Wie unsere Medien Kriegsstimmung machen und die Ukrainer verar…

Von Albrecht Müller – 31. Januar 2022

Das wiedergegebene Foto plus Text erschien heute auf der 1. Seite des Flaggschiffs Die Rheinpfalz der Medien Union GmbH, einer Holding der Familie Schaub, die auch maßgebliche Anteile an der Süddeutschen Zeitung, der Stuttgarter Zeitung, der Stuttgarter Nachrichten sowie von Freie Presse, Chemnitz, hält. Das Foto stammt von AP/dpa. Im Text an der Seite heißt es: „Mit Holzattrappen als Gewehr trainieren Anwohner in der Nähe der Stadt Kiew – aus Angst vor einem Angriff russischer Soldaten.“ Hier wird der mögliche Krieg mit Holzattrappen maßlos verharmlost und es wird die übliche Botschaft des Westens verbreitet, die Russen seien die Angreifer. Damit wird die Geschichte der vorhandenen Spannungen gefälscht, sozusagen auf den Kopf gestellt. Unsere Medien sind von morgens früh bis abends spät in dieser Frage eine einzige Katastrophe. Zu Zeiten des Völkischen Beobachters war es noch schlimmer, aber es ist heute schlimm genug. Der Jude heißt jetzt Russe – wie damals übrigens ergänzend und den Antisemitismus verstärkend auch schon.

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Bundesregierung: „Die Bettenauslastung ist seit Beginn der Corona-Pandemie spürbar zurückgegangen“

Von Thomas Röper – 31. Januar 2022

Die Bundesregierung hat offiziell erklärt, dass die Bettenauslastung seit Beginn der Corona-Pandemie spürbar zurückgegangen ist. – Es ist wirklich faszinierend, welche Meldungen zu Covid-19 die „Qualitätsmedien“ ihren Lesern verschweigen. Eine dieser Meldungen kommt aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage von zwei AfD-Abgeordneten im Bundestag. In Frage 2 der kleinen Anfrage haben die Abgeordneten die Bundesregierung gefragt, wie sie auf Vorwürfe reagiert, die Bettenzahl in Krankenhäusern sei aufgrund des Krankenhauszukunftsgesetzes mitten in der Pandemie reduziert worden.

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Neue Parteispitze der Grünen: eine toxische Mischung aus Militarismus und Identitätspolitik

Von Peter Schwarz – 31. Januar 2022

Ein digitaler Parteitag der Grünen hat am Samstag eine neue Parteispitze gewählt. Ricarda Lang und Omid Nouripour lösen Annalena Baerbock und Robert Habeck ab, die als Außenministerin und Wirtschaftsminister der neuen Bundesregierung angehören. Lang erhielt 76 und Nouripour 82 Prozent der 800 Delegiertenstimmen. Gegenkandidaten gab es keine. Aufgabe des neuen Führungsduos wird es sein, der Ampelkoalition den Rücken freizuhalten, oder, wie es Nouripour ausdrückte, als „Scharnier“ zwischen Partei und Regierung zu dienen. Es gehe darum, „zu vermitteln, warum wir bestimmte Kompromisse gemacht haben und was die Perspektive ist,“ sagte er der taz. Die Ampel ist, kaum im Amt, auf Kriegskurs gegen Russland und auf Konfrontation mit der Arbeiterklasse eingeschwenkt. Das zeigt sich nicht nur in der Pandemiepolitik, wo sie eine rücksichtslose Durchseuchung verfolgt, sondern auch in der Außen- und Umweltpolitik, für die grüne Minister direkte Verantwortung tragen.

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Die USA weisen ohne Angabe von Gründen 27 russische Diplomaten aus

Von Thomas Röper – 31. Januar 2022

Bisher unbeachtet von den deutschen Medien weisen die USA weitere 27 russische Diplomaten aus. Dieses Mal haben sie sich nicht einmal die Mühe gemacht, einen Vorwand auszudenken. – Schon Ende November habe ich berichtet, dass die USA angekündigt haben, insgesamt 54 russische Diplomaten auszuweisen, ohne dafür offizielle Gründe anzugeben. Diese Drohung haben sie nun wahr gemacht und wie angekündigt, müssen die ersten 27 russischen Diplomaten nun die USA verlassen. In der wohl schwersten Krise seit der Kubakrise ist es kaum eine gute Idee, die Zahl der Diplomaten zu reduzieren, denn wer soll Kontakt halten und Verhandlungen führen, wenn die Diplomaten ausgewiesen worden sind? Die Eskalation begründen die USA damit, dass Russland die Zahl der US-Diplomaten reduziert hat und den Leibwächtern des US-Botschafters in Moskau keine zusätzlichen Visa ausstellt, aber sie verschweigen, dass das nur eine Reaktion Russlands auf die vorangegangene Ausweisung russischer Diplomaten aus den USA war. Hätten die USA nicht ein weiteres Mal russische Diplomaten ausgewiesen, gäbe es das Problem gar nicht.

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Ukrainischer Präsident Selenskyj widerspricht USA: Russischer Angriff steht nicht unmittelbar bevor

Von Alex Lantier – 31. Januar 2022

Washington und seine NATO-Verbündeten schüren seit Wochen eine globale Kriegskrise mit der Behauptung, Washington müsse bereit sein, die Ukraine gegen einen drohenden russischen Überfall zu verteidigen. Am Freitag wies der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Behauptung zurück, ein russischer Einmarsch stehe unmittelbar bevor. Mit dieser erstaunlichen Zurechtweisung forderte er die NATO auf, ihre Kriegsrhetorik zurückzufahren. Am Freitagmorgen erklärten hochrangige ukrainische Regierungsvertreter gegenüber CNN, ein Telefonat zwischen Selenskyj und Biden sei „nicht gut verlaufen“. Sie erklärten, laut CNN habe Biden „behauptet, ein russischer Angriff stehe unmittelbar bevor, ein Einmarsch sei jetzt praktisch sicher“. Selenskyj hingegen „bekräftigte seine Position, die Bedrohung durch Russland sei ‚gefährlich, aber unklar‘ und es ist nicht sicher, ob es zu einem Angriff kommen wird“. Laut CNN forderte er Biden auf, „die Rhetorik zurückzufahren“.

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Mit welchem Recht will Russland bestimmen, wer in die NATO eintreten darf?

Von Thomas Röper – 31. Januar 2022

Die USA und die NATO vertreten den Standpunkt, dass jedes Land selbst entscheiden darf, ob es der NATO beitreten will. Ist das so, oder gibt es im internationalen Recht Einschränkungen? − Die „Politik der offenen Tür“ der NATO wird in diesen Tagen oft zitiert und westliche Medien und Politiker weisen Russlands Forderung, die NATO nicht mehr zu erweitern, entrüstet zurück. Das widerspreche dem Völkerrecht und Russland habe kein Vetorecht in der Frage, wer NATO-Mitglied wird und wer nicht. Das sei die freie Entscheidung eines jeden Landes. Das klingt logisch und überzeugend. Allerdings haben wir in den letzten Jahren erleben müssen, dass der Westen es mit dem Völkerrecht schon lange nicht mehr allzu genau nimmt, schließlich sind die einseitigen Wirtschaftssanktionen, die der Westen inflationär verhängt, völkerrechtswidrig, weil laut UN-Charta nur der UNO-Sicherheitsrat legal Wirtschaftssanktionen gegen andere Staaten verhängen darf. Das war nur ein Beispiel für die Verstöße des Westens gegen das Völkerrecht.

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Die große Gefahr eines Krieges aus Versehen in der Ukraine

Von Thomas Röper – 30. Januar 2022

Die Ukraine wird vom Westen derzeit mit Waffen regelrecht gemästet und die Waffen werden direkt in den Donbass geschafft. Wie groß ist die Gefahr eines Krieges – und sei es auch „nur“ aus Versehen? − Im wöchentlichen Nachrichtenrückblick des russischen Fernsehen war die gefährliche Lage in der Ukraine am Sonntag das beherrschende Thema. In der Sendung wurde sowohl über einen Amoklauf eines ukrainischen Soldaten gesprochen, der sich in diesen Tagen ereignet hat, als auch historische Parallelen gezogen, denn vor 13 Jahren waren schon einmal Olympische Spiele in Peking und damals griff Georgien Ossetien und auch russische Friedenstruppen an, die dort seit Anfang der 1990-er Jahre die Waffenstillstandslinie gesichert haben. Putin war zu der Zeit bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking.

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Kriegstreiberei gegen Russland: USA und NATO riskieren Dritten Weltkrieg

Von der Redaktion der World Socialist Web Site – 29. Januar 2022

Der Konflikt, den Washington mit Russland wegen der Ukraine provoziert, bedroht die Welt mit einer unermesslichen Katastrophe. Getrieben von einer unlösbaren inneren Krise und räuberischen geopolitischen Ambitionen marschiert der US-Imperialismus rücksichtslos auf den Dritten Weltkrieg zu. Die Krise um die Ukraine ist von den Vereinigten Staaten und ihren NATO-Verbündeten auf der Grundlage von Lügen herbeigeführt worden. Die Regierung Biden verurteilt Russland für die Verlegung von Truppen innerhalb seiner eigenen Grenzen. Die Behauptung einer unmittelbar bevorstehenden russischen Invasion in der Ukraine wird vom Weißen Haus endlos wiederholt und von den Massenmedien unhinterfragt übernommen. Das ist hysterische Kriegspropaganda. Russland hat nie damit gedroht, in die Ukraine einzumarschieren. Moskau hat jedoch erklärt, es könne nicht dulden, dass die Ukraine Teil der NATO wird.

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Dramatische Verrottung – ein offener Abschiedsbrief an den Vorstand des Deutschen Journalistenverbandes und dessen Gefolge

Von Wolf Reiser – 28. Januar 2022

Die „Vierte Gewalt“ − ist sie heute überhaupt noch mehr als der Steigbügelhalter der ersten? Etablierte Journalisten gebärden sich derzeit wie eine Mischung aus inoffiziellen Regierungssprechern, Impf-Verkündigern und Volkserziehern. Auch zur NATO und ihren Verbrechen stehen die Heroen der Laptoptastatur in Treue fest. Speziell zwischen Qualitätsjournalisten und die offizielle Corona-Linie passt kein Blatt Papier. Unbotmäßige Kollegen, die verpetzt und ausgegrenzt wurden, werden im Regen stehen gelassen. Als würde nicht gerade der kritische Geist, der Widerspruch, der unausrottbare Hang zum Selberdenken die Medienlandschaft in diesem Land lebendig halten. Dieses traurige Versagen überall bündelt sich nun in einer Institution, die in Jahren des Medienfunktionärstums zu einer Karikatur ihrer selbst erstarrt ist: dem Deutschen Journalistenverband. Warum eigentlich sollte jemand, der den Namen „Journalist“ noch verdient, dort Mitglied bleiben? Reicht als Grund das befriedigende Gefühl, bei Veranstaltungen mit dem einschlägigen Ausweis wedeln zu können? Dem Autor reicht es. Er ist ausgetreten und sagt DJV-Chef Frank Überall auf unmissverständliche Weise, warum.

Frank Überall,

werte DJV-Kollegen und sonstige Medienschaffende, bedauernswerte Endabnehmer, pünktlich zur Jahreswende habe ich meinen Presseausweis mit der Nummer 3-1-102153 an eine 25-Schuss-Salutbatterie-Rakete des Typs Stalin-(ersatzweise Putin-)orgel geklebt und Richtung Mond geschossen. Kurz zuvor trat ich nach gut 40 Jahren Mitgliedschaft aus dem DJV aus. Die nun frei werdenden Jahresbeiträge überweise ich auf das Konto der Anwälte von Julian Assange − bis zum bitteren Ende, whatever it takes.

Mit der Begründung dieses längst überfälligen Schritts verbinde ich durchaus den Wunsch, dass der eine oder andere Verbandsgenosse einen ähnlichen Entschluss zum Tragen bringt.

Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, hat man Sie, Frank Überall, im Spätherbst 2015 in Fulda mit 130 zu 118 Stimmen zum Vorstand von damals knapp 35.000 Journalisten gewählt. Im zweijährigen Abstand wurde Ihnen dieses Ehrenamt bestätigt, und im November 2021 erzielten Sie mit 85 Prozent ein Traumergebnis, begünstigt aber auch durch den Mangel eines Gegenkandidaten.

Alleine schon diese Tatsache ermöglicht mir eine mühelose Überleitung zu Ihrer Parteigenossin Angela Merkel und deren Herkunftsmilieu, in dem alternativlose Findungsprozesse den bukolischen Arbeiter- und Bauernalltag bestimmten.

Das Abdanken der gekühlten Physikerin und Ihr zeitgleicher Bühnenbestieg erscheinen − vom Ende der Versuchsanordnung her betrachtet − wie eine ironische Fügung im bravourös geschmierten Getriebe aus politischem Machtwillen und medialer Unterwerfung.

In „Changing of the Guards“ singt Bob Dylan: „Sixteen Years, sixteen banners united over the field, where the good shepherd grieves. Desperate men, desperate women divided, spreading their wings ’neath falling leaves“ (1).

Oder unter fallenden Masken.

Sechzehn Jahre lang bestellte ein kinder- und wurzelloser Geist hinter der potemkinschen Hauptstadtfassade weitgehend geräuschlos den Acker und streute mit eiserner Hand und mädchenhaftem Glucksen die Samen der Zersetzung aus. Flaniert man in diesem Januar durch die teilimmunisierte Hinterlassenschaft, wähnt man sich in einer vergifteten Zwischenkriegswelt, stößt auf gesichtslose Passanten, stimmlose Jahrmarktsschreier, monologisierende Greise und sonstige Versteinerungen, die an Kafka- oder Gogolstücke erinnern, an Hölderlins Winterreise oder Robert Wilsons „Death, Destruction and Detroit“.

Hätten Sie, Frank Überall, zu einer anderen Zeit das Votum erhalten, für einen ziemlich großen Teil der Medientätigen zu sprechen? Nein! Für die sich schrittweise an die Machtfront vorgemogelte schwarzgrünrotrosalackierte Querfront boten Sie sich als die journalistische Idealbesetzung dar − im Sinne eines pandemischen Requiems.

Was wissen wir über Sie? Wo kommen Sie her? Was treibt Sie an? Wenn meine Quellen stimmen, lehrt der heutige 50-jährige Mann das Fach der Politikwissenschaft wie auch Journalismus und Soziologie an einer Kölner Hochschule. Seine vorigen Wirkungsstätten waren der einst spannende WDR-Hörfunk, das einst seriöse TV-Magazin „Monitor“, die einst rebellische taz und die dpa, eine Nachrichtenagentur mit reicher Erfahrung im Zubereiten amerikanisch-britischer Geheimdiensthappen.

Griff Professor und PEN-Member Überall eigenhändig zum Stift, beispielsweise beim einst sturmreifschießenden Spiegel, wurde der Leser an die Tücken früherer Besinnungsaufsätze erinnert. Beim Ausmalen des Profils eines vorzeigbaren Bundespräsidenten erfreuten wir uns am vertrauten deutschen Oberlehrerpathos: „Natürlich darf ein Politiker Freunde haben, auch als Staatsoberhaupt. Aber er muss immer klare Grenzen gezogen haben und ziehen: Selbst der Anschein einer Vermengung privater und dienstlicher Interessen hindert am Einzug ins Schloss Bellevue.“

Diese gestrenge Benotung begab sich offenbar zu einer Zeit, in der die beliebteste Kanzlerin aller Zeiten beim Entsorgen des Spesenritters Wulff mediale Empörungsassistenz benötigte.

Ende 2015 fanden Sie mit dem DJV eine Organisation vor, die lange schon zur schlüsselfertigen Manövriermasse des Kanzleramts degeneriert war. Nachdem staatlicher Agitprop zur Medienräson geworden war, konnten Sie es sich so ungefragt wie gefahrlos leisten, Ihre persönlichen Neigungen und Ansichten als Position des DJV auszugeben.

In nahezu allen Belangen der aufkommenden Wokeness entsprach Ihr Standpunkt den vorgestanzten „Haltungen“ des werte-westlich-transatlantischen Oktopus aus CNNNYTWP, dem Clinton&Obama-Lager und den übergeordneten philanthropischen Stiftungsoligarchen. Ich sehe an dieser Stelle von einer Zitatenlitanei ab und belasse es bei einer Bemerkung Ihrerseits gegenüber dem Medienmagazin Zapp aus dem Jahre 2019 „Das, was in der PR gemacht wird, also in der effektiven Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, ist eine Spielart des Journalismus.“

Das kann man so sehen, obwohl es ja noch ein paar Autoren, Reporter oder Dokufilmer in Ihrem Privatklub gibt, die sich an die Entspannungspolitik der einst mutigen SPD erinnern und mit Saufkumpanen wie Peter Scholl-Latour, Rudolf Augstein, Henri Nannen, Herbert Riehl-Heyse, Gerhard Konzelmann, Frank Schirrmacher oder Hans Magnus Entsetzensberger ein paar Bloody Marys über die rote Linie hinaus kippten. Deswegen frage ich Sie, mich und vor allem die verbliebenen berufsethisch intakten Kollegen, wie und wieso Ihr Umwertungsprogramm ohne interne Debatte und Rücktrittsforderung einfach so vonstattengehen konnte.

Das betrifft auch Ihre penetranten NATO-servilen Regungen, dank derer Sie die Auslandsmedien RT Deutsch und Sputnik als „Propagandainstrumente des Kremls“ abtun und im Namen aller DJV-Beitragszahler einfordern, diesen Feindsendern unter allen Umständen keine Rundfunklizenz zu erteilen. Wissen Sie noch, wie die ARD-Kriegsberichter ihrem sedierten Publikum während der vom Mainstream umjubelten Maidan-Monate sowjetische Panzer aus dem Afghanistankrieg vorführten?

In Ihrer sechsjährigen Schaffensphase haben Sie im Namen des DJV nur wenige Gelegenheiten versäumt, sich Regierung, Wirtschaft und Technokratie anzudienen, den Pluralismus abzuschaffen, primitive Feindbilder zu bestärken und mit zelotischer Gehässigkeit viele Millionen Bürger, die dem UN-Migrationsprojekt und Faucis chinesischen Fledermäusen nicht über den Weg trauen, zu einer kackbraunen Masse fackeltragender Nazis zu erklären.

Entlang der Massendemonstrationen, auf denen diese verirrten Alt- und Neu-Nazis unsere stets um Solidarität und Volksgesundheit besorgte Elite an das Vermächtnis unseres Grundgesetzes erinnerten, bekamen manche der rasenden Reporter des Hayali-Zuschnitts ihr Fett ab.

In der Regel genügt bei diesen hochsensiblen Agenten der Wahrheit die bloße Verweigerung eines Kurzinterviews, um ein Wehklagen über „Anfeindungen, Drohungen, Beleidigungen und Angriffe“ auszulösen, wie ich es einem DJV-Blog aus dem Dezember 2021 entnehme.

Was in Minsk, Caracas, Moskau, Istanbul oder Damaskus als volkserhebendes Fanal der Humanität und Freiheit hochgejazzt wird, gilt den flaumbärtigen Berichterstattern im eigenen Land als bösartiger Naziaufmarsch und blutige Hass&Hetz-Jagd. In dieser Spirale eingequert legt Überalls Hausexperte für Neuere Geschichte die Lunte ins bombensichere Hitlerfass: „Dass aus solchen Worten Taten werden, mussten wir − WIR − auch in Deutschland schon in furchtbarer Weise erleben, durch Angriffe und Morde von durchgedrehten Maskenverweigerern, Impfgegnern und anderen Verwirrten −befeuert durch Desinformation und Hetze.“

Die genaue Rolle durchgedrehter Maskenverweigerer beim Nürnberger Reichsparteitag wird uns − UNS − sicher bald ein engagierter Correctiv-Faktenchecker erläutern.

Bei all dem wiedergekäuten Nazi-Gestammel empfiehlt sich Sebastian Haffners Sicht auf Goebbels: „Dieser versuchte nämlich nicht, das gesamte deutsche Volk zu nationalsozialistischen Ideen zu bekehren, sondern er verlegte seine Anstrengungen darauf, den Bürgern durch die Medien eine heile Welt vorzuspiegeln. Er verbot die bürgerlichen Zeitungen nicht, und man kann nicht einmal sagen, dass er sie nazifizierte. Die meisten alten Redaktionen der großen bürgerlichen Zeitungen schrieben, wie sie immer geschrieben hatten, und genau so sollten sie auch schreiben. Es gab im Dritten Reich durchaus eine Art Pressevielfalt. Der Zeitungsleser hatte die Wahl, die Dinge so dargestellt zu sehen, wie er es sich wünschte, und gemäß seiner Stimmungslage weiter bedient zu werden.“

Sollte er damit Recht haben, befände sich der heutige Medienbetrieb im Zustand einer dramatischen Verrottung.

Natürlich twittert Frank Überall auch ganz viel. Hier ein Beispiel aus dem Herbst 2021:„Hallo. Ich bin Frank Überall, Journalist, Wissenschaftler und engagiert als Vorsitzender des @DJVde. Ich bin vollständig geimpft. Wissenschaft und Solidarität sind der Weg aus der Pandemie. Deshalb: Lasst Euch impfen!“

Das kleinste Übel bei diesem Amokversuch ist noch das „Hallo. Ich bin …“. Das riecht so ein wenig nach Flohmarkt, Saunaklub oder einem dörflichen Selbsthilfe-Stuhlkreis für Pfizergeschädigte.

Am 1. Mai 2021 befand sich in Weimar ein mutmaßlich ungeimpfter Demonstrant auf der Flucht vor der Polizei. Dann stellte ihm jemand ein Bein, worauf der Fliehende von den Beamten dingfest gemacht werden konnte. Beim zivilen Freund und Helfer handelte es sich um Sebastian Scholz, einen Funktionär des DJV Thüringen. Der Fallensteller und seine Vereinsoberen tauchten zehn Tage ab, bis man dann unter anderem in einer Stellungnahme las: „Unser Geschäftsführer S.S. stellte sich dieser Person zivilcouragiert in den Weg.“ Auch das kann man so sehen, vor allem weil man diesen Einzelfall als systemimmanent betrachten darf. Im heimischen Archiv war 2019 zu lesen: „So soll der DJV Thüringen in geeigneter Weise in die Polizistenausbildung einbezogen werden. Der DJV will der Polizei in Journalistenworkshops die Möglichkeit geben, über ihre Arbeit zu informieren.“

Am Ende des Regenbogens stößt man nicht selten auf eine rot-grüne Swastika.

Es ist und wäre nun zu viel der Ehre, Überall & Friends in zu große Verantwortung zu nehmen. Die Tragikomödie der journalistischen Selbstauslöschung begann mit Rudolf Scharpings Hufeisenlüge 1999 und dem dröhnenden Schweigen rund um das 9/11-Turm-Triell und setzte sich fort bei all den Giftgaslügen zwischen Bagdad und Aleppo, dem NATO-Fake zwischen Kiew und Krim, dem Soros-Woodstock aus Frühlings- und Farbrevolutionen und mündete in der Bombardierung Libyens als vorläufigem Höhepunkt im Dienst der plangetreuen Völkerwanderung.

Gerhard Schröders Nein 2003 zum Irakkrieg leitete über den Umweg eines Misstrauensvotums sein persönliches Scheitern und jenes von Rot-Grün ein und bot hohen Mächten die günstige Gelegenheit, ihn zwei Jahre später durch eine graue Maus aus der Ostzone zu ersetzen. Keine Nadel schlug damals aus in der nach oben offenen Richterskala. Im selben Jahr absolvierte Mathias Döpfner in Rottach-Egern sein Bilderbergdebüt. Wenn ich mich nicht verzähle, wurde er mittlerweile neun Mal von Henry Kissinger zu Tisch gebeten.

Im Nachbeben der informellen Premium-Workshops kehrte der stilbewusste „Wicked Messenger“ mit mosaischen Visionen und einem knapp gefassten Kassiber im Manufactumkoffer zurück an die Spree und verkündete all den Verlegern, Chefredakteuren, Abteilungsleitern, Funk- und Fernsehräten, Anchortalkern, Multiplikationsfaktoren und sonstigen Wiedertäufern die knochenfrohe Botschaft bestehend aus Befehlen, Ultimaten und Strafen. Warum fällt mir wieder Dylan ein? „(…) When questioned who had sent for him, he answered with his thumb, for his tongue it could not speak, but only flatter“ (2).

Immerhin ruht eine wohlwollende Hand über seiner Welt, die es als einzige der klassischen Zeitungen schafft, verschiedenen Ansichten Platz zu lassen und auch Alternativen zu einem Journalismus der verbrannten Erde.

Sixteen years. Ewige Osterruhe. Der Tragödie vorletzter Teil. Als größter Skandal der Merkelära bleibt mir die 0:2-Niederlage gegen Italien als Störung der Sommermärchenstunde in Erinnerung. Jenseits des sportberichtlichen Enthüllungshandwerks bis hin zur öffentlichen Hinrichtung des Staatsverbrechers Joshua K. gab es trotz einer permanenten Notlage kein deutsches Watergate, keine einzige Aufdeckung von Bedeutung, und bei den paar Entlassungen − siehe Christian Wulff, Franz Josef Jung, Karl-Theodor zu Guttenberg oder Annette Schavan − boten sich unsere Edeltrolle als nützliche Idioten an.

Als der dienstnahe Transatlantiker Georg Mascolo 2014 dann auch noch die letzten verstreuten Investigationstalente unter seinen Fittichen monopolisierte, versackten diese gezielt in externen Sümpfen; etwa dem Dealen mit einem ibizaösterreichischen Schmuddel-Video oder der in Bedeutungslosigkeit versandenden Panama-Paper-Lachnummer, die auf altbekannte Übelkrähen wie Putin, Assad oder Gaddafi hinwies sowie auf die unversteuerten Einnahmen aus den Rechten am eigenen Bild von C 17, der sich derzeit in Manchester mit einem anderen deutschen Oberlehrer balgt.

Im Inneren von The La-La-Länd trieb die DJV-Brigade ihren heiligen Dschihad gegen eine täglich anschwellende Armee überlebender und wiedergeborener Nazis voran und rotierte im Masturbatorium aus Solidarität, Menschenrechten, Freiheit, Gleichheit, Humanität.

Real bedrohte Kollegen wie Edward Snowden oder Julian Assange stellen für die Moraltscheka nur noch Klötze am Bein dar und stören den Ablasshandel mit dem eigenen Versagen.

Haben Sie im letzten Jahrzehnt irgendetwas Substanzielles aus dem Umfeld der DJV-Journaille vernommen? Etwa zum Thema prekäre Arbeit und faktische Massenverarmung? Implosion von Schul- und Gesundheitswesen? Amazon? Google? Apple und grassierende Spionage? WEF und der Transhumanismus? Green-Deal-Hedgefonds? Geo-Engineering? Warburg-Cum-Ex-Komplex? Migrantengewalt? UN-Agenda 2030? Depopulationsprojekte? Energie-Blackout? Blackrock? Vanguard? Vierte industrielle Revolution? Wirecard? Pharmakriminalität? Aus dem Ruder laufende Weihnachtsmärkte? Tragik der Pädokriminalität? Soros- und Gates-Stiftungen? Bekam nicht unser lustiger TV-Doktor Eckart von Hirschhausen gerade eben 1,4 Millionen Euro überwiesen?

Sicher haben wir irgendwie irgendwas gehört. Aber ich rede nicht von pflichtseligen Eintagsfliegen und Alibigeplapper, sondern von beharrlichem, aufrichtigem Recherchieren, Wühlarbeit, Brennpunkten, Presseclubsendungen, richtigen 90-Minuten-Specials, mehrwöchigen Printserien — mit Reisespesen und echt garstigen Fragen — wie damals Robert Redford und Dustin Hofmann in der Lieblingsromanze aller Regimechangelehrlinge. Männer wie Bob Bernstein und Carl Woodward wären nebenbei im Deutschland 2022 die vollen Nazis mit gelöschten YouTube-Kanälen und haufenweise Netzwerkdurchsuchungsklagen.

Stattdessen betten sich arrivierte BertelsmännerInnen wie Dunja Hayali, Anne Will, Giovanni di Lorenzo, Josef Joffe, Maybrit Illner, Marietta Slomka, Tina Hassel, Carmen Miosga, Sandra Maischberger, Claas Relotius, Frank Plasberg und in den Warteschleifen Tausende sneakertragende Wahrheitsvermittler in das große Machtgeflecht zwischen Davos, Brüssel, London, Washington, Valley und Wallstreet ein und haben die Rolle der vierten Gewalt mit jener der fünften Kolonne getauscht.

Ganz im Sinne der Überall‘schen Transformation des Journalismus in keimfreien PR-Service werden jenseits der alternativen Szene am Fließband Gefälligkeitsartikel, Junkskripte, Haltungskitsch, NGO-Content und Wir-schaffen-das-Lobbypopulismus zur neuen Normalität umdekoriert.

Wie meinte unlängst der Ringier-Chef Marc Walder:

„Wir wollen die Regierung unterstützen durch unsere mediale Berichterstattung, dass wir alle gut durch die Krise kommen.“

Wie eingangs erwähnt, lade ich mit diesem Brief vornehmlich die Kollegen des Verbands dazu ein, über unsere Organisation nachzudenken und zu prüfen, was wir dort zu suchen und zu finden glauben. Gut, der DJV hilft uns bei rechtlichen Konflikten, vermittelt Förderkurse, hat diese und jene Tipps parat fürs Weiterkommen, und vor allem der seriös erscheinende Presseausweis macht das Arbeiten manchmal leichter und verschafft eine tröstliche Legitimation. Leider hat er durch das multiple Organversagen die einstige Magie eingebüßt und entspricht heute kaum noch dem Wert einer Pizzaliefer-Goldcard.

Um die Ernsthaftigkeit meines Appells zu illustrieren, möchte ich mich mit einem abschließenden Beispiel verabschieden:

In der Nacht vom 22. auf den 23. Dezember 21 löschte YouTube den gesamten Kanal von Henryk M. Broders „Achse des Guten“. Ob man widerspenstige Kollegen wie unter vielen anderen Mathias Bröckers, Boris Reitschuster, Paul Schreyer, Roland Tichy, Ramin Peymani, Michael Klonovsky, Peter Hahne, Volker Herres oder eben Broder und seine Mischpoke schätzt oder nicht, tut überhaupt nichts zur Sache.

Bei einem derart massiven Eingriff in die Pressefreiheit hätte sich der einstige DJV bedingungslos für sein Mitglied verwendet, dessen Gefährdung mit allen Klauen eliminiert und sämtlich verfügbare juristische Geschütze aufgefahren. An Tagen wie diesen meldet sich Mika Beuster zu Wort, der zum einen als Reporterchef des Usinger Anzeigers bekannt ist und darüber hinaus dem Bundesvorstand des DJV angehört. Gegenüber dem MDR bezog er — natürlich im Namen aller unser — Stellung:

„Wir — WIR — stehen für kritischen Journalismus, und wir — WIR — sind das Bollwerk gegen Angriffe auf den kritischen Journalismus. Aber es ist wirklich fraglich, ob es sich hier um kritischen Journalismus handelt. Die Pressefreiheit ist hier nicht in Gefahr.“

Quellen und Anmerkungen:

(1) Deutsch: Sechzehn Jahre, sechzehn Banner vereint über dem Feld, wo der gute Hirte trauert. Verzweifelte Männer, verzweifelte Frauen getrennt, die ihre Flügel unter fallenden Blättern ausbreiten.
Bob Dylan: Changing of the Guards (1978)
(2) Deutsch: Auf die Frage, wer ihn geschickt hatte, antwortete er kurz mit seinem Daumen, denn seine Zunge tendierte zum Schmeicheln, und darum ging es hier nicht.
Bob Dylan: The Wicked Messenger (1968)

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Wolf Reiser ist Reporter und Essayist und pendelt zwischen München und Athen. Er schreibt für alle nennenswerten Blätter im deutschsprachigen Raum und ist Autor mehrerer Bücher, Hörspiele und Filmskripte. Weitere Informationen unter www.wolf-reiser.de.

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Südostasiens ältester Konfliktherd: bald nurmehr Geschichte? (Teil I und II)

Von Rainer Werning – 23./29. Januar 2022

Im Süden der Philippinen (vorrangig auf den Inseln Mindanao, Basilan und Jolo) widersetzte sich die vormals überwiegend muslimische Bevölkerung seit Mitte des 16. Jahrhunderts sämtlichen militärischen Attacken und politischer Bevormundung seitens auswärtiger (kolonialer) Mächte – ob es sich nun um spanische Konquistadoren, US-amerikanische Imperialisten oder diverse philippinische Regierungen im fernen Manila handelte. Es war ein ebenso windungsreicher wie komplexer Kampf, der auch intern zu Spaltungen und Zerwürfnissen führte. Vor drei Jahren, am 21. Januar und 6. Februar 2019, fanden in der Region zwei Referenden statt, in denen sich die Bevölkerung mehrheitlich für eine Teilautonomie entschied.

[Teil 1 – Hier weiterlesen]

[Teil 2 – Hier weiterlesen]