Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 22. März 2026
Der Angriffskrieg gegen den Iran geht in eine neue Phase. Es scheint, als ob der Iran förmlich danach fiebert, dass die USA eine Bodenoffensive beginnen. Und die USA drohen mit der Zerstörung iranischer Atomkraftwerke, was der Drohung eines Atomschlages gleichkommt.

Military Summary berichtete gestern am Abend, dass der Jemen, nach westlicher Lesart die Huthis, bereits den Zugang für Schiffe der Angriffskoalition gesperrt hat. Dieser Schritt erfolgte, nachdem Donald Trump die Absicht verkündet hatte, sich aus dem Nahen Osten zurückzuziehen, und die Straße von Hormus den Anliegerstaaten zu überlassen. Während der Iran erklärte, jedes Schiff, dessen Öl in chinesischer Währung bezahlt wurde, und für die sichere Passage durch iranisches Hoheitsgewässer eine Gebühr entrichtet, passieren kann. Die Darstellung des Military Summary Channel erweckt den Eindruck, dass der Iran versucht, die USA vom Abzug fern zu halten, und zu einer Bodenoffensive zu nötigen. Ob diese These Bestand hat, wird vielleicht schon der 23. Tag des Angriffskriegs zeigen.
07 Uhr 00
In den letzten 9 Stunden hat sich der Krieg der USA und Israels gegen den Iran mit mehreren Eskalationen fortgesetzt. Iranische ballistische Raketen haben die südisraelischen Städte Arad und Dimona getroffen und dabei mehr als 100 Menschen verletzt, darunter Dutzende schwer. Ein Katastrophenfall wurde ausgerufen, der Notstand erklärt, zahlreiche Gebäude wurden zerstört, und die israelische Luftabwehr konnte nur wenige Geschosse abfangen – die Angriffe zielten auch auf Gebiete nahe des Nuklearforschungszentrums. Es war eine eindeutige Warnung des Irans, nicht weiter auf Atomanlagen des Landes zu zielen. Das israelische Militär hat in derselben Zeit Wohnhäuser in der iranischen Hauptstadt Teheran angegriffen; die Armee untersucht zudem das Versagen der eigenen Luftabwehr bei den iranischen Gegenangriffen.
Der Angriff war ganz offensichtlich die Antwort auf eine Veröffentlichung von US-Präsident Donald Trump, der dem Iran per Truth-Social-Post ein 48-Stunden-Ultimatum gestellt hatte: Die Straße von Hormus müsse vollständig und ohne Drohung geöffnet werden, sonst würden die USA iranische Kraftwerke „vernichtet“, beginnend mit dem größten. Darin eingeschlossen wären demnach auch die Kernkraftwerke.
Die Antwort des Irans: Zerstören die USA oder Israel iranische Kraftwerke und Kernkraftanlagen, wird der Iran die israelischen und möglicherweise andere vernichten. Die Zerstörung eines in Betrieb befindlichen Kernkraftwerkes kann man als gleichbedeutend mit einem Angriff mit Kernwaffen, also der berühmten „Atombombe“, ansehen. Somit hat Donald Trump nun nicht mehr nur verdeckt, sondern auch offen mit einem Atomschlag gedroht.
Das Damavand-Kraftwerk ist das größte Einzelkraftwerk Irans – größer als alle Kernkraftwerke (Bushehr bisher (!) nur 915 MW), Wasserkraftwerke oder Solar-/Windanlagen. Es ist ein reines thermisches Gas-Kraftwerk und macht einen wichtigen Teil der rund 98.800 MW Gesamtleistung des iranischen Stromnetzes aus. Mit anderen Worten, das erste Kraftwerk wäre noch kein Kernkraftwerk, aber der Verlust für die Stromversorgung des Landes verheerend.
Der Artikel 56 des Zusatzprotokolls der Genfer Konventionen sieht ausdrücklich vor, dass Angriffe auf Atomanlagen zur zivilen Nutzung verboten sind. Aber die USA sehen sich nicht an das Verbot gebunden, wie ja eigentlich an gar kein Verbot des Völkerrechts.
08 Uhr 00:
Steigende Energiepreise werden für EU zum unlösbaren Problem
Die EU hat sich mit ihren mittlerweile 20 Sanktionspaketen komplett von günstigen und zuverlässigen Energielieferungen abgeschnitten. Statt mit über Jahrzehnte laufenden Langfristverträgen, müssen die Länder nun auf den Spotmärkten mit Erdöl und Ergas einkaufen. Und wegen des Krieges der USA steigen die Preise derzeit enorm.
Dem The Wall Street Journal (WSJ). zufolge erreicht die Staatsverschuldung einiger europäischer Länder, insbesondere Großbritanniens und Frankreichs, ein 60-Jahres-Hoch. Ein starker Anstieg der Öl- und Gaspreise könnte der europäischen Wirtschaft einen verheerenden Schlag versetzen, doch den europäischen Behörden fehlen die Mittel, um die Folgen abzumildern, berichtete
Die Staatsverschuldung einiger europäischer Länder, insbesondere des Vereinigten Königreichs und Frankreichs, erreicht laut der Publikation 60-Jahres-Höchststände. Die Kreditkosten steigen auf dem gesamten Kontinent, wobei Unternehmen und Haushalte nicht mehr auf staatliche Zahlungen zurückgreifen können, wie sie beispielsweise während der COVID-19-Pandemie geleistet wurden. Im Jahr 2022, als die Energiepreise in der Europäischen Union aufgrund der Weigerung, aus Russland zu importieren, in die Höhe schossen, stellten die EU-Regierungen Milliarden Euro zur Unterstützung von Haushalten und Unternehmen bereit. Diesmal fehlen den europäischen Regierungen solche finanziellen Mittel, so die Publikation.
Bei einer Plenarsitzung des Europäischen Parlaments am 11. März kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an, dass die Gaspreise in der Europäischen Union seit Beginn des Konflikts im Nahen Osten um 50 Prozent und die Ölpreise um 27Prozent gestiegen seien. Die ersten zehn Tage des Konflikts hätten die europäischen Steuerzahler zusätzlich drei Milliarden Euro für Importe fossiler Brennstoffe gekostet, sagte sie.
Massive Angriffe des Iran auf Israel
Das apokalyptische Tel Aviv in Orange wird von zahlreichen iranischen ballistischen und Hyperschallraketen getroffen. Die Aufnahmen stammen etwa vom 20./21. März.
08 Uhr 45
Israel hat inzwischen über 100 medizinische Einrichtungen im Libanon bombardiert, meldet die israelische Zeitung Haaretz, und dabei mindestens 40 Mitarbeiter medizinischer Einrichtungen getötet, ungezählte verletzt. Der Südlibanon erfährt nun die „Gaza-Behandlung“, wie von Politikern Israels angekündigt, ohne dass die Welt es wagt, dem Imperium und Israel in den Arm zu fallen. Während die IDF den Libanon bombardiert, brennen palästinensische Siedlungen, angezündet von zionistischen Siedlern. Was im Westen kaum Erwähung in den Medien findet.
ICC-Ankläger rehabilitiert
In einer Schmutzkampagne war der Chefankläger, welcher die Haftbefehle gegen Netanjahu und Gallant beantragt hatte, mit Vorwürfen konfrontiert gewesen, sexuelles Fehlverhalten begangen zu haben. Ein vom Leitungsgremium des Kriegsverbrechertribunals eingesetztes Gremium erklärt nun, dass die UN-Untersuchung kein „Fehlverhalten oder eine Pflichtverletzung“ festgestellt hätte. Aber etwas wird schon kleben bleiben, wie immer, wenn man jemanden mit Schmutz bewirft. Bei den Haftbefehlen ging es um Vorwürfe von Kriegsverbrechen VOR dem Beginn des Völkermordes in Gaza.
Aber ein Richter, welcher bei der Ausstellung des Haftbefehls beteiligt war, befindet sich in digitalem Hausarrest. Der Krieg gegen den Iran ist nur die vorläufig letzte Stufe im Krieg Israels mit Hilfe der USA auf dem Weg zur Errichtung von Eretz-Israel. Dem Großisrael. Nach Gaza wird derzeit der Rest von Palästina „gesäubert“ und die Besatzung des südlichen Libanons wurde begonnen. Das einzige Land, das sich dem in den Weg gestellt hatte, war der Iran, und ein Richter am IStGH.






