Das wichtigste Beratungsunternehmen des US-Militärs, die RAND Corporation, hat das russische Militär unter die Lupe genommen.Achtung: Christian Müller, der heutige alleinverantwortliche Herausgeber der Online-Plattform Globalbridge.ch, hat diesen Artikel schon im Herbst 2021 geschrieben. Er wurde am 6.10.2021 auf Infosperber veröffentlicht. Heute, wo in den westlichen Medien fast alle Schuld an Kriegen auf dieser Welt den Russen und oft sogar ganz persönlich Wladimir Putin zugeschoben wird, ist dieser Beitrag aktueller denn je!
Die RAND Corporation, eine weltberühmte US-amerikanische Forschungs- und Beratungsfirma, rühmt sich, in gut 50 Ländern 1800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu beschäftigen, die insgesamt in über 75 Sprachen forschen und kommunizieren können und von denen über tausend, also mehr als die Hälfte, über ein Doktorat oder sogar mehrere Doktorate verfügen. RAND ist also nicht einfach einer von unzähligen sogenannten Thinktanks. Und was zu beachten besonders wichtig ist: RANDs beste Kunden sind das US-State Department (also das US-Außenministerium) und das US-Militär: die US-Army, die US-Air Force und das US-Department of Homeland Security. Diese staatlichen Kunden zahlen mehr als die Hälfte aller RAND-Einnahmen.
Die Sowjetunion und Russland unter der Lupe
RAND, dieses nachgerade gigantische Forschungs- und Beratungsunternehmen, hat jetzt das militärische Verhalten der Sowjetunion und Russlands seit dem Zweiten Weltkrieg und insbesondere seit dem Ende des Kalten Krieges 1991 untersucht. Das Resultat ist bemerkenswert. RAND zeigt auf, dass Russlands militärische Interventionen im Vergleich zur Sowjetunion nur noch marginal sind und, vor allem, dass die Interventionen immer im Zusammenhang mit einem drohenden Verlust standen und nie im Sinne eines zusätzlichen Gewinns an Land oder Einfluss, also stets zur Verteidigung des Status quo zum Einsatz kamen.
RANDs Vergleich zwischen der Sowjetunion und Russland: Die militärischen Operationen des heutigen Russland (rot) sind mit jenen der Sowjetunion vor 1991 (blau) nicht mehr vergleichbar.
Der in Kanada und in den USA bekannte, auf geopolitische Beziehungen spezialisierte Professor an der Universität von Ottawa, Paul Robinson, hat den 186-seitigen Bericht von RAND über das russische Militär genau studiert und auf seinem seinem Webportal Irrussianality inhaltlich rezensiert und kommentiert. Daraus seien, im Sinne einer Zusammenfassung, ein paar Feststellungen – ins Deutsche übersetzt – zitiert:
»Vor einigen Jahren habe ich die mögliche Relevanz der Prospect-Theorie für die russische Annexion der Krim erörtert. Die Prospect-Theorie besagt, dass Menschen eher bereit sind, Risiken einzugehen, um einen Verlust zu vermeiden, als um einen Gewinn zu erzielen. Dies entspricht der bekannten psychologischen Neigung zur Verlustaversion. Wenn wir etwas verlieren, stört uns das viel mehr, als wenn wir etwas nicht gewinnen. In der Welt der internationalen Beziehungen bedeutet dies, dass zu erwarten ist, dass Staaten militärische Gewalt häufiger einsetzen, wenn sie von Verlust bedroht sind, als wenn sie etwas erwerben wollen, das sie noch nicht haben. Es ist daher interessant, dies in einer neuen Studie der RAND Corporation mit dem Titel ‹Russia’s Military Interventions: Patterns, Drivers, and Signposts› (Russlands militärische Interventionen: Verhalten, treibende Kräfte, Wegweiser) bestätigt zu sehen. Darin werden die Fälle russischer Militärinterventionen in der postsowjetischen Zeit analysiert. Die Schlussfolgerung: Einer der Hauptbeweggründe ist die Verhinderung von Verlusten.«
Die Sache der Tuareg – für so legitim manche sie auch halten mögen – wird nun vom Westen als Vorwand missbraucht, um seine Unterstützung für den Versuch einer ISIS-ähnlichen Machtübernahme in Mali zu verschleiern. Und das, obwohl der Westen genau diesem Szenario vor fast anderthalb Jahrzehnten noch entgegengetreten ist.
Mali wurde am Samstag von koordinierten Angriffen im ganzen Land erschüttert, die von als Terroristen eingestuften Tuareg-Rebellen der Dachorganisation „Azawad Liberation Front“ (FLA nach ihrer französischen Abkürzung) im ländlichen Norden und von islamistischen Terroristen der „Jamaat Nusrat al-Islam wal-Muslimin“ (JNIM) in den städtischen Gebieten verübt wurden. Die BBC berichtete, dass beide Gruppen ihre Zusammenarbeit miteinander bestätigten. Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Tuareg, die entweder einen eigenen Staat oder zumindest Autonomie anstreben, mit islamistischen Terroristen verbündet haben.
Die „Nationale Bewegung für die Befreiung von Azawad“ (MNLA) verbündete sich 2012 mit der Al-Qaida-nahen Gruppe Ansar Dine, kurz nachdem der NATO-Krieg gegen Libyen zur Zerstreuung der riesigen Waffenvorräte des ermordeten lybischen Staatschefs Muammar Gaddafi in der gesamten Region geführt hatte. Was als eine weitere der immer wiederkehrenden Tuareg-Rebellionen in Mali begann, entwickelte sich schnell zu einer vollwertigen Proto-ISIS-Offensive, die nur dank der entschlossenen französischen Operationen Serval und Barkhane von 2013 bis 2022 daran gehindert wurde, die Kontrolle über das gesamte Land zu erlangen.
Zu diesem Zeitpunkt war die Sache der Tuareg – die einige Sympathisanten hat, die sie durch miteinander verknüpfte antikoloniale und nationale Befreiungsprismen betrachten – bereits diskreditiert, nachdem sich die MNLA von der Ukraine, Frankreich und den USA mit algerischer logistischer Unterstützung als Schachfiguren gegen Russland hatte missbrauchen lassen. Aus diesem Grund zogen weder Russland noch Mali auch nach dem Rückzug der umbenannten Wagner-Truppen im vergangenen Sommer (das Africa Corps bleibt bestehen) in Betracht, einen doppelten politischen Weg zur Lösung dieser jüngsten Tuareg-Rebellion einzuschlagen.
In den Augen Bamakos und Moskaus ist die FLA (die Ende 2024 die MNLA abgelöst hat) eine ausländische Stellvertretermacht, das sie mit Gegnern der beiden Staaten verbündet sind. Zwar sind die russisch-algerischen Beziehungen offiziell nach wie vor stark, sie werden jedoch zunehmend belastet, da Russland und Algerien in diesem Krieg gegnerische Seiten unterstützen. Der Weg der Diplomatie kann daher nur dann eingeschlagen werden, wenn die bewaffneten Tuareg-Rebellen ihre Verbindungen zu den oben genannten Ländern und zu den mit ihnen verbündeten islamistischen Terroristen abbrechen. Die Anschläge vom Samstag deuten darauf hin, dass dies so schnell nicht geschehen wird.
Die Tuareg-Sache – so legitim manche sie auch finden mögen – wird nun vom Westen als Vorwand ausgenutzt, um seine Unterstützung für einen versuchten ISIS-ähnlichen Machtübergriff in Mali zu verschleiern, obwohl der Westen selbst genau diesem Szenario vor fast anderthalb Jahrzehnten noch entgegenstand. Was sich seitdem geändert hat, ist der syrische Präzedenzfall der Normalisierung eines nun „ehemaligen“ ISIS-Verbündeten, Ahmed al-Sharaa, nachdem dieser mit westlicher Hilfe das ganze Land übernommen hatte, sowie in der Folge das Interesse daran, dies in Mali zu wiederholen, um Russland in Westafrika eine strategische Niederlage zuzufügen.
Mali ist der Kern der Sahel-Allianz, zu der auch Burkina Faso und Niger gehören, die sich alle vom Kampf Russlands gegen den Westen inspirieren lassen und militärisch mit ihm verbündet sind. Der Untergang Malis könnte daher zur Auflösung dieses Blocks führen, wobei die beiden anderen Länder entweder in dessen Sog geraten oder sich dem Westen unterordnen würden, als Gegenleistung für einen Druckabbau. Während der Westen Russlands regionale Niederlage feiern würde, wäre der tiefere Grund für seine Freude die Wiederherstellung der Kontrolle über die Bodenschätze der Region.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.
Russland könnte gezwungen sein, sich zwischen seinen beiden Partnern zu entscheiden, sollten deren Spannungen außer Kontrolle geraten.
Der malische Außenminister hat kürzlich die Anerkennung der „Arabischen Demokratischen Republik Sahara“ durch sein Land zurückgezogen und erklärt, dass sein Land nun Marokkos Autonomieplan für die Westsahara unterstütze. Laut Reuters würde „Marokkos Vorschlag die Einrichtung einer lokalen Legislative, Exekutive und Judikative für die Westsahara vorsehen, die von den Einwohnern gewählt wird, während Rabat die Zuständigkeit für Verteidigung, Außenpolitik und religiöse Angelegenheiten behalten würde.“ Dies wird die ohnehin schon ernsten Spannungen zwischen Mali und Algerien weiter verschärfen.
Reuters erinnerte seine Leser daran, wie Algerien im vergangenen Frühjahr eine malische Drohne abgeschossen hatte, was hier in einem Artikel analysiert wurde, der zudem drei Hintergrundberichte auflistete, die Leser hier, hier und hier nachlesen können. Vereinfacht ausgedrückt leistet Algerien zumindest logistische Unterstützung für die von den USA, Frankreich und der Ukraine unterstützten Tuareg-Rebellen in Mali, die als Terroristen eingestuft werden. So spricht sich Rabat gegen den Rückzug der malischen Behörden aus einem Friedensabkommen mit den Tuareg aus, gegen den diese zuvor mehrfach verstoßen hatten. Das erschwert auch die Beziehungen zu Russland.
Gleichzeitig bleiben die militärisch-technischen Beziehungen zwischen beiden Ländern stark, da Algerien von sowjetischer/russischer Ausrüstung abhängig ist und Russland Algeriens Weigerung schätzt, sich den westlichen Sanktionen zu beugen; doch Algeriens Versuche einer Entspannung mit dem Westen könnten diese Beziehungen allmählich schwächen, sollte dieses Bestreben Erfolg haben. Darüber hinaus könnte die Verschärfung der Spannungen zwischen Mali und Algerien Russland dazu zwingen, Bamako gegen Algier zu unterstützen, was dann möglicherweise zu abrupten Verzögerungen bei der Erfüllung militärischer Verträge mit Algerien führen könnte.
Um auf die Westsahara-Frage zurückzukommen: Sie wird von der Community der Alternativmedien im Allgemeinen als in etwa analog zu Palästina und Kaschmir angesehen, da sie als unrechtmäßige Besetzung betrachtet wird; dennoch unterstützen viele Mitglieder derselben Community auch die Sahel-Allianz/Konföderation. Dies bringt sie in ein politisches Dilemma, nachdem Mali Marokkos Autonomieplan unterstützt hat, da es vielen unangenehm sein könnte, Mali inmitten seiner anhaltenden Spannungen mit dem Westen zu kritisieren, geschweige denn zu verurteilen.
Der Kern dieses Dilemmas besteht darin, dass die Alternativmedien ausgewogene Standpunkte selten tolerieren, sondern zumeist dem Dogma folgen, dass Mitglieder ein Thema entweder voll und ganz unterstützen oder voll und ganz verurteilen, was auch immer es sein mag; dies erklärt den Mangel an konstruktiver Kritik an Russland, China, dem Iran und anderen. Dasselbe gilt für die Sahel-Allianz/Konföderation und Mali. Aus diesem Grund ist nicht zu erwarten, dass führende Influencer sich zu der neuen Politik gegenüber der Westsahara äußern werden, ebenso wenig in Artikeln wie in Podcasts zu diesem Thema.
Tatsächlich könnten die sich verschärfenden Spannungen zwischen Mali und Algerien in dieser Frage letztendlich zu einer narrativen Zwickmühle führen, sollte es zu einem weiteren Grenzzwischenfall oder Schlimmerem kommen. Das Wichtigste, woran man denken sollte, ist, dass Marokkos Autonomieplan für die Westsahara weiterhin an Unterstützung gewinnt, auch in Afrika selbst. Dies wiederum stärkt Marokkos Ansehen, schwächt Algeriens Position, da es der Schutzherr der Rebellenorganisation Polisario-Front ist, und verändert die regionale Geopolitik.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.
One of FCAS concept / Open source photo
Berlin und Paris zögern das schon sicher geglaubte Scheitern ihres Kampfjetprojekts FCAS weiter hinaus. Der mögliche Fehlschlag des Programms ist auf Differenzen hinsichtlich der Produktionsanteile und der Militärstrategien zurückzuführen.
Deutschland und Frankreich zögern das schon sicher geglaubte Scheitern des Kampfjetprogramms FCAS (Future Combat Air System) noch weiter hinaus. Wie am Freitag nach dem EU-Gipfel in Zypern bekannt wurde, sollen die Verteidigungsministerien beider Länder erneut versuchen, Schritte zur Rettung des Vorhabens zu unternehmen. Details zu etwaigen Optionen wurden, falls sie überhaupt existieren, nicht bekannt. Seit dem Start des Projekts im Jahr 2017 war das FCAS von Verzögerungen geprägt, die unter anderem auf Differenzen hinsichtlich der Aufteilung der Arbeiten, der Technologien und des Profits zurückzuführen waren. Abgesehen davon spiegeln sich im Streit um das Projekt auch zwei recht unterschiedliche strategische Ausrichtungen der beiden Länder wider: Während Deutschland sich von Fragen der Interoperabilität in NATO-Strukturen sowie der Kompatibilität mit US-Systemen leiten lässt, verfolgt Frankreich eine Militärstrategie, die auf von den USA völlig unabhängige Operationen zielt. Ein Eingeständnis des Scheiterns wäre ein schwerer Schlag für die Bestrebungen der europäischen Mächte, militärisch ohne die Vereinigten Staaten handlungsfähig zu werden. Es wird daher verschoben.
Erneut verzögert
Die Verteidigungsministerien Deutschlands und Frankreichs sollen erneut nach Optionen suchen, das FCAS-Programm zu retten.[1] Die Entscheidung dazu wurde von Bundeskanzler Friedrich Merz und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron bei einem Treffen am Rande des EU-Gipfels in der vergangenen Woche auf Zypern getroffen. Laut einem Sprecher der Bundesregierung wurden die Verteidigungsministerien beider Länder beauftragt, „an verschiedenen Strängen der Kooperation weiterzuarbeiten und nächste Schritte zu vereinbaren“. Der Sprecher fügte hinzu: „Diese Arbeit wird in den nächsten Wochen abgeschlossen werden.“ Kaum eine Woche zuvor war von zahlreichen Medien gemeldet worden, ein „letzter“ Vermittlungsversuch sei endgültig gescheitert.[2]
Der Flugzeugträger USS George H.W. Bush, derzeit im Kampfgebiet im Nahen Osten im Einsatz [Photo: Mass Communication Specialist 3rd Class Nicholas Hall]
US-Kriegsminister Pete Hegseth erklärte am Freitag, die USA würden ihre Seeblockade gegen den Iran zu einer globalen Operation gegen den Schiffsverkehr in allen Ozeanen ausweiten. Stunden zuvor hatte das Finanzministerium Sanktionen gegen eine große chinesische Ölraffinerie und 40 Reedereien verhängt, weil sie iranisches Rohöl gekauft hatten.
Bei einer Pressekonferenz des Pentagon am 24. April erklärte Hegseth vor Journalisten: „Unsere Blockade wächst und wird global. Ohne die Erlaubnis der US-Marine kommt niemand aus der Straße von Hormus irgendwohin auf der Welt.“ Er erklärte weiter, seit Beginn der Blockade im April seien 34 Schiffe zurückgeschickt worden, und die US-Marine habe letzte Woche zwei iranische Schiffe im Indischen Ozean beschlagnahmt.
Die Blockade und die Sanktionen richten sich gegen China. Letzte Woche hatte die US-Marine im Golf von Bengalen zwischen Sri Lanka und der Straße von Malakka den Tanker M/T Tifani beschlagnahmt, der rund zwei Millionen Barrel iranisches Rohöl für chinesische Raffinerien geladen hatte. China ist der größte Abnehmer iranischen Öls und bezieht mehr als zehn Prozent seines Rohölbedarfs aus dem Iran.
Das Finanzministerium verhängte am Freitag sekundäre Sanktionen gegen Hengli Petrochemical, eine private Raffinerie in der chinesischen Hafenstadt Dalian, die etwa 400.000 Barrel Öl pro Tag verarbeiten kann. Ihr wurde der Kauf iranischen Öls vorgeworfen. Das Finanzministerium sanktionierte außerdem 40 Reedereien und Schiffe und fror Krypto-Wallets mit 344 Millionen US-Dollar ein, die von iranischen Zwischenhändlern genutzt wurden.
Ein Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington erklärte am Freitag, die Sanktionen würden „die internationale Handelsordnung und Regeln“ untergraben und „die legitimen Rechte und Interessen chinesischer Unternehmen und Privatpersonen verletzen.“ Die Maßnahmen erfolgten am Vorabend eines geplanten Treffens zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping.
General Dan Caine, ein ranghoher US-Offizier, der neben Hegseth auftrat, erklärte an die Adresse der internationalen Reeder: „Wenn Sie sich nicht an diese Blockade halten, werden wir Gewalt anwenden. [US-Streitkräfte] sind weiterhin in Position und bereit, buchstäblich jederzeit wieder größere Kampfeinsätze aufzunehmen.“
Diesen Schritten dürfte eine geplante Verschärfung des französisch-amerikanischen Hybridkriegs gegen die Staaten der Sahel-Allianz folgen.
Im Februar wurde gewarnt, dass „die USA der Sahel-Allianz ein Angebot machen könnten, das sie nicht ablehnen kann“, während der damals bevorstehenden Reise des obersten US-Diplomaten für Afrika nach Bamako, der Hauptstadt Malis, dem Anführer der Allianz der Sahelstaaten (AES). Der Analyse zufolge könnte ihnen nahegelegt werden, „die USA die Rolle Russlands als ihren wichtigsten Sicherheitspartner ersetzen oder zumindest ‚ausgleichen‘ zu lassen, unter der implizierten Androhung von US-gestütztem militärischem Druck Nigerias unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung, von Frankreich unterstützten terroristischen Vorstößen und/oder US-amerikanischen Anti-Terror-Schlägen“.
Die AES lehnte dies offenbar ab, wie aus den jüngsten Bemühungen von Radio France International hervorgeht, sie zu delegitimieren, die hier analysiert wurden, wobei die Schlussfolgerung lautet, dass dies wahrscheinlich einer Verschärfung des französisch-amerikanischen hybridenKriegs gegen die AES vorausgeht, der zeitlich so abgestimmt sein könnte, dass er mit verstärktem Druck auf Russland zusammenfällt. Für diejenigen Leser, die die AES nicht genau verfolgt haben: Sie ist Russlands wichtigster militärischer Verbündeter in Afrika und orientiert sich an der führenden Rolle des Landes im globalen systemischen Übergang zur Multipolarität.
Ziel ist es, die Bildung einer gemeinsamen Streitmacht zu fördern, um ein Friedensabkommen zu ermöglichen, das es den USA gestatten würde, Libyens riesige Ölreserven (die größten in Afrika) und umfangreichen Mineralvorkommen zu erschließen sowie Russland aus diesem geostrategisch wichtigen Land zu verdrängen, wo es im Osten seit Jahren über Wagner Einfluss ausübt. Der Artikel spricht ausdrücklich davon, Russlands Luftbrücke zur AES zu unterbrechen, was die militärische Logistik zwischen Russland und der AES dann von den guineischen und togolesischen Nachbarn des Blocks abhängig machen und auf den Seeweg beschränken würde.
Zu diesem Zweck hat Russlands traditioneller türkischer Rivale im vergangenen Jahr stillschweigend eine Annäherung an den ehemaligen Feind General Khalifa Haftar vollzogen, wie in diesem Bericht eines polnischen Thinktanks von Ende letzten Jahres hier dokumentiert, was die Voraussetzungen dafür schuf, dass sein hochrangiger amerikanischer Partner die Manöver Mitte April in Sirte organisieren konnte. Anfang April besuchte Selenskyj Syrien, was als Zeichen dafür gewertet wurde, dass „Syrien will, dass Russland mit der Ukraine um seine Loyalität konkurriert“, da es sonst riskiert, den Luftwaffenstützpunkt zu verlieren, der für seine Luftbrücke zur AES unverzichtbar ist.
Was sich daher derzeit abzeichnet, ist eine koordinierte Kampagne der USA, der Türkei und der Ukraine, um Russlands Luftbrücke zur AES durch ihren neuen Vorstoß gegen Russland in Libyen und Syrien zu unterbrechen. Selbst wenn Russland seinen Luftwaffenstützpunkt in Syrien behält, gibt es keine Garantie dafür, dass Libyen Russland weiterhin Überflugrechte zur AES gewähren wird, falls Haftar seine Probleme mit Tripolis beilegt, was Libyen zum Brennpunkt dieser Bemühungen macht. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat diese Bedenken kürzlich beiseite gewischt, aber vielleicht versucht er nur, cool zu bleiben.
Fasst man alles zusammen, so gehen diese amerikanischen Schritte in Libyen, die darauf abzielen, Russlands Luftbrücke zur AES zu unterbrechen, wahrscheinlich einer geplanten Verschärfung des französisch-amerikanischen Hybridkriegs gegen diesen Block voraus, an dem natürlich auch die Ukraine beteiligt sein wird, was bedeutet, dass sich dessen Mitglieder auf das Schlimmste gefasst machen müssen. Die USA sind fest entschlossen, die AES entweder zu unterwerfen oder zu zerstören, da sie ein inspirierendes Beispiel für andere multipolare Länder in ganz Afrika darstellt, deren Ressourcen der Westen benötigt, um seine unipolare Hegemonie wiederherzustellen.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.
Wir hatten gesehen, wie auf dem Schlachtfeld der Ukraine Drohnentechnologie sich fast monatlich erweiterte, veränderte und den Krieg entscheidend beeinflusste. Und diese Drohnen tun das auch im Nahen Osten. Große, teure Armeen, auch mit Luftherrschaft, haben immer mehr Probleme, gegen entschlossene Widerstandskämpfer oder Rebellen die Oberhand zu gewinnen.
Anis Raiss schrieb über diesen Effekt im Libanon einen Artikel mit dem Titel „Schwächer als ein Spinnennetz: Hisbollahs Glasfaserfaden fängt den Merkava ein“. Und der Autor erklärt, dass dies kein tollkühner improvisierter Überraschungsangriff war, sondern die Entlarvung eines Systems, das für den Krieg der letzten Jahrzehnte entwickelt worden war. Und was dieses Milliardengeschäft als Köng ohne Kleider darstehen ließ war eine „Waffe im Mikrometerbereich“, meint der Autor. Es handele sich um eine Spule aus Glas, so dünn wie ein menschliches Haar, gewickelt in ein 3D-gedrucktes Gehäuse, das weniger wiegt als eine Tüte Zucker.
„Am 4. April zerstörte sie im Südlibanon einen Merkava Mk.4 Kampfpanzer. Die Drohne, die sie begleitete, kostete weniger als ein Abendessen für zwei in Tel Aviv. Sie kam auf keiner Frequenz an. Sie durchquerte einen Luftraum, den das Radar der Besatzungstruppen nicht erfassen konnte. Sie wurde von einem Piloten gesteuert, der von den Störsendern der Besatzungstruppen nicht zum Schweigen gebracht werden konnte. Zwei Jahrzehnte lang baute der Besatzungsstaat eine Industrie auf, um Signale zu unterdrücken. Die Hisbollah setzte eine Waffe ein, dünner als das Spinnennetz, mit dem der verstorbene Generalsekretär Hassan Nasrallah einst Israels Fragilität beschrieb – eine Waffe, die keinerlei Signale aussendet.
In der ersten Aprilwoche wurde im Südlibanon ein schwerer Schützenpanzer vom Typ Namer – eines der am stärksten gepanzerten Fahrzeuge der Besatzungsarmee, ausgestattet mit der 30-mm-Bushmaster-Kanone, einem Spike-Raketenwerfer und dem aktiven Schutzsystem Trophy zur Abwehr anfliegender Geschosse – von einer 500-Dollar-Drohne getroffen. Die Drohne trug einen sowjetischen RPG-Sprengkopf aus dem Jahr 1961, entrollte im Flug ein hauchdünnes Glasfaserkabel hinter sich und näherte sich einem Ziel, dessen gesamte Verteidigungslogik auf einer Frequenz basierte, auf der die Drohne nicht sendete. The War Zone berichtete über den Angriff sowie über bestätigte Treffer auf zwei Merkava Mk.4-Panzer und einen D9-Bulldozer im selben Zeitraum. Trophy, das System, das Rafael als Antwort auf den nächsten Krieg vermarktete, traf auf eine Waffe, die keine Signale aussendet.“
Die Jahre der Vorbereitung
Der Autor beschreibt dann, dass all dies Jahre in Vorbereitung waren. Die 7. Brigade der Besatzungsarmee sei keine gewöhnliche Panzereinheit, meint Anis Raiss. Sie habe 1973 im Tal der Tränen gekämpft und diene seit einem halben Jahrhundert als Israels wichtigste Panzerreserve an der Nordfront. Am 25. März schickten ihre Pioniere einen ferngesteuerten D9-Bulldozer von Muhaysibat nach Norden, um die Verteidigungslinien des Widerstands zwischen Taybeh und Qantara zu erkunden. Hisbollah-Kämpfer beobachteten, wie der Bulldozer durch ihre Feuerbereiche fuhr, und ließen ihn fahren. Sie warteten auf das, was als Nächstes kam.
Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 26. April 2026
Trotz „Waffenruhe“: Israel greift weiter im Libanon an und will Litani-Gebiet dauerhaft kontrollieren – Iran setzt auf „strategische Abschreckung. Die Realität am 58. Tag zeigt: Die Waffenruhe ist eine Farce. Diplomatische Bemühungen in Pakistan laufen ins Leere, weil Trump seine eigenen Gesandten zurückgepfiffen hat . Israel setzt seine Angriffe fort, hat bereits 15 Menschen im Libanon seit Beginn der Waffenruhe getötet und erklärt offen, das Gebiet südlich des Litani-Flusses dauerhaft kontrollieren zu wollen – inklusive Brücken und Infrastruktur. Die IRGC warnt vor „strategischer Abschreckung“ und hat die Straße von Hormuz zur „Kill-Zone“ gemacht. Diplomatische Bemühungen in Pakistan laufen ins Leere, weil Trump seine eigenen Gesandten zurückgepfiffen hat.
Im Libanon eskaliert die Lage trotz der von Trump um drei Wochen verlängerten Waffenruhe. Netanyahu hat die IDF angewiesen, „mit aller Kraft“ gegen Hezbollah-Ziele vorzugehen. Israelische Luft- und Drohnenangriffe auf den Südlibanon töten weiter Zivilisten – erst kürzlich vier Tote. Israel greift gezielt Brücken und Infrastruktur an und will das Gebiet südlich des Litani-Flusses unter dauerhafte Kontrolle bringen. Hezbollah hat klargemacht, die Waffen erst niederzulegen, wenn die Besatzung endet. Libanesische Politiker sprechen von Kriegsverbrechen und einem „US-gestützten Entwaffnungsplan“.
Haaretz bestätigt aus israelischer Sicht die fortlaufenden Einsätze: Die IDF zerstört Hezbollah-Strukturen, Raketenwerfer und sogar Solaranlagen im Südlibanon – angeblich „Terrorziele“. Netanyahu ordnet „kraftvolle Schläge“ trotz Ceasefire an. Seit Beginn der Waffenruhe sind laut israelischen und libanesischen Quellen mindestens 15 Menschen getötet worden.
Auf iranischer Seite herrscht ungebrochene Entschlossenheit. Die Revolutionsgarde (IRGC) hat die Straße von Hormuz zur Festung ausgebaut: Ghadir-U-Boote, Schnellboote und unbemannte Unterwasserfahrzeuge machen jede US-Blockade zum Risiko. Iran hat ein US-kollaborierendes Schiff gekapert und warnt vor „strategischer Abschreckung“, falls die illegale Blockade fortgesetzt wird.
Außenminister Araghchi hat in Pakistan ein praktikables Rahmenkonzept für ein dauerhaftes Kriegsende vorgelegt – doch Trump hat die US-Gesandten kurzerhand zurückbeordert. Iran lehnt Verhandlungen unter Druck und Blockade ab. (PressTV; Fars News English)
Die Opferzahlen sind erschreckend: Bis zu 3.375 Tote allein in Iran, 2.294 im Libanon und 28 in den Golfstaaten. Iran meldet zudem, dass 7.125 Menschen lebend aus den Trümmern geborgen wurden. Die Zerstörung von 150 historischen und kulturellen Stätten in Iran wird als gezielter Kulturkampf gewertet.
Auf X (ehemals Twitter) dominieren die Diskussionen um die anhaltenden israelischen Verstöße gegen die Waffenruhe, die Hormuz-Blockade und die Frage, ob der Krieg bereits strategisch verloren ist. Die Realität ist eindeutig: Der „Frieden“ dient nur als Deckmantel für weitere israelische Gebietsgewinne und US-Druckpolitik.
Dieser Krieg ist kein Verteidigungskrieg – er ist ein Angriffskrieg zur Durchsetzung regionaler Dominanz. Während Iran und Hezbollah Resilienz und Einheit zeigen, zahlen die Völker der Region und die Weltwirtschaft den Preis. Die Bürger in Europa und den USA finanzieren mit ihren Steuern und ihrer NATO-Mitgliedschaft einen Konflikt, der die globale Stabilität zerstört und Energiepreise in die Höhe treibt.
Informationen aus dem Haaretz-Newsletter:
Auf diplomatischer Ebene wichen erste Anzeichen für Fortschritte letztendlich einer erneuten Pattsituation. Das Weiße Haus hatte am Freitag zunächst mitgeteilt, dass die Sonderbeauftragten von Präsident Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, am Samstag zu Gesprächen mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghchi aufbrechen würden. Obwohl Araghchi tatsächlich am Freitag in Islamabad eintraf, erklärte das Außenministerium in Teheran am X., dass iranische Vertreter sich nicht mit der amerikanischen Delegation treffen würden. Eine an den Gesprächen beteiligte pakistanische Quelle teilte später am Samstag mit, Araghchi habe sowohl die Forderungen Teherans als auch dessen Vorbehalte gegenüber den Vorschlägen Washingtons übermittelt.
In Israel protestierten unterdessen Dutzende Demonstranten vor der Residenz des US-Botschafters Mike Huckabee in Jerusalem und forderten die Trump-Regierung auf, ihre Unterstützung für Premierminister Netanjahu einzustellen, den sie als Bedrohung für beide Länder bezeichneten. Eran Etzion, der ehemalige stellvertretende Leiter des israelischen Nationalen Sicherheitsrats, sagte in einem Appell an Trump, dieser setze „auf das falsche Pferd“ und fügte hinzu: „Wir suchen eine Regierung, die den US-Präsidenten nicht belügt oder betrügt.“
Israel kam der Forderung der USA nach einer Eindämmung der Angriffe auf Gaza im Rahmen der Bemühungen um eine Entwaffnung der Hamas nicht nach
Die USA forderten Israel auf, die Angriffe in Gaza einzuschränken, um Fortschritte in der zweiten Verhandlungsphase mit der Hamas zu ermöglichen, wie Haaretz erfahren hat. Obwohl Israel der Forderung zustimmte, setzte es diese nicht um. Allein zwischen Mittwoch und Donnerstag wurden in Gaza elf Menschen getötet, darunter drei Kinder bei einem Angriff auf den Innenhof einer Moschee in Beit Lahia, wie das Gesundheitsministerium in Gaza und lokale Berichte mitteilten. Israelische Verteidigungsbeamte sagten, die USA hätten ihre Forderung etwa zur Zeit des Waffenstillstandsabkommens mit dem Iran gestellt, das Anfang April geschlossen worden war.
Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 25. April 2026
Irans Außenminister lobt Vermittlungsbemühungen des pakistanischen Armeekommandanten nach Treffen. Israel will Brücken und Gebiet südlich des Litani „kontrollieren“ – trotz angeblicher Waffenruhe 3.375 Tote in Iran, 2.294 in Libanon.
Während westliche Medien von „Diplomatie“ und „verlängerten Waffenruhen“ sprechen, zeigt die Realität ein anderes Bild: Der US-israelische Angriffskrieg gegen Iran und den Libanon geht am 57. Kriegstag unvermindert weiter. Israel kündigt offen an, Brücken zu zerstören und das Gebiet südlich des Litani-Flusses dauerhaft zu „kontrollieren“ – de facto eine Annexion. Die iranische Seite meldet massive militärische Erfolge: Über 170 US-israelische Drohnen abgeschossen, die Operation „True Promise 4“ als „Blitzkrieg“ gegen das US-Kriegssystem in Westasien.
Die libanesische Front bleibt hochbrisant. Trotz einer von Trump um drei Wochen verlängerten Waffenruhe greift Israel weiter an. Es gibt anhaltende Luftangriffe auf den Südlibanon und die offene israelische Absicht, das Gebiet südlich des Litani-Flusses unter Kontrolle zu bringen – inklusive Brückenzerstörung und Gebietskontrolle. Hezbollah antwortet mit Raketen auf Nordisrael und schwört, die Waffen erst niederzulegen, wenn die israelische Besatzung endet. Libanesische Politiker sprechen von „US-gestütztem Plan zur Entwaffnung“ und von Kriegsverbrechen durch Israel.
Iran zeigt sich unbeeindruckt und militärisch resilient. PressTV berichtet von der IRGC, die Schnellboote und unbemannte Unterwasserfahrzeuge für US-Schiffe im Golf von Hormuz bereithält. Die Meerenge wurde zur „Kill-Zone“ für Aggressoren ausgebaut – Ghadir-U-Boote, Sejjil-2-Raketen und Luftabwehr, die über 170 Drohnen zerstörte, haben die Drohnenkriegsdoktrin neu geschrieben. Die Operation True Promise 4 wird als Schlag gegen das US-Kriegssystem gefeiert. Irans Führung betont die „eiserne Einheit“ von Volk, Regierung und Streitkräften. Gleichzeitig wurde ein US-kollaborierendes Schiff gekapert.
Fars News Agency unterstreicht die innere Geschlossenheit Irans und die Erinnerung an Märtyrer wie General Soleimani – ein klares Signal, dass der Widerstand nicht brechen wird. Die diplomatische Schiene läuft parallel: Pakistan vermittelt zwischen Teheran und Washington, Ägypten zeigt sich optimistisch. Doch Trump steht unter Zeitdruck – am 1. Mai läuft die Frist des War Powers Act ab, eine Verlängerung des Krieges ohne Kongress wäre illegal.
Die US-Blockadeversuche im Hormus kosten die Weltwirtschaft Milliarden und treiben Ölpreise in die Höhe.
08 Uhr 30:
Auf X/Twitter dominieren die Themen Hormus-Blockade, dritte US-Flugzeugträger-Gruppe und die Frage, ob der Krieg schon verloren ist. Nutzer sprechen von strategischer Erschöpfung der USA und von Israels Expansionsdrang, der jede Pause zur Gebietsgewinnung nutzt. Die Realität ist eindeutig: Schein-Diplomatie als Deckmantel für anhaltende Aggression.
Iran und Hisbollah zeigen, dass asymmetrische Kriegsführung und Einheit stärker sind als hochtechnisierte Übermacht. Die Opferzahlen und die Zerstörung kultureller Stätten (150 historische Orte in Iran beschädigt) sind das bittere Ergebnis einer Politik, die mit „Selbstverteidigung“ begründet wird, aber pure Expansion ist. Die Bürger in Europa und den USA finanzieren mit ihren Steuern und ihrer NATO-Mitgliedschaft einen Konflikt, der die Weltwirtschaft an den Abgrund treibt und Tausende unschuldige Menschen das Leben kostet. Zeit, die wahren Kriegsherren beim Namen zu nennen – und die eigenen Regierungen zur Verantwortung zu ziehen.
Der renommierte US-Ökonom und Politikberater Jeffrey Sachs hat in einem brisanten Interview mit Tucker Carlson am 24. April 2026 Klartext gesprochen – und die westliche Kriegspropaganda schonungslos enttarnt. Der Titel der Sendung könnte nicht passender sein: Der Krieg gegen Iran und Libanon steht an einem gefährlichen „Scheideweg“.
Entweder sofortige Diplomatie und Deeskalation oder ein regionaler (und potenziell globaler) Flächenbrand mit katastrophalen wirtschaftlichen Folgen für die gesamte Welt. Sachs, einer der schärfsten Kritiker der US-Außenpolitik, nennt die Dinge beim Namen: Die Blockade der Straße von Hormuz durch den laufenden US-israelischen Angriffskrieg hat die Weltwirtschaft bereits in die Krise gestürzt – und die Uhr tickt. Hier das vollständige Interview in der Tucker-Carlson-Show – Video am Ende des Artikels.
Sachs erklärt unmissverständlich: Die schmale Meerenge von Hormuz ist die Lebensader für 20 Prozent des Weltöls, Gas, Düngemittel und petrochemische Produkte. Solange sie blockiert bleibt, „taumelt die Weltwirtschaft“. Die einzige vernünftige Lösung sei ein sofortiger „off-ramp“ – ein diplomatischer Rückzug, auch wenn das für Netanyahu und Trump politisch unangenehm wäre.
Die Alternative? Weitere Bombenangriffe, Zerstörung der Golf-Infrastruktur (Ölfelder, Häfen, Entsalzungsanlagen), iranische Vergeltung und ein Krieg, der in wenigen Wochen in eine globale Katastrophe münden könnte.
Sachs warnt: „Das wäre eine globale Katastrophe mit wirtschaftlichen Folgen, die überall spürbar wären.“
Besonders vernichtend fällt Sachs’ Urteil über den israelischen Ministerpräsidenten aus. Er nennt Benjamin Netanyahu einen „disgusting warmonger“ – einen „widerlichen Kriegshetzer“ –, der mit massiven Kriegsverbrechen die Welt an den Abgrund führt. Warum applaudiert der US-Kongress diesem Mann trotzdem stehend? Sachs nennt die üblichen Verdächtigen: AIPAC-Lobby, christlich-zionistischer Einfluss, Medienmacht und pure politische Feigheit. Doch er macht klar: Kein Argument rechtfertigt es, dass die Schicksale von Trump und Netanyahu über das Schicksal der gesamten Menschheit entscheiden.
Die historische Einordnung ist ebenso schonungslos. Sachs erinnert an den CIA-Putsch in Iran 1953 und die neokonservative „Clean Break“-Strategie von 1996 – die Blaupause für die aktuelle Politik der totalen regionalen Dominanz. Das sei kein Sicherheitsproblem, sondern reiner Imperialwahn. Die USA und Israel verfolgen Ziele, die weder legitim noch machbar seien. Stattdessen riskieren sie einen Flächenbrand, der weit über den Nahen Osten hinausreicht.