Die „Letzte Generation“: Aufstieg und Fall einer Klima-Sekte

Ein Artikel von Rainer Balcerowiak – 7. Februar 2024

Das Ende war dann doch recht unspektakulär. Am 29. Januar teilte die „Letzte Generation“ (LG) in einer Presseerklärung mit, dass sie künftig keine klebrigen Blockaden mehr auf Straßen durchführen werde. Schon in den vergangenen Monaten war die Gruppe kaum noch mit derartigen Aktionen öffentlich in Erscheinung getreten.

Das Datum war nicht zufällig gewählt. Exakt zwei Jahre vorher hatten 24 Aktivisten der Gruppe erstmals eine in Deutschland bislang unbekannte Protestform zelebriert. Sie blockierten Straßen nicht nur durch reine physische Präsenz, sondern klebten sich mit schnell härtenden Klebstoffen am Asphalt fest, um eine schnelle Auflösung der Blockaden zu verhindern. Zuvor waren sie vor allem mit einem Hungerstreik im Spreebogenpark im Berliner Regierungsviertel in Erscheinung getreten, der am 30. August 2021 begann und am 25. September beendet wurde. Ziel der Aktion war es, die Spitzenkandidaten der Parteien im Vorfeld der Bundestagswahlen zu öffentlichen Gesprächen und verbindlichen Aussagen über die künftige Klimapolitik zu veranlassen, worauf sich diese natürlich nicht einließen. Auch ihre Hauptforderung – die Einrichtung eines mit legislativen Kompetenzen ausgestatteten „Bürgerrats“ für den Klimaschutz – fand keine Resonanz.

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59 Prozent der von den USA an Kiew gelieferten Waffen sind unauffindbar

Von Thomas Röper – 6. Februar 2024

Das Pentagon hat einen Bericht veröffentlicht, der einräumt, dass 59 Prozent der Waffen, die die USA an die Ukraine geliefert haben, nicht auffindbar sind. Die Ukraine ist dank der westlichen Waffenlieferungen zum Lieferanten Nummer eins des internationalen Schwarzmarktes für Waffen geworden.

Der Bericht, den das Pentagon im Januar veröffentlicht hat, ist keine Überraschung. Ich berichte seit Beginn der Waffenlieferungen des Westens an das hochgradig korrupte Regime in Kiew, dass ein Großteil der Waffen auf dem internationalen Schwarzmarkt und damit auch islamistischen Terrorgruppen landen. Das hat der Bericht des Pentagon de facto bestätigt. Der entscheidende Satz in dem Bericht lautet:

„1,005 Milliarden Dollar der insgesamt 1,699 Milliarden Dollar (59 % des Gesamtwerts) an Verteidigungsgütern mit EEUM-Bezeichnung blieben ausständig. Darüber hinaus führte das Verteidigungsministerium kein genaues Inventar der ukrainischen Verteidigungsgüter mit EEUM-Bezeichnung in der Datenbank des Security Cooperation Information Portal-End-Use Monitoring (SCIP-EUM).“

Das passt zu einer gerade veröffentlichten Recherche von Vasily Prosorov, die er als 45-minütiges Video auf Englisch mit deutschen Untertiteln auf Telegram veröffentlicht hat. In der Recherche zeigt er auf, dass viele aus dem Westen gelieferte Waffen von der Ukraine auf den Schwarzmarkt verkauft werden, vor allem in den Nahen Osten.

Über Vasily Prosorov habe ich 2019 zum ersten Mal berichtet. Prosorov war Offizier beim ukrainischen Geheimdienst SBU und ist 2019 nach Russland übergelaufen. Er hat damals detailliert über die Foltergefängnisse des SBU berichtet, vor allem über die berüchtigte „Bibliothek“ in Mariupol. Nach Beginn der russischen Militäroperation haben sich seine Berichte alle bestätigt. Prosorov recherchiert seitdem über die Ukraine und seine Berichte sind immer sehr gut recherchiert und belegt.

Dass die vom Westen an die Ukraine gelieferten Waffen zu einem Großteil auf dem internationalen Schwarzmarkt (und damit in der Regel bei Terrorgruppen) landen, ist nicht neu, wird von westlichen Medien aber verschwiegen. … Vorher sei daran erinnert, dass Pentagon ein Hort der Korruption ist, denn mit reiner Schlampigkeit oder Unfähigkeit lassen sich die Zustände in der mit fast 1.000 Milliarden Dollar pro Jahr finanzierten Behörde nicht erklären. Es sei nur daran erinnert, dass das Pentagon in Afghanistan – je nach Angaben – mindestens 50 Milliarden Dollar, vielleicht aber auch bis zu 100 Milliarden Dollar verschwendet hat, die nicht mehr auffindbar sind. Dass es keinerlei Kontrolle über die Verwendung der Mittel gab, wurde zwar in Washington alle Jahre wieder kritisiert, allerdings hat das nichts an den Zuständen geändert.

Anfang 2022 wurde über ein Audit im Pentagon berichtet, bei dem 1.600 Prüfer die 3,5 Billionen Dollar an Vermögenswerten und 3,7 Billionen Dollar an Verbindlichkeiten des Pentagon durchkämmt hatten und feststellten, dass das Ministerium nicht in der Lage war, über 61 Prozent seiner Vermögenswerte Rechenschaft abzulegen.

Das Ergebnis kam nicht unerwartet, denn seit Anfang der 1990er Jahre schreibt ein US-Gesetz für alle Regierungsbehörden obligatorische Audits vor und seit dem Haushaltsjahr 2013 sind alle außer dem US-Verteidigungsministerium in der Lage, diese Anforderung zu erfüllen. Im Dezember 2017 machten sich Pentagon-Beamte daran, die Bücher des US-Verteidigungsministeriums unter die Lupe zu nehmen, es war das erste umfassende Audit der Behörde in ihrer Geschichte. Dieser Versuch scheiterte allerdings und er scheiterte auch in den darauffolgenden Jahren.

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UNO will Genitalverstümmelung von Frauen beendet sehen

Von Globalbridge – 6. Februar 2024

Zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, FGM) an diesem Dienstag, 6. Februar, ruft das Kinderhilfswerk UNICEF gemeinsam mit vier weiteren UN-Organisationen dazu auf, Mädchen besser vor dieser grausamen Praxis zu schützen.

Schätzungsweise 4,4 Millionen Mädchen sind dieses Jahr in Gefahr, einer Genitalverstümmelung unterzogen zu werden, das sind 12.000 Mädchen pro Tag. Mehr als 200 Millionen heute lebende Mädchen und Frauen haben weibliche Genitalverstümmelung erlitten.

Die Überlebenden sollen stärker eingebunden werden und an die Spitze der Bewegung zur Beendigung der weiblichen Genitalverstümmelung gestellt werden, fordern UNICEF, UNFPA, OHCHR, UN Women und WHO in einem in New York veröffentlichten gemeinsamen Statement.

„Weibliche Genitalverstümmelung stellt eine Verletzung der Rechte von Frauen und Mädchen dar, gefährdet ihre körperliche und geistige Gesundheit und schränkt ihre Möglichkeiten ein, ein gesundes und erfülltes Leben zu führen“, heißt es in der Erklärung. Die betroffenen Frauen und Mädchen riskierten schwere Schmerzen, Blutungen und Infektionen. Genitalverstümmelung erhöhe aber auch die Wahrscheinlichkeit anderer gesundheitlicher Komplikationen im späteren Leben, „einschließlich Risiken während der Geburt, die das Leben ihrer Neugeborenen gefährden können“, schreiben UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell, UNFPA-Exekutivdirektorin Natalia Kanem, UNCHR-Hochkommissar Volker Türk, UN Women-Exekutivdirektorin Sima Bahous und WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Zwar gebe es Fortschritte, doch diese seien nicht schnell genug. Die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung sei in den vergangenen 30 Jahren zurückgegangen, schreiben die UNO-Organisationen: In 31 Ländern mit verfügbaren Daten wird heute rund jedes dritte Mädchen einer Genitalverstümmelung unterzogen im Vergleich zu jedem zweiten in den 1990er Jahren. Von dem nachhaltigen Entwicklungsziel, die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung bis zum Jahr 2030 zu beenden, sei die Weltgemeinschaft jedoch noch weit entfernt.

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Israel ist bereit, den Krieg gegen die Hisbollah im Libanon auszuweiten

Von Peter Symonds – 6. Februar 2024

Die USA eskalieren den Krieg im Nahen Osten, indem sie den Iran und die vom Iran unterstützten Milizen ins Visier nehmen. Gleichzeitig bereitet sich Israel darauf vor, den völkermörderischen Krieg im Gazastreifen durch Angriffe auf die militärischen Kräfte der Hisbollah im Südlibanon und in Syrien auszuweiten. Ein solcher Konflikt würde die Barbarei im Gazastreifen wahrscheinlich noch vergrößern und die Situation in der gesamten Region und auf internationaler Ebene dramatisch verschärfen.

Seit Ausbruch des Krieges im Gazastreifen am 7. Oktober wird entlang der Nordgrenze Israels seit Monaten gekämpft. Praktisch täglich führen Israel und die Hisbollah Angriffe durch. Bei israelischen Angriffen wurden mindestens 177 Hisbollah-Kämpfer und 40 weitere Personen getötet, darunter 19 Zivilisten, unter ihnen wiederum drei Journalisten. Neun israelische Soldaten und Reservisten sowie sechs Zivilisten wurden getötet. Etwa 76.000 Zivilisten im Libanon wurden durch den Konflikt vertrieben, ebenso wie 80.000 Israelis.

Der israelische Verteidigungsminister Yoav Gallant gab in der vergangenen Woche eine Reihe von Erklärungen ab, die darauf schließen lassen, dass ein umfassender Krieg unmittelbar bevorsteht. Inmitten der Verhandlungen über eine vorübergehende Waffenruhe in Gaza warnte er am Freitag: „Wenn die Hisbollah glaubt, dass wir das Feuer auf sie einstellen, wenn die Kämpfe im Süden pausieren, irrt sie sich gewaltig.“

In einer Rede vor israelischen Truppen betonte Gallant: „Ich sage hier ausdrücklich: Solange wir nicht eine Situation erreichen, in der es möglich ist, die Sicherheit für die Bewohner des Nordens wiederherzustellen, werden wir nicht aufhören. Ob wir dies durch eine [diplomatische] Vereinbarung oder mit militärischen Mitteln erreichen, wir werden [die] Ruhe wiederherstellen.“

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Kiew versucht, Georgien in einen Krieg mit Russland zu treiben

Von Thomas Röper – 6. Februar 2024

In Georgien wurde Sprengstoff für einen geplanten Terroranschlag in Russland sichergestellt. Hinter Organisation steht offenbar die ukrainische Führung, die dabei versucht hat, eine falsche Spur nach Georgien zu legen, um „eine zweite Front“ gegen Russland zu eröffnen.

Der georgische Staatssicherheitsdienst teilte am Montag mit, dass georgische Geheimdienste eine Ladung mit Sprengstoff beschlagnahmt haben, die von Odessa über Rumänien, Bulgarien und die Türkei in die russische Stadt Woronesch gebracht werden sollte, um dort Terroranschläge durchzuführen. Die Ladung wurde demnach am 19. Januar von Odessa aus in einem Auto, das einem ukrainischen Staatsbürger gehört, im Transit durch diese Länder geschickt. Der Sprengstoff sollte von Georgien über den Grenzkontrollpunkt Daryali nach Russland transportiert werden.

Später sollen die Organisatoren ihren Plan geändert und beschlossen haben, nur einen Teil des Sprengstoffs nach Russland zu schicken und einen anderen in Tiflis zu lassen. Dem georgischen Dienst zufolge sollte „durch die Nutzung des georgischen Hoheitsgebiets und die Beteiligung georgischer Staatsbürger an diesem Prozess der Eindruck erweckt werden, dass Tiflis sowohl bei der Planung als auch bei der Durchführung von terroristischen Handlungen, die in Georgien oder im Ausland begangen werden, verantwortlich gemacht werden kann“.

Der georgische Staatssicherheitsdienst gab an, dass sieben georgische, drei ukrainische und zwei armenische Staatsbürger an dem Sprengstoffschmuggel beteiligt waren. Der Organisator war der aus Batumi stammende ukrainische Staatsbürger Andrej Scharaschidse, der 2020 Kandidat von Selenskys Partei „Diener des Volkes“ für das Amt eines Abgeordneten im Regionalrat der Region Odessa war.

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Die größten NATO-Manöver seit Jahrzehnten haben begonnen – als Demonstration!

Von Christian Müller – 5. Februar 2024

Während es immer klarer wird, dass die Ukraine gegen Russland keine Chance auf einen Sieg hat, haben die größten NATO-Manöver seit Jahrzehnten begonnen – mit rund 90’000 Soldaten. Gleichzeitig wachsen die Selbstzweifel: NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg weilte in den letzten Tagen, wohl im Hinblick auf einen möglichen künftigen US-Präsidenten Donald Trump, in Florida, um die US-Militärführung zu überzeugen, dass die NATO nicht nur für Europa, sondern auch für die USA wichtig ist. Und die »Steadfast Defender 2024«-Manöver werden als »Demonstration« der NATO-Einigkeit bezeichnet. (Man beachte auch die Anmerkungen am Schluss dieses Artikels.)

»The exercise, which is conducted across various NATO nations, is based on NATO’s new defence plans and demonstrates the Alliance’s ability to rapidly deploy forces from North America and other parts of the Alliance, to reinforce the defence of Europe. It also gives a clear demonstration of NATO’s transatlantic unity, strength and determination to do all that is necessary to protect each other and our common values«, so die Plattform Joint-Forces.com.

Oder zu Deutsch: »Die Übung, die von verschiedenen NATO-Staaten durchgeführt wird, basiert auf den neuen Verteidigungsplänen der NATO und demonstriert die Fähigkeit des Bündnisses, schnell Streitkräfte aus Nordamerika und anderen Teilen des Bündnisses zu verlegen, um die Verteidigung Europas zu stärken. Sie ist auch eine klare Demonstration der transatlantischen Einheit, der Stärke und der Entschlossenheit der NATO, alles zu tun, was notwendig ist, um einander und unsere gemeinsamen Werte zu schützen.«

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Die Souveränität des Irak (II)

Von German-Foreign-Policy.com – 5. Februar 2024

Nach US-Angriffen auf Ziele im Irak und in Syrien wird die Forderung nach US-Abzug aus beiden Ländern lauter. Kritik an den Angriffen kommt aus Nahost und von der EU; Berlin äußert Verständnis für die USA. – Nach den jüngsten US-Angriffen auf schiitische Milizen im Irak wie auch in Syrien wird die Forderung nach einem Abzug der US-geführten Militärkoalition – darunter deutsche Soldaten – erneut lauter. Im Mittelpunkt stehen westliche Truppen, die in der Zeit des Krieges gegen den IS in den Irak verlegt wurden, deren Stationierungsanlass aber seit dem Ende der staatsähnlichen Herrschaft des IS entfällt. Starke Kräfte im Irak wie auch in Syrien lehnen ihre Präsenz ab. Am Freitag erklärte ein Sprecher der irakischen Streitkräfte mit Blick auf die US-Angriffe auf rund 85 Ziele im Irak und in Syrien, diese stellten „eine Verletzung der Souveränität des Irak“ dar. Iraks Ministerpräsident Mohammed Shia al Sudani urteilte, vor allem die Militärpräsenz der USA sei zur Bedrohung von Sicherheit und Stabilität des Irak geworden; die US-Angriffe brächten das Land und die Region weiter „an den Rand des Abgrunds“. Am heutigen Montag werden die US-Angriffe im UN-Sicherheitsrat diskutiert. Während etwa der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell deutlich Kritik an ihnen übt, äußert die Bundesregierung Verständnis für Washington, das bereits mit weiteren Luftangriffen droht.

Gespräche über US-Abzug

Die Forderung, die US-geführte Militärkoalition solle aus dem Irak abziehen, da der Krieg gegen den IS mittlerweile längst beendet sei, wird seit Jahren immer wieder vorgebracht, ist aber Anfang Januar noch lauter geworden. Auslöser war der US-Drohnenmord an dem Kommandeur der irakisch-schiitischen Miliz Harakat al Nujaba am 4. Januar, der die USA vorwerfen, viele Angriffe auf US-Stützpunkte im Irak sowie in Syrien verübt zu haben. Nach dem Drohnenmord hatte der irakische Ministerpräsident Mohammed Shia al Sudani verlangt, die westlichen Truppen müssten ihre Präsenz im Irak jetzt „beenden“: Der Irak wolle seine „vollständige nationale Souveränität über Land, Luftraum und Gewässer“ umgehend wiederherstellen, die, wie die jüngsten US-Angriffe auf irakischem Territorium zeigten, nicht gewährleistet sei. Vor knapp zwei Wochen wurde bekannt, dass Washington und Bagdad tatsächlich dabei waren, in Gespräche über einen möglichen Abzug der US-Truppen einzutreten; US-Stellen hätten dazu gerade ein Schreiben an das irakische Außenministerium übergeben, hieß es. Zuvor waren Berichte bekannt geworden, denen zufolge in der US-Regierung Überlegungen angestellt würden, die rund 900 in Syrien stationierten US-Militärs perspektivisch abzuziehen. In den Irak hat Washington rund 2.500 Soldaten entsandt.

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Mit US-Eskalation gegen den Iran droht totaler Krieg im Nahen Osten

Von Andre Damon – 5. Februar 2024

Am Freitag führten die Vereinigten Staaten Luftangriffe auf sieben Orte im Irak und in Syrien aus, was nach Angaben von US-Beamten der Beginn von wochen- oder sogar monatelangen Angriffen in der gesamten Region war. An den beiden folgenden Tagen, Samstag und Sonntag, lancierten die USA und das Vereinigte Königreich weitere Luftangriffe gegen die Houthi-Rebellen im Jemen.

Die Angriffe sind „der Anfang unserer Reaktion, und es werden noch weitere Schritte folgen“, sagte der nationale Sicherheitsberater Jake Sullivan am Sonntag in der CNN-Sendung „State of the Union“.

Mit anderen Worten: Der „endlose Krieg“ der Vereinigten Staaten im Nahen Osten, der in den letzten drei Jahrzehnten Millionen Menschen getötet und ganze Gesellschaften zerstört hat, tritt in eine neue, noch tödlichere Phase ein.

US-Beamte haben deutlich gemacht, dass ein zentrales Ziel der US-Militäroffensive der Iran ist. In der Sendung „Meet the Press“ am Sonntag wurde Sullivan direkt gefragt, ob die Vereinigten Staaten Schläge „innerhalb des Irans“ ausschließen würden. Sullivan erklärte, dass er dies nicht tun würde und sagte: „Ich werde nicht darauf eingehen, was auf dem Tisch liegt und was nicht, wenn es um die amerikanische Antwort geht.“

Als der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, Sullivan in der gleichen Sendung folgte, drohte er noch deutlicher mit einem Angriff auf den Iran. Auf die Frage: „Wollen Sie Schläge innerhalb des Irans sehen?“ antwortete Johnson: „Das sollte nicht vom Tisch sein.“

Die aufeinanderfolgenden Auftritte von Vertretern sowohl des demokratisch kontrollierten Weißen Hauses als auch des republikanisch geführten Repräsentantenhauses sollten die Einmütigkeit zum Ausdruck bringen, die innerhalb des politischen Establishments der USA bezüglich der Eskalation des Krieges im Nahen Osten herrscht.

Die Biden-Regierung geht mit atemberaubender Skrupellosigkeit vor und entfacht einen regionalen Krieg, der die ganze Welt mit hineinzuziehen droht. Ein umfassender Krieg der USA mit dem Iran hätte katastrophale menschliche, politische und wirtschaftliche Folgen, die selbst das Blutbad der Invasion im Irak 2003 in den Schatten stellen würden.

Jede Aussage, mit der das Weiße Haus diesen Krieg rechtfertigt, ist eine Lüge. Das Weiße Haus erklärt, „keinen Krieg mit dem Iran anzustreben“, und jeder Luftangriff wird mit der Behauptung gerechtfertigt, dass es sich nicht um eine „Eskalation“ handelt.

Jeder neue illegale Luftangriff wird als „defensive“ Aktion zum Schutz der US-Truppen dargestellt. Doch allein die Anwesenheit dieser Truppen in der Region ist die Fortsetzung jahrzehntelanger blutiger US-Kriege im gesamten Nahen Osten, in denen mehr als eine Million Menschen getötet wurden und die von der systematischen und vorsätzlichen Anwendung von Folter als Staatspolitik begleitet wurden. Die USA unterhalten in der gesamten Region über 45.000 US-Soldaten sowie dutzende Kriegsschiffe und hunderte Militärflugzeuge.

Die jüngste US-Offensive im Nahen Osten ist ein entscheidendes Element eines sich entfaltenden globalen Krieges, der sich vor allem gegen Russland und China richtet. Die Unterwerfung des Iran, der im Herzen Eurasiens liegt, ist ein entscheidender Bestandteil des Strebens der Vereinigten Staaten nach globaler militärischer Vorherrschaft.

In seinem Bestreben, China militärisch einzukreisen und wirtschaftlich zu strangulieren, versucht Washington, einen Keil zwischen Peking und den Iran zu treiben, der ein wichtiger Öllieferant Chinas ist.

Ein wichtiger Faktor für die Eskalation gegen den Iran ist der massive Rückschlag, den die Vereinigten Staaten und die europäischen imperialistischen Mächte in der Ukraine erlitten haben. Während der US-Imperialismus deutlich macht, seinen Kampf gegen Russland bis zum letzten Ukrainer zu führen, hat er eine weitere Front im globalen Krieg eröffnet.

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Der Westen und seine Angst vor einer internationalen Untersuchung des Abschusses der Il-76

Von vesti7.ru (Übersetzung: Thomas Röper) – 5. Februar 2024

Obwohl Kiew zunächst eine internationale Untersuchung des Abschusses der russischen Il-76 gefordert hat, die mit ukrainischen Kriegsgefangenen abgestürzt ist, ist es um das Thema sehr still geworden. Der Westen will keine internationale Untersuchung, weil das Flugzeug mit US-Raketen abgeschossen wurde.

Um zu verstehen, was passiert ist und wie gefährlich die Situation ist, müssen wir uns vorstellen, Russland würde beispielsweise Kuba Flugabwehrraketen liefern, die so komplex sind, dass sie de facto nur zusammen mit russischen Soldaten eingesetzt werden können. Und dann würde eine solche Rakete von Kuba abgefeuert und würde über Florida ein US-Militärflugzeug vom Himmel holen. Wie würden die USA wohl reagieren?

Genau das ist vor etwa zwei Wochen mit umgekehrten Vorzeichen passiert, als im russischen Gebiet Belgorod eine Il-76 des russischen Militärs, die ukrainische Kriegsgefangene zu einem Gefangenenaustausch transportierte, von einer aus den USA gelieferten Patriot-Rakete abgeschossen wurde.

In seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick hat das russische Fernsehen am Sonntag über den aktuellen Stand der Ermittlungen berichtet. Der Bericht begann mit Putins Aussagen dazu, die in dem Beitrag mit Putins Meinung zum Thema Patriotismus eingeleitet wurden. Ich habe den gesamten Beitrag übersetzt.

US-Militärschläge gegen den Irak, Syrien und Jemen – gerichtet gegen den Iran

Von Andre Damon – 4. Februar 2024

Am Freitagabend begannen die USA eine Offensive im Nahen Osten, die laut Regierungsvertretern auf Wochen oder Monate ausgelegt ist und sich gegen den Iran richtet.

US-Präsident Joe Biden hat atomwaffenfähige B-1B-Bomber vom Luftwaffenstützpunkt Dyess in Texas entsandt, um 125 Geschosse auf 85 Ziele an sieben Orten im Irak und in Syrien abzufeuern. Laut den USA handelte es sich bei den Zielen um militärische Einrichtungen der „Quds-Einheit der Iranischen Revolutionsgarde und mit ihr verbündeter Milizen“.

In der Nacht zum Sonntag attackierten die USA dann gemeinsam mit dem britischen Militär Stellungen der Huthis im Jemen. Es seien 36 Ziele an 13 Orten in Jemen attackiert worden, teilte das US-Verteidigungsministerium mit.

Die Angriffe waren illegal und fanden unter Missachtung der Regierungen der angegriffenen Länder statt. Außerdem wurden sie ohne Bewilligung des Kongresses und ohne den Versuch durchgeführt, die Einwilligung oder Zustimmung der amerikanischen Bevölkerung zu erhalten.

Ein offizieller Vertreter des Irak verurteilte den Angriff auf Ziele im Land als „inakzeptabel“ und als „Verletzung der Souveränität des Irak“. Er fügte hinzu, sie stelle „eine Bedrohung dar, die für den Irak und die Region unvorhersehbare Konsequenzen haben wird“. Syrische Staatsmedien verurteilten den Angriff als Akt „amerikanischer Aggression“.

Die pro-imperialistische Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete gegenüber AFP, in Ostsyrien seien mindestens 18 Menschen getötet worden, und zwar in einem großen Abschnitt des Landes, der sich über mehr als 100 Kilometer erstreckt.

Die USA behaupteten, die Angriffe seien eine Reaktion auf die Tötung von drei US-Soldaten in Jordanien vor einer Woche. Biden hatte danach die Dover Air Force Base in seinem Heimatstaat Delaware besucht, um der Überführung der sterblichen Überreste der Soldaten beizuwohnen. Als er seine knappe, drei Absätze lange Erklärung dazu abgab, waren die Bomber bereits auf dem Weg zu ihren Zielen.

In Wirklichkeit war der Tod dieser Soldaten das Ergebnis der anhaltenden militärischen Besetzung der Region und der massiven militärischen Eskalation während der letzten drei Monate.

Während sie Israel mit Geld, Waffen, logistischer Hilfe und politischer Deckung für seinen Völkermord in Gaza unterstützen, überschwemmen die USA selbst die Region mit Kriegsschiffen, Flugzeugen und Soldaten, um bewusst eine Ausweitung des Konflikts zu provozieren.

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