Ist das Fehlen eines Kriegsplans Trumps „Plan“?

Von Alastair Crooke* – 16. März 2026

Die Iraner haben ein Mitspracherecht darüber, wann der Krieg endet. Und sie sagen, dass sie gerade erst anfangen.

Das auf Luftangriffen aus der Ferne basierende Modell der Kriegsführung der USA und Israels wird durch eine ganz andere Form des asymmetrischen Krieges herausgefordert – eine, die der Iran bereits vor mehr als 20 Jahren geplant hat. Das muss man verstehen, wenn man beurteilen will, wie die Kriegsbilanz wirklich aussieht. Es ist, als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen; sie unterscheiden sich grundlegend in ihrem Charakter.

Die USA und Israel werfen eine Menge Fernkampfmunition auf den Iran ab. Aber bis zu welchem Punkt und mit welcher Wirkung? Das wissen wir nicht.

Wir wissen jedoch, dass der Iran seinen Plan für einen asymmetrischen Krieg hat. Und dieser steht erst am Anfang und schreitet schrittweise zur vollständigen Umsetzung voran. Das gesamte Arsenal an iranischen Raketen wurde noch nicht offenbart – weder seine neuesten Raketen noch seine Unterwasserdrohnen und mit Schiffsabwehrraketen ausgerüsteten Schnellboote, die noch nicht eingesetzt wurden. Wir kennen also nicht das volle Potenzial des Iran – und wir können noch nicht sagen, welche Auswirkungen sein vollständiger Einsatz haben könnte. Die Hisbollah ist nun voll einsatzfähig, und die Houthis (anscheinend) warten auf das „grüne Licht“, um Bab el-Mandeb parallel zur Blockade der Straße von Hormus zu sperren.

Der Ursprung dieses iranischen asymmetrischen Paradigmas liegt in der vollständigen Zerstörung des zentralisierten Militärkommandos des Irak durch die USA im Jahr 2003 – das Ergebnis eines dreiwöchigen massiven Luftangriffs.

Die Frage, die sich für die Iraner im Zuge des Irak-Kriegs stellte, war, wie der Iran eine abschreckende militärische Struktur aufbauen könnte, wenn er keine Luftstreitkräfte besaß – und auch keine haben konnte – , die denen seiner Gegner gleichwertig waren. Und wenn die USA zudem das Ausmaß der iranischen Militärinfrastruktur von ihren hochauflösenden Satellitenkameras aus überblicken konnten.

*Alastair Crooke ist ehemaliger britischer Diplomat und Gründer und Direktor des Conflicts Forum in Beirut.

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Der Text erschien auf Englisch bei Strategic Culture.

17. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 19:00 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 16. März 2026

Der Nebel des Krieges wabert nach wie vor über dem Nahen Osten. Zensur, Propaganda, Narrative verhindern für die meisten Menschen den klaren Durchblick, was passiert. TKP versucht heute wieder so gut wie möglich den Nebel zu lichten.

Zunächst zur „Sperrung“ der Meerenge von Hormus: Der Iran hat sich nicht vertraglich verpflichtet, seine Hoheitsgewässer in der Straße von Hormuz (oder die gesamte Straße) immer und für jeden Verkehr uneingeschränkt offen zu halten. Es gibt keine bilaterale oder multilaterale Vertrag, der eine solche absolute, bedingungslose Verpflichtung enthält – weder „immer“ noch „für jeden Verkehr“ (einschließlich militärischer Schiffe oder in Krisenzeiten).

Das UN-Seerechtsübereinkommen (UNCLOS) von 1982 besagt, dass die Straße von Hormuz als internationale Meerenge gilt, in der normalerweise das Transit-Passage-Regime (Art. 38 ff. UNCLOS) gilt – Schiffe und Flugzeuge dürfen ungehindert, kontinuierlich und ohne Behinderung passieren, und die Küstenstaaten (Iran und Oman) dürfen das nicht behindern oder aussetzen (Art. 44). Der Iran hat UNCLOS nur unterzeichnet, aber nie ratifiziertBei der Unterzeichnung erklärte er ausdrücklich, dass er das Transit-Passage-Regime nur gegenüber Staaten anwendet, die UNCLOS selbst ratifiziert haben. Deshalb ist der Iran vertraglich nicht an UNCLOS gebunden.

Das Genfer Übereinkommen über das Küstenmeer und die Anschlusszone von 1958 hat der Iran ratifiziert. Es sieht für internationale Meerengen ein nicht aussetzbares Recht auf unschädliche Durchfahrt (innocent passage) vor (Art. 16 Abs. 4). Das ist aber kein uneingeschränktes „frei für jeden Verkehr“: Die Durchfahrt muss „unschädlich“ sein (darf nicht den Frieden, die Ordnung oder die Sicherheit des Küstenstaats gefährden). Der Küstenstaat darf Regeln erlassen und (bei Kriegsschiffen) teilweise vorherige Genehmigung verlangen. Es ist schwächer als das UNCLOS-Transit-Passage-Regime.

Der Iran erkennt zudem kein Gewohnheitsrecht (customary international law) auf volle Transit-Passage für alle Staaten an und hat dies wiederholt erklärt. Er behält sich das Recht vor, in seinen Hoheitsgewässern aus Sicherheitsgründen oder bei Bedrohung zu handeln.

Mit anderen Worten: Der Iran verstößt gegen keine Verträge oder gesetzlichen Regelungen, wenn er die Straße von Hormus für Schiffe sperrt, welche zu Staaten gehören, die dem Land gegenüber feindlich eingestellt sind. So einfach ist das.

Aber der Angriffskrieg Israels und der USA verstößt so ungefähr gegen alle Regeln und Verträge, welche es im Völkerrecht gibt. Und wer dieser Angriffskoalition hilft, verstößt eben auch dagegen.

Wer behauptet, das Vorgehen des Irans sei Illegal, widerspricht damit den Behauptungen der deutschen Regierung, dass die Anschläge der Ukraine in internationalen Gewässern gegen russische Tanker und Schiffe legal seien.

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Wie ist Trumps Forderung an China, sich seiner geplanten Seekoalition für die Straße von Hormus anzuschließen, zu bewerten?

Von Andrew Korybko – 16. März 2026

Trump will Xi vor dessen bevorstehender Reise in ein Dilemma bringen; er hat angedroht, diese zu verschieben, sollte China sich nicht der US-Koalition anschließen. Dennoch ist es möglich, dass Xi den Spieß irgendwie gegen Trump umdreht.

Trump forderte China und mehrere andere Länder am Wochenende auf, sich seiner geplanten Marinekoalition anzuschließen, um die Freiheit der Schifffahrt durch die Straße von Hormus inmitten des andauernden Dritten Golfkriegs zu sichern. Am Tag darauf erklärte er gegenüber der Financial Times: „Ich denke, China sollte ebenfalls helfen, da China 90 Prozent seines Öls aus der Straße [sic] bezieht … Wir möchten dies vor [meiner Reise nach China Ende des Monats] wissen. [Zwei Wochen] sind eine lange Zeit. Wir könnten verschieben.“ Dies erhöht den Einsatz seiner Forderung enorm.

Wenn China Trumps Forderungen nicht nachkommt und Trumps Reise verschoben wird, könnte der fragile Handelsfrieden zwischen China und den USA nicht von Dauer sein, was die durch die Ölkrise verursachte globale wirtschaftliche Unsicherheit verschärfen könnte. Andererseits würde eine Zustimmung seiner geplanten Marinekoalition Legitimität verleihen und vom Iran sehr wahrscheinlich als unfreundlicher Akt angesehen werden. Der Iran hat bereits klargestellt, dass die Meerenge nur für unfreundliche Länder gesperrt ist, wozu China derzeit nicht gehört, und es wurde Berichten zufolge auch ein Vorschlag ins Spiel gebracht, dass China beginnen solle, iranisches Öl mit Yuan zu bezahlen.

In diesem Zusammenhang stammten 13,4 Prozent des Öls, das China im vergangenen Jahr auf dem Seeweg importierte, aus dem Iran, während die Golfstaaten (mit Ausnahme Omans, dessen Exporte über das Arabische Meer abgewickelt werden) und der Irak rund 35 Prozent zu den Importen beitrugen, was insgesamt etwa 48,4 Prozent – also fast die Hälfte – der jährlichen Ölimporte auf dem Seeweg ausmacht, die durch die Meerenge transportiert werden. Zwar verfügt China auch über strategische Ölreserven, die auf 1,3 Milliarden Barrel geschätzt werden – genug für drei bis vier Monate –, und es macht rasche Fortschritte bei der Umsetzung seiner Agenda für grüne Energie.

Dennoch belegen diese Daten, dass China wirtschaftlich von der Wiederaufnahme regelmäßiger Ölimporte durch die Meerenge abhängig ist, was, wie diese Analyse hier argumentiert, von den USA durch die Kontrolle über die Ressourcen des Iran und Druck auf die Golfstaaten als Repressalie genutzt werden könnte, um China zu einem ungleichen Handelsabkommen zu zwingen. Das Ziel besteht darin, Chinas Aufstieg zur Supermacht zu vereiteln und dann seine untergeordnete Rolle gegenüber den USA zu institutionalisieren. Die Fortsetzung des Dritten Golfkriegs und die Beschlagnahmung iranischer Schiffe, die Öl nach China transportieren, könnten diese Agenda ebenfalls vorantreiben.

Sollte sich China den USA unterordnen, indem es Trumps geplanter Marinekoalition für den Hormus-Kanal Legitimität verleiht und sich verpflichtet, während seines Besuchs ein einseitiges Handelsabkommen zu unterzeichnen, könnte Trump den Konflikt deeskalieren und so die Zuverlässigkeit der regionalen Ölimporte Chinas wiederherstellen. Sollte Xi sich jedoch stolz seiner Forderung widersetzen, könnte Trump den Konflikt aufrechterhalten (und damit die drastisch reduzierten Ölexporte der Golfstaaten nach China verlängern), iranische Schiffe beschlagnahmen, die Öl nach China transportieren, seine Reise verschieben und dann den Handelskrieg verschärfen.

Die USA sind trotz Chinas Handelsdiversifizierung seit dem Handelskrieg unter Trump 1.0 nach wie vor Chinas größter Einzelhandelspartner, und die USA üben nach wie vor enormen wirtschaftlichen und finanziellen Einfluss auf viele andere Handelspartner Chinas aus, sodass ein neuer chinesisch-amerikanischer Handelskrieg in Verbindung mit drastisch reduzierten Ölimporten China hart treffen könnte. Darüber hinaus könnte Trump in diesem Szenario zunächst eine Einigung mit Putin erzielen, was Chinas Verhandlungsposition gegenüber den USA weiter verschlechtern und dann dazu führen könnte, dass noch ungleichere Handelsbedingungen von China gefordert werden.

Trumps Forderung, China solle sich seiner Marinekoalition anschließen, soll Xi daher in ein Dilemma stürzen. Xi wird dazu gedrängt, entweder China den USA unterzuordnen, indem er dieser Koalition Glaubwürdigkeit verleiht – im Gegenzug für eine von den USA kontrollierte Energiesicherheit –, bevor er während Trumps Reise die formelle Besiegelung ihrer untergeordneten Partnerschaft durch die Zustimmung zu einem unausgewogenen Handelsabkommen vollzieht, oder aber einen weiteren Handelskrieg mit den USA zu führen, allerdings aus einer schlechteren Position heraus als zuvor. Die Chinesen sind jedoch brillante Strategen, also werden sie vielleicht einen Ausweg aus diesem Dilemma finden.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Die Straße von Hormuz

Von German-Foreign-Policy.com – 16. März 2026

Debatte um deutsche Beteiligung an Marineoperation in der Straße von Hormuz beginnt. Tankereskorten könnten kaum zehn Prozent des Vorkriegsverkehrs absichern. Paris plant Marinekoalition für die Zeit nach dem Abflauen des Kriegs.

In Berlin werden erste Plädoyers für eine deutsche Teilnahme an dem von US-Präsident Donald Trump verlangten Marineeinsatz in der Straße von Hormuz laut. Es sei „zwingend“, die freie Schifffahrt auch in der Meerenge vor der iranischen Küste „militärisch zu verteidigen“, äußert der CDU-Militärpolitiker Thomas Röwekamp; dabei sei „auch ein deutscher Beitrag notwendig“. Dies läuft der Position der Bundesregierung zuwider, die bislang jegliche deutsche Beteiligung an etwaigen Operationen westlicher Streitkräfte in der Straße von Hormuz ablehnt. Experten weisen darauf hin, dass bis zu zwölf Kriegsschiffe nötig wären, um fünf bis zehn Tanker durch die Meerenge zu geleiten. Dabei biete auch dies keine Sicherheit, da iranische Trupps aus kürzester Entfernung angreifen könnten. Alternativ sei eine US-Invasion an der südiranischen Küste denkbar, die allerdings erneut US-Bodentruppen in einen langwierigen Krieg in Mittelost verwickeln würde. Parallel zu den US-Forderungen sucht Frankreich eine Marinekoalition zu schmieden, die unter Einschluss auch arabischer Staaten die Straße von Hormuz sichern soll, allerdings erst nach einem Abflauen des Kriegs, in den sie nicht involviert werden soll.

Frankreich prescht vor

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte bereits am Montag vergangener Woche bei einem Besuch in Zypern mitgeteilt, er bereite zur Zeit eine Militäroperation zur Öffnung der Straße von Hormuz vor. Dabei solle es sich allerdings um eine „rein defensive“ Operation handeln, die frühestens dann beginnen könne, wenn „die heißeste Phase des Konflikts“ vorüber sei.[1] In einem ersten Schritt hat Paris elf Kriegsschiffe in den Nahen und Mittleren Osten geschickt – den Flugzeugträger Charles de Gaulle, zwei Hubschrauberträger und acht Fregatten. Eine Fregatte kreuzt schon im Rahmen des EU-Marineeinsatzes Aspides im Roten Meer und an der Meerenge Bab al Mandab bei Dschibuti, um Handelsschiffe, die von dort durch den Suezkanal ins Mittelmeer einfahren, vor Angriffen der Huthi-Milizen im Jemen zu schützen. Dorthin soll jetzt eine zweite französische Fregatte entsandt werden.[2] An dem Einsatz beteiligen sich zudem je eine Fregatte aus Italien und Griechenland. Der französische Flugzeugträger Charles de Gaulle wiederum, der aktuell im östlichen Mittelmeer kreuzt – nahe Zypern –, wird von Kriegsschiffen der Niederlande, Spaniens und Italiens begleitet. Die deutsche Marine beteiligt sich nicht; die Fregatte Nordrhein-Westfalen, die vor Zypern liegt, ist dort lediglich im Rahmen des UN-Einsatzes UNIFIL präsent.

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Gefahr einer Ölpest: Immer mehr ukrainische Angriffe auf Tanker, aber keine Kritik aus der EU

Von vesti7.ru (übersetzt und eingeleitet von Thomas Röper) – 16. März 2026

Die ukrainischen Angriffe auf Tanker werden immer dreister. Im Schwarzen Meer wurde wieder ein Tanker angegriffen, und im Mittelmeer hat die Ukraine ohne Kritik aus der EU einen LNG-Tanker angegriffen, was zum Austritt von so viel CO2 geführt hat, wie 60.000 Haushalte pro Jahr produzieren.

Die grüne Doppelmoral der EU ist um ein weiteres Beispiel reicher. Vor knapp einer Woche hat die Ukraine im Mittelmeer einen LNG-Tanker angegriffen, was zu einer Umweltkatastrophe geführt hat, bei der die Grünen eigentlich hätten aufheulen müssen, denn dabei wurde so viel CO2 freigesetzt, wie 60.000 Haushalte im Jahr produzieren. Aber wenn die Ukraine so etwas tut, haben die Grünen plötzlich kein Problem mit CO2 in der Atmosphäre, wie uns schon die Sprengung der Nord Streams gezeigt hat, die die Grünen seinerzeit gefeiert haben.

Das gleiche gilt für eine mögliche Ölpest, die die Angriffe der Ukraine auf Öltanker im Schwarzen Meer provozieren können. Auch dazu gibt es von den Grünen oder der EU keinerlei kritische Worte.

Die letzten ukrainischen Angriffe auf Tanker waren das Thema eines Berichts, den das russische Fernsehen am Sonntag in seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick gezeigt hat und den ich übersetzt habe. […]

Der explodierte russische Tanker ist zu einer tickenden Zeitbombe für Europa geworden

Vor kurzem wurde im Schwarzen Meer, 26 Kilometer vor Noworossijsk ein griechischer Tanker angegriffen, meldete der griechische Minister für Seeschifffahrt. Der Tanker wurde vom amerikanischen Konzern Chevron gechartert und war leer. Er wartete auf die Erlaubnis zum Einlaufen in den Hafen, um kasachisches Öl zu laden. Zum Zeitpunkt des Angriffs gab einen großen Drohnenangriff, über Stadt wurden 22 Drohnen abgeschossen.

Angriffe mit unbemannten Boote auf Tanker sind ein unverkennbares Markenzeichen des Bandera-Regimes in Kiew. Dies war der sechste Angriff auf zivile Tanker im Schwarzen Meer seit November 2025. Glücklicherweise wurde die Besatzung nicht verletzt, der Tanker selbst wurde jedoch schwer beschädigt. Athen wird beim Europäischen Rat Beschwerde einlegen, doch die Aussichten auf eine Bestrafung der Täter sind gering.

Der Grund ist Europas Doppelmoral. Sie verurteilen Terrorismus, aber ukrainische Terroristen sind „gute“ Terroristen, ja sogar nützliche. Sie werden nicht bestraft, sie dürfen alles, selbst wenn es Europa schadet.

Hier ist ein weiterer solcher Vorfall. Am 11. März griffen ukrainische Drohnen in der Region Krasnodar zwei Kompressorstationen an. De facto war das ein Angriff auf zwei internationale Gaspipelines gleichzeitig. Von der Kompressorstation Beregovaya fließt russisches Gas über die Blue-Stream-Pipeline durch das Schwarze Meer in die Türkei. Der Offshore-Abschnitt der TurkStream-Pipeline beginnt an der Station Russkaya. Von der Türkei aus wird das russische Gas weiter in die Länder Südosteuropas transportiert.

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Die EU stellt für Russland eine weitaus glaubwürdigere Bedrohung dar als umgekehrt

Von Andrew Korybko – 16. März 2026

Sollten die USA die Optimierung des militärisch-industriellen Komplexes, der militärischen Logistik und anderer verteidigungsrelevanter Angelegenheiten der EU mit dem Ziel überwachen, die entsprechenden Fähigkeiten Russlands „in den Schatten zu stellen“, könnte die Herausforderung, der sich Russland an seiner Westgrenze gegenübersieht, derjenigen vom Juni 1941 gleichen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow bekräftigte in einem kürzlich geführten Interview die seit langem verfolgte russische Politik, als er seinem Gesprächspartner sagte: „Wir werden keinen Teil Europas angreifen. Wir haben absolut keinen Grund dazu. Und sollte Europa beschließen, seine Drohungen wahrzumachen, sich auf einen Krieg gegen uns vorzubereiten und Russland anzugreifen, so sagte der Präsident, dass es sich unsererseits nicht um eine spezielle Militäroperation handeln werde, sondern um eine umfassende militärische Reaktion mit allen verfügbaren militärischen Mitteln gemäß den diesbezüglichen Doktrin-Dokumenten.“

Um dies näher zu erläutern: Russland hatte nie Pläne, durch eine Invasion der baltischen Staaten und/oder Polens einen Dritten Weltkrieg zu riskieren, da deren feindselige Bevölkerung auch bei einer Besetzung eine anhaltende Sicherheitsbedrohung darstellen würde. Alle gegenteiligen Behauptungen spiegeln lediglich das wider, was man als Trauma aus den dunkleren Phasen ihrer gemeinsamen Geschichte mit Russland bezeichnen kann, wobei die Einzelheiten dazu den Rahmen dieser Analyse sprengen würden. Es genügt zu wissen, dass Behauptungen über einen militanten russischen Revanchismus ihnen gegenüber jeglicher Grundlage entbehren.

Davon abgesehen besteht kein Zweifel daran, dass Polen und die übrigen europäischen NATO-Verbündeten generell eine ernstzunehmende Sicherheitsbedrohung für Russland darstellen; doch die Art dieser Bedrohung verändert sich, und der von Natur aus vorsichtige Putin wird keinen Erstschlag genehmigen, da er damit riskieren würde, den Dritten Weltkrieg auszulösen. Vor der Entwicklung von Hyperschallraketen durch Russland untergrub die US-Raketenabwehrinfrastruktur in Polen Russlands nukleare Zweitschlagfähigkeiten, doch die genannten Waffen haben seitdem die strategische Parität wiederhergestellt, indem sie diese Bedrohung neutralisiert haben.

Die jüngste von Polen ausgehende Bedrohung für Russland betrifft dessen beispiellosen militärischen Aufbau, der dazu geführt hat, dass das Land mit über 215.000 Soldaten die größte Armee der EU stellt, mit Plänen, bis 2030 300.000 und bis 2039 eine halbe Million zu erreichen (davon 200.000 Reservisten). „Deutschland konkurriert mit Polen um die Führung bei der Eindämmung Russlands“, während die EU im vergangenen Jahr den 800 Milliarden Euro schweren „ReArm Europe Plan“ verkündete, und all diese Reserven werden aufgrund des „militärischen Schengen“ rasch die russisch-weißrussische Grenze erreichen.

Dies bezieht sich auf das Anfang 2024 geschlossene Abkommen zwischen den Niederlanden, Deutschland und Polen, das den Transport von Truppen und Ausrüstung über ihre Grenzen hinweg erleichtern soll; Belgien und Frankreich sollen ebenfalls beitreten. Auch die Ostflanke der NATO wird rasch militarisiert, nicht nur durch eine Verdopplung der Rüstungsbeschaffungen und der Rekrutierungszahlen, sondern auch in Bezug auf die physische Infrastruktur. Die „EU-Verteidigungslinie“, die die „baltische Verteidigungslinie“ und Polens „Ostschild“ verbindet, entwickelt sich rasch zu einem neuen Eisernen Vorhang.

Besonders alarmierend ist, dass in der Nationalen Verteidigungsstrategie von Trump 2.0 festgestellt wird, dass „die europäische NATO Russland in Bezug auf Wirtschaftsleistung, Bevölkerung und damit latente Militärmacht in den Schatten stellt“ – all dies müsse lediglich richtig gesteuert werden, um Russland so effektiv wie möglich in Schach zu halten. Obwohl Russland das „logistische Wettrennen“ oder den „Zermürbungskrieg“ mit der NATO in der Ukraine gewinnt, wird es zunehmend schwieriger werden, seinen Vorsprung zu halten, und die potenzielle „Überlegenheit“ der EU hinsichtlich ihrer Fähigkeiten könnte im Falle eines Konflikts zu einer existenziellen Bedrohung werden.

Vor diesem Hintergrund deutete Lawrow nachdrücklich an, dass Russland im Falle einer hypothetischen Invasion durch die EU mit Atomwaffen reagieren würde. Sollten die USA die Optimierung des militärisch-industriellen Komplexes der EU, der militärischen Logistik und anderer verteidigungsrelevanter Angelegenheiten überwachen, könnte die zukünftige mögliche Herausforderung Russlands an seiner Westgrenze derjenigen vom Juni 1941 gleichen. Anders als damals ist Russland heute eine Atommacht, und dies könnte der einzige Faktor sein, der die EU davon abhält, in Russland einzumarschieren.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Trump plant Einmarsch von Bodentruppen im Iran

Redaktion der WSWS – 15. März 2026

Ein junges Paar, ein Mann und eine Frau, läuft in Teheran an einem Wandbild vorbei. Dieses zeigt eine Karikatur der US-Flagge: Totenköpfe statt Sterne.

Auf einer Pressekonferenz im Pentagon am Freitagmorgen äußerte US-Kriegsminister Pete Hegseth eine gefährliche Drohung. In Bezug auf die Straße von Hormus – die Wasserstraße, durch die ein Fünftel des weltweiten Ölhandels verläuft und die der Iran seit Kriegsbeginn faktisch geschlossen hat – sagte Hegseth: „Wir haben für jede Option einen Plan. Wir arbeiten mit unseren Partnern in den anderen Behörden zusammen. Wir werden nicht zulassen, dass diese Meerenge umkämpft bleibt oder dass dort der Fluss von Handelsgütern stockt.“, die Hegseths gesamtes Auftreten in diesem verbrecherischen Krieg kennzeichnet, kann nur eines bedeuten: Die Trump-Regierung bereitet die nächste und schlimmste Eskalationsstufe vor – eine Invasion mit US-Bodentruppen, um iranisches Territorium entlang der Straße von Hormus zu erobern.

Hegseth bedient sich einer Sprache, wie sie kein amerikanischer Kriegsminister (bzw. Verteidigungsminister) je zuvor in der Öffentlichkeit verwendet hat. „Kein Pardon, keine Gnade für unsere Feinde“, bellte er nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach, wie eine Art Kriegsparole. Er schwor, den Feind zu jagen und zu töten, „ohne Entschuldigung, ohne Zögern, ohne Gnade“. Er verhöhnte „dumme Einsatzregeln“ und machte sich über Europäer lustig, die sich „an die Brust schlagen“. Er sprach von dem neuen Obersten Führer des Iran, der selbst verwundet und nach der Ermordung seines Vaters Ajatollah Khamenei eingesetzt wurde, als jemandem, der sich „unter die Erde verkriecht“, und fügte hinzu: „So verhalten sich Ratten.“ Er versprach „Tod und Zerstörung vom Himmel, den ganzen Tag lang“.

Das ist die Sprache der Nazis. Es ist die Sprache eines Regimes, das sich an Gewalt berauscht, das Leben seiner Opfer für unwert hält und die Bevölkerung auf Verbrechen von noch weit größerem Ausmaß vorbereitet. Wenn der selbsternannte „Kriegsminister“ offen damit prahlt, der Krieg werde „ohne Gnade“ geführt – eine Formulierung, die nach dem humanitären Völkerrecht eine Aufforderung zu Kriegsverbrechen darstellt –, dann beschreibt er nicht nur, was bereits geschehen ist. Er kündigt an, was noch kommen soll.

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„Russiagate 2.0“ könnte versuchen, Dugin fälschlicherweise als Strippenzieher der MAGA-Dissidenten hinzustellen

Von Andrew Korybko – 15. März 2026

Die möglicherweise bevorstehenden FARA-Anklagen gegen Tucker Carlson wegen seiner Kontakte zum Iran könnten sich zu Russiagate 2.0 entwickeln, wenn die kürzlich wiederbelebten Spekulationen über den Einfluss des russischen Philosophen Alexander Dugin vom „Deep State“ zu diesem Zweck ausgenutzt und Beweise gefälscht werden, um ihn zu belasten.

Tucker Carlson gab bekannt, dass er von den angeblichen Plänen der CIA gehört habe, ihn wegen seiner Kontakte zum Iran unter dem „Foreign Agents Registration Act“ (FARA) anzuklagen; den iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian hatte er letzten Sommer kurz nach dem Ende des Zwölf-Tage-Kriegs interviewt. Seine Erzfeindin Laura Loomer, die eine enge Beraterin Trumps ist und bei einer Medienveranstaltung in Indien, an der sie kürzlich teilnahm, sogar eine Erklärung von ihm verlas, beanspruchte auf X präventiv die Lorbeeren, falls dies geschehen sollte.

In einem separaten Beitrag gab sie bekannt: „Ich habe eine Liste konservativer Influencer erstellt, von denen ich glaube, dass sie Geld aus dem Iran, Russland und Katar annehmen. Ich habe meine Beweise beigefügt. Wie ich dem Justizministerium mitteilte, ist Tucker Carlson nicht die einzige Person, die wahrscheinlich gegen das FARA verstößt. All diese Verräter verdienen eine Gefängnisstrafe.“ In einem anderen Beitrag prahlte sie damit, das FBI und das Weiße Haus direkt über ihre Bedenken informiert zu haben. Sollte Tucker unter dem FARA angeklagt werden, was nicht ausgeschlossen werden kann, könnte sich dies zu einem „Russiagate 2.0“ ausweiten.

Das liegt nicht nur daran, dass er Anfang 2024 Putin interviewt hat – was die Biden-Regierung seinen Angaben zufolge zu verhindern versuchte –, sondern auch am Tenet-Medienskandal später im selben Jahr, der hier und hier analysiert wurde. Kurz gesagt behauptete das Justizministerium, Russland habe diese konservative Influencer-Agentur bezahlt, um sie dazu zu ermutigen, weiterhin Inhalte zu produzieren, obwohl die Influencer selbst behaupten, davon nichts gewusst zu haben. Dies schafft den Präzedenzfall für „Russiagate 2.0“, falls der „Deep State“ dies wünscht.

In der Zeit dazwischen haben einige konservative Persönlichkeiten die Spekulationen des letzten Jahrzehnts über den Einfluss des russischen Philosophen Alexander Dugin wiederbelebt und insbesondere behauptet, er sei der Drahtzieher hinter MAGA-Dissidenten wie Tucker, Candace Owens und Marjorie Taylor Green und anderen. Tucker interviewte Dugin während seiner Reise nach Moskau, und Dugin hat Tucker und die genannten Dissidenten gelobt, worauf Loomer kürzlich aufmerksam gemacht hat. Der angebliche Beweis für eine Absprache besteht darin, dass sie ähnliche Kritik an Trump 2.0 äußern.

Das ist kein stichhaltiger Grund für die Behauptung, er sei ihr Strippenzieher, ebenso wenig wie Dugins berühmtes Buch „Die Grundlagen der Geopolitik“ aus dem Jahr 1997, in dem vorgeschlagen wird, den Westen durch die Verschärfung innenpolitischer Differenzen zu untergraben, da sie alle einfach nur aus ihren eigenen Gründen Trump 2.0 ablehnen. Während Dugin ein russischer Nationalist ist, neigen die MAGA-Dissidenten eher zum Linksextremismus, Islamismus und/oder „Dritte-Welt-Denken“, auch wenn sie sich selbst nicht als Anhänger dieser Ideologien bezeichnen, die denen von MAGA entgegenstehen.

Dennoch könnte der „Deep State“ weiterhin versuchen, die Spekulationen über Dugins Einfluss voranzutreiben, die von einigen konservativen Persönlichkeiten und Loomer selbst wiederbelebt wurden – worauf die Gegner der MAGA-Dissidenten aufgrund ihrer Abneigung gegen diese Leute und ihrer Überzeugung, dass Trump 2.0 so etwas nicht aushecken würde, hereinfallen könnten. Der Zweck dieses Komplotts des „Deep State“ wäre es, die laufenden Gespräche über eine russisch-amerikanische „Neue Entspannungspolitik“ zu sabotieren und aus ihrer Sicht im Idealfall Trump dazu zu bringen, die Unterstützung der USA für die Ukraine zu verdoppeln.

In der Vorstellung einiger Amerikaner gleicht Dugin Rasputin, er kritisiert „Trump 2.0“ auf X scharf und hat in der Vergangenheit tatsächlich MAGA-Dissidenten gelobt, sodass viele MAGA-Anhänger zu der irrigen Annahme verleitet werden könnten, er sei tatsächlich der Drahtzieher hinter der Opposition gegen Trump. Das wäre bedauerlich, da es den Interessen der US-amerikanischen Bevölkerung tatsächlich dient, die hier und hier erläuterte geplante Annäherung an Russland zu vollenden. Eine Vereitelung ihrer „New Détente“ würde Trump 2.0 daher weitaus stärker untergraben, als es die MAGA-Dissidenten tun.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Welche langfristigen Folgen der Iran-Krieg auf die globalen Energiemärkte haben dürfte

Von Nikolaj Gaponenko (übersetzt und eingeleitet von Thomas Röper) – 15. März 2026

Der Iran-Krieg hat gezeigt, wie verwundbar Seetransporte sind. Das werden die Player der weltweiten Energiemärkte berücksichtigen, und es dürfte überall, wo es möglich ist, zu einer Wiedergeburt der Pipelineprojekte führen.

Der Iran-Krieg bestätigt auf spektakuläre Weise die Kritik an der Politik der EU von Leuten wie mir, die immer wieder auf die Gefahren hingewiesen haben, die der Umstieg von russischem Pipelinegas auf LNG-Lieferungen per Tanker mit sich bringt. Das wurde als russische Propaganda bezeichnet, dabei stehen dahinter handfeste Argumente, die man im in der EU herrschenden anti-russischen Wahn nicht sehen will.

Pipelines haben gegenüber Tankern gleich mehrere Vorteile: Man kann sie nicht einfach umleiten, der Transport ist billiger und auch noch umweltfreundlicher. Und auch die Preise sind stabiler und niedriger.

Der Grund für die niedrigeren Preise ist neben der Tatsache, dass der Transport über Pipelines billiger ist als mit Tankern, bei denen Gas für viel Geld und mit hohem Energieaufwand erst verflüssigt und gekühlt, und dann wieder vergast werden muss, dass Pipelinetransporte zu langfristigen Verträgen abgewickelt werden, die stabile Preise und stabile Lieferungen garantieren, während das Gas auf Tankern über kurzfristige Bestellungen geordert wird, bei denen die Preise von den Launen der Märkte abhängen.

Hätte Europa heute noch das russische Pipelinegas, würde es – zumindest beim Gas – von dem Krieg im Nahen Osten gar nichts merken. Aber die EU hat in ihrer Weisheit anders entschieden und sich damit schon in „normalen Zeiten“ dem Risiko von Preisschwankungen und den Launen der Gasproduzenten ausgesetzt, die ihre Gastanker jederzeit in andere Regionen der Welt umleiten können, was bei Pipelines nicht geht. Und nun hat der Iran-Krieg gezeigt, dass die EU sich auch noch den Launen der internationalen Politik ausgesetzt hat, die die Energiemärkte durcheinander bringen können.

Ein russischer Energieexperte hat vor einigen Tagen in einem Artikel für die TASS erklärt, welche langfristigen Veränderungen auf den weltweiten Energiemärkten bevorstehen und warum vor allem die EU in der Energiepolitik strategische Fehler gemacht hat. Ich habe den Artikel übersetzt. […]

Es riecht nach Bruch: Warum der Nahostkonflikt nicht auf regionale Erschütterungen beschränkt bleibt

Nikolaj Gaponenko, promovierter Wirtschaftswissenschaftler und außerordentlicher Professor am Institut für Recht und Nationale Sicherheit, über die Transformation des Persischen Golfs zum Epizentrum von Ereignissen, die das gesamte globale Energiesystem grundlegend verändern können, und die damit verbundenen Konsequenzen.

Die Welt tritt in eine neue Energierealität ein. Die aktuelle Krise ist nicht nur ein weiterer Preisschock, sondern ein struktureller Bruch. Die Ära, in der Energie relativ leicht zugänglich und global verfügbar war, weicht einer Ära der Fragmentierung, hoher Risiken und permanenter Volatilität. Der Nahe Osten ist nicht länger nur eine „Region der Instabilität“, er ist zum Epizentrum geworden, in dem sich das Schicksal der Globalisierung entscheidet.

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16. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 14:30 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 15. März 2026

Weiter kein Lebenszeichen von Netanjahu, Tel Aviv leidet wie Teheran unter Raketeneinschlägen, USA bereiten Bodenoffensive vor, Bodenkämpfe deuten sich im Irak an, und die Hisbollah wehrt sich gegen eine Besatzung des Südlibanons, während die libanesische Armee sich noch weigert, einen Bürgerkrieg zur Unterstützung Israels zu beginnen und die Terrorgruppe HTS ebenfalls noch nicht versucht in den Libanon einzumarschieren.

Was geschah in der letzten Nacht, wie sehen arabische Medien die Entwicklung? In den Nachrichten arabischer Medien wie Al Jazeera wird der anhaltende US-israelische Krieg gegen den Iran seit dem 28. Februar 2026 als Eskalation mit schweren Raketenangriffen beschrieben. Iran hat eine Salve von Raketen auf Israel abgefeuert, wobei Treffer im Zentrum Israels wie in Holon gemeldet wurden, und erklärt zusätzliche Angriffe auf US-Basen im Irak und Kuwait. Gleichzeitig haben US- und israelische Streitkräfte Ziele in der zentralen Provinz Isfahan mit Raketen beschossen, wobei mindestens 15 Zivilisten getötet wurden. Arabische Quellen berichten außerdem von iranischen Vergeltungsschlägen auf Golfstaaten wie Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate, darunter Brände in der großen Ölanlage Fujairah in den VAE. Damit macht der Iran seine Warnung wahr, alle US-Interessen in den Ländern anzugreifen, welche den Krieg durch Bereitstellung von Militärbasen oder Überflugrechten möglich gemacht haben.

Die Zivilbevölkerung im Iran leidet stark, mit mindestens 1.444 Toten und über 18.000 Verletzten seit Beginn der Angriffe, wie das iranische Gesundheitsministerium angibt. Opferzahlen in Israel unterliegen der Zensur.

Sicht aus China

Chinesische Nachrichtenquellen wie CGTN und Global Times betonen die regionale Ausweitung des Krieges und die diplomatischen Bemühungen Pekings um Deeskalation. Israel erklärt den Konflikt in die „entscheidende Phase“ eingetreten, während Explosionen Städte im gesamten Nahen Osten erschüttern, einschließlich Angriffen auf die US-Botschaft in Bagdad und die Emirati-Energieanlage Fujairah.

China berichtet von über 15.000 getroffenen Zielen im Iran durch US- und israelische Luftangriffe und warnt vor steigenden Ölpreisen sowie wirtschaftlichen Schocks durch die Blockade der Straße von Hormuz. Die neuen iranischen Vergeltungsschläge, darunter auf israelische Raffinerien in Haifa, werden als Reaktion auf US-israelische Energieinfrastruktur-Angriffe erklärt.

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