Aufrufe & Appelle

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Bis hierher und nicht weiter! Wir protestieren gegen die rechtswidrigen Sanktionen gegen Oberst Jacques Baud und den Kriegskurs der EU


Fordert die Freilassung des sozialistischen Kriegsgegners Bogdan Syrotiuk aus einem ukrainischen Gefängnis!


Waffenstillstand sofort! Sofortiger Stopp aller Waffenlieferungen an die Ukraine! Kein Krieg gegen Russland! Abzug aller Atomraketen aus Europa!


Freiheit für Julian Assange! Aufruf des Komitees zur Verteidigung von Julian Assange und Chelsea Manning …


Kein Krieg gegen den Irak! – Kein Blut für Öl und Macht! Aufruf der Initiative gegen den Irak-Krieg vom November 2002…


Der amerikanische Hitler und die Moral der herrschenden Klasse

Von David North – 4. April 2026

Die Rede, die Donald Trump am Mittwoch zum Irankrieg hielt, lässt keine andere Schlussfolgerung zu, als dass der amerikanische Präsident ein Verbrecher ist. Wenn man zugesteht, dass es selbst in der imperialistischen Geopolitik eine moralische Grenze gibt, die das allgemeine finstere Großmachtstreben von faschistischer Bestialität trennt, dann haben die Führer der US-Regierung diese Grenze überschritten. Die Namen Trump, Vance, Hegseth, Rubio und Miller werden in ewiger Schande in die Geschichte eingehen und neben denen der Nazi-Anführer des Dritten Reiches stehen: Hitler, Göring, Himmler, von Ribbentrop und Goebbels. Und das Urteil der Geschichte wird gnadenlos sein.

Doch dieses Urteil richtet sich nicht nur gegen Einzelpersonen, sondern auch – und in noch tieferer Weise – gegen die Gesellschaftsklasse, die diese Gestalten an die Macht gebracht hat und in deren Interesse sie ihre monströsen Verbrechen gegen das iranische Volk begangen haben. Darin liegt die Bedeutung von Trumps Tirade am Mittwochabend. Sie hat die unumkehrbare politische und moralische Verkommenheit der amerikanischen herrschenden Klasse offenbart.

Trump ist nicht der erste Präsident, der Verbrechen begeht. Seine Vorgänger haben die Invasion von Ländern, den Sturz von Regierungen sowie die Folter und Ermordung von echten oder vermeintlichen Gegnern amerikanischer Interessen angeordnet. Doch frühere Regierungen unternahmen zumindest den Versuch, eine – wenn auch fadenscheinige, zynische und heuchlerische – rechtliche und demokratische Rechtfertigung für ihr Handeln zu liefern. Sie konnten die Missachtung des nationalen und internationalen Rechts – und damit die Ablehnung aller demokratischen Prinzipien – nicht offen zur Grundlage staatlicher Politik erklären. Wenn kriminelle Vergehen aufgedeckt wurden, wurden sie unter formellen Bekundungen des Bedauerns als Abweichungen von der offiziellen Einhaltung rechtlicher Normen entschuldigt.

Damit ist es nun vorbei. Trumps Rede zeichnete sich vor allem durch ihre nackte Dreistigkeit aus. Er wählte Worte, die mit unverblümter Offenheit die völkermörderischen Absichten des amerikanischen Handelns bekräftigten. „Wir werden sie zurück in die Steinzeit bringen, wo sie hingehören“, erklärte er. Er drohte, die Vereinigten Staaten würden „jedes einzelne ihrer Kraftwerke sehr hart und wahrscheinlich gleichzeitig“ angreifen. Er prahlte mit der Enthauptung der Führung – „Sie sind alle tot“ – und fügte dann mit der derben Arroganz eines Mafia-Paten hinzu: „Wir haben alle Trümpfe in der Hand. Sie haben keine.“

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Israel führt Todesstrafe nur für Palästinenser ein

Von Jordan Shilton – 4. April 2026

Mit 62 zu 48 Stimmen hat die israelische Knesset am letzten Montag ein Gesetz verabschiedet, das die Todesstrafe als Regelfall für Palästinenser verankert, die „Terrorakte“ gegen israelische Staatsbürger verüben. Das Gesetz gilt nicht für den staatlich unterstützten Terrorismus rechtsextremer zionistischer Siedler, die im illegal besetzten Westjordanland regelmäßig Palästinenser angreifen und töten.

Jeder, der vorsätzlich eine Person tötet, mit der Absicht, „die Existenz des Staates Israel zu negieren“, soll durch den Strang hingerichtet werden. Das Gesetz schränkt den Zugang der Angeklagten zu einem Rechtsbeistand vor israelischen Zivilgerichten ein und gewährt allen Immunität, die an der Durchführung solcher staatlicher Hinrichtungen beteiligt sind.

In dem System von Militärgerichten, die das zionistische Regime im Westjordanland errichtet hat und die nur für palästinensische Einwohner zuständig sind, wird die Hinrichtung durch den Strang die Standardstrafe für „Terrorakte“, selbst ohne Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese Hinrichtungen müssen innerhalb von 90 Tagen vollstreckt werden. Die einzige Befugnis der Gerichte in diesem Rahmen besteht darin, bei „außergewöhnlichen Umständen“ eine lebenslange Freiheitsstrafe zu verhängen. Doch angesichts der Allgegenwärtigkeit von Folter und anderen Formen von Misshandlungen im israelischen Gefängnissystem wäre eine solche Entscheidung in vielen Fällen nur ein Todesurteil durch andere Mittel.

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Ramstein: Deutschlands stille Kriegsbeteiligung

Von Luca Schäfer – 2. April 2026

Ist Deutschland im Iran Kriegspartei? Ein neues Bundestagsgutachten nährt den Verdacht der Beihilfe. Warum der Krieg ohne Ramstein nicht führbar wäre.

Mithilfe ohne Mandat: Satelliten, Signale, Schläge gegen den Iran – koordiniert von deutschem Boden. Das beschauliche 7.000-Einwohner-Dorf Ramstein-Miesenbach im rheinland-pfälzischen Landkreis Kaiserslautern wird erneut zum Politikum.

Die Debatte um den vor Ort befindlichen US-Stützpunkt, die Airbase Ramstein, ist – seit dem amerikanischen „Global War on Terror“ und den Drohnenmorden – altbekannt. Doch entzündet sich aktuell an der Frage einer deutschen Beihilfe im US-israelischen Iran-Krieg auf neuer Stufe: Ist Deutschland Mittäter und Kriegspartei?

Neuen Zündstoff liefert ein Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages. Die Parlamentswissenschaftler ordneten ein, dass der US-israelische Krieg gegen den Iran – begonnen Ende Februar 2026 – einen Verstoß gegen das in der UN-Charta verankerte Gewaltverbot darstelle, da er weder vom Selbstverteidigungsrecht gedeckt noch vom Sicherheitsrat autorisiert worden sei.

Er ist völkerrechtswidrig. Beauftragt wurde das Gutachten vom Linke-Abgeordneten Ulrich Thoden – jeder Bundestagsabgeordnete kann den wissenschaftlichen Dienst, sofern ein direkter Bezug zur parlamentarischen Arbeit besteht, unbegrenzt nutzen.

Im 12-seitigen Dokument spüren die Juristen, abseits der generellen Frage nach der völkerrechtlichen Legitimität, der für Deutschland entscheidenderen Frage nach: Stellt die Nutzung der Airbase Ramstein für Angriffe auf den Iran eine Beihilfe dar – und trägt Berlin damit völkerrechtliche Verantwortung? Dies sei „vorbehaltlich der konkreten Umstände jedenfalls nicht ausgeschlossen“, heißt es im, den Medien zugespielten, Gutachten. Ein Paukenschlag, ohne Folgen?

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Hisbollah startet ersten Scud-Raketenangriff auf wichtige israelische Raketen- und Weltraumbasis

Von Peter F. Mayer – 3. April 2026

Mehrere israelische Quellen berichteten, dass die libanesische Widerstandsbewegung Hisbollah einen Scud-Raketenangriff auf den Luftwaffenstützpunkt Palmachim in Israel gestartet habe. Angenommen wird der Einsatz einer Scud-D oder einer ähnlichen modernisierten Scud-Variante.

Nach Vereinbarung eines „Waffenstillstands“ mit Israel war die Hisbollah völlig von der Bildfläche verschwunden. Auf die hunderten Verletzungen der Waffenruhe, die Bombardierungen von Wohnhäusern durch Israel und gezielte Ermordungen von vermuteten Hisbollah-Mitgliedern gab es keine wie immer geartete Antwort. Man dachte, die Hisbollah sei als maßgebende Kraft verschwunden. Sie ist offenbar nicht nur wieder erstarkt, sondern hat neue Waffensysteme. Denn dies ist der erste Angriff mit einer ballistischen Rakete in der Geschichte des Landes, der vom Libanon aus gestartet wurde.

Obwohl israelische Quellen seit Langem behaupten, dass die Hisbollah über Syrien nordkoreanische ballistische Raketen beschafft habe, wurden diese noch nie im Kampf eingesetzt. Laut Military Watch Magazine spiegelt der Abschuss der Rakete die weitaus höhere Intensität der jüngsten Feindseligkeiten im Vergleich zu früheren Auseinandersetzungen wider.

Der Luftwaffenstützpunkt Palmachim ist eine bedeutende israelische Militäranlage an der Mittelmeerküste südlich von Tel Aviv. Er ist einer der strategisch sensibelsten Stützpunkte der israelischen Streitkräfte. Die Anlage erfüllt mehrere wichtige Funktionen, was sie von einem typischen Luftwaffenstützpunkt deutlich unterscheidet.

Apache Angriffs-Hubschrauber in Palmachim

Dazu gehört, dass sie als primärer Teststandort sowohl für ballistische Raketen wie die Jericho als auch für Raketenabwehrsysteme wie das Arrow dient. Sie ist zudem das Herzstück des israelischen Weltraumprogramms und der einzige Standort für unabhängige Satellitenstarts, während dort auch Eliteeinheiten der Luftwaffenaufklärung sowie eine Reihe unbemannter Kampf-, Aufklärungs- und Überwachungsfliegereinheiten stationiert sind.

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35. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 19:30 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – April 2026

Weitgehend übersehen wurde ein investigativer Bericht durch Nick Turse in The Intercept am 1. April, der beschreibt, dass die USA die wirklichen Verluste im Angriffskrieg gegen den Iran vertuschen. Was sonst noch in der Nacht und am 3. April in diesem Konflikt passierte, lesen Sie in diesem Ticker.

Fast 750 US-Soldaten wurden seit Oktober 2023 im Nahen Osten verwundet oder getötet, wie eine Analyse von The Intercept ergab. Das Pentagon will dies jedoch nicht anerkennen, schreibt der Autor in dem erwähnten Artikel. „Das US Central Command (CENTCOM), das die Militäroperationen im Nahen Osten leitet, scheint die Verluste zu vertuschen, wie ein Beamter des Verteidigungsministeriums es nannte. Es habe The Intercept zu niedrige und veraltete Zahlen genannt und verweigerte jegliche Aufklärung über militärische Todesfälle und Verletzungen. Mindestens 15 US-Soldaten wurden am Freitag bei einem iranischen Angriff auf einen saudischen Luftwaffenstützpunkt, auf dem amerikanische Truppen stationiert sind, verwundet, wie zwei Regierungsbeamte gegenüber The Intercept bestätigten.

Hunderte US-Soldaten wurden in der Region getötet oder verletzt, seit die USA vor gut einem Monat den Krieg gegen den Iran begannen. Präsident Donald Trump – der bei der würdevollen Überführung der ersten im Krieg gefallenen Amerikaner einen blauen Anzug, eine rote Krawatte und eine Baseballkappe trug – erklärte, Verluste seien unvermeidlich gewesen. „Wenn es solche Konflikte gibt, gibt es immer Tote“, sagte er später. „Ich habe die Eltern kennengelernt, und sie waren unglaubliche Menschen. Wirklich unglaubliche Menschen, aber sie alle hatten eines gemeinsam. Sie sagten mir immer wieder dasselbe: ‚Beenden Sie die Arbeit, Sir. Bitte beenden Sie die Arbeit.‘“

Der Artikel erklärt dann noch Details und Indizien, erwähnt Aussagen und Berichte und schließt mit der Bemerkung, dass all die Opfer noch nicht die Söldnergruppen einschließen. Und dass es in der Region von CENTCOM nur im Jahr 2024 alleine 12900 Fälle von Verwundungen im Dienst gab. Er schließt mit dem Satz:

„Die Zahlen dürften deutlich zu niedrig sein, aber wenn man auch nur die Bruchteile bekannter Verletzungen von Auftragnehmern hinzurechnet, könnte die Zahl der Opfer unter Amerikanern und auf US-Stützpunkten 13.600 übersteigen.“

Das Rekordbudget für Krieg bei Rekordschulden in den USA

Donald Trump wird tatsächlich das höchste Rüstungsbudget seit dem 2. Weltkrieg am Freitag zur Genehmigung einreichen. Es soll 1500 Milliarden, bzw. 1,5 Billionen US-Dollar betragen.

Darin NICHT enthalten sind die tatsächlichen Kriegskosten. Das Pentagon hat deshalb beim Weißen Haus einen Zusatz-Antrag über ca. 200 Milliarden Dollar eingereicht – für laufende Operationen, Munitionsnachschub, Ersatz von verbrauchten/verlorenen Assets (inkl. möglicher Schiffsverluste) und Vorbereitung auf weitere Einsätze. Das ist Extra-Geld, das zusätzlich zum Basisbudget beantragt werden und vom Kongress gesondert genehmigt werden muss. Insgesamt verbrauchen die USA also, wenn alles gut läuft, 1,7 Billionen Dollar für Krieg!

07 Uhr 00:

Die Revolutionsgarden (IRGC) gaben den Beginn der 91. Welle der Operation „Wahres Versprechen 4“ bekannt. Ziele seien:

🔸 US-Stahlwerke in Abu Dhabi
🔸 US-Aluminiumwerke in Bahrain
🔸 Rafael-Waffenfabrik (Israel)
🔸 US-Militärstützpunkt nahe Manama, Dutzende Tote und Verwundete
🔸 Luftwaffenstützpunkte Al-Tanf, Palmachim und Ben Gurion
🔸 Militärstützpunkte in Tel Aviv, Haifa, Eilat, Negev und Beerscheba
🔸 US-Stützpunkte in Ahmad al-Jaber, Ali al-Salem und Al-Kharj
🔸 Frühwarnradar auf dem Stützpunkt Zafar in den Vereinigten Arabischen Emiraten – vollständig zerstört
🔸 Stellungen von US-Kampfjets auf dem Stützpunkt Al-Azraq in Jordanien

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Zarifs Friedensvorschlag ist gar nicht so schlecht

Von Andrew Korynko – 3. April 2026

Der Friedensvorschlag von Irans ehemaligem Außenminister Sharif ist überraschend pragmatisch und könnte der Trump-Regierung einen Ausweg bieten, der sie das Gesicht wahren lässt, meint unser Autor.

Der ehemalige iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif, der die Interessen der reformistischen (moderaten) Fraktion seines Landes gegenüber den fundamentalistischen (konservativen) Rivalen vertritt, veröffentlichte in Foreign Affairs einen Vorschlag zum Thema „Wie der Iran den Krieg beenden sollte“. Er begann damit, den Widerstand des Iran als Beweis für dessen Sieg über die USA und Israel zu preisen, bevor er sich an diejenigen wandte, die den Konflikt fortsetzen wollen, und sie an die wachsenden wirtschaftlichen und humanitären Folgen erinnerte. Erst dann legte er seinen Vorschlag dar.

Mit seinen Worten: „[Der Iran] sollte anbieten, sein Atomprogramm einzuschränken und die Straße von Hormus wieder zu öffnen, im Austausch für die Aufhebung aller Sanktionen – ein Deal, den Washington zuvor nicht angenommen hätte, jetzt aber akzeptieren könnte. Der Iran sollte auch bereit sein, einen gegenseitigen Nichtangriffspakt mit den Vereinigten Staaten zu akzeptieren, in dem sich beide Länder verpflichten, sich in Zukunft nicht gegenseitig anzugreifen. Er könnte wirtschaftliche Beziehungen mit den Vereinigten Staaten anbieten, was sowohl für das amerikanische als auch für das iranische Volk ein Gewinn wäre.“

Als erster Schritt könnte ein Waffenstillstand vereinbart werden, im Gegenzug dafür, dass der Iran die Meerenge wieder vollständig öffnet und die USA ihre Sanktionen vollständig aufheben, was die Grundlage für die Wiederaufnahme der Verhandlungen über das iranische Atomprogramm und ein dauerhaftes Friedensabkommen schaffen würde. Was den ersten Punkt betrifft, schlägt Zarif vor, die Anlagen seines Landes unter vollständige internationale Überwachung zu stellen, während der zweite Punkt durch ein vom UN-Sicherheitsrat unterstütztes regionales Abkommen über kollektive Sicherheit erreicht werden könnte, das seinen vorgeschlagenen Nichtangriffspakt ergänzen würde.

Er schrieb außerdem, dass „der Iran und die Vereinigten Staaten eine für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Wirtschaft und Technologie initiieren sollten“, unter anderem im Energiesektor, und dass der Iran finanzielle Unterstützung der USA für seinen Wiederaufbau als eine Form von Reparationen fordern sollte, um den Widerstand der Öffentlichkeit gegen ein Friedensabkommen zu mildern. Dies spiegelt wider, was hier Anfang März über eine mögliche ressourcenorientierte strategische Partnerschaft zwischen dem Iran und den USA nach dem Krieg vorgeschlagen wurde, die sich an dem Modell orientiert, über das Russland und die USA derzeit verhandeln.

Sharif kommt zu dem Schluss: „Die Emotionen mögen hochkochen, und jede Seite prahlt mit ihren Siegen an der Front. Aber die Geschichte erinnert sich am besten an diejenigen, die Frieden stiften.“

Wenn man darüber nachdenkt, hat er recht damit, dass es besser ist, eine Einigung zu erzielen, als dass der Iran weiterhin immer verheerendere wirtschaftliche und humanitäre Verluste erleidet, zumal zivile Ziele nun häufiger angegriffen werden und Trump damit gedroht hat, die iranische Energieindustrie zu zerstören. Selbst wenn der Iran Vergeltungsmaßnahmen gegen den Golf ergreift, „wird die Zerstörung der Infrastruktur der Region die Verluste des Iran nicht ausgleichen“, was zutrifft. Da er jedoch die Reformisten vertritt, könnten die Fundamentalisten ihn ignorieren.

Darin liegt die Bedeutung der Veröffentlichung seines Vorschlags in Foreign Affairs, einer Zeitschrift, die von US-Diplomaten gelesen wird, und die sie möglicherweise dazu inspirieren könnte, ihn Außenminister Marco Rubio als gesichtswahrenden Ausweg vorzuschlagen – für den Fall, dass Trump, wie manche behaupten, nach einem solchen sucht. Trump könnte aber stattdessen auch darauf aus sein, die Weltordnung radikal zu verändern, indem er die Energieexporte der Region auf unbestimmte Zeit unterbindet, da die USA sie nicht mehr benötigen. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, wäre Sharifs Vorschlag wohl Trumps beste Chance auf Frieden.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Der Westen umzingelt Russland im Südkaukasus und in Zentralasien

Von Andrew Korybko – 3. April 2026

Der Russland-Experte Timofei Bordachev beharrt darauf, dass „ein neues Great Game nicht in Sicht ist“, vor allem weil der Westen angeblich keine Absicht habe, an der südlichen Peripherie Russlands mit diesem zu konkurrieren, da er bereits anderswo mit Herausforderungen hinsichtlich des Wettbewerbs mit Russland konfrontiert sei; TRIPP widerlegt jedoch seine Einschätzung.

Der renommierte Russland-Experte Timofei Bordachev veröffentlichte einen weiteren Artikel über den Südkaukasus und Zentralasien mit dem Titel „Eurasiens Geister des Great Game“. Er knüpft an seinen früheren Beitrag an, auf den hier bereits eingegangen wurde. Genau wie dieser vermeidet auch sein neuester Artikel auffällig jeden noch so beiläufigen Verweis auf die im August letzten Jahres vorgestellte „Trump-Route für internationalen Frieden und Wohlstand“ (TRIPP), die darauf abzielt, den Einfluss des Westens – einschließlich der NATO – auf den Südkaukasus und Zentralasien auszuweiten. Dies würde die Einkreisung Russlands durch den Westen weiter vorantreiben.

In seinem neuesten Artikel versucht Bordachev, „Mythen über die Rivalität der Großmächte in Zentralasien zu widerlegen, und betont, dass ein nüchterner, gleichberechtigter Umgang mit der Region Russland mehr nützen wird, als es ein wettbewerbsorientierter Ansatz jemals könnte. Trotz der Ängste, Sorgen und der Rhetorik ist ein neues Great Game nicht in Sicht.“ Sein Argument läuft darauf hinaus, dass der Westen angeblich gar nicht die Absicht habe, mit Russland in Zentralasien zu konkurrieren, da er bereits anderswo mit Herausforderungen hinsichtlich des Wettbewerbs mit Russland konfrontiert sei. TRIPP widerlegt dies jedoch.

Die zuvor erwähnte Reaktion auf Bordachevs früheren Beitrag zu diesem Thema nennt fünf Hintergrundberichte, die Leser studieren sollten, um sich auf den neuesten Stand zu bringen. Kurz gesagt stellt TRIPP einen Wirtschaftskorridor mit doppeltem militärischem Zweck dar, um den westlichen Einfluss entlang der gesamten südlichen Peripherie Russlands auszuweiten. Ein verstärkter Handel Zentralasiens mit dem Westen kann zur Entstehung neuer Eliten und zur Kooptierung bestehender Eliten führen, und wo Handel stattfindet, können politische und anschließend militärische Verbindungen leicht folgen.

Bordachev behauptet, dass „Russlands Hauptgegner entweder keine ausreichend wichtigen Interessen haben oder einfach nicht in der Lage sind, eine physische Präsenz aufrechtzuerhalten, die Moskau als Bedrohung für seine Sicherheitsinteressen ansehen könnte.“ Dies wird durch die Ankündigung Kasachstans vom vergangenen Dezember widerlegt, dass es mit der Produktion von NATO-Standard-Geschossen beginnen wird; die Auswirkungen davon wurden hier analysiert, wobei die wichtigste darin besteht, dass Kasachstan bald dem Beispiel Aserbaidschans folgen könnte, seine Streitkräfte an NATO-Standards anzupassen.

Das schleppende Tempo, mit dem sich dies möglicherweise entwickelt, könnte Russland davon abhalten, präventiv einzugreifen, aus Sorge, dass jede Reaktion, die es letztendlich ergreift, als „Überreaktion“ dargestellt werden könnte und diesen Prozess somit weiter beschleunigen würde, falls es das Problem nicht lösen kann. Es ist schon beunruhigend genug, dass es an Russlands südlicher Peripherie eine nach NATO-Standard ausgerüstete Armee gibt, die zudem mit dem NATO-Mitglied Türkei verbündet ist, aber eine weitere entlang der längsten Landgrenze der Welt wäre noch beunruhigender.

TRIPP dient als militärischer Logistikkorridor zur Verwirklichung dieses Ziels, und sollte der Iran nach dem Ende des US-israelischen Angriffskriegs den USA unterworfen sein, könnte der östliche Zweig des Nord-Süd-Transportkorridors zu einem ergänzenden Korridor umfunktioniert werden. Das Gleiche gilt für den Fall, dass Pakistan als „wichtiger Nicht-NATO-Verbündeter“ Afghanistan unterwirft; in diesem Fall könnten US-Truppen zur Einmischung in Zentralasien auf den Luftwaffenstützpunkt Bagram zurückkehren, ermutigt durch die Eröffnung dieses weiteren militärischen Logistikkorridors in diese Binnenregion.

Auch wenn TRIPP nach wie vor der einzige militärische Logistikkorridor des Westens nach Zentralasien ist, stellt er dennoch eine strategische Bedrohung für die nationalen Sicherheitsinteressen Russlands dar – eine Bedrohung, auf die Bordachev noch immer nicht eingegangen ist. Entweder ist er nicht auf dem Laufenden, hält TRIPP für ein zu heikles Thema, als dass ein Experte seines Kalibers sich öffentlich dazu äußern könnte, um eine regionale Überreaktion zu vermeiden, oder er ist zu dem Schluss gekommen, dass Russland in eine Phase des „kontrollierten Niedergangs“ eingetreten ist. Was auch immer der Grund sein mag, das Fehlen dieses Themas in seiner Arbeit ist eklatant und gibt Anlass zu besorgten Spekulationen.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Die „Hormus-Falle“: Energieschock und Umverteilung des Marktes?

Von Irina Gaida (Übersetzung: Thomas Röper) – 3. April 2026

Die Lage an der Straße von Hormus wird nicht nur die weltweiten Energiemärkte verändern. Wie stark diese Veränderungen werden, hängt von der Dauer des Krieges ab. Wer werden danach die Gewinner, wer die Verlierer sein?

Eine Expertin hat für die TASS einen lesenswerten Artikel über die kommenden Veränderungen der weltweiten Energiemärkte und ihre Folgen geschrieben, den ich übersetzt habe. [,,,]

Die „Hormus-Falle“: Energieschock und Umverteilung des Marktes?

Irina Gaida, Dozentin an der Fakultät für Geographie und Geoinformations-technologien der Nationalen Forschungsuniversität für Wirtschaft, erörtert die möglichen Folgen für die Welt in verschiedenen Szenarien des Nahostkonflikts.

Die Straße von Hormus ist längst nicht mehr nur ein „Flaschenhals“ in der globalen Logistik, sie ist ein Dolchstoß ins Herz der globalen Energieversorgung und möglicherweise der gesamten Wirtschaft. Die einst täglich 150 Tanker werden heute typischerweise durch ein bis zwei Dutzend Schiffe pro Tag ersetzt – zu horrenden Preisen. Offiziell ist das Meer offen, doch in Wirklichkeit ist es fast vollständig blockiert.

Der Iran setzt als Reaktion auf die Angriffe der USA und Israels systematisch asymmetrische Kriegsführung ein: Angriffe auf die Infrastruktur in den Ländern des Persischen Golfs und einen „Tankerkrieg“, der an die 1980er-Jahre erinnert, nur dass heute Drohnen und Cyberangriffe zum Einsatz kommen. All dies geschieht in einer Situation, in der Umleitungsrouten die Umleitung von lediglich etwa 25 Prozent des Öls und weniger als 10 Prozent des Gases ermöglichen.

Für den Ölmarkt, der in den letzten zehn Jahren viel erlebt hat, ist die Lage äußerst schwierig. Die Unterbrechung der Ströme führt zu einem Förderausfall von rund 16 Millionen Barrel pro Tag. Zusätzliche Fördermengen in anderen Regionen, strategische und kommerzielle Reserven verschiedener Länder sowie die bis Ende 2025 angesammelten „schwimmenden Reserven“ in Tankern können dieses Defizit nicht ausgleichen, sollte der Konflikt länger als 60 bis 100 Tage andauern. China und die USA, die über die größten Reserven verfügen, werden dem Schutz ihrer Verbraucher und der Schonung ihrer strategischen Reserven Priorität einräumen. Unklar ist zudem, wo die technische Grenze für die Erschöpfung der Reserven liegt, denn nie zuvor mussten mehr als ein bis zwei Millionen Barrel pro Tag ausgeglichen werden. Insgesamt könnte ein Angebotsdefizit von eine bis fünf Millionen Barrel pro Tag entstehen. Die Folge werden steigende Preise, sinkende Nachfrage und der Beginn einer zwar „milden“, aber dennoch realen globalen Rezession sein.

Die Ölpreise haben ihre Höchststände von 2022 noch nicht erreicht, was wahrscheinlich das Vertrauen des Marktes in eine schnelle und schmerzlose Lösung des Konflikts widerspiegelt. Sollte das jedoch nicht passieren, könnte ein Preisanstieg auf 150–200 US-Dollar pro Barrel bevorstehen.

Beim Gas, insbesondere LNG, ist die Lage noch schlechter, da zusätzlich zu den Blockaden auch die Produktionsinfrastruktur beschädigt wurde. Die Anlage in Katar (die weltweit größte LNG-Produktionsanlage) wurde aufgrund der Zerstörung zweier ihrer 14 Produktionslinien stillgelegt. Katar hat bereits höhere Gewalt für wichtige Verträge mit Italien, Belgien, Südkorea und China geltend gemacht. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben die LNG-Exporte aufgrund der Unmöglichkeit der Durchfahrt durch die Meerenge praktisch eingestellt. Israel hat die Produktion auf seinen Feldern ausgesetzt, was bereits zur Einstellung der Stickstoffdüngerproduktion in Ägypten geführt hat. Die Frachtraten für LNG-Tanker sind um etwa 600 Prozent gestiegen, während die Versicherungsprämien von 0,25 auf drei Prozent des Schiffswertes gestiegen sind.

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Trump droht in mörderischer Rede: Iran soll „in die Steinzeit“ zurückversetzt werden

Von Andre Damon – 3. April 2026

Bombardierung Teherans durch US-amerikanische und israelische Streitkräfte, 4. März 2026
Bombardierung Teherans durch US-amerikanische und israelische Streitkräfte am 4. März 2026

Bombardierung Teherans durch US-amerikanische und israelische Streitkräfte, 4. März 2026
Am Mittwoch erklärte US-Präsident Donald Trump in einer Fernsehansprache zur Hauptsendezeit, das Ziel der Vereinigten Staaten im Krieg gegen den Iran sei die Zerstörung der iranischen Gesellschaft. „Wir sind auf dem besten Weg, alle militärischen Ziele der USA bald, sehr bald, zu erreichen. Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen. Wir werden sie zurück in die Steinzeit versetzen“, sagte Trump.

Wenn die iranische Regierung seine Forderungen nicht akzeptiere, so Trump, würden die USA „jedes einzelne ihrer Kraftwerke sehr hart und wahrscheinlich gleichzeitig treffen. Wir haben ihr Öl noch nicht angegriffen, obwohl das das leichteste Ziel von allen ist, denn das würde ihnen nicht einmal die geringste Chance auf Überleben oder Wiederaufbau lassen. Aber wir könnten es angreifen, und es wäre weg, und sie könnten überhaupt nichts dagegen tun.“

Mit anderen Worten: Sollte der Iran nicht vollständig kapitulieren und de facto zu einem kolonialen Protektorat der Vereinigten Staaten werden, so beabsichtigt Trump erklärtermaßen, alles auszulöschen, was das moderne Leben von 90 Millionen Menschen aufrechterhält, und ihnen „nicht einmal die geringste Chance auf Überleben“ zu lassen.

Noch nie in der Geschichte hat ein US-Präsident eine solche Rede gehalten. Welche Verbrechen frühere Regierungen auch begangen haben mögen, sie wurden stets als Verteidigung von Demokratie, Selbstbestimmung und Befreiung dargestellt. Heute lautet die Botschaft des US-Präsidenten an die Bevölkerung eines ganzen Landes: Akzeptiert unsere Forderungen oder sterbt.

Dies sind Aussagen, die buchstäblich genozidale Absichten anzeigen. Ein Land „zurück in die Steinzeit“ zu bomben, bedeutet, dass man seine Zivilisation zerstört – eine Zivilisation, die im Falle des Iran seit Jahrtausenden existiert. Der Präsident der Vereinigten Staaten erklärt in einer landesweit ausgestrahlten Fernsehsendung seine Absicht, ein ganzes Land zu vernichten. Alles, was 90 Millionen Menschen am Leben erhält – Städte, Stromnetz, Wasserversorgung, Krankenhäuser, Industrie – soll dem Erdboden gleichgemacht werden.

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Der Irankrieg und die Normalisierung von Kriegsverbrechen

Von Peter Schwarz – 3. April 2026

Die Drohung von US-Präsident Donald Trump, den Iran in die Steinzeit zurückzubomben, hat in den europäischen Medien keine Reaktion oder bestenfalls ein Schulterzucken ausgelöst. Trumps Androhung, die Lebensgrundlage eines Landes mit 90 Millionen Einwohnern und einer 5000-jährigen Kultur zu zerstören, war keinem der Leitartikler und Kommentatoren, die sich sonst endlos das Maul über den russischen Präsidenten Putin zerreißen, einen Protest wert.

Trump hatte die Drohung mehrmals in seinen Tweets und am Mittwoch auch in einer Fernsehansprache an das amerikanische Volk geäußert. „Wir werden ihnen in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart zusetzen. Wir werden sie zurück in die Steinzeit schicken“, sagte er.

Dass Trump diese Drohung ernst meint, steht außer Zweifel. Die einzige Frage ist, wie weit er dabei gehen wird. Bis zum Einsatz von Atomwaffen? Ausschließen kann man das nicht.

Seit Kriegsbeginn hat allein Israel über 6500 Bomben auf den Iran abgeworfen, die Zahl der US-Bomben dürfte noch höher sein. Tausende wurden bereits getötet, Zehntausende verletzt. Die Zerstörung von Ölfeldern, Atomkraftwerken, Energie- und Wasserversorgung, mit der Trump droht, und die Vernichtung von Krankenhäusern, Schulen und Industrieanlagen, die bereits begonnen hat, würde Millionen weitere zu Hunger, Seuchen und Tod verurteilen.

Nicht nur Trumps Taten, auch seine Sprache erinnert an die völkermörderische Politik der Nazis. So hatte Hitlers Propagandachef Goebbels kurz vor Beginn des Vernichtungskriegs gegen die Sowjetunion in sein Tagesbuch geschrieben: „Es wird ein Massenangriff allergrößten Stils, wohl der gewaltigste, den die Geschichte je gesehen hat… Der Bolschewismus wird wie ein Kartenhaus zusammenbrechen. Wir stehen vor einem Siegeszug ohnegleichen.“

Doch all das ist den Meinungsmachern in den Redaktionen keinen Kommentar wert. Sie berichten zwar über Trumps „Steinzeit“-Drohung, teilweise sogar in den Schlagzeilen. Doch Empörung oder Widerspruch – Fehlanzeige. Sie sorgen sich höchstens um die Folgen für den Ölpreis, die Aktienkurse und die Zukunft der NATO.

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