Von Thomas Oysmüller – 20. April 2026

Erstmals hat Chinas Präsident Xi Jinping die sofortige Öffnung der Straße von Hormuz gefordert. Das sagte er in einem Telefonat mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman.
Während Trump quasi im Minutentakt die Welt mit Meldungen unterhält, agiert Xi Jinping wie ein klassischer Staatsmann. Er äußert sich selten, aber wenn, dann soll sein Wort Gewicht haben. Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, dass Xi Jinping erstmals eine Öffnung der Straße von Hormuz gefordert hat.„Die normale Schifffahrt durch die Straße von Hormuz sollte aufrechterhalten werden. Das liegt im gemeinsamen Interesse der Länder der Region und der internationalen Gemeinschaft“, sagte Xi laut einer Erklärung, die auch von der AFP verbreitet wurde. Ob dies an die USA, den Iran oder beide gerichtet ist, bleibt offen. Vermutlich aber an beide, da er zu einem sofortigen und umfassenden Waffenstillstand aufrief und betonte, dass Streitigkeiten durch politische und diplomatische Mittel gelöst werden müssten.
Zu Saudi-Arabien, einem BRICS-Mitglied, das gerne auch von antiamerikanischer Presse als „US-Vasall“ bezeichnet wird – was der Komplexität geopolitischer Entwicklungen jedoch kaum mehr gerecht wird –, werde man weiter „das strategische gegenseitige Vertrauen mit Saudi-Arabien vertiefen und die praktische Zusammenarbeit ausweiten“. China importierte laut den am Montag veröffentlichten Zolldaten 5,86 Millionen Tonnen Rohöl aus Saudi-Arabien – ein Rückgang um zehn Prozent im Vergleich zum Februar. China wird aber in diesem Monat ein Rekordvolumen an US-Ethan importieren, da petrochemische Produzenten nach der Störung kritischer Lieferungen durch den Krieg im Nahen Osten auf andere Rohstoffe umstellen. Das zeigen andere Daten, die am Montag veröffentlicht wurden.