Handwerker für den Frieden – Aufruf zur Demonstration: Nordstream 2 statt Gasumlage! Repariert die Pipelines und öffnet Nordstream 2!

Von Kreishandwerkerschaft Anhalt Dessau-Roßlau – 26. September 2022

Liebe Bürgerinnen und Bürger, wir laden Sie recht herzlich zur Kundgebung der Kreishandwerkerschaft Anhalt Dessau-Roßlau in Berlin ein.

Wann? Sonnabend, 1. Oktober 2022 – 13.00 Uhr – Fernsehturm

Teilnehmen und ein deutliches Zeichen setzen:

  • um Krieg als Mittel der Politik abzulehnen
  • Friedenspolitik statt Krieg!
  • Keine Waffenlieferungen an die Ukraine!
  • Stopp von Sanktionen!
  • Redner: Karl Krökel – Kreishandwerksmeister Anhalt Dessau-Roßlau
  • Statements der Obermeister

[Zur Petition: Nordstream 2 statt Gasumlage]

Terror gegen Pipelines könnte Proteste gegen Medien, Regierung und USA auch anfachen

Von Tobias Riegel – 30. September 2022

Kürzlich habe ich in diesem Artikel beschrieben, wie die Zerstörung der Nord-Stream-Leitungen dem Protest in Deutschland ein wichtiges Symbol genommen hat und ihn schwächen kann. Dieses Urteil würde ich heute etwas relativieren. Die Dreistigkeit der terroristischen Anschläge auf Lebensadern der Infrastruktur Europas könnte Proteste in Deutschland nämlich auch anfachen: etwa gegen die Unterwürfigkeit gegenüber den USA, die bislang als die Hauptverdächtigen für die Anschläge zu gelten haben. Ein Loslösen Europas aus der Bevormundung durch die USA ist lange überfällig, auch unabhängig von der ungeklärten Urheberschaft der Anschläge. Das Verhalten fast aller Medien und Politiker, die den Hauptverdächtigen USA nach wie vor nicht nennen, ist bizarr. Alles zusammen könnte die Stimmung zum Kippen bringen – aber ist das wahrscheinlich?

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Referenden im Visier ukrainischer Soldaten

Von Elena Malinowa – 30. September 2022

Das zweite Referendum in den Donezker und Lugansker Volksrepubliken (LDVR) und das erste in den Gebieten Saporoschje und Cherson haben erfolgreich stattgefunden. Es war eine absolut freiwillige Willensäußerung der dortigen Bevölkerung, die seit Jahren von der Ukraine mit Unterstützung der USA und der NATO beschossen wird. Die Ukraine tötete hier jahrelang zivile Menschen, zerstörte Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Märkte, Wohnhäuser und Gebäude, beschoss Verkehrsmittel, Haltestellen und öffentliche Plätze – und hoffte dann, die Ergebnisse der Referenden könnten anders ausfallen? – Nein!

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Europas Energie-Armageddon kommt aus Berlin und Brüssel, nicht aus Moskau

Von F. William Engdahl – 30. September 2022 (Orginalbeitrag: 5. September 2022)

Am 22. August lag der börsengehandelte Marktpreis für Erdgas am deutschen Gashub THE (Trading Hub Europe) um mehr als 1000 Prozent höher als vor einem Jahr. Den meisten Bürgern wird von der Scholz-Regierung erzählt, dass der Grund dafür Putins und Russlands Krieg in der Ukraine sei. Die Wahrheit ist aber ganz anders. EU-Politiker und große Finanzinteressen benutzen Russland, um eine Energiekrise Made in Germany und Brüssel zu vertuschen. Die Folgen sind nicht zufällig. Es liegt nicht daran, dass Politiker wie Scholz oder der deutsche grüne Wirtschaftsminister Robert Habeck oder der Vizepräsident der EU-Kommission für grüne Energie, Frans Timmermans, dumm oder ahnungslos sind. Korrupt und unehrlich, vielleicht ja. Aber sie wissen genau, was sie tun. Sie lesen ein Drehbuch ab. Es ist alles Teil des EU-Plans zur Deindustrialisierung einer der energieeffizientesten Industriekonzentrationen auf dem Planeten. Dies ist die Grüne Agenda 2030 der UN, auch bekannt als Klaus Schwabs Great Reset.

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[Zum Originalbeitrag auf Global Research: Europe’s Energy Armageddon from Berlin and Brussels, Not Moscow]

Nord Stream gesprengt: die wohl dümmste Propaganda aller Zeiten

Von Thomas Röper – 30. September 2022

Nachdem die Nord-Stream-Pipelines offensichtlich gesprengt wurden, beginnt die Suche nach dem Schuldigen. Die westlichen Medien beginnen die dümmste Propaganda-Aktion aller Zeiten, indem sie zunächst einige Tage so tun, als sei man bei der Suche nach dem Schuldigen ergebnisoffen. In Wahrheit sieht man bereits deutlich, dass sie Russland die Schuld geben wollen. Die USA werden als möglicher Schuldiger nicht einmal erwähnt. Wie dumm das ist, versteht sogar ein Grundschüler. Und um es gleich klar zu sagen: Eine Reparatur der Pipelines dürfte unmöglich sein, denn die Röhren werden sich nun mit Salzwasser füllen und sie werden beginnen, zu rosten. Eine Reparatur wäre nur dann zumindest theoretisch möglich, wenn sie sofort beginnen würde. Das jedoch ist nicht zu erwarten. Die Pipelines sind damit tot.

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Anschläge auf die Nord Stream-Pipelines: Wem nützt es?

Von Alex Lantier und Johannes Stern – 29. September 2022

Gewaltige Unterwasserexplosionen haben am Montag klaffende Löcher in die Pipelines Nord Stream 1 und 2 gesprengt, die russisches Erdgas durch die Ostsee nach Deutschland transportieren. Aus den Explosionen, die sich in dänischen Gewässern ereigneten, steigen Gasschwaden mit einem Durchmesser von einem Kilometer an die Oberfläche. Eine Infrastruktur im Wert von zig Milliarden Euro, die für die Finanzierung der russischen Wirtschaft und die Versorgung der deutschen und europäischen Wirtschaft mit Strom und Wärme unerlässlich ist, liegt in Trümmern. Mitten im Krieg der USA und der NATO gegen Russland in der Ukraine weist dieses Ereignis auf die rücksichtslose militärische Eskalation hin, die in Europa stattfindet. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen erklärte, die Explosionen seien das Ergebnis einer „vorsätzlichen Aktion“ von Unbekannten, während der schwedische Seismologe Björn Lund bestätigte: „Es besteht kein Zweifel, dass es sich nicht um ein Seebeben handelt.“ Auch wenn die europäischen Medien Russland sofort beschuldigten, die Anschläge auf die Nord-Stream-Pipelines durchgeführt zu haben, fallen derartige Anschuldigungen schnell in sich zusammen.

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Unser Problem heißt USA

Von Albrecht Müller – 29. September 2022

Zwar ist es noch nicht 100-prozentig sicher, dass die USA hinter der Sabotage der beiden Ostsee-Pipelines stecken. Aber die Indizien und die Interessenlage spricht dafür. Jens Berger hat das vor zwei Tagen schon schlüssig begründet: Die Anschläge auf Nord Stream und der Elefant im Raum. Jetzt erschien in den USA das hier: Tucker Carlson: „Biden admin ‘may have blown up’ gas pipelines in Baltic“. Sind wir uns eigentlich im Klaren, was das bedeuten würde? Unser Hauptverbündeter, den die meisten Deutschen und das offizielle Deutschland in Politik und Medien für einen Freund halten, zerstört den Transportweg für unsere wichtigste Energieversorgung und damit auch eine wichtige Basis der industriellen Tätigkeit in unserem Land. Und dies aus durchsichtigem Eigeninteresse!

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US-Aufrüstung gegen Russland verschärft den Konflikt zwischen Türkei und Griechenland

Von Ozan Özgür – 29. September 2022

Die USA planen, Seestreitkräfte in den Hafen der nordgriechischen Stadt Alexandroupoli zu verlegen, der als wichtiges Drehkreuz im NATO-Krieg gegen Russland in der Ukraine dient. Dieser Schritt führt zu einer weiteren Eskalation der Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei. Letzte Woche berichtete die griechische Tageszeitung Kathimerini, dass „die US-Marine am Hafen von Alexandroupoli interessiert ist“ und fügte hinzu: „Hochrangige US-Militärs haben vorgeschlagen, den Hafen weiter zu vertiefen und auszubauen, um US-Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse aufzunehmen und zu versorgen.“ Diese Zerstörer „tragen Lenkraketen und haben erweiterte Fähigkeiten zur elektronischen Kampfführung“. Die Stationierung dieser Schiffe in der nördlichen Ägäis wäre ein wichtiger Schritt zur Einkreisung Russlands und zur Stärkung der Kampfkraft der USA und der NATO in der Region. Diese Pläne und die laufende Aufrüstung der griechischen Luftwaffe lösen in Ankara Angst aus. Griechenland hat letzte Woche im Rahmen eines 1,5 Milliarden Dollar teuren Programms zur Modernisierung seiner Jagdflugzeugflotte seine ersten beiden F-16-Militärjets aus den Vereinigten Staaten erhalten. In Ankara wächst die Sorge, dass Griechenland im nächsten Jahrzehnt über eine stärkere Luftwaffe als die Türkei verfügen könnte. Die militärische Aufrüstung auf dem Balkan ist Teil der ständigen Osterweiterung der NATO und der Militarisierung Ost- und Südosteuropas seit der Auflösung der Sowjetunion 1991.

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Dokumenten-Leak: Wie die Bundesregierung an einer „Narrativ-Gleichschaltung“ zum Ukraine-Krieg arbeitet – Teil 1

Von Florian Warweg – 29. September 2022

Den NachDenkSeiten wurde exklusiv ein internes Dokument der Bundesregierung zugespielt. Wir konnten das Papier verifizieren und uns ist auch die Identität des Whistleblowers bekannt. Das Dokument gibt einen erhellenden Einblick in das Ausmaß der horizontalen und vertikalen Strukturen der, man kann es nicht anders sagen, bundesdeutschen Staatspropaganda, insbesondere was die behördliche Einbindung von Medien (z.B. Spiegel und Stern), westlichen Social-Media-Konzernen, Bildungseinrichtungen und den sogenannten „Faktencheckern“ angeht. Selbst Grundschulkinder werden ins Visier genommen. Aus all dem ergibt sich der konzertierte Versuch einer Informations-Gleichschaltung durch die Bundesregierung.

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Das große Spiel in der Ukraine gerät außer Kontrolle

Von Jeffrey D. Sachs* – 28. September 2022

Der frühere Nationale Sicherheitsberater der USA, Zbigniew Brzezinski, beschrieb die Ukraine bekanntermaßen als einen „geopolitischen Dreh- und Angelpunkt“ Eurasiens, der sowohl für die US- als auch für die russische Macht von zentraler Bedeutung ist. Da Russland seine vitalen Sicherheitsinteressen im aktuellen Konflikt auf dem Spiel stehen sieht, eskaliert der Krieg in der Ukraine rasch zu einem nuklearen Showdown. Es ist dringend erforderlich, dass sowohl die USA als auch Russland Zurückhaltung üben, bevor die Katastrophe eintritt.  

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts konkurriert der Westen mit Russland um die Krim und insbesondere um die Seemacht im Schwarzen Meer. Im Krimkrieg (1853-56) eroberten Großbritannien und Frankreich Sewastopol und verbannten die russische Marine vorübergehend aus dem Schwarzen Meer. Der aktuelle Konflikt ist im Wesentlichen der Zweite Krimkrieg. Diesmal versucht ein von den USA geführtes Militärbündnis, die NATO auf die Ukraine und Georgien auszudehnen, sodass fünf NATO-Mitglieder das Schwarze Meer umkreisen würden. 

Die USA betrachten seit langem jeden Eingriff durch Großmächte in der westlichen Hemisphäre als direkte Bedrohung der US-Sicherheit, was auf die Monroe-Doktrin von 1823 zurückgeht, in der es heißt: „Wir schulden es daher der Offenheit und den zwischen ihnen bestehenden freundschaftlichen Beziehungen die Vereinigten Staaten und diese [europäischen] Mächte zu erklären, dass wir jeden Versuch ihrerseits, ihr System auf irgendeinen Teil dieser Hemisphäre auszudehnen, als Gefahr für unseren Frieden und unsere Sicherheit betrachten sollten.“   

1961 marschierten die USA in Kuba ein, als Kubas Revolutionsführer Fidel Castro die Sowjetunion um Unterstützung bat. Die USA waren nicht sehr an Kubas „Recht“ interessiert, sich mit jedem Land zusammenzuschließen, das sie wollten – dieselbe Behauptung, die die USA in Bezug auf das angebliche Recht der Ukraine auf NATO-Beitritt erheben. Die gescheiterte US-Invasion im Jahr 1961 führte 1962 zur Entscheidung der Sowjetunion, offensive Atomwaffen in Kuba zu stationieren, was wiederum in diesem Monat vor genau 60 Jahren zur Kubakrise führte. Diese Krise brachte die Welt an den Rand eines Atomkriegs.   

Doch die Rücksicht der USA auf eigene Sicherheitsinteressen in Amerika hat es nicht davon abgehalten, in Russlands Kernsicherheitsinteressen in Russlands Nachbarschaft einzugreifen. Als die Sowjetunion schwächer wurde, kamen die politischen Führer der USA zu der Überzeugung, dass das US-Militär nach Belieben operieren könne. 1991 erklärte der Unterstaatssekretär für Verteidigung, Paul Wolfowitz, General Wesley Clark , dass die USA ihre Streitkräfte im Nahen Osten stationieren können, „und die Sowjetunion uns nicht aufhalten wird“. Nationale Sicherheitsbeamte der USA beschlossen, mit der Sowjetunion verbündete Regime im Nahen Osten zu stürzen und in die Sicherheitsinteressen Russlands einzugreifen.   

1990 versicherten Deutschland und die USA dem sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow , dass die Sowjetunion ihr eigenes Militärbündnis, den Warschauer Pakt, auflösen könne, ohne befürchten zu müssen, dass sich die NATO nach Osten ausdehnt, um die Sowjetunion zu ersetzen. Auf dieser Grundlage gewann sie 1990 Gorbatschows Zustimmung zur deutschen Wiedervereinigung. Doch mit dem Untergang der Sowjetunion verzichtete Präsident Bill Clinton darauf, indem er die Osterweiterung der NATO unterstützte. 

Der russische Präsident Boris Jelzin protestierte lautstark, konnte aber nichts dagegen tun. Der US-Dekan für Staatskunst mit Russland, George Kennan, erklärte, die NATO-Erweiterung sei „der Beginn eines neuen Kalten Krieges“.   

Unter Clintons Führung dehnte sich die NATO 1999 auf Polen, Ungarn und die Tschechische Republik aus. Fünf Jahre später, unter Präsident George W. Bush, Jr., erweiterte sich die NATO auf sieben weitere Länder: die baltischen Staaten (Estland, Lettland und Litauen), das Schwarze Meer (Bulgarien und Rumänien), der Balkan (Slowenien) und die Slowakei. Unter Präsident Barack Obama erweiterte sich die NATO 2009 um Albanien und Kroatien und unter Präsident Donald Trump 2019 um Montenegro.     

Russlands Widerstand gegen die NATO-Erweiterung verstärkte sich 1999 stark, als die NATO-Staaten die UNO missachteten und Russlands Verbündeten Serbien angriffen, und versteifte sich weiter in den 2000er Jahren mit den US-Kriegen nach Wahl im Irak, in Syrien und Libyen. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2007 erklärte Präsident Putin, die NATO-Erweiterung sei eine „ernsthafte Provokation, die das gegenseitige Vertrauen mindert“. 

Putin fuhr fort: „Und wir haben das Recht zu fragen: Gegen wen ist diese Erweiterung gedacht? Und was ist aus den Zusicherungen [keine NATO-Erweiterung] geworden, die unsere westlichen Partner nach der Auflösung des Warschauer Pakts gemacht haben?“ Wo sind diese Erklärungen heute? Niemand erinnert sich an sie. Aber ich erlaube mir, dieses Publikum daran zu erinnern, was gesagt wurde. Ich möchte die Rede des NATO-Generalsekretärs Herrn Wörner in Brüssel am 17. Mai 1990 zitieren. Er sagte damals: „Die Tatsache, dass wir bereit sind, keine NATO-Armee außerhalb des deutschen Hoheitsgebiets zu stationieren, gibt der Sowjetunion eine feste Sicherheitsgarantie. Wo sind diese Garantien?“  

Ebenfalls im Jahr 2007 gründeten die USA mit der NATO-Aufnahme von zwei Schwarzmeerstaaten, Bulgarien und Rumänien, die Black Sea Area Task Group (ursprünglich die Task Force East). Dann, im Jahr 2008, verschärften die USA die Spannungen zwischen den USA und Russland noch weiter, indem sie erklärten, dass die NATO sich bis ins Herz des Schwarzen Meeres ausdehnen würde, indem sie die Ukraine und Georgien einbezog und Russlands Seezugang zum Schwarzen Meer, zum Mittelmeer und zum Nahen Osten bedrohte. Mit dem Beitritt der Ukraine und Georgiens wäre Russland von fünf NATO-Staaten im Schwarzen Meer umgeben: Bulgarien, Georgien, Rumänien, die Türkei und die Ukraine.  

Russland wurde zunächst durch den pro-russischen Präsidenten der Ukraine, Wiktor Janukowitsch, vor der NATO-Erweiterung geschützt, der das ukrainische Parlament 2010 dazu veranlasste, die Ukraine für neutral zu erklären. Doch 2014 halfen die USA, Janukowitsch zu stürzen und eine entschieden antirussische Regierung an die Macht zu bringen. Zu diesem Zeitpunkt brach der Ukraine-Krieg aus, bei dem Russland schnell die Krim zurückeroberte und pro-russische Separatisten im Donbass, der Region der Ostukraine mit einem relativ hohen Anteil an russischer Bevölkerung, unterstützte. Später im Jahr 2014 gab das ukrainische Parlament die Neutralität offiziell auf.   

Die Ukraine und von Russland unterstützte Separatisten im Donbass führen seit 8 Jahren einen brutalen Krieg. Versuche, den Krieg im Donbass durch die Minsker Vereinbarungen zu beenden, scheiterten, als die ukrainische Führung beschloss, die Vereinbarungen nicht einzuhalten, die eine Autonomie für den Donbass forderten. Nach 2014 schütteten die USA massive Waffen in die Ukraine und halfen bei der Umstrukturierung des ukrainischen Militärs, um mit der NATO interoperabel zu sein, wie die diesjährigen Kämpfe zeigten.    

Die russische Invasion im Jahr 2022 wäre wahrscheinlich abgewendet worden, hätte Biden Ende 2021 Putins Forderung zugestimmt, die NATO-Osterweiterung zu beenden. Der Krieg wäre wahrscheinlich im März 2022 beendet worden, als die Regierungen der Ukraine und Russlands den Entwurf eines Friedensabkommens auf der Grundlage der ukrainischen Neutralität ausgetauscht hätten. Hinter den Kulissen drängten die USA und Großbritannien Selenskyj, jede Einigung mit Putin abzulehnen und weiterzukämpfen. Zu diesem Zeitpunkt verließ die Ukraine die Verhandlungen.   

Russland wird nach Bedarf eskalieren, möglicherweise mit Atomwaffen, um eine militärische Niederlage und eine weitere Osterweiterung der NATO zu vermeiden. Die nukleare Bedrohung ist nicht leer, sondern ein Maß dafür, wie die russische Führung ihre auf dem Spiel stehenden Sicherheitsinteressen wahrnimmt. Erschreckenderweise waren die USA auch bereit, Atomwaffen in der Kubakrise einzusetzen, und ein hochrangiger ukrainischer Beamter forderte die USA kürzlich auf, Atomschläge zu starten, „sobald Russland auch nur daran denkt, Atomschläge durchzuführen“, sicherlich ein Rezept für einen Dritten Weltkrieg. Wir stehen wieder am Rande einer nuklearen Katastrophe.  

Präsident John F. Kennedy erfuhr während der Kubakrise von der nuklearen Konfrontation. Er entschärfte diese Krise nicht durch Willenskraft oder US-Militärmacht, sondern durch Diplomatie und Kompromisse, indem er die US-Atomraketen in der Türkei abzog, im Austausch dafür, dass die Sowjetunion ihre Atomraketen auf Kuba abzog. Im folgenden Jahr strebte er Frieden mit der Sowjetunion an und unterzeichnete den Vertrag über das teilweise Verbot von Nuklearversuchen.   

Im Juni 1963 äußerte Kennedy die grundlegende Wahrheit , die uns heute am Leben erhalten kann: „Zunächst müssen Atommächte, während sie ihre eigenen lebenswichtigen Interessen verteidigen, jene Konfrontationen abwenden, die einen Gegner vor die Wahl zwischen einem demütigenden Rückzug oder einem Atomkrieg stellen. Ein solcher Kurs im Atomzeitalter wäre nur ein Beweis für den Bankrott unserer Politik – oder für einen kollektiven Todeswunsch für die Welt.“  

Es ist dringend erforderlich, zum Entwurf eines Friedensabkommens zwischen Russland und der Ukraine von Ende März zurückzukehren, das auf der Nichterweiterung der NATO basiert. Die heutige angespannte Situation kann leicht außer Kontrolle geraten, wie es die Welt bei so vielen vergangenen Gelegenheiten getan hat – diesmal jedoch mit der Möglichkeit einer nuklearen Katastrophe. Das Überleben der Welt hängt von Umsicht, Diplomatie und Kompromissen auf allen Seiten ab. 

26. September 2022

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* Jeffrey D. Sachs, Professor an der Columbia University, ist Direktor des Center for Sustainable Development an der Columbia University und Präsident des UN Sustainable Development Solutions Network. Er war Berater von drei UN-Generalsekretären und fungiert derzeit als SDG-Anwalt unter Generalsekretär António Guterres.

Übersetzt mit DeepL

[Zum Originalbeitrag: The Great Game in Ukraine is Spinning Out of Control]