Kiew will möglichen russischen Angriff für False Flag-Operation gegen kasachische Botschaft in Kiew nutzen

Von Thomas Röper – 7. Mai 2026

Nach der Drohung von Selensky, die Siegesparade in Moskau am 9. Mai anzugreifen, hat Russland mit einem massiven Vergeltungsschlag gegen das Stadtzentrum von Kiew gedroht und Zivilisten und Diplomaten anderer Länder aufgefordert, Kiew vorsichtshalber zu verlassen. Im Schatten dieser Aktion plant Kiew eine False Flag Operation gegen Kasachstan.

Am Wochenende könnte der Ukraine-Konflikt eine massive Eskalation erfahren, denn die Ukraine plant eine False Flag Operation, die das Ziel hat, die Beziehungen zwischen Kasachstan, einem wichtigen Partner Russlands, und Russland schwer zu schädigen.

Um zu erklären, worum es dabei geht, muss ich ein wenig ausholen. Zunächst erzähle ich daher die Vorgeschichte, die man auch aus öffentlich zugänglichen Quellen erfahren kann, danach erzähle ich, was ich darüber von meinen eigenen Quellen erfahren habe, und dabei kommen wir zur von Kiew und der EU geplanten False Flag Operation gegen Kasachstan, beziehungsweise die russisch-kasachischen Beziehungen.

Selenskys Drohungen

Am Montag hat Selensky beim EU-Armenien-Gipfel in Armenien erklärt, am 9. Mai die Parade aus Anlass des Sieges über Nazi-Deutschland anzugreifen. Er sagte, es könnten bei der Parade ukrainische Drohnen beim Roten Platz, wo die Parade stattfindet, auftauchen.

In Russland, wo die jährlich am 9. Mai stattfindenden Feierlichkeiten aus Anlass des Sieges über Nazi-Deutschland der wohl wichtigste Feiertag sind, hat das Entsetzen ausgelöst. Das russische Verteidigungsministerium warnte daraufhin, sollte die Ukraine die Feierlichkeiten angreifen, werde es einen massiven Raketenangriff auf das Stadtzentrum von Kiew durchführen. Wörtlich hieß es in der Erklärung:

„Sollte das Kiewer Regime versuchen, seine verbrecherischen Pläne zur Störung der Feierlichkeiten zum 81. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg umzusetzen, werden die russischen Streitkräfte als Vergeltung einen massiven Raketenangriff auf das Zentrum von Kiew starten. Obwohl wir diese Möglichkeit haben, hat Russland bisher aus humanitären Gründen von solchen Aktionen abgesehen. Wir warnen die Zivilbevölkerung von Kiew und die Mitarbeiter ausländischer diplomatischer Vertretungen dringend, die Stadt unverzüglich zu verlassen.“

Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, hat auf ihrer regulären Pressekonferenz die Warnung am Donnerstag wiederholt und mitgeteilt, das russische Außenministerium habe an alle ausländischen diplomatischen Vertretungen und Repräsentanzen internationaler Organisationen, die bei dem Ministerium akkreditiert sind, sowie an die Regierungen der betroffenen Staaten eine Note adressiert, in der es vor den Gefahren, die allen Bürgern infolge eines von Russland angekündigten Vergeltungsschlages gegen Ziele in Kiew entstehen würden, gewarnt hat.

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69. Tag im US-israelischen Angriffskrieg gegen Iran und Libanon: Teheran prüft US-Vorschläge – Israel bombardiert Beirut

Von Peter F. Mayer – 7. Mai 2026

Während die diplomatischen Signale zwischen Washington und Teheran auf eine mögliche Deeskalation hindeuten, zeigt der Tag 69 des US-israelischen Angriffskriegs gegen Iran und Libanon sein wahres Gesicht: Israel setzt seine militärischen Angriffe fort, verletzt fragile Waffenruhen und riskiert eine weitere Eskalation – ganz so, als ob die Verhandlungen in Washington oder über Pakistan nur ein Ablenkungsmanöver wären. Die Achse des Widerstands hält stand, doch der zivile Preis ist hoch.

Laut Berichten von Al Jazeera prüft der Iran derzeit US-Vorschläge für eine mögliche Beendigung des Krieges. US-Präsident Trump sprach von „sehr guten Gesprächen“ mit Teheran und behauptete erneut, ein Deal könne „schnell“ zustande kommen – während er gleichzeitig drohte, die Angriffe zu intensivieren, sollte Iran nicht nachgeben. Gleichzeitig hat Israel in einem klaren Bruch der US-vermittelten Waffenruhe vom 17. April erstmals wieder die libanesische Hauptstadt Beirut ins Visier genommen. Die israelische Armee (IDF) bestätigte den gezielten Angriff auf einen hochrangigen Kommandeur der Hisbollah-Radwan-Einheit in den südlichen Vororten. Drei weitere Menschen starben bei israelischen Luftangriffen im Süden Libanons.

Hisbollah antwortete mit Raketen- und Drohnenangriffen auf israelische Stellungen im Südlibanon. Dabei wurden mindestens vier israelische Soldaten verletzt, einer davon schwer. Die libanesische National News Agency berichtet von täglichen israelischen Luftangriffen tief ins Landesinnere – trotz der angeblichen „Waffenruhe“. Das Muster erinnert fatal an die Gaza-Strategie: massive Zerstörung, gezielte Tötungen und die systematische Schwächung der Verteidigungsfähigkeiten des Gegners, während man in Washington von „Frieden“ spricht.

Während Trump einerseits von einem schnellen Ende des Iran-Krieges spricht und sogar die umstrittene Operation „Project Freedom“ (die versuchte Öffnung der Straße von Hormuz) unter saudischem und kuwaitischem Druck pausierte, bombardiert sein engster Verbündeter Israel weiterhin libanesische Ziele. Israels Sicherheitschefs lehnen einen US-Iran-Deal vehement ab – er wäre „eine Katastrophe für Israel“, heißt es in israelischen Medien.

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Russlands Drohung mit einem massiven Vergeltungsschlag – wohl nicht nur ein Bluff

Von Andrew Korybkow – 7. Mai 2026

Der 9. Mai und die Siegesfeier in Moskau könnte von der Ukraine angegriffen werden. Russland droht mit massiver Vergeltung.

Russland kann es sich nicht leisten, sich international zu diskreditieren, und Putins regierende Partei „Einiges Russland“ kann es sich vier Monate vor den nächsten Wahlen im Inland ebenso wenig leisten, indem sie eine überwältigende Vergeltung gegen die Ukraine androht, falls diese Moskaus Siegesparade angreift – nur um dann symbolisch zu reagieren oder gar nichts zu tun.

Das russische Verteidigungsministerium warnte die Zivilbevölkerung vor Ort sowie das Personal der diplomatischen Vertretungen in Kiew vor den Plänen ihres Landes, einen massiven Vergeltungsschlag auf das Stadtzentrum durchzuführen, falls die Ukraine Selenskis Drohung wahr macht und Moskaus Siegesparade am 9. Mai angreift. Darauf folgte die Ankündigung Russlands, von Kamtschatka aus zwischen dem 6. und 10. Mai ballistische Raketentests durchzuführen. Kurz darauf bekräftigte das russische Außenministerium die Warnung des Verteidigungsministeriums und stellte so sicher, dass die Welt davon Kenntnis hat.

Diese Drohung ist wahrscheinlich kein Bluff – und zwar aus drei aufeinanderfolgenden Gründen. Erstens möchte Russland die Ukraine davon abschrecken, Moskaus Siegesparade anzugreifen, aus naheliegenden Gründen, die sowohl die Optik als auch die Sicherheit seiner hochrangigen Persönlichkeiten betreffen. Zu diesem Zweck drohte es mit einer überwältigenden Vergeltung, falls dies geschieht. Der zweite Grund ist, dass Russland eine solche Reaktion nicht androhen kann, ohne sie im Falle einer Provokation tatsächlich auszuführen, da es sich sonst unrettbar diskreditieren würde und anschließend wahrscheinlich noch kühnere Angriffe folgen würden.

Und drittens signalisiert Russland nun endlich seine Bereitschaft, im Falle dieser hochkarätigen Provokation durch die Ukraine massiv gegen Entscheidungszentren in Kiew vorzugehen – wie vom Außenministerium zusätzlich präzisiert –, da die Hardliner-Fraktion im Kreml die moderate Fraktion teilweise verdrängt hat. Zur Erklärung: Putin hat sein Militär bislang zurückgehalten, weil er an „die historische Einheit von Russen und Ukrainern“ glaubte und weil er eine unkontrollierbare Eskalationsspirale fürchtete, die in einen Dritten Weltkrieg münden könnte.

Nachdem Trump zurückgekehrt war und positiv auf Putins Angebot eines Dialogs zur Lösung des NATO-russischen Stellvertreterkriegs in der Ukraine reagierte – ein Angebot, das Biden abgelehnt hatte –, boten Putin und die anderen Moderaten im Kreml eine ressourcenbasierte strategische Partnerschaft an, um Kompromisse zu ermöglichen. Die USA zeigten sich einer solchen Partnerschaft gegenüber aufgeschlossen, verknüpften sie jedoch mit Vorbedingungen, die Russland ablehnte, während Washington Moskaus eigene Forderungen zurückwies und gleichzeitig weder auf die Ukraine noch auf die NATO Druck ausübte, um sie zur Einhaltung der russischen Forderungen zu zwingen.

Während Trump angesichts dieses Stillstands eine Eskalation des Ukraine-Konflikts ablehnte, genehmigte er dennoch den Rückbau des russischen Einflusses in der ganzen Welt, um Putin zu den von den USA geforderten Kompromissen zu zwingen – namentlich ein Einfrieren des Konflikts im Tausch gegen Sanktionserleichterungen, ohne die Kernprobleme zu lösen. Dieses informell als „Neo-Reagan-Doktrin“ bekannte Vorgehen hat Russland in mindestens 15 verschiedenen Ländern unter Druck gesetzt und damit die moderate Fraktion diskreditiert. Dies hat einige ihrer Vertreter, darunter Putin, dazu veranlasst, ihre Haltung zu überdenken.

Der US-israelische Angriffskrieg gegen den Iran, in dessen Verlauf der Iran mit Angriffen auf regionale US-Stützpunkte reagierte, ohne eine unkontrollierbare Eskalationsspirale auszulösen, überzeugte Putin schließlich, auf die Hardliner zu hören, die seit Beginn des Konflikts massive Schläge gegen ukrainische Entscheidungszentren in Kiew gefordert hatten. Die öffentliche Meinung, die im Vorfeld der Duma-Wahlen im September eine wichtige Rolle spielt, steht schon lange aufseiten der Hardliner in dieser Frage. Putin scheint nun zugestimmt zu haben – allerdings nur als Vergeltung für ukrainische Angriffe auf Moskaus Siegesparade.

Diese Faktoren machen es unwahrscheinlich, dass Russland blufft. In diesem Fall wäre nicht nur das Land selbst im Ausland diskreditiert, sondern auch die regierende Partei „Einiges Russland“ in den Augen der Wähler vier Monate vor den nächsten Wahlen. Es gibt bereits Spekulationen über Protestwähler, die die kommunistische und nationalistische Opposition unterstützen könnten. Sollte es dazu kommen, könnte dies verschiedene Reformen nach sich ziehen. Ein massiver Protest als Folge eines hypothetischen Bluffs könnte jedoch eine Ära der Unsicherheit einleiten, die Putin unbedingt vermeiden möchte.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Die Realpolitik der Zeitenwende

Von German-Foreign-Policy.com – 7. Mai 2026

Der Konflikt über den Zolldeal der EU mit den USA dauert an. Die EU-Staaten sperren sich weiterhin gegen Schutzklauseln, die das Europaparlament nach dem Bruch der Vereinbarung durch die USA fordert. Trump droht mit neuen Zöllen.

Ohne abschließendes Ergebnis sind in der Nacht zum heutigen Donnerstag in Brüssel die Gespräche über den Zolldeal der EU mit den USA zu Ende gegangen. Die endgültige Verabschiedung der Vereinbarung durch das Europaparlament steht weiterhin aus; zahlreiche Abgeordnete wollen es mit Schutzklauseln versehen, nachdem die Vereinigten Staaten es durch die einseitige Erhöhung einzelner Zölle gebrochen und außerdem mit Annexionsdrohungen gegenüber Grönland die Kooperation insgesamt in Frage gestellt haben. US-Präsident Donald Trump droht nun mit einer erneuten Erhöhung der Zölle auf Kfz-Importe in die USA von 15 auf 25 Prozent, sollte der Zolldeal nicht umgehend in Kraft gesetzt werden. Die Vereinbarung war nach Berichten von Insidern im Sommer vergangenen Jahres faktisch als US-Diktat ohne ernsthafte Verhandlungen zustande gekommen – gegen starke Proteste nicht zuletzt aus Frankreich. Auf sie gedrungen hatten besonders die dramatisch kriselnde deutsche Kfz-Industrie und infolgedessen auch Bundeskanzler Friedrich Merz. Der Zolldeal schreibt mit Pauschalzöllen von 15 Prozent auf EU-Exporte in die USA bei Zollfreiheit für US-Exporte in die EU dauerhaft ungleiche Wirtschaftsbeziehungen fest.

Zolldeal ohne Verhandlungen

Über die Art und Weise, wie der Zolldeal zustande kam, auf den sich am 27. Juli 2025 EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sowie US-Präsident Donald Trump geeinigt haben, liegt ein Bericht der damaligen Generaldirektorin für Handel der EU-Kommission, Sabine Weyand, vor. Weyand, die im Ruf steht, eine äußerst erfahrene und hart verhandelnde Expertin zu sein, war damals an den Vorgängen beteiligt. Sie betonte Ende August 2025, von echten Verhandlungen könne keine Rede sein: „Es gab keinen Austausch von Forderungen oder Angeboten“.[1] „Die europäische Seite“ habe vielmehr „unter massivem Druck“ gestanden, „eine schnelle Lösung zu finden“. Aufgrund des Ukraine-Kriegs sei die EU damals „völlig abhängig von den Vereinigten Staaten“ gewesen; hätte sie den Forderungen der Trump-Administration nicht vollumfänglich zugestimmt oder gar zu „Gegenmaßnahmen“ gegriffen, dann hätte mutmaßlich „die Gefahr“ bestanden, dass die USA „im Gegenzug die sicherheitspolitische Partnerschaft infrage stellen“. Die Kommission habe also aus ihrer Sicht eine „strategische Abwägung“ getroffen, um „ein politisches Gesamtpaket zu sichern“. Das sei nun eben die „Realpolitik der Zeitenwende“, wurde Weyand einige Wochen nach dem Abschluss des Deals auf einem in Trumps privatem Besitz befindlichen Golfplatz im schottischen Turnberry zitiert.[2]

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Pivot to Asia“ – Schwenk nach Asien

Von Sevim Dagdelen – 7. Mai 2026

Während in den Medien vor allem von einer persönlichen Strafaktion Trumps gegen Kanzler Merz die Rede ist, handelt es sich beim angekündigten Truppenabzug aus Deutschland um etwas viel Grundlegenderes: den seit Jahren laufenden strategischen Schwenk der USA nach Asien.

In der medialen Berichterstattung über den von US-Präsident Donald Trump angekündigten Abzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland und das Einfrieren der Stationierungsplanungen für US-Raketen auf deutschem Boden war allzu oft das Argument zu hören, Trump wolle den deutschen Bundeskanzler Merz für seine unbotmäßigen Äußerungen zum Irankrieg bestrafen. Bei näherem Hinsehen erscheint dies jedoch allenfalls als Legende, die die wahren Gründe des Abzugs verdeckt.

Der langfristige „Pivot to Asia“

Die Abzugspläne ordnen sich in eine langfristige strategische Umorientierung der USA nach Asien ein, die wenig mit der Person Trump zu tun hat. Bereits 2011 unter dem demokratischen Präsidenten Obama vollzogen die USA den „Pivot to Asia“. In der Folge wurde der ökonomische Aufstieg Chinas als das zentrale strategische Problem für die USA wahrgenommen. Dieser Aufstieg sollte durch die Reaktivierung alter Verbündeter, eine gestärkte globale Rolle der NATO und neue Stationierungsplanungen von US-Truppen zumindest gebremst werden.

Unter der Präsidentschaft von Trump haben sich die Verstärkungen der US-Militärbasen an der zweiten Inselkette zur Eindämmung Chinas massiv beschleunigt. Aktuelle Planungen sehen eine Aufstockung der Zahl der US-Militärangehörigen und ihrer Familien um 300 Prozent auf 33.000 Personen vor. In den nächsten zehn Jahren ist ein weiterer Aufwuchs um 10.000 US-Soldaten geplant. Europa muss angesichts dieses massiven Aufbaus – trotz einer generellen Erhöhung der US-Truppenstärke im Ausland – seinen Beitrag leisten und US-Truppen substituieren, etwa durch eine deutsche Militärstrategie, die die Bundeswehr bis 2039 zur stärksten Armee Europas machen soll.

US-Festung Pazifik

Zusätzlich sollen US-Raketen auf der Insel Guam stationiert werden, sodass mittelfristig eine regelrechte US-Festung entsteht: Von dort aus wäre das chinesische Festland mit Mittelstreckenraketen erreichbar und gleichzeitig durch ein Abwehrraketensystem geschützt. Allein für das Haushaltsjahr 2026 sind eine Milliarde US-Dollar in militärische Bauprojekte auf Guam vorgesehen. Der Militärflugplatz wurde bereits für 200 Kampfjets und US-Bomber modernisiert.

Es geht aber nicht nur um Guam. Auch auf der Insel Tinian entsteht eines der bedeutendsten Projekte: Die USA investieren fast 800 Millionen US-Dollar, um das historische North Field – von dem im Zweiten Weltkrieg die Atombomber starteten – zu reaktivieren. Es soll als Ausweichstützpunkt für Guam dienen.

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Russlands taktischer Rückzug aus dem Nordosten Malis

Von Andrew Korybko – 7. Mai 2026

Es handelt sich dabei nicht um eine Flucht, auch wenn viele das vielleicht glauben, sondern um einen taktischen Rückzug – und dieser Unterschied ist wichtig.

Berichten zufolge hat sich Russland aus drei Stützpunkten im Nordosten Malis zurückgezogen, den die dortigen Tuareg als Azawad bezeichnen, nachdem die Tuareg-Separatisten der „Azawad Liberation Front“ (FLA) und die mit Al-Qaida verbundenen radikalen Islamisten der „Jamaat Nusrat al-Islam wal-Muslimin“ (JNIM) eine Offensive gestartet hatten. Dies wird von einigen als Rückzug, ja sogar als Demütigung dargestellt, die Assads Sturz Ende 2024 ähnelt. Es ist verständlich, dass manche dies so wahrnehmen, doch was sich derzeit abspielt, ist ein taktischer Rückzug, kein tatsächlicher Rückzug.

Zur Erklärung: Trotz all ihrer Unzulänglichkeiten leisten die malischen Streitkräfte (FAMA) –der FLA-JNIM tatsächlich Widerstand und geben die wichtigsten Städte des Landes nicht auf, wie es ihre syrischen Kollegen getan haben. Aus diesem Grund beteiligt sich Russland auch an Luftoperationen gegen die als Terroristen eingestuften Aufständischen und eskortiert Treibstoffkonvois auf dem Weg in die Hauptstadt, im Gegensatz dazu, wie es die Dinge in Syrien weitgehend sich selbst überließ, nachdem es zu Beginn des Endes erkannt hatte, dass seine Streitkräfte mehr Widerstand leisteten als die seiner Gastgeber.

Ebenso wies Kreml-Sprecher Dmitri Peskow die Forderung der FLA nach einem Rückzug aus Mali zurück und entgegnete, dass „Russland auch in Mali weiterhin gegen Extremismus, Terrorismus und andere negative Erscheinungsformen kämpfen wird. Und es wird den derzeitigen Behörden weiterhin Unterstützung leisten.“ Um es klar zu sagen: Das bedeutet nicht, dass der Krieg zwischen Russland und den Tuareg weitergehen wird, auch wenn Moskau sie als Terroristen betrachtet, da es möglicherweise eine Einigung vermittelt, durch die sie schließlich Autonomie erhalten, wenn sie sich gegen JNIM wenden.

Sollte dies nicht geschehen, können Beobachter davon ausgehen, dass das russische Afrika-Korps (AK) und die FAMA nach einiger Zeit eine Gegenoffensive gegen die FLA-JNIM starten werden, vorausgesetzt natürlich, dass sie zuvor die Front stabilisieren. Zu diesem Zweck hat sich das AK Berichten zufolge aus insgesamt drei Stützpunkten im Nordosten Malis zurückgezogen, die unter den aktuellen militärstrategischen und logistischen Umständen zu schwer zu verteidigen waren. Schließlich ist es in der Regel besser, einen taktischen Rückzug durchzuführen, als die eigenen Streitkräfte in einer aussichtslosen Verteidigung zu opfern.

Der Grund, weshalb dies als taktischer Rückzug bezeichnet wird, liegt darin, dass die Absicht darin besteht, die Front zu stabilisieren, wo auch immer sie letztendlich verläuft, mit dem Ziel, schließlich eine Gegenoffensive zu starten, anstatt sich ohne Ende in Sicht zurückzuziehen, wie es das Wort „Rückzug“ in der öffentlichen Vorstellung impliziert. Auch hier könnten manche diese Schritte als Rückzug wahrnehmen und den Begriff „taktischer Rückzug“ als Euphemismus dafür betrachten, aber es gibt tatsächlich einen Unterschied, wie erläutert wurde, und dieser ist ein wichtiger.

Der Fairness halber lässt sich der Rückgang des russischen Einflusses weltweit aufgrund von Trumps Neo-Reagan-Doktrin überzeugender als Rückzug beschreiben, da es noch keinen konkreten Plan zu geben scheint, diesem Druck entgegenzuwirken, aber es wird erwartet, dass sich die Lage mit der Zeit schließlich stabilisiert. Zu diesem Zeitpunkt, wann auch immer das sein mag und was auch immer bis dahin vom russischen Einfluss übrig ist, wird der Kreml ernsthaft nach gangbaren Wegen suchen, um die Folgen dieses Trends umzukehren (möglicherweise nach einigen außenpolitischen Reformen ).

Der Unterschied zwischen Russlands geopolitischem Rückzug und seinem taktischen Rückzug in Mali sollte nun klar sein. Tatsächlich kann sein taktischer Rückzug als Auftakt zu einem Gegenschlag gegen Trumps Neo-Reagan-Doktrin in Westafrika angesehen werden, der einem ähnlichen Gegenschlag in anderen Regionen vorausgehen könnte, in denen der russische Einfluss zurückgedrängt wird, wenn auch in unterschiedlicher Form. Solange FAMA-AK Bamako halten und die Front stabilisieren kann, ist Mali nicht verloren, und die Neo-Reagan-Doktrin könnte ihren ersten Rückschlag erleiden.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Trump setzt Geleitschutz für Schiffe durch die Straße von Hormus wieder aus

Von Andre Damon – 6. Mai 2026

US-Präsident Donald Trump erklärte am Dienstagabend auf seiner Plattform Truth Social, er werde den Geleitschutz von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus „für kurze Zeit“ aussetzen. Der Einsatz des US-Militärs hatte erst einen Tag gedauert. Er begründete seine Entscheidung mit den angeblich „großen Fortschritten“ in Richtung einer Einigung mit dem Iran.

Die Kehrtwende erfolgte nur wenige Stunden, nachdem Außenminister Marco Rubio bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus betont hatte, dass die Vereinigten Staaten sich jetzt „voll und ganz“ auf die neue Mission konzentrieren und dass der Krieg gegen den Iran in eine separate Nachkampfphase übergegangen sei.

Rubio erklärte: „Die Operation ist vorbei. Epic Fury, diese Phase ist beendet – wie der Präsident dem Kongress mitgeteilt hat. Jetzt widmen wir uns dem Project Freedom.“

Stunden später wurde das Projekt, das Rubio gerade zum Schwerpunkt der amerikanischen Politik erklärt hatte, ausgesetzt. Gleichzeitig erklärte Trump, die US-Blockade iranischer Häfen bleibe „in vollem Umfang in Kraft“.

Dieser Rückzieher muss im Zusammenhang mit der verschärften Krise der Trump-Regierung gesehen werden. Der Iran hat die Straße von Hormus, diesen strategisch wichtigen Engpass, faktisch abgeriegelt. Bevor die USA und Israel am 28. Februar den Krieg begannen, passierte etwa ein Fünftel der weltweit auf dem Seeweg transportierten Öl- und Gaslieferungen die Meerenge. Mittlerweile sitzen etwa 1.600 Handelsschiffe mit 20.000 Seeleuten an Bord im Persischen Golf fest. Vor dem Krieg durchfuhren etwa 130 Schiffe pro Tag die Straße.

Trump hatte am Sonntag angekündigt, dass die US-Marine Handelsschiffen Geleitschutz auf einer Route bieten werde, die als frei von iranischen Seeminen erklärt wurde. Die Waffenruhe, die fast vier Wochen angehalten hat, brach innerhalb von Stunden zusammen. Iranische Streitkräfte beschossen am Montag zwei Handelsschiffe mit Raketen, die von den USA abgefangen wurden.

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Ist die „Befreiungsfront von Azawad“ eine Terrororganissation?

Von Andrew Korybko – 6. Mai 2026

Der Sprecher der „Azawad-Befreiungsfront“ (FLA), Mohamed Elmaouloud Ramadane, veröffentlichte letzte Woche eine Erklärung seiner Organisation, in der er sich gegen jene Mitglieder der internationalen Gemeinschaft wandte, die die FLA nach dem Vorbild der malischen Militär-Übergangsregierung als terroristische Organisation bezeichnen. Die FLA bestritt, sich am Terrorismus zu beteiligen, rechtfertigte ihre Handlungen als Verteidigung der Zivilbevölkerung vor angeblichen Verbrechen der malischen Streitkräfte und ihrer russischen Verbündeten und bekräftigte ihr Ziel der Selbstbestimmung.

Radio France Internationale (RFI) zitierte in seinem Bericht über die oben erwähnte Erklärung der FLA separate Äußerungen von Ramadane, um die Leser über seine Erklärung für das Bündnis der Gruppe mit den radikalislamistischen „Jamaat Nusrat al-Islam wal-Muslimin“ (JNIM) zu informieren, die mit Al-Qaida verbunden sind. Ramadane zufolge handelt es sich um „eine taktische militärische Koordination, um einem gemeinsamen Feind entgegenzutreten. Die FLA ist in keiner Weise für die von der JNIM durchgeführten Aktionen verantwortlich.“ Korrekterweise berichtete RFI auch über die kritische Einschätzung eines in Bamako ansässigen Experten.

Mit den Worten von Ahmadou Touré: „Sie [die FLA] ist ein explizites operatives Bündnis mit der JNIM eingegangen, die mit al-Qaida verbunden ist, um koordinierte Aktionen gegen strategische malische Stellungen durchzuführen.“ Diese „Hybridisierung von Separatismus und internationalem Dschihadismus“, warnte er, „bedroht die territoriale Integrität Malis, führt zur Vertreibung der Bevölkerung und untergräbt die nationale Stabilität.“ Touré kam zu dem Schluss, dass die Sache der FLA kein Bündnis mit von der UNO als terroristisch eingestuften Gruppen rechtfertigt, und forderte sie zur Entwaffnung auf.

Es ist beeindruckend, dass RFI eine derart kritische Sichtweise in seinen Bericht aufgenommen hat, wenn man bedenkt, dass vie dafür spricht, dass ihr französischer staatlicher Geldgeber die FLA und sogar die JNIM unterstützt; doch könnte diese redaktionelle Ausgewogenheit darauf abzielen, diejenigen zu diskreditieren, die davon sprechen, dass Paris ein Interesse daran hat, diese beiden Gruppen zu nutzen, um seinen verlorenen Einfluss auf Mali zurückzugewinnen. Unabhängig davon, wie man zu dieser Hypothese steht, bleibt die Frage, ob die FLA als Terrororganisation anzusehen ist oder nicht, und hier kommt die Frage der Perspektive ins Spiel.

Diejenigen, die Mali und die von ihm angeführte Allianz der Sahelstaaten unterstützen, stimmen wahrscheinlich mit Bamakos Einstufung als Terroristen überein – aus denselben Gründen, die Touré angesprochen hat und die auch von ihrem russischen Verbündeten geteilt werden, dessen Afrika-Korps einer der Hauptakteure in diesem Krieg ist. Die Entscheidung der FLA, sich als ausländischer Stellvertreter missbrauchen zu lassen – zumindest von Algerien, wie hier und hier erläutert –, diskreditiert ihre Sache noch mehr, als sie es ohnehin schon war, nachdem sie sich mit der al-Qaida-nahen JNIM verbündet hatte.

Aus der Sicht Algeriens und der Unterstützer der Tuareg gilt jedoch: „Der Zweck heiligt die Mittel“ – im Namen der Selbstbestimmung oder zumindest, um Bamako zur Einhaltung des Abkommens von Algier von 2015 zu zwingen, von dem es sich Anfang 2024 zurückgezogen hatte. Ebenso sehen es diejenigen, die im Neuen Kalten Krieg auf der Seite des Westens stehen, aber nur, weil sie wollen, dass die FLA mehr Russen tötet, nicht weil sie die Sache der Tuareg unterstützen. Sie würden die FLA im Szenario eines von Russland vermittelten Friedens mit Bamako verurteilen.

Darin liegt der wichtigste Punkt, der Ausgang der Mali-Krise, der das Vermächtnis der FLA bestimmen wird. Sollte die FLA daraus als Sieger hervorgehen, würde ihre Sache wahrscheinlich legitimiert und die Beziehungen zu ihr normalisiert werden nach dem syrischen Modell, bei dem Putin bereits zweimal mit dem zuvor mit Al-Qaida verbundenen und als Terroristen eingestuften Anführer von Hayat Tahrir al-Sham, Ahmed al-Sharaa, zusammengetroffen ist. Das Gleiche gilt, wenn die FLA Frieden mit Bamako schließt. Sollte die FLA jedoch verlieren, wird sie wahrscheinlich als terroristische Organisation in die Geschichte eingehen.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

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Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Karaganows Einschätzung Europas zeigt der Welt, was russische Hardliner denken

Von Andrew Korybko – 6. Mai 2026

Westliche Politiker sollten sich dieser Ansichten bewusst sein, da eines Tages einer der ihren Putin ablösen könnte.

RT veröffentlichte ein aktuelles Interview, das der renommierte russische Experte Sergei Karaganow, der dafür (berüchtigt) ist, Putin dazu zu drängen, Europa mit Atomwaffen anzugreifen, dem Sender Russia 24 gegeben hat. Wie bereits hier zu Beginn des Jahres erläutert wurde, zieht Putin es vor, dem Rat von Karaganows de facto ideologischem Rivalen Timofei Bordatschow zu folgen, der sich dafür einsetzt, eine Einigung mit dem Westen zu erzielen, anstatt ihn auf die Gefahr eines Dritten Weltkriegs hin zu zerstören. Dennoch zeigt Karaganovs unverblümte Einschätzung Europas der Welt, was russische Hardliner denken, und das ist aufschlussreich.

Wie zu erwarten war, wiederholte Karaganow seine Forderung, Russland solle Europa mit Atomwaffen angreifen, um den seiner Überzeugung nach unvermeidlichen heißen Krieg zwischen beiden Seiten abzuwenden, der zu einem großen Atomkrieg zu eskalieren droht, wenn er nicht verhindert wird. Zu diesem Zweck forderte er Putin auf, einen Oberbefehlshaber für den Einsatzraum gegen Europa zu ernennen, der diesen zunächst mit konventionellen Waffen angreifen und dann zu einem begrenzten Atomkrieg eskalieren lassen soll, falls Europa sich nicht ergibt. Mit seinen Worten: „Vergessen Sie den Unsinn, dass ein Atomkrieg nicht gewonnen werden kann – er kann gewonnen werden.“

Karaganov zufolge „haben wir vergessen, dass Europa die Verkörperung der größten Übel der Menschheit ist: Kolonialismus, Rassismus, die abscheulichsten Ideologien und Massenvölkermorde auf der ganzen Welt. Nicht nur der Völkermord an Juden und Russen, Sowjetbürgern, sondern auch in Afrika, in Indien und überall auf der Welt wurden Völker und ganze Kontinente vernichtet. Wir müssen also verstehen, dass dies eine Plage ist, von der wir uns so weit wie möglich isolieren müssen. Und wenn wir uns nicht isolieren können, muss sie vernichtet werden.“

Er führte weiter aus: „Jetzt werden die Europäer zu deutschen Faschisten. Deshalb müssen wir sie aufhalten, bevor sie, völlig außer Kontrolle geraten, in einen großen, wirklich großen Krieg stürzen. Sie führen Krieg gegen uns … Ihre Eliten verwandeln sich in Untermenschen. Deshalb müssen wir sie entsprechend behandeln.“ Zu diesem Thema schlug Karaganow auch vor, dass einige seiner russischen Landsleute ebenfalls sehr hart behandelt werden sollten, insbesondere diejenigen, von denen er glaubt, dass sie unter europäischem Einfluss stehen.

„Unter den gegenwärtigen Umständen ist pro-europäische Gesinnung ein Zeichen geistiger Schwäche, moralischer Verkommenheit und von Verrat. Es ist ‚Wlassowismus‘. Wir müssen Menschen, die erneut versuchen, mit Europa zu verhandeln, genau so behandeln. Sie müssen, wenn möglich mit sanften Mitteln, aus unseren Köpfen und aus unseren Reihen vertrieben werden. Und wenn sanfte Mittel versagen, müssen harte Maßnahmen ergriffen werden.“ Dies scheint ein Seitenhieb gegen Kirill Dmitriev zu sein, der mit den USA verhandelt, allerdings mit Putins Zustimmung.

Wie dem auch sei, es wäre falsch, Karaganow als „Anti-Putin“ zu bezeichnen, da die beiden befreundet sind und er sogar die Fragerunde mit dem russischen Präsidenten beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg 2024 moderiert hat. Eine viel treffendere Beschreibung ist daher, dass er ein konstruktiver Kritiker ist, Putin jedoch aufgrund seiner patriotischen, vernünftigen Sorge, dass dies von gegnerischen Kräften ausgenutzt werden könnte, nicht direkt kritisiert. Aus diesem Grund übt er nur indirekte Kritik, wie beispielsweise seinen impliziten Seitenhieb gegen Putins Gesandten Dmitriev.

Karaganow ist der Anführer der Hardliner-Fraktion in Russland, daher sollten seine Ansichten als repräsentativer Ausdruck dieser Fraktion betrachtet werden. Beobachter, insbesondere westliche Politiker, sollten sich dieser Ansichten bewusst sein, da eines Tages einer der ihren Putin ablösen könnte. Das würde es dann offensichtlich viel schwieriger machen, eine Einigung mit Russland über die Ukraine zu erzielen, falls der dortige NATO-Stellvertreterkrieg bis dahin noch nicht beendet sein sollte. Sie sollten daher jetzt, solange Putin noch an der Macht ist, Kompromisse mit Russland eingehen, anstatt ein No-Deal-Szenario zu riskieren, falls ein Hardliner ihn ablöst.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Trump pausiert „Project Freedom“ – USA und Iran vor Beendigung des Krieges?

Von Peter F. Mayer – 6. Mai 2026

USA und Iran stehen angeblich kurz vor der Unterzeichnung eines einseitigen Memorandums zur Beendigung des Krieges. Trump hatte die US-Militäroperation zur „Begleitung“ von Schiffen aus der Straße von Hormus sei ausgesetzt. Außenminister Marco Rubio behauptete, die USA befänden sich nun in einer „Verteidigungsoperation“ gegen den Iran.

Washington und Teheran stehen angeblich kurz vor der Unterzeichnung eines einseitigen Memorandums zur Beendigung des bewaffneten Konflikts, berichtete Axios unter Berufung auf Quellen. Dem Nachrichtenportal zufolge steht die Entscheidung der US-Führung, die Operation „Project Freedom“ in der Straße von Hormus auszusetzen, im Zusammenhang mit den Fortschritten bei den Verhandlungen. Der Entwurf des Memorandums basiert auf einem 14-Punkte-Plan der USA, der eine Einstellung der Feindseligkeiten in der Region sowie den Beginn einer 30-tägigen Verhandlungsphase über die Schifffahrt in der Straße von Hormus, das iranische Atomprogramm und die Aussichten auf eine Aufhebung der US-Sanktionen vorsieht.

Laut zwei von Axios zitierten Quellen könnten die Verhandlungen über die Einzelheiten eines Abkommens zur Öffnung der Straße von Hormus, zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms und zur Aufhebung der US-Sanktionen in Islamabad oder Genf stattfinden. Sollten die Verhandlungen scheitern, könnten die US-Streitkräfte die Blockade oder die Militäroperationen wieder aufnehmen, merkte eine der Quellen an.

Aussetzung der US-Militäroperation zur „Begleitung“ von Schiffen

Präsident Trump erklärte in einem Beitrag am Dienstagabend auf Truth Social, dass die US-Militäroperation zur „Begleitung“ von Handelsschiffen aus der Straße von Hormus, die er als „Projekt Freiheit“ bezeichnet hat, ausgesetzt worden sei. „Aufgrund der Bitte Pakistans und anderer Länder, des enormen militärischen Erfolgs, den wir während der Kampagne gegen den Iran erzielt haben, und darüber hinaus der Tatsache, dass große Fortschritte in Richtung eines vollständigen und endgültigen Abkommens mit Vertretern des Iran erzielt wurden, haben wir einvernehmlich beschlossen, dass zwar die Blockade in vollem Umfang in Kraft bleibt, das Projekt Freedom (die Bewegung von Schiffen durch die Straße von Hormus) für kurze Zeit ausgesetzt wird, um zu prüfen, ob das Abkommen abgeschlossen und unterzeichnet werden kann“, schrieb der Präsident.

Als Reaktion auf Trumps Ankündigung erklärte ein iranischer Beamter gegenüber dem Drop Site News-Reporter Jeremy Scahill, der Beitrag sei „voller Unwahrheiten“ und Trumps Operation zur „Befreiung“ der Straße von Hormus sei „vollständig gescheitert“. Der Beamte bekräftigte zudem Teherans Position, dass direkte Gespräche erst stattfinden werden, wenn die US-Blockade aufgehoben ist.

„Wir werden nicht an direkten Verhandlungen teilnehmen, bis die Vereinigten Staaten offiziell das Ende der Blockade verkünden“, sagte der Beamte zu Scahill.

Pakistan hat Botschaften zwischen den USA und dem Iran weitergeleitet, und Ende letzter Woche hatte Teheran den USA einen neuen Vorschlag unterbreitet, der laut iranischen Medien darauf abzielte, den Konflikt und andere Feindseligkeiten in der Region, einschließlich des israelischen Krieges im Libanon, dauerhaft zu beenden. Der Iran erklärte am Sonntag, er prüfe eine Antwort der USA auf den Vorschlag, doch dann kündigte Trump das „Projekt Freiheit“ an.

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