Friedrich Merz, der beste Bundeskanzler aller Zeiten – für die Ukraine

Von Uwe Froschauer – 11. Mai 2026

Friedrich Merz ist traurig.
Quelle: Dieses Bild wurde mittels ChatGPT entwickelt (Overtone-Magazin).

Friedrich Merz ist laut Umfragen der unbeliebteste Bundeskanzler seit Bestehen der BRD. Er ist relativ verwundert darüber und meinte in einem kürzlich geführten Spiegel-Interview, dass kein Kanzler es so schwer vor ihm hatte.

Wörtlich sagte Merz dem Spiegel:

„Schröder hatte mit hartem Widerstand zu kämpfen, aber er wurde nicht so angefeindet, wie ich angefeindet werde. Ich bin nur gelegentlich auf Social Media unterwegs. Aber wenn Sie mal schauen, was dort über mich verbreitet wird, wie ich da angegriffen und herabgewürdigt werde – kein Bundeskanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen. Ich beschwere mich nicht darüber, aber so ist es.“

Merz hob dabei den Druck durch Öffentlichkeit und soziale Medien hervor.

Dass Schröder nicht so angefeindet wurde wie Sie, verwundert nicht, Herr Merz, weil er doch Einiges für das Volk getan hat, und im Gegensatz zu Ihnen kein Bellizist ist. Sie muten dem Volk einen massiven Sozialabbau für die Entwicklung einer Kriegswirtschaft wegen einer herbeigeredeten Kriegsgefahr durch Russland zu, die mit nichts – absolut nichts – begründbar ist. Nennen Sie mir auch nur ein Indiz, warum der Russe 2029 vor der Tür Deutschlands stehen sollte! Das können Sie nicht, weil es kein einziges Indiz dafür gibt! Will der Russe unser Agrarland? Will er unsere Rohstoffe? Machen Sie sich doch nicht lächerlich, Herr Merz, Herr Pistorius und bellizistische Konsorten! Russland ist nur einmal gen Deutschland marschiert, nachdem Deutschland es angegriffen hat. Und wenn Russland eines Tages Krieg mit Europa anfängt – was sich Bellizisten wie Sie, Herr Merz, Keir Starmer, Emmanuel Macron und Ursula von der Leyen zu wünschen scheinen – dann deswegen, weil ihr Kriegstreiber es bewusst zu diesem Schritt zwingt, um nachher behaupten zu können: Wir haben es euch ja gleich gesagt: Der aggressive Russe!

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Zwölf Denkfabriken, 30 Studien – ein Auftrag: Wie Washington den Plan zur China-Einhegung schrieb

Von Michael Hollister – 11. Mai 2026

So erlebte ich, Christian Müller, Herausgeber von Globalbridge.ch, China noch, als ich in den 1980er Jahren erstmals dort war: Viele Arbeiten, die bei uns in der Schweiz längst mit Maschinen erledigt wurden, wurden in China noch von den Menschen in Handarbeit verrichtet. In den vergangenen 40 Jahren hat sich China schneller als viele andere Staaten auch technisch weiterentwickelt – genau das, was den USA missfällt und was sie – aus Machtstreben und zur Erhaltung der globalen Hegemonie – dazu antreibt, China wirtschaftlich auszubremsen und, wie auch immer, im Zweifelsfall auch mit Waffengewalt, zu behindern. (Foto Christian Müller aus den 1980er Jahren)

US-Präsident Donald Trump irritiert mit schnell wechselnden Absichtserklärungen und mit sich sogar widersprechenden Anordnungen und Aussagen. Aber hinter all dem gibt es auch einen Plan, der älter ist und nicht von Donald Trump „erfunden“ wurde. Michael Hollister hat eingehend recherchiert und macht die echten Erfinder der US-Strategie sichtbar. (cm)

1. Strategischer Einstieg

Im Sommer 2016 erschien bei der RAND Corporation eine Studie, deren Titel die analytische Kühle ihres Inhalts kaum verriet: „War with China – Thinking Through the Unthinkable“. David Gompert, ehemaliger Acting Director of National Intelligence, und seine Co-Autoren modellierten auf 116 Seiten vier Konfliktszenarien – niedrige und hohe Intensität, kurze und lange Dauer – über zwei Vergleichszeitpunkte: 2015 und 2025. Die Studie war keine Drohung. Sie war eine Bestandsaufnahme. Und sie enthielt einen Befund, der seither in keiner ernsthaften Strategiediskussion mehr fehlt: Bis 2025, so RAND, werde ein Krieg mit China „intense, highly destructive and yet protracted“ – verlustreich für beide Seiten, ohne klaren Sieger, mit kalkulierbaren Verlusten erst dann, wenn man ihn vermeidet.

Bis 2025. Geschrieben 2016.
Wir schreiben das Jahr 2026.

Wer in den vergangenen achtzehn Monaten amerikanische Außenpolitik beobachtet hat, ohne den Kalender daneben zu legen, hat das Wesentliche übersehen. Operation Absolute Resolve in Venezuela, Operation Epic Fury gegen Iran, die selektive Hormuz-Blockade, die Sanktionen gegen Hengli Petrochemical, das Verfassungsgerichtsurteil zu CK Hutchison in Panama, das Manöver Balikatan auf Luzon, der Ausbau von Quad und AUKUS, die Lastenverschiebung über das Fünf-Prozent-Ziel des NATO-Gipfels Den Haag – all das wirkt in der Tagesberichterstattung wie eine Aneinanderreihung von Einzelereignissen, getrieben von einem unberechenbaren Präsidenten und seinem Verteidigungsminister.

Es ist das Gegenteil. Es ist die Vollstreckung eines Plans, der in mehr als 30 Studien aus zwölf führenden amerikanischen Denkfabriken zwischen 2014 und 2026 niedergeschrieben wurde. Was die Trump-Administration seit Januar 2025 exekutiert, ist die Empfehlungsliste von RAND, Council on Foreign RelationsHeritage FoundationAtlantic CouncilCenter for a New American SecurityCenter for Strategic and International StudiesCenter for Strategic and Budgetary AssessmentsBrookingsCarnegie EndowmentQuincy InstituteInternational Institute for Strategic Studies und American Enterprise Institute – abgearbeitet in einer Reihenfolge, die durch das Zeitfenster diktiert ist, das Gompert 2016 benannt hat.

Diese Analyse rekonstruiert, wie das Architektenkollektiv aus dem amerikanischen Think-Tank-Komplex die Eindämmungsstrategie gegen China entwickelt hat, welche sieben Empfehlungen sich quer durch alle Studien ziehen, und wie diese Empfehlungen in den Strategiedokumenten der Trump-Regierung – National Security Strategy Dezember 2025, National Defense Strategy Januar 2026 – Wort für Wort wieder auftauchen. Sie zeigt, an welchen Punkten die Empfehlungen bereits operative Realität sind. Was Trump als nächstes greifen wird – und welcher Mechanismus die Hand führt, die danach greift – ist dann Thema des zweiten Teils.

Wer Operation Pivot vom 01. Februar 2026 gelesen hat, kennt die These. Hier kommt der Beleg.

2. Architektenkollektiv: Wer sind diese zwölf?

Zwölf Denkfabriken, mehr als 30 Studien, ein Zeitraum von zwölf Jahren. Die Liste ist keine willkürliche Auswahl. Sie umfasst die zwölf Institutionen, die in Washington seit 2014 die strategische Debatte über China dominieren – gemessen an Auflage, Personal in der Drehtür zwischen Pentagon und Forschung, und an Zitationshäufigkeit in Regierungsdokumenten.

An der Spitze steht die RAND Corporation, gegründet 1948 als hauseigene Denkfabrik der U.S. Air Force, heute mit Forschungszentren in Santa Monica, Pittsburgh und Brüssel. RAND hat zwischen 2015 und 2025 mindestens neun Studien zur China-Frage veröffentlicht, von Eric Heginbothams „U.S.-China Military Scorecard“ 2015 über Gomperts „War with China“ 2016, „Conflict with China Revisited“ 2017, „China’s Quest for Global Primacy“ 2021 bis zu „U.S. Military Theories of Victory for a War with the PRC“ 2024 und „Economic Deterrence in a China Contingency“ 2025. RAND-Personal pendelt routinemäßig zwischen Forschungsstellen und Regierungsposten – Gompert selbst war von 2009 bis 2010 Acting Director of National Intelligence.

Der Council on Foreign Relations (CFR) lieferte 2015 mit Robert Blackwills und Ashley Tellis‘ „Revising U.S. Grand Strategy Toward China“ das Grundlagenpapier, das die analytische Wende von Engagement zu Eindämmung in der amerikanischen Außenpolitikelite eingeleitet hat. Blackwill, ehemaliger Botschafter in Indien und stellvertretender Nationaler Sicherheitsberater unter Bush, knüpfte 2020 mit „Implementing Grand Strategy Toward China“ eine konkrete Umsetzungsanleitung daran.

Die Heritage Foundation ist die institutionelle Brücke zwischen konservativem Politikbetrieb und Trump-Administration. „The Prioritization Imperative“ von 2024, verfasst unter anderem von Alex Velez-Green, formuliert den heute in der National Defense Strategy NDS abgebildeten Kerngedanken: Das amerikanische Militär könne keine zwei großen Kriege mehr gleichzeitig führen, also müsse Washington Verbündete in Europa, Nahost und Korea zwingen, gegen Russland, Iran und Nordkorea selbst die Hauptlast zu tragen – damit alle US-Ressourcen für China verfügbar bleiben. Heritages „TIDALWAVE“-Kapitel von 2026 erweitert diese Logik um KI-gestützte Kriegssimulationen für einen China-Konflikt.

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Hetze gegen Russland – am laufenden Band

Von Albrecht Müller – 11. Mai 2026

Gestern Abend hat das ZDF zur Bewertung des Vorschlags von Putin, Gerhard Schröder als Vermittler einzuschalten, einen Kommentar des ZDF-Korrespondenten Armin Coerper veröffentlicht. Dieser Kommentar war unterirdisch. Weil vermutlich viele unserer Leserinnen und Leser dieses Stück nicht mitbekommen haben, weisen wir auf diesen Vorgang hin. Siehe hier ab Minute 7:04. 

Schlimm ist ja nicht nur, dass Korrespondent Coerper so etwas vom Stapel lässt, schlimm ist auch, dass Heute-Journal-Moderator Christian Sievers das wohlwollend auftischt, statt es zu hinterfragen.

Am Tag zuvor, am Samstag, präsentierte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung auf Seite 4 einen ganzseitigen Artikel mit dem Titel „Amerika droht mit Abzug, Russland mit Krieg“. Im Vorspann hieß es: „Weil Donald Trump Friedrich Merz bestrafen will, wird ein versprochenes Raketenbataillon zur Abschreckung russischer Geschosse wohl nie in Deutschland eintreffen. Für Wladimir Putin öffnet sich damit ein Fenster der Gelegenheiten. Von Konrad Schuller“.

Nirgendwo im Artikel wird die Behauptung, Russland drohe mit Krieg, belegt. Diese Behauptung ist aber wichtig, um für weitere Rüstung auf unserer Seite Reklame zu machen.

Zur Bewertung dieser publizistischen Aktivitäten hilft mir in diesem Fall mein hohes Alter. Ich habe, weil früh politisiert, mit 15 Jahren mitbekommen, wie der damalige Bundeskanzler und Parteivorsitzende der CDU aggressive Propaganda gegen Moskau machte. Eines der Plakate bei der Bundestagswahl 1953 zeigte einen finster dreinblickenden Sowjetsoldaten und war überschrieben mit: „Alle Wege des Marxismus führen nach Moskau“.

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Schafft das Wohngeld ab!

Von Rainer Balcerowiak – 11. Mai 2026

Fast im Wochentakt werden neue Reformsäue durch die politische Manege getrieben. Auch Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) ist jetzt in das Rattenrennen um die besten Sparideen eingestiegen und plant massive Einsparungen beim Wohngeld . Ein endgültiges Konzept für die „Umstrukturierung“ genannten Sparpläne soll im Herbst vorgelegt werden. Im Gespräch ist laut Berichten, dass der Bundesanteil beim Wohngeld von 2,4 auf 1,4 Milliarden Euro pro Jahr gekürzt wird.

Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss für Haushalte mit geringem Einkommen, die ihre Miete nicht allein tragen können. Nach der letzten Wohngeldreform 2023 war die Zahl der berechtigten Haushalte stark gestiegen, da Einkommensgrenzen und die zuschussfähigen Mieten und Nebenkosten neu berechnet wurden. Derzeit beziehen rund 1,25 Millionen Haushalte Wohngeld, darunter 44 Prozent Familien und 52 Prozent Rentnerhaushalte. Nach Schätzungen wären weitere 600.000 bis 700.000 Haushalte dazu berechtigt. Durchschnittlich erhalten die berechtigten Haushalte rund 370 Euro pro Monat. Die Bewilligung gilt in der Regel für ein Jahr. Dann muss ein Neuantrag gestellt werden, und es wird überprüft, ob die Berechtigung noch besteht. Generell keinen Wohngeldanspruch haben u.a. Bezieher von Grundsicherungsleistungen sowie Studenten und Auszubildende, die BAföG oder Berufsausbildungsbeihilfe erhalten, da dabei bereits ein Anteil der Wohnkosten berücksichtigt ist.

Natürlich hagelte es sofort Proteste. Grüne, Linke, Gewerkschaften, Mieter- und Sozialverbände warnten vor einem weiteren Verarmungsschub. Vielen Haushalten drohten Mietrückstände, die zu Kündigungen führen könnten. Bei Geringverdienern und Kleinrentnern könnten Wohngeldkürzungen zudem dazu führen, dass sie in die Grundsicherung abrutschen, was zu erheblichen Einschränkungen bei der persönlichen Lebensführung führen könnte.

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So wurde das Ende des WKII gefeiert – in Moskau …

Von Stefano di Lorenzo und Ulrich Heyden – 10. Mai 2026

In Russland ist der Sieg über Hitler-Deutschland am 9. Mai 1945 noch immer ein guter Grund für ein Fest – ein aktuelles Bild aus dem Gorky-Park in Moskau von Ulrich Heyden.

Ein friedlicher 9. Mai in Moskau – Selenskyj machte seine Drohung nicht wahr (von Ulrich Heyden aus Moskau)

Der 9. Mai in Moskau blieb friedlich. In russischen Medien gab es keine Berichte über ukrainische Drohnenattacken auf die russische Hauptstadt. Die Ankündigung von Wladimir Selenskyj am 4. Mai, während der Militärparade zum 81. Jahrestag des Sieges über Hitler-Deutschland Drohnen über den Roten Platz kreisen lassen, wurde nicht zur Realität. Offenbar bekam Selenskyj kein grünes Licht von seinen Sponsoren in Europa und den USA. Das berichtete das Magazin Forbes am 8. Mai.

Die russische Führung hatte mit Raketenschlägen auf Kiew gedroht, sollte Selenskyj am 9. Mai Moskau angreifen. Vor dem 9. Mai hatten offizielle russische Stellen die Bewohner von Kiew und ausländische Botschaften in der Hauptstadt der Ukraine mehrmals aufgefordert, die Stadt zu verlassen, da russische Raketenangriffe auf das Zentrum von Kiew möglich seien. Diese Drohung hatte offenbar gewirkt.

 
Moskau nahm Kontakt mit China, Indien und den USA auf

Wie Wladimir Putin am Abend des 9. Mai vor Journalisten erklärte, habe sich Moskau nach der Drohung von Selenskyj mit den Führungen von China, Indien und den USA in Verbindung gesetzt und die Folgen eines ukrainischen Angriffs auf Moskau beschrieben. Trump habe daraufhin zwei zusätzlich Tage Waffenstillstand am 10. und 11. Mai sowie einen Gefangenenaustausch vorgeschlagen. Russland habe Kiew eine Liste von 500 ukrainischen Kriegsgefangenen in Russland übermittelt. Kiew habe auf das Angebot eines Gefangenenaustausches jedoch nicht reagiert. 

Für Verhandlungen mit Kiew gäbe es zurzeit keine Grundlage, schrieb die Tageszeitung „Moskowski Komsomolez“. Selenskyj sei zum Rückzug aus dem Gebiet Donezk nicht bereit, und Trump sei „unfähig“, auf Selensky in dieser Frage einzuwirken.

Während es in Moskau friedlich blieb, habe die Ukraine den von Russland ausgerufenen Waffenstillstand am 9. Mai in 1.173 Fällen mit schweren Waffen verletzt. Außerdem habe es 7.151 ukrainische Drohnenangriffe gegeben. Auf ukrainische Angriffe habe die russische Seite „spiegelbildlich“ reagiert. 

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Putin im O-Ton über die Ukraine, den Iran, die USA und China

Einleitung und Übersetzung: Thomas Röper – 10. Mai 2026

Am Samstag hat sich [der russische Präsident Wladimir] Putin in einer Pressekonferenz über die nur knapp verhinderte Eskalation in der Ukraine, die Beziehungen zu den USA und China und zum Iran-Krieg geäußert und dabei viel Neues preisgegeben.

Ich habe in den letzten Tagen viel über die Provokationen Kiews berichtet, die, wenn sie eingetreten wären, zu einer Eskalation in der Ukraine geführt hätten. Dazu ist es schließlich nicht gekommen, und ich habe bereits berichtet, dass das offensichtlich das Verdienst von [US-]Präsident Trump ist, und in meinem Artikel angekündigt, Putins Aussagen, die er am Samstag dazu vor der Presse gemacht hat, zu übersetzen.

Eigentlich wollte ich nur Putins Aussagen zu diesem Thema übersetzen, aber dann fand ich die Pressekonferenz so interessant, dass sich sie komplett übersetzt habe, denn Putin hat sich dabei auch zu allen anderen aktuellen Themen der Weltpolitik und Russlands Position dazu geäußert. Außerdem habe ich schon seit einiger Zeit keine längeren Erklärungen von Putin übersetzt, weshalb es mal wieder an der Zeit dafür ist, um dem deutschen Publikum zu zeigen, wie Russland zu den aktuellen Themen steht.

Außerdem dürfte die Pressekonferenz für Stammleser des Anti-Spiegel interessant sein, weil Putin auch nach der faktischen Kriegsbeteiligung der Europäer gefragt wird und darauf sehr direkt antwortet, indem er zustimmt, dass die Europäer Krieg gegen Russland führen. Interessant sind dabei seine genauen Formulierungen.

Ich empfehle jedem, die Übersetzung bis zum Ende zu lesen, weil sie nicht nach Themen „geordnet“ ist. Die Journalisten haben zu allen möglichen Themen Fragen gestellt, weshalb die Pressekonferenz bei den Themen „hin und her springt“ und Themen immer wieder aufgegriffen wurden. Für europäische Leser dürfte es besonders interessant sein, wie Putin sich an verschiedenen Stellen über die Führung der EU und ihrer Mitgliedsländer äußert.

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Doch keine ukrainischen Provokationen zur Feier der Sieges über Nazi-Deutschland

Von Thomas Röper – 9. Mai 2026

Zur Feier des Sieges über Nazi-Deutschland in Moskau gab es nun doch keine ukrainischen Provokationen. Wie Putin nun erklärt hat, ist das vor allem US-Präsident Trump zu verdanken.

Ich habe in den letzten zwei Tagen darüber berichtet, dass die Ukraine mit Drohnenangriffen auf die Siegesparade in Moskau aus Anlass des Jahrestages des Siegs über Nazi-Deutschland gedroht hat und dass Russland gewarnt hat, in dem Falle werde es das Stadtzentrum von Kiew mit einem massiven Raketenangriff eindecken. Russland hat daher die Kiewer Zivilbevölkerung und die ausländischen Diplomaten vorsorglich aufgefordert, Kiew aus Sicherheitsgründen zu verlassen.

Der Tag der Feierlichkeiten in Russland ist nun vorbei und es gab keine ukrainischen Provokationen oder Angriffe, weshalb es auch keine russische Reaktion in Form eines Angriffs auf das Zentrum von Kiew gegeben hat.

Wie ernst die Lage und wie groß die Gefahr von ukrainischen Angriffen war, hat man an der Parade selbst gesehen, denn sie war so klein, bescheiden und kurz, wie wohl noch nie. Es sind lediglich einige Einheiten an der Ehrentribüne vorbeimarschiert, aber es waren weitaus weniger als in anderen Jahren. Und auf die Vorbeifahrt von Panzern und anderer schwerer Technik wurde ganz verzichtet.

Dass der Feier- und Gedenktag zum Kriegsende am Ende trotz der Drohungen Selenskys ohne ukrainische Provokationen – und damit auch eine extreme Eskalation des Ukraine-Krieges – verlaufen ist, war offensichtlich das Verdienst von Präsident Trump.

Am 8. Mai, also am Tag vor den Feierlichkeiten in Moskau, hat US-Präsident Trump eine Erklärung veröffentlicht, in der er eine dreitägige Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine vom 9. bis zum 11. Mai und einen Austausch von jeweils tausend Kriegsgefangenen verkündet hat.

Niemand wusste zu dem Zeitpunkt, ob das nur wieder eine weitere von Trumps großspurigen Erklärungen war, oder ob das tatsächlich mit Moskau und Kiew abgestimmt war.

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China, Iran, USA: Ein komplexes Spiel der Macht

Von Lorenzo Maria Pacini – 9. Mai 2026

Aus Washingtons Sicht ist das Bündnis zwischen Teheran und Peking ein strategischer Albtraum.

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Die strategische Lage des Konflikts

Der anhaltende Krieg der USA gegen den Iran geht weit über eine bloße regionale Krise hinaus; er ist ein deutlicher Beweis für die anhaltende Instabilität, die der amerikanischen globalen Hegemonie innewohnt. Durch ihre Missachtung des Völkerrechts, der Souveränität und der multilateralen Diplomatie bekräftigen die Vereinigten Staaten ihren Glauben an die Legitimität von Zwangsgewalt als Instrument der Kontrolle. Wie Zhao Minghao schreibt, wird Washingtons Einsatz von Gewalt die Ordnung nicht wiederherstellen, sondern lediglich die Brüche verschärfen, die das entstehende Weltsystem kennzeichnen.

Die von den USA angeführte Militäraktion gegen den Iran, die am 28. Februar 2026 begann, startete als eine Reihe gezielter „Enthauptungsschläge“, hat sich jedoch mittlerweile zu einer regionalen Konfrontation ausgeweitet, die die geopolitischen Grenzen im gesamten Nahen Osten und darüber hinaus neu zieht. Was zunächst als taktischer Schachzug zur Ausschaltung der iranischen Nuklear- und Raketenkapazitäten erschien, hat sich zu einer vollwertigen strategischen Initiative zur Neugestaltung des globalen Kräfteverhältnisses entwickelt.

Für Peking stellt dieser Krieg einen direkten Angriff auf seine zentralen nationalen Interessen dar. China hat im Nahen Osten ein dichtes Netzwerk von Partnerschaften in den Bereichen Energie, Infrastruktur und Verkehr aufgebaut, von denen viele auf den Iran als entscheidenden Knotenpunkt angewiesen sind. Rund 53 Prozent der chinesischen Rohölimporte stammen aus dieser Region, und über 30 Prozent werden durch die Straße von Hormus transportiert. Jede länger andauernde Unterbrechung stellt daher eine systemische Bedrohung für Chinas wirtschaftliche Stabilität und Energiesicherheit dar.

Unterdessen betrachten hochrangige Strategen in Washington ihre Kampagne als Gelegenheit, das zu zerschlagen, was sie als „Achse des Chaos“ bezeichnen – das informelle Bündnis zwischen Russland, dem Iran, Nordkorea und Venezuela. Diese Staaten, die alle US-Sanktionen und -Druck ausgesetzt sind, stützen sich zunehmend auf China als ihre diplomatische und wirtschaftliche Schutzmacht. Das Ziel der USA ist klar: Chinas globale Rohstoffversorgungskette zu schwächen und Peking zu zwingen, seinen außenpolitischen Einfluss neu auszurichten.

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Der US-Israel-Krieg gegen Iran und Libanon: Tag 71 – Eskalation im Hormuz, anhaltende Angriffe trotz „Waffenstillstand“

Von Peter F. Mayer – 9. Mai 2026

Am 71. Tag des US-israelischen Krieges gegen Iran und seine Verbündeten eskaliert die Lage erneut, besonders in der strategisch entscheidenden Strait of Hormuz. Die Realität ist eine fragile Waffenruhe, die ständig durchbrochen wird, massive humanitäre Kosten und eine globale Energiekrise, die sich verschärft.

Iranische Quellen berichten von anhaltenden Spannungen. Teheran wirft den USA vor, den Waffenstillstand verletzt zu haben, indem Schiffe im Strait of Hormuz angegriffen wurden. Fars News meldet, dass Iran US-Vorschläge prüft, aber keine Fristen akzeptiert. Gleichzeitig haben US-Kräfte iranische Schiffe attackiert, was zu Feuerwechseln führte. Präsident Trump behauptet, US-Zerstörer hätten „großen Schaden“ zugefügt, ohne selbst Verluste zu erleiden – eine Darstellung, die aus iranischer Sicht stark geschönt wirkt.

Al Jazeera berichtet von gegenseitigen Vorwürfen: Iran habe einen Tanker im Golf von Oman aufgebracht, während die USA Schiffe „deaktiviert“ hätten. Dies geschieht, obwohl die Waffenruhe nominell hält. Die Blockade iranischer Schifffahrt und die Kontrolle über den Hormuz – durch den normalerweise ein Fünftel des Weltöls fließt – treiben die globalen Energiepreise in die Höhe und belasten Lieferketten weltweit.

Trump in China: Verzweifelte Diplomatie oder Machtverlust?

Mitten in der anhaltenden Krise reist US-Präsident Trump nach China. Der Besuch unterstreicht die wachsende Erkenntnis in Washington, dass die USA die strategische Lage am Persischen Golf nicht mehr allein kontrollieren können.

Wie das US-amerikanische Portal Sonar21 analysiert, sind Russland und China ernsthaft dabei, die USA als Machtvermittler in der Region abzulösen. Beide Mächte nutzen den Konflikt, um ihre Präsenz auszubauen und alternative Sicherheitsarchitekturen für die Golfstaaten anzubieten.

Dieser Besuch Trumps wirkt wie ein Versuch, Peking als Vermittler oder zumindest als stabilisierenden Faktor einzubinden – ein Eingeständnis, dass die einseitige Militärstrategie an ihre Grenzen stößt. China, das einen Großteil seines Öls über den Hormuz bezieht, hat ein vitales Interesse an Stabilität und signalisiert bereits, dass es weder einen totalen Kollaps Irans noch eine unkontrollierte Eskalation akzeptieren wird.

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Selektiver Edelmut

Von Wolf Reiser – 9. Mai 2026

Als 1980 die Olympischen Spiele in Moskau stattfanden, gab es Boykottaufrufe und einen großen Entrüstungsfuror. 2026, im Jahr des Irankriegs, findet niemand etwas dabei, dass in den USA gebolzt wird.

„Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“, schrieb Bertolt Brecht. Nicht so im deutschen Sportbetrieb. Dieser kann geradezu als globales Zentrum moralischer Unbeflecktheit gelten. Da wird bei jeder passenden oder auch unpassenden Gelegenheit für Vielfalt und Völkerverbrüderung geworben, treten Politikerinnen in Katar mit Regenbogen-Armbinden auf, wird zum Boykott gegen so gut wie jeden Austragungsort einer Großsportveranstaltung aufgerufen, der nicht London, Paris oder Barcelona heißt. Denn an allen anderen Flecken der Erde treibt das Böse sein Unwesen, und allen, die hier nicht fernbleiben, drohen moralische Kontamination und Kontaktschuld. Sport ist von einer spannenden Spaßveranstaltung zum Ort performativer Rechtgläubigkeitsbekundungen geworden. Wenn dies wenigstens konsequent geschehen würde, könnten wir ja notfalls damit leben. Warum aber, fragt der Autor in seinem Beitrag, gilt für die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko nicht, was einst für Veranstaltungen auf russischem Boden galt? Und dies, obwohl eines der genannten Länder noch einen völkerrechtswidrigen, unprovozierten Angriffskrieg am Laufen hat? Wo bleibt die breite Debatte über ein ethisch motiviertes Fernbleiben der Mannen um Julian Nagelsmann? Hat man etwa Angst vor dem missbilligenden Stirnrunzeln des großen Bruders in Übersee? Der DFB ist dabei, eine große Chance zu verspielen, ausnahmsweise einmal etwas Richtiges zu tun.

Frühling 2026. Ein lebensmüder Buckelwal erschüttert die Nation. In den ICEs der Bahn die üblichen Saalschlachten. Ricarda Lang meldet sich stündlich zum Ulmen-Fake. In Hannover werden 760 Teilnehmer am Ostermarsch verzeichnet. Alt und jung fordern Frieden und Freiheit. Man hört Trillerpfeifen. Eine derangierte Mischpoke aus Londoner Bankern, suizidären Evangelikalen, KI-Oligarchen und Zionisten bereitet den deutschen Zapfsäulen Kopfzerbrechen. Als Konsequenz des sogenannten „Iran-Konflikts“ verlangt die AfD den kompletten Abzug der US-Armee. Alle andern im Land warten auf Godot. Der DFB hält sich in der Causa Undav & Nagelsmann bedeckt. Wir leben in Zeiten, in denen wir laut Lothar Matthäus „den Sand nicht in den Kopf stecken dürfen.“

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