Oxfam-Bericht: Milliardärsvermögen sprunghaft angestiegen – ein Plädoyer für Enteignung

Von Andre Damon – 22. Januar 2026

Vor dem Hintergrund der allgegenwärtigen wirtschaftlichen, sozialen und geopolitischen Krise versammeln sich die Milliardäre diese Woche zum Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos. Der Konflikt zwischen den USA und Europa über Trumps Annexionspläne gegen Grönland spitzt sich weiter zu. Gleichzeitig hat Trump im eigenen Land Minneapolis unter militärisch-polizeiliche Besatzung gestellt und ist dabei, eine Diktatur zu errichten.

Der Jahresbericht der britischen Wohltätigkeitsorganisation Oxfam, der am Montag erschienen ist, macht deutlich, welche soziale und wirtschaftliche Entwicklung dieser explosiven Eskalation der kapitalistischen Krise zugrunde liegt. Er zeigt, wie die gewaltsame Ausweitung von Diktatur und Krieg mit einer ebenso gewaltsamen Zunahme der sozialen Ungleichheit auf Weltebene einhergeht.

In dem Bericht „Resisting the Rule of the Rich“ (Widerstand gegen die Herrschaft der Reichen) wird betont, dass die Welt „einen kritischen Punkt erreicht hat“, an dem „extreme Ungleichheit“ die demokratischen Regierungsformen zerstört.

Die Ungleichheit nimmt schon seit Jahrzehnten zu, aber 2025 war ein Rekordjahr: Die Anhäufung von Reichtum durch die kapitalistische Oligarchie hat sich drastisch beschleunigt.

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Unterstützung für Generalstreik in Minneapolis wächst, während Trump den ICE-Terror eskaliert

Von Jerry White – 22. Januar 2026

Unter Arbeitern und Jugendlichen in Minneapolis nehmen Wut und Entschlossenheit zu, während die Trump-Regierung ihre Unterdrückungs- und Gewaltkampagne der Einwanderungsbehörde ICE eskaliert und mit einer direkten Militärintervention droht.

Am Dienstag fanden in der ganzen Stadt weitere Proteste statt. Es wächst die Unterstützung für einen Generalstreik am 23. Januar, um Trumps paramilitärische Kräfte zum Abzug zu zwingen und eine Anklage gegen den Bundesagenten zu erheben, der Renée Nicole Good ermordet hatte. Weitere Proteste gab es am Dienstag in Wisconsin, Oklahoma, New York, Ohio, New Mexico, Kalifornien, Kansas, Virginia und anderen Bundesstaaten.

Audry, eine junge Pflegehelferin, erklärte bei einer Protestveranstaltung vor dem Rathaus gegenüber der WSWS: „Das Glück und die Sicherheit meiner Familie und meiner Community sind mir wichtiger als mein Lohn. Ich will nicht mehr mitansehen, dass Leute sterben. Ich will nicht erleben, dass meine Familie und meine Freunde verschleppt werden. Das ist nicht in Ordnung. Deshalb gehe ich am Freitag nicht zur Arbeit. Was Trump macht, ist Terrorismus. Die ICE sind die wirklichen Inlandsterroristen.“

Eine junge Beschäftigte im Einzelhandel erklärte bei einer Demonstration vor dem Gouverneurssitz: „Ich bin gegen die Invasion der Bundesagenten in Minneapolis und das Massaker an Menschen auf unseren Straßen. Wir sind hier und verschaffen uns Gehör, um zu sagen: Wir haben genug davon. Wir kommen am Freitag alle zusammen, viele Leute von meiner Arbeit, so viele Leute wie möglich, für einen Generalstreik. Wir wollen zeigen, dass wir, die Bevölkerung, das nicht mehr hinnehmen.“

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Die Kapitulation der Kurden in Syrien – die USA haben sie fallen gelassen …

Von Amalia van Gent – 21. Januar 2026

Die USA haben die Seiten gewechselt: Die Kurden sind nicht mehr gefragt, wohl aber neu die Türkei und Damaskus. Amalia van Gent verfolgt die dortigen Geschehnisse täglich sehr aufmerksam. (cm)

Die Politik der zweiten Regierungszeit von Donald Trump fiel bisher noch nie durch diplomatisches Geschick auf. Das gilt auch für Tom Barrack, den US-Sonderbeauftragten in Syrien und zugleich amerikanischen Botschafter in der Türkei. In einer Erklärung auf X wies Tom Barrack gestern daraufhin, dass Washington im Kampf gegen die Dschihadisten (IS) in Syrien nun auf die Unterstützung «neuer Alliierter» zählen könne. Die Regierung in Damaskus habe sich der von den USA geführten Globalen Koalition zur Bekämpfung des ISIS angeschlossen und sei «bereit und in der Lage», Sicherheitsaufgaben zu übernehmen, einschliesslich der Kontrolle der IS-Haftanstalten und -Lager. Die Zusammenarbeit mit den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) bezeichnete er als «obsolet».

Wechsel der Allianzen

So machte Tom Barrack kurz und bündig klar, dass Washington in Syrien die Seiten gewechselt hat und nun Damaskus im Kampf gegen die Dschihadisten als wichtigsten Partner betrachte, nicht mehr wie bisher die Kurden. Historischer Rückblick: Zehn Jahre lang kämpften die SDF gemeinsam mit den USA und anderen europäischen Ländern in Syrien gegen die Dschihadisten des IS, bis sie diese im Jahr 2019 endgültig besiegt hatten. Dabei gab es in der kleinen kurdischen Minderheit bis zu 11.000 Tote und um die 30.000 Verletzte. Nach dem Sieg über den IS wurden die SDF beauftragt, für die Sicherheit von rund 9.000 gefangenen IS-Kämpfern und 38.000 weiteren Personen, darunter viele Familienangehörige von Kämpfern, in 20 Gefängnissen ihres Gebiets zu sorgen. Dabei versprachen sich die Kurden in erster Linie Schutz: Solange sie die IS-Haftanstalten und -Lager kontrollierten, würden sie ihrerseits den Schutz ihrer westlichen Partner genießen, glaubten sie – bis zuletzt. Es war eine Illusion.

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Droht eine Gaskrise? Gasreserven in der EU unter 50 Prozent gefallen, in Deutschland sind es sogar nur 40 Prozent

Von Igor Jushkow (übersetzt und kommentiert von Thomas Röper) – 21. Januar 2026

In Deutschland liegen die Gasreserven bei nur noch 41 Prozent und nur ein milder Winter kann eine Gaskrise noch verhindern. Auf Hilfe von den europäischen Nachbarn braucht niemand zu hoffen, denn dort sieht es nicht wesentlich besser aus.

Ich habe vor knapp einer Woche über die Füllstände der deutschen Gasspeicher berichtet, die so niedrig sind, wie noch nie in der Geschichte. Rein rechnerisch droht in weniger als 40 Tagen eine Gasmangellage, wenn der Winter nicht sehr mild bleibt. In dem Fall kann eine Erhöhung der LNG-Importe eine Gasmangellage noch verhindern. Im Falle eines kalten Winters kann auch eine Erhöhung die LNG-Importe, die durchaus möglich ist, einen Gasmangel nicht mehr verhindern.

Ein russischer Experte hat für die TASS in einem Artikel über die Gasprobleme der EU insgesamt berichtet, denn bei den europäischen Nachbarn sieht es nicht wesentlich besser aus. Ich habe den TASS-Artikel übersetzt, im Anschluss daran erkläre ich noch einmal, warum das Problem beim Gas nichts mit dem Ukraine-Krieg zu tun hat, sondern von der EU vor etwa zehn Jahren selbst geschaffen wurde. […]

Überschreiten der „Halbzeitmarke“ beim Gas: Welche Folgen hat der Rückgang der Gasreserven in Europa?

Igor Jushkow, Experte an der Finanzuniversität und beim Nationalen Energiesicherheitsfonds, über die Ursachen der angespannten Gaslage in der EU und die damit einhergehende doppelte Falle.

Die Gasreserven in europäischen Untergrundspeichern sind am 20. Januar unter 50 Prozent gefallen. Der verbleibende Füllstand betrug an diesem Tag 49,84 Prozent bzw. 55,1 Milliarden Kubikmeter, wie Daten von Gas Infrastructure Europe (GIE), dem Verband der europäischen Gasinfrastrukturbetreiber, zeigen. Zum Vergleich: Am 20. Januar 2025 betrugen die Reserven 61 Prozent. Der aktuelle Füllstand liegt 14,66 Prozent unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre für dieses Datum.

Diese Zahlen werden zwangsläufig zu Spannungen auf dem europäischen Gasmarkt führen.

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Die regelbasierte Ordnung – wenn die Fiktion nicht mehr trägt

Von Elena Fritz-Global Affairs – 21. Januar 2026

In Davos hat Kanadas Premierminister Mark Carney etwas ausgesprochen, was das ideologische Fundament der sogenannten „regelbasierten Ordnung“ selbst demontiert.

Carney wörtlich:

„Wir wussten, dass die Erzählung von einer regelbasierten internationalen Ordnung teilweise eine Fiktion war: Die Stärksten setzten sich über Regeln hinweg, wenn es ihnen opportun erschien. … Das Völkerrecht wird mit unterschiedlicher Strenge angewendet – je nachdem, wer Angeklagter oder Opfer ist.“

Das ist kein Versprecher, sondern ein Eingeständnis: Diese Ordnung war nie universal, nie neutral, nie gleichmäßig. Sie war funktional – für die Mächtigen.

Carney weiter:

„Diese Fiktion war nützlich.“

Und genau darin liegt der Kern. Nützlich für wen? Für jene, die Regeln setzen, auslegen und bei Bedarf suspendieren konnten.

Noch deutlicher:

„Dieses Arrangement funktioniert nicht mehr. Wir befinden uns in einem Bruch, nicht in einem Übergang.“
„Wir nehmen das Schild aus dem Fenster.“

Das heißt: Die öffentliche Bekenntnisrhetorik zur regelbasierten Ordnung wird abgeräumt, weil die Fiktion ihre Funktion verloren hat.

Hier beginnt die politische Sprengkraft. Denn dieselben westlichen Regierungen, die diese Ordnung jahrzehntelang als moralische Keule benutzt haben, räumen nun selbst ein, dass sie immer selektiv und machtgesteuert war.

Irak (2003, ohne UN-Mandat)
Libyen (2011, Regime Change)
Syrien (Sanktionen, Bombardierungen)
Jugoslawien (Angriffskrieg ohne Sicherheitsratsbeschluss)

All das lief unter dem Label der „regelbasierten Ordnung“, die Carney nun als Fiktion bezeichnet.

Oder zugespitzt: Die Regeln galten nie für alle. Sie galten für jene, die nicht stark genug waren, sich ihnen zu entziehen.

Warum wird das jetzt offen gesagt? Weil diese Ordnung erstmals nicht mehr nur gegen andere, sondern gegen eigene Interessen wirkt. Weil neue Machtzentren die alte Deutungshoheit aufbrechen.
Weil Sanktionen Gegenblöcke erzeugen.
Weil Eskalation nicht mehr folgenlos bleibt.

Carney:

„Wir haben die Fähigkeit, aufzuhören zu heucheln und die Realität beim Namen zu nennen.“

Das klingt wie Ehrlichkeit.
Ist aber ein strategischer Rückzug aus einer nicht mehr haltbaren Legende.

Carneys ehrlichster Satz bleibt:

„Wir befinden uns in einem Bruch, nicht in einem Übergang.“

Nicht nur die Ordnung bricht.
Sondern auch ihr moralischer Anspruch.
Wenn sogar ein westlicher Regierungschef in Davos nun offen einräumt, dass die „regelbasierte Ordnung“ immer eine nützliche Fiktion war, haben uns Baerbock, Scholz, Merz, Wadephul, Strack-Zimmermann jahrelang genau diese Fiktion als außenpolitisches Dogma verkauft – und darauf eine Politik aufgebaut, die Deutschland wirtschaftlich, energiepolitisch und sicherheitspolitisch geschwächt hat. Mit moralischem Pathos wurde uns eine Ordnung als sakrosankt präsentiert, die es so nie gegeben hat – nicht im Irak, nicht in Libyen, nicht in Syrien, nicht in Jugoslawien. Oder zugespitzt: Deutschland hat reale Interessen für eine Legende geopfert – und jetzt fällt diese Legende selbst im Westen in sich zusammen.

Revision der Weltordnung für den US-Imperialismus

Von Sevim Dagdelen – 21. Januar 2026

Trumps „Friedensrat“ ist kein Friedensprojekt, sondern ein Kriegs- und Kolonialrat: Eine Institution auf Lebenszeit für den US-Präsidenten, die die UN entmachtet, Russland und China ausmanövriert und den westlichen Kolonialismus erneuert.

US-Präsident Donald Trump hat etwa 60 Länder weltweit anschreiben lassen, um einen sogenannten Friedensrat zu gründen. Schnell wurde klar, dass es nicht nur um den Wiederaufbau Gazas gehen soll. Der Friedensrat ermächtigt sich selbst, in allen Belangen tätig zu werden, die bisher exklusiv dem UN-Sicherheitsrat zukamen. Das alleinige Vetorecht haben die USA und der ewige Präsident Donald Trump.

Trumps Friedensrat ist ein Kriegsrat

Der Friedensrat zielt darauf ab, den UN-Sicherheitsrat mit seiner Hauptverantwortung für internationale Sicherheit und die Aufrechterhaltung des Weltfriedens zu ersetzen. Angenehmer Nebeneffekt für US-Präsident Donald Trump: Das Vetorecht insbesondere der ständigen Sicherheitsratsmitglieder Russland und China wird damit aufgehoben. Die multipolare Weltordnung – Ergebnis der Niederlage des deutschen Faschismus und des japanischen Militarismus sowie des Sieges der Alliierten und insbesondere der Sowjetunion – wird institutionell zertrümmert. Trumps Angebot zur Teilnahme am Friedensrat an Russland und China ist ein mafiöses Angebot.

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Der Erwerb Grönlands durch die USA könnte zu einem Abkommen über die kanadischen Arktisinseln führen

Von Andrew Korybko – 21. Januar 2026

Mit dem Erwerb Grönlands könnte Trump argumentieren, dass die Ausweitung des „Goldenen Domes” auf die arktischen Inseln Kanadas notwendig sei, um die Lücke zwischen der größten Insel der Welt und Alaska zu schließe. Die Errichtung von „Golden Dome”-Infrastruktur dort könnte dann auch als Deckmantel für den Einsatz neuer Offensivwaffensysteme in der Arktis gegen Russland und China dienen.

Trump stellte seinen Wunsch nach dem Erwerb Grönlands als unverzichtbar für sein Megaprojekt „Golden Dome” zur Raketenabwehr dar und deutete in seinem Beitrag, in dem er Zölle gegen mehrere NATO-Verbündete ankündigte, die symbolisch Militäreinheiten dorthin entsandt hatten, auch den Einsatz neuer Offensivwaffensysteme dort an. Laut mehreren aktuellen und ehemaligen Regierungsquellen, die NBC News kürzlich darüber informierten, verwendet er nun angeblich in privaten Gesprächen über Kanada eine ähnliche Sprache.

Sie behaupten, dass Trump nicht über die Stationierung von US-Truppen entlang der angeblich gefährdeten Nordgrenze Kanadas gesprochen habe, sondern stattdessen „mehr gemeinsame militärische Übungen und Operationen der USA und Kanadas sowie eine Verstärkung der gemeinsamen Luft- und Wasserpatrouillen und der amerikanischen Schiffsstreifen in der Arktis“ vorgeschlagen habe. Die angeblich defensiven Zwecke, denen diese Pläne dienen würden, würden jedoch immer noch eine auffällige Lücke im arktischen Abfangbereich des „Golden Dome“ zwischen Alaska und Grönland über den kanadischen Arktisinseln hinterlassen.

Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass die gemeldeten Vorschläge letztendlich darauf abzielen, sein Ziel voranzutreiben, eine „Golden Dome“-Infrastruktur auf diesen Inseln zu errichten, um diese Lücke zu schließen. Dort könnten auch offensive Waffensysteme stationiert werden, unter anderem unter dem Deckmantel von Abfangraketen, genau wie Russland den USA seit langem vorwirft, dies in Mittel- und Osteuropa im Hinblick auf ihre Raketenabwehrpläne in Polen und Rumänien zu planen, die maßgeblich die erste Quelle der Spannungen zwischen ihnen im 21. Jahrhundert waren.

Die Geschichte könnte sich wiederholen, wie Trumps mangelndes Interesse an einer Verlängerung des New-START-Vertrags vor dessen Auslaufen Anfang nächsten Monats bedrohlich andeutet, ganz zu schweigen von Verhandlungen über einen aktualisierten strategischen Rüstungskontrollvertrag mit Russland, der neue offensive Waffensysteme umfasst. Wenn die USA das Abkommen auslaufen lassen, könnte dies auf nicht erklärte Pläne zurückzuführen sein, offensive Waffen in der Arktis zu stationieren, sei es in Alaska, Grönland und/oder auf den arktischen Inseln Kanadas. Diese könnten ganz Russland abdecken und sogar China leicht erreichen.

In dieser Hinsicht wird China von den USA als ihr einziger strategischer Rivale angesehen, nicht Russland. Gemäß der von Elbridge Colby beeinflussten „Trump-Doktrin“ wird Russland zu einem Juniorpartner in einer wiederbelebten, von den USA geführten Weltordnung degradiert, in der die USA in dessen Rohstoffvorkommen investieren würden, um China den Zugang zu diesen zu verwehren und so seinen Aufstieg zur Supermacht zu bremsen. Wenn die Spannungen mit Russland nachlassen, würden die USA erwarten, dass Russland im Kriegsfall nicht versuchen würde, die von den USA aus der Arktis abgefeuerten Raketen abzufangen, die auf China zusteuern.

Unabhängig davon, wie sich die Beziehungen der USA zu Russland entwickeln und was Russland in dem oben genannten Szenario tun könnte, ist davon auszugehen, dass die USA die Ausweitung ihres militärischen Einflussbereichs auf die gesamte arktische Region Nordamerikas anstreben werden, angefangen bei Grönland bis hin zu den arktischen Inseln Kanadas. Der Erwerb des ersten Gebiets könnte zu einem durch Zölle erzwungenen Abkommen über den Aufbau militärischer Infrastruktur im zweiten Gebiet und möglicherweise zu gemeinsamen Rohstoffförderungsprojekten führen, die durch versprochene Zollvergünstigungen erleichtert werden könnten.

Kanada ist nicht in der Lage, seine arktischen Inseln zu verteidigen, sodass sie im Ernstfall den USA zur Verfügung stehen, aber Trump scheint nicht daran interessiert zu sein, sie zu annektieren, weshalb er sich wahrscheinlich für ein erzwungenes Abkommen entscheiden wird. Der Erwerb Grönlands würde es Trump ermöglichen, zu argumentieren, dass die Ausweitung des „Goldenen Domes” auf die arktischen Inseln Kanadas die Lücke zwischen der größten Insel der Welt und Alaska schließen würde. Kanada könnte dann entweder ein (unter den gegebenen Verhältnissen) relativ „faires“ Abkommen erzielen, nach der Einführung von Zöllen zu einem schlechteren gezwungen werden oder die Inseln gewaltsam verlieren.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache]

Enteignung in Kriegszeiten: Norwegen verschickt Brief an Bürger – die Normalisierung des Ungeheuerlichen ist zu beobachten

Von Marcus Klöckner – 21. Januar 2026

Norwegen bereitet sich auf Enteignungen von Eigentum in Kriegszeiten vor“ – so lautet eine aktuelle Schlagzeile [der US-amerikanischen Finanz- und Investmentzeitschrift Barron’s], die aufzeigt: Die Vorbereitungen auf einen Kriegsfall gehen reihum. Polen, Deutschland, Dänemark, Schweden usw.: Überall bereiten Politiker Länder und Gesellschaften auf das schier Undenkbare vor. Längst entwickelt sich eine Normalität des Ungeheuerlichen – mit Folgen, die schlimmer kaum sein könnten. Längst ist die Rede von Enteignungen – auch in Deutschland.

Am 8. Mai 1945 kapitulierte Deutschland bedingungslos. Das war das Ende des Zweiten Weltkriegs. Nach nun rund 80 Jahren und acht Monaten bereitet sich Europa auf den Kriegsfall vor. Das Irrsinnige und zugleich Schlimme ist: Viele politische Führer in Europa meinen das ernst.

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US-Einwanderungsbehörde eskaliert ihre Terrorkampagne, unter den Arbeitern wächst die Stimmung für einen Generalstreik in Minneapolis

Von Jacob Crosse – 20.Januar 2026

Am Sonntagabend wurde bekannt, dass ein in Minneapolis lebender Mann, der am 6. Januar von Einsatzkräften der amerikanischen Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) entführt worden war, am 14. Januar im Internierungslager „Camp East Montana“ in El Paso (US-Bundesstaat Texas) gestorben ist. Mehrere Medien berichteten, dass der 36-jährige Victor Manuel Diaz, der ursprünglich aus Nicaragua stammt, letzte Woche bewusstlos und nicht ansprechbar in der Einrichtung aufgefunden wurde.

Diaz ist mindestens die dritte Person, die in den letzten anderthalb Monaten in dem weitläufigen Zeltlager im Süden von Texas ums Leben gekommen ist. Am 3. Januar gab die ICE bekannt, dass Geraldo Lunas Campos in derselben Einrichtung gestorben sei, nachdem „Mitarbeiter ihn in Not gesehen hatten“. Diese bewusst vage Formulierung soll die Tatsache verschleiern, dass Lunas Campos starb, nachdem er von Wachpersonal der Einrichtung misshandelt worden war.

Letzte Woche berichtete die Washington Post, dass die Gerichtsmedizin von El Paso County den Tod von Lunas Campos wahrscheinlich als „Mord“ einstufen werde, nachdem als Todesursache „Ersticken aufgrund von Druck auf Hals und Brust“ festzustellen war. Das heißt, Lunas Campos konnte nicht ausreichend Sauerstoff einatmen, weil starker Druck auf seinen Hals und seine Brust ausgeübt wurde.

Santos Jesus Flores, ein Zeuge des Vorfalls, berichtete der Zeitung, er habe gesehen, wie mindestens fünf Wachleute mit Lunas Campos rangen, nachdem dieser sich geweigert hatte, ohne seine Medikamente in eine Isolationszelle zu gehen. Flores berichtete der Post, er habe gesehen, wie Wärter den Vater von drei Kindern gewürgt hätten, und er hörte Lunas Campos schreien „No puedo respirar“ („Ich kann nicht atmen“), bevor dieser schließlich bewusstlos wurde.

„Er sagte: ‚Ich kann nicht atmen, ich kann nicht atmen.‘ Danach hörten wir seine Stimme nicht mehr, und das war’s“, berichtete Flores.

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Trump nimmt Machados Nobelmedaille an – CIA-Chef trifft Übergangspräsidentin Venezuelas

Von Bill Van Auken – 20. Januar 2026

Trump nimmt im Weißen Haus die Nobelmedaille von Maria Corina Machado entgegen [Photo: @WhiteHouse]

Am vergangenen Donnerstag spielten sich zwei Ereignisse zeitgleich ab, obwohl sie rund 3.200 Kilometer voneinander entfernt stattfanden. Das erste ereignete sich in Washington D.C., das zweite in Caracas. Zusammen sind sie eine vernichtende Anklage gegen die venezolanische nationale Bourgeoisie und die Unterwürfigkeit all ihrer politischen Vertreter unter den US-Imperialismus nach der verbrecherischen US-Invasion in das Land und der Entführung von Präsident Nicolás Maduro und seiner Frau Celia Flores.

Das erste Ereignis war ein groteskes Spektakel im Weißen Haus. Maria Corina Machado, die von der CIA unterstützte Anführerin der rechtsextremen venezolanischen Opposition, erwies dort dem Mann Ehrerbietung, der die blutige Invasion ihres Land angeordnet hatte. In einer kriecherischen Zurschaustellung von Unterwürfigkeit überreichte sie dem Möchtegern-Führer der USA die Friedensnobelmedaille, die ihr verliehen worden war – angeblich für ihren „Kampf für einen gerechten und friedlichen Übergang von Diktatur zu Demokratie“.

Trump schien glücklich zu sein, das 18-karätige Goldschmuckstück entgegenzunehmen, das mit einer Erklärung versehen war, die ihn dafür lobt, „durch Stärke Frieden zu fördern“. Das war offenbar eine Anspielung auf den Angriff der US-Spezialeinheiten, bei dem mehr als 100 Venezolaner ums Leben kamen, und die Raketenangriffe auf kleine Boote, bei denen weitere 100 Personen getötet wurden.

Trump hat mehrfach genörgelt, er verdiene den Preis, weil er angeblich acht Kriege beendet habe – von denen es einige gar nicht gab und andere noch immer andauern. Im Fall von Machados Auszeichnung kann er zweifellos einen gewissen Anspruch geltend machen, weil die unaufhörlichen Geldflüsse von der National Endowment for Democracy und anderen US-Behörden ihre Aktivitäten finanziert haben.

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