Russland ist im Donbass auf dem Vormarsch

Von Thomas Röper – 25. Mai 2022 01:47 Uhr

Nachdem sich die Frontlinie im Donbass lange Zeit kaum verändert hat, ist sie nun in Bewegung gekommen. Russland rückt vor und kesselt die ukrainische Armee an mehreren Stellen ein. – Im Westen wird behauptet, Russland habe einen Blitzkrieg gegen die Ukraine führen wollen, der gescheitert sei. Oft konnte man in westlichen Medien sogar lesen, dass Russland geschlagen sei. Das scheint sich nun als unwahr herauszustellen, vielmehr scheint die russische Strategie eine andere zu sein und sie scheint Erfolg zu haben. … Wenn meine Analyse richtig ist, dann hatte Russland nie vor, einen schnellen Sieg zu erringen. Russland möchte die Ukraine als neutralen, nicht als anti-russischen Staat, sehen, wofür ein schneller Vormarsch mit zwangsläufig vielen zivilen Opfern kontraproduktiv wäre. Russland hat daher darauf gesetzt, von Anfang an militärische Ziele zu zerstören, um die ukrainische Armee mittelfristig vom Nachschub abzuschneiden und „auszuhungern“. Das zeigt inzwischen Wirkung. Die ukrainische Armee, die mit fast ihrer gesamten Stärke im Donbass versammelt ist, leidet unter massiven Nachschubproblemen. Es gibt kaum noch Berzin für Fahrzeuge und Panzer und auch die Versorgung mit Munition scheint bereits ein Problem zu sein. Die vom Westen gelieferten Waffen kommen an der Front nicht an, weil inzwischen auch Eisenbahnknotenpunkte zerstört sind, weshalb der Großteil der vom Westen gelieferten Waffen nutzlos in der Westukraine herumliegt und die dortigen Waffenlager von russischen Raketen zerstört werden können. Ein Problem, mit dem die russische Führung anscheinend nicht in dieser Form gerechnet hat, ist, dass sich die ukrainischen Streitkräfte sich konsequent in Wohngebieten verschanzen und Zivilisten als menschliche Schutzschilde missbrauchen, was man in Mariupol so deutlich gesehen hat, dass es sogar im Spiegel zwischen den Zeilen zu lesen war. Das macht den Vormarsch für die russische Armee schwierig, was auch der russische Verteidigungsminister gerade erst offen gesagt hat. Und auch der Chef des russischen Geheimdienstes erklärte nun, dass es Russland nicht um Zeitpläne gehe, sondern um die Erreichung der militärischen Ziele unter größtmöglicher Schonung der Zivilbevölkerung. Das könnte man natürlich für russische Propaganda und das Schönreden von Misserfolgen halten, aber die Fakten sprechen eine andere Sprache. Die russische Armee hat in den letzten Wochen exakt nach diesem Muster gehandelt, denn sie hat auf einen schnellen Vormarsch verzichtet und stattdessen die ukrainische Armee im Donbass weitgehend vom Nachschub abgeschnitten.

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Kein Ausweg außer Krieg

Von Chris Hedges – 24. Mai 2022

Der permanente Krieg hat die USA kannibalisiert. Er hat einen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Morast geschaffen. Jedes neue militärische Debakel ist ein weiterer Nagel am Sarg der Pax Americana. – Die Vereinigten Staaten sind, wie das fast einstimmige Votum für die Bereitstellung von fast 40 Milliarden Dollar an Hilfsgeldern für die Ukraine zeigt, in der Todesspirale eines unkontrollierten Militarismus gefangen. In den USA gibt es keine Hochgeschwindigkeitszüge, keine allgemeine Krankenversicherung, kein tragfähiges Covid-Hilfsprogramm, keine Atempause bei einer Inflationsrate von 8,3 Prozent und keine Infrastrukturprogramme für die Wiederherstellung maroder Straßen und Brücken. Allein für die Reparatur 43.586 schadhafter Brücken, die im Durchschnitt 68 Jahre alt sind, würden 41,8 Milliarden Dollar benötigt. Es ist kein Geld da, mit dem die Studenten von ihren insgesamt 1,7 Billionen Dollar Schulden befreit werden könnten. Es gibt keine Bemühungen, die immer größer werdenden Unterschiede bei den Einkommen zu beseitigen, kein Programm, die 17 Millionen Kinder besser zu ernähren, die jeden Abend hungrig ins Bett gehen müssen, keine Beschränkung der Verkäufe von Schusswaffen, mit der die ständig wachsende Anzahl der Gewaltverbrechen und Amokläufe verringert werden könnte.

Wie deutsche Medien Berichte aus Mariupol manipulieren

Von Thomas Röper – 24. Mai 2022

Am Beispiel der Pressetour in das Konfliktgebiet im Donbass kann ich hier aufzeigen, wie dreist deutsche Medien ihre Leser desinformieren. – Ich habe immer wieder gesagt, dass Vertreter westlicher Medien herzlich eingeladen sind, an den Pressetouren in den Donbass teilzunehmen, die das russische Verteidigungsministerium veranstaltet. Bei der letzten Tour, an der ich letzte Woche teilgenommen habe, waren auch Journalisten dabei, die für westliche Nachrichtenagenturen schreiben. Das gibt uns die Möglichkeit, zu vergleichen, was diese Augenzeugen unserer Tour geschrieben haben, und wie deutsche Medien das manipuliert und umgeschrieben haben, um ihren Lesern das gewollte anti-russische Bild zu präsentieren. … Es wird hier um unseren Besuch in Mariupol gehen, wo wir am 18. Mai gewesen sind, meinen Bericht darüber finden Sie hier. Ein Teilnehmer der Reise war Andrej Borodulin, der für die französische Nachrichtenagentur AFP schreibt. Er hat ebenfalls über unsere Fahrt nach Mariupol berichtet. Sein Artikel wurde zur Grundlage einiger Artikel, die in deutschen Medien erschienen sind.

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Biden-Regierung eskaliert Krieg gegen Russland und droht China

Von Andre Damon – 24. Mai 2022

Am Samstag unterzeichnete US-Präsident Joe Biden einen Gesetzentwurf, mit dem Ausgaben in Höhe von 40 Milliarden Dollar genehmigt werden. Sie sind vor allem für Waffen und andere Hilfsleistungen an die Ukraine vorgesehen. Vor einem Monat belief sich die US-Militärhilfe für die Ukraine unter der Regierung Biden noch auf insgesamt 4 Milliarden Dollar. Mit einem Federstrich hat Biden das Engagement der USA um das Zehnfache erhöht. Kaum war die Tinte unter dem letzten Liefervertrag getrocknet, setzte Washington die Eskalation des Konflikts fort. Am Montag kündigte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin an, dass die USA der Ukraine über Dänemark als Vermittler Harpoon-Schiffsabwehrraketen liefern würden. Die Harpoon ist eine Standardwaffe der US-Marine, mit der große Kriegsschiffe versenkt werden können.

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Bidens Asienreise dient der Vorbereitung auf Krieg gegen China

Von Peter Symonds – 24. Mai 2022

Während die amerikanische Regierung den Stellvertreterkrieg mit Russland in der Ukraine ausweitet, reist Joseph Biden erstmals als US-Präsident nach Asien. Vor Ort führt er Gespräche mit wichtigen Verbündeten und strategischen Partnern, um die Konfrontation mit China zu verschärfen, das Land wirtschaftlich zu schwächen und einen Krieg vorzubereiten. Bidens Reise führt ihn nach Südkorea und Japan, den zwei wichtigsten militärischen Verbündeten des US-Imperialismus in Ostasien. In Tokio gipfelt sie heute in einem Treffen mit den Führern der so genannten Quad-Gruppe, einem Militärbündnis der USA mit Japan, Indien und Australien, das sich gegen China richtet.

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Kriegswidersprüche in Washington

Von German-Foreign-Policy.com – 23. Mai 2022

Führende US-Zeitung spricht sich gegen weitere westliche Eskalation im Ukraine-Krieg aus, fordert Verhandlungslösung – und widerspricht damit auch Politikern in Berlin und Brüssel. – In einer bemerkenswerten Stellungnahme dringt eine der einflussreichsten US-Zeitungen auf Kurskorrekturen des Westens im Ukraine-Krieg – mit potenziell weitreichenden Auswirkungen auf Berlin und Brüssel. Die Vereinigten Staaten dürften nicht in einen lange andauernden, „umfassenden Krieg mit Russland“ gezogen werden, fordert das Editorial Board der New York Times. Das Risiko einer unkontrollierbaren Eskalation sei hoch; auch werde sich die Kriegsbegeisterung in der US-Bevölkerung angesichts anhaltend hoher Inflation und dramatisch gestiegener Energie-, speziell Benzinpreise nicht lange halten lassen. Darüber hinaus zieht der Ukraine-Krieg wichtige Kräfte vom Machtkampf gegen China ab. Die New York Times wendet sich gegen Aussagen wie die Ankündigung der Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, die USA würden die Ukraine „bis zum Sieg“ unterstützen. Derlei Äußerungen haben auch Politiker in Berlin und Brüssel getätigt – so etwa EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die erklärte, sie wünsche, „dass die Ukraine diesen Krieg gewinnt“, oder Außenministerin Annalena Baerbock, die erklärte, man wolle „Russland ruinieren“.

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Ukraine-Krieg: Umdenken bei der New York Times?

Von Jens Berger – 23. Mai 2022

Die Idee, die Ukraine könne den Krieg mit westlicher Unterstützung gewinnen und am Ende in den Grenzen von vor 2014 dastehen, sei eine gefährliche Illusion, von der man sich schnellstmöglich verabschieden sollte – was in deutschen Talkshows bestenfalls eine Außenseiterposition ist, machte am Wochenende als Editorial der New York Times von sich reden. Dabei hatte die New York Times noch im März das genaue Gegenteil verkündet. Ob dieses Umdenken ernst gemeint ist und auch Folgen auf die Politik der USA haben wird, ist natürlich ungewiss. Im November sind in den USA Wahlen und man hat anscheinend Angst davor, dass die Republikaner von den Folgen des Krieges profitieren.

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Wofür gibt der Westen der Ukraine über 80 Milliarden Dollar?

Die USA, die EU und die G7 haben in den letzten Tagen beschlossen, der Ukraine insgesamt über 80 Milliarden Dollar zu geben. Wohin geht all das Geld wirklich? – Der Staatshaushalt der Ukraine betrug im letzten Jahr etwas weniger als 40 Milliarden Dollar. Nun haben die USA, die EU und die G7 beschlossen, der Ukraine mit insgesamt mehr als 80 Milliarden Dollar zu helfen, so erzählen es uns die Medien. Das stimmt so nicht, wie ein Blick auf die wenigen bisher bekannten Details der Mittelverwendung zeigt.

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Das zynische Spiel des Westens mit dem weltweiten Hunger hat Tradition

Von Thomas Röper – 23. Mai 2022

Westliche Medien und Politiker werfen Russland vor, eine weltweite Hungersnot zu provozieren und Hunger als Waffe zu benutzen. In Wahrheit ist es umgekehrt: Der Westen schafft gerade eine weltweite Hungersnot. – In westlichen Medien hören wir in letzter Zeit immer öfter Alarmmeldungen, dass eine weltweite Hungersnot bevorsteht, die auch in Europa die Lebensmittelpreise erhöhen wird. Schuld daran ist natürlich Russland, das – so westliche Politiker und Medien – die Weizenexporte der Ukraine behindert. Die Wahrheit sieht ein wenig anders aus … das russische Fernsehen hat diesem Thema am Sonntag in seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick einen Kommentar gewidmet … Wobei: Eigentlich waren es zwei Kommentare, hier übersetze ich den ersten Kommentar, im Anschluss an die Übersetzung finden Sie den Link zum zweiten Kommentar des russischen Fernsehens zu dem Thema, in dem aufgezeigt wird, dass diese zynische Politik des Westens eine lange Tradition hat.

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Großbritannien will Moldawien Waffen liefern

Von Thomas Röper – 22. Mai 2022

Der Westen heizt die Spannungen rund um die Lage in Moldawien und Transnistrien weiter an. Nun drängt Großbritannien auf Waffenlieferungen an Moldawien. – Die Lage in der von Moldawien abtrünnigen Region Transnistrien spitzt sich zu. Nun hat Großbritannien Waffenlieferungen an Moldawien gefordert. Bevor wir zu der aktuellen Meldung kommen, will ich noch einmal an die Geschichte des Konfliktes erinnern. … Moldawien ist ein kleines Land mit einer kurzen, aber schwierigen Geschichte. Das Land liegt zwischen der Ukraine und Rumänien und ist eine ehemalige Sowjetrepublik, in der es nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion einen Bürgerkrieg gegeben hat. Seitdem ist das Land geteilt und besteht aus dem völkerrechtlich anerkannten Moldawien und der abtrünnigen Republik Transnistrien. Der Bürgerkrieg konnte seinerzeit durch ein Abkommen zwischen Moldawien und Russland beendet werden, und seit nun fast 20 Jahren sichern russische Friedenstruppen die ehemalige Frontlinie.

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