Angriff auf den Iran: Armageddon im Orient

Von Michael Lüders – 1. März 2026

„Ich verstehe, dass es verlockend ist, das Ende eines bärtigen Mullah-Regimes im Iran zu wünschen. Viele feiern jetzt, wenn die Bomben fallen, sie jubeln, wenn der oberste Führer Chamenei ermordet wird. Aber ich muss Widerspruch anmelden. Warum?

Ayatollah Ali Chamenei ist tot. Das meldeten in der Nacht auch die iranischen Staatsmedien. Der bisherige oberste Führer des Iran war für seine Gegner die Verkörperung des „Satans auf Erden“. Für seine Anhänger war er die „Heiligkeit unserer Zeit“. Chamenei war sein gesamtes Leben ein Krieger in einem vom Krieg überzogenen Land. Aus dem Iran-Irak-Krieg 1982, als Chamenei Oberbefehlshaber der iranischen Streitkräfte war, ist sein Satz überliefert: „Ich, Sprecher der Nation, der das Vertrauen des Volkes hat, sage euch: der Krieg wird bis zum letzten Blutstropfen weitergeführt.“ Chamenei wurde mehrfach verhaftet und gefoltert, überlebte (schwer verwundet) Mordanschläge und er überlebte seit Jahrzehnten die Drohungen von fünf US-Präsidenten (Bush sen., Clinton, Bush jun., Obama, Trump 1, Biden).

Das Mullah-Regime im Iran ist das vorläufige Ergebnis jahrzehntelanger Destabilisierung seitens der USA und Israel. Seit Jahrzehnten sind Angriffe, Geheimdienstoperationen, Morde und Kriege dokumentiert – und immer wieder Regime-Change von außen. Wenn wir heute historische Aufnahmen eines westlich anmutenden, nicht verschleierten Iran sehen, dann sollten wir nicht vergessen, dass schon damals die USA und Großbritannien das Öl des Landes wollten, Land und Führung unter Druck setzten, was zu Revolution und Bürgerkrieg führte.

Persien und der Iran bestehen seit über 2.500 Jahren. Die „Islamische Republik Iran“ existiert seit 1979. Chamenei war der zweite oberste geistliche Führer (Ajatollah) der „Islamischen Republik Iran“. Viele Historiker sehen die Revolution 1979 als langfristige Folge des von CIA und MI6 orchestrierten Coups 1953 (Operation Ajax/Boot), der den demokratisch gewählten Premierminister Mohammad Mossadegh stürzte, um britische und US-Ölinteressen zu schützen. Dieser Eingriff installierte den „Shah von Persien“ als absoluten Herrscher und schürte anti-westliche Ressentiments in Iran, die 1979 explodierten. Als der Shah von Persien für den Westen seine Schuldigkeit getan hatte, entbrannte die „Islamische Revolution“ 1979. Der Shah musste fliehen, die Monarchie war zu Ende, die „Islamische Republik“ entstand. Und auch hier:

In den Wochen vor dem Sturz des Shah (Januar 1979) hatte die Regierung von US-Präsident Jimmy Carter geheime Kontakte zu Ayatollah Ruhollah Khomeini, der aus dem Exil in Paris agierte und dann im Iran 1979 die „Islamische Republik“ errichtete… die USA installieren, die USA stürzen.

Der Iran hat einfach zu viel Öl. Der Iran liegt einfach dummerweise im Gebiet von Großisrael. Der Iran ist Teil der BRICS und liegt auf der neuen Seidenstraé. Der Iran hat sich bis heute nicht vor den USA in den Staub geworfen oder Gebiete freiwillig an Israel abgetreten, weshalb er immer und immer wieder mit Krieg überzogen wird.

Ihr klatscht, weil die bösen Islamisten weggebombt werden? Darum geht es den USA keine Sekunde. Sie haben in Syrien einen weltweit gesuchten Kopfabschneider-Terroristen zum Staatschef im Anzug gemacht. Die Saudis, die jährlich hunderte Enthauptungen mit dem Schwert anordnen, sind ihre Partner. Wem die „Freiheit des iranischen Volkes“ als Argument vorgesetzt wird, der sollte alarmiert sein. Das Wort „Befreiung“ aus dem Mund der Amis stinkt seit jeher nach Pulverdampf und verwesenden Leichen… fragt die Indianer, fragt die Toten von Bagdad, Hiroshima oder Dresden.

Den Iran anzugreifen, war nach allen internationalen Regeln (ich weiß, das ist neuerdings was für Idioten und Naive) illegal. Wem nationale Souveränität und Freiheit noch etwas bedeuten, dem sollte klar sein, dass wir 2026 im großen Stil erleben, dass diese Rechte weggebombt werden. Venezuela und Iran haben sich gegen das USreal-Regime gestellt. Sie haben nur bedingt kooperiert und sie haben die Methoden laut und klar verurteilt. Das hat sie ins Visier gerückt …“ (Stefan Magnet)

US-Militäraktion gegen den Iran: Teil von Trumps großer Strategie gegen China

Von Andrew Korybko – 1. März 2026

Mit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran wollen die USA [unterstützt und angetrieben von Israel, die Red.] die (indirekte) Kontrolle über gewaltige Öl- und Gasreserven erlangen, um diese als Druckmittel gegen China einzusetzen. Damit soll Peking nicht nur zu einem einseitigen Abkommen gezwungen werden, sondern sein Aufstieg zur Supermacht gestoppt und damit die von den USA angeführte Unipolarität wiederhergestellt werden.

Trump behauptete, die US-Militäraktion gegen den Iran diene der „Verteidigung des amerikanischen Volkes”, während viele Kritiker (ob scherzhaft oder nicht) behaupteten, sie diene dazu, von den Epstein-Akten abzulenken. Aber nur wenige Beobachter haben erkannt, dass es im Grunde nur um China geht. Hier wurde erklärt, dass Trump 2.0 „beschlossen hat, China schrittweise den Zugang zu Märkten und Ressourcen zu entziehen, idealerweise durch eine Reihe von Handelsabkommen, um den USA den indirekten Hebel zu verschaffen, der erforderlich ist, um Chinas Aufstieg zur Supermacht ,friedlich‘ zu vereiteln“.

Um dies näher zu erläutern: „Die Handelsabkommen der USA mit der EU und Indien könnten letztendlich dazu führen, dass diese Länder Chinas Zugang zu ihren Märkten unter Androhung von Strafzöllen einschränken, wenn China sich weigert. Parallel dazu könnten die US-Sonderoperation in Venezuela, der Druck auf Iran sowie die gleichzeitigen Versuche, Nigeria und andere wichtige Energieproduzenten unter Kontrolle zu bringen, China den Zugang zu den Ressourcen abschneiden bzw. dem Land zu verweigern, die es für seinen Aufstieg zur Supermacht braucht.“ Genau diese für den Iran relevante Ressourcendimension ist ein wesentlicher Bestandteil der „Strategie der Verweigerung“ der USA.

Diese Strategie stammt vom Unterstaatssekretär für Verteidigungspolitik Elbridge Colby und wurde in einer Analyse Anfang Januar ausführlich dargelegt. Dort hieß es: „Der US-Einfluss auf Venezuelas – und möglicherweise bald Irans und Nigerias – Energieexporte sowie auf die Handelsbeziehungen mit China könnte durch Drohungen mit Lieferkürzungen oder -Stopps parallel zum Druck auf die Golf-Verbündeten als Waffe eingesetzt werden.“ Ziel ist es, China durch ein einseitiges Handelsabkommen auf Dauer in die Rolle eines Juniorpartners der USA zu drängen.

Die meisten Beobachter haben es übersehen, doch die neue Nationale Sicherheitsstrategie fordert letztlich, „Chinas Wirtschaft auf den privaten Verbrauch umzusteuern“. Das ist lediglich ein beschönigender Ausdruck für eine radikale Umgestaltung der Weltwirtschaft: China soll der Zugang zu den Märkten und Ressourcen genommen werden, die seinen Aufstieg überhaupt erst möglich gemacht haben. Es soll nicht länger „die Fabrik der Welt“ bleiben und damit seine Zeit als einziger systemischer Rivale der USA beenden. Die US-geführte Unipolarität wäre dann wiederhergestellt.

Zurück zum Iran: Das Land stellte laut im vergangenen Jahr etwa 13,4 Prozent der gesamten 10,27 Millionen Barrel Öl pro Tag, die China auf dem Seeweg importierte. Deshalb will Washington diesen Ölfluss kontrollieren, drosseln oder komplett unterbinden. „Plan A“ war, dies auf diplomatischem Weg zu erreichen – nach dem Vorbild Venezuelas nach Maduros Sturz und Gefangennahme. Iran hat kurz mitgespielt, sich dann aber nicht darauf eingelassen, weil es einer strategischen Kapitulation gleichgekommen wäre. Deshalb hat Trump (zusammen mit Israel) nun militärisch angegriffen.

In seinem Video, mit dem er den Militäreinsatz ankündigte, versprach Trump der Revolutionsgarde (IRGC) Immunität, falls sie die Waffen niederlegt. Das untermauert die These, dass die USA das venezolanische Modell wiederholen wollen: Er rechnet offenbar tatsächlich damit, dass eine neu pro-amerikanisch ausgerichtete IRGC das Land in der Übergangsphase bis zu Neuwahlen führt – genau wie die ebenfalls neu pro-amerikanisch ausgerichteten Sicherheitskräfte Venezuelas ihr Land derzeit interimistisch lenken.

Ein solches Szenario könnte eine mögliche „Balkanisierung“ Irans verhindern und den Staat intakt halten. Iran könnte dann seine frühere Rolle als einer der wichtigsten regionalen Verbündeten der USA wieder einnehmen und damit auch die aserbaidschanisch-türkische Achse dabei unterstützen, westlichen Einfluss entlang der gesamten südlichen Peripherie Russlands auszubauen. So Trumps Plan. Gleichzeitig würde Washington durch die indirekte Kontrolle über Irans Öl- und Gasindustrie eine beispiellose Ressourcenhebelwirkung gegenüber China erhalten und Russland weiter einkreisen – was ein schwerer Schlag für die multipolare Weltordnung bedeuten würde.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Stoppt den imperialistischen Krieg der USA gegen den Iran!

Von David North – 28. Februar 2026

Im Süd-Iran gab es einen Angriff auf einer Mädchenschule
Iranischen Angaben zufolge ist die Zahl der Todesopfer auf mehr als 100 Kinder gestiegen.
Als Reaktion auf den US-israelischen Angriff haben die Behörden vorübergehend alle Schulen und Universitäten im ganzen Land geschlossen, so die Agentur ISNA.

Der Angriff auf den Iran, den Donald Trump und seine kriegslüsterne Clique angeordnet haben, ist ein massives politisches Verbrechen. Er ist nach internationalem Recht illegal und stellt einen direkten Verstoß gegen die US-Verfassung dar. In Zusammenarbeit mit dem völkermörderischen israelischen Regime und ohne auch nur den Anschein einer Genehmigung durch den US-Kongress wurde dieser Angriff auf ein Land gestartet, das seinerseits die Vereinigten Staaten nicht angegriffen hat und keine Bedrohung für sie darstellt.

In den ersten Stunden dieses kriminellen Angriffs wurden mindestens 24 Schülerinnen bei einem Luftangriff auf eine Mädchenschule in Minab im Süden des Iran getötet. Wie viele Tausende, Zehntausende und Hunderttausende werden wohl in den kommenden Tagen noch getötet werden?

Es ist erst vier Tage her, da trat Trump vor den Kongress und das amerikanische Volk und hielt seine Rede zur Lage der Nation. Obwohl er da offensichtlich schon beschlossen hatte, den Krieg zu beginnen, verschwieg er seine Entscheidung und erwähnte den Iran in seiner zweistündigen Tirade nur ganz am Rande.

Nun hat Trump, die Baseballkappe auf dem Kopf, seine Entscheidung mitten in der Nacht bekanntgegeben, während die meisten Amerikaner noch schliefen. Er hat die Vereinigten Staaten und die ganze Welt auf einen katastrophalen Kurs gebracht. Dieser Krieg wird weder die interne soziale Krise der amerikanischen Gesellschaft lösen, noch die anhaltende Verschlechterung der globalen Stellung des US-Kapitalismus aufhalten.

All diese Widersprüche, sowohl innenpolitischer als auch internationaler Natur, werden sich nur verschärfen. Der Krieg selbst wird unweigerlich eskalieren und den gesamten Planeten erfassen.

Keine noch so intensive Medienpropaganda kann die Tatsache verschleiern, dass der Angriff auf den Iran genau das ist, was bei den Nürnberger Prozessen gegen die Nazi-Führer 1945–1946 als „Verbrechen gegen den Frieden“ bezeichnet wurde.

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Kuba wehrt bewaffnete Provokation ab: USA versuchen, die Insel durch Hungerpolitik zu unterwerfen

Von Andrea Lobo – 27. Februar 2026

Kubanisches Grenzschutzschiff [Photo: Ministerio del Interior de Cuba]

Am Mittwoch kam es vor der Nordküste Kubas zu einem bewaffneten Zusammenstoß, bei dem kubanische Grenzschutzbeamte ein unter US-Flagge fahrendes Schnellboot mit Waffen, Sprengstoff und schwer bewaffneten Exilanten abwehrten. Der Vorfall ist eine ernste Warnung, dass Washingtons Kampagne, die Insel auszuhungern, um sie zur Unterwerfung zu zwingen, in eine noch gefährlichere und provokantere Phase eintritt.

Nach Angaben des kubanischen Innenministeriums näherte sich ein Patrouillenboot einem in Florida registrierten Schnellboot mit der Kennung FL7726SH, das etwa eine Seemeile vor der Küste der Provinz Villa Clara operierte – also weit entfernt von einem plausiblen „Navigationsfehler“. Dabei eröffneten die Insassen des amerikanischen Bootes das Feuer und verwundeten den kubanischen Kommandanten. Die Grenzsoldaten schossen zurück, töteten vier Männer und verletzten sechs weitere.

Die Behörden berichteten von der Beschlagnahme von Sturmgewehren, Pistolen, Molotow-Cocktails und anderen selbstgebauten Sprengkörpern, kugelsichere Westen, Zielfernrohren und Tarnuniformen – Ausrüstung, die auf ein versuchtes „Eindringen mit terroristischen Zielen” hindeutet.

Bei den meisten der bisher identifizierten Personen handelt es sich um in den USA lebende kubanische Staatsbürger; einige von ihnen stehen bereits wegen früherer Terroraktivitäten auf Kubas Fahndungsliste. Einer der Toten war laut CBS News, die sich auf eine Quelle aus dem Weißen Haus beruft, amerikanischer Staatsbürger. Auch einer der Verletzten wurde laut Medienberichten als US-Bürger identifiziert. Das Boot wurde als gestohlen gemeldet. Ein siebter festgenommener Verdächtiger soll gestanden haben, dass er aus den USA geschickt worden war, um Vorbereitungen für Angriffe der bewaffneten Gruppe in Kuba zu treffen.

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„Aus einer Position der Stärke“

Von German Foreign-Policy.com – 27. Februar 2026

Vier Jahre nach Beginn der russischen Invasion in die Ukraine stehen Forderungen der EU weiterhin einem Ende des Krieges entgegen – gegen den Willen von beinahe der Hälfte der ukrainischen Bevölkerung.

Vier Jahre nach Beginn des Ukraine-Kriegs verhindern Forderungen Deutschlands und anderer Staaten Europas weiter ein Ende der Kämpfe. Wie es in einem Namensartikel der Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Polens heißt, könne die Ukraine einen Frieden, der „dauerhaft und gerecht“ sei, nur „aus einer Position der Stärke“ heraus durchsetzen. Eine „Position der Stärke“ ist für Kiew allerdings nicht in Sicht; soll sie erreicht werden, muss der Krieg weitergeführt werden. Bundeskanzler Friedrich Merz ist überzeugt, die Kämpfe würden „erst zu Ende gehen, wenn eine der beiden Seiten erschöpft“ sei. In der Ukraine selbst befürworten inzwischen 40 Prozent der Bevölkerung die Preisgabe des Donbas im Gegenzug gegen westliche Sicherheitsgarantien und damit ein baldiges Ende des Krieges. Die EU jedoch verhärtet ihre Positionen, mit der Folge, dass eine Verhandlungslösung immer unwahrscheinlicher wird. So finden sich in einem aktuellen Diskussionspapier der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas mehrere Forderungen an Moskau, die lediglich bei einer nahezu bedingungslosen Kapitulation Russlands durchsetzbar wären, so etwa die Forderung nach einem kompletten Truppenrückzug aus der Ukraine.

Maximalistische Forderungen

Das Papier der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas, über das der US-Sender Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL) kürzlich berichtete, enthält Forderungen an Russland, die der US-Sender offen als „maximalistisch“ einstuft.[1] So heißt es nicht nur, die russischen Truppen müssten aus den besetzten ukrainischen Territorien abgezogen werden. In dem Papier heißt es auch, die Präsenz russischer Militäreinheiten in Belarus, Moldawien – gemeint ist dessen abgespaltene Region Transnistrien – , Georgien – gemeint sind die abgespaltenen Regionen Abchasien und Südossetien – und Armenien müsse „verboten“ werden. In den genannten Staaten und Territorien sind russische Einheiten zum Teil schon seit Jahrzehnten stationiert. Zudem verlangen die Autoren des Papiers, Moskau müsse Entschädigung nicht nur an die Ukraine, sondern auch an „die europäischen Staaten sowie europäische Unternehmen“ zahlen. Schließlich müssten in Russland selbst Wahlen unter internationaler Aufsicht abgehalten, „politische Gefangene“ freigelassen sowie Gesetze aufgehoben werden, die sich gegen ausländische Einflussnahme auf Medien und Politik in Russland richten. Zudem müssten die russischen Behörden auch bei der Aufklärung der Todesumstände der Regierungsgegner Alexej Nawalny und Boris Nemzow mit den westlichen Staaten kooperieren.

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„There will be no war“ – Es wird keinen Krieg geben

Von Karin Leukefeld – 27. Februar 2026

Die israelische Armee IDF hat im Gaza-Streifen ganze Arbeit geleistet: Zehntausende von zivilen Toten und Hunderttausende auf der Flucht und in Flüchtlingslagern und am Verhungern sind die Folgen! Das hindert Deutschland nicht daran, von der israelischen Armee lernen zu wollen und den Austausch von Militärgütern zu intensivieren. Es ist eine Schande! (cm)

Karin Leukefeld, unsere Spezialistin für den Nahen und Mittleren Osten, weilt gerade wieder in Beirut. Konfrontiert mit einer fast trostlosen Situation, sieht sie die dort lebenden Menschen aus nächster Nähe – wie sie Angst haben, wie sie mit immer höher werdenden Preise konfrontiert werden, wie sie anständig bezahlte Arbeit suchen. Und so tauchen auch viele Erinnerungen auf. (cm)

Das schrieb mir ein Friedensaktivist im Februar 2003 in mein Notizbuch. Wir waren in Bagdad. Die Aktivisten waren zu Hunderten aus allen Teilen der Welt als „Human Shilds“, als menschliche Schutzschilde gekommen, um die zivile Infrastruktur der irakischen Hauptstadt durch ihre permanente Anwesenheit vor Angriffen zu bewahren. Ich schrieb auf, was diese Aktivisten bewegte und was irakische Gesprächspartner aus nahezu allen Teilen der Gesellschaft bereit waren, einer deutschen Journalistin zu sagen. Hochrangige ehemalige UN-Diplomaten kamen nach Bagdad, um für Frieden und Dialog zu werben. Weltweit gab es große Demonstrationen gegen den Krieg. Selbst in Deutschland gingen Hunderttausende auf die Straße und forderten „Kein Blut für Öl“. Mancher wird sich erinnern.

Seit Anfang des Jahres 2003 fielen Journalisten und Filmteams in Bagdad ein wie „Geier, die auf ihre Beute lauern“, wie ein Kollege es ausdrückte. Die aus Europa, den USA und aus Australien kamen, waren sich mehrheitlich einig, dass der Irak Massenvernichtungswaffen versteckt hatte und die UNO anlog. Die arabischen Journalisten waren eher der Meinung, dass der von den USA und der „Koalition der Willigen“ geplante Krieg völkerrechtswidrig und illegal sei. Ziel sei das Öl und die Kontrolle der Region. Es sei unwahrscheinlich, dass der Irak Massenvernichtungswaffen versteckt habe. Bei den vielen Razzien der UNSCOM sei nichts gefunden worden.

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Trump bereit für verbrecherischen Krieg gegen Iran – verschleiert durch Verhandlungen

Von Keith Jones – 27. Februar 2026

Der US-Imperialismus hat im Nahen Osten in enormem Umfang Streitkräfte zusammengezogen – angeführt von zwei Flugzeugträger-Kampfgruppen und zahlreichen Kampfflugzeugen der Typen F-35, F-22 und F-16. Damit ist er bereit, in den kommenden Tagen – oder sogar Stunden – einen verbrecherischen Krieg gegen den Iran zu beginnen.

Ein solcher Krieg hätte nicht nur katastrophale Folgen für die belagerte Bevölkerung des Iran, sondern würde auch die gesamte Region in kürzester Zeit in Brand setzen. Vertreter der Trump-Regierung und des Pentagon haben in vertraulichen Gesprächen erklärt, sie bereiteten monatelange Bombardierungen des Iran vor. Dies würde den zwölftägigen unprovozierten Krieg, den die USA und Israel im letzten Juni gegen den Iran geführt haben und der mehr als 1.000 überwiegend zivile Todesopfer gefordert hat, weit in den Schatten stellen.

Während Trump seine Drohungen mit einem bevorstehenden Angriff weiter verschärft, führte der iranische Außenminister Abbas Araghchi in Genf Gespräche mit den designierten Unterhändlern des amerikanischen Möchtegern-Diktators – seinem Geschäftskumpanen Steve Witkoff und seinem Schwiegersohn Jared Kushner.

Die so genannten Verhandlungen sind eine Farce. Sie erinnern eher an eine Mafia-Erpressung oder, präziser gesagt, an die Ultimaten, die Hitler während seines Amoklaufs durch Europa im Vorfeld und zu Beginn des Zweiten Weltkriegs stellte.

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„Wie die Deutsche Bank Jeffrey Epstein den roten Teppich ausrollte“

Von Financial Times (übersetzt und eingeleitet von Thomas Röper) – 27. Februar 2026

Die Deutsche Bank war jahrelang die Hausbank von Epstein, wobei interne Warnungen vor seinen Geschäften ignoriert wurden. Als Epstein dann 2019 verhaftet wurde, gab es bei der Bank Vertuschungsversuche, wie die Financial Times meldet.

Der Epstein-Skandal zieht immer weitere Kreise, wobei es bemerkenswert ist, wie nachdrücklich die Medien – und zwar nicht nur die Mainstream-Medien, sondern auch viele „alternative Medien“ – die neuen Erkenntnisse verschweigen. Ich bin derzeit dabei, Informationen gegenzuprüfen, die Kollegen recherchiert haben, und werde dazu am Wochenende erste Artikel veröffentlichen, wobei ich überrascht war, welche Verbindungen es auch nach Deutschland gibt.

Noch sind da keine „handfesten Skandale“ über die Verbindungen nach Deutschland ans Licht gekommen, aber es gibt reichlich interessante Spuren zu Menschen, die deutsche Politik beeinflussen und dabei von Epstein oder anderen US-NGOs finanziert und unterstützt wurden, und die bisher jeden Kontakt zu Epstein abgestritten haben, tatsächlich aber engen Kontakt zu ihm hatten.

Epstein hatte definitiv gute und enge Kontakte zu Leuten, die in Deutschland hinter den Kulissen sehr einflussreich sind, auch wenn ihre Namen kaum jemand kennt. Was aus den bisher bekannten Informationen daher nicht mehr bestritten werden kann, ist, dass es zumindest einen sehr dicken Filz zwischen Epstein und denen gab, die hinter den Kulissen auf politische Entscheidungen der Bundesregierung einwirken.

Darum soll es hier jedoch noch nicht gehen, hier übersetze ich einen Artikel der Financial Times von vor einigen Tagen, der nachzeichnet, wie die Geschäftsverbindung der Deutschen Bank zu Epstein zu Stande kam und wie Verantwortliche bei der Deutschen Bank interne Bedenken vom Tisch so lange gewischt haben, bis „Wegschauen“ wegen der zunehmenden Aufmerksamkeit der Medien und der darauf folgenden Verhaftung von Epstein nicht mehr funktionierte.

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US-Kriegsmaschinerie in Position: In der Rede zur Lage der Nation droht Trump dem Iran

Von Jordan Shilton – 26. Februar 2026

Die Vorbereitungen des US-Imperialismus auf einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran sind so gut wie abgeschlossen; im Nahen Osten befindet sich schon eine massive Kriegsmaschinerie aus zwei Flugzeugträgerkampfgruppen und Hunderten von Flugzeugen. US-Präsident Donald Trump sprach am Dienstag in seiner Rede zur Lage der Nation haltlose Vorwürfe gegen Teheran aus, um den bevorstehenden Angriff zu rechtfertigen.

Trump verurteilte Teherans „bedrohliche“ Bestrebungen, sich eine Atomwaffe zu verschaffen, und behauptete, die USA hätten das Atomprogramm des Landes „ausgelöscht“, aber die Iraner „wollen wieder von vorne anfangen“. Damit spielte er auf den zwölftägigen Krieg an, den Israel und die USA im letzten Juni geführt hatten. Er erklärte weiter, das Teheraner Regime habe nicht auf die Warnungen reagiert, „keine weiteren Versuche zu unternehmen“, ein Atomwaffenprogramm aufzubauen.

Weiter erklärte der Möchtegerndiktator: „Sie haben bereits Raketen entwickelt, die Europa und unsere Stützpunkte in Übersee bedrohen können, und sie arbeiten an Raketen, die bald auch die Vereinigten Staaten von Amerika erreichen werden.“ Zuletzt erklärte er, er werde nicht zulassen, dass der „weltweit größte Sponsor von Terrorismus“ gewinnen werde.

Diese Lügen erinnern deutlich an die Vorwürfe über Saddam Husseins „Massenvernichtungswaffen“ im Vorfeld des Überfalls auf den Irak 2003. In Wirklichkeit hat das bürgerlich-klerikale Regime des Iran immer wieder jede Absicht dementiert, Atomwaffen bauen zu wollen, und betont, sein Atomprogramm diene ausschließlich zivilen Zwecken. Das Regime in Teheran hat stattdessen versucht, sein Atom- und Raketenprogramm sowie seine Handels- und sicherheitspolitischen Beziehungen zu Russland und China als Druckmittel zu nutzen, um einen Deal mit dem Imperialismus auszuhandeln, der die iranische Wirtschaft in den Weltkapitalismus einbinden sollte.

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Wann kommt der Zündfunke? Wie die EU ein Übergreifen des Krieges auf Europa provoziert

Von Thomas Röper – 25. Februar 2026

Die Meldungen der letzten Tage und Wochen zeigen, dass die EU und ihre führenden Mitgliedsstaaten nicht an einem Ende des Krieges gegen Russland interessiert sind, sondern sogar sehr bewusst eine Eskalation und ein Übergreifen des Krieges auf Europa selbst vorbereiten und provozieren.

Ja, ich weiß, ich warne seit Jahren davor, dass zuerst der kollektive Westen und nun die EU den Krieg auf Europa ausweiten wollen, aber bisher ist das nicht passiert, weshalb manche meine Warnungen nicht mehr ernst nehmen oder sich sogar darüber lustig machen. Aber man muss solche Entwicklungen in geschichtlichen Zeitrahmen sehen.

Nehmen wir beispielsweise den Ersten Weltkrieg. Damals gab es schon etwa zehn Jahre vor Kriegsausbruch Stimmen, die vor einem großen Krieg warnten, weil er objektiv in der Luft lag und nur noch ein Zündfunke fehlte. Der Grund dafür war, dass die Briten in Deutschland und seiner wachsenden Flotte eine Gefahr für ihr Weltreich sahen, und dass Frankreich und Deutschland „Erbfeinde“ waren, wobei Frankreich Elsass-Lothringen zurückerobern wollte, das Deutschland im Krieg von 1871 erobert hatte.

Hinzu kam nach dem Ende der Bismarck-Ära eine Änderung der Bündnisse in Europa, die es unvermeidlich machte, dass im Falle eines Krieges von Deutschland mit Frankreich und/oder England auch Österreich-Ungarn und Russland in den Krieg hineingezogen würden.

Der Krieg lag also faktisch schon zehn Jahre in der Luft, aber weil er einfach nicht kommen wollte, wurden die Mahner immer mehr belächelt. Bis dann 1914 der Zündfunke kam und Europa innerhalb von vier Wochen aus dem längsten Frieden seiner Geschichte in den bis dahin schrecklichsten Krieg seiner Geschichte geriet.

Daher fühle ich mich aufgrund der aktuellen Entwicklungen in meinen Befürchtungen bestätigt, auch wenn der Krieg bisher nicht nach Europa gekommen ist, denn die Entwicklungen gehen in nur eine Richtung, in Richtung Eskalation. Und solange sich daran nichts ändert, bin ich leider zu 100 Prozent sicher, dass es nicht die Frage ist, ob die EU den Krieg mit Russland provoziert, sondern dass die Frage nur ist, wann der Zündfunke erfolgt, der diesen Krieg auslöst.

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