Schauprozess des US-Imperialismus gegen den entführten venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro

Von Andre Damon – 7. Januar 2026

In einer erniedrigenden pseudorechtlichen Farce zog die Trump-Regierung den entführten venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores am Montag vor ein Bundesgericht in Manhattan.

Als Maduro gebeten wurde, seine Identität zu bestätigen, erklärte er: „Mein Name ist Präsident Nicolás Maduro Moros. Ich bin Präsident der Republik Venezuela. Ich bin am 3. Januar hierher entführt worden –“

Er durfte nur wenige Worte sagen, bevor der 92-jährige Richter Alvin K. Hellerstein ihn unterbrach. „Es wird eine Zeit und einen Ort geben, um all dies zu klären“, schnauzte er ihn an.

Als US-Militärpersonal ihn aus dem Gerichtssaal führte, rief Maduro auf Spanisch: „Ich bin ein entführter Präsident. Ich bin ein Kriegsgefangener.“

Die Anhörung dauerte etwas mehr als 35 Minuten. Beide Angeklagten plädierten auf nicht schuldig. Der Verteidiger Barry Pollack, der zuvor den WikiLeaks-Gründer Julian Assange vertreten hatte, kündigte an, die Rechtmäßigkeit der „militärischen Entführung“ seines Mandanten anzufechten. Maduro, so sagte er, „ist das Oberhaupt eines souveränen Staates und hat Anspruch auf die damit verbundenen Privilegien“.

Flores trug Spuren von Gewalt im Gesicht, die ihr während der Entführung zugefügt worden war. Die Zeitung Telegraph berichtet, dass Flores „sichtbare Blutergüsse im Gesicht hatte – einen in der Größe eines Golfballs auf der Stirn – rote Wangen und etwas, das wie eine Beule über ihrem rechten Auge aussah“. Ihr Anwalt, Mark Donnelly, erklärte vor Gericht, sie habe „während ihrer Entführung erhebliche Verletzungen erlitten“ und bat den Richter, eine Röntgenuntersuchung zu genehmigen, um festzustellen, ob ihre Rippen gebrochen seien.

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So kann die indirekte Kontrolle der USA über Venezuela den Interessen Kubas, Chinas und Russlands schaden

Von Andrew Korybko – 7. Januar 2026

Kuba könnte gezwungen werden, sich den USA unterzuordnen. Die Kettenreaktion, die dadurch entsteht, dass andere wichtige Partner der Belt and Road Initiative (BRI), Chinas wichtigstem globalen Infrastrukturprogramm, eingeschüchtert und veranlasst werden, dem Beispiel Venezuelas zu folgen, könnte China zu Änderungen seiner Entwicklungsstrategie zwingen, und ein Teil des sowjetischen/russischen Arsenals Venezuelas könnte in die Ukraine verlagert werden.

Die „militärische Sonderoperation” der USA in Venezuela führte zur Festnahme von Präsident Nicolas Maduro und seiner Ablösung durch Vizepräsidentin Delcy Rodriguez, woraufhin diese radikale Anti-US-Politikerin ihre Rhetorik milderte und eine Zusammenarbeit mit den USA vorschlug. Ihre politische Kehrtwende folgte auf Trumps Drohung: „Wenn sie nicht das Richtige tut, wird sie einen sehr hohen Preis zahlen, wahrscheinlich einen höheren als Maduro.” Einige Tage später gab Trump bekannt, dass sie sich bereit erklärt habe, 30 bis 50 Millionen Barrel Öl an die USA zu liefern.

Politico hatte zuvor berichtet zuvor, dass „US-Beamte Delcy Rodriguez mitgeteilt haben, dass sie mindestens drei Maßnahmen von ihr erwarten: die Bekämpfung des Drogenhandels, die Ausweisung iranischer, kubanischer und anderer Agenten von Ländern oder Netzwerken, die Washington feindlich gesinnt sind, sowie die Einstellung des Ölverkaufs an Gegner der USA“. Trumps Ankündigung entspricht der dritten Forderung und deutet dementsprechend darauf hin, dass die USA eine gewisse indirekte Kontrolle über Venezuela etabliert haben, was dazu führen könnte, dass auch die anderen Forderungen Washington letztendlich erfüllt werden.

Abgesehen davon berichtete ABC News, dass nun auch „der Herauswurf Chinas, Russlands, Irans und Kubas und der Abbruch der wirtschaftlichen Beziehungen“ zu diesen Ländern sowie „die Zustimmung zu einer exklusiven Partnerschaft mit den USA bei der Ölförderung und die Bevorzugung Amerikas beim Verkauf von Schweröl“ zu den Forderungen gehören. Von diesen vier Staaten ist Venezuelas Beziehung zum Iran die unklarste, und die einzige sichtbare Manifestation ihrer Partnerschaft sind symbolische antiamerikanische Signale. Der Iran hätte daher am wenigsten zu verlieren, wenn dies geschehen sollte.

Die Interessen Kubas würden jedoch am stärksten beeinträchtigt, wenn die USA Venezuela dazu zwingen würden, die wirtschaftlichen Beziehungen abzubrechen, da der von Sanktionen geplagte Inselstaat von den subventionierten Öllieferungen seines Partners abhängig ist. Eine Unterbrechung dieser Lieferungen könnte den Zusammenbruch der Wirtschaft beschleunigen und sie damit den USA unterwerfen, mit oder ohne Regimewechsel, wie es Washington bereits seit Jahrzehnten anstrebt. Angesichts der anhaltenden Blockade Venezuelas durch die USA ist es schwer vorstellbar, wie Kuba diesem Schicksal entgehen könnte, sodass es sich möglicherweise um eine vollendete Tatsache handelt.

Was China betrifft, so macht venezolanisches Öl nur vier Prozent seiner Gesamtimporte aus, während die ausstehenden Schulden Venezuelas in Höhe von 17 bis 19 Milliarden US-Dollar im Vergleich zur chinesischen Wirtschaft verschwindend gering sind, sodass Peking es sich leisten könnte, beides zu verlieren. Probleme würden nur dann auftreten, wenn andere wichtige BRI-Partner von den USA eingeschüchtert würden und in der Folge dem Beispiel Venezuelas folgten, ihre Rohstoffexporte nach China einstellten und ihre Schulden gegenüber China nicht beglichen. In diesem Fall könnten die kaskadenartigen Folgen China zu Änderungen seiner Entwicklungsstrategie zwingen und damit seinen Aufstieg behindern.

Und schließlich könnte das erneut unter US-Kontrolle stehende Venezuela US-Experten erlauben, sein auf 20 Milliarden Dollar geschätztes sowjetisch-russisches Waffenarsenal zu inspizieren, um alle Geheimnisse seiner Ausrüstung aufzudecken, und einige dieser Waffen könnten letztendlich sogar auch in die Ukraine geliefert werden. Eine Möglichkeit wäre, dass die USA diese faktische Teilentmilitarisierung zu einem Teil eines stufenweisen Sanktionserleichterungsplans für Venezuela machten. Wie beim Worst-Case-Szenario Kubas gegenüber Venezuela ist es auch hier schwer vorstellbar, wie Russland dies vermeiden könnte, sodass auch dies eine vollendete Tatsache sein könnte.

Der einzige plausible Weg, dies auszugleichen, wäre ein Militärputsch, um den USA die Möglichkeit zu nehmen, diese Ausrüstung zu inspizieren oder zu transferieren, von der ein Großteil dann durch US-Angriffe und/oder in einem parallelen Bürgerkrieg zerstört werden könnte, aber davon kann man nicht ausgehen. Alles in allem könnten China und Russland zwar den Schaden überstehen, den die indirekte Kontrolle der USA über Venezuela ihren Interessen zufügen könnte, Kuba jedoch wahrscheinlich nicht. Es ist daher durchaus möglich, dass es bald stranguliert und gezwungen wird, sich den USA unterzuordnen.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache]

Es gibt kein Völkerrecht mehr, nur noch das Recht des Stärkeren. Was bedeutet das für Europa?

Von Thomas Röper – 7. Januar 2026

Das Völkerrecht ist schon lange tot, trotzdem reden noch alle davon und deutsche Medien echauffieren sich darüber, dass Trump oder auch Putin in Einflusssphären denken würden, dabei tun auch Deutschland und die EU nichts anderes. Es ist Zeit, für einen realistischen Blick auf die Weltpolitik.

Die Idee zu diesem Artikel ist mir gekommen, als ich bei RT-DE die zweiteilige Übersetzung eines Artikels von Alexander Dugin (hier die Links zu Teil 1 und zu Teil 2) gelesen habe. Dugin wird im Westen fälschlicherweise als Faschist oder Nationalist bezeichnet, dabei kritisiert er nur den Globalismus und das, was im Westen als „liberal“ bezeichnet wird. Tatsächlich ist Dugin ein brillanter Analyst, wobei man, wie bei jedem Analysten, über seine Analysen und ihre Ergebnisse natürlich nach Herzenslust diskutieren und streiten kann.

Dugins Artikel ist im Original unter der Überschrift „Die Welt steht am Rande eines großen Krieges“ erschienen. Ich will hier nicht seine These wiederholen, die er schon in der Überschrift genannt hat, sondern auf die Frage eingehen, warum es kein Völkerrecht mehr gibt und wie deutsche Medien ihre Leser für dumm verkaufen.

Dugins Artikel beginnt mit folgendem Absatz:

„Dieser Text ist eine philosophische Reflexion über den Angriff auf Venezuela und die Operation zum Regimewechsel in Iran. Ich bin überzeugt: Angesichts der aktuellen Ereignisse in der Weltpolitik ist nun jedem endgültig klar geworden, dass es kein Völkerrecht mehr gibt. Es existiert nicht mehr.“

Diese auf den ersten Blick simple Feststellung kann man in abgeschwächter Form derzeit sogar in deutschen Medien lesen, wenn sie über Trumps Vorgehen berichten, wobei sie das eher im Zusammenhang mit Trumps Gelüsten nach der Annektierung Grönlands als wegen Trumps Angriff auf Venezuela schreiben. Schon diese Tatsache, dass deutsche Medien sich scheuen, das wegen Venezuela genauso deutlich zu sagen wie bei Grönland, zeigt, dass nicht Trump das Problem ist, sondern dass es viel tiefer sitzt.

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Der 300-Milliarden-Bumerang: Wie Brüssel den Euro opfert und für „The Unit“ den Weg ebnet

Von Michael Hollister – 6. Januar 2026

Es ist keine einfache Geschichte, aber die Politiker und die Banker sollten sich damit beschäftigen: mit den wirtschaftlichen Auswirkungen der Bewilligung von zig Milliarden für die Ukraine und die Militarisierung. Michael Hollister versucht im Folgenden zu erklären, warum sich Europa mit der eigenen Politik selber zerstört. (cm)

Nach einem 16-stündigen Verhandlungsmarathon in Brüssel ist die Entscheidung gefallen – und sie ist bezeichnend für den Zustand der Europäischen Union. Am 19. Dezember 2025 einigte sich der Europäische Rat auf einen Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro an die Ukraine. Nicht aus frischen Mitteln, sondern indirekt abgesichert durch die knapp 200 Milliarden Euro russischer Zentralbankreserven, die seit 2022 bei Euroclear in Belgien eingefroren liegen. Drei Länder stimmten dagegen und weigern sich, sich zu beteiligen. Die ursprüngliche Idee, russische Gelder direkt zu beschlagnahmen, wurde zwar verworfen – doch der Schaden ist längst angerichtet.

Denn was in Brüssel diskutiert wurde, war nicht nur eine technische Frage der Ukraine-Finanzierung. Es war ein Angriff auf die Grundfesten des internationalen Finanzsystems. Allein die Tatsache, dass die dauerhafte Enteignung fremder Staatsvermögen ernsthaft erwogen wurde, sendet ein Signal an die Welt: Euer Geld ist in Europa nicht mehr sicher. Russland hat bereits geklagt, nicht vor europäischen Gerichten, sondern vor internationalen Schiedsgerichten. Die Forderung: nicht nur die 194 Milliarden zurück, sondern mindestens 300 Milliarden – inklusive Zinsen, Kosten und Schadensersatz. Und die Urteile sind bindend.

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Deutschland konkurriert mit Polen um die Führung bei der Eindämmung Russlands

Von Andrew Korybko – 7. Januar 2026

Unabhängig davon, wer aus dieser Rivalität als Sieger hervorgeht, sind die USA immer der Gewinner, da beide Kontrahenten NATO-Mitglieder sind. In jedem Fall sollte aber ein Nichtangriffspakt zwischen der NATO und Russland geschlossen werden, um die Spannungen in den Griff zu bekommen.

Das Wall Street Journal berichtete Ende letzten Jahres ausführlich über „Deutschlands geheimen Plan für einen Krieg mit Russland”, der im Wesentlichen darauf hinausläuft, die Verkehrsinfrastruktur im ganzen Land rasch zu remilitarisieren und zu modernisieren, um in einem solchen zukünftigen Konflikt effektiver als landesweite Ausgangsbasis fungieren zu können. Der ehemalige Bundeskanzler Olaf Scholz brachte den Ball mit seinem de facto Manifest ins Rollen, das im Dezember 2022 in Foreign Affairs veröffentlicht wurde, aber es ist sein Nachfolger Friedrich Merz, der es nun aktiv umsetzt.

Die Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur, mit der die derzeit geschätzten 45 Tage, die für den Transport von Truppen und Ausrüstung von den europäischen Atlantikhäfen zur russischen Grenze benötigt werden, auf nur drei bis fünf Tage verkürzt werden sollen, steht im Einklang mit dem Geist des „militärischen Schengen”. Diese Vereinbarung wurde Anfang 2024 zwischen Deutschland, Polen und den Niederlanden getroffen, und bald könnten auch Belgien und Frankreich beitreten. Litauen könnte dies ebenfalls tun, damit Deutschland von Polen aus leichter Zugang zu seinem neuen Stützpunkt dort erhält.

Obwohl dies als Mittel zur „Abschreckung“ Russlands dargestellt wird, das, wie Putin kürzlich bestätigte, keine Absicht hat, Europa anzugreifen, und bereit ist, diese Tatsache auch offiziell zu bekräftigen, verschärft es in Wirklichkeit das Sicherheitsdilemma Russlands, indem es die Bedrohungswahrnehmung Russlands gegenüber der NATO und die damit verbundenen Befürchtungen einer Operation Barbarossa 2.0 verstärkt. Dies erklärt die jüngste Behauptung des stellvertretenden Außenministers Alexander Grushko, dass die EU sich auf einen Krieg mit Russland vorbereitet, sowie die ähnliche Behauptung des belarussischen Präsidenten Alexander Luksahsnko zur gleichen Zeit.

Wie dem auch sei, die deutsch-polnische Nullsummenrivalität könnte diese Vorbereitungen behindern, da Polen um die Wahrung seiner Souveränität gegenüber Deutschland besorgt ist, das es aufgrund seiner Kontrolle über die EU und seiner Pläne, den Block unter seiner Führung zu föderalisieren, als erhebliche nichtmilitärische Bedrohung ansieht. Schließlich ist „die geplante Umwandlung der EU in eine Militärunion ein föderalistisches Machtspiel“, ebenso wie der Vorschlag, dass die EU weitere 400 Milliarden Dollar für die Ukraine ausgeben soll – beides Ideen, die von Berlin unterstützt werden.

Tatsächlich wurde im November 2023 festgestellt, dass „das von der NATO vorgeschlagene ‚militärische Schengen‘ ein kaum verhüllter Machtkampf Deutschlands um Polen ist“, aber dies lässt sich bewältigen, wenn der neue konservativ-nationalistische Präsident Polens die liberal-globalistische Regierung daran hindert, ihr Land zu verkaufen. Zu diesem Zweck muss Polen die militärische Präsenz Deutschlands auf ein Minimum beschränken, wobei diese nur als Auslöser dienen soll, um sicherzustellen, dass Deutschland im Krisenfall den Fluss der US-Militärhilfe nach Polen nicht behindert.

Deutschland und Polen konkurrieren miteinander um die Führung bei der Eindämmung Russlands in Mittel- und Osteuropa nach dem Ende des Ukraine-Konflikts, wobei ersteres dies durch den Plan „Festung Europa“ , letzteres durch die „Drei-Meere-Initiative“ erreichen will. Der einzige relevante Unterschied besteht darin, dass Deutschland Polen als seinen Juniorpartner für diese Aufgabe unterordnen will, während Polen darin Deutschlands gleichberechtigter Partner und möglicherweise sogar eines Tages sein Seniorpartner werden will.

Die USA unterstützen die Vision Polens, da deren Umsetzung zu mehr Käufen amerikanischer Waffen führen würde, im Gegensatz zu Deutschlands geplantem Ausbau der heimischen Produktion und europäischen Käufen, sowie zur Schaffung eines geopolitischen Keils, um Deutschland und Russland auseinanderzuhalten. Unabhängig davon, wer in diesem Wettstreit um die Eindämmung Russlands die Oberhand gewinnt, sind die USA immer der Gewinner, da beide Kontrahenten NATO-Mitglieder sind. In jedem Fall sollte aber ein Nichtangriffspakt zwischen der NATO und Russland geschlossen werden, um die Spannungen in den Griff zu bekommen.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache]

Was die US-Intervention in Venezuela für die Menschheit bedeutet: Prof. Jeffrey Sachs‘ Rede vor dem Uno-Sicherheitsrat

Von Jeffrey Sachs – 6. Januar 2026

Diese Rede hielt US-Ökonom Jeffrey Sachs, Professor an der Columbia University in New York, am 5. Januar vor dem Uno-Sicherheitsrat. Wir dokumentieren sie im Wortlaut und übersetzt.

Herr Präsident, verehrte Mitglieder des Sicherheitsrats,

die Frage, mit der sich der Rat heute befasst, betrifft nicht den Charakter der Regierung Venezuelas.

Die Frage ist, ob ein Mitgliedstaat – durch Gewalt, Zwang oder wirtschaftliche Strangulierung – das Recht hat, über die politische Zukunft Venezuelas zu entscheiden oder Kontrolle über dessen Angelegenheiten auszuüben.

Diese Frage betrifft unmittelbar Artikel 2 Absatz 4 der Charta der Vereinten Nationen, der die Androhung oder Anwendung von Gewalt gegen die territoriale Unversehrtheit oder politische Unabhängigkeit eines Staates verbietet.

Der Rat muss entscheiden, ob dieses Verbot aufrechterhalten oder aufgegeben werden soll.

Eine Aufgabe hätte schwerwiegende Folgen.

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Maduros Gericht und das Ende: Westfälisches System kollabiert unter Trump

Von John Mearsheimer – 6. Januar 2025

Während der venezolanische Staatspräsident Nicolás Maduro vor einem Bundesgericht in New York erschien und seine Entführung anprangerte, vollendete sich der systemische Zusammenbruch der internationalen institutionellen Ordnung, da die UN-Sicherheitsratssitzung eine fundamentale Spaltung der Weltgemeinschaft über die Grundprinzipien internationaler Legitimität enthüllte: Russland, China, Brasilien und Südafrika verurteilten Trumps Operation als „bewaffnete Aggression“, während die USA sie als „rechtliche Strafverfolgung“ verteidigte, was zeigt, dass konkurrierende Definitionen internationaler Rechtmäßigkeit entstanden sind und kein gemeinsames internationales System mehr existiert.

Trumps Strategie, venezolanische Staatsangelegenheiten in das amerikanische Justizsystem zu bringen und seine „Strafverfolgung überall“ Doktrin zu etablieren, setzt einen Präzedenzfall, der das Westfälische System territorialer Souveränität seit 1648 zerstört und andere Länder einlädt, amerikanische Beamte vor ihre eigenen Gerichte zu bringen, was eine gefährliche rechtliche Reziprozität schafft. Macrons explizite Kritik an amerikanischen „Methoden“ markiert eine historische transatlantische Spaltung, während sich eine Süd-Süd-Koalition aus Afrika, Lateinamerika und Asien bildet, die durch BRICS-Institutionen verstärkt wird und praktische Alternativen zu amerikanisch dominierten Systemen bietet, wodurch eine multipolare Opposition entsteht, die nicht nur auf Machtbalance, sondern auf fundamentaler Ablehnung amerikanischer Methoden beruht. Diese Venezuela-Krise markiert nicht den Fall eines Diktators, sondern den Katalysator für den Übergang von einer institutionell beschränkten Hegemonie zu einem chaotischen System konkurrierender Legitimitäten, wo Trump eine militärische Schlacht gewann, aber den Krieg um internationale Autorität verlor, der das Herzstück hegemonialer Macht bildet.

Der Bannstrahl der EU gegen kritische Publizisten geht auf einen NATO-Gipfelbeschluss von 2023 zurück

Von Norbert Haering – 6. Januar 2025

Die „Strategische Agenda“ der EU von 2024 enthält eine Kriegserklärung an EU- und NATO-kritische Publizisten, die kaum jemand bemerkt hat. Mit dieser Agenda setzte der EU-Rat die Vorgaben des NATO-Gipfels in Vilnius 2023 getreulich um. Das Ergebnis sind drastische Sanktionen gegen Publizisten wie Hüseyin Doğru, Alina Lipp, Thomas Röper und Jacques Baud.

Die NATO-Regierungen kündigten bei ihrem Gipfel in Vilnius 2023 an, bei ihren verstärkten Bemühungen um den Aufbau von gesellschaftlicher Widerstandsfähigkeit (aka: Kriegstüchtigkeit) mit der EU zusammenzuarbeiten, insbesondere auch, was die Bekämpfung von Desinformation angeht:

„Während wir unsere Bemühungen zum Aufbau von Resilienz verstärken, werden wir weiterhin mit unseren Partnern zusammenarbeiten, die ähnliche Anstrengungen unternehmen, insbesondere mit der Europäischen Union. (…) Wir werden weiterhin gegen Desinformation und Fehlinformationen vorgehen, unter anderem durch positive und wirksame strategische Kommunikation (Propaganda; N.H.). Wir werden auch weiterhin unsere Partner bei der Stärkung ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber hybriden Herausforderungen unterstützen.“

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Realsatire: Medwedew redet von der Entführung von Merz, und die Bundesregierung nimmt das ernst

Von Thomas Röper – 6. Januar 2026

Der ehemalige russische Präsident Medwedew hat nach der Entführung des venezolanischen Präsidenten Maduro in einem TASS-Interview von einer möglichen Entführung von Kanzler Merz gesprochen. Die Aufregung in Berlin war groß und die Bundesregierung war not amused.

Der ehemalige russische Präsident Medwedew ist seit der Eskalation in der Ukraine für seine spitzzüngigen Kommentare in Richtung des Westens bekannt. Nach der völkerrechtswidrigen Entführung des venezolanischen Präsidenten Maduro durch die USA und der vollkommen Orwellschen Reaktion von Bundeskanzler Merz darauf, hat Medwedew in einem TASS-Interview über die mögliche Entführung von Merz sinniert. Er sagte zur TASS:

„Die Entführung des Neonazis Merz könnte eine großartige Wendung in dieser Karnevalsserie sein. Hier kann einen nur noch wenig überraschen. Ein Körnchen Realität steckt auch in diesem Szenario. Gerade er ist jemand, bei dem es sogar in Deutschland Gründe zur Verfolgung gibt. Darum wäre es nicht schade drum. Vor allem, da die Bürger völlig unschuldig leiden.“

Merz hat das selbst provoziert

In der Bundesregierung muss sich niemand über diese Aussage wundern, denn Merz selbst sie geradezu provoziert, als er in seiner offiziellen Erklärung zur Entführung von Maduro allen Ernstes mitteilte:

„Die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes ist komplex. Dazu nehmen wir uns Zeit. Grundsätzlich müssen im Umgang zwischen Staaten die Prinzipien des Völkerrechts gelten.“

Merz hat damit de facto gesagt, dass Länder die Staats- oder Regierungschef anderer Länder unter Anwendung militärischer Gewalt, inklusive Bombenangriffen mit Dutzenden Toten, entführen dürfen. Er hat das nicht mal ansatzweise als illegal bezeichnet, was es zweifelsohne ist.

Daher hat Medwedew von einer „Karnevalsserie“ gesprochen, denn die Erklärung von Merz ist nun einmal Karneval, also nichts, was irgendjemand ernst nehmen würde.

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