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Bis hierher und nicht weiter! Wir protestieren gegen die rechtswidrigen Sanktionen gegen Oberst Jacques Baud und den Kriegskurs der EU


Fordert die Freilassung des sozialistischen Kriegsgegners Bogdan Syrotiuk aus einem ukrainischen Gefängnis!


Waffenstillstand sofort! Sofortiger Stopp aller Waffenlieferungen an die Ukraine! Kein Krieg gegen Russland! Abzug aller Atomraketen aus Europa!


Freiheit für Julian Assange! Aufruf des Komitees zur Verteidigung von Julian Assange und Chelsea Manning …


Kein Krieg gegen den Irak! – Kein Blut für Öl und Macht! Aufruf der Initiative gegen den Irak-Krieg vom November 2002…


Harald Kujat warnt: Steuern wir unaufhaltsam in einen großen Krieg?

Patrick Baab im Gespräch mit Harald Kujat – 11. Juli 2026

Der ehemalige Vorsitzende des NATO-Militärausschusses und Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, analysiert im Gespräch mit Patrick Baab die gefährliche Eskalationsspirale des Ukraine-Krieges.

Während politische Akteure und Medien oft das Bild einer alternativlosen militärischen Unterstützung zeichnen, warnt Kujat vor einer Realität, in der das Risiko eines unkontrollierbaren großen europäischen Krieges täglich wächst. Im Gespräch mit Harald Kujat geht es um: – Die Erosion der Sicherheit: Warum die aktuelle westliche Politik das Risiko eines konventionellen Krieges zwischen der NATO und Russland nicht mehr berechenbar macht. – Bedrohungsanalysen im Check: Warum die Warnungen vor einem baldigen russischen Angriff auf die NATO weder von US-Geheimdiensten noch von der NATO-Führung in dieser Form geteilt werden. – Eskalationsdominanz und Grauzonen: Die gefährliche Rolle westlicher Zielsoftware und Hardware bei Angriffen tief im russischen Hinterland und die Frage der Kriegsbeteiligung. – Das Scheitern von Diplomatie: Warum Chancen zur Friedenssicherung – von den Verträgen 2021 bis hin zu den Gesprächen in Istanbul – systematisch verpasst oder hintertrieben wurden. – Verfassungsauftrag im Fokus: Kritische Fragen an die Bundesregierung, ob sie dem Friedensgebot des Grundgesetzes noch gerecht wird oder ihre Sicherheitspolitik faktisch suspendiert hat. – Perspektiven für Europa: Wie ein realistischer Friedensplan aussehen könnte, der die Sicherheitsinteressen aller Seiten berücksichtigt und eine neue europäische Friedensordnung ermöglicht.

„Wir gefährden die Zukunft künftiger Generationen mit dieser Politik. Das Risiko ist im Augenblick nicht mehr beherrschbar, wenn der Ernstfall eines NATO-Russland-Konflikts eintritt.“ Harald Kujat verfügt über Jahrzehnte an Erfahrung in den höchsten militärischen Entscheidungsgremien der Welt. Er zeigt auf, wie der Mangel an Realismus und die Verweigerung von Verhandlungen in eine Sackgasse führen, die für ganz Europa existentielle Folgen haben könnte. Ein Gespräch über die bittere Notwendigkeit von Vernunft, das Primat der Politik über das Militärische und den dringenden Weg zurück zur diplomatischen Stabilität.

Hinweis: Dieses Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG.

Endlich gesteht die NATO ein, Russland selber aktiv zu bekämpfen!

Von Christian Müller – 10. Juli 2026

Die NATO unterstütze die Ukraine, weil wir gemeinsame Werte haben, so NATO-Generalsekretär Mark Rutte. Wer die Ukraine kennt, wer die dortige Korruption kennt, wer selber die dortige Korruption schon am eigenen Leib erfahren hat, wer persönliche Freunde in der Ukraine hat, die sich für die Erhaltung der Minderheitssprachen einsetzen, kann nicht nur den Kopf schütteln ob solcher NATO-Verlogenheiten, er muss sich gegen den geopolitischen Aggressor NATO aktiv zu wehren beginnen! (Screenshot aus dem neusen NATO-Propaganda-Video)

Hier erklärt die NATO, dass sie selbst aktiv ist! Hier bitte anklicken! Das NATO-Video dauert nur sechseinhalb Minuten!

Man sei daran erinnert, dass die NATO nicht erst seit dem 24.2.2022 die Ukraine unterstützt. Sie hat im voraus alles getan, um die Ukraine an der Grenze zu Russland unter den Einfluss der NATO zu bringen, siehe hier!

Und jetzt verkündet die NATO, dass sie die Ukraine „unterstützt“, weil sie „gemeinsame Werte“ haben … Es ist einfach unglaublich!!!

Siehe dazu den Sonderbericht des Europäischen Rechnungshofs zur Korruption in der Ukraine vom Herbst2021! Es verschwinden dort jährlich zig Milliarden US-Dollar in den Taschen der ukrainischen Administration!!! Der Westen weiß also sehr wohl, dass die ukrainische Administration ein korrupter Sauhaufen ist! Aber die NATO unterstützt die Ukraine, weil „wir gemeinsame Werte haben“. Mit Verlaub: Diese Begründung der finanziellen und aktiven militärischen Unterstützung der Ukraine mit dem Ziel der dramatischen Schädigung Russlands ist um Kotzen!!!

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Wie die deutsche Regierung den Krieg ins eigene Land holt

Von Fred Schumacher – 10. Juli 2026

Die deutsche Regierung ist überglücklich, wenn US-Präsident Trump Deutschland erlaubt, weiter aufzurüsten, zum Beispiel auch mit Langstrecken-Waffen … Und dies für die Verteidigung? Gegen welchen Feind? Wer hat Deutschland angegriffen?

Deutschland hat den Kauf von US-Tomahawk-Marschflugkörpern vereinbart und wird diese auf eigenem Boden stationieren. Bundeskanzler Friedrich Merz verkündete diesen historischen Schritt am Donnerstagmorgen im Bundestag, frisch zurück vom NATO-Gipfel in Ankara. Man wolle sich von Erpressbarkeit freimachen, heißt es. Was für eine groteske Verkehrung der Tatsachen!

Mit einer Reichweite von 2.500 Kilometern können diese Marschflugkörper von Deutschland aus nicht nur Moskau erreichen – die Entfernung beträgt gerade einmal 1.600 Kilometer –, sondern Ziele tief im russischen Kernland. Die Botschaft ist eindeutig: Deutschland wird zur Abschussrampe für amerikanische Angriffswaffen gegen Russland, und zwar in deutscher Verfügungsgewalt. Das ist keine Verteidigungsmaßnahme, das ist eine Kriegserklärung.

Deutsche Regierung treibt Eskalation auf die Spitze

Die Begründung der Bundesregierung, Russland bedrohe Westeuropa und habe selbst Iskander-Raketen in Kaliningrad stationiert, ist an den Haaren herbeigezogen. Schließlich fliegen täglich vom deutschen Steuerzahler finanzierte Drohnen und Raketen von der Ukraine aus nach Russland und nicht umgekehrt von russischem Staatsgebiet in Richtung NATO. Nicht eine einzige Angriffswaffe hat das russische Militär gegen einen NATO-Staat abgefeuert. Das ist so seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Merz und seine Hinterleute im Finanz- und Rüstungskomplex flehen den Krieg herbei. Die NATO-Staaten in Europa verfügen derzeit noch nicht über eigene Mittelstreckenwaffen – und genau diese Lücke soll nun mit amerikanischen Waffen gefüllt werden. (Hervorhebung durch die Redaktion.)

Man stelle sich vor, Russland würde Marschflugkörper auf Kuba stationieren, mit der Reichweite, um Washington zu treffen. Die Empörung wäre grenzenlos. Doch wenn Deutschland dasselbe tut, redet man von „strategischer Lückenschließung“.

Deutschlands Doppelrolle im Ukraine-Krieg

Noch perfider wird das Ganze, wenn man einen genauen Blick auf Deutschlands Rolle im Ukraine-Krieg wirft. Die Bundesregierung hat in den vergangenen Jahren militärische Hilfen in Höhe von rund 55 Milliarden Euro für die Ukraine bereitgestellt. Sie ist der größte Unterstützer des Kiewer faschistoiden Systems, das seit 2014 russischsprachige Menschen verfolgt, tötet, Terroranschläge verübt.

Deutschland hat nicht nur Kampfpanzer, Artilleriesysteme und Luftverteidigung geliefert, sondern treibt nun auch die Produktion ukrainischer Angriffswaffen auf eigenem Boden voran. Erst kürzlich wurde eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, die die Fertigung des ukrainischen Marschflugkörpers „Bars“ in Deutschland vorsieht – zur direkten Lieferung an die Ukraine . Mit einer Reichweite von bis zu 1.000 Kilometern ist auch dieses System in der Lage, russische Ziele tief im Hinterland zu treffen.

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Volkswagen: Abgekartetes Spiel zwischen Vorstand, Betriebsrat und IG Metall

Von Peter Schwarz – 10. Juli 2026

Die mit Spannung erwartete Sitzung des Aufsichtsrats des Volkswagen-Konzerns am Donnerstag war ein abgekartetes Spiel zwischen Vorstand, Betriebsrat und IG Metall. Aus Angst vor einer explosiven Reaktion der Belegschaft fasste der Aufsichtsrat keine konkreten Beschlüsse über die Stilllegung von Werken und die Zahl der abzubauenden Arbeitsplätze, stellte aber die Weichen dafür.

In den Tagen vor der Sitzung hatten zahlreiche Medien, beginnend mit dem Manager Magazin, über Pläne von VW-Chef Oliver Blume berichtet, vier Werke stillzulegen und bis zu 140.000 Arbeitsplätze zu vernichten. Betriebsrat und IG Metall hüllten sich tagelang in Schweigen.

Am 1. Juli beantwortete der VW-Konzernbetriebsrat schließlich auf der Webseite „IG Metall bei Volkswagen“ Fragen aus der Belegschaft. Dabei gab er zu, dass er den „Group Target Picture“ genannten Sparplan seit langem kennt. Er habe der Unternehmensspitze bereits Mitte Mai einen umfangreichen Katalog mit 86 Fragen dazu übermittelt und am 25. Juni eine 43 Seiten starke Antwort erhalten, die er jetzt auswerte, schrieb der Betriebsrat.

Er weigerte sich aber, auf die Inhalte des Plans einzugehen. Diese seien „teilweise höchst vertraulich, weil sie wettbewerbsrelevant sind. Sowohl die Fragen als auch die Antworten können daher nicht betriebsöffentlich werden.“ Er lehnte sogar eine Antwort auf die Frage ab, ob sich der Aufsichtsrat am 9. Juli mit dem Sanierungsplan befassen werde. Das unterliege der Geheimhaltungspflicht, auf deren Verletzung „laut Paragraf 404 Aktiengesetz Geldstrafe und sogar Gefängnis“ drohten.

Nach dieser Logik darf der Vorstand das Haus zwar in Brand stecken, der Betriebsrat darf aber nicht rufen, „es brennt“, weil er damit die Geheimhaltungspflicht verletzt.

Am 1. Juli beantwortete der VW-Konzernbetriebsrat schließlich auf der Webseite „IG Metall bei Volkswagen“ Fragen aus der Belegschaft. Dabei gab er zu, dass er den „Group Target Picture“ genannten Sparplan seit langem kennt. Er habe der Unternehmensspitze bereits Mitte Mai einen umfangreichen Katalog mit 86 Fragen dazu übermittelt und am 25. Juni eine 43 Seiten starke Antwort erhalten, die er jetzt auswerte, schrieb der Betriebsrat.

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Trump bombardiert Iran den dritten Tag in Folge während Chameneis Begräbnis

Von Andre Damon – 10. Juli 2026

Am Donnerstag setzte die Trump-Regierung ihre Luftangriffe auf den Iran den dritten Tag in Folge fort. Dabei wurden die Bahnstrecken nach Maschhad angegriffen, während Trauernde Ali Chamenei beisetzten, den Obersten Führer, der von den US-amerikanischen und israelischen Streitkräften am ersten Tag des Kriegs ermordet worden war.

Der Telegraph berichtete am Donnerstag, die Angriffe hätten die Beisetzung um acht Stunden verzögert. Chamenei wurde am Schrein von Imam Reza in seiner Geburtsstadt bestattet. Zuvor bewegten sich Trauerzüge sechs Tage lang durch den Iran und den Irak. Laut den iranischen Staatsmedien beteiligten sich 43 Millionen Menschen daran. Trauernde trugen rote Flaggen als Symbol für Rache sowie Transparente, auf denen zu lesen war: „Wir werden Trump töten.“

Die hohe Beteiligung verdeutlichte, dass die USA es nicht geschafft haben, die iranische Regierung zu stürzen und das Land mit Gewalt zu unterwerfen.

Chamenei, seit 1989 Oberster Führer des Iran, wurde am 28. Februar im Alter von 86 Jahren durch einen US-amerikanisch-israelischen Angriff auf seinen Wohnkomplex in Teheran getötet. Auch seine Tochter, seine Schwiegertochter, sein Schwiegersohn und seine vierzehn Monate alte Enkelin wurden von den USA und Israel ermordet.

Der Angriff, bei dem Chamenei getötet wurde, erfolgte inmitten von Verhandlungen, zwei Tage nachdem sich amerikanische und iranische Diplomaten in Genf zu Gesprächen über das Atomprogramm getroffen hatten. Einen Gegner unter dem Deckmantel von Verhandlungen zu ermorden, ist ein Akt der Heimtücke und verstößt gegen das Kriegsvölkerrecht.

Laut der iranischen Regierung wurde bei den US-Angriffen am Donnerstag eine Brücke 55 Kilometer entfernt von Maschhad getroffen, wodurch Personenzüge aus Teheran blockiert wurden. Marschflugkörper haben außerdem eine zweite Brücke bei Aqqala in der Provinz Golestan getroffen, über die der Überlandhandel mit Russland und China läuft. Die Financial Times berichtete am Donnerstag, dies seien die „ersten Angriffe auf iranische Infrastruktur seit Monaten“ gewesen.

Am Montag hatte US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus erklärt: „Wir können ihre Brücken in einer Stunde zerstören, wir können ihre Energieversorgung lahmlegen.“

Den Angriffen auf das Schienennetz gingen zwei Nächte mit schweren Luftangriffen voraus. Die Kämpfe begannen am Montag, als drei Handelsschiffe nahe der Straße von Hormus – ein katarischer Gasfrachter, ein saudischer Öltanker und ein drittes Schiff – von Geschossen getroffen wurden. Das US-Militär machte iranische Streitkräfte dafür verantwortlich; Teheran bekannte sich nicht zu den Angriffen.

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Rezension: Der digitale Raubzug

Von German-Foreign-Policy.com – 10. Juli 2026

Satyajeet Malik beleuchtet die Aktivitäten der großen Digitalkonzerne im ärmeren Teil der Welt, wo sie große Teile der Bevölkerung in Abhängigkeit und Verschuldung treiben – zum Teil mit Hilfe deutscher Finanziers.

Die gewaltige Macht, die große Digitalkonzerne besitzen, ist berüchtigt – und dies weltweit. Womöglich aber ist sie nirgends so gewaltig wie im ärmeren Teil der Welt, in den früheren Kolonien europäischer Staaten. Wie groß sie ist und welche Folgen das hat, das schildert der Journalist Satyajeet Malik in seinem soeben veröffentlichten Buch „Der digitale Raubzug“ am Beispiel der Aktivitäten von Meta in Indien. Rechnet man die Nutzer von Facebook, Instagram und WhatsApp zusammen – sie alle zählen zu Meta –, dann kommt man in Indien auf rund 1,27 Milliarden. Meta arbeitet in Indien eng mit Reliance Industries, dem größten Privatunternehmen des Landes, zusammen, was ihm exzellente Zugänge zur Macht und zum Markt verschafft. Über WhatsApp vergibt Meta Kleinkredite, nicht zuletzt auch an Bauern. Reliance steuert mit Hilfe von Apps die Aktivitäten von Landwirten und organisiert die Abnahme der Ernten. Beides ergänzt sich, zum beiderseitigen Profit. Den Schaden haben die Kleinbauern, die von Reliance abhängig werden und sich bei Meta gefährlich verschulden. Am Ende der Entwicklung stehen für sie Abhängigkeit, Ausplünderung, Armut. Große westliche Konzerne wie Meta, zuweilen auch deutsche Finanziers wie die Entwicklungsbank KfW, tragen maßgeblich dazu bei.

Der digitale Kolonialismus, mit dem sich Malik in seinem Buch befasst, wird von Soziologen wie Michael Kwet als „Nutzung digitaler Technologie zur politischen, wirtschaftlichen und sozialen Kontrolle eines fremden Territoriums oder einer fremden Nation“ definiert. Beispiele gibt es zuhauf. Die großen Digitalkonzerne, so beschreibt es Malik, tragen nicht nur dazu bei, Teile der Bevölkerung in ärmeren Staaten – so etwa Kleinbauern – mit Kleinkrediten in die Verschuldung zu treiben. Sie verdienen – nicht zuletzt auch in Ländern wie Indien – Geld mit den Daten ihrer Nutzer, ohne ihnen dafür etwas zu bezahlen. Steuern? Um diese drücken sie sich herum. Das Öffentlichkeitsmonopol, das Plattformen wie Facebook, X oder Instagram erobert haben, gestattet es ihnen, starke „Kontrolle über den politischen und sozialen Bereich der unterentwickelten Länder auszuüben“. Dazu zählen „in einigen Fällen“, hält Malik fest, „sogar die Kontrolle des gesamten Informationsflusses im Netz, einschließlich Massenüberwachung“. Und es kommt – Stichwort: die Kooperation von Meta mit Reliance in Indien – unter Umständen noch die Kontrolle über die gesamte Lebensmittelversorgungskette hinzu.

Dabei rät Malik dazu, den Begriff Kolonialismus nicht oberflächlich zu verwenden, ihn nicht lediglich auf eine Kombination aus Rassismus und individueller Ausbeutung zu reduzieren. Kolonialismus, das ruft er unter Bezug auf herausragende antikoloniale Theoretiker wie Walter Rodney oder Kwame Nkrumah in Erinnerung, war immer ein subtiles ökonomisches Verhältnis. In Indien etwa war es vor allem durch zwei Mechanismen geprägt: zum einen die „Eroberung und Zerstörung des indischen Binnenmarktes“, um dort einen Absatzmarkt „für britische Industrieprodukte zu schaffen“; zum anderen die „Aneignung von Überschüssen, insbesondere der landwirtschaftlichen“, wobei indische Bauern gezwungen wurden, sich mit ihrem Anbau am Bedarf der britischen Kolonialmacht auszurichten, also den Bedarf der eigenen Bevölkerung zu ignorieren. Dass es seit dem Beginn der Kolonialherrschaft häufiger zu Hungersnöten in Indien kam als zuvor, das hatte also System. Ihnen fielen insgesamt bis zu 100 Millionen Menschen zum Opfer – nicht als Opfer der Willkür einzelner Despoten, sondern als Opfer eines infamen ökonomischen Systems.

Malik liefert einen tiefen historischen Überblick über die Ursprünge und die Entwicklung des Kolonialismus nicht nur in Indien, sondern auch in Kenia – einer Siedlerkolonie, die sich strukturell von Indien unterscheidet, wo nicht der Zuzug britischer Siedler, sondern die Beherrschung der einheimischen Bevölkerung im Vordergrund stand. Malik schildert, wie der Kolonialismus, nachdem er die Kolonien ökonomisch ruiniert hatte, in den Neokolonialismus überging, der die – nun ehemaligen – Kolonien weiterhin unter der Knute des Westens hielt. Heute, stellt Malik fest, werden „bestehende koloniale Abhängigkeitsverhältnisse, die sich über Jahrhunderte herausgebildet haben“, inmitten einer tiefen Krise des Kapitalismus in den westlichen Staaten „erneut strategisch genutzt“ – und dabei kommen vermehrt auch digitale Plattformen, Digitalkonzerne zum Einsatz. Bauern in Indien verarmen nicht mehr, weil ihnen ein britischer Kolonialbeamter im Nacken sitzt, sondern weil sie digital in die Abhängigkeit, in die Verschuldung getrieben werden. Die Profite, die Überschüsse fließen heute wie damals, freilich nach Abzug eines Anteils für die einheimische Bourgeoisie – siehe Reliance –, in den Westen. „Der Kapitalismus“, resümiert Malik, „hat in allen historischen Phasen die jeweils fortschrittlichsten Technologien genutzt, um seine Gesamtinteressen durchzusetzen“. Zur Zeit sind das eben die digitalen Technologien.

Satyajeet Malik: Der digitale Raubzug. Wie Großkonzerne und Supermächte den Kolonialismus fortsetzen und global ausbeuten. Quadriga Verlag. Köln, 2026. 288 Seiten. 25,00 Euro.

[Zum Originalbeitrag]


Warum die Schaffung großer Arsenale an Drohnen den EU-Staaten im Ernstfall nichts nützen

Von Thomas Röper – 10. Juli 2026

Die EU-Staaten haben beschlossen, für den Fall eines Krieges mit Russland große Arsenale an Drohnen anzulegen. Das Geld ist jedoch aus dem Fenster geworfen, weil die Technologie sich so schnell weiterentwickelt, dass neue Drohnen innerhalb von Wochen oder Monaten komplett veraltet sind.

NATO-Generalsekretär Mark Rutte gab am 7. Juli auf dem Forum der Verteidigungsindustrie am Rande des NATO-Gipfeltreffens bekannt, dass 20 NATO-Staaten an der Initiative Drone Edge teilnehmen werden, die in den nächsten fünf Jahren 40 Milliarden Dollar in die Produktion von Drohnen und Drohnenabwehrsysteme investieren und die Ausbildungskapazität für Drohnenbediener verfünffachen soll.

Dabei gibt es allerdings ein Problem, auf das der Business Insider hingewiesen hat, und das für jeden, der sich mit dem Krieg in der Ukraine auskennt, offensichtlich ist: Die Drohnen-Technologie ändert sich so schnell, dass Drohnen, die man heute anschafft, schon in wenigen Wochen oder Monaten veraltet und weitgehend nutzlos sind.

Die Drohnen-Technologie ändert sich im Krieg in der Ukraine oft innerhalb weniger Wochen. Eine Seite entwickelt eine neue Technik, damit Drohnen zum Beispiel Abwehrmaßnahmen besser umgehen können, und die andere Seite entwickelt sofort eine neue Technik, um diese neuen Drohnen trotzdem abzuwehren. Und das alles passiert oft innerhalb von vier Wochen.

Daher sind viele Pläne der EU-Staaten, die vom Aufbau von „Drohnenmauern“ oder Ähnlichem sprechen und dafür große Arsenale an Drohnen anlegen wollen, rausgeworfenes Geld, denn selbst wenn ein Krieg in drei Monaten beginnen würde, wären heute angeschaffte Drohnen den neuen Entwicklungen gegenüber schon unterlegen.

Das hat man auch in der NATO erkannt. Der Business Insider schreibt beispielsweise:

„Der deutsche Armeechef Carsten Breuer erklärte, dass eine Garantie für zukünftige Einsatzbereitschaft biete, jetzt große Mengen an Drohnen zu bauen. Deutschland glaubt, dass Russland bereits 2029 zu einem Krieg gegen die NATO bereit sein könnte. Er fragte mit Blick auf die Drohnen: „Können wir von Millionen sprechen, wenn diese Millionen im Jahr 2029 bereits veraltet sein könnten?““

In der NATO will man daher das Beschaffungswesen ändern, wie der Business-Insider ebenfalls schreibt:

„Tarja Jaakola, Mitarbeiterin des NATO-Generalsekretärs für Innovation und Rüstung, erklärte, dass es bei Drohnen und Drohnenabwehrlösungen „nicht mehr so ​​funktioniert wie früher: Kaufen, einlagern und abwarten“. In diesem Bereich, sagte sie, „müssen wir die Beschaffungsmethoden jetzt ändern“. (…) Jaakola sagte, die NATO müsse erkennen, „dass die sich entwickelt“ und mit der Industrie „neue Geschäfts- und Vertragsmodelle“ entwickeln, um zunächst kleinere Stückzahlen für Schulung und Tests zu beschaffen und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Unternehmen über die „Produktionskapazitäten“ und die nötige „Innovationskraft“ verfügen, um Drohnen herzustellen, wenn sie gebraucht werden. Es könne nicht mehr eine rein transaktionsorientierte Beziehung mit Industrie sein, vielmehr müsse eine „strategischere Partnerschaft aufgebaut werden“, und fügte hinzu, die alten Methoden der Verteidigungsbeschaffung seien nicht mehr nachhaltig.“

[Zum Originalbeitrag auf dem Anti-Spiegel]

Die Festgenommenen behaupten, die Täterin von Monaco im Auftrag des ukrainischen Geheimdienstes liquidiert zu haben

Von Thomas Röper – 10. Juli 2026

Die Mörder der Frau, die in Monaco den Bombenschlag gegen den ukrainischen Oligarchen Jemolajew ausgeführt hat und nach ihrer Rückkehr in die Ukraine getötet wurde, haben ausgesagt, die Frau im Auftrag ihrer Vorgesetzten „liquidiert“ zu haben, weshalb sie keine Mörder seien, da sie im Auftrag des Staates gehandelt hätten.

Wie ich bereits berichtet habe, steckt hinter dem Bombenanschlag in Monaco, bei dem der ukrainische Oligarch Jermolajew, seine Frau und sein Sohn verletzt wurden, mehr, als deutsche Medien berichten, in denen man über die Hintergründe praktisch nichts erfährt, sondern die im Gegenteil davon ablenken, indem sie den Oligarchen kurzerhand als “pro-russisch” bezeichnen, was schon deshalb absolut unwahr ist, weil er in der Ukraine ein Netz von Callcentern betreibt, das sich darauf spezialisiert hat, vor allem Russen um Geld zu betrügen. Um hier nicht alle Einzelheiten zu wiederholen, verweise ich auf diesen Artikel, in dem sie die Details nachlesen können.

Die Spur im Fall des Bombenanschlags von Monaco führt in die Ukraine und es war von Beginn an mehr als offensichtlich, dass Kreise der ukrainischen Regierung hinter dem versuchten Mord stecken, wobei es von Beginn an auch Hinweise darauf gab, dass der Anschlag auf einen Machtkampf innerhalb der Ukraine hinweist, denn Jermolajew galt im Falle von Wahlen in der Ukraine als potenzieller Unterstützer von Saluschny, dem ehemaligen Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte und heutigem ukrainischen Botschafter in London, der als erfolgversprechender Gegenkandidat gegen Selensky gilt und in der Ukraine sowohl im Volk als auch im Machtapparat viele Unterstützer hat.

Die Spur in die Ukraine wird anhand der Chronologie deutlich: Am 30. Juni führte Anastasia Beresovskaja als Mann verkleidet den Bombenanschlag in Monaco durch, sie ist dann zu Fuß nach Frankreich geflohen und mit einem Auto nach Frankfurt gefahren. Nach Angaben der ukrainischen Behörden traf sie am 1. Juli in der Ukraine ein. Am 3. Juli, an dem Tag, als Interpol sie zur internationalen Fahndung ausschrieb, wurde sie mit vier Schüssen in den Hinterkopf regelrecht hingerichtet und am 6. Juli wurde ihre Leiche gefunden.

Unmittelbar danach hat der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU zwei Tatverdächtige verhaftet, die inzwischen beide geständig sind. Einer ist Wladislaw Reut, ein aktiver Offizier des Hauptnachrichtendienstes des ukrainischen Verteidigungsministeriums (GUR), in dessen Keller sogar eine Folterkammer gefunden wurde. Der zweite Verdächtige ist der ehemalige SBU-Offizier Witali Schikowitsch. Beide Verdächtigen befinden sich in Untersuchungshaft.

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Lügen in Zeiten des Kriegs

Von Mirko Jähnert – 9. Juli 2026

Der Ukraine-Konflikt ist ein Lehrbeispiel für Kriegspropaganda im 21. Jahrhundert. Jens Winkelmann prüft die zehn häufigsten Falschaussagen.

Kreml und Bolschoi-Kamenny-Brücke am späten Abend (Bild: Andrey Korzun, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

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GRAUSTUFEN

LOW RES

HIGH RES

In den westlichen Leitmedien kommen zum Ukraine-Krieg fast ausschließlich sogenannte Experten zu Wort, die in einschlägig bekannten NGOs integriert sind und typische transatlantische Lebensläufe vorweisen, wie ich in einem früheren Text [1] aufgezeigt habe. Über die Mainstream-Kanäle verbreiten diese Transatlantiker politisch genehme Narrative zum Krieg – und was ständig wiederholt wird, bleibt in den Köpfen hängen. So werden Ausgaben in Milliardenhöhe zu Lasten der Menschen in den EU-Ländern gerechtfertigt. Die zehn häufigsten Falschaussagen hat der ehemalige Diplomat und heutige politische Aktivist Jens Winkelmann für die Freie Medienakademie analysiert.

1. Die Ukraine verteidigt Europa und unsere Werte

Diese Behauptung findet sich zum Beispiel in diesen beiden Texten: Zentrum Liberale Moderne [2] und Europäische Kommission [3].

Menschen haben Werte, Staaten Interessen. Und die USA und die EU haben handfeste geostrategische und wirtschaftliche Interessen in dieser rohstoffreichen Region. Ihre „Werte“ sind politische, wirtschaftliche und militärische Expansion und Ausschaltung eines Konkurrenten auf dem internationalen Rohstoffmarkt. Der Rest ist Propaganda (Soft Power).

2. Russland hat 2014 die Ukraine überfallen

Beispiele für diese Aussage: Zentrum Liberale Moderne [4] und Deutsche Welle [5].

Die Ereignisse 2014 sehe ich eher als einen Bürgerkrieg unter aktiver Beteiligung der russischen Seite zum Schutz der russischsprachigen Bevölkerung im Osten der Ukraine. Jeder Krieg hat eine Vorgeschichte. Hier war es aus meiner Sicht die Osterweiterung der Nato, die spätestens seit 1994 unter Präsident Clinton zum strategischen Programm der USA erklärt wurde. Dabei hat man sich die politische und wirtschaftliche Schwäche Russlands in den 1990er Jahren zunutze gemacht. Bereits Mitte der 1990er Jahre haben US-Experten wie George F. Kennan davor gewarnt, dass diese Strategie unvermeidlich zu einem Krieg mit Russland führen wird:

Ich glaube, das ist der Beginn eines neuen Kalten Krieges. Ich denke, die Russen werden allmählich ziemlich negativ reagieren, und das wird ihre Politik beeinflussen. Ich halte das für einen tragischen Fehler. Es gab überhaupt keinen Grund für diesen Schritt. Niemand hat irgendjemandem gedroht. Bei dieser Expansion würden sich die Gründerväter dieses Landes im Grabe umdrehen. (George F. Kennan)

Kern dieser Strategie war es, die Ukraine Schritt für Schritt aus dem russischen Einflussbereich herauszubrechen und die Nato unmittelbar an die russischen Grenzen heranzuführen. 2014 war eine Zeitenwende, jedoch boten die Abkommen Minsk 1 und Minsk 2 die Möglichkeit, einen Krieg zu verhindern. Diese Chance wurde nicht genutzt.

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Hohler Protest – Wenn gegen eine bestimmte Partei demonstriert wird, aber Regierungstäter verschont bleiben

Von Thomas Moser – 9. Juli 2026

Bild: Tim Reckmann/ccnull.de/CC BY-2.0

Anmerkungen zum Klimbim am ersten Juli-Wochenende in und um Erfurt, mit dem politische Zusammenhänge vernebelt werden.

Am ersten Juli-Wochenende haben Tausende gegen eine Partei demonstriert, weil sie geflohene und zugewanderte Menschen in deren Heimatländer zurückschicken will; weil sie Menschen ungleich behandle; weil sie verfassungswidrig sei. Die Demonstranten haben Straßen blockiert und versucht, den Parteitag der Partei, die im Bundestag sitzt und angibt, eine Alternative sein zu wollen, zu verhindern. Die Akteure meinen, oder sagen zumindest, ihre Aktionen seien antifaschistische Aktionen. Allerdings gibt es politische Täter und Taten, gegen die diese Demonstranten seltsamerweise nicht protestieren. Hängt das etwa zusammen?

Die Partei, die angibt, eine Alternative sein zu wollen, hat bisher nirgendwo regiert, weder in einem Landtag noch im Bundestag. Während gegen sie demonstriert wird, weil sie zum Beispiel Menschen „remigrieren“ will, zurückschicken, tun Parteien, die ständig und in wechselnden Zusammensetzungen irgendwo regieren, genau das tatsächlich. Sie „remigrieren“ Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, um ihr Leben zu retten.

Mehrmals im Jahr hebt vom Flughafen Leipzig/Halle eine Maschine ab, in die Bundesregierung und Landesregierungen durch die Bundespolizei Menschen verfrachten lassen, die aus Afghanistan gekommen sind und nun in das Land zurück geflogen werden. Dorthin, wo die Taliban herrschen – und zwar auf terroristische Weise. Man muss es sagen, weil diejenigen, die für diese Flüge und Rückverfrachtungen verantwortlich sind, es nicht mehr sagen.

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