Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat …

Von Lutz Hausstein – 17. September 2025

… gewesen. So kurz und prägnant lassen sich die Vorhaben der aktuellen schwarz-roten Bundesregierung zusammenfassen. Dieses erschütternde Resümee mag zwar jene „Christdemokraten“ und „Sozialdemokraten“, die diese Entwicklung maßgeblich vorantreiben, nur wenig beeindrucken. Das Dumme ist nur: Der Satz in der Überschrift stammt aus Artikel 20 des Grundgesetzes, der mit der sogenannten „Ewigkeitsklausel“ vor Änderungen geschützt ist. Doch er wird von den Politikern, die in Regierungsverantwortung stehen, seit Jahrzehnten beharrlich ignoriert.

Seit über 20 Jahren steht der deutsche Sozialstaat schwer unter Beschuss. Und zwar unter Beschuss vonseiten der Politik, die eigentlich die Aufgabe hat, ihn zu garantieren. Den Anfang machte vor über 20 Jahren die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder, der mit seiner Agenda 2010 den Sozialstaat zwar nicht kurz und klein schlug, ihn aber massiv verstümmelte. Begleitet wurde dies durch regelrecht aktivistische Kampagnen in TV, Print und Radio, in denen diese Medien den Arbeitslosen massiv negative Attribute anhängten: dumm, faul, verwahrlost – und trotzdem in Saus und Braus lebend. Spätrömische Dekadenz, wie der damalige FDP-Vorsitzende und Außenminister Guido Westerwelle meinte, verlautbaren zu müssen.

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„Diese Friedensbewegung verdient den Namen nicht“ – welche dann? Die „NATO-Friedensbewegung“ mit Bomben und Raketen?

Von Marcus Klöckner – 17. September 2025

Diese ‚Friedensbewegung‘ verdient den Namen nicht“ – so steht es in einem aktuellen Beitrag der Frankfurter Rundschau. Erschienen ist der Kommentar unter der Überschrift „Vor Putins Karren“, darunter ein Bild von Sahra Wagenknecht. Der Beitrag ist ein Sinnbild für den Mainstreamjournalismus in Deutschland. „Frieden, ja aber …!“, lautet sein Motto. Wer die Definition von Friedensbewegung diesem Journalismus überlässt, marschiert stramm auf einen großen Krieg zu. Wenn „diese Friedensbewegung“ ihren Namen nicht verdient, welche dann? Die „NATO-Friedensbewegung“, mit Bomben und Raketen? Ein Kommentar von Marcus Klöckner.

Am Wochenende haben sie sich in Berlin versammelt: Friedensbewegte aus der gesamten Republik. https://www.nachdenkseiten.de/?p=139035 Frieden – dafür sind Bürger und eine Reihe prominenter Persönlichkeiten auf die Straße gegangen. Frieden in der Ukraine, Frieden in Gaza. Was gibt es im Hinblick auf dieses Anliegen groß zu diskutieren? Pace, Paz, Paqe, Mir, Pokój, Schalom, kurzum: Frieden. Frieden heißt zunächst einmal: nicht kämpfen, nicht schießen, nicht bombardieren, nicht töten, nicht abschlachten. Waffen niederlegen. Aufhören mit dem Morden. Das versteht schon ein Kind in der Grundschule. Dass dieses erste aller Friedensziele besser heute als morgen erreicht wird, liegt im Kern jeder echten Friedensinitiative verwurzelt.

Wer für Frieden auf die Straße geht, für den sind in aller Regel die politischen, ideologischen und anderen Motivationen, die ja oft der Nährboden für Kriege sind, zunächst einmal Nebensache. Oberstes Ziel: kein Blutvergießen mehr – so schnell es überhaupt nur geht. Alles andere danach. Wenn es überhaupt einen Konsens unter dem Dach der Menschlichkeit geben kann, dann doch wohl diesen: Kein Blutvergießen mehr. Stopp! Darauf müsste sich doch gerade in Anbetracht der schier unfassbar hohen Opferzahlen in der Ukraine und im Gazastreifen zu einigen sein. Ja, müsste. Der Konjunktiv verweist auf das Problem. Da gibt es nämlich Medien wie die Frankfurter Rundschau (FR). Dort bringen sie es fertig, der Friedensbewegung vom Wochenende den Namen abzusprechen.

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Haushalt der Kriegskredite

Von Sevim Dagdelen – 17. September 2025

Union und SPD loben ihren Haushaltsentwurf für 2025 als „Haushalt der Superlative“. Und in der Tat – die Zahlen sprechen für sich: Mit 500 Milliarden Euro und einer Nettoneuverschuldung von 80 Milliarden Euro, inklusive der Sondervermögen in Höhe von 140 Milliarden Euro als Kreditaufnahme, sprengt dieser Bundeshaushalt alle seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges vorgelegten Etats.

Insbesondere die Militärausgaben schlagen zu Buche. Der Verteidigungshaushalt wird zum zweitgrößten Etatposten. Die Lobbyisten der Rüstungsindustrie jubeln über eine Erhöhung der Rüstungsausgaben in diesem Jahr auf 108 Milliarden Euro – bis 2029 sollen es jährlich 150 Milliarden Euro sein. Die Bundesregierung hat dabei fest das NATO-Rüstungsziel von 5 % des Bruttoinlandsprodukts und 225 Milliarden Euro für Militärausgaben im Blick.

Bemerkenswert ist, dass mehr als die Hälfte aller neuen Schulden, die die Bundesregierung aufnimmt, in die explosionsartige Erhöhung der Militärausgaben fließt. Man muss bei diesen neuen Rüstungsausgaben also zu Recht von Kriegskrediten sprechen. Es ist eine Rüstungswirtschaft auf Pump, die hier auf die Schiene gesetzt wird.

Ein Staat, der nach innen zerfällt

Zugleich zerbröselt das Land. In der deutschen Hauptstadt ist das – wie in vielen anderen Regionen – inzwischen mit Händen zu greifen. Die marode Infrastruktur und der selbst verschuldete Personalmangel führen dabei zu immer groteskeren Situationen.

Kürzlich musste sogar der Tiergartentunnel, eine von Berlins Hauptverkehrsadern, wegen fehlendem Überwachungspersonal geschlossen werden. Und wer mit der Berliner S-Bahn unterwegs ist, für den wird jede Fahrt inzwischen zum Roulettespiel. Beim Thema Bildung prägen marode Schulen, Lehrkräftemangel und Unterrichtsausfall den Alltag.

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Redfords Amerika

Von Henryk Gondorff – 17. September 2025

Robert Redford war jahrelang der Prototyp eines alternativen Amerika vor Watergate und Vertrauenskrise. In seinen späten Jahren wurde seine Kritik bequemer. Nun ist er gestorben.

Redfords Werk ist sehr amerikanisch. Amerikanischer als das anderer Schauspieler aus Hollywood. Der blonde Kalifornier wirkte als zerrissene Persönlichkeit, seine Filme schwankten zwischen Wildnis und Zivilisation und zwischen einer Sehnsucht nach politischer Authentizität und Ernüchterung. Redford stand erstmals 1960 vor der Kamera. Knapp 60 Jahre lang machte er Filme. In dieser Zeit durchlief der Schauspieler die Identitätskrise seiner Nation und bildete diese auch in seinen Arbeiten ab. Watergate steht dabei im Zentrum der politischen Krise, gegen die Robert Redford künstlerisch dagegenhielt.

Die Wildnis als wahres Amerika

Ende der 1960er-Jahre wurde der Schauspieler populärer. Redford spielte bevorzugt Außenseiter, meist liebevolle Figuren, die in der amerikanischen Wirklichkeit anecken und mit der Gesellschaftshölle nicht zurechtkommen. Als Sundance Kid in George Roy Hills Zwei Banditen gelang er zu erstem Weltruhm an der Seite von Paul Newman. Die beiden spielten ein Ganovenpaar, das vor den Ordnungshütern des Wilden Westens bis nach Bolivien flieht. Die Musik von Burt Bacharach untermalt diesen humoristischen Spätwestern zeitlos. Redford wie Newman spielen Männer, die außerhalb gesellschaftlicher Zwänge leben und dennoch ein Gewissen haben, ein faires Leben anstreben. Außerhalb des strukturierten Amerika gedeiht das Anständige. Dieser Vorstellung wird man in Redfords Filmen immer wieder begegnen.

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Cui bono? Der Drohnenvorfall über Polen wurde zum Vorwand für massive Truppenverlegungen der NATO

Von Thomas Röper – 17. September 2025

Der Drohnenvorfall über Polen ist noch nicht geklärt, aber die NATO beschuldigt Russland und nimmt den Vorfall zum Vorwand, um eine zeitlich unbeschränkte, massive Verlegung von Truppen und Material an die „Ostflanke“ zu beschließen, Grenzen zu schließen und Flugverbotszonen auszurufen. […]

Der polnische Generalstab hat bestätigt, dass der weißrussische Generalstab ihn in der fraglichen Nacht kontaktiert und vor vom Kurs abgebrachten Drohnen gewarnt hat, die aus der Ukraine in Richtung Weißrussland und Polen geflogen sind. Die Generalstäbe waren von 23.00 Uhr bis 4.00 morgens deswegen in Kontakt.

Das spricht definitiv gegen das von westlichen Politikern und Medien verbreitete Narrativ einer geplanten Luftraumverletzung durch Russland.

Hinzu kommt, dass Polen inzwischen gemeldet hat, dass keine der in Polen gefundenen Drohnen Sprengstoff geladen hatte. Den veröffentlichten Fotos nach waren es Drohnen vom Typ Gerbera, die Russland oft als Störkörper einsetzt, um die ukrainische Luftabwehr zu überlasten und so den Weg für die mit Sprengstoff bestückten Drohne freizumachen.

Und damit kommt das nächste Problem ins Spiel, denn die Gerbera-Drohnen haben eine Reichweite von maximal 700 Kilometern, was bedeutet, dass aus Russland abgefeuerte Gerberas Polen gar nicht erreichen können, weil die Entfernung die Reichweite der Drohnen übersteigt.

Das bedeutet, dass die Drohnen entweder aus Weißrussland gestartet wurden, was aber niemand im Westen behauptet, oder aus der Ukraine. Die Gerbera sind recht einfache Modelle, die die Ukraine notfalls nachbauen könnte.

Cui bono?

Da an dem Vorfall so viel unklar ist, versuchen wir uns dem Thema zu nähern, wie es Kriminalisten tun, und stellen uns die Frage, wer ein Motiv dafür hatte, so einen Vorfall zu provozieren. Cui bono, oder wem nützt es?

Selensky hätte definitiv ein Motiv für eine solche Provokation, denn sogar der extrem anti-russische ehemalige polnische Präsident Duda sagte gerade erst in einem Interview, dass es das Interesse Kiews ist, die NATO in den Krieg mit Russland hineinzuziehen, und dass Selensky Ende 2022, als eine Rakete in Polen abgestürzt ist und zwei Menschen getötet hat, Druck auf Duda gemacht habe, die Rakete als russische Rakete zu bezeichnen, obwohl es eine ukrainische Abfangrakete vom Typ S-300 war.

Aber auch ein starkes Motiv ist bekanntlich noch kein Beweis für die Täterschaft.

Auch die Falken in Brüssel – sowohl bei der NATO als auch in der EU – haben ein Motiv. Oder sogar zwei, denn erstens hat man in Brüssel gehofft, dass der Vorfall Trump endlich umstimmen und zu einem harten Kurs gegen Russland bringen würde. Die Enttäuschung in Brüssel darüber, dass Trump den Vorfall sehr gelassen beurteilt, ist allenthalben sichtbar.

Das zweite Brüsseler Motiv ist es, einen Vorwand für eine weitere Truppenverlegung nach Osten zu bekommen. Da die Menschen in Europa die Kriegsbegeisterung der Brüsseler Clique nicht teilen und auf eine massive, aber grundlose Verstärkung der NATO-Truppen an Russlands Grenze ablehnend reagieren könnten, brauchte Brüssel einen Vorfall, der sich medial ausschlachten lässt. Eine massive Verletzung des NATO-Luftraums durch Russland kam ihnen da gerade recht.

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Die USA hatten bei den Unruhen in Nepal offenbar ihre Hände im Spiel

Von Thomas Röper – 17. September 2025

Was schon vermutet wurde, scheint sich zu bestätigen. Bei den Unruhen in Nepal, die zum Sturz der Regierung geführt haben, hatten die USA offenbar ihre Hände im Spiel. Es gibt Hinweise darauf, dass mindestens eine US-Behörde die Organisatoren der Unruhen indirekt finanziert hat.

Nach dem Sturz der Regierung in Nepal habe ich sofort die Handschrift der Umsturz-Experten aus den USA gesehen und deren Beteiligung vermutet, auch wenn mir zu dem Zeitpunkt noch keine direkten Hinweise in Form von Finanzströmen oder Verbindungen zwischen den Organisatoren der Proteste und US-Organisationen bekannt waren.

Abgesehen von den Unruhen selbst, die streng nach dem Handbuch für von den USA orchestrierte Farbrevolutionen abgelaufen sind, spielt der Regierungssturz den US-Interessen einfach zu gut in die Hände und das Timing war einfach zu perfekt, als das Zufall gewesen sein könnte.

Die USA wollen Indien, das gute Beziehungen zu Russland und einen Konflikt mit China hat, schon lange auf ihre Seite ziehen und US-Präsident Trump hat versucht, das mit Gewalt zu erreichen, indem er Strafzölle gegen Indien verhängt hat, um es dazu zu bringen, kein russisches Öl mehr zu kaufen. Aber Indien hat anders reagiert, als es die USA wollten und demonstrativ die Ölimporte aus Russland erhöht. Der indische Premierminister Modi hat keine Anrufe von US-Präsident Trump mehr angenommen und es wurde gemeldet, dass er Ende September auch nicht zur UN-Generalversammlung fahren will, um zu verhindern, dort zufällig auf US-Präsident Trump zu treffen.

Die schlechteste Nachricht für die USA aber war, dass Indien und China sich nach Trumps Strafzöllen aneinander demonstrativ angenähert haben. Die Bilder vom Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, auf denen der indische Premierminister zusammen mit den Präsidenten Russlands und Chinas fröhlich scherzt und lacht, haben nicht nur in Washington, sondern auch in Brüssel für regelrechtes Entsetzen gesorgt.

Und nur Tage nach diesem Gipfeltreffen brachen in Nepal Unruhen aus, die die tendenziell pro-chinesische Regierung hinweggefegt haben und wohl eine pro-westliche Regierung an die Macht bringen werden. Nepal liegt zwischen China und Indien und damit ist, wie auf Bestellung, zwischen Indien und China ein neuer Unruheherd entstanden.

Eine Leserin hat mich per Mail darauf aufmerksam gemacht, dass es bei dem Umsturz in Nepal sehr wohl deutliche Spuren gibt, die in die USA führen. Das will ich nun aufzeigen.

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Der Widerstand gegen die brutalen Zwangsrekrutierungen wird für Kiew zur zweiten Front

Von Aleksej Albu/TASS (Übersetzung: Thomas Röper) – 17. September 2025

Der Widerstand gegen die brutalen Zwangsrekrutierungen in der Ukraine erzeugt immer mehr und immer gewalttätigeren Widerstand und bringt Kiew in eine Zwickmühle zwischen der Notwendigkeit, mehr Soldaten an die Front zu schicken und die Stimmung im Land nicht kippen zu lassen.

Die brutalen Zwangsrekrutierungen in der Ukraine, die schon seit weit mehr als einem Jahr zu tausenden in Videos in sozialen Netzwerken dokumentiert sind, sorgen für immer mehr Widerstand in der ukrainischen Gesellschaft. Rekrutierer werden auf offener Straße verprügelt, Menschenmengen befreien Zwangsrekrutierte, Rekrutierungszentren werden angezündet und Ukrainer geben der russischen Armee sogar deren Adressen weiter, damit Russland die Zentren bombardiert.

All das bringt Kiew in eine Zwickmühle, denn um die Verluste an der Front auszugleichen, müsste es die Rekrutierungen eigentlich verschärfen, aber das könnte die Stimmung im Land endgültig gegen den Krieg und die Regierung kippen lassen. Um die Details dieses Dilemmas geht es in einem Artikel, der in der TASS erschienen ist und den ich übersetzt habe. […]

Eine zweite Front: Kann der Widerstand der Ukrainer die Mobilmachung vereiteln?

Aleksej Albu über Anzeichen für einen Zusammenbruch der Front der ukrainischen Streitkräfte und die von Kiew ergriffenen Notfallmaßnahmen

Die Nachrichten aus der Ukraine schockieren weiterhin alle, die die Lage in diesem Land verfolgen. Die Schikanierung der Eingezogenen in den Ausbildungszentren, die, gelinde gesagt, herablassende Haltung der Kommandeure der ukrainischen Streitkräfte gegenüber den Soldaten und die hohe Sterblichkeitsrate sind zu einer schrecklichen Normalität geworden, bleiben aber nicht unbemerkt. Das führt zunehmend zu Widerstand seitens der ukrainischen Gesellschaft selbst.

Widerstand und Ausreise

Die Menschen setzen sowohl Schusswaffen ein, die in der Zivilbevölkerung heute weit verbreitet sind, als auch improvisierte Mittel wie Äxte und Schaufeln. Die Territoriale Rekrutierungszentren werden in Brand gesteckt, ihre Mitarbeiter bei der Arbeit und sogar in ihren eigenen Autos in die Luft gesprengt. Ich beschönige diese Taten nicht, aber im Grunde genommen kämpfen die Menschen so gut sie können, um ihr Leben oder rächen ihre Angehörigen.

Auch die Welle derer, die das eigene Land verlassen wollen, reißt nicht ab. So stieg die Zahl der Asylanträge von Ukrainern in der EU im ersten Halbjahr 2025. Die Zahl der Anträge erreichte mit 15.172 einen neuen Höchststand seit 2023, berichtete die Asylagentur der Europäischen Union (EUAA).

Gleichzeitig wurden laut Angaben der Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine von 2022 bis Juli 2025 über 200.000 Verfahren wegen unerlaubten Verlassens der Einheit (§ 407) und über 50.000 wegen Desertion (§ 408) eingeleitet.

Und das sind nur die offiziellen Zahlen.

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Trump erklärt Memphis zum nächsten Ziel für Militär und Bundespolizei

Von Jacob Crosse – 17. September 2025

Am Montag unterzeichnete Präsident Donald Trump eine Proklamation, in der Memphis (US-Bundestaat Tennessee), als nächste Stadt benannt wird, die von Bundespolizei und Einheiten der Nationalgarde besetzt werden soll. Memphis ist eine der größten Städte mit schwarzer Bevölkerungsmehrheit in den Vereinigten Staaten. Trump unterzeichnete die Proklamation zur Gründung der „Memphis Safe Task Force“ im Oval Office, umgeben von hochrangigen Kabinettsmitgliedern, darunter Generalstaatsanwältin Pam Bondi und Heimatschutzberater Stephen Miller, sowie Republikanern aus Tennessee, darunter Gouverneur Bill Lee, Senator Bill Hagerty und Senatorin Marsha Blackburn.

Wie in Los Angeles und Washington D.C. hat der Einmarsch von Truppen und Polizei in die zweitgrößte Stadt Tennessees nichts mit „Kriminalitätsbekämpfung“ oder dem Schutz der öffentlichen Sicherheit zu tun. Ziel ist vielmehr, den Einsatz bewaffneter Soldaten im öffentlichen Raum zu normalisieren, Proteste und Streiks zu unterdrücken und die Arbeiterklasse einzuschüchtern. Dies gilt besonders für Zugewanderte, die im Rahmen der laufenden „Massenabschiebungsaktion“ ins Visier genommen werden.

Nach dem Mord an dem Faschisten Charlie Kirk sollen mit dem Einsatz von Bundespolizei und Truppen auch linke Demonstranten eingeschüchtert werden. Gleichzeitig bieten Militär und Polizei den Neonazis und anderen faschistischen Elementen Schutz, um gewaltsame Angriffe auf vermeintliche „Antifa“ und „linksextreme“ Aktivisten zu starten.

Der „innere Feind“ sind nach Trumps Logik Arbeiter und Jugendliche, die sich gegen eine Regierung von der Oligarchie, durch die Oligarchie und für die Oligarchie stellen. Dieser Opposition aus der Arbeiterklasse erklärt Trump den Krieg und fordert in diesem Sinne „hypervigilante Polizeiarbeit, aggressive Strafverfolgung, komplexe Ermittlungen, finanzielle Durchsetzung und eine groß angelegte Sättigung belagerter Stadtviertel mit Polizeikräften“.

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Ukrainische Medien berichten über neue Skandale aus dem Umfeld des ehemaligen ukrainischen Präsidenten Poroschenko.

von TASS (Übersetzung: Thomas Röper) – 16. September 2025

In der Ukraine werden neue Skandale aus dem Umfeld des ehemaligen ukrainischen Präsidenten Poroschenko gemeldet. Die russische Nachrichtenagentur TASS hat die Skandale in einem Artikel zusammengestellt, den ich übersetzt habe. […]

Ein Verkehrsunfall, ein Koffer mit Geld und ein Selbstmord: Was in Poroschenkos Sicherheitsdienst vor sich geht

In der Ukraine gab es erneut einen Skandal um einen Leibwächter des ehemaligen Präsidenten Petro Poroschenko: Er verursachte einen Verkehrsunfall, den die Vertrauten des Politikers zu vertuschen versuchten. Das ist bei weitem nicht der erste Fall, in dem die Leibwächter des ehemaligen ukrainischen Präsidenten im Fokus der Medien stehen. Weitere Vorfälle finden Sie in diesem Artikel der TASS

Ein Verkehrsunfall und der Versuch, den Unfall zu vertuschen

Ein Leibwächter des ehemaligen Präsidenten der Ukraine, Petro Poroschenko, hat einen Verkehrsunfall verursacht: Er fuhr bei Rot über eine Ampel, prallte gegen ein anderes Auto und versuchte, den Unfall zu vertuschen, berichtet die Zeitung Times of Ukraine.

In dem Auto, in das en Jeep von Poroschenkos Security am 13. September fuhr, befand sich laut Medienberichten eine Frau. Durch den heftigen Aufprall überschlug sich das Auto in der Luft. Wie die Zeitung berichtet, entfernte der Unfallverursacher die Nummernschilder beider Autos und versuchte, sich mit dem Opfer zu einigen, um nicht die Polizei zu rufen.

Laut Informationen der Times of Ukraine versuchte Poroschenkos Umfeld, den Unfall zu vertuschen, weshalb erst am 15. September berichtet wurde. Ob die Frau verletzt wurde, ist nicht bekannt. Es gibt auch keine Informationen darüber, ob Poroschenko selbst zu diesem Zeitpunkt im Auto saß.

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Charlie Kirk: Statt Debatte Diktatur

Von Frank Jödicke – 16. September 2025

Donald Trump mit Charlie Kirk. Screenshot aus der Sendung The Charlie Kirk Show, moderiert von Vizepräsident JD Dance, einem „langjährigen Freund“ von Kirk.
Nach dem Attentat auf den rechten Influencer ist das Gesprächsklima in den USA komplett vergiftet.

Die kitschige Sicht der Dinge geht so: In Stunden der nationalen Not erhebt sich der US-Präsident und spricht Worte der Versöhnung. Durch diese wird den Bürgerinnen und Bürgern gewahr, wie viel bedeutsamer das Verbindende gegenüber den Trennenden ist und wie schön, richtig und gut das „amerikanische Experiment“ (aka erste echte Demokratie) sei und wie sehr es sich lohne, dafür einzustehen.

Harter Schnitt auf Donald J Trump. Und nein, war ja klar, so etwas hat er nicht im Programm. Trump sieht nach dem Attentat auf Charlie Kirk alle Schuld bei den anderen, den „radikalen Linken“. Auf der Couch von Fox-News gefragt, ob es denn nicht auch rechte Extremisten gäbe, verneint der amtierende US-Präsidenten kurz angebunden. Die Rechten seien extrem, weil sie gegen illegale Migration und Verbrechen kämpfen, aber die Linken seien „verdorben“, „schrecklich“ und wollten offene Grenzen und Transgender für alle.

Mal abgesehen davon, dass sich in den Gefühlsausbrüchen Trumps nie genau sagen lässt, was er eigentlich meint (wie sieht „Transgender für alle“ aus?), ist seine Intention offenkundig: Er will das Attentat auf Kirk nutzen, um die ihm unliebsamen Organisationen zu schwächen. Sei es durch Entzug von Geldern, staatliche Verbote oder das gute alte Canceln, das man bei den Linken nicht so mochte, selbst aber gerne nutzt. Die Welle rollt bereits übers Land. Kolumnisten verlieren ihren Job, weil sie Zitate von Kirk gepostet haben.

Statt Trauer kalkulierte Wut

Trump weiß, dass ihm die Polarisierung nützt und deshalb wird er sie nach Kräften schüren. Allerdings wäre Trump nicht Trump, wenn ihm dies nicht sogleich auch wieder ziemlich wurscht wäre. Seinen lieben Freund Charlie Kirk, dem er zu weiten Teilen seinen Wahlsieg 2024 zu verdanken hat und den er beinahe als weiteren Sohn in den Kreis der eigenen Familie erhoben hätte, hat Trump offenkundig schon längst abgeschrieben.

Kurz vor dem Sprung in den Helikopter zu einem Baseballspiel, fragten Reporter Trump wie es ihm denn gehe, in diesen schweren Stunden nach dem Attentat. Trump meinte, es sei alles bestens, der von ihm projektierte Ballsaal des Weißen Hauses wird nun noch größer (statt 650 Gäste wird er 900 fassen) und das mache Trump sehr glücklich.

Dieser Präsident macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. Kirk ist tot und deshalb schlicht unwichtig. Es gibt im Universum keinen simpler gestrickten Ort als das Hirn dieses Präsidenten. Für Trump scheint glasklar: Alle Toten sind Loser, denn wer ist schon so blöd und lässt sich erschießen? Warum dann also noch groß über Kirk nachdenken?

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