Aufrufe & Appelle

Hervorgehoben



Bis hierher und nicht weiter! Wir protestieren gegen die rechtswidrigen Sanktionen gegen Oberst Jacques Baud und den Kriegskurs der EU


Fordert die Freilassung des sozialistischen Kriegsgegners Bogdan Syrotiuk aus einem ukrainischen Gefängnis!


Waffenstillstand sofort! Sofortiger Stopp aller Waffenlieferungen an die Ukraine! Kein Krieg gegen Russland! Abzug aller Atomraketen aus Europa!


Freiheit für Julian Assange! Aufruf des Komitees zur Verteidigung von Julian Assange und Chelsea Manning …


Kein Krieg gegen den Irak! – Kein Blut für Öl und Macht! Aufruf der Initiative gegen den Irak-Krieg vom November 2002…


XI schaltet sich bei Hormuz ein

Von Thomas Oysmüller – 20. April 2026

Erstmals hat Chinas Präsident Xi Jinping die sofortige Öffnung der Straße von Hormuz gefordert. Das sagte er in einem Telefonat mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman.

Während Trump quasi im Minutentakt die Welt mit Meldungen unterhält, agiert Xi Jinping wie ein klassischer Staatsmann. Er äußert sich selten, aber wenn, dann soll sein Wort Gewicht haben. Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, dass Xi Jinping erstmals eine Öffnung der Straße von Hormuz gefordert hat.„Die normale Schifffahrt durch die Straße von Hormuz sollte aufrechterhalten werden. Das liegt im gemeinsamen Interesse der Länder der Region und der internationalen Gemeinschaft“, sagte Xi laut einer Erklärung, die auch von der AFP verbreitet wurde. Ob dies an die USA, den Iran oder beide gerichtet ist, bleibt offen. Vermutlich aber an beide, da er zu einem sofortigen und umfassenden Waffenstillstand aufrief und betonte, dass Streitigkeiten durch politische und diplomatische Mittel gelöst werden müssten.

Zu Saudi-Arabien, einem BRICS-Mitglied, das gerne auch von antiamerikanischer Presse als „US-Vasall“ bezeichnet wird – was der Komplexität geopolitischer Entwicklungen jedoch kaum mehr gerecht wird –, werde man weiter „das strategische gegenseitige Vertrauen mit Saudi-Arabien vertiefen und die praktische Zusammenarbeit ausweiten“. China importierte laut den am Montag veröffentlichten Zolldaten 5,86 Millionen Tonnen Rohöl aus Saudi-Arabien – ein Rückgang um zehn Prozent im Vergleich zum Februar. China wird aber in diesem Monat ein Rekordvolumen an US-Ethan importieren, da petrochemische Produzenten nach der Störung kritischer Lieferungen durch den Krieg im Nahen Osten auf andere Rohstoffe umstellen. Das zeigen andere Daten, die am Montag veröffentlicht wurden.

[Hier weiterlesen]

Diehl Defence vorn dabei: Deutsche Unternehmen schließen Rüstungsallianz mit der Ukraine

Von RT DE – 20. April 2026

Nach der Unterzeichung der Verträge für die gemeinsame Rüstungsproduktion mit der Ukraine steigt Deutschland zur Nummer eins in der entstehenden ukrainisch-europäischen Rüstungsallianz auf. Laut WSJ ist Deutschland bereit, dafür die zivile Automobilindustrie zu opfern.

Was lag in der Mappe des deutschen Verteidigungsministers Boris Pistorius, die er während des Treffens mit dem ukrainischen Machthaber Wladimir Selenskij am 14. April so strahlend in der Hand hielt? Auffällig war auch seine Krawatte in den Farben des Schwarzen Kreuzes der Bundeswehr. Laut Merkur haben ukrainische Rüstungsunternehmen vor allem mit dem  Rüstungskonzern Diehl Defence neue Kooperationsverträge geschlossen. Während Berlin offiziell schweigt, arbeiten deutsche und ukrainische Ingenieure bereits an einer gemeinsamen Rüstungszukunft. Details dazu lüften die ukrainischen militärischen Fachmedien, die der Merkur zitiert

Laut dem Fachportal Militarny gehört der Drohnen- und Raketenhersteller Fire Point zu den bestätigten ukrainischen Partnern. Das ukrainische Rüstungsfachmagazin Defence Express nennt zusätzlich das Konstruktionsbüro Lutsch als weiteren Vertragspartner. Igor Fedirko, CEO des ukrainischen Rates für Verteidigungsindustrie kündigte die Unterzeichnung am 14. April via Facebook an. Ihm zufolge handelt es sich um einen von insgesamt sechs neuen Kooperationsverträgen, die ukrainische und deutsche Rüstungsunternehmen gleichzeitig abschlossen.

Fedirko kommentierte:

„Genau so funktioniert ‚Build with Ukraine‘: Ukrainische Lösungen, ukrainische Kampferfahrung und ukrainisches Ingenieurwesen kombiniert mit den Produktions-, Technologie- und Finanzmöglichkeiten der Partner.“

Konkrete Projektdetails nannten die Beteiligten bislang nicht.

Da keine offiziellen Projektdetails vorliegen, zieht Defence Express Schlüsse aus den bestehenden Produktportfolios der beteiligten Unternehmen. Demnach könnte Diehl Defence seine Expertise in Lenk- und Leitsystemen einbringen – relevant für ukrainische Waffensysteme wie die Neptun-Seezielflugkörper, die Stugna-P-Panzerabwehrraketen oder das Mehrfachraketenwerfer-System Vilkha. „Handbuch“

[Hier weiterlesen]

Regime Change im Himmelreich

Von Wolf Wetzel – 18. April 2026

Geht es nach Donald Trump, so hat Jesus in der Gegenwart einen würdigen Nachfolger gefunden: ihn selbst.

„Stellvertreter Christi auf Erden“ — mit diesem Anspruch sind Päpste in der Geschichte oft aufgetreten. US-Präsidenten gaben sich meist damit zufrieden, „God’s own country“ in ständiger Funkverbindung mit dem Herrn zu regieren. Nicht so Donald Trump: Der inszenierte sich in einer bekannt gewordenen KI-Grafik als Heiland — eine Mischung aus Heilpraktiker und Heilsbringer, aufgemotzt durch visuellen Schwulst. Ich, Donald, bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Die Angst, lächerlich wirken zu können, scheint den MAGA-Berserker nicht anzufechten. Sind diese peinlichen Vorgänge für uns überhaupt relevant? Nun, es kann mal passieren, dass ein älterer Herr austickt. Dafür aber gibt es Psychiatrien und Medikamente. Hat der Patient dagegen Macht und sind alle Kontrollinstanzen in seinem Land zahnlos geworden, so ist höchste Gefahr im Verzug. Der Atomkoffer in den Händen eines Kindes mit akut schizophrenem Schub. Fast niemand mehr in den USA und außerhalb tritt dem offensichtlich verwirrten US-Präsidenten entgegen. Da ist die beherzte Kritik, die ausgerechnet von Papst Leo kam, lobenswert.

Der Papst in Rom, also nicht in Washington, hatte sich anlässlich des Osterfestes doch tatsächlich gegen Kriege ausgesprochen, überall, und hält unbelehrbar an der Friedensbotschaft der katholischen Kirche fest.

Das brachte den aktuellen US-Präsidenten Donald Trump auf die Palme. Er verbat sich, sich in seine Kriege einzumischen und bescheinigte dem Papst ad hoc eine „schreckliche Außenpolitik“. Papst Leo XIV. antwortete auf dieses vernichtende Urteil betont gelassen:

„Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung.“

Nun geht der immer noch auf freiem Fuß lebende US-Präsident einen gehörigen Schritt weiter.

Nachdem er bei jeder Gelegenheit allen „die Hölle“ verspricht, die sich ihm und seinem Business-Clan in den Weg stellen, hat er den letzten ultimativen Schritt auf seiner Medienplattform „Truth Social“ vollzogen. Seine Jünger machten sich sofort an die Arbeit und posteten ein KI-generiertes Zukunftsbild des US-Gottesstaates [siehe Titelbild]:

[Hier weiterlesen]

Trumps letzte Warnung an die EU-NATO?

Von Andrew Korybkow – 20. April 2026

Die NATO-Staaten, und dabei vor allem jene der EU, sollen den Umbau zur „NATO 3.0“ beschleunigen, fordert eine einflussreiche Stimme aus Washington einmal mehr. Dies könnte die letzte Warnung der USA sein, bevor sie drastische Maßnahmen ergreifen, um diejenigen zu bestrafen, die Trumps Forderungen weiterhin ablehnen.

Der US-Unterstaatssekretär für Verteidigungspolitik Elbridge Colby hielt Mitte April beim Ukraine Defense Contact Group eine wichtige Rede, in der er die Europäer eindringlich aufforderte, ihren Übergang zu dem zu beschleunigen, was er bereits früher in diesem Jahr als „NATO 3.0“ bezeichnet hatte.

In seiner Rede forderte Colby unmissverständlich: „Europa muss seine primäre Verantwortung für die konventionelle Verteidigung des Kontinents deutlich schneller übernehmen“ – einschließlich der weiteren Bewaffnung der Ukraine über das „Prioritized Ukraine Requirements List“ (PURL)-Programm, bei dem die USA die zentrale Rolle spielen. Dazu sei es „von entscheidender Bedeutung, die europäischen Munitionsvorräte rasch wieder aufzustocken und protektionistische Handelsbarrieren zu beseitigen, die das industrielle Potenzial des Kontinents ersticken“.

Weiter betonte er: „Die Entwicklung einer robusten, leistungsfähigen und integrierten europäischen Verteidigungsindustrie darf keine bloße Wunschvorstellung bleiben, sondern muss zur absoluten Voraussetzung für eine glaubwürdige Abschreckung und Verteidigung werden.“ Da die Europäer geradezu besessen vom Ukraine-Konflikt sind, fügte er hinzu: „Das wird entscheidend sein, um den Krieg in der Ukraine zu beenden – unter Bedingungen, die einen dauerhaften Frieden ermöglichen.“ Abschließend rief er zu „mehr Taten und einem grundlegenden Einstellungswandel“ auf, um „diesen Übergang zu einer ‚NATO 3.0‘ zu beschleunigen“.

Colby schloss mit den Worten: „Wenn Europa diesen Moment ergreift – also wirklich die primäre Verantwortung für die Verteidigung des Kontinents im Sinne unserer Vision eines neu ausbalancierten ‚NATO 3.0‘ übernimmt –, werden wir alle stärker und glaubwürdiger in der Verteidigung unserer Völker und nationalen Interessen sein.“ Mitten in der Rede schickte er eine unmissverständliche Warnung hinterher: Er unterstrich die „kritische Bedeutung“ der NATO-Beteiligung an der Sicherung der Straße von Hormus gemäß Trumps Erwartungen „für unsere künftige Beziehung“.

Washington,könnte seine geplante militärische Neuorientierung von Europa weg hin zu den Amerikas und dem Indopazifik beschleunigen, falls die Europäer Trumps Forderungen ablehnen und ihre bedeutenden PURL-Beiträge einstellen, bevor die NATO diese Lücke schließen kann. Das würde entweder einen vollständigen russischen Sieg in der Ukraine erleichtern oder zumindest bei den Europäern die Angst schüren, dass ein solcher Sieg unvermeidlich wird – vor allem, wenn Trump die Waffenlieferungen erneut stoppt. Damit würden sie genau das tun, was er verlangt.

Sollten einzelne Mitglieder des Bündnisses weiterhin nicht mitziehen, während andere kooperieren, könnte Trump das von ihm angeblich erwogene „Pay-to-Play“-Modell durchsetzen. Dieses würde „Abweichler“ aus den Entscheidungsprozessen ausschließen und ihnen den Schutz der US-Artikel-5-Garantie entziehen. Dieselben Strafmaßnahmen könnten auch bei der Verweigerung einer Verteidigungsausgabe von 5 % des BIP greifen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Colby diese Drohungen seinen europäischen Gesprächspartnern am Rande der Veranstaltung deutlich gemacht hat, auch wenn er sie in der öffentlichen Rede nur andeutete.

Seine Aufforderung, den Übergang zu „NATO 3.0“ – seiner eigenen Idee – zu beschleunigen, ist daher als letzte Warnung der USA zu verstehen, bevor drastische Strafmaßnahmen folgen. Das könnte das „Pay-to-Play“-Modell ebenso umfassen wie ein erneutes Abschneiden der Waffenlieferungen an die Ukraine – oder beides gleichzeitig. Wie die NATO insgesamt oder ihre einzelnen Mitglieder reagieren werden, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Trump verliert zunehmend die Geduld mit ihnen.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Warum die USA den Krieg gegen den Iran fortsetzen werden

Von Peter F. Mayer – 20. April 2026

Wie vor einem Monat vorhergesagt, verhängte die in den Nahen Osten entsandte US-Marine-Expeditions-Einheit (MEU) nun eine Blockade des iranischen Öls nach China. Diejenigen, die auf „Israel“ fixiert sind, lenken von dem ab, was letztlich ein Kriegsakt gegen China ist. Werden China und Russland ein Konvoisystem für ihre Schiffe einrichten?

Die Vermutung, es sei „unvorstellbar“, die USA würden einen Krieg beginnen, um die Bühne für einen Krieg mit einer anderen Nation zu bereiten, ignoriert sowohl die US-Geschichte als auch die Geschichte des Imperiums im Allgemeinen. Die US-Politik ist viel klarer, wenn man ignoriert, was Politiker sagen, und stattdessen die politischen Dokumente liest und betrachtet, was die USA tatsächlich auf der ganzen Welt tun.

In Bezug auf die vielen Worte, die Trump kürzlich über den Iran und den Libanon und „Frieden“ gesagt hat empfiehlt der früher Geheimdienstoffizier des US-Marine-Corps, Brian Berletic, sie zu ignorieren. Er empfiehlt stattdessen zu beachten, dass die US-Blockade gegen den Iran immer noch in Kraft ist und US-Militärgüter weiterhin in der Region eintreffen, während alle anderen US-Kriege und Stellvertreterkriege expandieren.

Das Hauptziel der USA sei die globale Vorherrschaft. Der Angriff auf den Iran wird von dem Wunsch getrieben, Russland und China weiter zu isolieren, indem ein Partner eliminiert und eine wirtschaftlich wichtige Region der Welt vollständig kontrolliert wird.

Ein Teil dieser Isolierung speziell für China beinhaltet die Unterbrechung der Energieexporte aus dem Iran nach China. Die USA können ihren eigenen Aggressionskrieg gegen den Iran auch nutzen, um eine De-facto-Blockade aller oder eines Großteils der Energie zu implementieren, die aus dem gesamten Nahen Osten nach China und auch zu vielen von Chinas größten und wichtigsten Handelspartnern fließt.

Die USA nutzen diese Gelegenheit auch, um eine globale Blockade aller iranischen Schiffe zu normalisieren, genau wie sie es mit der „Schattenflotte“ getan haben.

All das ziele auf eine direktere und ernsthaftere Konfrontation mit sowohl Russland (gegen das die USA immer noch einen Stellvertreterkrieg führen) als auch China ab [so Berletic].

Aufgrund dieser grundlegenden Realität war kein „Frieden“ jeglicher Art mit dem Iran jemals möglich, es sei denn, der Iran und seine Verbündeten könnten ihn den USA physisch aufzwingen, was zum jetzigen Zeitpunkt immer noch nicht realistisch oder möglich ist.

Der Krieg wird also unvermeidlich weitergehen, und es bleibt nur noch, die Vorwände dafür zu erfinden und zu präsentieren, warum er weitergehen wird.

[Hier weiterlesen]

Langstreckendrohnen für die Ukraine

Von German-Foreign-Policy.com – 20. April 2026

Deutsch-ukrainische Joint Ventures gehen in Deutschland zur Produktion von Drohnen mit bis zu 1.500 Kilometern Reichweite über; sie reichen weit ins russische Hinterland. Moskau deutet an, die Produktionsstandorte ins Visier zu nehmen.

Die verstärkte Produktion von Drohnen in Deutschland und weiteren Staaten Westeuropas für die Streitkräfte der Ukraine löst russische Drohungen gegen die Standorte aus. In der vergangenen Woche haben mehrere deutsche Firmen die Gründung neuer Joint Ventures mit ukrainischen Drohnenherstellern angekündigt. Unter anderem will das Software-Startup Auterion gemeinsam mit der ukrainischen Airlogix in einem Werk bei München Drohnen herstellen, die eine Reichweite von 1.000 bis 1.500 Kilometern haben. Damit können sie Ziele tief im russischen Hinterland angreifen. Mit derlei Angriffen haben die ukrainischen Streitkräfte Russland zuletzt herbe Schäden zugefügt – so etwa an wichtigen Erdölanlagen. Der deutsche Standort von Airlogix findet sich auf einer Liste von 21 Unternehmen in mehreren Ländern Europas, von denen es heißt, sie zögen mit ihrer Waffenproduktion ihre Standortstaaten „in einen Krieg mit Russland hinein“. Bisher hat bloß die Ukraine Angriffe auf russische Ziele in Drittstaaten geführt – auf Tankschiffe im Mittelmeer. Russland könnte die Praxis nachahmen und ebenso Ziele in Drittstaaten attackieren – etwa Firmen, die Angriffe auf sein Territorium ermöglichen.

Das Silicon Valley der Rüstungsindustrie

Deutsche Drohnenhersteller hatten bereits kurz nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs eine immer enger werdende Kooperation mit den ukrainischen Streitkräften eingeleitet. Zum einen belieferten sie die Ukraine mit ihren Drohnen; zum anderen entwickelten sie einen immer intensiven Kontakt zu Einheiten an der Front, um deren tagesaktuelle Erfahrungen in dem sich in schnellem Tempo wandelnden Drohnenkrieg zu verarbeiten und auf dieser Grundlage, soweit möglich, die eigenen Produkte laufend zu optimieren. Das schuf die Grundlage für die inzwischen rasant boomende deutsche Drohnenindustrie um Unternehmen wie Helsing oder Quantum Systems bzw. den Rüstungsableger von Quantum Systems, Stark Defence. In Fachkreisen war, nicht zuletzt mit Blick auf die Drohnenentwicklung, bereits im vergangenen Jahr davon die Rede, die Ukraine sei längst das „Silicon Valley der Rüstungsindustrie“.[1] Dabei kommt den mit dem Land kooperierenden Rüstungsfirmen, darunter insbesondere auch den Drohnenherstellern, zugute, dass ihre Produkte im Krieg praktisch getestet wurden; sie haben damit einen starken Vorteil in der globalen Konkurrenz der Waffenschmieden.

[Hier weiterlesen]

Die erneute Aussetzung der US-Sanktionen gegen russisches Öl wird Indien helfen

Von Andrew Korybko – 20. April 2026

Sowohl Russland als auch Indien profitieren von diesem Schritt, mit dem die USA verhindern wollen, dass Indien inmitten der globalen Energiekrise in Turbulenzen gerät und möglicherweise seine angestrebte Rolle als eine Art Gegengewicht zu China verliert, während höhere Energieeinnahmen aus Indien präventiv eine potenziell übermäßige Abhängigkeit Russlands von China abwenden.

Das Finanzministerium verlängerte am Freitag die Ausnahmeregelung der US-Sanktionen gegen russisches Öl, zwei Tage nachdem Minister Scott Bessent erklärt hatte, dass dies nicht geschehen würde. Es bleibt unklar, was genau für diesen Kurswechsel verantwortlich ist, aber es ist möglich, dass Trump 2.0 zu dem Schluss kam, dass ein Abkommen mit dem Iran möglicherweise nicht so schnell zustande kommt, wie einige Optimisten erwartet hatten, und es daher besser ist, russisches Öl noch einen weiteren Monat auf dem Weltmarkt zu belassen, um die globale wirtschaftliche Stabilität zu wahren. Russlands und der USA gemeinsamer Partner Indien profitiert davon am meisten.

Der IWF schätzte kürzlich, dass Indien in diesem und im nächsten Jahr mit einem Wachstum von jeweils 6,5 % die am schnellsten wachsende große Volkswirtschaft der Welt bleiben wird, und dies aufrechtzuerhalten ist sowohl für die Interessen Russlands als auch der USA unerlässlich. Das liegt daran, dass Indien zwischen beiden balanciert, nachdem es im Februar, nachdem das vorläufige indisch-amerikanische Handelsabkommen vereinbart worden war, als etwas näher an die USA neigend wahrgenommen wurde, sich dann aber im letzten Monat aufgrund der globalen systemischen Folgen des Dritten Golfkriegs wieder auf Russland ausrichtete.

Wie hier im März erläutert wurde, als die USA ihre Ausnahmeregelung für russische Ölsanktionen für Indien erließen, bevor sie diese global ausweiteten: „Die von ihnen angestrebte neue Weltordnung sieht vor, dass Indien eine herausragende geoökonomische und geopolitische Rolle spielt, insbesondere gegenüber China; daher haben sie vorübergehend auf Sanktionen gegen russische Öleinkäufe verzichtet, um zu verhindern, dass Indien in Turbulenzen gerät, und um dieses Szenario möglicherweise auszugleichen, falls dies nicht geschehen wäre.“ Was Russland betrifft, so beliefert es Indien nicht nur, um Gewinn zu erzielen, sondern auch, um seine eigenen strategischen Ziele voranzutreiben.

Diese beziehen sich darauf, Indien als alternatives Ventil für den Druck westlicher Sanktionen zu nutzen, um eine potenziell unverhältnismäßige Abhängigkeit von China präventiv abzuwenden und Indiens neuen Balanceakt der Tri-Multipolarität zu stärken, um den globalen systemischen Übergang zu komplexer Multipolarität zu beschleunigen. Weit davon entfernt, das Gefühl zu haben, Indien habe es „verraten“, wie Pepe Escobar fälschlicherweise behauptete, bot Russland Indien kürzlich an, so viel Energie zu liefern, wie es will, was es offensichtlich nicht tun würde, wenn es sich „verraten“ fühlte.

Zu diesem Thema hatte Indien seine Einfuhren von russischem Öl im Januar auf 1,06 Millionen Barrel pro Tag zurückgefahren, inmitten von Spekulationen über die Einhaltung der US-Sanktionen, da sich die Handelsgespräche mit den USA dem Ende näherten, diese dann aber im letzten Monat fast verdoppelt. Laut der Times of India unter Berufung auf Kpler „erreichten Indiens Einkäufe von russischem Rohöl im März 1,98 Millionen Barrel pro Tag“. Im April lagen sie bei 1,57 Millionen Barrel pro Tag, sollen aber im nächsten Monat steigen, sobald die Wartungsarbeiten an einer großen Raffinerie abgeschlossen sind.

Es wird daher erwartet, dass Indien der Hauptnutznießer der erneuten Sanktionsausnahme der USA bleibt, was die zuvor beschriebenen Ziele der USA und Russlands vorantreibt; es wird jedoch auch erwartet, dass die USA diese Politik beenden und ihre Drohungen mit Sekundärsanktionen gegen Russlands Ölkunden wieder aufnehmen, sollte es zu einem Frieden mit dem Iran kommen. Lawrow warnte die Welt im vergangenen Monat vor den Plänen von Trump 2.0 zur globalen Vorherrschaft, insbesondere in der Energiebranche, die in Form der Durchsetzung des „DROP Act“ zur Verfolgung dieses Ziels erfolgen könnten.

Es ist verfrüht, vorherzusagen, ob Indien dem künftigen Druck der USA nachgeben und seine Einfuhren von russischem Öl erneut zurückfahren würde, da diese für den wirtschaftlichen Aufschwung des Landes weitaus wichtiger sind als das vorläufige Handelsabkommen zwischen Indien und den USA. Gleichzeitig könnte Indien, falls Pakistan bei der Vermittlung eines Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran hilft, in der Gunst der USA bleiben wollen, um zu verhindern, dass sich die USA auf seine Kosten Pakistan zuwenden. Das Zusammenspiel dieser vier Länder mit China, dem strategischen Rivalen der USA, wird die Zukunft der regionalen Geopolitik bestimmen.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

„Wall Street Journal“ kündigt Ära der „Mega-Entlassungen“ an

Von Tom Hall – 20. April 2026

„Ist die Ära der Massenentlassungen angebrochen?“ Diese Schlagzeile des Wall Street Journal bringt in Wirklichkeit die gezielte Politik der Kapitalistenklasse zum Ausdruck.

„Anstatt Mitarbeiter in schrittweisen – und weniger disruptiven – Wellen zu entlassen, nutzen Arbeitgeber die potenziellen finanziellen Vorteile, die sich aus der sofortigen Entlassung großer Teile der Belegschaft ergeben“, schreibt die einflussreiche Zeitung. „Das ist eine Abkehr von den Gepflogenheiten in einer nur kurz zurückliegenden Zeit, in der Massenentlassungen als Zeichen für Probleme oder Missmanagement galten und anzeigten, dass ein Unternehmen drastische Maßnahmen ergreifen sollte, um sein Ergebnis zu verbessern. Heute ist es wahrscheinlicher, dass ein solches Unternehmen einen großen Kurssprung verzeichnet und von Investoren für sein mutiges Handeln gelobt wird.“

Das Journal verweist auf umgehende Aktienkursgewinne nach den jüngsten Massenentlassungen bei den Tech-Firmen Block und Snap. Nachdem Block Pläne zur Entlassung von 40 Prozent seiner Belegschaft angekündigt hatte, „kamen Führungskräfte anderer Unternehmen aus ihren Löchern“, so ein Manager, um nach dem „Handbuch“ zu fragen, „wie sie solche umfassenden Kürzungen in ihren eigenen Unternehmen nachmachen könnten“.

Block stellt Entlassungen, die in erster Linie durch KI vorangetrieben werden, als „unvermeidlich“ dar – besser gleich als später. In Wirklichkeit sind sie nicht unvermeidlich, sondern Mittel zum Zweck. Laut einem vom Journal befragten Analysten hat dies „vor allem auch Rückendeckung geboten, um die Personaloptimierung durchzuführen, die wahrscheinlich längst überfällig war.“

Dass der unmittelbare Anstieg der Aktienkurse eines der Hauptmotive für Massenentlassungen darstellt, zeugt von der extremen Kurzsichtigkeit der Unternehmensstrategie. Doch die Reaktion der Wall Street spiegelt eine grundlegendere Entscheidung des Finanzkapitals wider: Ganze Bereiche mit weniger produktivem Kapital sollen beseitigt werden, mitsamt mit den dort beschäftigten Arbeitern.

Und so kommt es zu immer mehr Massenentlassungen. Laut dem großen Beratungs- und Vermittlungsunternehmen Challenger, Gray & Christmas gab es im letzten Jahr 1,2 Millionen Entlassungen, die höchste Zahl seit dem ersten Jahr der Corona-Pandemie. Allein in diesem Monat wurden Entlassungen bei Snap (1.000 Stellen), Disney (1.000), Morgan Stanley (2.500) und Citigroup (1.000) angekündigt. Bei Amazon und Oracle ist jeweils der Abbau von 30.000 Stellen im Gange.

[Hier weiterlesen]

Hat Selenskyj Lukaschenko auf Trumps Geheiß bedroht?

Von Andrew Korybko – 20. April 2026

Im vergangenen Monat ist bei seinen Gesprächen mit den USA offensichtlich etwas vorgefallen, vielleicht die Weigerung, im Rahmen des „großen Deals“, über den verhandelt wird, Kompromisse einzugehen, und stattdessen die Forderung nach einseitigen Zugeständnissen, sodass es möglicherweise an Selenskyj lag, Lukaschenko auf Trumps Geheiß hin zu bedrohen.

Selenskyj behauptete letzte Woche, dass „in den belarussischen Grenzgebieten der Bau von Straßen in Richtung ukrainisches Territorium und die Einrichtung von Artilleriestellungen im Gange sind. Wir glauben, dass Russland erneut versuchen könnte, Belarus in seinen Krieg hineinzuziehen.“ Er fügte hinzu: „Die Art und die Folgen der jüngsten Ereignisse in Venezuela sollten der belarussischen Führung als Warnung dienen, keine Fehler zu begehen.“ Die Andeutung ist, dass Selenskyj seine Spezialeinheiten beauftragen könnte, Lukaschenko zu fassen.

Belarus ist Russlands Verbündeter im Rahmen der gegenseitigen Verteidigung, doch Russland befindet sich bereits de facto im Kriegszustand mit der Ukraine, sodass Selenskyj wohl davon ausgeht, dass die Festnahme Lukaschenkos nichts ändern würde, es sei denn, Putin würde seine übliche Zurückhaltung aufgeben und als Reaktion eine US-ähnliche „Shock and Awe“-Kampagne genehmigen. Putin hat dies nicht getan, nachdem die Ukraine im vergangenen Sommer mit westlicher Unterstützung Russlands nukleare Triade angegriffen hatte, und auch nicht beim ersten Mal, sodass Selenskyj wahrscheinlich nicht erwartet, dass er so reagieren würde, falls Lukaschenko gefangen genommen wird.

Der Vorwand wäre, eine weitere russische Offensive aus Weißrussland präventiv abzuwenden – eine Erzählung, die er seit Anfang dieses Jahres spinnt. Er erklärte im Februar gegenüber im Ausland ansässigen oppositionellen Medien, dass „die Relaisstationen für moderne ‚Shahed‘-Drohnen neue Anlagen sind, die auf dem Territorium von Weißrussland aufgetaucht sind“, und warnte unheilvoll: „Wir befinden uns jetzt an einem Punkt, an dem meiner Meinung nach die Weißrussen alle Risiken verstehen müssen.“ Er verwies auch auf den geplanten Einsatz von Oreshniks durch Russland in Belarus.

Selenskyjs Säbelrasseln gegenüber Belarus ist jedoch nichts Neues, da er damit bereits im Sommer 2024 begonnen hat. Die Ukraine verstärkte ihre Truppen an der Grenze und stationierte laut Lukaschenko damals rund 120.000 Soldaten, was Befürchtungen hinsichtlich einer Invasion von Gomel nach dem Vorbild von Kursk schürte. Das ist die zweitgrößte Stadt von Belarus im Südosten des Landes nahe der russischen und ukrainischen Grenze. Die Ukraine verstärkt ihre Truppen dort zwar derzeit nicht erneut, doch dieses Szenario bleibt weiterhin im Bereich des Möglichen.

Der größere Kontext von Selenskys Drohung, Lukaschenko zu entführen, hängt mit dessen Gesprächen mit den USA zusammen. Diese schienen große Fortschritte gemacht zu haben, wie Lukaschenkos radikal veränderte Wahrnehmung von Polens, dem wichtigsten Verbündeten der USA, im Januar nahelegt – eine Wahrnehmung, die das genaue Gegenteil dessen ist, was er vor einem Jahr geäußert hatte. Im Februar wurde hier argumentiert, dass Russland ihn vier Jahre vor dem geplanten Ausführungstermin 2030 vor dem nächsten Komplott des Westens für eine Farbrevolution gewarnt habe, um ihn an die von Polen ausgehenden Bedrohungen zu erinnern.

Im vergangenen Monat verhielt sich Lukaschenko jedoch in den drei hier aufgeführten Punkten verdächtig.

Dennoch geißelte er in seinem jüngsten Interview mit RT die USA für die Bombardierung einer Mädchenschule im Iran, erklärte, wie der Krieg die USA geschwächt und die Grenzen ihrer Macht offenbart habe, und deutete an, dass Trump ein Diktator sei. Im vergangenen Monat ist offensichtlich etwas passiert in seinen Gesprächen mit den USA – vielleicht weigern sich diese, im Rahmen des „großen Deals“, über den verhandelt wird, Kompromisse einzugehen, und fordern stattdessen einseitige Zugeständnisse von ihm.

Aus Gründen der Sensibilität angesichts der enormen Risiken, die damit verbunden sind, dass die USA versuchen, Lukaschenko dazu zu bringen, von Russland „abzuweichen“ – worum es bei ihren Gesprächen vermutlich geht, obwohl er dies bestreitet –, kann weder Trump noch irgendein US-Beamter ihm drohen und hoffen, den Dialog danach aufrechtzuerhalten. Es fiel daher wohl Selenskyj zu, dies stattdessen zu tun, und unabhängig davon, ob er seine Drohung, Lukaschenko gefangen zu nehmen, wahr macht oder nicht, könnte er dennoch versuchen, eine weitere Grenzkrise auszulösen, um russische Streitkräfte vom Donbass abzulenken.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Iran macht Wiederöffnung der Straße von Hormus rückgängig – europäische Mächte planen auf Pariser Gipfel Intervention

Von Alex Lantier – 20. April 2026

Während der Iran am Freitag zunächst eine fragile Wiederöffnung der Straße von Hormus für die Handelsschifffahrt ankündigte, trafen sich die Regierungschefs von 49 Staaten zu einem Krisengipfel in Paris, um eine Marineintervention in der Wasserstraße zu planen. US-Präsident Donald Trump weigerte sich jedoch, die US-Seeblockade iranischer Häfen zu beenden. Daraufhin machte der Iran die angekündigte Wiedereröffnung erneut rückgängig. Die Flut von Ankündigungen unterstreicht, dass keiner der fundamentalen Konflikte gelöst ist, die dem Krieg zugrunde liegen.

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hatte zunächst erklärt, die Straße von Hormus werde „für die restliche Dauer des Waffenstillstands für alle Handelsschiffe vollständig geöffnet“ bleiben. Damit hängt die Wiederöffnung der Straße davon ab, dass die USA die Waffenruhe respektieren, die sie letzte Woche ausgerufen haben, und dass Israel die Waffenruhe mit dem Libanon einhält. Gemäß Araghtschis Bedingungen werden iranische Militärschiffe weiterhin kontrollieren, welche Schiffe die Straße passieren dürfen, welche Schifffahrtswege sie nutzen können und welche Gebühren sie an den Iran zahlen werden.

Trump kündigte daraufhin sofort an, die US-Seeblockade des Iran bleibe „uneingeschränkt bestehen“, bis der Iran ein umfassendes Abkommen mit Washington geschlossen habe. Schiffe, die in iranische Häfen ein- oder auslaufen, können weiterhin von der US-Navy abgefangen werden, und die iranischen Ölexporte bleiben blockiert. Trump behauptete, ein Friedensabkommen sei „sehr nah“, doch erst vor wenigen Tagen waren Verhandlungen in Islamabad nach 20 Stunden gescheitert.

Doch selbst wenn die Waffenruhe der USA hält, werden Trumps Angriffskrieg gegen den Iran, seine Aufrufe zur Plünderung des iranischen Öls und seine völkermörderischen Drohungen mit der Vernichtung der iranischen Zivilisation dauerhafte und unumkehrbare wirtschaftliche und politische Folgen haben. Die immensen menschlichen und wirtschaftlichen Kosten des Kriegs werden erst nach und nach sichtbar. Selbst wenn die Kämpfe nicht wieder aufgenommen werden, was alles andere als sicher ist, werden diese Kosten in den kommenden Monaten weiter steigen.

[Hier weiterlesen]