Der israelische Angriff auf Gaza-Stadt beginnt

Von Andre Damon – 22. August 2025

Das israelische Militär hat seinen Angriff auf Gaza-Stadt begonnen, dem einzigen Teil des Gazastreifens, der derzeit noch nicht vollständig von Truppen der Israelischen Verteidigungskräfte (IDF) besetzt ist. Damit beginnt eine neue und noch tödlichere Phase des amerikanisch- israelischen Völkermords im Gazastreifen.

Ziel dieser Operation ist die vollständige militärische Unterwerfung des am dichtesten besiedelten Teils des Gazastreifens, um die Vertreibung der Bevölkerung in Konzentrationslager im Süden der Enklave vorzubereiten. Von dort aus will die Netanjahu-Regierung die Palästinenser in andere Länder ausweisen, u.a. in den Südsudan.

Der wichtigste Sprecher des israelischen Militärs, Brigadegeneral Effie Defrin, erklärte am Mittwoch: „Wir haben die einleitenden Operationen und die ersten Schritte des Angriffs auf Gaza-Stadt begonnen.“ Die IDF kündigten die Mobilmachung von weiteren 60.000 Reservisten an, um die Eroberung der Stadt abzuschließen. Laut Schätzungen der Vereinten Nationen hat Israel bereits 90 Prozent des Gazastreifens besetzt.

Israelische Regierungsvertreter erklärten gegenüber der New York Times, die IDF würden Gaza-Stadt zuerst umzingeln, die Bevölkerung zwangsweise in den Süden umsiedeln und die Stadt danach vollständig besetzen. Einwohner erklärten der Times, israelische Truppen seien dabei, systematisch mit ferngesteuerten Sprengladungen Gebäude in den Außenbezirken der Stadt zu zerstören und immer weiter ins Stadtzentrum vorzurücken.

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte Volker Türk erklärte Anfang August: „Eine vollständige militärische Übernahme des besetzten Gazastreifens (…) wird zu noch massiveren Vertreibungen, noch mehr Toten, unerträglichem Leid, sinnloser Zerstörung und Gräueltaten führen.“

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Selbst nach der Demütigung durch den Schulleiter beharrt Europa darauf, dass Frieden Krieg bedeutet.

Von Pepe Escobar (Übersetzung: Andreas Mylaeus) – 21. August 2025

Kommentar des Übersetzers: Pepe Escobar benennt hier eines der zentralen Probleme des Hegemon: Die USA haben die Eskalationsdominanz in der nuklearen Rüstungsspirale verloren. „In Alaska ging es daher nicht nur um die Ukraine. In Alaska ging es vor allem darum, dass die beiden größten Atommächte der Welt versuchten, Vertrauen wiederaufzubauen und einen außer Kontrolle geratenen Zug in einem wahnsinnigen Hochgeschwindigkeitsrennen in Richtung nuklearer Konfrontation zu bremsen.“ Die Europäer (und ihre Mentoren im britisch-amerikanischen Deep State) wollen einfach nicht wahrhaben, dass dieser Zug abgefahren ist. Hoffentlich lassen sie sich noch einbremsen.

Das Imperium des Chaos befindet sich im Krieg, hybrid und auf andere Weise, nicht nur gegen die BRICS-Staaten, sondern gegen die Integration Eurasiens.

Es bedurfte nur eines einzigen Fotos, um die völlige Demütigung der politischen Eliten der EUrotrash im Jahr 2025 für die Nachwelt festzuhalten: die Koalition der Trottel im Oval Office, aufgereiht wie ein Haufen verängstigter Schulkinder, streng zurechtgewiesen von der Stimme ihres Herrn – dem Schulleiter und Zirkusdirektor.

Das wurde auch treffend beschrieben als „Trump legt Europa über sein Knie“.

Natürlich hatte Präsident Putin dies bereits mehr als sechs Monate zuvor vorhergesagt:

„Ich versichere Ihnen, Trump wird mit seinem Charakter und seiner Beharrlichkeit die Ordnung recht schnell wiederherstellen. Und Sie werden sehen, bald werden sie alle vor dem Meister stehen und sanft mit dem Schwanz wedeln.“

Die Demütigung im Weißen Haus besiegelte das Schicksal und bestätigte erneut eine Obsession: Für die „Führung“ der EUrotrash ist auf allen Ebenen, wenn es um die Beziehungen zu Russland geht, Frieden Krieg.

Mit ihrer verdrehten Logik können sie unmöglich verstehen, dass Russland, wenn die Ukraine instrumentalisiert wird – eigentlich schon seit vor dem Maidan 2014 –, um Russland an seinen westlichen Grenzen zu schikanieren und zu destabilisieren, mit aller Macht zurückschlagen wird.

Das ist der Kern des russischen Konzepts der „tiefgreifenden Ursachen“ der Ukraine-Tragödie, die gründlich angegangen werden müssen, wenn es eine echte Chance auf einen „Frieden“ à la Trump oder à la Nicht-Trump geben soll.

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Der Traum von Großisrael | Ein Standpunkt von Jochen Mitschka

Von Jochen Mitschka – aktualisiert am 21. August 2025

„Falls Sie Hebräisch können: Schalten Sie Kanal 12 ein, den meistgesehenen Sender in Israel. Dort hören Sie Tag für Tag die Aufstachelung zum Völkermord.“

Sagte Yuli Novak, Direktorin der israelischen Menschenrechtsorganisation @btselem. Und deutsche Medien berichteten es, Medien, die fast zwei Jahre diesem Völkermord und der Aufstachelung dazu zusahen und sie im Prinzip sogar als „Verteidigung“ rechtfertigten. Nein, der Völkermord hatte nicht erst 2025 angefangen. Er hatte sich schon lange abgezeichnet, und drohte ganz offensichtlich, wie ich schon in meinem Buch darüber von 2021 schrieb. Also schauen wir, wie weit der Apartheidstaat Israel den Völkermord mit der Hilfe der westlichen Länder und den arabischen Diktaturen um das Land herum im Sommer 2025 brachte.

Zu spät, liebe Qualitätsmedien

Jetzt, nach 22 Monaten darf das hier in Zeitungen stehen, was vor ein paar Monaten zu Hausdurchsuchungen geführt hätte, wenn nicht sogar im August 2025 noch, wenn es jemand auf einer Demonstration sagte:

„Was muss Deutschland tun?

Ich verstehe die Komplexität der deutschen Israelpolitik sehr gut. Aber Deutschlands Verantwortung für seine vergangenen Verbrechen besteht nicht nur gegenüber dem jüdischen Volk, sondern gegenüber der gesamten Menschheit. Und die bittere Realität ist: Die Nachfahren derer, die den geradezu paradigmatischen Genozid durch Deutschland erlitten haben, begehen nun selbst einen.“ (1)

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Analyse | Die verbotene Vorgeschichte

Von Sabiene Jahn – 21. August 2025

Die Faktenlage vor dem 24. Februar 2022 scheint eindeutig: Waffenstillstandsberichte, gescheiterte Verträge, verhärtete Fronten. Doch unterhalb der Chronologie liegen Fragen, die bis heute ausgeklammert werden. Darf Moskau Artikel 51 der UN-Charta für sich reklamieren? Wer hat das Monopol, über die Existenz von Staaten zu entscheiden? Und was bedeutet es für die Weltordnung, wenn ein blockierter Sicherheitsrat Kriege weder verhindert noch beendet? Dieser Text wagt den Schritt über die reine Schuldfrage hinaus – und fragt, warum selbst das Völkerrecht das Töten nicht stoppt.

Die Chronologie „Die so andere Geschichte der Halbinsel Krim“, die Urs P. Gasche im Online-Blog „Infosperber“ am 18.08.2025 veröffentlicht hat, rückt eine für die westliche Lesart unbequeme Wahrheit in den Vordergrund: Nicht Russland hat sich die Krim 2014 mit Gewalt einverleibt, sondern die Ukraine hatte bereits seit 1991 mit allen Mitteln versucht, sich diese gegen den erklärten Willen der dortigen Bevölkerung anzueignen. Zahlreiche Referenden, Abstimmungen und Parlamentsbeschlüsse auf der Krim zeugen davon, dass die Mehrheit der Krimbevölkerung stets für einen Sonderstatus, eine enge Anbindung an Russland oder gar für den Austritt aus der Ukraine votierte. Doch Kiew ignorierte diese Willensbekundungen, drohte mit Gewalt, setzte Präsidenten ab, löste Parlamente auf und verhinderte mit juristischen Kniffen jedes Referendum, das eine Loslösung von der Ukraine erlaubt hätte. Die angewandten Mittel folgten stets demselben Muster: Juristische Annullierungen, polizeiliche und militärische Eingriffe, Androhung von Strafverfolgung wegen „Separatismus“ und die schrittweise Aushöhlung der Autonomierechte der Krim. 1995 gipfelte dies in einer regelrechten militärischen Operation: Bewaffnete Einheiten des ukrainischen Innenministeriums entwaffneten die Sicherheitskräfte des gewählten Krim-Präsidenten Juri Meschkow und deportierten ihn nach Moskau – ein von Kiew organisierter Putsch, der in westlichen Medien bis heute kaum thematisiert wird.

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Bericht: Mutmaßlicher Saboteur der Nord-Stream-Pipelines in Italien gefasst

Von RT DE – 21. August 2025

In Italien wurde ein Ukrainer festgenommen, der am Anschlag auf die Nord Stream Pipelines beteiligt gewesen sein soll. Der Ukrainer Serhij K. soll an Bord des Segelboots gewesen sein, das die Angreifer benutzten.

Ein mutmaßlich an der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines beteiligter Mann wurde in Italien festgenommen. Wie der Spiegel berichtet, nahmen italienische Polizisten am Mittwochabend in der Gegend von Rimini den ukrainischen Staatsangehörigen Serhij K. auf Basis eines europäischen Haftbefehls fest.

Deutschland wird ruiniert – Aber es herrscht Schweigen über die Ursachen

Nach Darstellung von Spiegel seien die Angriffe auf die Pipelines im September 2022 durch ein ukrainisches Kommando durchgeführt worden. Dazu sollen Taucher von einer eigens angemieteten Segeljacht aus in die Nähe der Pipelines gebracht worden sein, um am Meeresgrund anschließend Sprengsätze anzubringen.

Serhij K. soll sich an Bord des Bootes „Andromeda“ befunden haben. Ermittler der Bundesanwaltschaft gehen jedoch nicht davon aus, dass er zu den Tauchern gehörte. Vielmehr soll er eine koordinierende Funktion innegehabt haben.

Im vergangenen Jahr erwirkte der Generalbundesanwalt in Deutschland einen ersten Haftbefehl gegen einen der mutmaßlichen Taucher. Der Beschuldigte verließ jedoch seinen Wohnort in Polen, bevor er festgenommen werden konnte. Polnische Behörden sollen ukrainische Stellen zuvor gewarnt haben. Der Beschuldigte soll die Grenze zur Ukraine in einem Auto mit Diplomatenkennzeichen überquert haben.

Es gibt Spekulationen und verschiedene Theorien über die Hintergründe der Anschläge auf die Nord-Stream-Pipelines. Es gibt jedoch auch belastbare Indizien dafür, dass westliche Geheimdienste dahinterstecken könnten. Die genauen Umstände und Verantwortlichkeiten sind weiterhin Gegenstand von Ermittlungen und Spekulationen.

Die USA haben Nord Stream 2 kritisiert und Sanktionen gegen das Projekt verhängt, da sie eine verstärkte Abhängigkeit Europas von russischem Gas befürchten.

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Washington ändert seine Haltung zum Krieg zwischen Russland und Georgien im Jahr 2008

Von RT DE – 21. August 2025

Die USA haben sich zum ersten Mal geweigert, eine UN-Verurteilung Russlands zu den Kriegsereignissen mit Georgien im Jahr 2008 zu unterstützen. Nationale Kräfte Georgiens verurteilten umgehend das aktuelle Vorgehen Washingtons und erklärten die georgische Diplomatie für tot.

Nach einer geschlossenen Sitzung des UN-Sicherheitsrats zu Wochenbeginn in New York veröffentlichten Dänemark, Frankreich, Griechenland, Großbritannien und Slowenien eine Erklärung, in der sie Russland für die „brutale Invasion“ des südkaukasischen Landes vor 17 Jahren erneut verurteilten. Die USA unterzeichneten die Erklärung nicht. Washington hat sich damit erstmalig geweigert, Moskau vor der UNO zu diesem Thema zu verurteilen. „Sieg“

Am 7. August 2008 marschierte die georgische Armee auf Befehl des nachweislich prowestlichen Präsidenten Michail Saakaschwili in die abtrünnige Region Südossetien ein, beschoss deren Hauptstadt Zchinwali und griff eine Basis russischer Friedenstruppen an.

Russische Streitkräfte drängten die georgischen Truppen im Anschluss zurück. Am 16. August 2008 wurde unter Vermittlung Frankreichs ein Waffenstillstand vereinbart. Im selben Monat erkannte Russland die Unabhängigkeit Südossetiens und Abchasiens, einer weiteren ehemaligen Region Georgiens, an.

Obwohl Saakaschwili in der Folgezeit darauf bestand, dass Russland in dem militärischen Konflikt zuerst angegriffen habe, fand eine EU-Untersuchungskommission unter der Leitung der Schweizer Diplomatin Heidi Tagliavini keine Beweise für seine Behauptung. Das Gremium bestätigte, dass „die offenen Feindseligkeiten mit einer großangelegten georgischen Militäroperation“ gegen Zchinwali einhergegangen waren, gestartet „mit einem massiven georgischen Artillerieangriff“.

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Sechs Jahre nach dem Putsch: Worum es bei den Wahlen in Bolivien geht

Von Elena Kondratyeva/TASS (Übersetzung: Thomas Röper) – 21. August 2025

In Bolivien ist die erste Runde der Präsidentschaftswahlen gelaufen und der Kandidat seit über 20 Jahren fast ununterbrochen regierenden Partei ist im ersten Wahlgang gescheitert. Worum geht es bei der Wahl?

Bolivien war 2019 und 2020 in den Schlagzeilen, als die Opposition nach einer Wahl 2019 geputscht hat, was im Westen jedoch als „demokratische Revolution“ präsentiert wurde. Als die Putschisten 2020 die Neuwahlen krachend verloren haben, konnte man auch in westlichen Medien plötzlich vereinzelt erfahren, dass das ein Putsch gewesen ist.

Bolivien war deshalb für den Westen so interessant, weil das Land sehr reich an Lithium ist. Der damalige Präsident Morales wollte die Abbaurechte nicht an westliche Konzerne vergeben, sondern das Lithium in Bolivien zu Batterien verarbeiten, um die Wertschöpfung im Land zu halten. Das gefiel den westlichen Konzernen nicht, also wurde er bei der Wahl 2019 weggeputscht. Das hat Elon Musk, der für seine Teslas an dem Lithium interessiert war, seinerzeit übrigens ganz offen auf Twitter (damals noch nicht X) geschrieben, den Tweet dann aber schnell wieder gelöscht.

Nun finden in Bolivien wieder Präsidentschaftswahlen statt und die Argentinien-Korrespondentin der russischen Nachrichtenagentur TASS hat in einem Artikel erklärt, wer bei den Wahlen antritt, wie die Lage in Bolivien ist und warum das kleine Land auch für Russland wichtig ist. Ich habe den Artikel übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Lithium, BRICS und Chaos: Warum die bolivianischen Wahlen für Russland wichtig sind

Elena Kondratjewa, TASS-Korrespondentin in Argentinien, darüber, wer um die Präsidentschaft kämpft und wie sich das auf die innenpolitische Lage und die internationalen Beziehungen auswirkt. „Sieg“

Am 17. August fand in Bolivien die erste Wahlrunde statt, die das Ende einer Ära in der Geschichte des Landes markierte.

Die Partei „Bewegung zum Sozialismus“, die seit 2006 an der Macht ist, mit einer Unterbrechung in den Jahren 2019/2020, als die amtierende Präsidentin Jeanine Áñez aufgrund einer politischen Krise an die Macht kam, hat keine Chance mehr auf den Sieg. Zwei Oppositionskandidaten sind in die zweite Runde der Präsidentschaftswahl, die am 19. Oktober stattfinden wird, eingezogen: der Zentrist Rodrigo Paz, der rund 32,14 Prozent der Stimmen erhielt, und der rechtsgerichtete Politiker Jorge Quiroga, der sich die Unterstützung von 26,81 Prozent sicherte. Der ehemalige Innenminister Carlos Eduardo del Castillo, Vertreter der „Bewegung zum Sozialismus“, erhielt nur 3,16 Prozent der Stimmen.

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Zum 85. Jahrestag der Ermordung von Leo Trotzki

Von David North – 20. August 2025

„Mit Trotzkis Tod verlor die Arbeiterklasse einen Strategen von unvergleichlicher Genialität“

„Der 85. Jahrestag der Ermordung von Leo Trotzki: Historische Bedeutung und anhaltende Folgen“ – so lautete der Titel einer Veranstaltung, die am 16. August auf der türkischen Insel Büyükada (Prinkipo) stattfand, auf der Leo Trotzki in den Jahren 1929 bis 1933 im Exil lebte. Die Veranstaltung wurde von der World Socialist Web Site und dem Verlag Mehring Yayıncılık in Zusammenarbeit mit der Kommune Adalar (Prinzeninseln) ausgerichtet. David North, der Leiter der internationalen Redaktion der World Socialist Web Site, war online zugeschaltet und wurde von Ulaş Ateşçi interviewt. Ateşçi ist ein führendes Mitglied der Sozialistischen Gleichheitsgruppe in der Türkei, die in politischer Solidarität mit dem Internationalen Komitee der Vierten Internationale steht. Die Abschrift wurde aus Gründen der Lesbarkeit leicht redigiert.

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Die Mitschuld der westlichen Medien am Tod hunderter Journalisten in Gaza

Von Robert Inlakesh (übersetzt und eingeleitet von Thomas Röper – 20. August 2025

In keinem Krieg wurden in so kurzer Zeit so viele Journalisten getötet, wie im Gaza-Krieg. Die westlichen Medien verschließen davor die Augen und unterstützen Israel sogar bei seinen Kriegsverbrechen gegen Journalistenkollegen. „Sieg“

Dass die meisten westlichen Jrnalisten nicht als Journalisten bezeichnet werden dürften, ist mir schon lange aufgefallen. Der Grund ist, dass sie Journalistenkollegen verraten, wenn diese für ihre Arbeit bestraft werden. Das konnte die ganze Welt am Fall von Julian Assange sehen, zu dem die westlichen Medien weitgehend geschwiegen haben. Eine Medienkampagne, um Druck auf Großbritannien auszuüben, Assange freizulassen, dessen einziges „Verbrechen” die Aufdeckung von amerikanischen Kriegsverbrechen war, für die niemand ernsthaft bestraft wurde, gab es nicht.

Wenn die ukrainischen Geheimdienste russische Journalisten gezielt ermorden, dann feiern westliche Medien dies regelrecht und bezeichnen die russischen Journalistenkollegen nicht als Journalisten, sondern als „Propagandisten” oder „Nationalisten”, die man nach Meinung westlicher Medien anscheinend nicht nur ermorden darf, sondern auch muss. […]

Besonders schlimm ist die Rolle derer, die sich im Westen als „Journalisten” bezeichnen beim Gaza-Krieg, denn in dem Krieg ermordet die israelische Armee gezielt Journalisten. In keinem anderen Krieg sind je in so kurzer Zeit so viele Journalisten getötet worden, wie die israelische Armee in Gaza abgeschlachtet hat.

Darüber habe ich einen sehr informativen und nachdenklich machenden Artikel gefunden, den ich übersetzt habe. Die Links habe ich aus dem Original übernommen. […]

Entmenschlichen und zerstören: Wie westliche Medien halfen, Gazas Journalisten ins Visier zu nehmen

Wafa al-Udaini wurde aus demselben Grund ermordet wie Anas al-Sharif – als Teil einer westlich unterstützten Kampagne, Gazas Journalisten zu diffamieren, zum Schweigen zu bringen und zu eliminieren.

von Robert Inlakesh | The Cradle

Am 29. September 2024 griff ein israelischer Luftschlag das Haus der vertriebenen palästinensischen Journalistin Wafa al-Udaini in Deir al-Balah im Zentrum des Gazastreifens an. Sie, ihr Ehemann und ihre zwei kleinen Töchter wurden getötet. Ihre beiden Söhne überlebten, wurden jedoch verletzt und zu Waisen.

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Israel und deutsche Staatsräson: der Mythos von der Wiedergutmachung

Von Peter Schwarz – 20. August 2025

Rezension: Daniel Marwecki, „Absolution? Israel und die deutsche Staatsräson“

[Vorbemerkung der GG-Redaktion: In der sehr lesenswerten Rezension wird leider das nach wie vor herrschende Narrativ von der Entführung Adolf Eichmanns durch den Mossad kritiklos übernommen. Hierzu verweisen wir auf die Rezension des aktuellen Buches von Gaby Weber: Abgründe der Desinformation.]

Nahezu zwei Jahre Flächenbombardement, Massenmord und Hungerblockade des Gazastreifens haben Israel zu einem Pariastaat gemacht, der auf der ganzen Welt verachtet und gehasst wird. Trotzdem steht die deutsche Regierung unverbrüchlich hinter der israelischen Regierung, übertroffen wird sie dabei nur von der Trump-Administration.

Angesichts der wachsenden Empörung hat sich die offizielle Haltung Berlins zwar etwas verändert. Mitte Juni hatte Bundeskanzler Friedrich Merz dem zionistischen Staat noch bescheinigt, er mache „die Drecksarbeit für uns alle“, nun mahnt er mehr humanitäre Rücksichtnahme an und will keine Waffen mehr für den Einsatz in Gaza genehmigen. Doch praktisch ändert sich nichts. Deutschland unterstützt Israel weiterhin politisch und militärisch, widersetzt sich allen Sanktionsmaßnahmen und verfolgt Gegner des Genozids als angebliche „Antisemiten“.

Gerechtfertigt wird dies mit Deutschlands besonderer Verantwortung für den Holocaust. 2008 hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel Israels Sicherheit zur „deutschen Staaträson“ erklärt, dieselbe Formulierung findet sich auch im Koalitionsvertrag der gegenwärtigen Regierung. Vor drei Monaten feierte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einer Rede zum 60-jährigen Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen das „Wunder der Versöhnung nach dem Zivilisationsbruch der Shoah“. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu wurde zu diesem Zeitpunkt längst wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Die Rechtfertigung der Kriegsverbrechen der israelischen Armee unter Berufung auf die Wiedergutmachung für die Shoah ist widerlich und abstoßend. Die Verantwortung für den Völkermord an den Juden verpflichtet Deutschland nicht zur Unterstützung eines weiteren Genozids. Historisch beruht diese Rechtfertigung auf einem Mythos, der jeder faktischen Grundlage entbehrt.

Die enge Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Israel hatte nie etwas mit „Wiedergutmachung“, Sühne für die Shoah oder Vergleichbarem zu tun. Sie war ein Geschäft auf Gegenseitigkeit: Deutschland versorgte den bedrängten zionistischen Staat mit Waffen, Wirtschafts- und Finanzhilfen; die israelische Regierung schloss im Gegenzug die Augen vor dem Fortbestehen der Nazi-Eliten in Staat und Wirtschaft der Bundesrepublik und verhalf ihr zu internationalem Ansehen.

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