Zum Glück gibt es trotz aller Verzerrung des Bildes von Cuba in den westlichen Medien private Initiativen, die Cuba kennen und unterstützen und es wagen, ihre Sympathie auch offen zu zeigen!
Der Globale Süden kommt in den westlichen Medien vergleichsweise selten vor, und falls doch, ist er von kolonialen und eurozentrischen Vorurteilen geprägt. Dies wird deutlich bei einer kritischen Medienanalyse zu Kuba. In diesem ersten von zwei Beiträgen wird das Framing beschrieben.
Studien zeigen ein deutliches Unbehagen gegenüber den Medien im Allgemeinen und den öffentlich-rechtlichen Medien im Besonderen. Immer weniger Menschen konsumieren regelmäßig traditionelle Medien. Das hat unterschiedliche Gründe, aber auch eine zunehmend offene Parteilichkeit bei ehemaligen oder vorgeblichen Qualitätsmedien. Das ist besonders offensichtlich in der internationalen Berichterstattung über die Kriege in Osteuropa und Westasien, wo sich die Tonalität deutlich unterscheidet. Während Russland „direkt und gezielt“ die Ukraine bombardiert und die dortige Bevölkerung „terrorisiert und ermordet“, ist die Beschreibung des Genozids in Gaza eine gänzlich andere. Dort „sterben Menschen“ durch „Explosionen“. Einmal in aktiver Sprache mit direkter Nennung des Aggressors und deutlicher Wertung, auf der anderen Seite passive Sprache und Vermeidung der Erwähnung Israels als Täter. Mehrere Studien zeigten diese Unterschiede etwa in der Berichterstattung der New York Times. Derartige Mechanismen sind nicht auf die Berichterstattung über diese beiden Konflikte beschränkt und nicht neu; sie haben jedoch in den letzten Jahrzehnten rapide zugenommen.
Anhaltender Medienputsch gegen die Linke in Lateinamerika
In der September-2024-Ausgabe der Granma lesen wir: „Nicolás Maduro hat die letzten Wahlen in Venezuela gewonnen, aber die Geschichte der Mainstream-Medien und einiger der nicht ganz so mächtigen Medien ist eine andere.“ Die Zeitung beobachte einen „anhaltenden Medienputsch gegen die Linke in der Region“ und nannte als Beispiele dafür den „schmutzigen Krieg gegen den Sandinismo in Nicaragua, der Militärputsch gegen Zelaya in Honduras, der parlamentarische Putsch gegen Fernando Lugo in Paraguay (und) das Amtsenthebungsverfahren gegen Dilma Roussef in Brasilien und der Militärputsch gegen Evo Morales in Bolivien“. Dadurch sei es „diesem journalistischen Diskurs“ gelungen, in der lateinamerikanischen Gesellschaft den Eindruck zu erwecken, „dass die Linke korrupt ist, weshalb es schwierig war, angesichts dieser Gerichtsprozesse die Straße zu mobilisieren, und weshalb es ihnen sogar gelungen ist, dafür zu sorgen, dass dies für viele nicht mehr in Frage kommt“.
Der polnische Geschäftsträger in der Ukraine stellte die Behauptung auf, dass die ukrainischen Opfer, die vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg durch Polen zu Tode kamen, den polnischen Opfern des Völkermords in Wolhynien durch die OUN-UPA gleichzusetzen seien.
Polen begeht jedes Jahr am 11. Juli den „Nationalen Gedenktag für die Opfer des Völkermords an Bürgern der Republik Polen durch ukrainische Nationalisten“, und dieses Jahr war das nicht anders. Die skandalösen Äußerungen des polnischen Geschäftsträgers in der Ukraine, Piotr Łukasiewicz, trübten jedoch die diesjährige Veranstaltung in der Ukraine, an der auch Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz teilnahm. Der Kern des Problems besteht darin, dass Łukasiewicz auf Ungerechtigkeiten Bezug nahm, die von Polen gegenüber Ukrainern begangen wurden.
Seinen Worten zufolge, wie das Portal Kresy.pl berichtet, das sich auf aktuelle Nachrichten und Analysen zu Ereignissen in den ehemaligen östlichen Gebieten des Polens der Zwischenkriegszeit (also in Litauen, Weißrussland und der Ukraine) spezialisiert hat, „neige ich mein Haupt vor den polnischen Opfern ukrainischer Gewalt in Wolhynien, doch ich muss unweigerlich auch an die ukrainischen Opfer der Gewalt denken, die vom polnischen Staat vor und während des Krieges auf dem Gebiet der ehemaligen Zweiten Polnischen Republik verübt wurde. Alles, was während des Zweiten Weltkriegs geschah, war schrecklich und unnötig.“
Łukasiewicz stellte klar: „Ich stelle keine Symmetrie her und setze die Anzahl und das Ausmaß des Leidens nicht gleich. Ich sage lediglich, dass wir uns an die Vergangenheit erinnern und daran, was an dieser Vergangenheit beschämend und unehrenhaft war.“ Kresy.pl erwähnte in seinem Bericht zudem, dass Außenminister Radek Sikorski auf den Tweet des Präsidenten des Instituts Ordo Iuris, Jerzy Kwaśniewski, reagierte, in dem dieser hinterfragte, ob Łukasiewicz die Politik der Regierung verraten habe und abgesetzt werden sollte oder ob er diese korrekt widerspiegele.
Kwaśniewski kritisierte Sikorskis aus dem Zusammenhang gerissenen Verweis auf den berühmten Rat von Papst Johannes Paul II. an Polen und Ukrainer während seiner Reise nach Lemberg im Jahr 2001. Der verstorbene Papst sagte: „Möge die Läuterung der historischen Erinnerungen alle dazu führen, sich für den Triumph dessen einzusetzen, was verbindet, statt dessen, was trennt, um gemeinsam eine Zukunft des gegenseitigen Respekts, der brüderlichen Zusammenarbeit und der wahren Solidarität aufzubauen.“ Kwaśniewski stellte die Frage, ob er damit beabsichtigt habe, „die Verbrechen in Wolhynien herunterzuspielen und die polnischen Verfehlungen überzubewerten“.
Für nicht informierte Leser: Łukasiewicz bezog sich wahrscheinlich auf die „Befriedung der Ukrainer in Ostgalizien“ im Jahr 1930 als Reaktion auf terroristisch-separatistische Angriffe der OUN-UPA, die später den VolhynienVölkermord verübten, sowie auf Vergeltungsangriffe gegen Ukrainer und die Nachkriegsumgesiedlung ethnischer Ukrainer. Was auch immer man von diesen Ereignissen halten mag, sie sind nicht vergleichbar mit dem vorher geplanten Völkermord an Polen durch die OUN-UPA, dessen falsche Gleichsetzung eine moderne ukrainische Taktik ist, um dieses Kriegsverbrechen herunterzuspielen.
Präsident Karol Nawrocki brachte es in seiner Rede in Radruż an der ukrainischen Grenze am besten auf den Punkt. Wie er es formulierte: „Es gab viele Spannungen, wie sie für nationale Minderheiten normal sind, aber niemand hat einem Kind eine Axt an den Kopf gesetzt. Niemand hat jemandem in den Rücken gestochen. Es gab Probleme, die allen Minderheiten eigen sind; sie gab es damals, es gibt sie heute und es wird sie auch in Zukunft geben, aber [Polen und Ukrainer im Polen der Zwischenkriegszeit] lebten Seite an Seite und miteinander.“ Das ist wahr, und deshalb sind viele Polen von Łukasiewicz angewidert.
Nawrocki, Kwaśniewski und gleichgesinnte Polen behaupten nicht, dass die Opfer des Völkermords in Wolhynien in einer Hierarchie der Opferrolle über allen anderen stehen, sondern lediglich, dass die 362 Arten, auf die sie von der UPA im Rahmen ihres vorab geplanten Völkermords an Polen gefoltert wurden, besondere Anerkennung verdienen und nicht mit dem vergleichbar sind, was die ukrainischen Opfer der Polen vor, während oder nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt haben. Indem er diese fälschlicherweise gleichsetzte, obwohl er gleichzeitig behauptete, dies sei nicht seine Absicht gewesen, fungierte Łukasiewicz als Selenskys „nützlicher Idiot“.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.
Von Darina Surmeeva/Alexander Goncourt (übersetzt von Thomas Röper) – 11. Juli 2026
In der Ukraine wächst der Widerstand gegen die brutalen Zwangsrekrutierungen. Mitarbeiter der Militärkommissariate werden angegriffen, teilweise sogar mit Waffen, und verletzt oder getötet. In Lwow gab es kürzlich einen regelrechten Aufstand, den die Polizei erst nach Stunden niederschlagen konnte.
Deutsche Medien verschweigen die brutalen Methoden, mit denen Männer in der Ukraine auf offener Straße gewaltsam von Militärkommissaren eingefangen und in die Armee zwangsrekrutiert werden, weitgehend. Und erst verschweigen sie den wachsenden Widerstand in der ukrainischen Bevölkerung gegen dieses barbarische Vorgehen, weil das so gar nicht in das gewollte Bild, der motiviert und tapfer kämpfenden Ukraine passt, die angeblich kurz davor steht, das Blatt an der Front zu wenden.
Die TASS hat anhand vieler Beispiele der letzten Zeit über die Zustände in der Ukraine und den wachsenden Widerstand gegen die Zwangsrekrutierungen berichtet, und ich habe den Artikel übersetzt. […]
Aufstand schlägt „Menschenjäger“ zurück: Wie Kiew die Kontrolle über die Gesellschaft verliert
Eine Rekordzahl an Beschwerden, Zusammenstöße mit Militärkommissaren und spontane Ausschreitungen – die Methoden der Zwangsmobilisierung in der Ukraine haben zu einer Systemkrise geführt, die die Machthaber nicht länger ignorieren können. Versprechen von „Reformen“ werden vom wachsenden Hass in der Gesellschaft zerschlagen, und selbst das traditionell loyale Hinterland beginnt demonstrativ, Fahrzeuge der territorialen Rekrutierungszentren umzuwerfen. Die TASS berichtet, wie Kiew die Kontrolle über das eigene Volk verliert.
Von Worten zu Waffen
Die Situation in der Ukraine erinnert zunehmend an einen lokalen Bürgerkrieg. Fast täglich gibt es aus verschiedenen Regionen Berichte über Zusammenstöße zwischen der Bevölkerung und Regierungsbeamten. Hauptgrund ist die Zwangsmobilisierung. Es kommen Fäuste, Schaufeln und Messer zum Einsatz. Das Werfen von Handgranaten auf Vertreter der territorialen Rekrutierungszentren ist gar zu einem beliebten Zeitvertreib geworden.
Die Generalmobilmachung in der Ukraine wurde im Februar 2022 ausgerufen und mehrfach verlängert. Am 18. Mai 2024 trat ein Gesetz zur Verschärfung der Mobilmachungsbestimmungen in Kraft, das bestimmten Gruppen von Wehrpflichtigen ihre Ansprüche auf Vergünstigungen und Aufschub entzog. Die Behörden setzen alles daran, dass Männer im wehrpflichtigen Alter sich dem Dienst nicht entziehen können.
Die Äußerungen von Donald Trump sowohl bei live Pressekonferenzen als auch auf seinen Konten in Sozialen Medien scheinen in keiner Weise durch irgendwelche Filter oder Beratergremien zu gehen. Sie sind verheerend. Und es ist nicht die Aussage über die „islamische Republik Japan“, die ihm zum Verhängnis werden könnte.
US-Präsident Donald Trump hat mit einer drastischen Warnung auf seiner Plattform Truth Social auf angebliche iranische Attentatspläne reagiert und erklärt, dass 1.000 Raketen einsatzbereit auf den Iran gerichtet sind. Die jüngste Eskalation folgt auf Berichte, wonach der israelische Geheimdienst frische Erkenntnisse über eine geplante Ermordung Trumps durch Teheran mit den USA geteilt hat. Während Kritiker und alternative Medien wie Alex Jones hinter den Enthüllungen eine strategische Falle vermuten, weckt die aufgeheizte Rhetorik in den USA historische Erinnerungen an geopolitische Vorwände für Kriegseintritte.
Der „Locked and Loaded“-Post und die Mossad-Warnung
In der Nacht zum Samstag veröffentlichte Trump auf Truth Social eine unmissverständliche Drohung: Sollte die iranische Regierung versuchen, den amtierenden US-Präsidenten – in diesem Fall ihn selbst – zu ermorden, stünde das US-Militär bereit, alle Gebiete des Iran vollständig zu verwüsten. Trump fügte hinzu, entsprechende Befehle seien bereits erteilt worden.
Auslöser für diesen Ausbruch waren Berichte des Wall Street Journal und von CNN, wonach Israel den USA neue Geheimdienstinformationen über ein aktives, hochspezifisches Attentatsszenario übermittelt hatte. Teheran schwört seit der gezielten Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani im Jahr 2020 durch eine US-Drohne Rache. Die Drohungen wurden lautstark erneuert, nachdem die USA und Israel Anfang des Jahres in einer massiven militärischen Eskalation den obersten Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, sowie zahlreiche Spitzenfunktionäre einschließlich zahlreicher Familienangehörigen ermordeten.
Das Outsourcing von strategischen Waffensystemen an eine Großmacht die mit Sanktionen dominiert, gefährdet die nationale Souveränität, erzeugt politische Erpressbarkeit und entkoppelt die militärische Schlagkraft von der tatsächlichen operativen Kontrolle. Schauen wir uns die EU- und speziell die deutsche Politik an, welche Verteidigungsfähigkeit immer noch von Entscheidungen in Washington abhängig macht.
Wenn ein Staat die Kernstücke seiner Verteidigungsdoktrin durch den Kauf von Systemen regelt, deren technologische Kette von einem Partner kontrolliert wird, der Wirtschaftskriege und Sekundärsanktionen als primäre Außenpolitik nutzt, ergeben sich daraus gravierende strategische Schwachstellen.
Die Illusion der Unabhängigkeit: Der Speerschaft bleibt fremdbestimmt
Operative Abhängigkeit: Der Käufer besitzt die Hardware, aber die Softwareupdates, die Satellitendaten zur Zielsteuerung und die Ersatzteile verbleiben unter der Kontrolle des Lieferanten.
Technologisches Veto: Der Lieferstaat kann die Nutzung der Waffen durch das Vorenthalten von Codes oder Wartungskomponenten jederzeit stillschweigend blockieren. Bestimmte präferierte Partner erhalten imm die neuesten Versionen, andere nur veraltete.
Sanktionen als Hebel: Vertritt der Käuferstaat eine vom Lieferanten abweichende geopolitische Position, droht der Entzug der Einsatzbereitschaft der Systeme. Das könnte darauf hindeuten, dass deutsche und europäische Politik bewusst versucht, eine Veränderung der Politik auch im Fall eines Regierungswechsels zu verhindern.
Verschiebung der Eskalationsverantwortung
Risiko-Asymmetrie: Wie das Beispiel des Tomahawk-Verkaufs zeigt, trennt der Lieferant die Abschreckungswirkung von der eigenen Verantwortung.
Völkerrechtliche Haftung: Der Käufer trägt das volle Risiko eines Gegenschlags und die politische Verantwortung für den Einsatz, während der Lieferant geopolitisch im Hintergrund bleibt.
Finanzielle Ausbeutung: Der Käufer zahlt für Fähigkeiten, die zuvor kostenlos im Rahmen eines Bündnisses bereitgestellt werden sollten, verliert aber dennoch die strategische Autonomie.
Von C.J. Polychroniou und Danny Shaw – 11. Juli 2026
Auftaktkundgebung am 17.06.13 vor dem Bahnhof Friedrichstraße in Berlin: YES WE CAN: Obama die rote Karte zeigen – US-Politik die Grenzen aufzeigen!“ (Foto: Uwe Hiksch, Flickr, CC BY-NC-SA 2.0)
Seit der Eisenhower-Regierung [Januar 1953 bis 1961; Anm. d. Red.] unterliegt Kuba einem US-Handelsembargo, obwohl es Präsident John F. Kennedy [Januar 1961 bis November 1963; Anm. d. Red.] war, der ein umfassendes Embargo für den gesamten Handel mit Kuba verhängte. Und während jede nachfolgende Regierung seitdem versucht hat, dem kubanischen Volk wegen seiner Unterstützung einer revolutionären Regierung Leid und Not zuzufügen, ist es die Trump-Regierung, die den Zusammenbruch des kommunistischen Regimes auf der Insel zur obersten Priorität gemacht hat, indem sie die Sanktionen gegen die Insel ausweitete, Treibstofflieferungen blockierte und Kuba mit militärischen Maßnahmen drohte. Kuba steht in der Tat am Abgrund und wird dies wahrscheinlich nicht überleben, da die unmenschlichen und kriminellen Handlungen der zweiten Trump-Regierung die Insel in eine tiefe humanitäre Krise gestürzt haben.
Im folgenden Interview spricht Danny Shaw über Trumps Politik der Isolierung Kubas, nachdem er sich aus erster Hand ein Bild von den auf der Insel herrschenden Verhältnissen gemacht hat, und analysiert die Auswirkungen des Wirtschaftsembargos auf die Bevölkerung. Danny Shaw ist Wissenschaftler im Bereich Lateinamerika- und Karibikstudien [bis 2024 an der City University of New York; Anm. d. Red.] und ein langjähriger Unterstützer der kubanischen Revolution. Vor kurzem reiste er durch Kuba, wo er für The Grayzone die erschütternden Zustände dokumentierte, die nach der Verhängung einer Energieblockade durch die Trump-Regierung herrschten.
C. J. Polychroniou: US-Präsident Donald Trump hat die Monroe-Doktrin durch eine Reihe energischer Maßnahmen in der westlichen Hemisphäre wiederbelebt, darunter den Angriff auf Venezuela, der zur Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro führte, sowie Militärschläge gegen Fischereiboote in der Karibik. Es mag nicht ganz klar sein, was die Kanonenbootdiplomatie der Trump-Regierung antreibt, doch Kuba, das das vielleicht längste Wirtschaftsembargo der modernen Geschichte erdulden musste, steht als Nächstes auf der Abschussliste des Möchtegern-Diktators.Danny, kannst du etwas zu den politischen Maßnahmen sagen, die die zweite Trump-Regierung ergriffen hat, um Kuba weiter zu isolieren und dabei die Wirtschaft des Landes und seine Bevölkerung zu strangulieren?
Danny Shaw: Am 29. Januar ergriff die Trump-Regierung – die wahre Presseabteilung der Milliardärsklasse mit globaler Reichweite, wie wir von Caracas bis Teheran gesehen haben – Maßnahmen, um die kubanische Wirtschaft vollständig lahmzulegen. Die Drohungen gegen jedes Land, das Öl an Kuba verkaufte oder weiterhin Handel mit Kuba trieb, verschärften einen bereits seit langem andauernden, illegalen und einseitigen Wirtschaftskrieg. Washington und seine rechten Handlanger auf dem gesamten amerikanischen Kontinent gingen zudem gegen kubanische medizinische Missionen von Honduras bis Jamaika vor, die Kuba dringend benötigte Devisen einbrachten und vor allem marginalisierten Bevölkerungsgruppen in ganz Amerika und der Welt medizinische Versorgung ermöglichten. Ecuador und Costa Rica wiesen die kubanischen Botschaften aus. Die Trump-Regierung hat der Welt klargemacht: Jeder Versuch, die kubanische Regierung zu unterstützen, wird strafrechtlich streng verfolgt. Konkret bedeutet dies, dass Kuba isolierter und verzweifelter ist als je zuvor.
Patrick Baab im Gespräch mit Harald Kujat – 11. Juli 2026
Der ehemalige Vorsitzende des NATO-Militärausschusses und Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, analysiert im Gespräch mit Patrick Baab die gefährliche Eskalationsspirale des Ukraine-Krieges.
Während politische Akteure und Medien oft das Bild einer alternativlosen militärischen Unterstützung zeichnen, warnt Kujat vor einer Realität, in der das Risiko eines unkontrollierbaren großen europäischen Krieges täglich wächst. Im Gespräch mit Harald Kujat geht es um: – Die Erosion der Sicherheit: Warum die aktuelle westliche Politik das Risiko eines konventionellen Krieges zwischen der NATO und Russland nicht mehr berechenbar macht. – Bedrohungsanalysen im Check: Warum die Warnungen vor einem baldigen russischen Angriff auf die NATO weder von US-Geheimdiensten noch von der NATO-Führung in dieser Form geteilt werden. – Eskalationsdominanz und Grauzonen: Die gefährliche Rolle westlicher Zielsoftware und Hardware bei Angriffen tief im russischen Hinterland und die Frage der Kriegsbeteiligung. – Das Scheitern von Diplomatie: Warum Chancen zur Friedenssicherung – von den Verträgen 2021 bis hin zu den Gesprächen in Istanbul – systematisch verpasst oder hintertrieben wurden. – Verfassungsauftrag im Fokus: Kritische Fragen an die Bundesregierung, ob sie dem Friedensgebot des Grundgesetzes noch gerecht wird oder ihre Sicherheitspolitik faktisch suspendiert hat. – Perspektiven für Europa: Wie ein realistischer Friedensplan aussehen könnte, der die Sicherheitsinteressen aller Seiten berücksichtigt und eine neue europäische Friedensordnung ermöglicht.
„Wir gefährden die Zukunft künftiger Generationen mit dieser Politik. Das Risiko ist im Augenblick nicht mehr beherrschbar, wenn der Ernstfall eines NATO-Russland-Konflikts eintritt.“ Harald Kujat verfügt über Jahrzehnte an Erfahrung in den höchsten militärischen Entscheidungsgremien der Welt. Er zeigt auf, wie der Mangel an Realismus und die Verweigerung von Verhandlungen in eine Sackgasse führen, die für ganz Europa existentielle Folgen haben könnte. Ein Gespräch über die bittere Notwendigkeit von Vernunft, das Primat der Politik über das Militärische und den dringenden Weg zurück zur diplomatischen Stabilität.
Hinweis: Dieses Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG.
Der ehem. Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte sagt, es sei „eine gefährliche Fehlinterpretation des Krieges, dass Russland den Krieg verloren hat“.
„The difference between a soldier and a diplomat is that even a soldier cannot state that 2 x 2 = 17“ (Der Unterschied zwischen einem Soldaten und einem Diplomaten besteht darin, dass sogar ein Soldat nicht behaupten kann, dass 2 x 2 = 17 ist.) – Georges Clemenceau
1. Salužnyjs Lagebeurteilung
Der ukrainische Botschafter im Vereinigten Königreich und ehem. Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Walerij Salužnyj (Saluschnyi), veröffentlichte am 8. Juli 2026 einen Artikel in The Telegraph mit einem öffentlichkeitswirksamen Titel „Do not assume Russia has lost the war“ (Gehen Sie nicht davon aus, dass Russland den Krieg verloren hat).
Darin schreibt Salužnyj ohne Wenn und Aber: Es sei „eine gefährliche Fehlinterpretation des Krieges“ (a dangerous misreading of the war) zu glauben, „dass Russland den Krieg verloren hat“. Eine wachsende Zahl westlicher Analysten argumentiere mittlerweile, dass Russland den Krieg faktisch verloren hat; seine militärische Lage verschlechtere sich und die erfolgreichen Angriffe der Ukraine würden das Ende des Konflikts beschleunigen. Dies sei sowohl unzutreffend als auch gefährlich, stellt Salužnyj apodiktisch fest.
Die Angriffe der Ukraine fügen Moskau zwar reale Verluste zu, diese Angriffe sind aber auch kostspielig. Russland schlägt seinerseits mit gleicher oder sogar größerer Macht zurück. Weder Moskau noch Kiew können erwarten, damit einen endgültigen Sieg zu erringen, behauptet Salužnyj.
Die Frontlinie ist zwar wichtig, aber nicht mehr der entscheidende Faktor. Der Konflikt hat sich zu einem Kampf um Logistik, industrielle Kapazitäten, kritische Infrastruktur, Luftverteidigung und gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit entwickelt. Angriffe auf Russlands Landkorridor zur Krim, Treibstoffknappheit und Lieferengpässe stärken die Position der Ukraine in künftigen Verhandlungen.
Da Russland jedoch weiterhin die ukrainischen Städte angreifen wird, sind Investitionen in die Luftverteidigung und die Stärkung der gesellschaftlichen Widerstandskraft unerlässlich. Russland ist in der Lage, mit gleicher Gewalt zurückzuschlagen, und keine der beiden Seiten kann laut Salužnyj auf einen strategischen Wendepunkt hoffen.
Papst Leo XIV mit US-Vizepräsident J.D. Vance undvUsha Vance im Mai 2025. Bild: state.gov
Trump regiert mit (direktem?) Beistand Gottes. Vize Vance, möglicherweise bald sein Nachfolger, hat den katholischen Glauben als unfehlbare Leitschnur. Und Kriegsminister Hegseth zeigt stolz sein Tattoo „Deus vult“. Ist das MAGA-Gaga oder passt es zum freien Westen?
1. Ein bemerkenswertes Sendungsbewusstsein
Nicht erst seitdem sich Trump als Erlöser bzw. Heiler in Jesus-Tradition inszeniert – worauf Papst Leo als der Stellvertreter Gottes hienieden einschreiten musste –, springt beim aktuellen Stand des US-Anspruchs auf Weltherrschaft eine religiöse Überhöhung ins Auge, die eher an theokratische als an demokratische Herrschaftsprinzipien erinnert. Und die den deutschen Qualitätsjournalismus bedenklich stimmt.
Aber nicht nur den! Die neue Bekenntnisschrift „Communion – Finding My Way Back to Faith“ (2026) von J.D. Vance kam in der US-Presse nicht gut an. Die New York Times sah darin ein dubioses Selbstfindungsunternehmen, das Wall Street Journal sprach von „egregious sloppiness“, von „enormer Schludrigkeit“. Die FAZ (20.6.26) widmete dem Buch eine Rezension (Autorin: Marianna Lieder) mit der Überschrift „Auf in den Gottesstaat“. Ohne Fragezeichen übrigens! Sie wies mit spitzen Bemerkungen auf Widersprüche bei diesem US-Frömmler hin, der zu den mächtigsten Figuren auf dem Globus gehört, und warf sogar die „Klassenfrage“ auf. Der Mann fühle sich zwar seit seiner Konversion zu Trump und Gott (wie der hl. Augustinus kannte Vance ja eine wilde Jugend) von der katholischen Soziallehre „angezogen“, die er „als gesellschaftspolitisches Allheilmittel“ anpreist. Gleichzeitig verehrt er aber Peter Thiel, der von der Demokratie wenig hält und laut FAZ kaum geeignet ist, die Nöte der amerikanischen Arbeiterklasse zu verstehen.
Einen demokratieskeptischen Mentor hat auch der fromme, ebenfalls unter heftigen Konvulsionen konvertierte Kriegsminister Pete Hegseth, nämlich Pastor Wilson, „der seit Jahren von einem christlichen Gottesstaat predigt“. So Paul Middelhoff in der Zeit (2.7.26), die von einem Gespräch mit diesem Anführer einer – dank Trump – aufstrebenden evangelikalen Kirche berichtet. Der Gottesmann nimmt kein Blatt vor den Mund, seine „Re-Christianisierung soll den USA den Säkularismus austreiben“, Frauen müssten z.B. das Wahlrecht verlieren, Nichtchristen von Staatsämtern ausgeschlossen werden, Juden oder Muslime hätten dort nichts verloren… Ob Trump selber in den Himmel kommt, sei aber fraglich.
Das sieht der Chef im Weißen Haus natürlich anders. In einem Interview mit der New York Times hatte er ja sein Gewissen als maßgebliche Instanz hochleben lassen: „My own morality. My own mind. It’s the only thing that can stop me.” Und als er dann gegen das Böse in der Welt – gegen den antiamerikanischen Iran – zu Felde zog, fand seine gute Absicht in der deutschen Öffentlichkeit prinzipiell Zustimmung, obwohl er alle Register eines christlichen Dschihadismus zog. Nur in der Jungen Welt (13.3.26) gab es entschiedenen Widerspruch. Renate Dillmann ließ dort unter dem Titel „Trump von Jesus gesalbt“ (so ein US-Kommandeur bei der Einschwörung seiner Soldaten auf den Überfall) die neuesten Lobhudeleien Revue passieren, z.B. den Aufruf von Paula White, der „spirituellen Beraterin“ des Präsidenten: „Was für ein großartiger Tag, an dem wir für @potus, für unsere Truppen, für die Familienangehörigen unserer großartigen Soldaten, für Amerika und Israel und für die Operation Epic Fury beten.“ Außenminister Rubio, auch Katholik: „Lasst mich euch das in einfachen Worten erklären, okay? Der Iran wird von Wahnsinnigen regiert, von religiösen Fanatikern.“ Und nicht zu vergessen der katholische Bundeskanzler Merz, der sich dem im Prinzip anschloss.
Die NATO unterstütze die Ukraine, „weil wir gemeinsame Werte haben“, so NATO-Generalsekretär Mark Rutte. Wer die Ukraine kennt, wer die dortige Korruption kennt, wer selber die dortige Korruption schon am eigenen Leib erfahren hat, wer persönliche Freunde in der Ukraine hat, die sich für die Erhaltung der Minderheitssprachen einsetzen, kann nicht nur den Kopf schütteln ob solcher NATO-Verlogenheiten, er muss sich gegen den geopolitischen Aggressor NATO aktiv zu wehren beginnen! (Screenshot aus dem neusen NATO-Propaganda-Video)
Hier erklärt die NATO, dass sie selbst aktiv ist! Hier bitte anklicken! Das NATO-Video dauert nur sechseinhalb Minuten!
Man sei daran erinnert, dass die NATO nicht erst seit dem 24.2.2022 die Ukraine unterstützt. Sie hat im voraus alles getan, um die Ukraine an der Grenze zu Russland unter den Einfluss der NATO zu bringen, siehe hier!
Und jetzt verkündet die NATO, dass sie die Ukraine „unterstützt“, weil sie „gemeinsame Werte“ haben … Es ist einfach unglaublich!!!
Siehe dazu den Sonderbericht des Europäischen Rechnungshofs zur Korruption in der Ukraine vom Herbst2021! Es verschwinden dort jährlich zig Milliarden US-Dollar in den Taschen der ukrainischen Administration!!! Der Westen weiß also sehr wohl, dass die ukrainische Administration ein korrupter Sauhaufen ist! Aber die NATO unterstützt die Ukraine, weil „wir gemeinsame Werte haben“. Mit Verlaub: Diese Begründung der finanziellen und aktiven militärischen Unterstützung der Ukraine mit dem Ziel der dramatischen Schädigung Russlands ist um Kotzen!!!