Julian Assanges letzte Anhörung

Von Mathias Bröckers – 22. Februar 2024

Die Auslieferung Julian Assanges würde einen Präzedenzfall schaffen, der den Journalismus und die Pressefreiheit weltweit ernsthaft bedroht. Es geht hier also nicht nur um einen zu Unrecht gejagten und eingekerkerten Menschen, sondern um die Fundamente von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie.

Der eiserne Käfig in dem kleinen holzgetäfelten Gerichtssaal 5 des Royal Courts of Justice blieb zwei Tage lang leer: Julian Assange ist erkrankt und konnte weder persönlich noch über Videolink aus dem Gefängnis in Belmarsh an der Anhörung teilnehmen.

Auch wenn die Auslieferung des Wikileaks-Gründers an die USA von großer internationaler Bedeutung ist, war auch ansonsten kaum Öffentlichkeit zugelassen – Journalisten mussten in London akkreditiert sein, um einen Platz im Nebenraum zu bekommen, wo sie eine Übertragung in schlechter Ton- und Bildqualität verfolgen konnten. Ein Vertreter der Journalistenorganisation „Reporter ohne Grenzen“, die überall Gerichtsverfahren gegen Journalisten begleitet – und dieses Mal reinkamen – , sagte auf der Kundgebung vor dem Gerichtsgebäude, eine solche Abschottung der Öffentlichkeit habe er auf der ganzen Welt noch nicht erlebt.

Tatsächlich ist die gesamte Strafverfolgung Assanges von Beginn an eine Farce zwischen Kafka und Stalin, die der Whistleblower Edward Snowden auf den Punkt gebracht hat: „Wenn das Aufdecken von Verbrechen wie ein Verbrechen behandelt wird, werden wir von Verbrechern regiert.“

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Stoppt die Hetzkampagne gegen Kriegsgegner an den Universitäten! Nein zur Verschärfung des Hochschulgesetzes!

Von Gregor Link – 23. Februar 2024

Seit Wochen findet in Medien und Politik eine Kampagne gegen kritische Studierende und Kriegsgegner an den Universitäten statt. Eine neue Stufe erreichte diese Kampagne am Montag, als die Berliner Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) ankündigte, der Senat werde das Hochschulgesetz verschärfen, um „die Möglichkeit zur Exmatrikulation von Studenten für bestimmte Fälle“ wieder einzuführen. Man wolle „wirkungsvolle Maßnahmen kurzfristig auf den Weg bringen“, so Czyborra. Anlass ist ein mutmaßlicher gewaltsamer Übergriff eines Studenten der Freien Universität (FU) auf einen zionistischen Aktivisten und FU-Studenten Anfang des Monats.

Als Vorbild für die Gesetzesänderung des Senats soll laut Tagesspiegel das Hochschulgesetz von Nordrhein-Westfalen dienen. Darin ist die Möglichkeit der „Exmatrikulation als Ordnungsmaßnahme“ im Falle „einer vorsätzlich begangenen Straftat an einem Hochschulmitglied“ enthalten. Senatorin Czyborra kündigte an, noch vor der Osterpause im Senat eine Änderung des Hochschulgesetzes zu beschließen. Darüber hinaus sei eine „Vielfalt von Maßnahmen“ nötig, um „Sicherheit auf dem Campus“ herzustellen und „jüdische Studierende und Mitarbeiter vor Hass zu schützen“.

Es handelt sich um einen gezielten Versuch, einen noch nicht juristisch geklärten Fall für eine rechte und autoritäre Kampagne zu instrumentalisieren. Medienberichten zufolge war der 30 Jahre alte jüdische FU-Student Lahav Shapira „mit Knochenbrüchen im Gesicht ins Krankenhaus gekommen“, nachdem ein 23-jähriger propalästinensischer Kommilitone ihn am 2. Februar auf einer Straße im Ausgehviertel in Berlin-Mitte geschlagen und getreten haben soll. Die Staatsanwaltschaft geht von einem „gezielten Angriff“ und einem „antisemitischen Hintergrund“ aus.

Doch trotz umfangreicher Medienberichte und einer eigens eingerichteten „Besonderen Aufbauorganisation“ der Ermittlungsbehörden sind die Informationen zum genauen Tathergang bislang ungenau und zum Teil widersprüchlich. So spricht der Polizeibericht von einem „Streit“, der sich zunächst zwischen den beiden Personen entwickelt habe, während die Begleiterin des Geschädigten angibt, dass „keine Diskussion“ vorangegangen sei. Der mutmaßliche Täter und der Geschädigte waren einander bekannt. Der Geschädigte gab einem israelischen Medium noch im Krankenhaus ein Videointerview, ohne jedoch seine Verletzungen zu zeigen.

Zum Kontext des Vorfalls gehört auch, dass der Geschädigte als zionistischer Provokateur bekannt ist. Videos belegen, wie Shapira eine pro-palästinensische Hörsaalbesetzung im Dezember an der FU zu stören versucht, wobei er studentische Antikriegsplakate abreißt und tätlich gegen politische Gegner vorgeht. Die Sichtweise des Beschuldigten ist hingegen noch unbekannt, da dessen Anwalt erklärte, man werde vor einer Äußerung die „umfangreichen polizeilichen Ermittlungen“ abwarten.

Dessen ungeachtet haben sich Politik und Medien längst auf den Fall gestürzt. An einer Kundgebung mit dem Titel „Fridays for Israel“, zu der CDU-nahe Studierendenorganisationen vor der Freien Universität aufgerufen hatten, nahm neben der Berliner CDU-Generalsekretärin Ottilie Klein und dem Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Volker Beck auch die Grünen-Bundesvorsitzende Ricarda Lang teil, und beschuldigte ausgerechnet die gleichzeitig stattfindende Palästina-Demonstration, „Schuldumkehr“ zu betreiben. Während der Regierende Bürgermeister von Berlin Kai Wegner (CDU) die Universitätsleitungen aufrief, „konsequent gegen Antisemitismus vorzugehen und aktiv einzugreifen“, kündigte Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) an, die „rechtlichen Mittel“ der Hochschulen „nachschärfen“ zu wollen.

Im Raum steht nun, dass die Senatsparteien den Universitäten auch die „rechtlichen Mittel“ zur Verfügung stellen, um Studierende auf politischer Grundlage zu exmatrikulieren. CDU-Hochschulpolitiker Adrian Grasse drohte gegenüber der Boulevardpresse: „Wir werden dafür sorgen, dass die Hochschulen wieder zur Ruhe kommen. Dafür werden wir den Hochschulleitungen zusätzliche Instrumente wie die Exmatrikulation an die Hand geben. Hier ist Eile geboten!“

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Chris Hedges: „Lasst sie Dreck fressen“

Von Klaus-Dieter Kolenda – 22. Februar 2024

Die letzte Phase eines möglichen israelischen Völkermords in Gaza, eine menschengemachte Hungerkatastrophe, hat begonnen. Das ist Israels Masterplan, sagt der bekannte US-Journalist Chris Hedges.

Kürzlich hat Chris Hedges einen bewegenden Artikel mit dem Titel „Let Them Eat Dirt“ (deutsch: „Lasst sie Dreck fressen“) in Scheerpost, einer US-Website für unabhängigen Journalismus, veröffentlicht. Dort wird beschrieben, welche schrecklichen Auswirkungen der andauernde Krieg Israels in Gaza für die dort lebende palästinensische Zivilbevölkerung hat.

Chris Hedges arbeitete 25 Jahre lang als Auslandskorrespondent der New York Times für den Nahen Osten und wurde 2002 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

Angesichts der katastrophalen Kriege im Nahen Osten und anderswo, mit denen wir heute konfrontiert sind, gehört zu dem Wenigen, was man als einzelner politischer Mensch gegen diese Kriegstreiberei tun kann, dass man sagt, was ist und welche Ursachen wahrscheinlich dahinterstecken.

Ein massenhafter Hungertod droht …

Hedges beginnt mit der Feststellung, dass Israel jetzt kurz davorsteht, in seinem Krieg in Gaza den Palästinensern den Todesstoßstoß zu versetzen, und zwar mit einem massenhaften Hungertod. Der Journalist weist darauf hin, dass die Nazis 1942 die 500.000 Männer, Frauen und Kinder im Warschauer Ghetto systematisch haben verhungern lassen. Das sei eine Zahl, die Israel zu übertreffen sich wohl vorgenommen habe, meint er. Das wolle die israelische Regierung dadurch erreichen, dass das UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge zerstört und deren Arbeit soweit wie möglich beendet wird.

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Gaza wird zur Todeszone, UN setzt humanitäre Hilfe an Hunderttausende im Norden aus

Von Jordan Shilton – 22. Februar 2024

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) kündigte am Dienstag die Aussetzung sämtlicher humanitärer Hilfe für die nördlichen Teile des Gazastreifens an. Die schätzungsweise 400.000 Menschen, die noch immer in Gaza Stadt und den umliegend Gebieten festsitzen, haben aufgrund der israelischen Blockade seit Monaten keine Hilfslieferungen mehr erhalten. Berichten zufolge ernähren sich mittlerweile ganze Familien von Tierfutter.

Erst am Sonntag hatte das WFP seine Lieferungen nach einer dreiwöchigen Pause wieder aufgenommen; zuvor war ein Lastwagen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNRWA von Israel bombardiert worden. In der Erklärung, in der es die erneute Aussetzung der Lieferungen ankündigte, hieß es: „Der Plan sah vor, an sieben Tagen in Folge je zehn Lastwagen zu schicken, um den Hunger und die Verzweiflung einzudämmen und in den Gemeinden mit dem Aufbau von Vertrauen zu beginnen, dass genug Nahrung für alle vorhanden sei.“

Und weiter: „Als das WFP am Sonntag die Route nach Gaza in Betrieb nahm, wurde der Konvoi nahe dem Kontrollpunkt Wadi Gaza von einer Menge hungriger Menschen umstellt. Wir wehrten mehrere Versuche ab, auf unsere Lastwagen zu klettern, in Gaza wurde unser Team beschossen, konnte auf dem Weg aber kleine Mengen von Nahrungsmitteln verteilen. Am Montag war die Reise des zweiten Konvois in den Norden mit komplettem Chaos und Gewalt aufgrund des Zusammenbruchs der öffentlichen Ordnung konfrontiert. Zwischen Chan Yunis und Deir al Balah wurden mehrere Lastwagen geplündert, ein Fahrer wurde verprügelt. Das noch verbliebene Mehl wurde in Gaza angesichts scharfer Spannungen und explosiver Wut spontan von den Lastwagen aus verteilt.“

Die Behörde hatte bereits im Dezember eine Hungersnot für die Einwohner des Gazastreifens prognostiziert, wenn sich die Lage nicht radikal verbessern würde. Diese Woche meldete sie „beispiellose Verzweiflung“ der Einwohner im Norden. Am Montag erschien ein Bericht des WFP und der UNICEF, laut dem eines von sechs Kindern unter zwei Jahren im nördlichen Gazastreifen an akuter Unterernährung leidet.

Diese Situation wurde von Israel vorsätzlich durch den völkermörderischen Angriff auf den Gazastreifen herbeigeführt, der bereits mehr als 30.000 Todesopfer gefordert hat. Am Mittwoch stieg die offizielle Zahl der Toten auf 29.300, dazu kommen 7.000 Vermisste, die vermutlich ebenfalls tot sind. Seit Beginn der Angriffe im letzten Oktober hat Israel vorsätzlich Hilfslieferungen in den Gazastreifen unterbunden und damit Nahrung als Kriegswaffe eingesetzt.

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Arabische Regime an Israels Völkermord und ethnischer Säuberung beteiligt

Von Jean Shaoul – 22. Februar 2024

Israels faschistische Regierung bereitet eine massive Bodeninvasion vor, um die Stadt Rafah einzunehmen. Gleichzeitig laufen Gespräche über die Errichtung von 15 Zeltstädten – jede mit etwa 25.000 Zelten – im gesamten südwestlichen Teil des Gazastreifens. Dorthin sollen die über eine Million Palästinenser, die in der Stadt Zuflucht gefunden haben, vertrieben werden.

Diese Zeltstädte werden von den Vereinigten Staaten und von arabischen Despoten finanziert. Die Aufsicht hat der Schlächter von Kairo, Ägyptens Abdel Fattah al-Sisi. Ägypten und andere arabische Regime geben dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu damit die Möglichkeit, zu behaupten, er habe den versprochenen „sicheren Durchgang“ gewährleistet, damit die geplante Bodeninvasion stattfinden kann.

Bei einer massiven Bombardierung der Stadt aus der Luft hat Netanjahu erneut erklärt, dass sein eigentliches Ziel der „totale Sieg“ sei. Das heißt, dass die israelische Regierung so viele Palästinenser wie möglich töten und den Rest in die Wüste treiben will.

Die Tatsache, dass solche Vorschläge überhaupt mit den arabischen Regimen diskutiert werden, bestätigt ihre Kollaboration mit Israels völkermörderischer Offensive gegen Gaza. Sie sind an dieser zweiten Nakba und ethnischen Säuberung vom ersten Tag an beteiligt. Israel hat bereits mindestens 29.000 Menschen, vor allem Frauen, Kinder und ältere Menschen, getötet. Zehntausende weitere liegen unter den Trümmern begraben. Etwa 86 Prozent der Bevölkerung des Gazastreifens (1,7 Millionen von 2,3 Millionen Menschen) sind aus ihren Häusern vertrieben worden.

Die meisten von ihnen haben in Rafah, nahe der ägyptischen Grenze, Schutz gesucht, wo sie unter einer Hungersnot leiden. Sie haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und medizinischer Versorgung und sind nach wie vor von Massenmord bedroht.

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Die israelische Regierung überzieht den Nahen Osten mit Terror

Von Thomas Röper – 22. Februar 2024

Israel führt einen Vernichtungskrieg in Gaza, lässt Terror im Westjordanland zu, bombardiert Wohnhäuser in Syrien und verübt Terroranschläge im Iran. Wie lange will der Westen das Regime in Israel noch schützen und stützen?

Man muss es bei diesem Thema immer deutlich sagen: Ich kritisiere nicht „die Juden“, meine Kritik richtet sich gegen die heutige israelische Regierung, die vollkommen außer Kontrolle geraten ist und dabei vom kollektiven Westen geschützt wird.

Völkermord an Palästinensern

Der Vernichtungskrieg im Gazastreifen, mit dem Israel auf den Terroranschlag der Hamas reagiert hat, wird vom Westen unterstützt. Der gesamte Gazastreifen liegt heute in Schutt und Asche, Israels Bomben sind fast 30.000 Zivilisten zum Opfer gefallen, die meisten davon Frauen und Kinder. Wie viele Opfer unter den Trümmern liegen, weiß niemand. Außerdem wurden etwa 100.000 Zivilisten verletzt, die jedoch nicht wirklich medizinisch versorgt werden können, weil israelische Bombenangriffe fast alle Krankenhäuser in Gaza zerstört haben.

Letzten Meldungen zufolge droht in Gaza 700.000 Menschen der Hungertod, weil Israel die Lieferungen von humanitärer Hilfe behindert und neben Medikamenten auch Nahrung und Wasser Mangelware sind. Sogar dass Israel in dieser Situation auch Rafah, wo fast 1,5 Millionen Flüchtlinge dicht gedrängt leben, angreifen will, wird im Westen nicht ernsthaft kritisiert.

Zusätzlich hat Israel begonnen, auch im Westjordanland Tatsachen zu schaffen und gegen die dort lebenden Palästinenser vorzugehen. Die Zahl der getöteten Zivilisten geht dort in die Hunderte.

Der Holocaust-Vergleich des brasilianischen Präsidenten ist (noch) übertrieben, aber man kann auf jeden Fall davon sprechen, dass die israelische Regierung gerade vor den Augen der Welt per Definition einen Völkermord an den Palästinensern begeht, denn zur Definition von Völkermord gehört, dass einer ethnischen Gruppe die Lebensgrundlage genommen wird. Und das geschieht in Gaza und im Westjordanland zweifelsfrei.

Völkerrechtswidrige Bombardierungen Syriens

Das ist aber noch nicht alles, denn Israel bombardiert seit Jahren vollkommen völkerrechtswidrig Syrien. Syrien ist ein souveräner Staat, aber niemanden im Westen interessiert das. Man stelle sich einmal umgekehrt vor, Syrien würde alle paar Tage Bombenangriffe auf israelischem Gebiet durchführen. Ob der Westen dazu genauso schweigen würde?

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„Das Gericht in Kiew hat bestätigt: Maidan-Scharfschützen schossen aus dem Hotel Ukraina“

Von Stefan Korinth – 21. Februar 2024

Vor zehn Jahren sorgte ein Scharfschützenmassaker an Polizisten und Maidan-Aktivisten für eine hochexplosive Atmosphäre auf dem Kiewer Maidan und leitete den zwei Tage später folgenden Putsch gegen die ukrainische Regierung ein. Der Politikwissenschaftler Ivan Katchanovski von der Universität Ottawa erläutert im Interview mit Multipolar den Tathergang, die vorliegenden Beweise, die fragwürdige Rolle der ARD und die Erkenntnisse eines kürzlich ergangenen Kiewer Gerichtsurteils zu dem Massenmord. Die Richter stellten faktisch fest: Rechtsextreme Maidankämpfer schossen aus dem Hotel Ukraina und sind für den Tod von mindestens zehn Menschen verantwortlich.

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Warum in Russland über die Kündigung des Zwei-Plus-Vier-Vertrages diskutiert wird

Von Thomas Röper – 21. Februar 2024

Mehrere russische Politiker haben die Kündigung des Zwei-Plus-Vier-Vertrages, der die deutsche Wiedervereinigung regelt, ins Spiel gebracht. Der Grund dafür ist, dass deutsche Regierungen wiederholt gegen Bestimmungen des Vertrages verstoßen haben.

Im Zwei-Plus-Vier-Vertrag ist die Grundlage der deutschen Wiedervereinigung. In dem Vertrag, der nur aus zehn Punkten besteht, wurden einige Regeln festgelegt, an die das vereinigte Deutschland sich künftig halten sollte. Zum Beispiel verzichtete Deutschland auf die ehemaligen Ostgebiete, legte eine maximale Mannstärke für die Bundeswehr fest und verzichtete auch auf die Anschaffung von ABC-Waffen. Der Vertrag wurde zwischen der Bundesrepublik und der DDR einerseits und den Siegermächten USA, Sowjetunion, Frankreich und Großbritannien andererseits geschlossen. …

Die verschiedenen Bundesregierungen haben danach aber immer wieder gegen Bestimmungen aus dem Vertrag verstoßen. Artikel 2 des Zwei-Plus-Vier-Vertrages lautet beispielsweise:

„Die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik bekräftigen ihre Erklärungen, daß von deutschem Boden nur Frieden ausgehen wird. Nach der Verfassung des vereinten Deutschland sind Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, verfassungswidrig und strafbar. Die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik erklären, daß das vereinte Deutschland keine seiner Waffen jemals einsetzen wird, es sei denn in Übereinstimmung mit seiner Verfassung und der Charta der Vereinten Nationen.“

Der Krieg der NATO gegen Jugoslawien 1999, an dem Deutschland sich beteiligt hat, war unzweifelhaft ein Verstoß gegen die Charta der Vereinten Nationen, denn laut der UN-Charta darf militärische Gewalt gegen einen anderen Staat nur zur Selbstverteidigung bei einem Angriff oder mit Erlaubnis des UN-Sicherheitsrates eingesetzt werden. Jugoslawien hatte aber weder einen anderen Staat (und schon gar keinen NATO-Staat) angegriffen und der UN-Sicherheitsrat hat den Angriffskrieg der NATO gegen Jugoslawien nicht erlaubt. Der damalige Bundeskanzler Schröder hat Jahre später selbst offen zugegeben, dass er damit gegen das Völkerrecht verstoßen hat.

Übrigens hat Deutschland auch beim Minsker Abkommen gegen den Zwei-Plus-Vier-Vertrag verstoßen. Oder wie lässt sich Merkels Eingeständnis, sie habe das Minsker Abkommen nie umsetzen, sondern nur Zeit gewinnen wollen, um die Ukraine für einen Krieg gegen Russland zu bewaffnen, mit der Aussage im Zwei-Plus-Vier-Vertrag, „daß von deutschem Boden nur Frieden ausgehen“ werde, in Einklang bringen?

Das waren nur Beispiele für klare Verstöße gegen den Zwei-Plus-Vier-Vertrag, die Liste ließe sich fortsetzen.

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Fast 70 Prozent der US-Amerikaner befürworten Gespräche zur Beendigung des Krieges in der Ukraine

Von Globalbridge – 21. Februar 2024

Es gibt Hinweise, dass die US-Amerikaner – die Bevölkerung, nicht die Politiker – ganz langsam zur Vernunft kommen. Heute wollen mehr als zwei Drittel der Amerikaner, dass die Regierung Biden die Ukraine so schnell wie möglich zu einem Verhandlungsfrieden mit Russland drängt. Dies geht aus einer neuen Umfrage von »Harris Poll« und dem »Quincy Institute« hervor, das die Online-Plattform »Responsible Statecraft« herausgibt. Die Umfrage deutet darauf hin, dass die Politik der Biden-Regierung gegenüber Russland zunehmend von der öffentlichen Meinung abweicht. Hier der Bericht zur Umfrage:

Die Unterstützung für Verhandlungen blieb hoch, als den Befragten gesagt wurde, dass ein solcher Schritt Kompromisse von allen Parteien erfordern würde. Zwei von drei Befragten sagten, dass die USA die Gespräche trotz möglicher Nachteile fortsetzen sollten. Die Umfrage zeigt einen Neun-Punkte-Sprung gegenüber einer Umfrage von Ende 2022, bei der wahrscheinliche Wähler befragt wurden. In der damaligen Umfrage sprachen sich 57 Prozent der Befragten für Gespräche aus, die Kompromisse beinhalten würden.

Die neuen Daten deuten darauf hin, dass die Politik der US-Regierung in Bezug auf den Ukraine-Krieg am Vorabend des zweiten Jahrestages der russischen Invasion immer weniger mit der öffentlichen Meinung übereinstimmt.

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[Zum Originalbeitrag auf responsiblestatercraft.org]

Warum der Internationale Strafgerichtshof ein Machtinstrument des Westens ist

Von Thomas Röper – 21. Februar 2024 02:40 Uhr

Der Internationale Strafgerichtshof wurde vom US-geführten Westen „gekapert“ und zu einem Machtinstrument des Westens gemacht. Das zeigen sowohl die aktuellen Entwicklungen, als auch die Ereignisse der letzten 20 Jahre deutlich auf.

Ich habe schon einige Recherchen der russischen Menschenrechts-NGO „Fonds zur Bekämpfung der Repression“ veröffentlicht. Ich kenne die Chefin des Fonds Mira Terada schon einige Zeit und verfolge die Veröffentlichungen des Fonds. Der Fonds ist gut vernetzt und hat offenbar sehr viele Informanten.

Ich habe im Juni 2023 zum ersten Mal eine Recherche des Fonds übersetzt und hier veröffentlicht, bei der es um den Handel mit ukrainischen Kindern ging. Das Thema Kindesmissbrauch ist eines der zentralen Themen, um die sich der Fonds kümmert.

Der Fonds veröffentlicht viele interessante Recherchen, jedoch habe ich für den Anti-Spiegel bisher nur wenige übernommen, weil sie sich oft auf Aussagen von Quellen stützen, die zu ihrer Sicherheit nicht genannt werden wollen. Daher kann ich natürlich nichts über den Wahrheitsgehalt der Aussagen der Quellen sagen, weil ich die Quellen nicht kenne und nicht einschätzen kann. Aber ich habe keine Zweifel daran, dass der Fonds akkurat arbeitet und seine Quellen gut überprüft.

Nun hat der Fonds eine Recherche über den Internationalen Strafgerichtshof veröffentlicht, die sich zum größten Teil auf öffentlich zugängliche Quellen stützt. Allerdings werden diese Informationen von anonym bleibenden Quellen des Fonds bestätigt und ergänzt. Da ich selbst schon viel über den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) recherchiert und berichtet habe, werde ich diese Recherche des Fonds nicht wortwörtlich übernehmen und veröffentlichen. Stattdessen nehme ich sie als Grundlage, um auch noch einmal an meine Erkenntnisse über den IStGH zu erinnern. …

Wenn Sie sich für die Recherche des „Fonds zur Bekämpfung der Repression“ interessieren, die die Grundlage dieses Artikels ist und die ich in weiten Strecken (aber eben nicht komplett) übernommen habe, können Sie sie hier auf Deutsch lesen.

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