Mehrere israelische Quellen berichteten, dass die libanesische Widerstandsbewegung Hisbollah einen Scud-Raketenangriff auf den Luftwaffenstützpunkt Palmachim in Israel gestartet habe. Angenommen wird der Einsatz einer Scud-D oder einer ähnlichen modernisierten Scud-Variante.
Nach Vereinbarung eines „Waffenstillstands“ mit Israel war die Hisbollah völlig von der Bildfläche verschwunden. Auf die hunderten Verletzungen der Waffenruhe, die Bombardierungen von Wohnhäusern durch Israel und gezielte Ermordungen von vermuteten Hisbollah-Mitgliedern gab es keine wie immer geartete Antwort. Man dachte, die Hisbollah sei als maßgebende Kraft verschwunden. Sie ist offenbar nicht nur wieder erstarkt, sondern hat neue Waffensysteme. Denn dies ist der erste Angriff mit einer ballistischen Rakete in der Geschichte des Landes, der vom Libanon aus gestartet wurde.
Obwohl israelische Quellen seit Langem behaupten, dass die Hisbollah über Syrien nordkoreanische ballistische Raketen beschafft habe, wurden diese noch nie im Kampf eingesetzt. LautMilitary Watch Magazine spiegelt der Abschuss der Rakete die weitaus höhere Intensität der jüngsten Feindseligkeiten im Vergleich zu früheren Auseinandersetzungen wider.
Der Luftwaffenstützpunkt Palmachim ist eine bedeutende israelische Militäranlage an der Mittelmeerküste südlich von Tel Aviv. Er ist einer der strategisch sensibelsten Stützpunkte der israelischen Streitkräfte. Die Anlage erfüllt mehrere wichtige Funktionen, was sie von einem typischen Luftwaffenstützpunkt deutlich unterscheidet.
Apache Angriffs-Hubschrauber in Palmachim
Dazu gehört, dass sie als primärer Teststandort sowohl für ballistische Raketen wie die Jericho als auch für Raketenabwehrsysteme wie das Arrow dient. Sie ist zudem das Herzstück des israelischen Weltraumprogramms und der einzige Standort für unabhängige Satellitenstarts, während dort auch Eliteeinheiten der Luftwaffenaufklärung sowie eine Reihe unbemannter Kampf-, Aufklärungs- und Überwachungsfliegereinheiten stationiert sind.
Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – April 2026
Weitgehend übersehen wurde ein investigativer Bericht durch Nick Turse in The Intercept am 1. April, der beschreibt, dass die USA die wirklichen Verluste im Angriffskrieg gegen den Iran vertuschen. Was sonst noch in der Nacht und am 3. April in diesem Konflikt passierte, lesen Sie in diesem Ticker.
Fast 750 US-Soldaten wurden seit Oktober 2023 im Nahen Osten verwundet oder getötet, wie eine Analyse von The Intercept ergab. Das Pentagon will dies jedoch nicht anerkennen, schreibt der Autor in dem erwähnten Artikel. „Das US Central Command (CENTCOM), das die Militäroperationen im Nahen Osten leitet, scheint die Verluste zu vertuschen, wie ein Beamter des Verteidigungsministeriums es nannte. Es habe The Intercept zu niedrige und veraltete Zahlen genannt und verweigerte jegliche Aufklärung über militärische Todesfälle und Verletzungen. Mindestens 15 US-Soldaten wurden am Freitag bei einem iranischen Angriff auf einen saudischen Luftwaffenstützpunkt, auf dem amerikanische Truppen stationiert sind, verwundet, wie zwei Regierungsbeamte gegenüber The Intercept bestätigten.
Hunderte US-Soldaten wurden in der Region getötet oder verletzt, seit die USA vor gut einem Monat den Krieg gegen den Iran begannen. Präsident Donald Trump – der bei der würdevollen Überführung der ersten im Krieg gefallenen Amerikaner einen blauen Anzug, eine rote Krawatte und eine Baseballkappe trug – erklärte, Verluste seien unvermeidlich gewesen. „Wenn es solche Konflikte gibt, gibt es immer Tote“, sagte er später. „Ich habe die Eltern kennengelernt, und sie waren unglaubliche Menschen. Wirklich unglaubliche Menschen, aber sie alle hatten eines gemeinsam. Sie sagten mir immer wieder dasselbe: ‚Beenden Sie die Arbeit, Sir. Bitte beenden Sie die Arbeit.‘“
Der Artikel erklärt dann noch Details und Indizien, erwähnt Aussagen und Berichte und schließt mit der Bemerkung, dass all die Opfer noch nicht die Söldnergruppen einschließen. Und dass es in der Region von CENTCOM nur im Jahr 2024 alleine 12900 Fälle von Verwundungen im Dienst gab. Er schließt mit dem Satz:
„Die Zahlen dürften deutlich zu niedrig sein, aber wenn man auch nur die Bruchteile bekannter Verletzungen von Auftragnehmern hinzurechnet, könnte die Zahl der Opfer unter Amerikanern und auf US-Stützpunkten 13.600 übersteigen.“
Das Rekordbudget für Krieg bei Rekordschulden in den USA
Donald Trump wird tatsächlich das höchste Rüstungsbudget seit dem 2. Weltkrieg am Freitag zur Genehmigung einreichen. Es soll 1500 Milliarden, bzw. 1,5 Billionen US-Dollar betragen.
Darin NICHT enthalten sind die tatsächlichen Kriegskosten. Das Pentagon hat deshalb beim Weißen Haus einen Zusatz-Antrag über ca. 200 Milliarden Dollar eingereicht – für laufende Operationen, Munitionsnachschub, Ersatz von verbrauchten/verlorenen Assets (inkl. möglicher Schiffsverluste) und Vorbereitung auf weitere Einsätze. Das ist extra-Geld, das zusätzlich zum Basisbudget beantragt werden muss und vom Kongress gesondert genehmigt werden muss. Insgesamt verbrauchen die USA also, wenn alles gut läuft, 1,7 Billionen Dollar für Krieg!
07 Uhr 00:
Die Revolutionsgarden (IRGC) gab den Beginn der 91. Welle der Operation „Wahres Versprechen 4“ bekannt. Ziele seien:
🔸 US-Stahlwerke in Abu Dhabi 🔸 US-Aluminiumwerke in Bahrain 🔸 Rafael-Waffenfabrik (Israel) 🔸 US-Militärstützpunkt nahe Manama, Dutzende Tote und Verwundete 🔸 Luftwaffenstützpunkte Al-Tanf, Palmachim und Ben Gurion 🔸 Militärstützpunkte in Tel Aviv, Haifa, Eilat, Negev und Beerscheba 🔸 US-Stützpunkte in Ahmad al-Jaber, Ali al-Salem und Al-Kharj 🔸 Frühwarnradar auf dem Stützpunkt Zafar in den Vereinigten Arabischen Emiraten – vollständig zerstört 🔸 Stellungen von US-Kampfjets auf dem Stützpunkt Al-Azraq in Jordanien
Der Friedensvorschlag von Irans ehemaligem Außenminister Sharif ist überraschend pragmatisch und könnte der Trump-Regierung einen Ausweg bieten, der sie das Gesicht wahren lässt, meint unser Autor.
Der ehemalige iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif, der die Interessen der reformistischen (moderaten) Fraktion seines Landes gegenüber den fundamentalistischen (konservativen) Rivalen vertritt, veröffentlichte in Foreign Affairs einen Vorschlag zum Thema „Wie der Iran den Krieg beenden sollte“. Er begann damit, den Widerstand des Iran als Beweis für dessen Sieg über die USA und Israel zu preisen, bevor er sich an diejenigen wandte, die den Konflikt fortsetzen wollen, und sie an die wachsenden wirtschaftlichen und humanitären Folgen erinnerte. Erst dann legte er seinen Vorschlag dar.
Mit seinen Worten: „[Der Iran] sollte anbieten, sein Atomprogramm einzuschränken und die Straße von Hormus wieder zu öffnen, im Austausch für die Aufhebung aller Sanktionen – ein Deal, den Washington zuvor nicht angenommen hätte, jetzt aber akzeptieren könnte. Der Iran sollte auch bereit sein, einen gegenseitigen Nichtangriffspakt mit den Vereinigten Staaten zu akzeptieren, in dem sich beide Länder verpflichten, sich in Zukunft nicht gegenseitig anzugreifen. Er könnte wirtschaftliche Beziehungen mit den Vereinigten Staaten anbieten, was sowohl für das amerikanische als auch für das iranische Volk ein Gewinn wäre.“
Als erster Schritt könnte ein Waffenstillstand vereinbart werden, im Gegenzug dafür, dass der Iran die Meerenge wieder vollständig öffnet und die USA ihre Sanktionen vollständig aufheben, was die Grundlage für die Wiederaufnahme der Verhandlungen über das iranische Atomprogramm und ein dauerhaftes Friedensabkommen schaffen würde. Was den ersten Punkt betrifft, schlägt Zarif vor, die Anlagen seines Landes unter vollständige internationale Überwachung zu stellen, während der zweite Punkt durch ein vom UN-Sicherheitsrat unterstütztes regionales Abkommen über kollektive Sicherheit erreicht werden könnte, das seinen vorgeschlagenen Nichtangriffspakt ergänzen würde.
Er schrieb außerdem, dass „der Iran und die Vereinigten Staaten eine für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Wirtschaft und Technologie initiieren sollten“, unter anderem im Energiesektor, und dass der Iran finanzielle Unterstützung der USA für seinen Wiederaufbau als eine Form von Reparationen fordern sollte, um den Widerstand der Öffentlichkeit gegen ein Friedensabkommen zu mildern. Dies spiegelt wider, was hier Anfang März über eine mögliche ressourcenorientierte strategische Partnerschaft zwischen dem Iran und den USA nach dem Krieg vorgeschlagen wurde, die sich an dem Modell orientiert, über das Russland und die USA derzeit verhandeln.
Sharif kommt zu dem Schluss: „Die Emotionen mögen hochkochen, und jede Seite prahlt mit ihren Siegen an der Front. Aber die Geschichte erinnert sich am besten an diejenigen, die Frieden stiften.“
Wenn man darüber nachdenkt, hat er recht damit, dass es besser ist, eine Einigung zu erzielen, als dass der Iran weiterhin immer verheerendere wirtschaftliche und humanitäre Verluste erleidet, zumal zivile Ziele nun häufiger angegriffen werden und Trump damit gedroht hat, die iranische Energieindustrie zu zerstören. Selbst wenn der Iran Vergeltungsmaßnahmen gegen den Golf ergreift, „wird die Zerstörung der Infrastruktur der Region die Verluste des Iran nicht ausgleichen“, was zutrifft. Da er jedoch die Reformisten vertritt, könnten die Fundamentalisten ihn ignorieren.
Darin liegt die Bedeutung der Veröffentlichung seines Vorschlags in Foreign Affairs, einer Zeitschrift, die von US-Diplomaten gelesen wird, und die sie möglicherweise dazu inspirieren könnte, ihn Außenminister Marco Rubio als gesichtswahrenden Ausweg vorzuschlagen – für den Fall, dass Trump, wie manche behaupten, nach einem solchen sucht. Trump könnte aber stattdessen auch darauf aus sein, die Weltordnung radikal zu verändern, indem er die Energieexporte der Region auf unbestimmte Zeit unterbindet, da die USA sie nicht mehr benötigen. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein, wäre Sharifs Vorschlag wohl Trumps beste Chance auf Frieden.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.
Der Russland-ExperteTimofei Bordachev beharrt darauf, dass „ein neues Great Game nicht in Sicht ist“, vor allem weil der Westen angeblich keine Absicht habe, an der südlichen Peripherie Russlands mit diesem zu konkurrieren, da er bereits anderswo mit Herausforderungen hinsichtlich des Wettbewerbs mit Russland konfrontiert sei; TRIPP widerlegt jedoch seine Einschätzung.
Der renommierte Russland-Experte Timofei Bordachev veröffentlichte einen weiteren Artikel über den Südkaukasus und Zentralasien mit dem Titel „Eurasiens Geister des Great Game“. Er knüpft an seinen früheren Beitrag an, auf den hier bereits eingegangen wurde. Genau wie dieser vermeidet auch sein neuester Artikel auffällig jeden noch so beiläufigen Verweis auf die im August letzten Jahres vorgestellte „Trump-Route für internationalen Frieden und Wohlstand“ (TRIPP), die darauf abzielt, den Einfluss des Westens – einschließlich der NATO – auf den Südkaukasus und Zentralasien auszuweiten. Dies würde die Einkreisung Russlands durch den Westen weiter vorantreiben.
In seinem neuesten Artikel versucht Bordachev, „Mythen über die Rivalität der Großmächte in Zentralasien zu widerlegen, und betont, dass ein nüchterner, gleichberechtigter Umgang mit der Region Russland mehr nützen wird, als es ein wettbewerbsorientierter Ansatz jemals könnte. Trotz der Ängste, Sorgen und der Rhetorik ist ein neues Great Game nicht in Sicht.“ Sein Argument läuft darauf hinaus, dass der Westen angeblich gar nicht die Absicht habe, mit Russland in Zentralasien zu konkurrieren, da er bereits anderswo mit Herausforderungen hinsichtlich des Wettbewerbs mit Russland konfrontiert sei. TRIPP widerlegt dies jedoch.
Die zuvor erwähnte Reaktion auf Bordachevs früheren Beitrag zu diesem Thema nennt fünf Hintergrundberichte, die Leser studieren sollten, um sich auf den neuesten Stand zu bringen. Kurz gesagt stellt TRIPP einen Wirtschaftskorridor mit doppeltem militärischem Zweck dar, um den westlichen Einfluss entlang der gesamten südlichen Peripherie Russlands auszuweiten. Ein verstärkter Handel Zentralasiens mit dem Westen kann zur Entstehung neuer Eliten und zur Kooptierung bestehender Eliten führen, und wo Handel stattfindet, können politische und anschließend militärische Verbindungen leicht folgen.
Bordachev behauptet, dass „Russlands Hauptgegner entweder keine ausreichend wichtigen Interessen haben oder einfach nicht in der Lage sind, eine physische Präsenz aufrechtzuerhalten, die Moskau als Bedrohung für seine Sicherheitsinteressen ansehen könnte.“ Dies wird durch die Ankündigung Kasachstans vom vergangenen Dezember widerlegt, dass es mit der Produktion von NATO-Standard-Geschossen beginnen wird; die Auswirkungen davon wurden hier analysiert, wobei die wichtigste darin besteht, dass Kasachstan bald dem Beispiel Aserbaidschans folgen könnte, seine Streitkräfte an NATO-Standards anzupassen.
Das schleppende Tempo, mit dem sich dies möglicherweise entwickelt, könnte Russland davon abhalten, präventiv einzugreifen, aus Sorge, dass jede Reaktion, die es letztendlich ergreift, als „Überreaktion“ dargestellt werden könnte und diesen Prozess somit weiter beschleunigen würde, falls es das Problem nicht lösen kann. Es ist schon beunruhigend genug, dass es an Russlands südlicher Peripherie eine nach NATO-Standard ausgerüstete Armee gibt, die zudem mit dem NATO-Mitglied Türkei verbündet ist, aber eine weitere entlang der längsten Landgrenze der Welt wäre noch beunruhigender.
TRIPP dient als militärischer Logistikkorridor zur Verwirklichung dieses Ziels, und sollte der Iran nach dem Ende des US-israelischen Angriffskriegs den USA unterworfen sein, könnte der östliche Zweig des Nord-Süd-Transportkorridors zu einem ergänzenden Korridor umfunktioniert werden. Das Gleiche gilt für den Fall, dass Pakistan als „wichtiger Nicht-NATO-Verbündeter“ Afghanistan unterwirft; in diesem Fall könnten US-Truppen zur Einmischung in Zentralasien auf den Luftwaffenstützpunkt Bagram zurückkehren, ermutigt durch die Eröffnung dieses weiteren militärischen Logistikkorridors in diese Binnenregion.
Auch wenn TRIPP nach wie vor der einzige militärische Logistikkorridor des Westens nach Zentralasien ist, stellt er dennoch eine strategische Bedrohung für die nationalen Sicherheitsinteressen Russlands dar – eine Bedrohung, auf die Bordachev noch immer nicht eingegangen ist. Entweder ist er nicht auf dem Laufenden, hält TRIPP für ein zu heikles Thema, als dass ein Experte seines Kalibers sich öffentlich dazu äußern könnte, um eine regionale Überreaktion zu vermeiden, oder er ist zu dem Schluss gekommen, dass Russland in eine Phase des „kontrollierten Niedergangs“ eingetreten ist. Was auch immer der Grund sein mag, das Fehlen dieses Themas in seiner Arbeit ist eklatant und gibt Anlass zu besorgten Spekulationen.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.
Von Irina Gaida (Übersetzung: Thomas Röper) – 3. April 2026
Die Lage an der Straße von Hormus wird nicht nur die weltweiten Energiemärkte verändern. Wie stark diese Veränderungen werden, hängt von der Dauer des Krieges ab. Wer werden danach die Gewinner, wer die Verlierer sein?
Eine Expertin hat für die TASS einen lesenswerten Artikel über die kommenden Veränderungen der weltweiten Energiemärkte und ihre Folgen geschrieben, den ich übersetzt habe. [,,,]
Irina Gaida, Dozentin an der Fakultät für Geographie und Geoinformations-technologien der Nationalen Forschungsuniversität für Wirtschaft, erörtert die möglichen Folgen für die Welt in verschiedenen Szenarien des Nahostkonflikts.
Die Straße von Hormus ist längst nicht mehr nur ein „Flaschenhals“ in der globalen Logistik, sie ist ein Dolchstoß ins Herz der globalen Energieversorgung und möglicherweise der gesamten Wirtschaft. Die einst täglich 150 Tanker werden heute typischerweise durch ein bis zwei Dutzend Schiffe pro Tag ersetzt – zu horrenden Preisen. Offiziell ist das Meer offen, doch in Wirklichkeit ist es fast vollständig blockiert.
Der Iran setzt als Reaktion auf die Angriffe der USA und Israels systematisch asymmetrische Kriegsführung ein: Angriffe auf die Infrastruktur in den Ländern des Persischen Golfs und einen „Tankerkrieg“, der an die 1980er-Jahre erinnert, nur dass heute Drohnen und Cyberangriffe zum Einsatz kommen. All dies geschieht in einer Situation, in der Umleitungsrouten die Umleitung von lediglich etwa 25 Prozent des Öls und weniger als 10 Prozent des Gases ermöglichen.
Für den Ölmarkt, der in den letzten zehn Jahren viel erlebt hat, ist die Lage äußerst schwierig. Die Unterbrechung der Ströme führt zu einem Förderausfall von rund 16 Millionen Barrel pro Tag. Zusätzliche Fördermengen in anderen Regionen, strategische und kommerzielle Reserven verschiedener Länder sowie die bis Ende 2025 angesammelten „schwimmenden Reserven“ in Tankern können dieses Defizit nicht ausgleichen, sollte der Konflikt länger als 60 bis 100 Tage andauern. China und die USA, die über die größten Reserven verfügen, werden dem Schutz ihrer Verbraucher und der Schonung ihrer strategischen Reserven Priorität einräumen. Unklar ist zudem, wo die technische Grenze für die Erschöpfung der Reserven liegt, denn nie zuvor mussten mehr als ein bis zwei Millionen Barrel pro Tag ausgeglichen werden. Insgesamt könnte ein Angebotsdefizit von eine bis fünf Millionen Barrel pro Tag entstehen. Die Folge werden steigende Preise, sinkende Nachfrage und der Beginn einer zwar „milden“, aber dennoch realen globalen Rezession sein.
Die Ölpreise haben ihre Höchststände von 2022 noch nicht erreicht, was wahrscheinlich das Vertrauen des Marktes in eine schnelle und schmerzlose Lösung des Konflikts widerspiegelt. Sollte das jedoch nicht passieren, könnte ein Preisanstieg auf 150–200 US-Dollar pro Barrel bevorstehen.
Beim Gas, insbesondere LNG, ist die Lage noch schlechter, da zusätzlich zu den Blockaden auch die Produktionsinfrastruktur beschädigt wurde. Die Anlage in Katar (die weltweit größte LNG-Produktionsanlage) wurde aufgrund der Zerstörung zweier ihrer 14 Produktionslinien stillgelegt. Katar hat bereits höhere Gewalt für wichtige Verträge mit Italien, Belgien, Südkorea und China geltend gemacht. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben die LNG-Exporte aufgrund der Unmöglichkeit der Durchfahrt durch die Meerenge praktisch eingestellt. Israel hat die Produktion auf seinen Feldern ausgesetzt, was bereits zur Einstellung der Stickstoffdüngerproduktion in Ägypten geführt hat. Die Frachtraten für LNG-Tanker sind um etwa 600 Prozent gestiegen, während die Versicherungsprämien von 0,25 auf drei Prozent des Schiffswertes gestiegen sind.
Bombardierung Teherans durch US-amerikanische und israelische Streitkräfte am 4. März 2026
Bombardierung Teherans durch US-amerikanische und israelische Streitkräfte, 4. März 2026 Am Mittwoch erklärte US-Präsident Donald Trump in einer Fernsehansprache zur Hauptsendezeit, das Ziel der Vereinigten Staaten im Krieg gegen den Iran sei die Zerstörung der iranischen Gesellschaft. „Wir sind auf dem besten Weg, alle militärischen Ziele der USA bald, sehr bald, zu erreichen. Wir werden sie in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen. Wir werden sie zurück in die Steinzeit versetzen“, sagte Trump.
Wenn die iranische Regierung seine Forderungen nicht akzeptiere, so Trump, würden die USA „jedes einzelne ihrer Kraftwerke sehr hart und wahrscheinlich gleichzeitig treffen. Wir haben ihr Öl noch nicht angegriffen, obwohl das das leichteste Ziel von allen ist, denn das würde ihnen nicht einmal die geringste Chance auf Überleben oder Wiederaufbau lassen. Aber wir könnten es angreifen, und es wäre weg, und sie könnten überhaupt nichts dagegen tun.“
Mit anderen Worten: Sollte der Iran nicht vollständig kapitulieren und de facto zu einem kolonialen Protektorat der Vereinigten Staaten werden, so beabsichtigt Trump erklärtermaßen, alles auszulöschen, was das moderne Leben von 90 Millionen Menschen aufrechterhält, und ihnen „nicht einmal die geringste Chance auf Überleben“ zu lassen.
Noch nie in der Geschichte hat ein US-Präsident eine solche Rede gehalten. Welche Verbrechen frühere Regierungen auch begangen haben mögen, sie wurden stets als Verteidigung von Demokratie, Selbstbestimmung und Befreiung dargestellt. Heute lautet die Botschaft des US-Präsidenten an die Bevölkerung eines ganzen Landes: Akzeptiert unsere Forderungen oder sterbt.
Dies sind Aussagen, die buchstäblich genozidale Absichten anzeigen. Ein Land „zurück in die Steinzeit“ zu bomben, bedeutet, dass man seine Zivilisation zerstört – eine Zivilisation, die im Falle des Iran seit Jahrtausenden existiert. Der Präsident der Vereinigten Staaten erklärt in einer landesweit ausgestrahlten Fernsehsendung seine Absicht, ein ganzes Land zu vernichten. Alles, was 90 Millionen Menschen am Leben erhält – Städte, Stromnetz, Wasserversorgung, Krankenhäuser, Industrie – soll dem Erdboden gleichgemacht werden.
Die Drohung von US-Präsident Donald Trump, den Iran in die Steinzeit zurückzubomben, hat in den europäischen Medien keine Reaktion oder bestenfalls ein Schulterzucken ausgelöst. Trumps Androhung, die Lebensgrundlage eines Landes mit 90 Millionen Einwohnern und einer 5000-jährigen Kultur zu zerstören, war keinem der Leitartikler und Kommentatoren, die sich sonst endlos das Maul über den russischen Präsidenten Putin zerreißen, einen Protest wert.
Trump hatte die Drohung mehrmals in seinen Tweets und am Mittwoch auch in einer Fernsehansprache an das amerikanische Volk geäußert. „Wir werden ihnen in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart zusetzen. Wir werden sie zurück in die Steinzeit schicken“, sagte er.
Dass Trump diese Drohung ernst meint, steht außer Zweifel. Die einzige Frage ist, wie weit er dabei gehen wird. Bis zum Einsatz von Atomwaffen? Ausschließen kann man das nicht.
Seit Kriegsbeginn hat allein Israel über 6500 Bomben auf den Iran abgeworfen, die Zahl der US-Bomben dürfte noch höher sein. Tausende wurden bereits getötet, Zehntausende verletzt. Die Zerstörung von Ölfeldern, Atomkraftwerken, Energie- und Wasserversorgung, mit der Trump droht, und die Vernichtung von Krankenhäusern, Schulen und Industrieanlagen, die bereits begonnen hat, würde Millionen weitere zu Hunger, Seuchen und Tod verurteilen.
Nicht nur Trumps Taten, auch seine Sprache erinnert an die völkermörderische Politik der Nazis. So hatte Hitlers Propagandachef Goebbels kurz vor Beginn des Vernichtungskriegs gegen die Sowjetunion in sein Tagesbuch geschrieben: „Es wird ein Massenangriff allergrößten Stils, wohl der gewaltigste, den die Geschichte je gesehen hat… Der Bolschewismus wird wie ein Kartenhaus zusammenbrechen. Wir stehen vor einem Siegeszug ohnegleichen.“
Doch all das ist den Meinungsmachern in den Redaktionen keinen Kommentar wert. Sie berichten zwar über Trumps „Steinzeit“-Drohung, teilweise sogar in den Schlagzeilen. Doch Empörung oder Widerspruch – Fehlanzeige. Sie sorgen sich höchstens um die Folgen für den Ölpreis, die Aktienkurse und die Zukunft der NATO.
Die Trump-Regierung setzt ihren Frontalangriff auf die demokratischen Rechte der amerikanischen Bevölkerung fort. Das zeigte sich in einer Exekutivanordnung, die das Weiße Haus am 31. März erlassen hatte, sowie in einer mündlichen Verhandlung vor dem Obersten Gerichtshof am 1. April.
An diesem Mittwochmorgen hörte der Oberste Gerichtshof die Argumente im Fall Trump gegen Barbara an. Auslöser war Trumps Dekret vom Januar 2025, nach seinem Amtsantritt, mit dem er praktisch das in der US-Verfassung verankerte US-Geburtsrecht abschaffen wollte.
Dieses Dekret wurde mehrfach vor Gericht angefochten. Trump verstößt damit offen gegen den Wortlaut des 14. Zusatzartikels der US-Verfassung, der mit den Worten beginnt: „Alle Personen, die in den Vereinigten Staaten geboren oder eingebürgert sind und ihrer Gesetzeshoheit unterstehen, sind Bürger der Vereinigten Staaten und des Einzelstaates, in dem sie ihren Wohnsitz haben.“
Seit 160 Jahren wird diese Klausel so ausgelegt, dass alle auf US-amerikanischem Territorium geborenen Kinder, mit Ausnahme der Kinder ausländischer Diplomaten, Staatsbürger sind. Die Anwendung dieses Wortlauts auf die Kinder von Einwanderern wurde 1898 vom Obersten Gerichtshof im Fall United States v. Wong Kim Ark bestätigt. Das Gericht sprach Wong aufgrund seiner Geburt in San Francisco die US-Staatsbürgerschaft zu, obwohl seinen eingewanderten Eltern die Einbürgerung durch den rassistischen Chinese Exclusion Act verwehrt worden war.
Der Versuch, das Geburtsrecht auf Staatsbürgerschaft abzuschaffen, ist ein zentraler Schwerpunkt in Trumps Feldzug gegen Einwanderer. Damit würde jedes Jahr einer Viertelmillion Neugeborenen die Staatsbürgerschaft entzogen, und bei rückwirkender Anwendung würde die Staatsbürgerschaft von Millionen von Menschen, die in den USA als Kinder von Einwanderern geboren wurden, für null und nichtig erklärt.
Im Nachhinein betrachtet hätte sich Pakistan niemals dazu verpflichten dürfen, Saudi-Arabien zu verteidigen, noch hätte es sich in die Vermittlung zwischen den USA und dem Iran einmischen dürfen.
Trump erklärte in seiner Ansprache an die Nation: „Wenn es keine Einigung gibt, werden wir jedes einzelne ihrer Kraftwerke sehr hart und wahrscheinlich gleichzeitig treffen. Wir haben ihre Ölförderanlagen noch nicht angegriffen, obwohl das das einfachste Ziel von allen ist, denn das würde ihnen nicht einmal die geringste Chance auf Überleben oder Wiederaufbau lassen. Aber wir könnten sie treffen, und sie wären weg. Und sie könnten nichts dagegen tun.“ Trump wird die Weltordnung radikal verändern, wenn er diese Drohung wahr macht.
Wie hier bereits erläutert, hat der Iran bereits zu Abschreckungszwecken gedroht, symmetrisch gegen die Energieinfrastruktur der Golfstaaten zurückzuschlagen, was dann den Großteil der regionalen Energieexporte für Jahre lahmlegen und somit Afro-Eurasien (mit Ausnahme Russlands) ins Chaos stürzen würde. Die USA wären von diesem Chaos weitgehend abgeschirmt, indem sie sich in die „Festung Amerika“ zurückziehen, von wo aus sie dann die östliche Hemisphäre auf unbestimmte Zeit nach dem Prinzip „Teile und herrsche“ beherrschen könnten, mit minimalem Risiko für ihre Kerninteressen.
Trump gab einen Zeitrahmen von zwei bis drei Wochen an, bevor er diese geradezu apokalyptische Abfolge in Gang setzt, was Pakistan enorm unter Druck setzt, nachdem es die Rolle des Vermittlers zwischen den USA und dem Iran übernommen hat. Pakistan schien sich vorzustellen, es könne in diesem neuen Kalten Krieg ein historisches Abkommen zwischen den beiden Seiten aushandeln, so wie es im alten Kalten Krieg dazu beigetragen hatte, das historische Abkommen zwischen China und den USA zu vermitteln. Das war eine grobe Überschätzung seiner aktuellen diplomatischen Fähigkeiten und eine völlige Fehleinschätzung der Lage.
Es gibt keinen Vergleich zwischen dem US-israelischen Angriffskrieg gegen den Iran und früheren Spannungen zwischen China und den USA, noch zwischen den an beiden Beispielen beteiligten Regierungen, und anders als damals will keine der beiden Seiten Kompromisse eingehen. Die USA fordern die Kapitulation des Iran, doch der Iran lehnt dies als inakzeptabel ab. Das war vorhersehbar, daher stellen sich Fragen zu Pakistans Motiven für die Vermittlung, da dies im Grunde eine unmögliche Aufgabe ist. Sein wahrscheinlichstes Interesse daran trotz der widrigen Umstände war vermutlich die verzweifelte Hoffnung auf einen wundersamen Durchbruch.
Die weitere Eskalation des Konflikts durch groß angelegte iranische Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Golfstaaten, mit denen Teheran gedroht hat, um die USA davon abzuhalten, ihm dies anzutun, könnte dazu führen, dass die Saudis das im vergangenen September geschlossene gegenseitige Verteidigungsbündnis mit Pakistan aktivieren. Pakistan will keinen Krieg gegen den Iran führen, da dies seine Streitkräfte, die bereits gegen Afghanistan im Krieg stehen, überfordern und möglicherweise massive Proteste seiner schiitischen Minderheit auslösen würde, die außer Kontrolle geraten könnten.
Dennoch würde eine Ablehnung der saudischen Bitte die Geldhähne des Königreichs endgültig zudrehen und einem Verrat gleichkommen, nachdem Riad Islamabad im Laufe der Jahre schon mehrfach aus der Patsche geholfen hat – ganz zu schweigen davon, dass dies möglicherweise massive Proteste der sunnitischen Mehrheit in Pakistan auslösen würde, die Saudi-Arabien geradezu verehrt. Trumps nationale Ansprache stürzte Pakistan daher in ein Dilemma, das es sich allein selbst zuzuschreiben hat, da es sich im Nachhinein betrachtet niemals hätte verpflichten dürfen, Saudi-Arabien zu verteidigen, noch sich in die Vermittlung zwischen den USA und dem Iran hätte einmischen dürfen.
Sofern sich die zivile Regierung des Iran nicht dazu entschließt, nach Ausarbeitung einer relativ „gesichtswahrenden“ Kapitulation nachzugeben bzw. sie sie nicht vom Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) daran gehindert wird, könnte Trump seine apokalyptische Drohung wahr machen und damit die Weltordnung grundlegend verändern. Jeder in Afro-Eurasien mit Ausnahme Russlands würde in der Folge darunter leiden, und während es [selbst dann noch] unterschiedliche Meinungen darüber geben wird, wem die Schuld zuzuschreiben ist, würde Pakistan sicherlich einen Teil der Last tragen, da es unrealistische Erwartungen hinsichtlich seiner wohl zum Scheitern verurteilten Vermittlungsbemühungen geweckt hat.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.
Wie erwartet wurde die Ungarn-Wahl in der heißen Phase des Wahlkampfes zu einem Thema, das nun auch in Deutschland fast täglich Schlagzeilen produziert. Für die EU und für Orban geht es dabei buchstäblich um alles, entsprechend skrupellos wird auf Intrigen und schmutzige Tricks gesetzt.
Die Wahlen in Ungarn am 12. April sind nicht nur für Ungarn wichtig, sondern schicksalhaft für die EU und sogar darüber hinaus. Vor einer Woche habe ich erklärt, warum das so ist, wie die Umfragen in Ungarn manipuliert werden und welches Szenario im Falle eines Wahlsieges von Orban droht, weil die EU einen Wahlsieg Orbans kaum anerkennen, sondern mit Verweis auf von der EU selbst bezahlte Umfragen von Wahlfälschung sprechen dürfte. Ich werde das hier nicht alles wiederholen, daher verweise ich auf meinen Artikel von letzter Woche. […]
Deutsche Medien verschweigen, was in Ungarn über die illegale Finanzierung der ungarischen Opposition bekannt geworden ist, die offensichtlich mit Schwarzgeld finanziert wird, das augenscheinlich aus der Ukraine kommt. Die Beschlagnahme eines ukrainischen Geldtransporters in Ungarn mit Millionen Euro und Dollar in bar, sowie kiloweise Goldbarren (alles zusammen im Wert von fast 100 Millionen Euro) vor einigen Wochen hat diesen Verdacht bereits erhärtet. Allerdings vermute ich, dass hinter den Zahlungen eher die EU stecken dürfte, die die Zahlungen jedoch über die Ukraine laufen lässt.