Washington ändert seine Haltung zum Krieg zwischen Russland und Georgien im Jahr 2008

Von RT DE – 21. August 2025

Die USA haben sich zum ersten Mal geweigert, eine UN-Verurteilung Russlands zu den Kriegsereignissen mit Georgien im Jahr 2008 zu unterstützen. Nationale Kräfte Georgiens verurteilten umgehend das aktuelle Vorgehen Washingtons und erklärten die georgische Diplomatie für tot.

Nach einer geschlossenen Sitzung des UN-Sicherheitsrats zu Wochenbeginn in New York veröffentlichten Dänemark, Frankreich, Griechenland, Großbritannien und Slowenien eine Erklärung, in der sie Russland für die „brutale Invasion“ des südkaukasischen Landes vor 17 Jahren erneut verurteilten. Die USA unterzeichneten die Erklärung nicht. Washington hat sich damit erstmalig geweigert, Moskau vor der UNO zu diesem Thema zu verurteilen. „Sieg“

Am 7. August 2008 marschierte die georgische Armee auf Befehl des nachweislich prowestlichen Präsidenten Michail Saakaschwili in die abtrünnige Region Südossetien ein, beschoss deren Hauptstadt Zchinwali und griff eine Basis russischer Friedenstruppen an.

Russische Streitkräfte drängten die georgischen Truppen im Anschluss zurück. Am 16. August 2008 wurde unter Vermittlung Frankreichs ein Waffenstillstand vereinbart. Im selben Monat erkannte Russland die Unabhängigkeit Südossetiens und Abchasiens, einer weiteren ehemaligen Region Georgiens, an.

Obwohl Saakaschwili in der Folgezeit darauf bestand, dass Russland in dem militärischen Konflikt zuerst angegriffen habe, fand eine EU-Untersuchungskommission unter der Leitung der Schweizer Diplomatin Heidi Tagliavini keine Beweise für seine Behauptung. Das Gremium bestätigte, dass „die offenen Feindseligkeiten mit einer großangelegten georgischen Militäroperation“ gegen Zchinwali einhergegangen waren, gestartet „mit einem massiven georgischen Artillerieangriff“.

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Sechs Jahre nach dem Putsch: Worum es bei den Wahlen in Bolivien geht

Von Elena Kondratyeva/TASS (Übersetzung: Thomas Röper) – 21. August 2025

In Bolivien ist die erste Runde der Präsidentschaftswahlen gelaufen und der Kandidat seit über 20 Jahren fast ununterbrochen regierenden Partei ist im ersten Wahlgang gescheitert. Worum geht es bei der Wahl?

Bolivien war 2019 und 2020 in den Schlagzeilen, als die Opposition nach einer Wahl 2019 geputscht hat, was im Westen jedoch als „demokratische Revolution“ präsentiert wurde. Als die Putschisten 2020 die Neuwahlen krachend verloren haben, konnte man auch in westlichen Medien plötzlich vereinzelt erfahren, dass das ein Putsch gewesen ist.

Bolivien war deshalb für den Westen so interessant, weil das Land sehr reich an Lithium ist. Der damalige Präsident Morales wollte die Abbaurechte nicht an westliche Konzerne vergeben, sondern das Lithium in Bolivien zu Batterien verarbeiten, um die Wertschöpfung im Land zu halten. Das gefiel den westlichen Konzernen nicht, also wurde er bei der Wahl 2019 weggeputscht. Das hat Elon Musk, der für seine Teslas an dem Lithium interessiert war, seinerzeit übrigens ganz offen auf Twitter (damals noch nicht X) geschrieben, den Tweet dann aber schnell wieder gelöscht.

Nun finden in Bolivien wieder Präsidentschaftswahlen statt und die Argentinien-Korrespondentin der russischen Nachrichtenagentur TASS hat in einem Artikel erklärt, wer bei den Wahlen antritt, wie die Lage in Bolivien ist und warum das kleine Land auch für Russland wichtig ist. Ich habe den Artikel übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Lithium, BRICS und Chaos: Warum die bolivianischen Wahlen für Russland wichtig sind

Elena Kondratjewa, TASS-Korrespondentin in Argentinien, darüber, wer um die Präsidentschaft kämpft und wie sich das auf die innenpolitische Lage und die internationalen Beziehungen auswirkt. „Sieg“

Am 17. August fand in Bolivien die erste Wahlrunde statt, die das Ende einer Ära in der Geschichte des Landes markierte.

Die Partei „Bewegung zum Sozialismus“, die seit 2006 an der Macht ist, mit einer Unterbrechung in den Jahren 2019/2020, als die amtierende Präsidentin Jeanine Áñez aufgrund einer politischen Krise an die Macht kam, hat keine Chance mehr auf den Sieg. Zwei Oppositionskandidaten sind in die zweite Runde der Präsidentschaftswahl, die am 19. Oktober stattfinden wird, eingezogen: der Zentrist Rodrigo Paz, der rund 32,14 Prozent der Stimmen erhielt, und der rechtsgerichtete Politiker Jorge Quiroga, der sich die Unterstützung von 26,81 Prozent sicherte. Der ehemalige Innenminister Carlos Eduardo del Castillo, Vertreter der „Bewegung zum Sozialismus“, erhielt nur 3,16 Prozent der Stimmen.

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Zum 85. Jahrestag der Ermordung von Leo Trotzki

Von David North – 20. August 2025

„Mit Trotzkis Tod verlor die Arbeiterklasse einen Strategen von unvergleichlicher Genialität“

„Der 85. Jahrestag der Ermordung von Leo Trotzki: Historische Bedeutung und anhaltende Folgen“ – so lautete der Titel einer Veranstaltung, die am 16. August auf der türkischen Insel Büyükada (Prinkipo) stattfand, auf der Leo Trotzki in den Jahren 1929 bis 1933 im Exil lebte. Die Veranstaltung wurde von der World Socialist Web Site und dem Verlag Mehring Yayıncılık in Zusammenarbeit mit der Kommune Adalar (Prinzeninseln) ausgerichtet. David North, der Leiter der internationalen Redaktion der World Socialist Web Site, war online zugeschaltet und wurde von Ulaş Ateşçi interviewt. Ateşçi ist ein führendes Mitglied der Sozialistischen Gleichheitsgruppe in der Türkei, die in politischer Solidarität mit dem Internationalen Komitee der Vierten Internationale steht. Die Abschrift wurde aus Gründen der Lesbarkeit leicht redigiert.

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Die Mitschuld der westlichen Medien am Tod hunderter Journalisten in Gaza

Von Robert Inlakesh (übersetzt und eingeleitet von Thomas Röper – 20. August 2025

In keinem Krieg wurden in so kurzer Zeit so viele Journalisten getötet, wie im Gaza-Krieg. Die westlichen Medien verschließen davor die Augen und unterstützen Israel sogar bei seinen Kriegsverbrechen gegen Journalistenkollegen. „Sieg“

Dass die meisten westlichen Jrnalisten nicht als Journalisten bezeichnet werden dürften, ist mir schon lange aufgefallen. Der Grund ist, dass sie Journalistenkollegen verraten, wenn diese für ihre Arbeit bestraft werden. Das konnte die ganze Welt am Fall von Julian Assange sehen, zu dem die westlichen Medien weitgehend geschwiegen haben. Eine Medienkampagne, um Druck auf Großbritannien auszuüben, Assange freizulassen, dessen einziges „Verbrechen” die Aufdeckung von amerikanischen Kriegsverbrechen war, für die niemand ernsthaft bestraft wurde, gab es nicht.

Wenn die ukrainischen Geheimdienste russische Journalisten gezielt ermorden, dann feiern westliche Medien dies regelrecht und bezeichnen die russischen Journalistenkollegen nicht als Journalisten, sondern als „Propagandisten” oder „Nationalisten”, die man nach Meinung westlicher Medien anscheinend nicht nur ermorden darf, sondern auch muss. […]

Besonders schlimm ist die Rolle derer, die sich im Westen als „Journalisten” bezeichnen beim Gaza-Krieg, denn in dem Krieg ermordet die israelische Armee gezielt Journalisten. In keinem anderen Krieg sind je in so kurzer Zeit so viele Journalisten getötet worden, wie die israelische Armee in Gaza abgeschlachtet hat.

Darüber habe ich einen sehr informativen und nachdenklich machenden Artikel gefunden, den ich übersetzt habe. Die Links habe ich aus dem Original übernommen. […]

Entmenschlichen und zerstören: Wie westliche Medien halfen, Gazas Journalisten ins Visier zu nehmen

Wafa al-Udaini wurde aus demselben Grund ermordet wie Anas al-Sharif – als Teil einer westlich unterstützten Kampagne, Gazas Journalisten zu diffamieren, zum Schweigen zu bringen und zu eliminieren.

von Robert Inlakesh | The Cradle

Am 29. September 2024 griff ein israelischer Luftschlag das Haus der vertriebenen palästinensischen Journalistin Wafa al-Udaini in Deir al-Balah im Zentrum des Gazastreifens an. Sie, ihr Ehemann und ihre zwei kleinen Töchter wurden getötet. Ihre beiden Söhne überlebten, wurden jedoch verletzt und zu Waisen.

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Israel und deutsche Staatsräson: der Mythos von der Wiedergutmachung

Von Peter Schwarz – 20. August 2025

Rezension: Daniel Marwecki, „Absolution? Israel und die deutsche Staatsräson“

[Vorbemerkung der GG-Redaktion: In der sehr lesenswerten Rezension wird leider das nach wie vor herrschende Narrativ von der Entführung Adolf Eichmanns durch den Mossad kritiklos übernommen. Hierzu verweisen wir auf die Rezension des aktuellen Buches von Gaby Weber: Abgründe der Desinformation.]

Nahezu zwei Jahre Flächenbombardement, Massenmord und Hungerblockade des Gazastreifens haben Israel zu einem Pariastaat gemacht, der auf der ganzen Welt verachtet und gehasst wird. Trotzdem steht die deutsche Regierung unverbrüchlich hinter der israelischen Regierung, übertroffen wird sie dabei nur von der Trump-Administration.

Angesichts der wachsenden Empörung hat sich die offizielle Haltung Berlins zwar etwas verändert. Mitte Juni hatte Bundeskanzler Friedrich Merz dem zionistischen Staat noch bescheinigt, er mache „die Drecksarbeit für uns alle“, nun mahnt er mehr humanitäre Rücksichtnahme an und will keine Waffen mehr für den Einsatz in Gaza genehmigen. Doch praktisch ändert sich nichts. Deutschland unterstützt Israel weiterhin politisch und militärisch, widersetzt sich allen Sanktionsmaßnahmen und verfolgt Gegner des Genozids als angebliche „Antisemiten“.

Gerechtfertigt wird dies mit Deutschlands besonderer Verantwortung für den Holocaust. 2008 hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel Israels Sicherheit zur „deutschen Staaträson“ erklärt, dieselbe Formulierung findet sich auch im Koalitionsvertrag der gegenwärtigen Regierung. Vor drei Monaten feierte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einer Rede zum 60-jährigen Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen das „Wunder der Versöhnung nach dem Zivilisationsbruch der Shoah“. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu wurde zu diesem Zeitpunkt längst wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Die Rechtfertigung der Kriegsverbrechen der israelischen Armee unter Berufung auf die Wiedergutmachung für die Shoah ist widerlich und abstoßend. Die Verantwortung für den Völkermord an den Juden verpflichtet Deutschland nicht zur Unterstützung eines weiteren Genozids. Historisch beruht diese Rechtfertigung auf einem Mythos, der jeder faktischen Grundlage entbehrt.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Israel hatte nie etwas mit „Wiedergutmachung“, Sühne für die Shoah oder Vergleichbarem zu tun. Sie war ein Geschäft auf Gegenseitigkeit: Deutschland versorgte den bedrängten zionistischen Staat mit Waffen, Wirtschafts- und Finanzhilfen; die israelische Regierung schloss im Gegenzug die Augen vor dem Fortbestehen der Nazi-Eliten in Staat und Wirtschaft der Bundesrepublik und verhalf ihr zu internationalem Ansehen.

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Ukraine hat über 1,7 Millionen Soldaten verloren – geleakte Dokumente

Von RT DE – 20. August 2025

Die Ukraine hat angeblich mehr als 1,7 Millionen Soldaten verloren, darunter Tote und Vermisste, berichteten mehrere Medien am Mittwoch. Die Opferzahlen sind angeblich in einer digitalen Kartei der ukrainischen Streitkräfte aufgeführt, die von russischen Hackern erbeutet wurde.

Die Ukraine soll mehr als 1,7 Millionen Soldaten verloren haben, darunter Tote und Vermisste, berichteten mehrere russische Medien am Mittwoch unter Berufung auf eine geleakte digitale Kartei der ukrainischen Streitkräfte.

Russische Hackergruppen wollen die Informationen erlangt haben, indem sie sich Zugang zu den Rechnern und lokalen Netzwerken des ukrainischen Generalstabs verschafften. Die Datenbank soll die vollständigen Namen verstorbener Soldaten, Beschreibungen der Umstände und Orte ihres Todes oder ihres Verschwindens, persönliche Daten, Angehörige und Fotos enthalten.

Die Einträge deuten darauf hin, dass die Kiewer Streitkräfte seit der Eskalation des Ukraine-Konflikts im Jahr 2022 insgesamt 1.721.000 Soldaten verloren haben. Im Jahr 2022 wurden offenbar 118.500 Menschen getötet beziehungsweise als vermisst gemeldet, im Jahr 2023 405.400, im Jahr 2024 595.000 und im Jahr 2025 eine Rekordzahl von 621.000.

Vermisstenzahlen des Roten Kreuzes lassen auf hohe ukrainische Verluste schließen

Hacker der Gruppen Killnet, Palach Pro, User Sec und Beregini sollen Terabyte an Informationen über das ukrainische Militär erbeutet haben. Dies geschah mithilfe des Virus „Nuance“, der laut Hackern ausschließlich in der Ukraine aktiv ist. Er infiziert das Gerät des Betroffenen, lädt Daten herunter und blockiert sie ohne Möglichkeit einer Wiederherstellung.

Alle Dateien der Datenbank enthalten persönliche Informationen, eine Beschreibung der Todesumstände und des Ortes des Todes beziehungsweise des Verschwindens. Des Weiteren sind dort die Kontaktdaten der nächsten Angehörigen sowie Fotos der erfassten Soldatenleichen aufgeführt.

Neben den Personalverlusten verfügen die Gruppen angeblich auch über die persönlichen Daten des Kommandos der Spezialeinheiten und des Hauptnachrichtendienstes, über die Listen aller Länder, die Kiew Waffen geliefert haben, sowie die Listen aller zwischen 2022 und 2025 transferierten Waffen. RT liegen digitale Kopien einiger Dateien vor, deren Echtheit derzeit aber nicht unabhängig bestätigt werden kann.

Die aus der Datenbank hervorgehende Schätzung der Höchstzahlen übersteigt die zuvor von Kiew gemeldeten Verluste bei Weitem. Im Februar erklärte der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij gegenüber CBS News, seit 2022 seien lediglich 46.000 ukrainische Soldaten getötet und weitere 380.000 verwundet worden. Die Schätzung wurde selbst in den westlichen Medien stark infrage gestellt. Die französische Zeitung Le Monde berichtete vergangenen Monat, dass „die tatsächliche Zahl der Todesopfer wahrscheinlich viel höher ist“, und verwies auf die zunehmenden Bemühungen der Ukraine, Soldatenfriedhöfe anzulegen.

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Schwedischer Hersteller von Hochleistungsbatterien Northvolt von US-Konkurrenten übernommen

Von Gabriel Black – 20. August 2025

Anfang August wurde der schwedische Hersteller von Hochleistungsbatterien für Elektrofahrzeuge Northvolt – einst als bestfinanziertes Start-up der Europäischen Union (EU) bekannt – vom US-amerikanischen Batteriehersteller Lyten übernommen. Die Übernahme erfolgte nach einem monatelangen Insolvenzverfahren gegen Northvolt in Schweden und den Vereinigten Staaten.

Viele Jahre lang galt Northvolt als wichtige Komponente in den europäischen und amerikanischen Bemühungen, eine Lieferkette für Elektrofahrzeugbatterien in relativer Unabhängigkeit von Ostasien aufzubauen. Heute kontrollieren ostasiatische Länder schätzungsweise 80 bis 85 Prozent der weltweiten Lithium-Ionen-Batterieproduktion, wobei allein China etwa 75 Prozent davon ausmacht. Vor allem die europäischen Imperialisten haben Northvolt mit erheblichen staatlichen Subventionen gefördert, weil sie damit in der aufstrebenden „saubere Energie”-Wirtschaft ihre Unabhängigkeit von den Vereinigten Staaten stärken wollten.

Im Laufe des letzten Jahres wurde jedoch immer deutlicher, dass die Produktionsstätten von Northvolt mit ernsthaften industriellen Problemen zu kämpfen hatten: hohe Fehlerquoten, extrem niedrige Werkleistung und unaufhaltsame Geldverbrennung. Dies gipfelte in der Insolvenz des Unternehmens – zunächst in den USA im November 2024 und dann in Schweden im März 2025.

Auf dem Höhepunkt der Krise von Northvolt gab es Gerüchte, dass das Unternehmen wöchentlich chinesische Batterietechniker und Ingenieure habe einfliegen lassen, um die Schäden an den Fabrikmaschinen zu beheben. Wichtige Teile waren von Wuxi Lead Intelligent, dem weltweit führenden Lieferanten dieser Maschinen, importiert worden. Dieser Aspekt verdeutlichte, wie weit europäische Unternehmen im Wettlauf um die Vorherrschaft auf dem Markt für Elektrofahrzeuge hinter chinesische Hersteller zurückgefallen waren.

Nun übernimmt Lyten, ein Start-up-Unternehmen mit Sitz im Silicon Valley, das von Investoren wie Stellantis, FedEx, Honeywell und McKinsey getragen wird, die wichtigsten Vermögenswerte von Northvolt. Zu welchem Preis wird zwar nicht bekanntgegeben, doch er muss stark herabgesetzt sein.

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Eskaliert hinter den Kulissen der Konflikt zwischen Russland und Aserbaidschan?

Von Thomas Röper – 20. August 2025

Zwischen Russland und Aserbaidschan eskaliert offenbar ein Konflikt, der durchaus auch militärische Dimensionen annehmen kann.

Ich berichte seit Wochen darüber, dass zwischen Russland und Aserbaidschan ein Konflikt heranreift ist, der – selbst von den russischen Medien noch weitgehend unbemerkt – immer mehr eskaliert. Aserbaidschan und Russland galten in den über 30 Jahren seit dem Zerfall der Sowjetunion als enge Partner mit sehr guten Beziehungen. Das hat sich anscheinend in den letzten Jahren schrittweise geändert, ohne dass die Öffentlichkeit das wirklich bemerkt hätte.

Die russischen und aserbaidschanischen Medien berichten erst seit einigen Wochen über Unstimmigkeiten zwischen den beiden Ländern. Aber noch sind es eher Artikel von Experten, auf die Titelseiten schafft es der Konflikt in Russland bisher kaum. […]

Im Zuge der eskalierenden Spannungen zwischen Russland und Aserbaidschan hat Aserbaidschan angefangen, der Ukraine Gas über ehemals russische Pipelinesysteme zu liefern. Das Gas kommt über die Türkei und Südosteuropa bei Odessa in die Ukraine.

Am 6. August hat Russland dazu ein Zeichen gesetzt und eine Gaspumpstation bei Odessa angegriffen, über die aserbaidschanisches Gas in die Ukraine gepumpt wird. Ein weiterer russischer Angriff auf diese Gas-Infrastruktur fand am 8. August statt. Darauf hat die aserbaidschanische Regierung reagiert und vermelden lassen, sie denke darüber nach, der Ukraine künftig Artilleriegranaten für den Kampf gegen Russland zu liefern.

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Der Aufstieg einer neuen Weltordnung

Von Patrik Baab – 19. August 2025

Wie der Gipfel in Anchorage das geostrategische Schachbrett verändert. 21 Thesen zum Treffen von Wladimir Putin und Donald Trump in Alaska.

Als Tiger wollte die Koalition der Willigen nach Washington aufbrechen, als Bettvorleger landen sie zuhaus in Europa. Sie wollten dem ukrainischen Noch-Präsidenten Wladimir Selenskij den Rücken stärken, die Absprachen zwischen den Präsidenten Putin und Trump in Anchorage am vergangenen Freitag hintertreiben, den Krieg in der Ukraine weiterführen. Doch Trump hat sie in den Schwitzkasten genommen: US-Sicherheitsgarantien gibt es nur gegen Gefolgschaft. Immerhin geht es auch um die künftige europäische Sicherheitsarchitektur. Aber eine Beteiligung der Europäer an Friedensgesprächen ist nicht abzusehen.

Bundeskanzler Friedrich Merz, der britische Premier Keir Starmer, der französische Präsident Emmanuel Macron, die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni, der finnische Präsident Alexander Stubb, die Präsidentin der EU-Kommission Ursula von der Leyen und NATO-Generalsekretär Mark Rutte – die „Koalition der Willigen“ saß da wie eine Koalition der Wahnsinnigen. Politische Traumtänzer, deren Wunschdenken an der geopolitischen Realität zerschellt.

21 Thesen zum Treffen von Wladimir Putin und Donald Trump in Anchorage und seinen Folgen für Deutschland und Europa:

1. Der Putin-Trump-Gipfel in Alaska ist ein Wendepunkt, ein Kurswechsel um 180 Grad: Das geopolitische Schachbrett wird neu geordnet. Die Osterweiterung der NATO in Europa ist gestoppt. Der Stellvertreterkrieg zwischen den USA und ihren Vasallen auf der einen Seite und Russland auf der anderen Seite auf ukrainischem Boden kann beendet werden.

2. Moskau ist zurück auf der diplomatischen Bühne. Der Versuch ist gescheitert, Russland als Paria-Staat international zu isolieren.

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„Deutschland muss seine Bürger zur Waffe zwingen“ – „Neue Zürcher Zeitung“ mit Aufruf zum Verfassungsbruch

Von Marcus Klöckner – 19. August 2025

Raketen, Panzer, Waffen, Kampf, Krieg und jetzt: Zwang! Der Militarismus in den Medien breitet sich immer weiter aus. Nun stürmt die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) mit einer Forderung nach vorne, die die zunehmende autoritär-militaristische Schließung des Mediensystems dokumentiert. „Debatte um Wehrpflicht: Deutschland muss seine Bürger zur Waffe zwingen“. Überraschung: Der Beitrag kommt von einem Redakteur, der Unternehmenssprecher bei dem Waffenhersteller Heckler & Koch war. Die Forderung ist ein Verstoß gegen das Grundgesetz. Sie ist unmenschlich und barbarisch.

„Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden“ – diese Aussage stammt nicht von einem Friedensaktivisten, sondern aus dem Grundgesetz. So ist es zu lesen in Artikel 4 Absatz 3. Dieser Teil des Grundgesetzes ist von elementarer Bedeutung. Es ist einem Journalisten nicht verboten, die Hintergründe des grundgesetzlich verankerten Rechts auf Kriegsdienstverweigerung zu kennen. Artikel 4 Absatz 3 ist als Reaktion auf die Schrecken der Nazi-Zeit zu verstehen. Im Dritten Reich waren die Strafen für Bürger, die den Dienst an der Waffe ablehnten, drakonisch – bis hin zur Todesstrafe. In zahlreichen Resolutionen der UN-Menschenrechtskommission (heute: UN-Menschenrechtsrat) wurde die Bedeutung der Kriegsdienstverweigerung als legitimer Ausdruck der Gewissensfreiheit anerkannt.

Einen Menschen zum Dienst an der Waffe zu zwingen, was in letzter Konsequenz heißt, ihn zu zwingen, gegen seinen Willen andere Menschen zu töten oder sich selbst töten zu lassen, das ist unmenschlich und ein Akt der Barbarei.

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