Von Jochen Mitschka – 19. April 2026

Am Vortag war zuerst die Straße von Hormus durch den Iran frei gegeben worden, dann aber, nachdem US-Präsident Trump erklärt hatte, die Blockade der iranischen Häfen fortführen zu wollen, [wurde die Sperrung] wieder aktiviert. Im Libanon beging Israel wie erwartet zahlreiche Verstöße gegen den Waffenstillstand, erklärte die De-facto-Annexion eines Teils des Südens und erklärte ,Libanesen dürften in über 50 Dörfer nicht zurückkehren.
Nun waren die Dörfer zerstört, oder wurden im Laufe des Tages und werden im Laufe der nächsten Tage zerstört werden, so wie Gaza. Diesmal allerdings war es Israel gelungen, die Bewohner zu vertreiben, und es droht nun, auf alle zu schießen, die es wagen sollten zurückzukehren. Was nun in der Nacht und im Laufe des 19. Aprils im Nahen Osten rund um diesen Krieg geschah in dieser Tageszusammenfassung.
Der Vormittag des 19. April 2026
Gestern waren Gerüchte aufgetaucht, dass die Revolutionsgarden die politische Führung des Irans entmachtet hätten. Tatsächlich veröffentlichte die eng mit den Revolutionsgarden verbundene Nachrichtenorganisation Tasnim kurz nach der Erklärung des Außenministers einen Twitter[X]-Thread, der offensichtlich emotional aufgeladen war und den Außenminister stark kritisierte. Was von verschiedenen Beobachtern sofort aufgegriffen wurde. Der Artikel in Tasnim zu dem Thema war jedoch wesentlich ausgewogener und erklärender als die offensichtlich emotional aufgeladenen Twittermitteilungen. Dort hieß es:

„Das Sekretariat des Nationalen Sicherheitsrates (SNSC) gab am Samstag in einer Erklärung bekannt, dass Iran nach dem Scheitern der Konfliktparteien auf dem Schlachtfeld und den darauffolgenden Verhandlungsaufforderungen der Vereinigten Staaten – unter Vermittlung Pakistans – Gesprächen zur Beendigung des Konflikts auf Grundlage eines vorgeschlagenen Rahmens zugestimmt hat. [Diese Zustimmung wurde später widerrufen wegen der fortgesetzten Blockade iranischer Häfen und Waffenstillstandsverletzungen Israels im Libanon.]“
Die iranische Delegation führte demnach langwierige Verhandlungen und vertrat dabei trotz tiefen Misstrauens gegenüber den Vereinigten Staaten entschieden die Positionen ihres Landes. Laut der Erklärung scheiterten die Gespräche letztlich, weil die Gegenseite zusätzliche Forderungen stellte, die Iran ablehnte und darauf bestand, in seinen Kernpositionen keine Kompromisse einzugehen. Die Fortsetzung der Verhandlungen wurde daher verschoben, bis die Gegenseite ihre Position an die Realitäten auf dem Schlachtfeld anpasst.
In der Erklärung hieß es außerdem, dass kürzlich über pakistanische Vermittlung neue Vorschläge eingegangen seien, die derzeit geprüft würden; eine Antwort stehe noch aus. Das iranische Verhandlungsteam werde in Bezug auf nationale Interessen keine Zugeständnisse machen und weiterhin die Rechte und Opfer des iranischen Volkes verteidigen.
‚Eine der wesentlichen Voraussetzungen für die Zustimmung Irans zu einem vorübergehenden Waffenstillstand war die Einstellung der Kampfhandlungen an allen Fronten, einschließlich des Libanon. Doch das zionistische Regime hat diese Bedingung von Anfang an mit brutalen Angriffen auf den Libanon und die Hisbollah verletzt‘, hieß es weiter.
In der Erklärung wurde zudem ausgeführt, dass das zionistische Regime auf Drängen Irans einem Waffenstillstand im Libanon zugestimmt habe. Es wurde vereinbart, dass die Straße von Hormus – sofern der Waffenstillstand vom Feind an allen Fronten eingehalten wird – vorübergehend und unter Auflagen nur für Handelsschiffe, nicht aber für Militärschiffe oder zivile Schiffe feindlicher Staaten, unter der Kontrolle und mit Genehmigung der iranischen Streitkräfte und auf von Iran festgelegten Routen geöffnet werden soll.





