Warum hat die Mehrheit der Staaten der Welt den Iran vor der UNO verurteilt?

Von Andrew Korybko – 12. März 2026

Das Fehlen bedeutender wirtschaftlicher Beziehungen zum Iran hat dazu geführt, dass die meisten Länder jede Resolution gegen den Iran unterstützen würden, wenn sie inoffiziell gezwungen wären, sich zwischen der Islamischen Republik und den Golfstaaten zu entscheiden, von denen sie in gewissem Maße für ihre Energieimporte abhängig sind, meint unser Autor.

Der UN-Sicherheitsrat hat gerade eine Resolution verabschiedet, in der der Iran für seine Angriffe auf die Golfstaaten, darunter auch auf zivile und Wohngebiete, verurteilt wird, während Russland und China sich wie schon bei der Resolution zu Gaza im vergangenen Herbst der Stimme enthalten haben, da ihre arabischen Partner diese beiden Maßnahmen unterstützen. Russland schlug einen zweiten Entwurf vor, der laut seinem ständigen Vertreter „auf eine dringende Deeskalation der Lage abzielt … (und) einfach, direkt und unmissverständlich ist und bewusst keine Konfliktparteien namentlich nennt“.

Die USA legten erwartungsgemäß ihr Veto ein, weshalb sich Russland und China gezwungen sahen, sich bei der Abstimmung über den ursprünglichen Entwurf der Stimme zu enthalten. Dennoch zeigte dies, dass Russland sein Möglichstes [wirklich?; die Red.] tat, um den Iran im UN-Sicherheitsrat zu unterstützen. Die Resolution, die schließlich verabschiedet wurde, wurde von sage und schreibe 135 Ländern unterstützt, was der Korrespondent von Al Jazeera als „die größte Anzahl von Ländern, die jemals einen Resolutionsentwurf des Sicherheitsrats mitgetragen haben“ bezeichnete. Die Gründe für diese historische Verurteilung des Iran sind ziemlich eindeutig.

Einfach ausgedrückt: Der Großteil der Welt ist in gewissem Maße von Energieimporten aus den Golfstaaten abhängig, während der Iran den meisten von ihnen so gut wie nichts liefert, da außer China nur wenige bereit sind, sich den sekundären Sanktionsdrohungen der USA zu widersetzen, indem sie in nennenswertem Umfang mit ihm Handel treiben. Sie haben daher viel mehr durch die Unterbrechung der Energieexporte der Golfstaaten aufgrund der iranischen Angriffe gegen sie zu verlieren als durch die gemeinsamen Angriffe der USA und Israels auf den Iran, die die Islamische Republik verwüsten.

Das Fehlen jeglicher bedeutender wirtschaftlicher Beziehungen fast aller Staaten zum Iran zu Beginn des Dritten Golfkriegs steht in scharfem Kontrast zu den Beziehungen, die die Mehrheit der Staaten zu Russland zu Beginn des NATO-Stellvertreterkriegs mittels der Ukraine gegen Russland, der vor vier Jahren eskalierte. Damals und bis heute waren viele von ihnen in gewissem Maße von dessen Agrar-, Energie- und/oder Düngemittelexporten abhängig, weshalb sie sich alle in gewisser Weise den sekundären Sanktionsdrohungen der USA widersetzten.

Obwohl die Mehrheit der Staaten bei der UN-Generalversammlung für eine Verurteilung Russlands gestimmt hat, haben alle Länder, einschließlich der EU, ihre Rohstoffimporte aus Russland in gewissem Umfang beibehalten. Sie und ihr US-amerikanischer Schutzherr haben sich zwar auf eine sogenannte „Preisobergrenze“ zur Begrenzung der russischen Ölgewinne geeinigt, aber der Punkt ist, dass selbst sie anerkannt haben, dass die Welt nicht weiter funktionieren könnte, wenn diese Exporte sofort eingestellt würden. Die USA haben seitdem versucht, alle davon zu entwöhnen, aber angesichts der globalen Ölkrise ist dies nicht länger möglich.

Auf jeden Fall lässt diese Erkenntnis rückblickend den Schluss zu, dass die Missachtung der sekundären Sanktionsdrohungen der USA durch die Weltmehrheit in Bezug auf die Aufrechterhaltung des Handels mit Russland durch ihre Eigeninteressen motiviert war und nicht durch ihr kollektives Bekenntnis zu einem nebulösen multipolaren Prinzip. Das Gleiche gilt auch für die Frage, warum die meisten von ihnen gerade den Iran bei der UNO verurteilt haben, indem sie die jüngste Resolution des Sicherheitsrats mitgetragen haben, was ebenfalls in ihrem Interesse lag, auch wenn dies einige Befürworter der Multipolarität [verständlicherweise; die Red.] enttäuscht haben mag.

Letztendlich war es aufgrund der fehlenden bedeutenden wirtschaftlichen Beziehungen zum Iran vorprogrammiert, dass die Mehrheit der Welt jede Resolution gegen das Land unterstützen würde, wenn sie inoffiziell gezwungen wäre, sich zwischen der Islamischen Republik und den Golfstaaten zu entscheiden, von denen sie in gewissem Maße für ihre Energieimporte abhängig sind. Das ist die kalte Realität der internationalen Beziehungen, die den wohlmeinenden Aktivisten, die die Funktionsweise der Welt verändern wollen, auf unangenehme Weise vor Augen führt, dass dies viel leichter gesagt als getan ist.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

13. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 14:15 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 12. März 2026

Der gestrige Tag endete mit einer Meldung, die wenig beachtet wurde, aber größere Bedeutung haben könnte, nämlich dass Spanien seinen Botschafter aus Tel Aviv abberufen hat. Aus diplomatischen Gepflogenheiten ist anzunehmen, dass nun Israel auch seinen Botschafter aus Spanien abzieht. Dies bedeutet mehr als sofort zu erkennen ist. Statement des neuen religiösen und staatlichen Oberhaupts Mojtaba Khamenei.

Mit dem Abzug des israelischen Botschafters hat Spanien alle Voraussetzungen erfüllt, welche der Iran für den freien Durchgang zur die Meerenge vor seiner Küste, die Straße von Hormus, aufgestellt hat. D.h. von diesem Augenblick an könnten Schiffe unter spanischer Flagge Öl von den noch intakten Verladestationen der Anrainerstaaten nach Europa bringen. Denn Spanien hat der angreifenden Koalition verweigert, das eigene Staatsgebiet für den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg zu nutzen, was ja prompt zu einer Wirtschaftsblockade durch die USA führte. Und durch die de facto Ausweisung des Botschafters die letzte Bedingung erfüllt. Was ist nun zu erwarten?

Sollte Israel den diplomatischen Gepflogenheiten folgen, und daraufhin Tanker unter spanischer Flagge versuchen die Straße von Hormus zu benutzen, könnte dies die Situation am Ölmarkt entspannen. Vermutungen, dass Israel oder die USA die Tanker selbst angreifen, um Spanien zu bestrafen bestehen, sind aber wenig begründet, weil auch chinesische Tanker das Gebiet passieren konnten, ohne angegriffen zu werden. Auch Schiffe von Bangladesh dürfen passieren.

Hintergründe für den vorsätzlichen Angriff auf die Mädchenschule in Minab

Wie immer klarer wird haben US und Israel den Angriff bewusst und vorsätzlich auf kleine Kinder ausgeführt. Bei Mädchen handelt is um Töchter von Mitgliedern der IRGC, der Iranischen Revolutionsgarde,. die das Rückgrat der militärischen Verteidigung des Iran bilden. Das war den Angreifern durchaus bewusst.

Es ist unfassbar barbarischer Akt mit Elementen von Sippenhaftung.

Wie bewusst der Angriff ausgeführt wurde zeigt, der sogenannte „double Tap“. Das ist ein zweiter Angriff, der so zeitlich versetzt wird, dass Retter und medizinisches Personal getroffen wird. Im Fall der Mädchenschule natürlich vor allem die Eltern der Kinder.

Wie man nur so tief sinken kann! […]

Der Krieg eskaliert weiter

Seit gestern Abend haben sich mehrere militärische Eskalationen ereignet. Nach Angaben israelischer Militärkreise haben der Iran und die Hisbollah erstmals gemeinsam einen massiven Raketen- und Drohnenangriff auf den Norden Israels gestartet. Woraufhin in Jerusalem und umliegenden Regionen Explosionen zu hören waren und die Luftabwehr in höchster Alarmbereitschaft war; die Bevölkerung wurde aufgefordert, Schutzräume aufzusuchen.

Irakische Behörden meldeten einen Angriff auf zwei Öltanker im Persischen Golf, bei dem mindestens ein Mensch getötet wurde; der Vorfall führte zu einem Anstieg der Ölpreise, die zwischenzeitlich wieder etwas gesunken waren, nachdem große Staaten erklärten, die strategischen Ölreserven frei zu geben.

Iranische Streitkräfte bekannten sich zu einem Drohnenangriff auf ein Gebäude in Dubai, während israelische Drohnenangriffe in Teheran mindestens zehn Mitglieder der Basidsch-Miliz getötet haben sollen. Israel setzte auch seine Luftangriffe auf Ziele in Teheran und Beirut gegen angebliche „Hisbollah“-Stellungen fort, was zu weiteren Explosionen in beiden Städten führte.

Zählung der Kriegstage

Während manche Medien den 12. Tag des Angriffskrieges zählen, ist es nach Ansicht von TKP der 13. Tag.

fast alle aktuellen deutschen Live-Ticker und Medien nennen den heutigen 12. März explizit als den „12. Tag des Irankriegs“ oder „zwölften Tag in Folge“. Beispiele: BILD: „Tag 12 im Iran-Krieg“ (aktueller Artikel vom 12. März). Kurier: „Tag 12“ (Lagebericht). BR-Ticker: „Die USA und Israel setzten am Mittwoch den zwölften Tag in Folge ihre Angriffe fort“. Wenn man den Wikipedia-Eintrag und die exakten Startberichte nimmt, ist heute der 13. Tag. Wenn man der Berichterstattung von BILD, BR, Kurier & Co. folgt, ist es der 12. Tag. Wenn man de Tage zählt mit Start 28. Februar, dann kommen wir auf den 13. Tag.

USA drängen auf Waffenstillstand, da iranische Raketenangriffe massive Schäden verursachen

Mangelnde Luftabwehr lässt Ziele ungeschützt. Der Krieg mit dem Iran entpuppte sich als ein Konflikt mit einem Gegner, wie ihn die US-Streitkräfte noch nie zuvor erlebt hatten, so eine aktuelle Einschätzung von Bloomberg.  Darin wird hervorgehoben, dass Versuche, den Verlauf der Feindseligkeiten durch schnelle Angriffe mit überwältigender Gewalt rasch unter Kontrolle zu bringen, nicht zu den gewünschten Ergebnissen führten. Westliche Analysten haben darauf hingewiesen, dass sich der jahrelange Aufbau von Raketen- und Drohnenarsenalen durch den Iran sowie deren Verteilung und Verbergung in Einrichtungen im ganzen Land als äußerst effektiv erwiesen haben.

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Zwingt der Iran die US-Marine im Hormus-Konflikt zur Kapitulation?

Von Jochen Mitschka – 12. März 2026

Unter dem Pseudonym Simplicius veröffentlichte ein Politikbeobachter eine These, welche im Widerspruch zu gängigen Analysen steht, wie die vom relativ neutralen Military Summary Channel, die davon ausgehen, dass die USA eine Bodenoffensive versuchen werden, um den Bereich um die Meerenge, die Straße von Hormus auf dem Gebiet des Iran von iranischem Militär zu „säubern“. Daher hier seine These.

Der Autor meint, dass die wichtigste Nachricht des Tages sei, dass der Iran die US-Marine in der Straße von Hormus mit Gewalt eingeschüchtert und zur Kapitulation gezwungen habe. „Doch zunächst sollten wir einen Schritt zurücktreten und anerkennen, dass die Revolutionsgarden in diesem Krieg offenbar alle Register ziehen. Sie spielen nicht länger Spielchen und sind nicht mehr kompromissbereit. Sie haben an Dynamik gewonnen, die militärische, politische und propagandistische Initiative ergriffen und nutzen ihren Vorteil nun aus.“

Simplicius kommt dann zu den Gründen, die seine These untermauern sollen. Er erklärt, dass es den „ganzen Tag über“ also am 12. März 2026, verschiedene Berichte gab, wonach die USA nun heimlich versuchten, den Iran – über Mittelsmänner – an den Verhandlungstisch zurückzubringen, nachdem sie das „selbstverschuldete Desaster“ in der Region erkannt haben.

Diesen Berichten zufolge habe der Iran alle Verhandlungsversuche brüsk zurückgewiesen und den offenen Konflikt weiter angeheizt. Irans Führung scheint im Grunde dasselbe erkannt zu haben wie die Russen im Verlauf des Ukraine-Krieges: dass ein „vorübergehender“ Waffenstillstand nutzlos ist und dem Feind nur Zeit verschafft, sich für eine zweite Runde neu zu rüsten.

Der Iran behaupte demnach, die USA drängten auf einen Waffenstillstand. Ali Larijani, Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrats des Iran, wird dann zitiert mit den Worten:

„Heute Abend erhielten wir über den omanischen Vermittler Nachrichten von US-Präsident Donald Trump mit der Bitte, einen Waffenstillstand auszuhandeln. Unsere Antwort lautet: Wir werden keine Verhandlungen akzeptieren, solange ein Gebilde namens Israel existiert.“

Die gesamte Region stehe nun in Flammen, wie von Warnern vorhergesagt. US-Truppen ziehen sich aus ihren Stützpunkten zurück, die arabischen Ölförderanlagen sind lahmgelegt, und niemand scheint einen Weg zu finden, den iranischen Druck zu stoppen. Alle Gerüchte deuten darauf hin, dass weder Israel noch die USA mit einem so intakten iranischen „Regime“ gerechnet hatten.

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US-Medien und Demokratische Partei ermöglichen Trumps Vernichtungskrieg gegen den Iran

Von Andre Damon -12. März 2026

Elf Tage nach Beginn des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran bedient sich die Trump-Regierung offen der Sprache des Völkermords. In einem Interview mit CBS News am Sonntag drohte Trump mit dem „Ende des Iran“ und warnte, dass man „den Namen nie wieder hören würde“, sobald er seine Drohung, das Land zu zerstören, vollständig umgesetzt habe. Am Samstag erklärte er gegenüber Reportern an Bord der Air Force One, dass er unter „bedingungsloser Kapitulation“ verstehe, „wenn niemand mehr da ist, der um Gnade fleht“.

Am Montag – ein Tag nachdem Trump erklärt hat, der Krieg sei „sehr vollständig“ – versprach Kriegsminister Pete Hegseth „einmal mehr unseren intensivsten Tag der Angriffe im Iran: die meisten Kampfflugzeuge, die meisten Bomber, die meisten Angriffe“. Nur wenige Stunden zuvor waren mindestens 40 Menschen bei einem amerikanisch-israelischen Bombenangriff in der Nähe des Risalat-Platzes in Teheran getötet worden. Am Dienstagabend bombardierte das US-Militär iranische Städte sowie Schiffe in der Straße von Hormus.

Bei dem Krieg der USA und Israels wurden bislang mindestens 1.255 Menschen getötet und mehr als 12.000 verletzt. Unter den Opfern sind 200 Kinder – mehr als 170 von ihnen starben bei einem Angriff mit einer Tomahawk-Rakete auf eine Mädchenschule in Minab. Die iranische Hilfsorganisation Roter Halbmond meldete 19.734 beschädigte zivile Gebäude, fast eine Verdoppelung innerhalb von 24 Stunden. Darunter sind 77 Gesundheitszentren und 69 Schulen.

Dieser kriminelle Angriffskrieg wird von den etablierten Medien und der Demokratischen Partei in den USA systematisch unterstützt und ermöglicht. Führende Demokraten haben die Ermordung iranischer Regierungsvertreter befürwortet, dem Trump-Regime politischen Rückhalt gegeben und für die Finanzierung des Kriegs gestimmt. Kein einziger führender Vertreter der Demokraten, keine einzige Redaktion einer großen Zeitung hat den Krieg als das bezeichnet, was er ist: ein Kriegsverbrechen und ein „Verbrechen gegen den Frieden“ nach dem Präzedenzfall der Nürnberger Prozesse, in denen die Nazi-Führer zum Tod verurteilt wurden.

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US- und NATO-Militärbasis in Ramstein schließen

Von Sevim Dagdelen – 12. März 2026

Die US- und NATO-Basis Ramstein ist ein zentraler Knotenpunkt US-amerikanischer Militärpolitik in Europa. Von hier aus werden Kriege koordiniert, die nicht nur das Völkerrecht infrage stellen, sondern auch Deutschland politisch und sicherheitspolitisch in Haftung nehmen. Die Debatte über Ramstein führt deshalb zu einer grundsätzlichen Frage: Welche Rolle spielen US-Militärbasen und die NATO im globalen Machtsystem der Vereinigten Staaten – und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Frieden und Sicherheit in Deutschland?

Zur Führung des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges der USA und Israels gegen den Iran nutzen die Vereinigten Staaten insbesondere auch die US- und NATO-Basis im rheinland-pfälzischen Ramstein. Obwohl der Verstoß der USA gegen das Friedensgebot des Grundgesetzes offenkundig zu sein scheint, kann die Bundesregierung keinerlei Fehlverhalten Washingtons erkennen. Dabei ist Artikel 26 Abs. 1 GG, der besagt: „Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig“, denkbar klar.

Die US-Militärbasen in Deutschland, obwohl formal im Geltungsbereich des deutschen Grundgesetzes, sind de facto Enklaven. Dabei hatte das Bundesverfassungsgericht im Urteil des Zweiten Senats vom 15. Juli 2025 ( – 2 BvR 508/21 – ) zum Drohneneinsatz über Ramstein in seinen Leitsätzen ausdrücklich festgehalten: Der Bundesrepublik Deutschland „obliegt ein allgemeiner Schutzauftrag dahingehend, dass der Schutz grundlegender Menschenrechte und der Kernnormen des humanitären Völkerrechts auch bei Sachverhalten mit Auslandsberührung gewahrt bleibt“.

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Wadephul in Israel: Bundesregierung stellt sich hinter US-israelische Kriegseskalation im Nahen Osten

Von Johannes Stern – 12. März 2026

Die Reise von Außenminister Johann Wadephul nach Israel und in die Golfregion unterstreicht, dass die Bundesregierung trotz aller Befürchtungen über die politischen und wirtschaftlichen Folgen des Kriegs fest hinter der US-israelischen Offensive gegen den Iran steht. Als erster westlicher Regierungsvertreter, der seit Beginn des völkerrechtswidrigen US-israelischen Angriffskriegs in die Region reiste, demonstrierte Wadephul den politischen Schulterschluss Berlins mit den Kriegstreibern.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wadephul nutzte der israelische Außenminister Gideon Sa‘ar die Gelegenheit, nicht nur das israelische Flächenbombardement im Iran, sondern auch den Völkermord in Gaza, den Krieg Israels gegen die Hisbollah im Libanon und die massiven Angriffe auf Beirut mit den bekannten Kriegslügen zu rechtfertigen.

Wadephul widersprach diesen Ausführungen in keiner Weise. Stattdessen bedankte er sich ausdrücklich bei Sa‘ar, wiederholte zentrale Propagandalügen und stellte sich demonstrativ auf die Seite der Kriegstreiber. „Die größte Gefahr geht vom iranischen Regime aus“, erklärte er. „Das habt ihr immer gesagt heute und hier zeigt sich ganz klar, warum.“ Der Iran sei „mit seinem immer aggressiveren Verhalten, mit seinem immer weiterentwickelten militärischen Arsenal … eine Gefahr für die Region und für Europa“. Deutschland stehe an der „Seite Israels“, und „Irans unterschiedslose Angriffe auch auf Zivilistinnen und Zivilisten müssen endlich aufhören“.

Diese Aussagen stellen die Wirklichkeit vollständig auf den Kopf. Es sind Israel und die Vereinigten Staaten, die wahllos Krankenhäuser, Schulen und Wohngebiete bombardieren und tausende Zivilisten töten. Allein beim Bombardement einer Mädchenschule in der iranischen Stadt Minab kamen über 150 Schülerinnen ums Leben.

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Ein Tor zur Hölle: Wie der Krieg gegen den Iran dem Westen schaden wird

Von Michael von der Schulenburg – 11. März 2026

Helfer versuchen nach einem US-Angriff auf die Shajareh Tayyebeh Mädchenschule in Minab Überlebende in den Trümmern zu finden. (Foto: Abbas Zakeri, Mehr News Agency, Wikimedia Commons, CC BY 4.0)

In der westlichen Welt finden sich heute erschreckend viele Politiker und Medien, die den militärischen Angriff der Vereinigten Staaten und Israels auf die Islamische Republik Iran rechtfertigen oder sogar begrüßen.

Getragen von jener uns so vertrauten Selbstgerechtigkeit glauben viele, die USA stünden hier erneut für das Gute im Kampf gegen das Böse. Gerade deshalb wäre es dringend notwendig, innezuhalten und nachzudenken. Denn mit diesem Krieg begehen die USA und Israel ein Verbrechen von gewaltigem Ausmaß – nicht nur am Iran, sondern letztlich auch an sich selbst und an uns allen. Dieser Krieg könnte ein Tor zur Hölle aufgestoßen haben, an dessen Ende der Westen als Verlierer dasteht.

Dieser Krieg dürfte lange und blutig werden

Vieles mahnt an den Beginn des Irakkriegs 2003. Auch damals war ein amerikanischer Präsident geradezu besessen von der Idee, den Irak von seinem Diktator zu „befreien“. Auch damals behauptete George W. Bush, das Regime verfüge über Massenvernichtungswaffen, vor denen die Welt geschützt werden müsse. Und ein sich andienender britischer Premierminister, Tony Blair, erklärte sogar, Saddam Hussein könne London innerhalb von 15 Minuten angreifen. Nichts davon stimmte.

Der Krieg sollte rasch beendet sein; bereits einen Monat später verkündete Bush „mission accomplished“. Doch auch das erwies sich als Illusion. Der Irak versank in einem brutalen Bürgerkrieg und auf den Trümmern des Landes entstand eine der gefährlichsten Terrororganisationen unserer Zeit: der sogenannte Islamische Staat. Viele der Iraker, die angeblich „befreit“ werden sollten, zahlten mit ihrem Leben und mit der Zerstörung ihres Landes. Schätzungen sprechen von bis zu einer Million Toten, manche sogar von zwei oder drei Millionen. Die Folgen dieses Krieges lasten noch heute, 23 Jahre später, schwer auf dem Irak.

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12. Tag im Angriffskrieg gegen den Iran (Ticker 16:00 Uhr)

von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 11. März 2026

Der nun 12 Tage dauernde Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran brachte Zerstörung und Tod über die Region und immer weiter steigende Energiepreise für die Welt. Letztere werden nicht so schnell wieder sinken, weil Anlagen zur Produktion und zum Verladen zerstört wurden. Hier die Entwicklungen seit dem 10. März 2026 in der Nacht bis zum Ende des 11. März.

Gestern Abend ab 20 Uhr deutscher Zeit hat der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran weiter eskaliert, wobei die USA die intensivsten Luftangriffe seit Beginn des Krieges durchführten. Diese Angriffe zielten auf iranische Militäranlagen, darunter Kommandozentren und Raketenbasen in Teheran und anderen Regionen, und haben die iranischen Raketenfähigkeiten weiter geschwächt.

Die israelischen Streitkräfte führten gleichzeitig Angriffe auf Hisbollah-Stellungen in Beirut durch, was zu Explosionen in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt führte um den Süden des Libanons zu besetzen, wie seit 1967 geplant. Noch wurde nicht bekannt, dass die Terrororganisation HTS, jetzt „Übergangsregierung Syriens“, welche an der Westgrenze des Libanons Truppen zusammenzog, die zweite Front gegen die Widerstandsbewegung Hisbollah eröffnet haben. Ebensowenig hat sich bisher die Armee des Libanon trotz Drucks aus den USA dazu hinreißen lassen, einen Bürgerkrieg zu beginnen, um den Einmarsch israelischer Truppen in den Süden des Landes zu ermöglichen.

Der Iran reagierte mit mehreren Raketensalven auf Israel, darunter drei nächtliche Angriffe zwischen dem 10. und 11. März, die jedoch zum Teil abgefangen wurden und nach Angaben Israels keine schweren Schäden verursachten.

Der US-Präsident Donald Trump signalisierte in einer Pressekonferenz, dass der Krieg kurzfristig beendet werden könnte, betonte eine Eskalation, falls der Iran den Ölverkehr in der Straße von Hormus behindert. Iranische Beamte berichteten von über 1.300 Toten seit Kriegsbeginn und warfen den USA und Israel vor, zivile Ziele wie Schulen anzugreifen, was zu internationaler Kritik führte.

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Völkerrecht in Gefahr: Ein Appell an Europa

Von Majid Nili, iranischer Botschafter in Deutschland – 11. März 2026

Als Botschafter der Islamischen Republik Iran möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf ein beispielloses und zutiefst besorgniserregendes Ereignis lenken – ein Ereignis, das nicht nur eine offensichtliche Verletzung des Völkerrechts darstellt, sondern auch einen schwerwiegenden Schlag gegen die grundlegenden Prinzipien der internationalen Ordnung bedeutet.

Wie Ihnen bekannt ist, wurde der Iran am 28. Februar 2026 ohne jeden Grund oder jede Rechtfertigung militärisch von Israel und den Vereinigten Staaten angegriffen, während sich das Land inmitten indirekter Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten unter Vermittlung des befreundeten Staates Oman befand.

Im Verlauf dieser Angriffe wurden zahlreiche zivile Ziele gezielt angegriffen. Dazu zählt unter anderem ein Luftangriff auf eine Mädchenschule in der Stadt Minab, bei dem 175 Schülerinnen und Mitglieder des Lehrpersonals getötet wurden. Ebenso gehörte der Angriff auf die Nuklearanlage in Natanz zu den durchgeführten Angriffen – eine Anlage, die gemäß den Bestimmungen der Internationalen Atomenergie-Organisation aufgrund möglicher Umweltfolgen vor Angriffen geschützt sein sollte. Darüber hinaus wurde auch die Teheraner Ölraffinerie angegriffen – ein Angriff, der zur Freisetzung chemischer Stoffe in einer Stadt mit rund zehn Millionen Einwohnern führte. Außerdem kam bei dieser Aggression der religiöse und politische Führer des Iran, Ayatollah Khamenei, ums Leben.

Diese Angriffe stellen neben ihren weitreichenden humanitären und ökologischen Folgen klare Verstöße gegen das Völkerrecht dar, insbesondere gegen Artikel 2 Absatz 4 der Charta der Vereinten Nationen. Ein solches Verhalten verletzt nicht nur das Recht, sondern auch die grundlegendsten moralischen Prinzipien der internationalen Beziehungen sowie die fundamentalen Regeln des humanitären Völkerrechts.

Noch bedauerlicher ist jedoch die Reaktion einiger europäischer Politiker, die diese Handlungen nicht eindeutig verurteilt haben und durch ihr Schweigen oder durch die Relativierung rechtlicher und moralischer Prinzipien faktisch an der Seite der Aggressoren stehen.

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Zweiter Raketeneinschlag: Irankrieg droht auf die Türkei und die NATO überzugreifen

Von Barış Demir und Ulaş Sevinç- 11. März 2026

Das NATO-Mitglied Türkei wird immer tiefer in den imperialistischen Krieg der USA und Israels gegen den Iran hineingezogen. Am Montag erklärte das türkische Verteidigungsministerium: „Ein ballistisches Geschoss, das aus dem Iran abgefeuert wurde und in den türkischen Luftraum eingedrungen ist, wurde von der Luft- und Raketenabwehr der Nato im östlichen Mittelmeer neutralisiert.“

Teile der Rakete sollen, Berichten zufolge, auf ein leeres Feld in Gaziantep gefallen sein, einer Stadt in der Nähe von Adana, wo sich der von den USA genutzte NATO-Luftwaffenstützpunkt Incirlik befindet. Es wurden keine Toten oder Verletzten gemeldet.

Das Verteidigungsministerium erklärte weiter: „Wir betonen erneut, dass wir entschlossen und ohne Zögern alle notwendigen Maßnahmen ergreifen werden, um jede Bedrohung für das Staatsgebiet und den Luftraum unseres Landes abzuwehren. Wir bekräftigen außerdem, dass es im Interesse aller liegt, die Warnungen der Türkei in dieser Hinsicht ernst zu nehmen.“

Präsident Recep Tayyip Erdoğan erklärte am selben Abend an die Adresse des Irans: „Allerdings möchte ich hiermit betonen, dass trotz unserer Warnungen weiterhin äußerst falsche und provokative Schritte unternommen werden, die die Freundschaft der Türkei untergraben werden. Alle sollten Überlegungen vermeiden, die tiefe Wunden in die Herzen und Köpfe unserer Nation reißen und einen Schatten über unser tausendjähriges nachbarschaftliches und brüderliches Verhältnis werfen. Der Standpunkt und die Haltung der Türkei sind klar.“

Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian wies laut der iranischen Presse am Montagabend in einem Telefonat mit Erdoğan die Behauptungen zurück, der Iran habe die Türkei mit einer Rakete angegriffen.

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