„Hunderte“ russischer Rekruten in der Ukraine mit US-Raketen getötet

Von Andre Damon – 3. Januar 2023

In der Silvesternacht wurden zwischen 60 und 400 russische Rekruten bei einem Angriff auf eine Behelfskaserne in der Ukraine durch Raketen des Waffensystems HIMARS getötet. Der Angriff, bei dem von den USA gelieferte Waffen zum Einsatz kamen, und der wahrscheinlich auf von den USA gelieferten Zieldaten beruhte, sendet der Welt eine Botschaft: Washington will, dass das Blutbad in Osteuropa im neuen Jahr weiter eskaliert. In den Tagen nach dem Angriff wurde das Ausmaß der Katastrophe deutlich, und innerhalb des politischen und medialen Establishments Russlands wurden Schuldzuweisungen laut, wer für das Debakel verantwortlich sei. Das russische Verteidigungsministerium gab an, dass 63 Angehörige der Streitkräfte bei dem Angriff getötet worden seien, während das ukrainische Verteidigungsministerium von 400 Toten sprach. Einige russische Journalisten berichteten, die Zahl der Todesopfer liege zwischen 200 und 600. Unabhängig davon, wie hoch die tatsächliche Zahl ist, handelt es sich möglicherweise um den bisher tödlichsten einzelnen Luftangriff in diesem Krieg, in dem bereits 200.000 Einwohner der zwei Länder, die beide vor nur 30 Jahren Teil der Sowjetunion waren, getötet oder verletzt wurden.

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Unternehmensranking – Deutschlands Großkonzerne schaffen sich ab, US-Konzerne dominieren

Von Jens Berger – 3. Januar 2023

Im Jahr 2022 gehörte zum ersten Mal kein einziges deutsches Unternehmen mehr zu den einhundert wertvollsten Unternehmen der Welt. 2015 waren es immerhin noch sechs. Das ergab eine Untersuchung des Beratungsunternehmens EY, die kurz vor dem Jahreswechsel veröffentlicht wurde. Europas und vor allem Deutschlands Großkonzerne verlieren in Relation zum Rest der Welt seit den letzten beiden Jahrzehnten. Dominant in der Welt der Großkonzerne sind mehr und mehr die USA. Neun der zehn wertvollsten Unternehmen der Welt haben dort ihren Sitz. Dies ist auch eine Folge einer deutschen Politik, die direkt und indirekt den Interessen amerikanischer Großkonzerne ins Blatt spielt.

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Journalistin sagt, ukrainischer Geheimdienst versuchte, sie zur Propagandistin zu machen

Von David Goeßmann – 3. Januar 2023

Das ukrainische Verteidigungsministerium beendete die Akkreditierung der dänischen Reporterin Kimer. Der Vorwurf: russische Propaganda. Vor allem, was darauf folgte, ist schockierend, beklagt nicht nur die Betroffene. – Matilde Kimer ist eine erfahrende und anerkannte Reporterin. Für den dänischen Rundfunk berichtete die Journalistin seit 2014 als Auslandskorrespondentin aus Russland und der Ukraine. Immer wieder produzierte sie aus dem Kriegsgebiet Berichte fürs Fernsehen und Radio. Allein im vergangenen Jahr lieferte sie 230 Beiträge über die russische Invasion in die Ukraine. Sie ist zudem Autorin des Buchs Krigen indeni (Der Krieg im Inneren), der die 2014-Proteste in Kiew, den Sturz der ukrainischen Regierung unter Viktor Yanukowitsch und die Kämpfe in der Ostukraine schildert. Im letzten Monat erhielt sie von Königin Margarethe II von Dänemark den angesehene Ebbe Munk Preis. Doch aus der Ukraine wird die preisgekrönte Kimer nun nicht mehr berichten können. Das ukrainische Verteidigungsministerium hat der dänischen Reporterin ihre Presseakkreditierung entzogen. Der Vorwurf: Sie soll russische Propaganda verbreitet haben. Das behauptet jedenfalls der ukrainische Geheimdienst SBU.

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Neuer Rekord: Im Jahr 2022 kamen in den USA über 1600 Kinder und Jugendliche bei Schießereien ums Leben

Von Jessica Corbett – 3. Januar 2023

Bei Meldungen zu Opfern nach Bombardierungen und Beschießungen im Ukraine-Krieg wird oft hinzugefügt, wie viele davon Kinder waren – zu Recht, denn Kinder sind immer unschuldige Opfer. Aber es sterben unschuldige Kinder auch andernorts – zu Tausenden zum Beispiel in Jemen: an Hunger! Und, was im Westen nicht gerne gelesen wird, auch in den USA. Über 1600 Kinder und Jugendliche wurden im Jahr 2022 Opfer von Schießereien, ein neuer Rekord! Jessica Cornett macht darauf aufmerksam.

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Aktienkurse der Waffenlieferanten steigen, nachdem USA NATO-Waffenexporte verdoppeln

Von Andre Damon – 3. Januar 2023

Das Jahr 2022 endet mit einer schockierenden Zahl von Toten: Laut US-General Mark Milley wurden in dem brudermörderischen Krieg in der Ukraine 200.000 Menschen getötet oder verwundet. Dieser schreckliche Verlust an Menschenleben war die Grundlage, die den Waffenherstellern enorme Gewinne beschert hat. Während der Dow Jones Industrial Average im gesamten Jahr um zehn Prozent gefallen ist, sind die Aktienkurse der US-Rüstungsunternehmen in die Höhe geschossen. In den letzten zwölf Monaten ist der Aktienkurs von Northrop Grumman um 40 Prozent gestiegen, der von Raytheon um fast 17 Prozent, während der von Lockheed Martin um 37 Prozent zugelegt hat. Laut einigen Schätzungen steigen die Militärausgaben der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten in einem Maße, wie es seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr der Fall war. Laut einer Analyse des Magazins Foreign Policy haben sich das Ausmaß und der Geldwert der von den USA genehmigten Waffenverkäufe an ihre NATO-Verbündeten im Jahr 2022 im Vergleich zu 2021 fast verdoppelt.

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Spiel mit dem atomaren Feuer

Von Ralph Bosshard – 3. Januar 2023

Mit den Angriffen auf die Stützpunkte der russischen Fernflieger bei Saratov und bei Ryazan beschwören die Ukrainer – mit wahrscheinlicher Unterstützung eines europäischen Landes – die Gefahr einer weiteren Eskalation des Ukraine-Kriegs herauf. Das ist ein Spiel mit dem atomaren Feuer und zeigt, dass es bei diesem Krieg weit mehr als um die Krim und die vier Oblaste im Südosten der Ukraine geht.

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US-Präsident Biden, lassen Sie die Klage gegen Julian Assange fallen!

Von Amy Goodman und Denis Moynihan – 2. Januar 2023

Prozess der Nachrichtenbeschaffung soll kriminalisiert werden. – Whistleblower Daniel Ellsberg sieht im Verfahren einen Angriff auf die Pressefreiheit. Er fordert das US-Justizministerium auf, auch ihn anzuklagen, während sich fünf große Zeitungen hinter Assange stellen. Wird Publizieren zum Verbrechen? – US-Präsident Joe Biden treibt das kontroverse Strafverfahren gegen Julian Assange, den Gründer der Whistleblower-Website Wikileaks, voran. Assange sitzt seit fast vier Jahren im strengen britischen Belmarsh-Gefängnis. Er erhebt seitdem Einspruch gegen seine Auslieferung an die Vereinigten Staaten, wo er wegen Spionage und Computerbetrugs angeklagt ist, was ihn für 175 Jahre in ein Hochsicherheitsgefängnis bringen könnte. Unterdessen wird das US-Verfahren gegen Assange hierzulande zunehmend als Bedrohung der Pressefreiheit kritisiert. Im Dezember haben zwei Personen das Justizministerium gebeten, auch sie anzuklagen – was weitreichende Auswirkungen auf den Fall haben könnte. Es handelt sich um John Young, der die Wikileaks verwandte Website Cryptome.org betreibt, und den legendären Whistleblower der Pentagon Papers, Daniel Ellsberg. Sie fordern, dass auch gegen sie Anklage erhoben wird, weil sie die gleichen Dokumente veröffentlicht und/oder aufbewahrt haben, für die Julian Assange angeklagt wird.

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Kanzler Scholz ist noch weniger souverän als das Land, das er regiert

Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam – 2. Januar 2023

60 Tage lang konnte Olaf Scholz erfolgversprechend so tun, als sei er Kanzler eines souveränen Deutschlands. Er gab in seinen ersten Amtstagen sogar vor, er fühle sich mitverantwortlich für den Frieden in Europa. Am 7. Februar 2022 war dann Schluss mit lustig. Scholz musste zum Antrittsbesuch bei US-Präsident Biden antraben. Genauer: Zum Befehlsempfang, wie sich auf der anschließenden Pressekonferenz herausstellte. Als Scholz einer Journalistenfrage nach der Zukunft der Gasleitung Nord Stream 2 auswich, gab ihm Biden vor aller Welt Saures: Es werde „… kein Nord Stream 2-Projekt mehr geben“. Der Kanzler griente nur, anstatt zu kontern: Nord Stream 2 ist Miteigentum deutscher Unternehmen und liegt außerhalb US-amerikanischer Zuständigkeit. Doch so viel Rückgrat hatte Scholz nicht. Und dies war erst der Anfang der Unterwürfigkeit gegenüber den US-Amerikanern.

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Steinmeier und Scholz schüren Ukrainekrieg und beschwören Einheit der Nation

Von Peter Schwarz – 2. Januar 2023

Die Fortsetzung des Ukrainekriegs und die Beschwörung der Einheit der Nation standen im Mittelpunkt der traditionellen Weihnachts- und Neujahrsansprachen des Bundespräsidenten und des Bundeskanzlers. Sowohl Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wie Bundeskanzler Olaf Scholz sprachen sich dafür aus, den Ukrainekrieg bis zur vollständigen Niederlage Russlands weiterzuführen, auch wenn dies mit enormen sozialen und wirtschaftlichen Kosten und dem Risiko eines Atomkriegs verbunden ist. Beide beschworen den „Zusammenhalt“ und die „Gemeinsamkeit“ der Gesellschaft, um die katastrophalen Folgen des Kriegs auf die Masse der Bevölkerung abzuwälzen. Steinmeier, der die Weihnachtsansprache hielt, erklärte zwar scheinheilig: „In diesem Jahr ist wohl unser sehnlichster Wunsch, dass wieder Friede herrscht.“ Er fügte aber sofort hinzu: „Aber dieser Friede ist noch nicht greifbar.“ Es müsse „ein gerechter Friede“ sein, der den Landraub nicht belohne. Bis dahin sei „es ein Gebot der Menschlichkeit, dass wir den Angegriffenen … beistehen“.

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Das Minsker Abkommen sollte es Kiew ermöglichen, „Zeit zu gewinnen“

Von Thomas Röper – 2. Januar 2023

Auch der ehemalige französische Präsident Hollande hat nun bestätigt, dass das Minsker Abkommen aus Sicht des Westens keinen Frieden im Donbass erreichen, sondern Kiew nur Zeit für die Vorbereitung auf einen Krieg mit Russland geben sollte. – Das Minsker Abkommen ist 2015 angeblich geschlossen worden, um einen Frieden im Donbass zu erreichen. Der Westen hat Russland danach acht Jahre lang vorgeworfen, dass Russland das Abkommen nicht umsetzt und erklärt dass die Russland-Sanktionen daher nicht aufgehoben werden können. Heute wird im Westen offen zugegeben, dass das alles gelogen war. … Der ehemalige ukrainische Präsident Poroschenko hat schon im Sommer offen gesagt, dass er nie vorhatte, das Minsker Abkommen umzusetzen, sondern dass das Abkommen der Ukraine nur Zeit für die Aufrüstung geben sollte. Und er fügte hinzu, dass das Abkommen seine Aufgabe aus dieser Warte erfüllt habe. Niemand habe vorgehabt, das Abkommen umzusetzen.

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