Agnes Strack-Zimmermann wird in die Geschichte Deutschlands eingehen – als eine der Vorkämpferinnen einer katastrophalen Entwicklung …
Eine umfassende Analyse des »European Defence Industry Programme« und der »European Defence Industrial Strategie«
Europa befindet sich in einer tiefgreifenden Zäsur: Während zivile Industrien abwandern, soziale und infrastrukturelle Haushalte gekürzt werden, läuft parallel eine massive militärische Aufrüstung. Doch diese Aufrüstung erscheint nicht lediglich als Antwort auf geostrategische Bedrohungen – sie ist Teil einer viel weitergehenden strategischen Logik: Europas Wirtschaft wird von Friedens- auf Kriegswirtschaft umgeschaltet. In diesem Prozess spielen zwei EU-Instrumente eine Schlüsselrolle: die European Defence Industrial Strategy (EDIS) sowie das European Defence Industry Programme (EDIP).
1. Die Ausgangslage: Wirtschaft ohne Wachstum, Industrie in der Krise
Das westliche Wirtschaftsmodell beruht auf wachsendem Output, steigendem Konsum und expandierender Industrie. Doch genau dieses Modell gerät zunehmend unter Druck. Viele Industriezweige wandern ab, produktions- und energieintensive Branchen verlassen Deutschland und Europa. BASF verlagert Standorte nach China, Opel reduziert Kapazitäten, ThyssenKrupp kämpft ums Überleben. Gleichzeitig werden Sozial-, Infrastruktur- und Gesundheitsausgaben gekürzt – die öffentlichen Mittel konzentrieren sich auf neue Prioritäten.
In dieser Situation wird die militärische Industrie zur Alternative: Rüstung, Verteidigung, militärische Infrastruktur bieten große, staatlich gestützte Nachfrage mit langfristiger Perspektive. Wenn zivile Märkte stagnieren und klassische Wachstumsmotoren versagen, bleibt dem System eine historisch erprobte Lösung: die Umstellung auf Kriegswirtschaft.
Dass die Ära der globalen militärischen Dominanz der USA langsam zu Ende geht, zeigt der Krieg in der Ukraine schon seit Ende 2023. Wer sich nicht weigerte, das zu sehen, sah es schon länger. Dass die USA und Israel sich möglicherweise am Iran die Zähne ausbeißen könnten, zeichnete sich seit Juni vergangenen Jahres ab. Überraschend kommt jetzt aber, dass ausgerechnet das Vorprellen des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu die Erosion beschleunigte, vielleicht sogar einen Erdrutsch in Gang setzte, der weltweit Auswirkungen haben könnte.
In den Verhandlungen um das iranische Atomprogramm hatte Teheran nur wenige Stunden vor dem Angriff der Israelis und Amerikaner erstmals eingewilligt, kein angereichertes Uran mehr im eigenen Land zu lagern, was den Bau einer Atombombe faktisch unmöglich gemacht hätte. Dennoch griff Donald Trump dieses Zugeständnis nicht auf, um einen diplomatischen Erfolg zu verkünden, sondern entschied sich für eine militärische Eskalation.
Hier manifestierte sich der grundsätzliche Zielkonflikt zwischen Donald Trump und Benjamin Netanjahu: Während Trump einen Deal mit dem Iran anstrebte, will Netanjahu nach wie vor den Ian zerschlagen. Als Universal-Argument für immer wieder neue Kriege dient Netanjahu das iranische Uran, das über den Grad angereichert ist, den man für eine friedliche Nutzung brauchen würde. Die Iraner aber wollen das Uran nicht aus den Händen geben, ohne wesentliche Zugeständnisse zu erhalten, wie zum Beispiel die totale Aufhebung der seit Jahrzehnten in Kraft befindlichen Sanktionen. Mit anderen Worten: Netanjahu braucht das iranische Uran fast mehr, als die Iraner selbst. In dem Moment, als ein Deal in Aussicht stand, musste Netanjahu zuschlagen und die USA in einen Krieg hineinziehen (1).
Im aktuellen Golfkrieg herrscht ein hohes Maß an Zensur. Es gibt kaum Bilder, weder aus dem Iran noch von Golfstaaten oder aus Israel. Zudem kann man keinem Staat und seiner Darstellung trauen. Das größte Geheimnis sind aber die Schäden der Amerikaner.
Der Golfkrieg ist zunehmend ein Krieg zweier sich völlig widersprechender Realitäten. Heißt es auf der einen Seite bereits, Tel Aviv sei schwer zerstört und die USA hätten bereits nach Indien flüchten müssen, behauptet die andere Seite, die USA und Israel hätten nur wenig Schäden erlitten und schon gewonnen, während der Iran täglich am schwersten getroffen werde. Man kann davon ausgehen, dass alle Darstellungen Propaganda sind und nichts mit der Wahrheit zu tun haben – die liegt irgendwo dazwischen.
Während man einzelne Bilder aus dem Iran trotz Internet-Shutdown erhält (vorwiegend über Al Jazeera, aber auch über das US-nahe Magazin Iran International), israelische pro-zionistische Medien über Einschläge berichten und Livestreams aus Tel Aviv und Jerusalem rund um die Uhr online sind (wenn man den Bildern noch trauen möchte), herrscht vor allem in den Golfstaaten – besonders rund um die US-Basen – eine strenge Zensur. Während man sich also noch halbwegs ein Bild über die Schäden im Iran und in Israel machen kann, ist das bei den US-Militäreinrichtungen in der Region kaum möglich.
Wir erhalten nur bruchstückhafte Berichte. Das Pentagon veröffentlicht keinen umfassenden Bericht.
Das nennt man Zensur.
Viele oder die meisten Amerikaner glauben, dass die USA enorme Zerstörungen anrichten, selbst aber kaum Schaden davontragen.
Hier ist eine Liste von US-Stützpunkten, von denen gemeldet wird, dass sie in gewissem Umfang beschädigt wurden:
Kuwait: US-Einsatzzentrale in der Nähe von Camp Arifjan.
Bahrain: Hauptquartier der 5. Flotte der Marine.
VAE: Stützpunkte in Al Dhafra.
Irak: Mehrere US-Stützpunkte.
Katar: Luftwaffenstützpunkt Al Udeid.
Dann gibt es Berichte über „versuchte“ Angriffe auf US-Militäranlagen in Bahrain, Katar, Kuwait, den VAE, Jordanien, Saudi-Arabien, dem Irak und der Türkei.
Uns wird mitgeteilt, dass 14 US-Soldaten getötet wurden.
Man sollte sich an alte Worte erinnern: „Der Nebel des Krieges.“ „Das erste Opfer jedes Krieges ist die Wahrheit.“
In Vietnam wurde mindestens die Hälfte des Krieges an Orten ausgetragen, von denen wir nichts wussten.
Es gibt viele Details über den Iran-Krieg, von denen wir vielleicht jahrelang nichts erfahren werden. Wenn überhaupt.
Für den Präsidenten, seine Berater und das Pentagon ist es ein Leichtes, Zensur mit der nationalen Sicherheit zu rechtfertigen. Der Schutz „operativer Geheimdienstinformationen“. Diese Kategorie lässt sich in jede Richtung ausdehnen.
Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 18. März 2026
Der Krieg geht unvermindert weiter, wobei Israel nicht nur den Iran angreift, sondern auch den Libanon und weiter in Gaza Völkermord begeht sowie in der Westbank gegen dort seit Jahrhunderten ansässige Palästinenser vorgeht. Die Straße von Hormus ist weiter geschlossen, Energiepreise steigen und es drohen steigende Lebenmittelpreise sowie in manchen Teilen der Welt auch Hungersnöte, da auch die Ausfuhr von Düngemitteln gestoppt ist, die 35% des Welthandels ausmachen.
Laut staatlichen Medien und dem Obersten Nationalen Sicherheitsrat gaben iranische Beamte bekannt, dass Ali Larijani bei einem israelischen Angriff zusammen mit seinem Sohn Morteza und einem seiner Mitarbeiter getötet wurde. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte, die Morde würden das politische System nicht erschüttern, da es auf Institutionen beruhe. Larijani bekleidete viele einflussreiche Positionen in den Machtzentren des Iran, darunter als Leiter des staatlichen Rundfunksenders Irib, als Parlamentspräsident und als Vorsitzender des Obersten Nationalen Sicherheitsrats des Iran.
Israel und die USA führen ihren Angriffskrieg weiter mit gezielten Morden von zivilen und militärischen Führern des Iran. Was aber nur dazu führt, dass radikalere Nachfolger die Möglichkeit eines Kompromisses nur weiter verschlechtern. War früher die Ermordung von politischen Anführern eines Landes ausschließlich von kolonialen Eroberern und Terroristen begangen, normalisieren westliche Medien diese Vorgänge inzwischen mit möglicherweise dramatischen Folgen. Und der Iran beginnt entsprechend zu reagieren.
In den letzten 8 Stunden hat sich der Irankrieg, der von Quellen des Globalen Südens als US-Israel-Krieg gegen Iran bezeichnet wird, durch weitere Vergeltungsschläge und Trauerfeiern weiter verschärft. Teheran trauert um die Getöteten, während Iran als Reaktion Raketen- und Drohnenangriffe auf Israel startete, bei denen zwei Menschen in Ramat Gan südlich von Tel Aviv ums Leben kamen und Schäden entstanden.
Golfstaaten wie Katar, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien erklären, iranische Raketen und Drohnen abgefangen zu haben. Das Posten von Folgen der iranischen Angriffe in sozialen Medien steht in den Golfmonarchien und Israel unter Strafe. Der iranische Armeechef Amir Hatami hat nach Angaben von TRT World (Türkei) eine „entschiedene und bedauerliche“ Vergeltung für die Tötung Larijanis angekündigt. Iran hat laut der türkischen Nachrichtenagentur angeblich bereits die 61. Welle von Raketenangriffen auf Israel ausgeführt.
The Hindu (Indien) berichtet in seinen Live-Updates, dass die Konflikte sich ausweiten, mit über 2100 Toten und weiteren Angriffen auf US-Truppen. Press TV (Iran) bestätigt die jüngsten iranischen Raketenangriffe auf Israel als Rache für den Tod von „Märtyrer“ Larijani und meldet Tote auf israelischer Seite nach dem Einschlag in der Nähe von Tel Aviv. teleSUR English (Lateinamerika) hebt zudem die Ankündigung der iranischen Revolutionsgarden zum Tod des Basij-Kommandeurs Gholam Reza Suleimani hervor, der dem Angriff zugeschrieben wird, und betont die wachsende regionale Spannung.
Von Patrick Martin und David North – 18. März 2026
In einem einstündigen öffentlichen Auftritt im Kennedy Center – das er per Dekret nach sich selbst umbenannt hat – verteidigte US-Präsident Donald Trump seinen Angriff auf den Iran und behauptete, die bisherigen Ergebnisse des Kriegs seien bereits ein großer Erfolg. Seine Rede glitt zusehends ab in wirre Anekdoten, abrupte Gedankensprünge, flapsige Bemerkungen über die Ehefrauen seiner politischen Kumpane, Anmerkungen zur Akustik des Theaters – durchsetzt mit Prahlereien darüber, ein Land mit 93 Millionen Einwohnern in Schutt und Asche zu legen.
Trump sprach wie eine Figur aus einem Film von Martin Scorsese und ganz im Tonfall der organisierten Kriminalität: lässige Sprüche über das Töten von Anführern, Loyalitätstests, ein kaltschnäuzig geschäftsmäßiger Blick auf Bündnisse, versteckte Drohungen, Selbstbeweihräucherung nach Gewalttaten und eine ungenierte Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid anderer.
Wer sich zum ersten Mal zuschaltet, müsste sich unweigerlich fragen: Ist dieser Mensch wirklich Präsident der Vereinigten Staaten? Es drängt sich der Schluss auf, dass die kriminelle Unterwelt an die Spitze der amerikanischen Politik aufgestiegen ist.
Trump begann seine Ausführungen mit einer Litanei über die Zerstörung, die über den Iran niedergegangen sei. „Unsere mächtige Militäroperation“, tönte er, „wurde in den letzten Tagen mit voller Kraft fortgesetzt. Sie sind buchstäblich ausgelöscht worden. Die Luftwaffe ist weg. Die Marine ist weg. Viele, viele Schiffe sind versenkt worden. Es waren Kriegsschiffe, aber offensichtlich wussten sie nicht, wie man sie benutzt. Und die Flugabwehr ist dezimiert. Ihr Radar ist weg, und ihre Anführer sind weg. Ansonsten geht es ihnen ganz gut.“
Dieser groteske Scherz macht deutlich, wie sehr sich Trump an den Opfern des von ihm begonnenen Kriegs weidet. Tausende Iraner sind getötet worden, und fast tausend Libanesen sind unter israelischem Bombardement ums Leben gekommen – mit Waffen, die von den USA geliefert wurden. Auch dreizehn US-Soldaten wurden getötet.
Die Europäische Union hat der Forderung von US-Präsident Donald Trump, sich an einem Militäreinsatz in der Straße von Hormus zu beteiligen, eine deutliche Absage erteilt. „Niemand will sich aktiv in diesen Krieg hineinziehen lassen“, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas nach einem Treffen der EU-Außenminister, das am Montag in Brüssel stattfand. „Das ist nicht unser Krieg.“
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz und andere europäische Regierungschefs sprachen sich gegen eine Kriegsteilnahme aus. „Es stellt sich nicht die Frage, ob wir uns beteiligen,“ sagte Merz. „Wir werden es nicht tun.“ Zur NATO sagte er, sie sei „ein Verteidigungsbündnis und kein Interventionsbündnis“, deshalb sei ihr Einsatz hier nicht gefragt.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor die europäischen Verbündeten gedrängt, sich an der Sicherung des Seewegs zu beteiligen, der seit dem US-israelischen Angriff vom Iran blockiert wird, und im Falle einer Weigerung mit Konsequenzen für die NATO gedroht.
„Es ist nur angemessen, dass diejenigen, die von der Meerenge profitieren, dazu beitragen, dass dort nichts Schlimmes passiert“, sagte Trump gegenüber der Financial Times. „Wenn es keine Reaktion gibt oder wenn die Reaktion negativ ausfällt, wird das meiner Meinung nach sehr schlecht für die Zukunft der NATO sein.“ Am Montag wiederholte er diese Drohung auf einer Pressekonferenz.
Das europäische Nein bedeutet weder eine Ablehnung des kriminellen Kriegs gegen den Iran, noch schließt es aus, dass die Europäer mit eigenen Truppen ins Kriegsgeschehen eingreifen werden. Sie sind lediglich nicht bereit, sich auf einen Krieg einzulassen, auf dessen Verlauf und Ergebnis sie keinen Einfluss haben. Sie wollen den Preis für ihre Kriegsteilnahme in die Höhe treiben.
Merz hatte Trump noch vor zwei Wochen, unmittelbar nach Kriegsbeginn, seine Unterstützung versichert. „Wir sind uns einig, dass dieses schreckliche Regime in Teheran weg muss, und wir werden darüber reden, was am Tag danach passieren wird, wenn sie weg sind,“ sagte er bei einem Besuch im Weißen Haus.
Paul Thomas Andersons Film One Battle After Another, der am Sonntagabend bei der Oscar-Verleihung in Los Angeles als bester Film ausgezeichnet wurde, beginnt mit einer Szene, in der eine Gruppe von linken Aktivisten Immigranten aus einem staatlichen Haftzentrum befreit.
Anschließend macht sich der Film über einen korrupten und grausamen Offizier lustig, der mit rassistischen Faschisten zusammenarbeitet. Er dramatisiert die brutale Jagd und Hinrichtung von selbsternannten Revolutionären und zeigt eine paramilitärische Operation in einer amerikanischen Stadt im Stil der ICE, die als Drogenbekämpfung gerechtfertigt wird. Die Bilder von Männern, Frauen und Kindern ohne Papiere auf der Flucht vor Repression sind die eindringlichsten und überzeugendsten Momente dieses Films.
Wir schrieben dazu in einer Filmkritik:
„In den erschütterndsten und bewegendsten Szenen stellen Anderson und seine Kollegen den derzeitigen Kurs auf Polizeistaatsherrschaft mit großer Genauigkeit dar. Die Brutalität und der faschistische Charakter der Hysterie gegen Immigranten und vor allem die ICE-Razzien werden in dem Film überzeugend zum Ausdruck gebracht.“
Dass One Battle After Another am Sonntag mit sechs Oscars ausgezeichnet wurde – in den Kategorien „Bester Film“, „Beste Regie“, „Bestes adaptiertes Drehbuch“, „Bester Nebendarsteller“, „Bester Schnitt“ und „Bestes Casting“ – ist vermutlich das deutlichste Zeichen für die Veränderungen, die sich in der Welt der Kunst vollziehen. Sie sind ein komplexes Abbild wichtiger Veränderungen im allgemeinen Bewusstsein.
Interview mit Jacques Baud* – Interview: Zeitgeschehen im Focus – 17. März 2026 (ZiF 5/6)
Zeitgeschehen im Fokus Die Gründe für den Angriff Israels und der USA auf den Iran reichen von „den Bau der Atombombe verhindern“, bis zu einem „Regime Change“. Was wollen Israel und die USA tatsächlich erreichen?
Jacques Baud Es gibt viele Gründe, die auf komplexe Weise miteinander verbunden sind. Um dies zu verstehen, muss man wahrscheinlich zwischen den tieferen Gründen und den Vorwänden unterscheiden.
In den USA gibt es eindeutig eine Obsession gegenüber dem Iran, die sowohl bei den Republikanern als auch bei den Demokraten zu finden ist und die mit der islamischen Revolution von Ayatollah Khomeini im Jahr 1979 begann. Die Amerikaner haben den Sturz des Schahs und – vor allem – die Besetzung ihrer Botschaft in Teheran durch iranische Studenten und den darauf folgenden katastrophalen Rettungsversuch durch Spezialeinheiten im April 1980 (Operation EAGLE CLAW) nicht verziehen.
Bei Israel ist dieses Phänomen jüngeren Datums und geht auf die frühen 2000er Jahre zurück, als die USA 2003 in den Irak einmarschierten. Die israelische Sicherheitspolitik wird von dem 1982 von Oded Yinon ausgearbeiteten Plan beeinflusst, der darauf abzielte, die großen sunnitischen Nachbarländer Israels zu spalten, damit sie durch interne Konflikte gelähmt würden.
In den 1980er- und 1990er-Jahren war der Feind Israels der Irak, der enge Beziehungen zur PLO von Yassir Arafat unterhielt. Zu dieser Zeit war der Iran nicht Teil dieses Plans, da Israel ihn eher als Verbündeten betrachtete. Der Iran ist das große schiitische Land der Region, und Israel betrachtete ihn daher eher als Verbündeten, der geografisch gesehen im „Rücken“ seiner sunnitischen Gegner liegt.
Israel ist für sein Überleben stark vom Westen abhängig. Es ist ihm nie wirklich gelungen, sich in sein regionales Umfeld zu integrieren. Seine wiederholten Militäroperationen gegen alle seine Nachbarn sowie seine illegalen Gebietserwerbungen im Libanon, in Syrien und Jordanien haben zusammen mit der Missachtung internationaler Konventionen in Bezug auf das palästinensische Volk dazu geführt, dass Israel von seinem natürlichen Umfeld abgekoppelt ist.
Andererseits braucht Israel Feinde, um seine sehr vielfältige nationale Einheit und die internationale Finanzhilfe aufrechtzuerhalten. Nachdem der Irak zerstört worden war, wählte Israel denselben „besten Feind“ wie die USA: den Iran.
Seitdem spricht Israel von der nuklearen Bedrohung durch den Iran. Historisch gesehen gibt es jedoch keine Streitigkeiten zwischen dem Iran und Israel: Es gibt keine territorialen Ansprüche, keine wirtschaftlichen Rivalitäten und die jüdische Minderheit wird im Iran gut behandelt. Es gibt also keinen objektiven Konflikt zwischen den beiden Ländern.
Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 17. März 2026
Die Analysten zerbrechen sich noch die Köpfe, ob Donald Trumps Plan war, keinen Plan zu haben, um durch die Unberechenbarkeit und schierer Stärke zu siegen, oder ob der Plan war, die Weltwirtschaft in eine Energiekrise zu treiben, um die Entwicklung der Schwellenstaaten und Chinas auszubremsen, da die USA noch über eigenes Öl und Gas verfügen.
Dagegen erkennt man den Plan des Irans inzwischen sehr gut. Er führt seinen existentiellen Überlebenskampf asymmetrisch, mit dezentralisierter Mosaik-Kommandostruktur ohne notwendige zentrale Führung und Raketen und Drohnen statt Flugzeugen. Der Iran setzt auf einen Abnutzungskrieg, der das westliche Konzept von „Schrecken und Furcht“ ins Leere laufen lässt. Das passierte in der Nacht und am 18. Kriegstag. Schauen wir zunächst was Medien melden, die man im Westen weniger zur Kenntnis nimmt:
07 Uhr 45
In der Nacht bis zum Morgen des 17. März 2026 berichteten diese Medien von keiner neuen großangelegten militärischen Eskalation mit direkten Angriffen auf iranisches Gebiet im Rahmen des seit dem 28. Februar 2026 laufenden Krieges durch die USA und Israel. Laut russischen Medien (TASS) ereignete sich jedoch ein Raketenangriff auf ein Wohnhaus im Zentrum von Bagdad, bei dem mindestens vier Menschen getötet und zwei weitere verletzt wurden; das Gebäude soll Mitglieder ungenannter bewaffneter Formationen sowie mehrere iranische Staatsbürger beherbergt haben. Was auf einen Anschlag der USA hinweist.
Iranische Medien wie PressTV meldeten, dass israelische Behörden über 120 Verletzte durch iranische Vergeltungsschläge mit Raketen und Drohnen in den vorangegangenen 24 Stunden (bis zum Abend des 16. März) einräumten; gleichzeitig erklärte die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) alle Logistik- und Unterstützungszentren für den US-Flugzeugträger USS Gerald R. Ford im Roten Meer zu legitimen Zielen und warnte vor Angriffen auf US-Unternehmen im Nahen Osten „in den kommenden Stunden“.
Chinesische Medien (CGTN und Global Times) berichteten weiterhin über die anhaltende Konfrontation, betonten Irans Forderung nach einem sofortigen Abzug der US-Truppen aus dem Persischen Golf und erwähnten keine neuen Vorfälle in den letzten Stunden, sondern verwiesen auf die bereits laufenden Gegenangriffe Irans auf US-Basen und israelische Ziele.
Quellen aus dem globalen Süden wie indische Medien (NDTV) oder die in Al Jazeera integrierten Berichte aus dem Nahen Osten bestätigten die Entwicklungen ähnlich und hoben das anhaltende Abfangen von Drohnen- und Raketen in Golfstaaten sowie die humanitären Folgen hervor.
Der Ölpreis schwankt immer noch um die 100 US-Dollar pro Barrel. Wobei der wichtige US-Markt derzeit noch schläft.
Einschränkungen von Meinungs- und Pressefreiheit
Der Iran-Krieg hat den Fokus der Berichterstattung ausschließlich auf den Nahen Osten gelenkt, was dazu geführt hat, dass viele Menschen im Westen den Überblick darüber verloren haben, was ihre Regierungen in ihren eigenen Ländern tun. Das sollte sich ändern.
In den vergangenen zwei Wochen sind die Vereinigten Staaten, Europa, Kanada, Australien und andere Länder auf sehr ungewöhnliche Weise gegen ihre Bevölkerungen vorgegangen. Das ist keine Überraschung; Länder, die sich im Krieg befinden, werden immer autoritärer. Aber das macht es nicht in Ordnung.
Nehmen wir die EU als Beispiel. Es gibt derzeit gezielte Bemühungen, den Konflikt im Iran zu nutzen, um den EU-Bürgern ihr Recht auf freie Meinungsäußerung zu entziehen. Wir sollten alle wachsam dagegen sein.
Ukrainische Söldner wurden dabei erwischt, wie sie von Indien als Terroristen eingestufte Personen in der Drohnenkriegsführung ausbildeten. Ob dies auf Geheiß der USA oder hinter deren Rücken geschah, muss noch geklärt werden. Sehr wahrscheinlich hat Russland Indien einen Hinweis gegeben.
Sechs Ukrainer und ein Amerikaner wurden gerade in Indien festgenommen, mit der Begründung, dass sie von dort aus illegal in das benachbarte Myanmar eingereist seien, um von Indien als Terroristen eingestufte Personen in der Drohnenkriegsführung auszubilden. Für diejenigen, die es nicht wissen: Der Nordosten Indiens ist seit der Unabhängigkeit Schauplatz zahlreicher ethnisch-separatistischer Aufstände, und einige dieser Gruppen suchen nun Zuflucht im kriegsgeschüttelten Myanmar und lassen sich dort ausbilden. Der jüngste Konflikt brach Anfang 2023 in Manipur aus und wurde damals hier behandelt.
Dementsprechend stehen die USA zwar mittlerweile in einem besseren Verhältnis zu Indien, versuchen aber weiterhin, das Land über Bangladesch einzudämmen, und könnten von Indien verlangen, dass es die Nutzung seiner Grenzregionen zur Bewaffnung regierungsfeindlicher Gruppen in Myanmar zulässt, um die dortige Junta zu einem Abkommen über kritische Mineralien zu zwingen. Indien verhält sich in diesem Krieg neutral, obwohl es pragmatische Beziehungen zur Junta unterhält und viele mit den unbewaffneten Mitgliedern der politischen Opposition sympathisieren; eine Hypothese lautet daher, dass die USA Indien nicht um Erlaubnis gefragt haben und dies hinter Indiens Rücken tun.
Wenn das der Fall ist, dann hat Trump dem entweder zugestimmt, oder sein „Deep State“ handelt erneut hinter seinem Rücken, vielleicht um einseitig Fortschritte bei dem geopolitischen Projekt zu erzielen, vor dem der ehemalige bangladeschische Staatschef Anfang 2024 im Zusammenhang mit der Schaffung eines christlichen Stellvertreterstaates in der Region gewarnt hatte. Beide Szenarien würden nichts Gutes für ihre neu gefundene Entspannung verheißen, doch es gibt noch einen weiteren Punkt, der ebenfalls in Betracht gezogen werden sollte, nämlich dass die Ukraine dies aus eigener Initiative und ohne Zustimmung der USA tut.
Selenskyj erklärte Ende Januar: „Die Ukraine braucht eine engagierte, starke Geheimdienstabteilung, die im Ausland auf einem Niveau operieren kann, das mit den weltweit besten ausländischen Kampfgeheimdiensten vergleichbar ist. Ihr Schwerpunkt liegt auf externen Operationen – nicht nur auf Einflussnahme, nicht nur auf der Sammlung von Daten oder der Rekrutierung von Agenten, sondern auf echten Kampfhandlungen und anderen asymmetrischen Operationen, die für den Schutz der Interessen der Ukraine unerlässlich sind.“ Dies folgt auf die Söldneraktivitäten der Ukraine im Sudan und in Mali, die mit den Interessen der USA im Einklang stehen.
Manchmal läuft diese Söldneraktivität jedoch den Interessen der USA zuwider, wie etwa im Zusammenhang mit Russlands Vorwurf, die Ukraine habe sich heimlich mit von Ruanda unterstützten Rebellen im Konflikt dieses Landes mit dem Kongo verbündet, für den Trump im vergangenen Jahr ein auf Rohstoffe ausgerichtetes Friedensabkommen ausgehandelt hatte. Dieser Präzedenzfall lässt vermuten, dass sich Kiew auch in Indien hinter dem Rücken der USA engagiert haben könnte, wahrscheinlich gegen Bezahlung, oder dass die USA die Ukraine unter diesem Vorwand opfern könnten, nachdem Indien eine möglicherweise tatsächlich gemeinsame Operation aufgedeckt hat.
Hoffentlich wird die Öffentlichkeit angesichts der politischen Bedeutung dieses Falls über diese Ermittlungen auf dem Laufenden gehalten. Zumindest hat die Ukraine von Indien als Terroristen eingestufte Personen in der Drohnenkriegsführung ausgebildet, möglicherweise auf Geheiß der USA. Es ist auch wahrscheinlich, dass Indien von Russland, das alle Aktivitäten ukrainischer Söldner genau beobachtet, einen Hinweis erhalten hat. Das würde die weit verbreitete Behauptung weiter widerlegen, Russland glaube, Indien habe es „verraten“. In Wirklichkeit arbeiten beide Länder Hand in Hand, um ukrainische Söldner in der Region zu stoppen.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.