Ein Tor zur Hölle: Wie der Krieg gegen den Iran dem Westen schaden wird

Von Michael von der Schulenburg – 11. März 2026

Helfer versuchen nach einem US-Angriff auf die Shajareh Tayyebeh Mädchenschule in Minab Überlebende in den Trümmern zu finden. (Foto: Abbas Zakeri, Mehr News Agency, Wikimedia Commons, CC BY 4.0)

In der westlichen Welt finden sich heute erschreckend viele Politiker und Medien, die den militärischen Angriff der Vereinigten Staaten und Israels auf die Islamische Republik Iran rechtfertigen oder sogar begrüßen.

Getragen von jener uns so vertrauten Selbstgerechtigkeit glauben viele, die USA stünden hier erneut für das Gute im Kampf gegen das Böse. Gerade deshalb wäre es dringend notwendig, innezuhalten und nachzudenken. Denn mit diesem Krieg begehen die USA und Israel ein Verbrechen von gewaltigem Ausmaß – nicht nur am Iran, sondern letztlich auch an sich selbst und an uns allen. Dieser Krieg könnte ein Tor zur Hölle aufgestoßen haben, an dessen Ende der Westen als Verlierer dasteht.

Dieser Krieg dürfte lange und blutig werden

Vieles mahnt an den Beginn des Irakkriegs 2003. Auch damals war ein amerikanischer Präsident geradezu besessen von der Idee, den Irak von seinem Diktator zu „befreien“. Auch damals behauptete George W. Bush, das Regime verfüge über Massenvernichtungswaffen, vor denen die Welt geschützt werden müsse. Und ein sich andienender britischer Premierminister, Tony Blair, erklärte sogar, Saddam Hussein könne London innerhalb von 15 Minuten angreifen. Nichts davon stimmte.

Der Krieg sollte rasch beendet sein; bereits einen Monat später verkündete Bush „mission accomplished“. Doch auch das erwies sich als Illusion. Der Irak versank in einem brutalen Bürgerkrieg und auf den Trümmern des Landes entstand eine der gefährlichsten Terrororganisationen unserer Zeit: der sogenannte Islamische Staat. Viele der Iraker, die angeblich „befreit“ werden sollten, zahlten mit ihrem Leben und mit der Zerstörung ihres Landes. Schätzungen sprechen von bis zu einer Million Toten, manche sogar von zwei oder drei Millionen. Die Folgen dieses Krieges lasten noch heute, 23 Jahre später, schwer auf dem Irak.

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12. Tag im Angriffskrieg gegen den Iran (Ticker 16:00 Uhr)

von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 11. März 2026

Der nun 12 Tage dauernde Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran brachte Zerstörung und Tod über die Region und immer weiter steigende Energiepreise für die Welt. Letztere werden nicht so schnell wieder sinken, weil Anlagen zur Produktion und zum Verladen zerstört wurden. Hier die Entwicklungen seit dem 10. März 2026 in der Nacht bis zum Ende des 11. März.

Gestern Abend ab 20 Uhr deutscher Zeit hat der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran weiter eskaliert, wobei die USA die intensivsten Luftangriffe seit Beginn des Krieges durchführten. Diese Angriffe zielten auf iranische Militäranlagen, darunter Kommandozentren und Raketenbasen in Teheran und anderen Regionen, und haben die iranischen Raketenfähigkeiten weiter geschwächt.

Die israelischen Streitkräfte führten gleichzeitig Angriffe auf Hisbollah-Stellungen in Beirut durch, was zu Explosionen in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt führte um den Süden des Libanons zu besetzen, wie seit 1967 geplant. Noch wurde nicht bekannt, dass die Terrororganisation HTS, jetzt „Übergangsregierung Syriens“, welche an der Westgrenze des Libanons Truppen zusammenzog, die zweite Front gegen die Widerstandsbewegung Hisbollah eröffnet haben. Ebensowenig hat sich bisher die Armee des Libanon trotz Drucks aus den USA dazu hinreißen lassen, einen Bürgerkrieg zu beginnen, um den Einmarsch israelischer Truppen in den Süden des Landes zu ermöglichen.

Der Iran reagierte mit mehreren Raketensalven auf Israel, darunter drei nächtliche Angriffe zwischen dem 10. und 11. März, die jedoch zum Teil abgefangen wurden und nach Angaben Israels keine schweren Schäden verursachten.

Der US-Präsident Donald Trump signalisierte in einer Pressekonferenz, dass der Krieg kurzfristig beendet werden könnte, betonte eine Eskalation, falls der Iran den Ölverkehr in der Straße von Hormus behindert. Iranische Beamte berichteten von über 1.300 Toten seit Kriegsbeginn und warfen den USA und Israel vor, zivile Ziele wie Schulen anzugreifen, was zu internationaler Kritik führte.

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Völkerrecht in Gefahr: Ein Appell an Europa

Von Majid Nili, iranischer Botschafter in Deutschland – 11. März 2026

Als Botschafter der Islamischen Republik Iran möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf ein beispielloses und zutiefst besorgniserregendes Ereignis lenken – ein Ereignis, das nicht nur eine offensichtliche Verletzung des Völkerrechts darstellt, sondern auch einen schwerwiegenden Schlag gegen die grundlegenden Prinzipien der internationalen Ordnung bedeutet.

Wie Ihnen bekannt ist, wurde der Iran am 28. Februar 2026 ohne jeden Grund oder jede Rechtfertigung militärisch von Israel und den Vereinigten Staaten angegriffen, während sich das Land inmitten indirekter Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten unter Vermittlung des befreundeten Staates Oman befand.

Im Verlauf dieser Angriffe wurden zahlreiche zivile Ziele gezielt angegriffen. Dazu zählt unter anderem ein Luftangriff auf eine Mädchenschule in der Stadt Minab, bei dem 175 Schülerinnen und Mitglieder des Lehrpersonals getötet wurden. Ebenso gehörte der Angriff auf die Nuklearanlage in Natanz zu den durchgeführten Angriffen – eine Anlage, die gemäß den Bestimmungen der Internationalen Atomenergie-Organisation aufgrund möglicher Umweltfolgen vor Angriffen geschützt sein sollte. Darüber hinaus wurde auch die Teheraner Ölraffinerie angegriffen – ein Angriff, der zur Freisetzung chemischer Stoffe in einer Stadt mit rund zehn Millionen Einwohnern führte. Außerdem kam bei dieser Aggression der religiöse und politische Führer des Iran, Ayatollah Khamenei, ums Leben.

Diese Angriffe stellen neben ihren weitreichenden humanitären und ökologischen Folgen klare Verstöße gegen das Völkerrecht dar, insbesondere gegen Artikel 2 Absatz 4 der Charta der Vereinten Nationen. Ein solches Verhalten verletzt nicht nur das Recht, sondern auch die grundlegendsten moralischen Prinzipien der internationalen Beziehungen sowie die fundamentalen Regeln des humanitären Völkerrechts.

Noch bedauerlicher ist jedoch die Reaktion einiger europäischer Politiker, die diese Handlungen nicht eindeutig verurteilt haben und durch ihr Schweigen oder durch die Relativierung rechtlicher und moralischer Prinzipien faktisch an der Seite der Aggressoren stehen.

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Zweiter Raketeneinschlag: Irankrieg droht auf die Türkei und die NATO überzugreifen

Von Barış Demir und Ulaş Sevinç- 11. März 2026

Das NATO-Mitglied Türkei wird immer tiefer in den imperialistischen Krieg der USA und Israels gegen den Iran hineingezogen. Am Montag erklärte das türkische Verteidigungsministerium: „Ein ballistisches Geschoss, das aus dem Iran abgefeuert wurde und in den türkischen Luftraum eingedrungen ist, wurde von der Luft- und Raketenabwehr der Nato im östlichen Mittelmeer neutralisiert.“

Teile der Rakete sollen, Berichten zufolge, auf ein leeres Feld in Gaziantep gefallen sein, einer Stadt in der Nähe von Adana, wo sich der von den USA genutzte NATO-Luftwaffenstützpunkt Incirlik befindet. Es wurden keine Toten oder Verletzten gemeldet.

Das Verteidigungsministerium erklärte weiter: „Wir betonen erneut, dass wir entschlossen und ohne Zögern alle notwendigen Maßnahmen ergreifen werden, um jede Bedrohung für das Staatsgebiet und den Luftraum unseres Landes abzuwehren. Wir bekräftigen außerdem, dass es im Interesse aller liegt, die Warnungen der Türkei in dieser Hinsicht ernst zu nehmen.“

Präsident Recep Tayyip Erdoğan erklärte am selben Abend an die Adresse des Irans: „Allerdings möchte ich hiermit betonen, dass trotz unserer Warnungen weiterhin äußerst falsche und provokative Schritte unternommen werden, die die Freundschaft der Türkei untergraben werden. Alle sollten Überlegungen vermeiden, die tiefe Wunden in die Herzen und Köpfe unserer Nation reißen und einen Schatten über unser tausendjähriges nachbarschaftliches und brüderliches Verhältnis werfen. Der Standpunkt und die Haltung der Türkei sind klar.“

Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian wies laut der iranischen Presse am Montagabend in einem Telefonat mit Erdoğan die Behauptungen zurück, der Iran habe die Türkei mit einer Rakete angegriffen.

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US-Militär tötet 160 Schülerinnen in Minab mit Tomahawk-Raketen

Von Kevin Reed – 11. März 2026

Am Wochenende sind Analysen und Videobeweise zum Luftangriff auf die Shajareh Tayyebeh Mädchengrundschule am 28. Februar bekannt geworden. Sie zeigen, dass die Verantwortung für den Tod von über 160 Mädchen im Alter von 7 bis 12 Jahren beim US-Militär liegt.

Die Mädchenschule in Minab liegt in der südlichen iranischen Provinz Hormosgan in der Nähe des Persischen Golfs. Die Schule wurde durch mehrere Explosionen praktisch pulverisiert. Viele der Getöteten wurden ausgelöscht und konnten nur durch DNA-Analysen identifiziert werden. Die Aufnahmen zeigten Leichen und Körperteile, die teilweise unter eingestürzten Betonteilen eingeklemmt waren, sowie verstreute Schulranzen, Hefte und staubbedeckte Schulbücher.

Als am Samstagmorgen, dem 28. Februar, dem ersten Arbeitstag der Woche im Iran, die amerikanisch-israelischen Bombardements begannen, war die Schule am Morgen voll besetzt. Iranische Behörden und örtliche Beamte berichten, dass drei Raketen in dem Gebiet einschlugen – einigen Berichten zufolge „dreifach“ explodierten – und multiple Schäden anrichteten.

Nach Angaben der iranischen Regierung, die von internationalen Medien zitiert werden, wurden etwa 168-180 Menschen getötet, darunter mindestens 160-170 Kinder und mehr als ein Dutzend Lehrer und Angestellte, was den Angriff zum bislang tödlichsten Angriff auf Zivilisten in diesem Krieg macht. Dutzende weitere Menschen, möglicherweise mehr als 100, wurden verletzt, viele mit katastrophalen Explosions- und Schrapnellwunden, Verbrennungen und Quetschungen durch den Einsturz des Daches und der Wände des zweistöckigen Gebäudes.

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Amerikas Kriegsmaschinerie: Was wir über das US-Militärnetzwerk im Nahen Osten wissen

Von Dmitri Kornev – 10. März 2026

Die Vereinigten Staaten verfügen über eine Vielzahl von Stützpunkten und Einrichtungen in der Golfregion, von denen aus der Krieg gegen den Iran unterstützt wird. Um welche Basen es sich handelt und welche Rolle sie im US-Militärnetzwerk spielen, zeigt folgender Überblick.

Die US-Aggression gegen Iran wäre ohne die US-Militärbasen auf dem Territorium der Golfmonarchien unmöglich gewesen. Diese Basen dienen als zentrale Ausgangspunkte für den Einsatz der amerikanischen Offensivkapazitäten. Die US-Militärpräsenz in der Region ist seit Langem ein strategischer Eckpfeiler der amerikanischen Politik. Ihr Ziel ist die Sicherung der globalen Ölversorgung, der Schutz von Verbündeten und die Abschreckung regionaler Bedrohungen, die laut US-israelischer Darstellung hauptsächlich von Iran ausgehen.

Die Fünfte Flotte der US-Marine ist ein Eckpfeiler der amerikanischen Militärpräsenz in der Region. Ihre Operationen erstrecken sich über den Persischen Golf, die Straße von Hormus und die umliegenden Gewässer. Wichtige Basen befinden sich in Bahrain, Katar, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Oman und umfassen militärische Hauptquartiere, Einrichtungen kritischer Infrastruktur, Logistikzentren, Luftwaffenstützpunkte und Seehäfen. Im Vorfeld der Operation „Epic Fury“ gegen Iran rechneten die USA mit Vergeltungsmaßnahmen und reduzierten die Anzahl der Truppen und des Unterstützungspersonals auf diesen Basen erheblich. Die Stationierung zusätzlicher Offensivkräfte und Raketenabwehrsysteme hat jedoch zu einem signifikanten militärischen Aufmarsch der USA in der Region geführt.

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Die regionale Eskortmission der pakistanischen Marine stellt den Iran vor ein Dilemma

Von Andrew Korybko – 11. März 2026

Wenn diese einseitige Eskortmission ungehindert fortgesetzt wird, könnte Pakistan zum Kern einer multilateralen Mission werden, die darauf abzielt, Irans Trumpfkarte, die Sperrung der Straße von Hormus, zu neutralisieren. Eine Beendigung der Mission birgt jedoch die Gefahr einer Ausweitung des Krieges, sodass unklar ist, wie sich die IRGC entscheiden wird, da keine der beiden Optionen ideal ist.

Pakistan kündigte den Start der Operation Muhafiz-ul-Bahr („Beschützer der Meere“) an, „um multidimensionalen Bedrohungen für die nationale Schifffahrt und den Seehandel entgegenzuwirken. Die Initiative wurde ins Leben gerufen, um den ununterbrochenen Fluss der nationalen Energieversorgung und die Sicherheit der Seeverbindungswege (SLOCs) zu gewährleisten. Die PN-Eskortoperationen werden in enger Abstimmung mit der Pakistan National Shipping Corporation (PNSC) durchgeführt.“ Die New York Times hat diese Mission in ihrem Bericht in einen Zusammenhang gestellt.

Sie erinnerten die Leser daran, dass „Pakistan den größten Teil seines Erdgases aus Katar und sein Rohöl aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten importiert“, das aufgrund des Dritten Golfkriegs nicht mehr zuverlässig exportiert werden kann. Dennoch „war unklar, ob der Einsatz pakistanischer Kriegsschiffe ausreichen würde, um eine Ölversorgungskrise zu verhindern. Pakistan verfügt laut Angaben des Ölministeriums nur noch über Rohölreserven für weniger als zwei Wochen und über ausreichend Flüssigerdgas, um bis zum Ende des Monats auszukommen.“

Die regionale Eskortmission der pakistanischen Marine stellt den Iran jedoch vor ein Dilemma, da er Pakistan als befreundete Nation betrachtet, weil sich Islamabad weigert, sich gemäß dem gegenseitigen Verteidigungspakt vom vergangenen September solidarisch mit seinem saudischen Verbündeten am Krieg zu beteiligen, Pakistan aber auch ein „wichtiger Nicht-NATO-Verbündeter“ der USA ist. Wenn diese einseitige Eskortmission ungehindert fortgesetzt wird, könnte Pakistan zum Kern einer multilateralen Mission werden, die Irans Trumpfkarte, die Straße von Hormus zu sperren, neutralisieren soll. Eine Beendigung der Mission birgt jedoch die Gefahr einer Ausweitung des Krieges.

Pakistan hat seine Karten bisher richtig ausgespielt, indem Präsident Asif Ali Zardari Ayatollah Ali Khamenei als „Märtyrer“ bezeichnete und Premierminister Shehbaz Sharif dem neuen Obersten Führer Mojtaba Khamenei, seinem Sohn, gratulierte, aber dies diente wohl eher dazu, die pakistanischen Schiiten zu beschwichtigen als dem Iran zu gefallen. Auf jeden Fall war es dennoch eine Geste des guten Willens, aber die Rivalität zwischen dem mächtigen IRGC des Iran und dem ebenso mächtigen Establishment Pakistans – also dem Militär und den Geheimdiensten – besteht weiterhin.

Flüchtige Beobachter haben es vielleicht vergessen, aber der Iran hat im Januar 2024 von Teheran als Terroristen und Separatisten bezeichnete Belutschen in Pakistan bombardiert, was Pakistan zu Vergeltungsschlägen gegen eine andere Belutschen-Organisation veranlasste, die Islamabad als Terroristen und Separatisten einstufte. Leser können ihre Erinnerung an diese Vergeltungsschläge hier auffrischen. Obwohl sich der Iran und Pakistan seitdem versöhnt haben und die Beziehungen nun offiziell herzlich sind, wird die oben erwähnte Rivalität wohl die Kalkulationen der IRGC beeinflussen.

Der Iran hat die USA dazu herausgefordert, ihre Eskortmission in der Straße von Hormus zu beginnen, und mit der Verminung der Meerenge begonnen, woraufhin Trump den Iran davor warnte, „irgendetwas Cleveres zu versuchen“, und Angriffe auf Minenlegerboote genehmigte. CNN ging in seinem Artikel „Die schwierige Entscheidung der Trump-Regierung: Wirtschaftlicher oder maritimer Zusammenbruch?“ näher auf das daraus resultierende Dilemma der USA ein. Die Begleitmission Pakistans könnte daher eine clevere Strategie der USA sein, um den Spieß umzudrehen und stattdessen den Iran in ein Dilemma zu bringen, wie in dieser Analyse erläutert wurde.

Um es klar zu sagen: Pakistan hat seine eigenen Gründe für die Operation Muhafiz ul-Bahr, nicht zuletzt, um einen Teil seiner maritimen Energieversorgungskette wiederherzustellen und so die große Kraftstoffkrise abzuwenden, von der die Regierung befürchtet, dass sie von AfghanistanIndien und/oder inländischen Terroristen  ausgenutzt werden könnte. Dennoch fördert die Begleitmission tatsächlich die Interessen der USA gegenüber dem Iran, aber nur wenige erkennen dies, da virale, KI-gestützte Fake-Videos aus Pakistan die Massen manipuliert haben, sodass sie glauben, dass es Indien ist, das diese Interessen tatsächlich vorantreibt.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

11. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 20:00 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 10. März 2026

Seit dem 9. März 2026 um 20 Uhr hat sich der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran weiter zugespitzt, wobei der Krieg nun in seinen zehnten Tag geht. Der Iran hat Mojtaba Khamenei, den Sohn des getöteten Obersten Führers Ali Khamenei, zum neuen Obersten Führer ernannt, was, wie vorausgesagt, eine Konsolidierung der Hardliner im Iran signalisiert. Hinter denen sich die Bevölkerung des Irans angesichts der Angriffe versammelt.

US-Präsident Donald Trump hat diese Ernennung als „unannehmbar“ bezeichnet und betont, dass der Krieg gemeinsam mit Israel entschieden werde, wann er ende. Israelische Streitkräfte haben in der Nacht zum 10. März IRGC-Kommandos, Raketenanlagen und Öl-Depots in Teheran angegriffen, was zu massiven Bränden und Umweltwarnungen führte. Der Iran hat darauf mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, Bahrain, Kuwait und Saudi-Arabien reagiert, wobei Vergeltung gegen Ziele wie Entsalzungsanlagen und Ölfelder durchgeführt, was zu Todesopfern und Verletzten führte. Offensichtlich reagiert der Iran spiegelgleich gegenüber den Angriffen der Koalition gegen US-Interessen am Golf.

In Israel kam es zu einem Raketeneinschlag in der Zentralregion, bei dem ein Zivilist getötet und mehrere verletzt wurden. Was zeigt, dass die Luftabwehr des Landes inzwischen stark geschwächt ist. Die Angriffe haben die Ölpreise, ebenfalls wie vorausgesagt, auf über 100 US-Dollar pro Barrel getrieben, den höchsten Stand seit vier Jahren, was globale Märkte erschüttert. Und das Niveau dürfte auf Grund der Zerstörungen über viele Monate beibehalten bleiben, selbst wenn der Krieg schnell endet. Besonders für energieabhängige Staaten dürfte dies verheerende Auswirkungen auf die Wirtschaft dieser Länder haben. Wobei die Profiteure der Situation die USA und Russland sind. Der IRGC hat vor einer „Energiekrieg“ gewarnt und angekündigt, dass der Iran das Ende des Krieges bestimmen werde, nicht die USA. Wenn man es dem Iran unmöglich macht, Energie zu exportieren, wird dies alle Ölförderung in der Region betreffen. Bisher haben sich die Warnungen des Irans als begründet erwiesen.

Trotz der Eskalation hat Trump erklärt, der Konflikt könne bald enden, betont jedoch, dass weitere Angriffe Iran „zwanzigmal härter“ treffen würden. In der Region wächst die Besorgnis, da der Konflikt auf den Libanon und den Golf ausgreift, mit zunehmenden Angriffen von Hisbollah und mit dem Iran verbündeten Kräften im Iran. Es sei nicht vergessen, dass der Iran dem Irak entscheidend dabei half zu verhindern, dass die Terroristen des IS/ISIS die Hauptstadt des Landes eroberten. Dies und viele humanitäre Lieferungen aus dem Iran, das selbst unter Sanktionen leidet, an den Irak haben aus einstigen Todfeinden unter Saddam Hussein (unter Einfluss der USA) und dem Iran nun Verbündete gemacht. Nur ständige Sanktionsdrohungen der USA hindern eine weitere Annäherung.

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Iran greift US-amerikanische und israelische Stützpunkte an – der Konflikt eskaliert | Scott Ritter

Von intörn tv – 10. März 2026

Der ehemalige UN-Waffeninspektor und Nachrichtendienstoffizier des US Marine Corps, Scott Ritter, analysiert den Verlauf des US-israelischen Angriffskrieges gegen den Iran.

Scott Ritter: „ … Nun haben die Vereinigten Staaten und Israel einen Überraschungsangriff auf den Iran durchgeführt, einen, der die Ermordung von Ali Khamenei einschloss.

Man würde also denken, dass sie zuerst gehandelt haben und nun die Iraner reagieren müssen. Aber das war nicht der Fall, weil wir [die USA] uns nicht richtig vorbereitet hatten. Wir hatten Ziele, die mit Dingen verknüpft waren, die niemals eintreten konnten.

Man kann nicht behaupten, einen Regimewechsel herbeiführen zu wollen, nur indem man Ali Khamenei tötet. Die Realität ist, wenn man Ali Khamenei tötet, nein, nicht nur tötet, sondern ermordet, macht man einen Regimewechsel unmöglich. Jeder, der irgendetwas über den Iran weiß, wüsste, dass das so ist, wenn man versteht, wie verehrt der oberste Führer unter den Gläubigen ist.

Und der Iran ist eine Nation der Gläubigen. Und wenn man die Verfassung kennt, wüsste man, dass der Iran eine konstitutionelle Republik ist. […] Es ist eine konstitutionelle Republik. Es ist eine islamische Republik. Aber sie haben Mechanismen, die funktionieren.

Sie haben Institutionen geschaffen, die die Lücke füllten, die durch den Tod von Ali Khamenei entstanden war, und sie stellten sicher, dass das Regime weiter funktionierte. Der Mord an Ali Khamenei […] sorgte dafür, dass sich das Volk um die Regierung scharte. Also war dies von Anfang an ein Krieg zum Regimewechsel. Das Ziel des Überraschungsangriffs war es, einen Regimewechsel zu erreichen, in dem der Mord an dem Mann erleichtert wurde, dessen Tod wir alle für den für den Zusammenbruch des Iran hielten. Und es kam genau anders herum. […] Wir haben den Krieg mit den ersten Raketen verloren, die in den Iran abgefeuert wurden, weil wir nicht wussten, was wir taten.

Wir haben etwas initiiert, das ein bestimmtes Ergebnis erzielen sollte, aber am Ende genau das Gegenteil bewirkt hat. Wir haben uns von Anfang an selbst besiegt.

Doch noch wichtiger, und das geben wir jetzt zu, wir hatten die iranische Reaktion nicht vorhergesehen. Wir dachten, dass Iran nach der Tötung von Ali Khamenei führungslos sein würde, wie ein Schiff ohne Kapitän am Steuer, das nur im Kreis treibt. Das war jedoch nicht der Fall. Iran hatte einen Plan, und sie setzten ihn sofort um. Der Plan hat uns umgehauen, weil wir nicht dachten, dass sie so handeln würden. Wir dachten, vielleicht würden sie Israel angreifen, vielleicht etwas anderes, aber sie griffen alles an.

Sie haben einen umfassenden, breit angelegten Schlag ausgeführt. Also haben wir etwas eingeleitet, ein Täuschungsmanöver gemacht und die Iraner haben es gegen uns gewendet und wir dachten nur, verdammt, sie sitzen uns im Nacken. Jetzt steuern die Iraner dieses Schiff, weil wir nur noch reagieren. Sie setzen einen Plan um, den sie von Anfang an durchdacht haben. Sie haben sich darauf vorbereitet. Sie haben die Mittel dafür und sie führen ihn ohne Abweichung aus. Die Vereinigten Staaten hingegen haben ihren Plan in 10 Tagen fünfmal geändert und wir werden ihn heute wieder ändern, weil eine neue wirtschaftliche Realität ins Spiel kommt, mit der wir nicht gerechnet haben. Wir haben mit alldem nicht gerechnet. […) das ist die miserabelst geplante Militäroperation in der Geschichte miserabel geplanter Militäroperation. Währenddessen führen die Iraner einen Plan zur Perfektion aus. Zur Perfektion. …“

Gotteskrieger in der US-Armee: „Trump ist von Jesus gesalbt worden, um in Iran das Signalfeuer zu entzünden“

Von Tobias Riegel – 10. März 2026

Im Zusammenhang mit dem Irankrieg häufen sich Berichte über religiösen Extremismus im Weißen Haus und in der US-Armee. Teils wird eine Rhetorik genutzt, die offensiv an christliche Kreuzzüge erinnern soll oder die man in ihrer Härte eher islamistischen Dschihadisten zuschreiben würde. Was soll das? Ist das Ablenkung und billiger Budenzauber? Oder meinen die das etwa ernst? Vielleicht ist es auch der Versuch, den schnöden Motiven für den Irankrieg (Geld, Macht, Geopolitik usw.) noch ein bisschen „Spiritualität“ anzudichten.

Laut Medien häufen sich Berichte über irrationale religiöse Formulierungen in der US-Armee und im Weißen Haus. So berichten Whistleblower von US-Kommandeuren, die etwa die Angriffe der USA und Israels auf Iran als „Teil des heiligen Plans Gottes“ bezeichnen würden. „Trump ist von Jesus gesalbt worden“, wird etwa zitiert, „um in Iran das Signalfeuer zu entzünden und das Armageddon herbeizuführen und seine Rückkehr kenntlich zu machen“.

Das ist laut einem Bericht im Spiegel kein Einzelfall: Die Watchdog-Gruppe „Military Religious Freedom Foundation“  (MRFF) und der Journalist Jonathan Larsen hätten erklärt, ihnen lägen mehr als 200 ähnliche Berichte aus rund 50 US-Militäreinrichtungen vor. „Als habe es ein Memo von oben gegeben“, so der Spiegel.

Die Berichte betreffen nicht nur die US-Armee – bis in die hohe US-Politik hinein finden sich Aussagen wie diese des republikanischen Senators Lindsey Graham zum Irankrieg.

„Dies ist ein religiöser Krieg. Wir werden den Weg des Nahen Ostens auf tausend Jahre hinaus bestimmen.“

Auch US-Außenminister Marco Rubio berief sich laut Medien auf eine religiöse Dimension. „Lasst es mich euch in simplem Englisch erklären, okay?“, sagte er vergangene Woche vor Journalisten. „Iran wird von Wahnsinnigen regiert, religiös-fanatischen Wahnsinnigen.“

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