Wer hat am Ventil gedreht? Reduzierter Gasfluss durch die Ukraine

Von Thomas Röper – 16. Mai 2022

In dieser Woche hat die Ukraine den Gasfluss durch ihre Pipeline um ein Drittel gesenkt, allerdings geben westliche Medien Russland daran die Schuld. Was sich derzeit im Bereich Gas abspielt, ist Realsatire. Die Ukraine hat den Gastransit um ein Drittel gesenkt, aber die westlichen Medien geben Russland die Schuld. In Österreich ist ein Gasspeicher leer, dessen Befüllung die Aufgabe der von Deutschland verstaatlichten Gazprom-Tochter ist, aber der österreichische Bundeskanzler gibt Gazprom die Schuld, anstatt in Berlin anzurufen. Die Liste der Kuriositäten ließe sich fortsetzen. Das russische Fernsehen hat sich am Sonntagabend in seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick ausführlich mit diesen und noch einigen anderen Themen beschäftigt. Daher habe ich den Bericht des Deutschland-Korrespondenten des russischen Fernsehens übersetzt.

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Billionen für die Ukraine – am Ende werden wir die Zeche zahlen

Von Jens Berger – 16. Mai 2022

Kriege kosten nicht nur Menschenleben, sondern auch sehr, sehr viel Geld. Derzeitige Schätzungen beziffern allein die Wiederaufbaukosten der Ukraine auf mehr als eine halbe Billion(!) Euro. Auf oberster EU-Ebene geht man bereits wie selbstverständlich davon aus, dass „Europa“ den Großteil dieser Summe stemmen wird. Bilaterale Hilfen aus den offiziellen Haushalten sind da jedoch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. So viel Geld lässt sich nur über den Finanzsektor mobilisieren, doch der will Garantien. Dafür wird sogar bereits laut über die Einführung einer Form von Eurobonds nachgedacht. Die Rechnung dürfte am Ende der EU-Steuerzahler präsentiert bekommen.

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Wie ein Verhandlungsfrieden im Ukraine-Krieg torpediert wird

Von Sevim Dagdelen – 16. Mai 2022

Anlass für diesen Text von Sevim Dagdelen über den Strategiewechsel des Westens im Ukraine-Krieg war ein Disput zwischen der Autorin und der FDP-Politikerin Strack-Zimmermann in der Phoenix Runde. – Waffen, Waffen, immer mehr Waffen. Es scheint, als ginge es dem Westen gar nicht mehr darum, den fürchterlichen Angriffskrieg Russlands und das Sterben in der Ukraine schnellstmöglich zu beenden. Statt einen Waffenstillstand und eine Verhandlungslösung zu erzielen, soll Russland nun militärisch besiegt werden. Diese Strategie ist aus zwei Gründen töricht und unverantwortlich: Erstens wird die Atommacht Russland wohl kaum bereit sein, in einem Konflikt, den sie für aus ihrer Sicht existenzielle Interessen führt, bedingungslos aufzugeben. Mit jedem Tag und jeder weiteren Waffenlieferung steigt daher die Gefahr der Ausweitung des Konflikts bis hin zum Dritten Weltkrieg und der atomaren Zerstörung Europas. Zweitens ist es zynisch, die Ukraine in einen langwierigen Stellvertreterkrieg schicken und die Menschen dort für eigene geopolitische Interessen auf dem Schlachtfeld opfern zu wollen. Dass die Chancen auf einen Waffenstillstand und eine diplomatische Einigung schon einmal wesentlich besser standen, daran scheint sich angesichts der medialen Dauermobilmachung kaum jemand mehr zu erinnern. Dabei ist ein Blick zurück durchaus aufschlussreich.

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Das russische Fernsehen antwortet wieder auf atomare Drohungen aus dem Westen kiselev atom

Von Thomas Röper – 16. Mai 2022 02:38 Uhr

Vor zwei Wochen hat ein Kommentar im russischen Fernsehen auch im Westen Schlagzeilen gemacht, weil Russland angeblich mit Atomwaffen droht. Es war genau anders herum, aber nun scheint der verbale Schlagabtausch in die nächste Runde zu gehen. – Vor zwei Wochen hat der Moderator des wöchentlichen Nachrichtenrückblicks in einem Kommentar auf eine Drohung des britischen Premierministers Johnson geantwortet, der mit einem Atomschlag gegen Russland gedroht hat. Die deutschen Medien haben nur über die russische Antwort berichtet und sie als nukleare Drohung Russlands präsentiert. … Nun dürfte der mediale Schlagabtausch in eine neue Runde gehen, denn das Thema war wieder Gegenstand eines Kommentars in der russischen Sendung. Dieses Mal ging es auch um die Folgen des NATO-Beitritts von Schweden und Finnland und um die Konsequenzen, die dieser Schritt nach sich ziehen dürfte. Da zu vermuten ist, dass die westlichen Medien wieder von einer atomaren Drohung Russlands, dieses Mal gegen Finnland und Schweden, berichten werden, habe ich auch diesen Kommentar des russischen Fernsehens übersetzt, damit Sie selbst beurteilen können, was dort gesagt wurde.

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Ukraine: Warum die Schlangeninsel so wichtig ist

Von Tomas Röper – 16. Mai 2022

Vor einer Woche hat ein ukrainischer Versuch, die Schlangeninsel im Schwarzen Meer zurückzuerobern, Schlagzeilen gemacht. Das russische Fernsehen hat erklärt, warum die Insel so wichtig ist. – Der gescheiterte Versuch der ukrainischen Armee, die Schlangeninsel einzunehmen, war das, was man im Westen Russland vorwirft: Es war der Versuch, am 9. Mai, den für Russen so wichtigen Tag des Sieges über Nazi-Deutschland, einen Propaganda-Sieg zu verkünden. Während westliche Medien sich vor dem 9. Mai mit Spekulationen darüber, was Russland am 9. Mai alles veranstalten oder ankündigen könnte, überschlagen haben, hat Russland nichts dergleichen getan. Dafür hat die Ukraine es mit der Eroberung der Schlangeninsel versucht, was aber gescheitert ist. Warum die Schlangeninsel so wichtig ist und noch einiges mehr, hat das russische Fernsehen am Sonntag in seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick erklärt und ich habe den russischen Bericht übersetzt.

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Die Abbildung von Sagittarius A*: eine monumentale wissenschaftliche Leistung

Von Bryan Dyne – 15. Mai 2022

Am Donnerstag veröffentlichte die Event Horizon Telescope (EHT) Collaboration Bilder des supermassereichen Schwarzen Lochs Sagittarius A* im Zentrum unserer Milchstraße. Es handelt sich um eine direkte Entdeckung einer der am schwersten fassbaren Arten astronomischer Objekten und um den Höhepunkt von mehr als einem Jahrhundert theoretischer und experimenteller astronomischer Studien. Darüber hinaus sind die Ergebnisse eine großartige Demonstration dessen, was durch menschliche Arbeit möglich ist, wenn sie auf internationaler und wissenschaftlicher Basis koordiniert wird. Mehr als 300 Astronomen und Hunderte von Ingenieuren und Hilfskräften aus 60 Institutionen in 20 Ländern und Regionen auf allen sieben Kontinenten führten die Beobachtungen durch, verarbeiteten die Daten und warteten die technische Infrastruktur, die für ein solch enormes Unterfangen erforderlich ist. Nachdem die Beobachtungen von Sgr A* im Jahr 2017 erfolgt waren, wurden tausende Terabyte an Daten zum Haystack-Observatorium des Massachusetts Institute of Technology (MIT) sowie zum Max-Planck-Institut transportiert, wo sie mit einigen der leistungsstärksten Supercomputer der Welt verarbeitet und analysiert wurden. Fünf Jahre Arbeit waren nötig, um die Ergebnisse zu charakterisieren und zu verstehen.

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Schweden und Finnland treten der NATO bei, während Krieg gegen Russland eskaliert

Von Alex Lantier – 15. Mai 2022

Einen Tag nachdem Finnland angekündigt hat, der NATO „unverzüglich“ beizutreten, nahmen die regierenden Sozialdemokraten in Schweden einen Parlamentsbericht entgegen, der ebenfalls den Beitritt in das US-geführte Bündnis fordert. Die NATO droht damit, Skandinavien und die ganze Ostsee in eine zweite Front im Krieg gegen Russland zu verwandeln, den sie seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar führt. Finnische und schwedische Truppen werden nächste Woche mit amerikanischen und ukrainischen Soldaten an der NATO-Übung „Hedgehog“ in Estland teilnehmen. Die Grenze zwischen Estland und Russland ist nur 150 Kilometer von St. Petersburg entfernt ist. Bei dieser Übung werden insgesamt 15.000 Soldaten einen Krieg zwischen der NATO und Russland in Estland üben. Das verdeutlicht, dass Finnlands riesige 1.300 Kilometer lange Grenze mit Russland zu einem potenziellen Kriegsschauplatz wird. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte am Donnerstag auf die Frage nach einem möglichen NATO-Beitritt Finnlands: „Russland wird zu Vergeltungsmaßnahmen militärisch-technischer und anderer Natur gezwungen sein, um die Bedrohungen für seine nationale Sicherheit zu stoppen, die sich in diesem Zusammenhang ergeben.“ Sollten Schweden und Finnland der Nato beitreten, erklärten russische Regierungsvertreter, so würde Moskau versuchen, durch die Stationierung von Atomraketen in der Ostsee-Enklave Kaliningrad das Gleichgewicht in der Region zu erhalten.

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Verhaftungen in Riga für den Kampf um das Gedenken an das Kriegsende

Von Thomas Röper – 14. Mai 2022

In Riga ist ein Streit um ein Denkmal für die russischen Soldaten entbrannt, die Riga von den Nazis befreit haben. Das Denkmal, das auch als Denkmal für das Kriegsende steht, soll nun trotz massiver Proteste abgerissen werden. – In Riga gibt es ein großes Denkmal für die russischen Soldaten, die Riga befreit haben. Da das Denkmal auch als Symbol des Kriegsendes gilt und dort am Jahrestag der deutschen Kapitulation jedes Jahr Blumen niedergelegt werden, gab es in diesem Jahr Streit. Die Stadtreinigung hat die Blumenberge am nächsten Morgen mit Baggern entfernen lassen. Als daraufhin erneut Blumen dort abgelegt wurden, hat das lettische Parlament in aller Eile den Teil des russisch-lettischen Abkommens gekündigt, in dem der Schutz von Gedenkstätten geregelt ist. Die Stadt Riga unmittelbar danach den Abriss des Denkmals beschlossen. Bei den Protesten gegen diese Entscheidung wurden Menschen regelrecht wahllos verhaftet, sogar eine Abgeordnete des Europaparlamentes hat es erwischt. Und während pro-ukrainische Demonstranten ungestraft Nazi-Symbole ukrainischer Bataillone zeigen durften, reichte das Mitführen einer russischen Fahne aus, um verhaftet zu werden und ein Strafverfahren zu bekommen. In Riga, wo bis heute die Veteranen der SS-Divisionen ihren Jahrestag in SS-Uniformen begehen dürfen, ist das nicht einmal verwunderlich. Allerdings macht der Streit um das Denkmal und die aktuelle Eskalation in Russland Schlagzeilen und das russische Fernsehen berichtet täglich darüber. Ich habe einen Bericht des russischen Fernsehens von Freitagabend übersetzt.

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Verhindert Erdogan den NATO-Beitritt von Schweden und Finnland?

Von Thomas Röper – 14. Mai 2022

Schweden und Finnland wollen der NATO beitreten, was von der westlichen Presse bejubelt wird. Allerdings könnte der türkische Präsident das verhindern. – Es gibt nur wenige kritische Stimmen in der NATO zum Beitritt von Schweden und Finnland. Eigentlich sind es sogar nur zwei, der kroatische und der türkische Präsident. Da die NATO die Aufnahme neuer Mitglieder aber einstimmig beschließen muss, besteht zumindest theoretisch die Möglichkeit, dass nicht alles rund läuft für die Pläne der USA. Darüber und über andere aus russischer Sicht wichtige Details in dieser Frage hat das russische Fernsehen am Freitag einen Beitrag gebracht, den ich übersetzt habe.

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Finnlands Entscheidung zum NATO-Beitritt bedeutet massive Verschärfung des US-geführten Kriegskurses gegen

Russland

Von Jordan Shilton – 14. Mai 2022

Der finnische Präsident Sauli Niinistö und die Ministerpräsidentin Sanna Martin erklärten am Donnerstag in einer gemeinsamen Stellungnahme, das Land werde der von den USA geführten NATO „unverzüglich“ beitreten. Die Entscheidung beendet mehr als sieben Jahrzehnte formeller Neutralität Finnlands und bedeutet eine massive Verschärfung des Kurses des amerikanischen und europäischen Imperialismus auf einen offenen Krieg gegen Russland. Durch Finnlands Beitritt wird sich die Grenze Russlands zur NATO mehr als verdoppeln. Das Land verfügt über eine 1.300 Kilometer lange Grenze zu Russland, und die Hauptstadt Helsinki ist nur eine dreieinhalbstündige Zugfahrt von St. Petersburg entfernt. Die für nächste Woche geplante Abstimmung im Parlament, die benötigt wird, um formell einen Antrag auf Beitritt zu stellen, gilt als reine Formalität. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg erklärte am Donnerstag, der Beitritt Finnlands zu dem Bündnis werde „glatt und schnell“ vonstatten gehen. Vermutlich wird das benachbarte Schweden danach ebenfalls umgehend der NATO beitreten. Die sozialdemokratische Regierung ist bereits dabei, am Sonntag ihren jahrzehntelangen Widerstand gegen die NATO-Mitgliedschaft aufzugeben. Berichten zufolge wird die Regierung sich schon am nächsten Montag formell dazu äußern.

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