Putin im O-Ton über die US-Wahlen – und was der „Spiegel“ daraus macht

Einleitung und Übersetzung: Thomas Röper – 7. Juni 2024

Der russische Präsident [Wladimir] Putin hat sich drei Stunden der internationalen Presse gestellt. Dem Spiegel war das nur einen kurzen, mit Desinformation überladenen Artikel wert.

Der russische Präsident Putin hat sich drei Stunden den Fragen von 15 Vertretern internationaler Nachrichtenagenturen gestellt, darunter übrigens auch die deutsche dpa und führende Agenturen aus Großbritannien, Frankreich und den USA. […] Übrigens ist diese Veranstaltung schon deshalb bemerkenswert, weil es undenkbar ist, dass sich Biden (oder Scholz, Macron, etc.) drei Stunden den Fragen internationaler Nachrichtenagenturen, darunter russische, chinesische, syrische, iranische und so weiter stellen.

Ich beginne mit einer Frage der britischen Nachrichtenagentur Reuters über die US-Wahlen. Der Spiegel hat in einem kurzen Artikel mit der Überschrift „Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg – Putin kritisiert US-Prozesse gegen Donald Trump“ über das Gespräch von Putin mit den internationalen Medienvertretern geschrieben und dabei nur über diese eine Frage berichtet. Dabei hat der Spiegel auch noch fleißig Desinformation verbreitet. Jeder kann den Spiegel-Artikel lesen und mit der Frage und Putins Antwort vergleichen und dann für sich entscheiden, ob er sich vom Spiegel umfassend informiert fühlt.

Es folgt die komplette Übersetzung der Frage von Reuters und Putins Antwort aus dem Pressegespräch.

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Putin skizziert russische Reaktion auf Langstreckenangriffe

Von RT.com – 6. Juni 2024

Moskau erwägt, Gegner des Westens in „sensiblen“ Gebieten zu bewaffnen.

Russland erwägt „asymmetrische“ Maßnahmen gegen Kiews Sponsoren, da die Ukraine vom Westen gelieferte Waffen gegen ihr Territorium einsetzt, sagte der russische Präsident Wladimir Putin.

Die Äußerungen des russischen Staatschefs erfolgten bei einem Treffen mit Leitern internationaler Nachrichtenagenturen am Mittwoch am Rande des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg (SPIEF).

„Wir machen uns in dieser Hinsicht keine Illusionen“, fügte Putin hinzu und wiederholte seine früheren Kommentare, dass die ukrainischen Truppen möglicherweise den Abzug betätigen, aber die USA und ihre Verbündeten die Geheimdienstinformationen und Zielinformationen liefern.

Russland werde darauf reagieren, indem es die Luftabwehr verstärke und diese Raketen zerstöre, sagte Putin.

„Zweitens, wenn jemand es für möglich hält, solche Waffen in das Kriegsgebiet zu liefern, unser Territorium anzugreifen … Warum sollten wir nicht ähnliche Waffen in diese Regionen der Welt liefern, wo sie gegen sensible Standorte dieser Länder eingesetzt werden?“, fügte der russische Präsident hinzu. „Wir können asymmetrisch reagieren. Wir werden darüber nachdenken.“

Wenn der Westen weiter eskaliere, würden solche Aktionen „die internationalen Beziehungen vollständig zerstören und die internationale Sicherheit untergraben“, so Putin.

„Wenn wir sehen, dass diese Länder in einen Krieg gegen uns hineingezogen werden, und dies ist ihre direkte Teilnahme am Krieg gegen Russland, dann behalten wir uns das Recht vor, ähnlich zu handeln. Das ist ein Rezept für sehr ernste Probleme“, warnte er.

Der russische Präsident sprach auch die Tatsache an, dass einige Militärausbilder und Berater aus NATO-Ländern bereits in die Ukraine entsandt wurden, und dass einige von ihnen bei russischen Angriffen getötet wurden.

Die USA und ihre Verbündeten haben darauf bestanden, dass die Lieferung von Waffen und Ausrüstung an die Ukraine sie nicht zu einer Partei des Konflikts mit Russland macht, und sie haben bestimmte Beschränkungen für deren Einsatz aufrechterhalten, um diesen Eindruck zu wahren. Als jedoch im vergangenen Monat russische Truppen auf Charkow vorrückten, begann die Ukraine, die Lockerung dieser Regeln zu fordern. Eine von Großbritannien geführte PR-Kampagne führte schließlich dazu, dass Washington den Wünschen Kiews nachkam.

Übersetzung aus dem Englischen mit Hilfe von DeepL.

[Zum Originalbeitrag auf www.rt.com]

Die Rolle des Internationalen Gerichtshofs im Gaza-Krieg

Von Norman Paech – 6. Juni 2024

Koloniale Gewalt und der Weg zur Gerechtigkeit. Der Krieg in Gaza wütet jetzt schon über sieben Monate und hat schon längst die unfassbaren Dimensionen eines Völkermordes erreicht. Alle Initiativen, diesem Grauen mit politischen Mitteln ein Ende zu setzen, sind bisher gescheitert. Und nun wird, wie so oft, von der Justiz als ultima ratio der Frieden erhofft.

Jahrzehntelang wurde sie ebenso wie die UNO aus dem Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern herausgehalten. Doch nun hat die mutige Initiative Südafrikas den Bann gebrochen und eine unerwartete weltweite positive Resonanz erhalten – außer bei Israel und seinen cronies (= Spießgesellen) um die USA und BRD. Seit dem vorläufigen Urteil des Internationalen Gerichtshofs (IGH) am 26. Februar dieses Jahres hat er bereits dreimal in der Klage Südafrikas gegen Israel Stellung bezogen. Die beiden ersten Urteile haben Israel nicht zu der geforderten Änderung ihrer Kriegsführung bewogen und die dritte Entscheidung auch nicht, wie die Bombardierung Rafahs unmittelbar nach der Entscheidung des Gerichtshofs, die Offensive einzustellen, beweist. Es stellt sich also die Frage, welche Bedeutung kommt der internationalen Gerichtsbarkeit bei der Verhinderung und Bewältigung von Kriegen überhaupt zu. Und daran mag sich dann die Frage anschließen, wie sich Deutschland, sprich die Bundesregierung, gegenüber einem solchen Gericht zu verhalten hat, das heißt, welche Bedeutung das Völkerrecht für ihre Außenpolitik hat.

Israel zumindest hat jahrzehntelang das Völkerrecht missachtet – aber ohne Folgen. Israel ist das am meisten von den Organen der Vereinten Nationen, insbesondere von der Generalversammlung, aber auch dem Menschenrechtsausschuss, verurteilte Land. Alle Regierungen Israels haben keine Resolution akzeptiert und höchstens mit dem Vorwurf des Antisemitismus reagiert. Die internationale Gerichtsbarkeit konnte dabei niemals eingreifen, es fehlte schlicht an Klägern. Erst seit wenigen Jahren hat sich das grundsätzlich geändert. Es sind insgesamt vier Gerichtsverfahren, die derzeit direkt und indirekt gegen Israel anhängig sind.

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Georgischer Ministerpräsident Kobachidse: „Wir werden einen Maidan und eine Ukrainisierung in Georgien verhindern“

Von Thomas Röper – 6. Juni 2024

Nach der Verabschiedung des Gesetzes über ausländische Agenten hat das georgische Parlament ein „Anti-LGBT-Gesetz“ auf den Weg gebracht. Gleichzeitig reagierte der georgische Ministerpräsident Irakli Kobachidse darauf, dass der US-Kongress Parallelen zwischen Georgien und dem Maidan in der Ukraine gezogen hat.

Georgien besinnt sich auf seine eigenen Interessen und Traditionen. Trotz starken Drucks des Westens hat es das Gesetz „Über die Transparenz ausländischer Einflussnahme“, auch bekannt als „Gesetz über ausländische Agenten“, verabschiedet. Der Prozess der Verabschiedung wurde von öffentlichen Protesten begleitet, die 8 Todesopfer forderten.

Die georgische Präsidentin Salome Surabaschwili war die Hauptgegnerin der neuen Regelung, die ausländische Medien und NGOs betrifft, die mehr als 20 Prozent ihrer jährlichen Einnahmen aus dem Ausland beziehen. Das ist nicht überraschend, wenn man sich den Hintergrund der Präsidentin ansieht. Die Dame ist französische Staatsbürgerin und wurde in den 1970er Jahren von Zbigniew Brzezinski in den USA in der Diplomatie des Kalten Krieges ausgebildet. Ihr ganzes Leben war mit der NATO, den USA, der EU und dem Westen verbunden, so dass ihre radikal pro-europäische Politik, auch zum Schaden des eigenen Landes, nicht überraschend ist.

Die Gesellschaft Georgiens ist gespalten, denn die Macht der westlichen Medien und NGOs malt das Bild des “goldenen Westens”, während die georgische Regierung sich auf die Interessen Georgiens, seiner Wirtschaft und seiner Traditionen konzentriert.

Ministerpräsident Kobachidse weigerte sich im Zuge des Ringens um das Gesetz sogar, in die USA zu reisen, weil das Weiße Haus die Aussetzung der Prüfung des Gesetzes forderte. Er empfand solche Äußerungen aus Washington als respektlos.

Laut der georgischen Verfassung hat der Ministerpräsident die tatsächliche Macht im Land, denn Georgien ist, wie Deutschland, eine parlamentarische Demokratie, in der die Macht beim Regierungschef und nicht beim Präsidenten liegt. Auch die Innen- und Außenpolitik wird nicht vom Präsidenten, sondern von der Parlamentsmehrheit bestimmt.

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Baerbocks mutmaßliche Lügengeschichte – 2. Akt: Auswärtiges Amt kann nicht einmal sagen, wo und wann sie das Video gesehen hat

Von Florian Warweg – 6. Juni 2024

Der Skandal um die mutmaßliche Lüge der deutschen Außenministerin beim Demokratiefest in Berlin am 26. Mai zieht immer weitere Kreise. Englischsprachige Medienportale haben begonnen, darüber zu berichten, und auch den Sprecher der israelischen Armee danach befragt, der die Version von Baerbock ebenfalls nicht bestätigen wollte. Selbst Grünen-nahe Zeitungen wie die taz fangen an, die Darstellung der Ministerin zu hinterfragen. Die NachDenkSeiten wollten vor diesem Hintergrund auf der aktuellen Bundespressekonferenz wissen, ob das Auswärtige Amt diesen im Raum stehenden Vorwurf der Lüge ausräumen und zum Zwecke der journalistischen Verifizierung darlegen könne, wann, wo und in Begleitung welcher weiteren Vertreter des Auswärtigen Amtes Baerbock das besagte „Vergewaltigung bei laufender Kamera“-Video gesehen hat. Die Antwort kommt einem Eingeständnis gleich.

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„Deutschland … to the sea“

Von Hannes Hofbauer – 06. Juni 2024

„Deutschland … to the sea“. „From the river … den Deutschen“. Diktaturen zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie eine möglichst vollständige Kontrolle über den gesellschaftlichen Diskurs anstreben. Was gesagt, geschrieben oder hergezeigt werden darf, wird penibel festgelegt. Es muss der herrschaftlichen Erzählung entsprechen, ihr mindestens nicht in die Quere kommen, am besten ihr recht geben.

Die Bundesrepublik ist – im Verein mit den meisten EU-Staaten – auf dem Weg dorthin. Noch hakt es hier und dort mit der juristischen Abklärung, der – wie wir es in Österreich nennen – Ausjudifizierung. Nach Politik und Medien müssen sich die Gerichte erst an das neue autoritäre Selbstverständnis des Staates bzw. der Europäischen Union gewöhnen. Einen Straftatbestand der Verhetzung konnte man lange Jahrzehnte vor den Richterbänken kaum finden, obwohl er seit 1871 existiert. Es war die Europäische Kommission, die 2021 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet hatte, um eine Verschärfung der Gesetzeslage zu erwirken. Der Vorwurf aus Brüssel: Berlin halte sich nicht an den „Rahmenbeschluss zur strafrechtlichen Bekämpfung bestimmter Formen und Ausdrucksweisen von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ vom November 2008, der die EU-Mitglieder auch verpflichtete, die Leugnung von Völkermord und Kriegsverbrechen in Gesetzesform zu gießen. Damals war das als juristische Absicherung und Fortsetzung des militärischen NATO-Angriffs auf Serbien gedacht. Es ging – und geht auch heute noch, wie die UN-Resolution vom 25. Mai 2024 belegt – um die Einschätzung der Gräuel von Srebrenica und damit indirekt um die Legitimität des NATO-Krieges. Dieser hatte ja keine UN-Rückendeckung und war damit völkerrechtswidrig.

Den EU-Rahmenbeschluss von 2008 nutzten in der Folge die Mitgliedsstaaten, um den Diskursraum zu verengen, um Sagbares juristisch von Unsagbarem zu trennen. Der Deutsche Bundestag verschärfte den § 130 StGB („Volksverhetzung“) nach der Mahnung aus Brüssel am 21. Oktober 2022. Seitdem ist „Hetze“ aus den Gerichtssälen nicht mehr wegzudenken. Zusammen mit „Hassrede“ bilden die beiden „Tatbestände“ – die ja im herkömmlichen Sinn keine „Tat“ sind – ein immer beliebter werdendes Instrument, um Meinungen, die die Herrschaft nicht hören, sehen oder lesen will, zu kriminalisieren.

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Biden erlässt Dekret zur Abschaffung des Asylrechts im Stil von Trump

Von Jacob Crosse – 6. Juni 2024

Am Dienstag unterzeichnete US-Präsident Joe Biden ein Dekret (executive order), mit dem das Recht auf Asyl in den Vereinigten Staaten praktisch abgeschafft wird. Dies ist einer der weitreichendsten Angriffe auf Einwanderer und Flüchtlinge in der Geschichte der USA.

Präsident Joe Biden bei einer Rede an der Grenze in Brownsville, Texas, mit Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas, 29. Februar 2024 [AP Photo/Evan Vucci]
Mit einem Federstrich hat Biden gegen nationales und internationales Recht verstoßen, das nach dem Holocaust eingeführt wurde. Die neue Anordnung blockiert das Recht auf einen Asylantrag für Flüchtlinge, die über die mexikanische Grenze und die Südküste in die USA kommen. Sie dürfen so lange kein Asyl beantragen, bis es einen starken Rückgang der Migrationszahlen gibt.

Flankiert von Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas und den demokratischen Gouverneuren Kathy Hochul (New York) und Michelle Lujan Grisham (New Mexico) sowie Bürgermeistern, Abgeordneten und Sheriffs aus Texas erklärte Biden:

Ich kündige Maßnahmen an, um Migranten, die unsere Südgrenze unrechtmäßig überqueren, von der Gewährung von Asyl auszuschließen. Migranten können an unserer Südgrenze kein Asyl erhalten, es sei denn, sie stellen Antrag, nachdem sie über ein rechtmäßiges Verfahren eingereist sind.

Er fügte hinzu, dass „das Verbot so lange in Kraft bleiben wird, bis die Zahl der Menschen, die versuchen, illegal einzureisen, auf ein Niveau reduziert ist, das unser System effektiv handhaben kann“.

Das Dekret erlaubt es dem Präsidenten, einen „Notfall“ auszurufen, wenn die tägliche Zahl der „unerlaubten Grenzübertritte“ 2.500 erreicht. Hochrangige Regierungsvertreter bestätigten gegenüber der Presse, dass die Anordnung in ihrer jetzigen Form sofort in Kraft treten würde. De facto wird damit ein Quotensystem eingeführt – zum ersten Mal seit dem Einwanderungsgesetz von 1924, das von Hitler und den Nazis in den höchsten Tönen gelobt wurde.

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NATO plant europaweite Eskalation des Kriegs gegen Russland

Von Alex Lantier – 6. Juni 2024

Seit letztes Jahr die „Gegenoffensive“ der ukrainischen Armee gegen Russland gescheitert ist, haben die NATO-Staaten ihren Krieg gegen Russland in der Ukraine unermüdlich ausgeweitet, dem Kiewer Regime Raketenangriffe auf Russland erlaubt und zugesagt, eigene Truppen in die Ukraine zu schicken. Der britische Daily Telegraph veröffentlichte am Dienstag ein Interview mit hochrangigen Nato-Vertretern unter der Überschrift „Über NATO-Landkorridore könnten im Fall eines europäischen Kriegs US-Truppen schnellstmöglich an die Front gebracht werden“. Es verdeutlicht, dass die NATO plant, den Krieg von der Ukraine auf ganz Europa auszuweiten.

Der Telegraph-Artikel macht die Argumente zunichte, die Eskalation der Nato gegen Russland diene der Verteidigung der ukrainischen Grenzen oder der europäischen Demokratie. Die NATO bereitet einen europaweiten Krieg vor und schickt Hunderttausende von Soldaten für Operationen entlang der gesamten russischen Westgrenze, von Finnland bis zum Balkan. Selbst wenn die Umsetzung der NATO-Pläne nicht unmittelbar einen Atomkrieg auslösen – was eine sehr reale Gefahr ist – würde dies Europa in ein Massenschlachten stürzen, das es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht gegeben hat.

Der deutsche Generalleutnant Alexander Sollfrank vom Logistics Command der NATO erklärte gegenüber dem Telegraph, die NATO wolle die europäische Hafen- und Bodentransport-Infrastruktur übernehmen, um die in den europäischen Atlantikhäfen eintreffenden US-Truppen quer über den Kontinent nach Russland zu schicken. In diesen Transportkorridoren, die nach Einschätzung der NATO verheerenden Luftangriffen ausgesetzt wären, würden die lokalen Gesetze außer Kraft gesetzt.

Der Telegraph veröffentlichte eine Skizze der geplanten „Transportkorridore“ durch Europa. Die ursprünglichen NATO-Pläne sehen vor, dass die US-Truppen in Rotterdam oder Hamburg in Nordwesteuropa landen. Allerdings könnten sie auch in den westitalienischen Hafenstädten Genua oder La Spezia, in der norwegischen Hafenstadt Bergen oder in türkischen Häfen ankommen. NATO-Militärs würden wichtige Straßen- und Eisenbahn-Infrastruktur übernehmen, um US-Truppen quer durch Europa an die russische Grenze zu schicken.

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Die USA machen Druck, eingefrorene russische Gelder an die Ukraine zu schicken

Von Thomas Röper – 5. Juni 2024

Die USA wollen im Rahmen der G7 beschließen, der Ukraine Kredite zu gewähren, die aus den Zinsen der eingefrorenen russischen Gelder zurückgezahlt werden sollen. Russland droht mit Gegenmaßnahmen.

Die westlichen Länder erwägen die Möglichkeit, der Ukraine ein Darlehen zu gewähren, das mit Erträgen aus eingefrorenen russischen Vermögenswerten zurückgezahlt werden soll. Das Weiße Haus teilte mit, dass Biden das Thema der möglichen Beschlagnahmung russischer Vermögenswerte in Frankreich ansprechen werde. Der stellvertretende US-Finanzminister sprach in Deutschland über die Möglichkeit der Beschlagnahme russischer Vermögenswerte. US-Finanzministerin Janet Yellen sagte vor dem Haushaltsausschuss des US-Senats zu den Details:

„Wir sprechen über die Möglichkeit eines Kredits der G7 an die Ukraine und die Möglichkeit, die Gewinne [aus den eingefrorenen russischen Vermögenswerten] für die Rückzahlung der Kredite zu verwenden, die gewährt werden. Und es scheint viel Unterstützung für diesen Ansatz zu geben. Wir hoffen also, dass wir ihn fertig stellen und den Staats- und Regierungschefs [nächste Woche] auf dem kommenden G7-Treffen vorlegen können.“

Yellen zufolge stimmen sich die USA derzeit mit Verbündeten und Partnern darüber ab, wie russische Vermögenswerte zur Unterstützung Kiews eingesetzt werden können. Sie wies darauf hin, dass beträchtliche Vermögenswerte russischer Staatsfonds, etwa 204 Milliarden Dollar, auf der internationalen Plattform Euroclear in Belgien eingefroren worden seien:

„Euroclear verdient an diesen Vermögenswerten. Sie gehören nicht Russland und sind Euroclear zugeflossen, und nun hat die EU Schritte unternommen, um diese Gewinne zu nehmen und den größten Teil davon in die Ukraine umzuleiten. Dieser Gewinn wird sich auf drei bis fünf Milliarden Dollar pro Jahr belaufen und so lange kumulieren, wie sie [die russischen Vermögenswerte] eingefroren bleiben.“

Zuvor hatte der EU-Rat eine Resolution verabschiedet, die alle EU-Finanzinstitutionen, bei denen russische Guthaben in Höhe von mehr als einer Million Euro eingefroren sind, dazu verpflichtet, die Erlöse aus deren Reinvestition zweimal jährlich an die EU-Kommission zu überweisen, die dann 90 Prozent dieser Mittel für Waffen für die Ukraine und 10 Prozent für wirtschaftliche Hilfsprogramme für die Ukraine bereitstellen wird. Die EU-Kommission rechnet damit, auf diese Weise 2,5 bis 3 Milliarden Euro pro Jahr einzunehmen. Die erste Überweisung ist für Juli geplant. Derzeit sind in der EU russische Staatsgelder in Höhe von rund 210 Milliarden Euro blockiert.

Wie der stellvertretende US-Außenminister für europäische und eurasische Angelegenheiten, James O’Brien, am 8. November 2023 erklärte, wird der kollektive Westen Russland die eingefrorenen Gelder in Höhe von rund 300 Milliarden Dollar erst dann zurückgeben, wenn Moskau für die Militäroperation in der Ukraine bezahlt hat.

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„Einstieg in den Dritten Weltkrieg“

Von German-Foreign-Policy.com – 5. Juni 2024

Paris stellt für Donnerstag die Entscheidung über die Entsendung von mehreren hundert Soldaten in die Ukraine in Aussicht. Moskau kündigt harte Reaktionen an, hochrangiger Offizier warnt vor Drittem Weltkrieg.

Paris stellt für den morgigen Donnerstag die Entscheidung über die erste offizielle Entsendung französischer Soldaten in die Ukraine in Aussicht. Demnach sollen mehrere hundert französische Militärausbilder zur Durchführung von Trainingsmaßnahmen für ukrainische Soldaten ins Kriegsgebiet geschickt werden. Die Details würden zuvor von einem Vorauskommando aus einigen Dutzend Militärs geklärt, ist zu hören. Ein französischer Oberst a.D., der zwei Präsidenten seines Landes beraten hat, bestätigt erstmals, dass französische Soldaten längst in der Ukraine präsent sind – allerdings bislang lediglich verdeckt und in geringer Zahl. An der jetzt geplanten Truppenentsendung beteiligen sich eventuell auch Soldaten aus Polen, Tschechien und wenigstens einem der baltischen Staaten, wird berichtet; von einer „Koalition der Willigen“ ist die Rede. Russland kündigt harte Reaktionen an und erklärt, Militärausbilder aus Drittstaaten würden in der Ukraine zur „Zielscheibe“ für die russischen Streitkräfte. Ein erfahrener Offizier warnt vor dem „Einstieg in den Dritten Weltkrieg“. Die Kulisse für die Bekanntgabe der Entscheidung sind die Feiern zum 80. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie.

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