Aufrufe & Appelle

Hervorgehoben



Bis hierher und nicht weiter! Wir protestieren gegen die rechtswidrigen Sanktionen gegen Oberst Jacques Baud und den Kriegskurs der EU


Fordert die Freilassung des sozialistischen Kriegsgegners Bogdan Syrotiuk aus einem ukrainischen Gefängnis!


Waffenstillstand sofort! Sofortiger Stopp aller Waffenlieferungen an die Ukraine! Kein Krieg gegen Russland! Abzug aller Atomraketen aus Europa!


Freiheit für Julian Assange! Aufruf des Komitees zur Verteidigung von Julian Assange und Chelsea Manning …


Kein Krieg gegen den Irak! – Kein Blut für Öl und Macht! Aufruf der Initiative gegen den Irak-Krieg vom November 2002…


Krieg gegen den Iran führt zu massiver Preistreiberei und Gewinnwucher

Von Nick Beams – 17. April 2026

Während Arbeiter weltweit unter den sich ständig verschärfenden Folgen des US-Kriegs gegen den Iran leiden – durch verheerende Preissprünge bei Benzin, Gas und Lebensmitteln und die wachsende Gefahr von Nahrungsmittelknappheit in ärmeren Ländern –, scheffeln große Konzerne und Banken Gewinne in Höhe von Hunderten Milliarden Dollar.

Wie zu erwarten war, profitieren die Ölkonzerne als Erste von dieser Gewinnschwemme.
Laut einer Untersuchung des Guardian, deren Ergebnisse am Mittwoch veröffentlicht wurden, werden die großen Ölkonzerne in Saudi-Arabien, Russland, den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Europa bei einem Ölpreis von rund 100 Dollar pro Barrel im Jahr 2026 zusätzliche Gewinne in Höhe von 234 Milliarden Dollar einfahren – ein zusätzlicher Zufluss von 30 Millionen Dollar pro Stunde für den Rest des Jahres.

Der größte Gewinner ist der saudische Ölkonzern Aramco, der voraussichtlich einen Kriegsgewinn von 25,5 Milliarden Dollar erzielen wird, während die russischen Ölgiganten zusätzliche 23,9 Milliarden Dollar einnehmen dürften.

Das US-Unternehmen ExxonMobil wird zusätzliche 11 Milliarden Dollar einnehmen. Der Umsatz von Shell wird um 6,8 Milliarden Dollar steigen, und Chevron dürfte zusätzliche 9,2 Milliarden Dollar erwirtschaften.

Diese zusätzlichen Gewinne kommen zu der Billion Dollar hinzu, die die Ölindustrie jedes Jahr einnimmt, während sie gleichzeitig direkte Subventionen erhält, die sich nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds im Jahr 2022 auf insgesamt 1,3 Billionen Dollar beliefen.

Aus dem Anstieg der Aktienkurse ergeben sich für die Konzerne auch weitere Vorteile. Der Marktwert von ExxonMobil ist um 118 Milliarden Dollar gestiegen, während der von Shell um 34 Milliarden Dollar zulegte.

Abgesehen von den Ölproduzenten profitieren auch Handelsunternehmen, die mit Öl, Lebensmitteln, Metallen und anderen lebenswichtigen Rohstoffen handeln und die globalen Märkte weitgehend dominieren. Das Wall Street Journal berichtete, dass der Schweizer Rohstoffhändler Gunvor angab, im ersten Quartal dieses Jahres bereits so viel Geld verdient zu haben wie im gesamten Jahr 2025, als er einen Gewinn von 1,6 Milliarden Dollar erzielte. Andere werden einen ähnlichen Aufschwung erleben.

[Hier weiterlesen]

US-Blockade der Straße von Hormus verschärft Konflikte zwischen den Großmächten

Von Jordan Shilton – 18. April 2026

Die Blockade der Straße von Hormus durch die USA, die seit Montag in Kraft ist, stellt eine deutliche Eskalation des Kriegs gegen den Iran dar. Der Versuch der US-Truppen, den gesamten Tankerverkehr von und zu den iranischen Häfen zu unterbinden, zielt darauf ab, Teheran zu umfassenden Zugeständnissen an den US-Imperialismus zu zwingen. Gleichzeitig richtet er sich gegen die Interessen Chinas, das für einen Großteil seiner Energieimporte auf billiges Öl aus dem Iran und der gesamten Golfregion angewiesen ist.

Wie US-Vizepräsident JD Vance am Dienstag deutlich machte, zielt der US-Angriffskrieg darauf ab, den Nahen Osten neu zu ordnen. Er erklärte bei einer Veranstaltung, Präsident Donald Trump sei nicht an „kleinen Abkommen“ interessiert, sondern strebe eine „umfassende Vereinbarung“ mit dem Iran an, die vorsieht, dass der Iran von den USA „wirtschaftlich wie ein normales Land“ behandelt wird. Trump und Vance wollen die Zeit bis vor das Jahr 1979 zurückdrehen, als die iranische Revolution die finanzielle und militärische Vorherrschaft des US-Imperialismus über das Land mit 93 Millionen Einwohnern beendete.

Trumps Äußerungen seit Beginn des Kriegs zeigen, dass der US-Imperialismus zu brutalster Barbarei greifen wird, um seine Vormachtstellung in der wichtigsten Energieexport-Region der Welt zu sichern. Er hat versprochen, den Iran „in die Steinzeit zurück zu bomben“ und drohte am 7. April, eine „ganze Zivilisation“ könne auf einen Schlag ausgelöscht werden. Die amerikanisch-israelischen Bombardierungen des Iran waren geprägt von willkürlicher Brutalität, wie die Zerstörung einer Mädchenschule am ersten Tag des Kriegs, bei der mehr als 160 Kinder getötet wurden. Unabhängige Untersuchungen und Berichte vor Ort nach Inkrafttreten des Waffenstillstands letzte Woche zeigten, dass selbst bei Angriffen der USA auf angebliche militärische Ziele die Kollateralschäden an der umliegenden zivilen Infrastruktur und an Wohnhäusern beträchtlich waren.

Diese Woche drohte der Kriegsverbrecher Trump dem Iran in einem Interview mit Fox Business mit weiteren Kriegsverbrechen, wenn das Land sich den Diktaten des US-Imperialismus nicht unterwirft. Er erklärte in der Manier eines Mafiabosses: „Wenn ich mich jetzt zurückziehen würde, bräuchten sie 20 Jahre, um das Land wieder aufzubauen. Und wir sind noch nicht fertig … Wir könnten jede einzelne Brücke innerhalb von einer Stunde zerstören … jedes einzelne ihrer Kraftwerke.“

[Hier weiterlesen]

Wie wahrscheinlich ist es, dass Russland die Drohnenproduktion der EU ins Visier nimmt?

Von Andrew Korybko – 17. April 2026

Der für seine Vorsicht bekannte russische Präsident Putin wird keinen Dritten Weltkrieg wegen ausländischer Drohnenhersteller riskieren, wo er dies doch auch nicht getan hat, als die Ukraine im vergangenen Sommer mit westlicher Unterstützung die nukleare Triade seines Landes angegriffen hat.

Der ehemalige russische Präsident und amtierende stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, warnte am X, dass „die Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums wörtlich zu nehmen ist: Die Liste der europäischen Einrichtungen, die Drohnen und andere Ausrüstung herstellen, ist eine Liste potenzieller Ziele für die russischen Streitkräfte. Wann Angriffe Realität werden, hängt davon ab, was als Nächstes kommt. Schlaft gut, europäische Partner!“ Dies folgt auf die Veröffentlichung der Adressen ausländischer Unternehmen, die Drohnen für die Ukraine produzieren, durch das Verteidigungsministerium.

Seinen Worten zufolge tat es dies, weil „die europäische Öffentlichkeit nicht nur die zugrunde liegenden Ursachen der Bedrohungen für ihre Sicherheit klar verstehen, sondern auch die Adressen sowie den Standort von ‚ukrainischen‘ und ‚gemeinsamen‘ Unternehmen kennen sollte, die in ihren Ländern UAVs und deren Komponenten für die Ukraine herstellen.“ Die Andeutung lautet, dass Antikriegsaktivisten diese Einrichtungen ins Visier nehmen sollten, so wie sie zuvor einen der israelischen Rüstungspartner Tschechiens in Brand gesteckt haben. Es ist auch möglich, dass Russland zu diesem Zweck Saboteure rekrutieren könnte.

Dennoch könnten infolge der Veröffentlichung der Adressen dieser Drohnenhersteller, die Andeutung, dass Antikriegsaktivisten sie ins Visier nehmen sollten, und Medwedews Bemühungen, die Welt auf all dies aufmerksam zu machen, nun die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt werden, um jeden Sabotageversuch zu vereiteln. Diese Beobachtung wiederum verlieh Medwedews damit zusammenhängender Andeutung bei einigen Glaubwürdigkeit, dass es sich dabei tatsächlich um „eine Liste potenzieller Ziele für die russischen Streitkräfte“ handele und nicht um Sabotageziele. Die Andeutung lautet, dass sie daher bald Angriffe gegen diese starten könnten.

So sehr sich viele Anhänger Russlands im In- und Ausland das auch wünschen mögen, würde dies den Dritten Weltkrieg riskieren, und der typischerweise (manche glauben übermäßig) vorsichtige Putin wird dies wahrscheinlich nicht wegen ausländischer Drohnenhersteller tun, die die Ukraine beliefern, wenn er es nicht einmal wegen der „Operation Spider Web“ getan hat. Zur Erinnerung: Dabei handelte es sich um die vom Westen unterstützte Serie von Drohnenangriffen der Ukraine gegen Russlands nukleare Triade im vergangenen Sommer. Dies war zwar nicht das erste Mal war, dass sie angegriffen wurde, aber es war der bei weitem größte Angriff dieser Art.

Weniger informierte Mitglieder der „Alt-Media-Community“ könnten sich vorstellen, dass Medwedews Position als stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrats bedeutet, dass er im Namen Putins spricht, aber das ist keineswegs der Fall. Wie hier Ende Februar erläutert wurde, als die diametral entgegengesetzten Vorschläge der führenden Experten Sergej Karaganow und Timofei Bordatschow verglichen wurden – nämlich konventionelle Schläge gegen die NATO zu führen bzw. ein Abkommen mit den USA zu schließen –, gibt es innerhalb der politischen Entscheidungsträger Russlands eindeutig verschiedene Fraktionen.

Medwedew und Karaganow können als Falken betrachtet werden, während Bordatschow und Putin in dieser Hinsicht als Gemäßigte gelten. Wie sich in den vergangenen vier Jahren der militärischen Sonderoperation gezeigt hat, werden die Vorschläge der Falken von Putin stets ignoriert, sodass die Erfahrung nahelegt, dass Medwedews jüngste Andeutung erneut ins Leere laufen wird. Er schlägt regelmäßig die am stärksten kriegsbefürwortenden Maßnahmen vor, die nie umgesetzt werden. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass er dem Westen Angst machen [und ihm die möglichen Folgen seines unverantwortlichen Handelns vor Augen führen; die Red.] will, sowohl seinen politischen Entscheidungsträgern als auch vor allem die Öffentlichkeit.

Alles in allem soll die Weitergabe der Adressen ausländischer Drohnenhersteller durch das Verteidigungsministerium höchstwahrscheinlich deren Ländern zeigen, dass der russische Geheimdienst die Versorgungslinien der Ukraine infiltriert hat, und nicht, um sie vor einem unmittelbar bevorstehenden Angriff Russlands zu warnen, wie Medwedew andeutete. Seine Äußerungen sollten stets mit Vorsicht aufgenommen werden, da Putin bisher nie eine der dramatischen Maßnahmen ergriffen hat, die er angedeutet hatte. Medwedew ist ein Falke, während Putin ein Gemäßigter ist; daher neigt Putin naturgemäß nicht dazu, auf ihn zu hören.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

49. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen Libanon und Iran – Waffenstillstand (Ticker 21:00 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 17. April 2026

Gestern Nachmittag wurde ein 10-tägiger Waffenstillstand zwischen dem Libanon mit Hisbollah und Israel verkündet. Ist dies nun das Ende des Krieges gegen Iran und Libanon, nachdem die Blockade der USA an dem Tag schon fast zur Routine geworden war, ohne dass der Iran die Einfahrt zum Roten Meer blockieren ließ? Was in der Nacht und am 17. April im Nahen Osten passierte, in diesem Ticker.

Auch gestern wurde bekannt, dass der Iran die sieben von den USA zerbombten Eisenbahnbrücken bereits wieder befahrbar gemacht hatte. Das Land war offensichtlich auf den Krieg vorbereitet gewesen und hatte Fertigteile der Brücke in der Nähe gelagert. Aber wie reagiert das Land auf die Blockade der iranischen Häfen?

Kurz vor Inkrafttreten des Waffenstillstands war es im Libanon noch zu intensiven militärischen Aktionen gekommen. Die israelische Armee (IDF) meldete, dass sie in den vorangegangenen 24 Stunden fast 400 Ziele der Hisbollah im Südlibanon angegriffen habe. Die Hisbollah feuerte ihrerseits Raketen und Drohnen auf nordisraelische Orte ab, was zu Verletzten führte (unter anderem zwei Schwerverletzte in Karmiel). Luftschutzsirenen heulten noch Minuten vor Mitternacht.

08 Uhr 00:

Was in der Nacht geschah

Zum Mitternachtsbeginn des Waffenstillstands feierten viele Libanesen in Beirut mit Schüssen in die Luft und Feuerwerk. Gleichzeitig meldete die libanesische Armee jedoch „eine Reihe von Aggressionen“ durch israelischen Beschuss in Dörfern wie Khiam und Dibbine etwa eine halbe Stunde nach Inkrafttreten. Die IDF erklärte, sie „prüfe“ diese Berichte. Israel behält sich „das Recht auf Selbstverteidigung“ vor und zieht seine Truppen aus dem Südlibanon nicht ab. Kritiker weisen darauf hin, dass Israel im letzten „Waffenstillstand“ diesen über 10.000 Mal verletzt hatte, wie die UN notierte, und dass der Waffenstillstand lediglich eine Wiederaufstockung der Bombenlager bedeute.

Gegen den Iran selbst gab es in dieser Nacht keine neuen Angriffe oder Gegenangriffe. Der separate Waffenstillstand zwischen den USA, Israel und Iran (seit dem 8. April) hält weiterhin, auch wenn er fragil ist. Trump äußerte sich zuversichtlich, dass weitere Gespräche mit Teheran schon am Wochenende möglich seien. Der Libanon-Waffenstillstand ist davon getrennt und betrifft vor allem die Hisbollah-Front. Damit soll die „Widerstandsachse“ gespalten werden.

Zusammengefasst war die Nacht also geprägt vom Übergang zu einer vorläufigen Waffenruhe im Libanon nach wochenlangen schweren Kämpfen – mit letzten Angriffen unmittelbar davor und ersten Vorwürfen von Verletzungen unmittelbar danach.

[Hier weiterlesen]

Telegram-Chef warnt vor Leyens Internet-Plan

Von Thomas Oysmüller – 17. April 2026

Pavel Durov warnt die EU-Bürger vor der kommenden EU-App, mit der nun eine verpflichtende Ausweisprüfung für das Internet eingeführt wird.

Die EU arbeitet am Ende des Internets, wie wir es kennen, und steht kurz vor dem Erfolg. Die Kommission bringt nun ihre erste Zwangs-App auf die Smartphones der Bürger. Die „Altersverifizierungs-App“ wurde mit großem Pomp vorgestellt, soll bald in die digitale ID der EU integriert werden und bald zur Pflicht werden, wenn man das Internet nutzen will. Über „Kinderschutz“ wird dann bald niemand mehr reden.

Nicht nur berichtete das Sicherheitsportal Cybernews von einem schnellen Hack der App. Hier lohnt ein genauerer Blick, statt darüber zu lachen: Die App war nämlich von Anfang an so konzipiert, dass sie leicht zu knacken ist. Sie vertraute vollständig dem Gerät des Nutzers – ein klassischer Fehler, der in der IT-Sicherheit als „instant game over“ gilt. Pavel Durov, Gründer und Chef von Telegram, sieht darin kein Versehen, sondern System. In seinem Kanal schreibt er wörtlich:

„Schritt 1 – Präsentiere eine angeblich ‚datenschutzfreundliche‘, aber hackbare App. Schritt 2 – Lass sie hacken (WIR SIND HIER). Schritt 3 – Entferne den Datenschutz, um die App zu ‚reparieren‘.“

Das Ergebnis wird dann ein Überwachungsinstrument [sein], das als „datenschutzfreundliche Alterskontrolle“ verkauft wird.

[Hier weiterlesen]

Propaganda ist vielschichtig

Von Andrea Drescher – 17. April 2026

Was ist wahr, wem kann man glauben? Dass bei Aussagen der meisten Mainstream-Medien in der Regel am Besten das Gegenteil angenommen werden sollte, ist Normalität. Aber wie ist es mit den „alternativen“ Medien und Kanälen?

Plattes Russland-Bashing im Mainstream gehört inzwischen zum guten Ton. Aus kritischen Medien ist man das nicht so gewöhnt. In Telegram kursiert derzeit folgender Text zusammen mit einem Screenshot von N-TV – ausgehend von dem Kanal  „Phantom-Schweiz“, der aber auch schon von mindestens einem namhafteren Kanal geteilt wurde.

🇷🇺🚫 Kreml sperrt schlimmer als China – Russland geht offline – und die Menschen sind wütend 

In Moskau herrscht Bezahlchaos. Warum? Der Kreml schaltet das mobile Internet ab. Auch andere Regionen sind immer häufiger ohne Netz.

Die Umfragewerte Wladimir Putins sind so schlecht wie lange nicht. Der Grund dafür ist aber nicht der Krieg gegen die Ukraine und auch nicht die schwere Wirtschaftskrise. Viele Russen sind sauer, weil ihr Internet nicht richtig funktioniert.

Bei Whatsapp und Telegram sind bereits seit vergangenem Sommer keine Audio- und Videoanrufe mehr möglich. Auch andere beliebte Messengerdienste wie Signal sind seitdem blockiert. Sie werden von der russischen Regierung eingeschränkt und blockiert.

Andere westliche Dienste wie X, Instagram, Youtube, Snapchat, Facebook oder LinkedIn sind schon seit Beginn des Ukraine-Krieges 2022 nicht mehr erreichbar.

Die russische Regierung schottet das Internet immer stärker ab. Im Februar hat die Staatsduma in Moskau eine Änderung des Kommunikationsgesetzes beschlossen. Putin kann das Internet in einzelnen Regionen oder sogar im ganzen Land abschalten lassen – ohne das näher zu begründen.

Der Staat will, dass die Russen die staatliche Super-App Max nutzen. Sie ist dem chinesischen Wechat nachempfunden und soll die ausländischen Netzwerke ersetzen. Auch staatliche Dienstleistungen sollen integriert sein. Damit auch möglichst alle Russen sie nutzen, muss die App seit vergangenem August auf allen verkauften Smartphones und Tablets vorinstalliert sein.

Nicht nur der Screenshot, auch die zitierten Inhalte stammen im wesentlichen von N-TV.de  und sind zumindest in einem Punkt definitiv Fake News. Die Aussage: „Bei Whatsapp und Telegram sind bereits seit vergangenem Sommer keine Audio- und Videoanrufe mehr möglich.“ kann ich persönlich widerlegen, da ich in den vergangenen Wochen mehrfach per Telegram mit Freunden in Russland kommuniziert habe. Wenn selbst ich eine Aussage ganz einfach falsifizieren kann, was ist dann mit dem Rest?

Interessant ist auch, dass folgender Satz aus dem N-TV-Artikel weggelassen wurde. Dort kann man nämlich lesen „Angeblich geht es um die nationale Sicherheit.“ – zwar mit einem „angeblich“ eingeleitet, aber immerhin. Ich möchte mehr wissen.

[Hier weiterlesen]

Marinepläne für Mittelost

Von German-Foreign-Policy.com – 17. April 2026

Deutschland bereitet Teilnahme der Bundeswehr an von Frankreich geplantem Marineeinsatz in der Straße von Hormuz vor. Paris will die USA ausschließen, Berlin nicht. Schäden an US-Militärbasen in Mittelost stellen deren Zukunft in Frage.

Die Bundesregierung bereitet eine Teilnahme der Bundeswehr an dem von Frankreich geplanten Marineeinsatz zur Sicherung der Straße von Hormuz vor. Bundeskanzler Friedrich Merz will dies, wie am Donnerstag berichtet wurde, am heutigen Freitag in Paris offiziell mitteilen. Dort findet ein Treffen zur Vorbereitung des Einsatzes statt. Dieser soll allerdings erst nach dem Ende des Irankriegs beginnen und strikt defensiv sein. Frankreich positioniert sich mit ihm als mögliche ergänzende oder alternative Schutzmacht für die arabischen Golfstaaten. Bei diesen nimmt gegenwärtig der Unmut über die Vereinigten Staaten zu, die schon seit Jahrzehnten als ihre Schutzmacht auftreten, heute aber keinen wirksamen Schutz mehr leisten und zudem die Region in den Irankrieg gestürzt haben. US-Experten weisen darauf hin, dass die Schäden, die Iran den US-Stützpunkten in Mittelost zugefügt hat, so schwer sind, dass ihre weitere Nutzung für Washington nicht mehr unumstritten ist. Während Paris den Marineeinsatz zur Sicherung der Straße von Hormuz ohne die USA durchführen will, plädiert Berlin für die Einbindung der US-Streitkräfte – allerdings womöglich nicht in Kommandofunktion.

Drei Ziele

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte bereits am 9. März angekündigt, einen multinationalen Marineeinsatz in der Straße von Hormuz organisieren zu wollen. Dazu hatte er in einem ersten Schritt elf Kriegsschiffe in den Nahen und Mittleren Osten entsandt, darunter der Flugzeugträger Charles de Gaulle.[1] Der Einsatz soll erst nach einem Ende des Kriegs beginnen und ausschließlich defensiven Charakter haben. Genannt werden drei Ziele. In einem ersten Schritt sollen Maßnahmen eingeleitet werden, um die Handelsschiffe, die im Persischen Golf festsitzen, sicher durch die Straße von Hormuz zu geleiten.[2] Im zweiten Schritt ist die Beseitigung von Seeminen geplant, die Iran in der Straße von Hormuz platziert haben könnte; ob und, wenn ja, in welchem Ausmaß dies der Fall ist, ist nicht bekannt. Im dritten Schritt sollen dann Handelsschiffe regelmäßig von Fregatten und Zerstörern eskortiert werden. Dies sei, so heißt es, vor allem dazu gedacht, das Vertrauen der Schiffsbesatzungen, der Reeder und der Versicherer wieder herzustellen und den regelmäßigen Verkehr zu ermöglichen. Paris erklärt ausdrücklich, man schließe die Beteiligung der Kriegsparteien, vor allem der USA, grundsätzlich aus. Allerdings soll der Marineeinsatz in Absprache mit Iran stattfinden. Dies gilt als nötig, um die sichere Passage von Schiffen zu gewährleisten.

[Hier weiterlesen]

Artikel der „Times“: Britische Regierung hält wegen Sperrung der Straße von Hormus eine Lebensmittelknappheit für möglich

Übersetzung: Thomas Röper – 17. April 2026

Laut einem Bericht der Times hält die britische Regierung wegen der Sperrung der Straße von Hormus schon im Sommer eine Lebensknappheit für möglich. Das sei ein „realistisches Worst-Case-Szenario“.

Ich übersetze hier einen Artikel aus der Times, über den ich in deutschen Medien kaum Meldungen gefunden habe. […]

Großbritannien bereitet sich auf Lebensmittelknappheit vor, wenn der Irankrieg weitergeht

Eine geheime Analyse der Regierung spricht von einem Worst-Case-Szenario, bei dem ein kritischer Mangel an Kohlendioxid-Lieferungen Landwirtschaft und Gastgewerbe treffen würde.

Großbritannien könnte diesen Sommer mit Engpässen bei Hühnerfleisch, Schweinefleisch und anderen Supermarktprodukten konfrontiert sein, sollte der Krieg im Iran andauern. Dies geht aus einer geheimen Regierungsanalyse hervor.

Angesichts der Befürchtung, dass die Schließung der Straße von Hormus zu einem Mangel an Kohlendioxid führen wird, einem für die Lebensmittelindustrie lebenswichtigen Rohstoff, haben Beamte Notfallpläne für ein „realistisches Worst-Case-Szenario“ ausgearbeitet.

Hochrangige Beamte, darunter Vertreter der Downing Street Nr. 10, des Finanzministeriums und des Verteidigungsministeriums, haben im Rahmen einer Übung mit dem Codenamen „Übung Turnstone“ geheim verschiedene Szenarien durchgespielt, um die potenziellen Auswirkungen auf die britische Industrie zu untersuchen.

Wie die Times erfuhr, wurde das für die Sitzung des Krisenstabes der Regierung Cobra erstellte Worst-Case-Szenario auf Juni 2026 angesetzt. Es geht davon aus, dass die Straße von Hormus bis dahin nicht wieder geöffnet und kein dauerhaftes Friedensabkommen erzielt wurde.

[Hier weiterlesen]

Europa setzt auf Eskalation: Die Grenze zwischen Krieg und Frieden verschwimmt zunehmend

Von Boris Roschin (Übersetzung: Thomas Röper) – 17. April 2026

Die Entscheidung europäischer Staaten, die ukrainische Rüstungsindustrie bei sich anzusiedeln, um sie vor russischen Angriffen zu schützen, ist ein weiterer Schritt, der riskiert, diese Staaten nicht nur völkerrechtlich sondern auch faktisch in den Krieg gegen Russland hineinzuziehen. In Russland bereitet man sich darauf vor.

Die EU eskaliert weiter gegen Russland. Immer mehr europäische Politiker und Militärs erklären, man sei zwar (noch) nicht im Krieg mit Russland, aber man sei auch nicht mehr im Frieden mit Russland. Diese Formulierung zeigt, wie die europäischen Politiker die Grenze zwischen Krieg und Frieden verschieben. Und das birgt das Risiko, eines Morgens aufzuwachen und sich tatsächlich in einem heißen Krieg mit Russland wiederzufinden.

Ich habe vor einer Woche bereits in einer Artikelserie auf die drei Themen (siehe hierhier und hier) hingewiesen, mit denen die EU einen Krieg mit Russland provoziert. Nun ist die Ansiedelung ukrainischer Rüstungsfabriken in der EU hinzugekommen, worüber ich gestern berichtet habe.

Über die Warnung des russischen Verteidigungsministeriums, die nach Europa ausgelagerten ukrainischen Rüstungsunternehmen seien für Russland legitime Ziele, wird in Russland nun heftig diskutiert, wobei die Experten sich einig sind, dass dieser Schritt Europa ein großes Stück näher an einen Krieg mit Russland gebracht hat. Ich übersetze hier als Beispiel dafür einen Artikel, den ein Experte für die russische Nachrichtenagentur TASS geschrieben hat. […]

Europa setzt auf Eskalation: Die Grenze, die Russland von einem Krieg mit der NATO trennt, verschwimmt zunehmend

Boris Roschin über die Rücksichtslosigkeit Europas, das mit unüberlegten Aktionen wie der Eröffnung ukrainischer Produktionsstätten für Drohnen auf seinem Territorium einen atomaren Konflikt riskiert.

Am 15. April gab das russische Verteidigungsministerium bekannt, dass einige NATO-Staaten zur Unterstützung des Stellvertreterkriegs gegen Russland in der Ukraine beschlossen haben, die Produktion von Drohnen und Komponenten für die Ukraine zu erhöhen. Der Beschluss wurde am 26. März 2026 gefasst. Europa macht keinen Hehl aus seiner Hoffnung, durch die Produktionssteigerung die Anzahl der Angriffe mit Langstreckendrohnen gegen Russland zu erhöhen und unserem Land zusätzlichen militärischen und wirtschaftlichen Schaden zuzufügen.

[Hier weiterlesen]

„Schein oder Sein“

Von Karin Leukefeld – 17. April 2026

Während in Washington Kameras klicken und Diplomaten von „historischen Treffen“ sprechen, fallen im Libanon weiter Bomben. Karin Leukefeld seziert von Beirut aus die Inszenierung hinter den Schlagzeilen: viel Symbolik, wenig Frieden. Hinter wohlfeilen Worten über Waffenruhe und Stabilität stehen Machtpolitik, Besatzungspläne und die fortgesetzte Verwüstung eines Landes, dessen Souveränität im Westen offenbar nur zweitrangig ist.

Zur Information:

Während dieser Text am Donnerstag, 16.4.2026, entstand, entwickelten sich politische Ansagen von US-Präsident Donald Trump, über die im Verlauf des Textes berichtet wird. Aktuell heißt es, dass am Donnerstagabend 21:00 GMT (22:00 MEZ und 24:00 Libanon) eine „Waffenruhe im Libanon“ beginnen solle. Für 10 Tage! Und was dann? Dieser Artikel über das libanesisch-israelische Botschaftertreffen in Washington und was das mit dem US-israelischen Krieg gegen Iran zu tun hat, soll Hintergrund in den medialen Nebel bringen, der über dem östlichen Mittelmeer bis zur Persischen Golfregion liegt. Was wirklich geschieht und welche Pläne die Akteure tatsächlich haben, bleibt unklar. Nichts ist gesagt über die Verluste und das Leid der Bevölkerung. Nichts ist gesagt darüber, was die ursprünglichen Bewohner dieser Region anstreben. (kl)

Ein Botschaftertreffen in Washington im Nebel der Medien

Ein Treffen der libanesischen Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad, und des israelischen Botschafters in den USA, Jechiel Leiter, in Washington am vergangenen Dienstag hat medialen Wirbel verursacht. Ort des Treffens war das US-Außenministerium, Gastgeber war US-Außenminister Marco Rubio. Der hatte mit dem Empfang der beiden Diplomaten und der Begrüßung am blumengeschmückten Konferenztisch vor laufenden Kameras für die Bilder gesorgt, die um die Welt gingen. Rubio gratulierte beiden Ländern zu einem „historischen Treffen“, bei dem es um einen Waffenstillstand und die Entwaffnung der Hisbollah gehen solle.

[Hier weiterlesen]