Fünfzehn Jahre seit der Gründung von WikiLeaks

Von Oscar Grenfell – 4. Oktober 2021

Vor 15 Jahren, am 4. Oktober 2006, wurde WikiLeaks von dem australischen Verleger Julian Assange gegründet. Seither ist das kleine Medienunternehmen, das mit bescheidenen Mitteln seine Arbeit aufnahm, zum Synonym für die mutige Aufdeckung der Verbrechen von Staaten und Unternehmen sowie der immer brutaleren Versuche staatlicher Stellen und der herrschenden Eliten geworden, das Internet zu zensieren und unabhängigen Journalismus zu unterdrücken. Genau wie alle jüngsten Jahrestage im Zusammenhang mit WikiLeaks und seinem Gründer kann Assange auch diesen Meilenstein nicht mit seinen Kollegen, Freunden und seiner Familie feiern. Stattdessen sitzt er seit mehr als zwei Jahren im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh, das als Großbritanniens Guantanamo Bay gilt – einen Großteil dieser Zeit ohne wegen irgendwelcher Vergehen schuldig gesprochen zu sein.

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„Pandora Papers“: Steuerbetrug der globalen Finanzelite

Von Jacob Crosse – 5. Oktober 2021

Am 3. Oktober begann der Rechercheverbund International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) – eine Gemeinschaft von 600 Journalisten aus 117 Ländern – mit der Veröffentlichung der „Pandora Papers“. Dies ist eine Serie von Artikeln, die auf 11,9 Millionen geleakten Finanzdienstleistungs-dokumenten basiert – insgesamt fast drei Terrabyte an Daten. Sie stammen von 14 Unternehmen, die der Finanzoligarchie Dienstleistungen im Bereich Steuerhinterziehung und Geldwäsche anbieten.

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RT, YouTube und der Info-Krieg

Von Tobias Riegel – 1. Oktober 2021

Eine Mitwirkung der deutschen Regierung an der YouTube-Zensur gegen den russischen Sender RT sei eine „Verschwörungstheorie“, sagt Steffen Seibert. Selbst wenn das stimmt – mindestens wegen Untätigkeit ist der deutsche Gesetzgeber mitverantwortlich an einer unhaltbaren Situation: US-Konzerne nehmen willkürlich Einfluss auf den politischen Diskurs in Deutschland. Aus Russland kommen derweil harte verbale Reaktionen auf die Löschung der deutschen YouTube-Kanäle von RT.

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Ex-CIA-Chef Pompeo bestätigt: Die CIA hatte Pläne zur Ermordung von Assange

Von Thomas Röper – 30. September 2021

US-Medien haben vor einigen Tagen berichtet, dass die CIA unter CIA-Chef Pompeo Pläne zur Ermordung von Julian Assange geschmiedet hat. Pompeo selbst hat das nun sogar bestätigt. Die USA sind der selbsternannte Hort von Demokratie, Menschenrechten, Pressefreiheit und so weiter. In einem so demokratischen und freien, nur dem Guten und der Wahrheit verpflichteten Land sollte man meinen, dass Menschen, die Verbrechen von Regierungsbehörden aufdecken als Helden gefeiert werden. Bekanntlich ist aber das Gegenteil der Fall, wie Edward Snowden und Julian Assange zeigen. Edward Snowden hat aufgedeckt, dass US-Geheimdienste gegen die Verfassung des Landes verstoßen und nicht nur alles und jeden im Ausland überwachen, sondern auch die eigenen Bürger gesetzes- und verfassungswidrig ausspionieren und abhören. Die angeblich so freien USA sind in Wahrheit einer der schlimmsten Überwachungsstaaten der Welt. Aber für die Aufdeckung dieses Skandals wurde Edward Snowden nicht gefeiert und die Verantwortlichen wurden nicht zur Verantwortung gezogen, stattdessen haben die USA zu einer Hetzjagd auf Snowden geblasen.

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CIA-Komplott zur Ermordung von Julian Assange: imperialistisches Gangstertum

Von Thomas Scripps – 29. September 2021

Die Enthüllungen, wonach die CIA die Ermordung des WikiLeaks-Gründers Julian Assange erwogen hat, bestätigen, wie zutiefst verbrecherisch die herrschende Klasse in den USA und Großbritannien geprägt ist. Wenn es nach Recht und Gesetz ginge, dann müssten diese Enthüllungen zur Einstellung des Auslieferungsverfahrens der USA gegen Assange führen, das immer noch vor dem britischen High Court anhängig ist. Außerdem müssten Ermittlungen eingeleitet und die Verschwörer strafrechtlich verfolgt werden, die sich auf den höchsten Ebenen der Regierungen in den USA und im Vereinigten Königreichs sowie in deren Geheimdiensten tummeln

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Antikommunistische Hetze in Peru nach dem Tod des maoistischen Guerilla-Führers Guzmán

Von Bill Van Auken – 26. September 2021

Am 11. starb Abimael Guzmán, der Gründer und ideologische Führer der maoistischen Guerillagruppe Leuchtender Pfad (Sendero Luminoso, SL) in Peru. Sein Tod hat eine hysterische Flut antikommunistischer Propaganda seitens der gesamten peruanischen herrschenden Klasse und etablierten Medien ausgelöst. Guzmán, besser bekannt unter seinem Pseudonym Gonzalo, wird als Inbegriff des Bösen dargestellt. Ihm wird vorgeworfen, die alleinige Verantwortung für den Tod von etwa 70.000 Peruanern in dem blutigen bewaffneten Konflikt zu tragen, den der Leuchtende Pfad 1980 begann. Dabei wurde mindestens die Hälfte der Menschen von den Sicherheitskräften der Regierung und den mit ihnen verbündeten Milizen getötet. Ein typisches Beispiel für die Propaganda nach dem Tod Guzmáns ist ein Bericht des Medienkonzerns RPP, der mit den Worten beginnt: „Blutrünstig, erbarmungslos, grausam. Es gibt kein treffendes Adjektiv, um zu beschreiben, wie böse der Chef der Terrorgruppe Sendero Luminoso war…“ Die Tage nach Guzmáns Tod waren beherrscht von hitzigen und makabren Debatten über die Frage, was mit seinem Leichnam geschehen sollte.

Wie der Spiegel über die Situation auf dem europäischen Gasmarkt desinformiert

Von Thomas Röper – 24. September 2021

Nachdem ich seit Monaten berichte, dass sich die Lage auf dem europäischen Gasmarkt in diesem Winter zuspitzen könnte, erhöhen sich nun die Verbraucherpreise für Gas und Strom. Die Medien greifen das Thema endlich auch auf, berichten jedoch nachweislich unwahr darüber. Mit welchen Methoden die Leser desinformiert werden, zeigt ein Spiegel-Artikel zu dem Thema. Ich habe schon mehrmals berichtet, dass die Preise für Erdgas derzeit immer neue Rekorde brechen. Ende Juli haben sie die psychologisch wichtige Marke von 500 Dollar übersprungen und sind seitdem weiter gestiegen. Anfang September lag der Preis pro 1.000 Kubikmeter bereits bei fast 650 Dollar und am 15. September schon bei fast 1.000 Dollar. Seitdem schwanken die Preise an den europäischen Gasbörsen etwa zwischen 800 und 1.000 Dollar. Gleichzeitig sind die europäischen Gasspeicher derzeit so gering gefüllt, wie seit vielen Jahren nicht.

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Meisterstück der Propaganda: Wie der „Tagesschau-Faktenfinder“ über 9/11 berichtet

Von Thomas Röper – 20. September 2021

Faktenchecks sind groß in Mode und Redaktionen wie die der Tagesschau halten sich sogar eigene „Faktenfinder“. Ein besonders sehenswertes Exemplar darf bei der Tagesschau Dienst tun. – Dass Mainstream-Medien wie der Tagesschau die offenen Fragen zu 9/11 ansprechen würden, hat zum Jubiläum der Terroranschläge vor einer Woche niemand erwartet. Was der selbst ernannte Faktenfinder der Tagesschau bei der Gelegenheit abgeliefert hat, war jedoch sehr bemerkenswert, denn der Artikel macht selbst beim aufmerksamen Lesen den Eindruck, er wäre so schlecht, dass sogar die Sesamstraße Bildungsprogramm für Fortgeschrittene ist. Erst beim Schreiben dieses Artikels habe ich bemerkt, wie geschickt der Artikel in Wahrheit aufgebaut ist. Daher habe ich meinen Artikel auch so aufgebaut, wie ich es erlebt habe: Zuerst denkt man, der Artikel des Faktenfinders wäre einfach nur grottenschlecht. Erst bei einer Analyse, die man wohl nur macht, während man darüber schreibt, fällt einem auf, wie geschickt der Faktenfinder seinen Artikel auf sein Zielpublikum zugeschnitten hat. Mit einem, das kann man vorwegnehmen, hat der Artikel des Faktenfinders der ARD jedoch nichts zu tun: mit Fakten. Aber dazu kommen wir gleich.

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Wie der Spiegel seine Leser auf Meldungen über angebliche Wahlfälschungen in Russland vorbereitet

Von Thomas Röper – 19. September 2021

Der Spiegel veröffentlicht während den russischen Wahlen einen Artikel nach dem anderen, in denen er seine Leser darauf vorbereitet, dass die Wahlen in Russland als manipuliert bezeichnet werden. Interessant sind die Vorwürfe des Spiegel, denn viele könnte man genauso gegen die deutsche Bundestagswahl erheben. Der Spiegel hat am 17. September einen Artikel von Christian Esch, dem Leiter des Spiegel-Büros in Moskau, mit der Überschrift „Parlamentswahl in Russland – Neue Leute, alte Tricks“ veröffentlicht, in dem er Vorwürfe erhebt, Russlands derzeit stattfindende Wahlen würden manipuliert. Seine Vorwürfe sind interessant, denn viele davon könnte man auch bei der in einer Woche anstehenden Bundestagswahl erheben. Daher lohnt sich ein näherer Bick auf den Artikel von Christian Esch.

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EU-Parlament will russische Wahl nicht anerkennen und der Spiegel verbreitet neue Lügen

Von Thomas Röper – 16. September 2021

Die Wahlen in Russland werfen ihre Schatten voraus und im Westen scheint man sich auf eine große Propaganda-Offensive vorzubereiten. Ob das wirklich so ist, werden wir schon nächste Woche wissen. Am 15. September habe ich darüber berichtet, dass das EU-Parlament am folgenden Tag über einen Bericht zum Umgang mit Russland beraten würde, der auf 32 Seiten ungezählte anti-russische Maßnahmen auflistet, die die Grundlage der Politik der EU gegenüber Russland sein sollen. Gegen Russland soll so ziemlich alles unternommen werden, außer einem militärischen Angriff. Unter anderem sieht der Bericht auch vor, die am Wochenende anstehenden russischen Parlamentswahlen nicht anzuerkennen, wenn sie „als gefälscht anerkannt werden“. Nur wer soll die Wahlen „als gefälscht“ anerkennen? Immerhin hat die OSZE die russische Einladung, die Wahlen zu beobachten, abgelehnt und schickt keine Wahlbeobachter.

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