welt begeht Israel ein Verbrechen monumentalen Ausmaßes: ein vorsätzliches und systematisches Massaker an den Frauen und Kindern von Gaza.

Die Netanjahu-Regierung hat in zwei Monaten 20.000 Menschen im Gazastreifen umgebracht: 10.000 davon sind Kinder und über 5.000 Frauen.

Das Ziel dieses verbrecherischen Regimes ist es, so viele Palästinenser wie möglich zu töten und die Übrigen in die Wüste zu treiben.

Die gesamte Bevölkerung des Gazastreifens – das sind 2,2 Millionen Menschen – wird ausgehungert und ist von Trinkwasser abgeschnitten. Die große Mehrheit, über 80 Prozent, wurde aus ihren Häusern vertrieben. In nur zwei Monaten ist einer von 115 Menschen in Gaza getötet worden. Wenn diese Entwicklung so weitergeht, ist in einem Jahr jeder 20. Bewohner des Gazastreifens tot.

„Ich habe das Gefühl, dass mir die Mittel ausgehen, um die Schrecken zu beschreiben, denen die Kinder hier ausgesetzt sind“, sagt UNICEF-Sprecher James Elder. „Ich habe das Gefühl, dass ich fast versage, wenn es darum geht, das endlose Töten von Kindern zu vermitteln.“

Mirjana Spoljaric, Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, erklärt nach ihrem Besuch in Gaza: „Was ich dort gesehen habe, übersteigt alles, was irgendjemand in der Lage sein sollte zu beschreiben. Was mich am meisten schockiert hat, waren die Kinder, die schrecklich verletzt sind und gleichzeitig ihre Eltern verloren haben und niemanden haben, der sich um sie kümmert.“

Am 16. Oktober forderte Israel eine Million Menschen auf, die im nördlichen Gazastreifen leben, in den Süden zu fliehen. Jetzt wird die Bevölkerung erneut aufgefordert, aus Teilen des südlichen Gazastreifens zu fliehen. Gleichzeitig wird das Gebiet auf das heftigste bombardiert. Wie aus einem durchgesickerten Papier des Geheimdienstministeriums hervorgeht, ist es das Ziel Israels, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass der Gazastreifen, der früher eines der am dichtesten besiedelten Gebiete der Welt war, kein menschliches Leben mehr beherbergen kann. Dadurch würden dann die Voraussetzungen für die Vertreibung der Bevölkerung des Gazastreifens in die Wüste Sinai geschaffen.

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Weißes Haus warnt vor fehlender Finanzierung im Ukrainekrieg gegen Russland

Von Patrick Martin – 6. Dezember 2023

In einem deutlich formulierten Appell an die Spitzen des US-Kongresses warnte das Weiße Haus von Präsident Biden am Montag, dass die Finanzmittel für den Stellvertreterkrieg der USA gegen Russland in der Ukraine weitgehend ausgeschöpft sind. Der Kongress müsse noch vor Ende dieses Monats handeln, um die weitere Finanzierung sicherzustellen.

Alles andere wäre katastrophal für die Bemühungen der USA, Russland und Präsident Wladimir Putin eine Niederlage beizubringen, schreibt Shalanda Young, Direktorin des White House Office of Management and Budget. Eine Einstellung der US-Hilfe würde „die Ukraine auf dem Schlachtfeld in die Knie zwingen und nicht nur die Errungenschaften der Ukraine gefährden, sondern auch die Wahrscheinlichkeit russischer militärischer Siege erhöhen“.

Administrative Maßnahmen, die als Ersatz für die Finanzierung durch den Kongress ergriffen wurden, wie z.B. die direkte Weitergabe von Waffenbeständen des Pentagons an das ukrainische Militär, hätten ihr Limit erreicht, heißt es in dem Papier: „Ohne Maßnahmen des Kongresses werden wir bis zum Ende des Jahres keine Mittel mehr haben, um mehr Waffen und Ausrüstung für die Ukraine zu beschaffen und Ausrüstung aus US-Militärbeständen bereitzustellen. Es gibt keinen magischen Topf mit Finanzmitteln, um diesen Moment zu überbrücken.“

Sollte die US-Regierung ihre militärische und finanzielle Hilfe für die Ukraine nicht aufrechterhalten, wäre es weitaus schwieriger, die NATO-Verbündeten und andere Länder unter Druck zu setzen, ihre eigenen, weniger umfangreichen Programme zur Unterstützung des Stellvertreterkriegs mit Russland fortzusetzen. „Auch wenn unsere Verbündeten auf der ganzen Welt mehr tun“, sei in jedem Fall „die Unterstützung der USA von entscheidender Bedeutung. Sie kann von anderen nicht übernommen werden.“

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Strafanzeige gegen Verantwortliche des Kaufvertrages zwischen der EU und Biontech/Pfizer in Den Haag

Von Felicitas Rabe – 5. Dezember 2023

Kürzlich wurde der bislang geheime Vorabkaufvertrag zwischen der EU und Biontech/Pfizer geleakt: Für die erwarteten Biontech/Pfizer-Impfschäden solle ausschließlich der Steuerzahler haften. Gegen die Verantwortlichen wurde am 28. November Klage in Den Haag eingereicht.

Am 28. November stellten zwei Vertreter der Menschenrechtsorganisation United for Freedom eine Strafanzeige gegen die Hauptverantwortlichen für den Biontech/Pfizer Vorabkaufvertrag beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag. Der Vertrag über den Kauf von Impfstoffen wurde am 20. November 2020 zwischen der EU
und den Pharmaunternehmen Biontech/Pfizer geschlossen. In ihrer Pressemitteilung vom Montag, den 4. Dezember, erklären Marianne Grimmenstein-Balas, Musiklehrerin
und Menschenrechtsaktivistin, und Uwe Kranz, ehemaliger Polizeichef des Landeskriminalamts Thüringen, warum sie die Hauptverantwortlichen für diesen Impfstoff-Kaufvertrag vor dem Haager Tribunal angezeigt haben und welche Verbrechen sie den mutmaßlichen Straftätern vorwerfen. Der Vorabkaufvertrag wurde für Pfizer von der Globalen Präsidentin für Impfstoffe, Nanette Cocero, und für die EU von Stella Kyriakides, der EU-Kommissarin für Gesundheit, unterschrieben. Bisher weigerten sich sowohl die EU-Kommission als auch die Regierungen der Mitgliedsländer, den Vertrag offenzulegen. Konkret zeigten die beiden Aktivisten Grimmenstein-Balas und Kranz folgende Personen beim Den Haager Gericht an:

  • den Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus,
  • den Vorsitzenden und CEO der Pfizer Biopharmaceuticals Group, Albert Bourla,
  • den Präsidenten des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek,
  • die Direktorin der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), Emer Cooke,
  • die ehemalige Präsidentin Impfstoffe, Pfizer Biopharmaceuticals Group, Nanette Cocero,
  • den Co-Vorsitzenden der Bill & Melinda Gates Foundation, William „Bill“Gates III.,
  • die EU-Kommissarin für Gesundheit, Stella Kyriakides,
  • die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen und andere.

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Vor dem Rüstungssturm

Von German-Foreign-Policy.com – 5. Dezember 2023

SIPRI-Bericht: Die 100 größten Rüstungkonzerne weltweit stehen nach schwachem Jahr 2022 wegen globaler Hochrüstung vor gewaltigem Aufschwung. Rheinmetall will Umsatz von 2023 bis 2026 verdoppeln.

Der globalen Rüstungsindustrie, darunter deutsche Konzerne, steht nach einem vergleichsweise schwachen Jahr 2022 ein gewaltiger Boom bevor. Dies geht aus dem jüngsten Bericht des Stockholmer Forschungsinstituts SIPRI zu den 100 größten Rüstungsunternehmen weltweit hervor. Laut dem gestern publizierten Bericht ging der Umsatz der 100 Rüstungsgiganten im vergangenen Jahr trotz des Ukraine-Krieges um 3,5 Prozent zurück. Ursache waren einerseits Spätfolgen der Covid-19-Pandemie, andererseits die Tatsache, dass Aufträge, die seit Kriegsbeginn eingingen, weitgehend erst seit diesem Jahr abgearbeitet werden und sich erst in den nächsten Jahren in massiv steigenden Umsätzen niederschlagen. Ein Beispiel bietet der Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern, der den Umsatz in diesem Jahr um 15 Prozent oder mehr steigern und 2026 einen Umsatz von 13 bis 14 Milliarden Euro erreichen will – fast doppelt so viel wie 2023. Dabei zeigt der SIPRI-Bericht auch, dass neue Konkurrenz für die alte westeuropäische Rüstungsindustrie erwächst. So steigt der polnische Konzern PGZ auf, der davon profitiert, dass Polen Europas größte Landstreitkräfte aufbauen will. Vor allem türkische Rüstungskonzerne boomen.

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„Staatsraison“ und Kreisliga. Wie Deutschland im Gazakrieg seine Glaubwürdigkeit verliert.

Von Michael Lüders – 5. Dezember 2023

… der Krieg in Gaza dauert nun schon zwei Monate, ein Ende ist nicht in Sicht. Versuchen wir noch einmal eine größere Einordnung dieses Konfliktes: Einer der renommiertesten israelischen Historiker ist Ilan Pape. Er hat ein Standardwerk geschrieben über die ethnische Säuberung Palästinas.

Unter diesem Titel ist dieses Buch 2006 erschienen, und er hat auf der Grundlage israelischer Quellen vor allem der Militärverwaltung und des Militärs akribisch nachgewiesen, dass die Palästinenser im Zuge der israelischen Staatswerdung 1947/48 vorsätzlich, bewusst und in großem Maßstab vertrieben worden sind mit dem Ziel, die Anzahl der Palästinenser im werdenden jüdischen Staat so gering wie möglich zu halten.

Mit diesem seinem Buch reite sich Ilan Pappe ein in eine Reihe der sogenannten neuen israelischen Historiker, die – beginnend in den 1980er Jahren –, sich kritisch mit Gründungsmythen Israels auseinandergesetzt haben, die ja z. B. bestimmt sind von Aussagen wie, die Palästinenser seien gar nicht vertrieben worden, sondern die arabischen Führer hätten sie aufgefordert zu flüchten, damit sie danach bewaffnet zurückkehren könnten, um die Juden dann ins Meer zu treiben und dergleichen mehr. Das alles hat aber mit der Realität nicht zu tun.

Nachdem Ilan Pape nun dieses sein Buch über die ethnische Säuberung Palästinas veröffentlicht hatte, wurde ihm in Israel natürlich reichlich Ärger bereitet. Er war Dozent an der Universität von Haifa, seiner Heimatstadt, und er hielt es dann für besser, nach Großbritannien zu wechseln, wo er dann eine Professur erhielt an der Universität von Exeter.

Wer sich also auseinandersetzen will mit den Hintergründen der Vertreibung der Palästinenser in den Jahren 47/48 muss dieses Buch lesen …, und man muss erkennen man sollte wissen, dass das, was wir jetzt im Gazastreifen erleben, natürlich eine Vorgeschichte hat und diese Vorgeschichte fängt im Grunde genommen an, mit dem was geschehen ist im Zuge der allmählichen jüdischen in Besitznahme Palästinas durch die zionistische Bewegung zunächst und dann nach 47/48 durch den israelischen Staat.

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Russisches Gas – jetzt: Alles andere ist doch nur Theater

Von Tobias Riegel – 4. Dezember 2023

Das Wochenende war voll mit ablenkenden Debatten über die selbst angerichteten „Notlagen“ im deutschen Haushalt. Die Belastungen für Bürger und Wirtschaft durch Inflation und Energiepreise haben aber bekanntlich vor allem eine Ursache: den sachlich nicht zu begründenden Wirtschaftskrieg gegen Russland. Um die Situation hierzulande zu entspannen, müssten sofort Verhandlungen über russische Energielieferungen und ein Ende der Sanktionspolitik beschlossen werden. Der aktuelle Eiertanz um Schattenhaushalte ist ein Doktern am Symptom und wird zu infamen Kürzungsforderungen genutzt. … Es ist nicht „Putins Krieg“, der die Haushalte und die Gesellschaft hierzulande erschüttert – es ist die Politik der Bundesregierung: Es gibt keine Naturgewalt und auch keine politisch-militärisch-moralisch einleuchtende Begründung, die uns zwingt, einen wirkungslosen Wirtschaftskrieg gegen Russland zu führen und damit essenzielle Rohstoffe und das Alltagsleben der Bürger zu verteuern. Und übrigens auch keinen klimapolitischen Grund, schließlich war das russische Erdgas als eine wichtige Basis der Energiewende geplant. Dass Entspannung und Handel keine naive militärische oder politische Unterwerfung gegenüber Russland bedeuten sollten, ist selbstverständlich.

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