Nach Abschuss eines US-Kampfjets: Spezialeinheiten führen Rettungsoperation im Iran durch

Von Andre Damon – 6. April 2026

Am 3. April schoss die iranische Luftabwehr über dem Westen des Iran ein Kampfflugzeug des Typs F-15E Strike Eagle ab. Es war der erste Abschuss eines US-Flugzeugs durch Iran seit Kriegsbeginn. Daraufhin leiteten US-Spezialeinheiten eine Aktion zur Rettung der Piloten innerhalb Irans ein. Axios berichtete, US-Spezialeinheiten hätten „ein Mitglied der Besatzung gefunden und auf iranischem Staatsgebiet lebend gerettet“.

Der zweite Pilot wurde Berichten zufolge ebenfalls schwer verletzt gerettet. Dabei wurden laut iranischen Angaben zwei Black-Hawk-Hubschrauber des US-Militärs und ein C-130-Militärtransportflugzeug zerstört.

Zeitgleich mit der Rettungsaktion trafen etwa 7.500 US-Marines von drei Marine-Expeditionseinheiten und eine Kampfbrigade der 82. Luftlandedivision (Sofortige Eingreiftruppe) im Persischen Golf ein oder sind auf dem Weg dorthin. Sie verstärken die über 50.000 US-Soldaten, die bereits in der Region stationiert sind. Dieser Aufmarsch deutet auf eine Bodenoffensive hin.

Nach dem Abschuss des Flugzeugs schrieb Präsident Donald Tump auf Truth Social: „Mit etwa mehr Zeit können wir problemlos DIE STRASSE VON HORMUS ÖFFNEN, UNS DAS ÖL HOLEN UND EIN VERMÖGEN MACHEN.“ Die Beschlagnahme des iranischen Öls würde eine Bodenoffensive und die Besetzung des Landes erfordern.

Am gleichen Tag wurde bei einem weiteren Zwischenfall eine A-10 Thunderbolt abgeschossen. Der Pilot konnte per Schleudersitz über kuwaitischem Luftraum aussteigen und wurde gerettet. Zwei HH-60G-Rettungshubschrauber, die die Besatzung der F15E bergen sollten, wurden ebenfalls von iranischem Feuer getroffen, wobei US-Soldaten an Bord verletzt wurden. Insgesamt wurden vier amerikanische Flugzeuge an einem einzigen Tag getroffen – die schwersten Verluste in dem seit fünf Wochen andauernden Krieg.

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Iran-Krieg: Das Ergebnis ist absehbar – doch wie tief im Blut die Welt dorthin watet noch nicht

Von Peter Hänseler – 5. April 2026

US-Präsident Trump watet durch das Blutbad, das er angerichtet hat.

Die Folgen des Irankriegs werden die Vorherrschaft des Westens brechen und dem Globalen Süden viel schneller große Mittel und Macht in die Hand geben, als dies unter friedlichen Szenarien geschehen wäre. Trump entscheidet lediglich noch, wie tief die Welt auf dem Weg dorthin im Blut versinkt.

Einleitung

Mit Sprachlosigkeit stellt man fest, dass die westlichen Medien noch immer nicht erkannt haben, dass dieser von Israel und den Vereinigten Staaten unter jedem juristischen und moralischen Aspekt despektierliche Krieg gegen den Iran bereits verloren ist und dass die Folgen bereits mit grossen Lettern an der Wand stehen: Die Vorherrschaft des Westens ist Vergangenheit, das Schicksal der EU und die NATO hängen an einem seidenen Faden, Westasien wird neue Herren haben und Iran als eine der ältesten Zivilisationen der Erde wird in Zukunft wieder die Rolle einer solchen einnehmen.

In diesem Artikel betrachte ich zuerst das Endergebnis, das bereits absehbar ist, da die Kräfteverhältnisse, die Nachhaltigkeit der Parteien augenfällig und die Eskalationsfähigkeit der fanatischen Aggressoren viel bescheidener sind, als sie auf den ersten Blick scheinen. Der Krieg mag auf unterschiedlichen Wegen zu einem Ende kommen, das Ergebnis wird in jedem Fall dasselbe sein. Es geht «nur noch» darum, wie tief Präsident Trump durch Blut zu waten bereit ist. Der Blutzoll steht in direkter Abhängigkeit zur Dauer des Konflikts.

Ich beginne somit mit dem Ende der Geschichte, da das Ende einfacher zu skizzieren ist als der Weg dorthin.

Der Globale Süden übernimmt Westasien

Vor einem Jahr verfasste ich die Serie »Der Krieg zweier Welten hat begonnen«. Darin machte ich mir Gedanken darüber, wie die Stabübergabe vom Kollektiven Westen zum Globalen Süden vonstatten gehen könnte. Ich sah voraus, dass die beiden Welten sich während dieses Prozesses in Stellvertreterkriegen bekämpfen und dass dieser Prozess Jahrzehnte dauern und blutig sein würde. Nicht vorausgesehen habe ich, dass die Vereinigten Staaten den Iran nicht nur einmal, sondern zweimal während diplomatischer Verhandlungen – unter Verletzung von amerikanischem und internationalem Recht – überfallen würden. Dass die Amerikaner dies nach dem Sommer 2025 vor Monatsfrist ein zweites Mal riskierten, nachdem sie dies das erste Mal erfolglos taten, weist auf ein Ausmaß an Hybris und Dummheit hin, von der ich als Analyst vor Jahresfrist nicht auszugehen wagte. Ich muss zugeben, dass ich mir bis zum Kriegsausbruch am 28. Februar nicht vorzustellen vermochte, dass die Amerikaner dermaßen kopflos handeln würden – mein Freund und Autor Scott Ritter und viele andere haben den Umfang der Arroganz und Dummheit ihrer eigenen Regierung besser eingeordnet als ich. Letztmals äußerte sich Scott Ritter bei uns am 20. Februar in »Krieg gegen den Iran«.

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Zionismus und der Krieg gegen den Iran

Von Eric Cheyfitz – 5. April 2026

Symbolbild, Foto Nathaniel St. Clair, aus Mondoweiss übernommen.

Die aktuelle verbrecherische Politik Israels zur Erreichung einer Hegemonie im Nahen Osten ist keine neue Idee. Sie ist, was man in der Geschichte Europas in den letzten Jahrhunderten als Kolonialismus bezeichnet. Doch während einige europäische Länder sich für ihre kolonialistische Vergangenheit schämen und durch historische Aufarbeitung versuchen, sich dafür zu entschuldigen, fährt Israel voll auf dieser Schiene. Ein kurzer Blick in die Geistesgeschichte Israels lohnt sich. (cm)

Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran ist eine Fortsetzung des zionistischen Projekts zur Ausweitung der israelischen Hegemonie im Nahen Osten, das definitiv mit dem Sechstagekrieg 1967 begann, ideologisch jedoch bereits mit der Formulierung des „revisionistischen Zionismus“ in dem Artikel „Die eiserne Mauer“ von Vladimir (Ze’ev) Jabotinsky aus dem Jahr 1923 begonnen hatte. In einem Artikel vom 11. März 2026 in Mondoweiss macht Qassam Muaddi auf dieses expansionistische Projekt aufmerksam:

»Laut dem palästinensischen Historiker Bilal Shalash ist Israel in eine Phase eingetreten, in der es versucht, seinen Konflikt mit seinen Feinden zu einem „entscheidenden Ende“ zu bringen. Dies zeigt sich deutlich in seiner anhaltenden Aggression im Iran und im Libanon, aber auch das Westjordanland ist ein weiterer Schauplatz, an dem Israel versucht, reinen Tisch zu machen. „Israel wird dadurch motiviert, dass sein wichtigster Geldgeber und Verbündeter, die USA, dasselbe auf globaler Ebene versucht, von Lateinamerika bis zum Iran“, erklärt Shalesh. „Und im Falle des Iran ist dieser zudem das Zentrum des Widerstands gegen Israels Vorherrschaft in der Region.“ („Warum versucht Israel, eine ‚Explosion‘ im Westjordanland auszulösen?“)«

Der anhaltende Völkermord in Gaza ist der Auftakt zu diesem Projekt, das ein von Palästinensern ethnisch gesäubertes und von Israel annektiertes Palästina sowie einen Nahen Osten vorsieht, der der wirtschaftlichen und militärischen Macht Israels unterworfen ist. (Hervorhebung durch die Globalbridge-Redaktion.)

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37. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 09:00 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 5. April 2026

Der Vortag war insofern ereignisreich, da er Fähigkeiten und Strategie des Iran deutlich machte, bewies dass die Straße von Hormus nicht vollständig blockiert ist und auch eine alternative Wasser-Straße innerhalb der Küstengewässer des Oman befahrbar ist, die vom Iran nicht beansprucht wird. Was ansonsten über Irans Fähigkeiten bekannt wurde, und in der Nacht und am 5. April 2026 im Krieg gegen den Iran passierte, in diesem Ticker.

Die angreifende Koalition erklärte, die Ausgänge der unterirdischen Verteidigungsanlagen des Iran zerstört zu haben. Allerdings repariert der Iran Raketenbunkerausgänge innerhalb weniger Stunden, während die USA Schwierigkeiten haben, zerstörte Abschussrampen zu verifizieren.

Laut Einschätzungen der US-Geheimdienste, die von der New York Times zitiert werden, repariert der Iran nach Angriffen seine unterirdischen Raketenbunker und Silos so schnell, sodass die Abschussrampen innerhalb weniger Stunden wieder einsatzbereit sind. Trotz wochenlanger, anhaltender Angriffe der USA und Israels hat der Iran einen bedeutenden Teil seines Raketenarsenals behalten und führt weiterhin Angriffe durch, wobei er seine Taktiken anpasst, um seine Einsatzfähigkeit zu erhalten.

Gleichzeitig räumen US-Beamte wachsende Unsicherheit über die Effektivität des Angriffs ein. Der umfangreiche Einsatz von Täuschkörpern in Kombination mit in Bunkern und Höhlen versteckten Abschussrampen erschwert es, die Anzahl der zerstörten Ziele zu bestimmen. Während daher Washington von erheblichen Fortschritten spricht, konnten die Geheimdienste keine verlässliche Schätzung der verbleibenden Anzahl an Abschussrampen abgeben.

Obwohl die Frequenz des iranischen Raketenbeschusses abgenommen hat, erklären Beamte, dies spiegele eher eine kalkuliertere und zurückhaltendere Strategie als einen Zusammenbruch der Fähigkeiten wider. Durch die Schonung von Startrampen, die Verteilung von Ressourcen und die rasche Reparatur beschädigter Infrastruktur scheint der Iran seine Fähigkeit aufrechtzuerhalten, den Druck über einen längeren Zeitraum zu gewährleisten, was Fragen darüber aufwirft, wie nahe die USA ihrem erklärten Ziel der Zerschlagung des iranischen Raketenprogramms gekommen sind.

Also schauen wir, was in der Nacht passierte

Der Sprecher der iranischen Streitkräfte, welche quasi Regierungsfunktionen übernommen haben, wandte sich an die Bevölkerung des Iraks. Zuletzt waren hunderte von Fahrzeugen mit irakischen Freiwilligen über die Grenze in den Iran gekommen, um im Kampf gegen eine mögliche Bodeninvasion zu helfen.

„‚Das iranische Volk war nicht allein. Wir kämpften diesen Kampf, und eure Herzen, eure Tränen und eure unerschütterliche Haltung waren und sind bei uns.‘ Zolfaqari verkündete, dass die Beschränkungen der Straße von Hormus NICHT für den Irak gelten.

Der Iran ruft den Irak auf, diese ‚historische Chance‘ zu nutzen, um die amerikanische Militärpräsenz auf seinem Territorium zu beenden und der Plünderung des irakischen Reichtums durch die Vereinigten Staaten ein Ende zu setzen.

‚Das iranische und das irakische Volk stehen im selben Schützengraben und werden gemeinsam den Sieg in diesem historischen Kampf gegen den Großen Satan, Amerika und seine Agenten – und gegen Israel, den Kindermörder – erringen.’“

Vorbereitung der Bodeninvasion

„Der Präsident sagt, es blieben noch 48 Stunden. Der Flugzeugträger, der im Einsatz ist, befindet sich seit 281 Tagen auf See – mit defekten Wasserleitungen und notdürftig reparierter Wäscherei. Der reparierte Träger ist gerade erst von einem dreiwöchigen Einsatz in Griechenland und Kroatien zurückgekehrt. Der als Ersatz entsandte Träger befindet sich noch immer im Atlantik. Das AWACS-Flugzeug wurde in Saudi-Arabien zerstört. Die Verstärkung durch Marinesoldaten überquert den Pazifik. Der vermisste Waffensystemoffizier ist weiterhin verschwunden. Und die Streitkräfte, die den Countdown unterstützen, sind die größten, die die USA seit dem letzten Einmarsch in ein Land dieser Region im Golf zusammengezogen haben. Sie sind auf Stützpunkten verteilt, die die Truppen nicht fassen können, und hängen von einer Flugzeugträgerflotte ab, die so stark beansprucht ist, dass die Marine die Außerdienststellung eines 51 Jahre alten Schiffes verschieben musste, um die Einsatzfähigkeit aufrechtzuerhalten.“ (Quelle)

08 Uhr 00

In der Nacht hat sich der anhaltende Krieg gegen den Iran mit intensiven militärischen Aktionen und Gegenreaktionen weiter verschärft, wie Berichte aus Quellen des Globalen Südens wie Al Jazeera und der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zeigen. Die Ereignisse konzentrieren sich auf iranische Drohnenangriffe auf Ziele in Kuwait und Bahrain, US-geführte Rettungsoperationen nach dem Abschuss von Flugzeugen sowie iranische Drohungen mit massiver Vergeltung.

Am frühen Morgen des 5. April meldete Kuwait iranische Drohnenangriffe, die einen Regierungskomplex in Kuwait City, zwei Kraft- und Wasserentsalzungsanlagen sowie einen Brand im Shuwaikh-Ölsektor-Komplex verursachten. Bahrain berichtete ebenfalls von einer durch iranische Vergeltung ausgelösten Brand an einer Einrichtung. Gleichzeitig gab der Iran an, dass US-israelische Angriffe in der Mahshahr-Petrochemiezone fünf Menschen getötet und 170 verletzt sowie in der Provinz Ardabil sechs weitere Personen getötet oder verletzt hätten.

Während einer nächtlichen US-Rettungsoperation in der Region Dehdasht kam es zu schweren Gefechten und Luftangriffen, bei denen mindestens vier Menschen starben; ein US-Regierungsvertreter bestätigte um 03:23 GMT die Bergung eines zweiten Besatzungsmitglieds eines abgeschossenen F-15E-Jets nach einem heftigen Feuergefecht.

Um 04:50 GMT bestätigten Berichte weitere Drohnenangriffe auf Kuwait in der Nacht, die erhebliche Schäden verursachten.

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Angolas Annäherung an den Westen in den letzten Jahren ist eine schlechte Nachricht für China

Von Andrew Korybko – 5. April 2026

Der wachsende Einfluss der USA auf Angola durch den Lobito-Korridor sowie engere Beziehungen in den Bereichen Energie und Militär könnten dazu führen, dass „Trump 2.0“ Einfluss auf einen der wichtigsten afrikanischen Partner Chinas gewinnt, der dann als Druckmittel eingesetzt werden könnte, um strategische Zugeständnisse von China zu erzwingen.

Die BBC veröffentlichte Ende März einen ausführlichen Bericht über eine angebliche russische Operation zur Auslösung regierungsfeindlicher Proteste in Angola, der die Aufmerksamkeit auf den Prozess gegen zwei Russen lenkte, die im vergangenen Jahr wegen Verstößen gegen die nationale Sicherheit wie Terrorismus, Spionage und Einflussnahme verhaftet worden waren. Ihnen wird zudem vorgeworfen, unter dem Deckmantel der Einrichtung eines russischen Kulturzentrums regierungsfeindliche Artikel in Auftrag gegeben und sich im Vorfeld der Wahlen im nächsten Jahr mit potenziellen Präsidentschaftskandidaten getroffen zu haben.

Die Russen und ihre beiden angolanischen Mitverschwörer bestreiten diese Vorwürfe, und der BBC ist anzurechnen, dass sie schrieb, manche glaubten, die Regierung benutze sie als Sündenböcke, um von dem abzulenken, was Aktivisten als die tatsächlich spontanen Proteste vom vergangenen Juli bezeichnen, die die tödlichsten seit dem Ende des Bürgerkriegs im Jahr 2002 waren. Was auch immer die Wahrheit sein mag, dieser Skandal unterstreicht Angolas Drift nach Westen, die einige Jahre nach dem Amtsantritt von Präsident João Lourenço in der Nachfolge des langjährigen Präsidenten José Eduardo dos Santos im Jahr 2017 begann.

Lourenço leitete sofort eine Kampagne gegen Korruption ein, in die unter anderem dos Santos’ mächtige Tochter Isabel verwickelt war und die von einigen als Grundlage für die Säuberung der Machtbasis seines Vorgängers im Vorfeld einer außenpolitischen Wende angesehen wurde. Erst im Dezember 2022 begann Lourenço jedoch mit seiner Annäherung an den Westen, wobei er wahrscheinlich so lange damit wartete, bis er seine Macht gefestigt hatte und somit sicher sein konnte, dass ein Putsch gegen ihn keinen Erfolg haben würde. Anschließend stellte er seine Pläne in einem Fernsehinterview mit Voice of America vor.

Mit seinen Worten: „Wir, die Regierung Angolas, möchten die USA einladen, an unserem Programm zur militärischen Ausrüstung teilzunehmen. Wie Sie wissen, verfügen die angolanischen Streitkräfte bis heute über die sogenannte sowjetische Technik.“ Weniger als ein Jahr später, im Herbst 2023, unterzeichneten Angola und die USA eine Absichtserklärung zum „Lobito-Korridor“, bei dem es sich im Wesentlichen um ein Eisenbahnmodernisierungsprojekt handelt, um einen größeren Teil der Mineralienexporte (insbesondere Kupfer) der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und Sambias von China in den Westen umzuleiten.

Etwas mehr als ein Jahr später, also zwei Jahre nach Lourencos pro-amerikanischer Militärerklärung, wurde Biden der erste Präsident, der Angola besuchte. Trump 2.0 übernahm dann den Staffelstab, indem er im Sommer 2025 die Zusammenarbeit im Energiebereich ausbaute, wohl mit dem Ziel, den Einfluss US-amerikanischer Unternehmen auf einen der größten Öllieferanten Chinas zu vertiefen, um politischen Druck auszuüben, genau wie es in Venezuela geschehen ist und im Iran erreicht werden soll. Auch die militärischen Beziehungen wurden in jenem Sommer im Kampf gegen den IS und die Kartelle gestärkt.

Die Beziehungen zu China bleiben eng, und chinesische Investitionen spielen nach wie vor eine wichtige Rolle für Angolas wirtschaftliche Entwicklung, ganz zu schweigen von der Energieentwicklung, wie Angolas Interesse an einem fast fünf Milliarden Dollar schweren chinesischen Kredit zum Bau einer neuen Raffinerie belegt. Dennoch droht Angolas Westdrift, seinen Balanceakt zwischen China und den USA zu stören, und es ist möglich, dass China nach Russland das nächste geopolitische Opfer werden könnte. Mehr US-Einfluss könnte zu mehr indirektem Druck der USA auf China führen, um Zugeständnisse von diesem zu erzwingen.

Die Tatsache, dass Angola bereits dazu bereit ist, einen Teil der Mineralienexporte (insbesondere Kupfer) aus der Demokratischen Republik Kongo und Sambia über den Lobito-Korridor von China in den Westen umzuleiten, offenbart Lourencos Absichten. Es sieht daher so aus, als würde er China hinhalten, um so lange wie möglich maximale Vorteile daraus zu ziehen, bevor er seine Westorientierung entschlossen in eine vollständige Neuausrichtung umwandelt. Es ist unklar, was China tun kann, um dieses Szenario abzuwenden, aber sollte es Realität werde, wäre dies ein weiterer Erfolg im globalen Machtkampf der USA.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Wird der Iran bei US-Bodeninvasion selbst Invasion der Küstenregion durchführen?

von Jochen Mitschka – 4. April 2026

Während der Iran die USA immer weiter auffordert, doch endlich die Bodenoffensive zu beginnen, fragen sich Experten, ob das Land Pläne hat, in dem Fall seinerseits eine Bodenoffensive der gegenüberliegenden Küstenregion am Golf zu unternehmen.

Die Diskussion dreht sich vor allem um iranische Drohungen, die von Analysten aufgegriffen und analysiert werden. Ein zentraler Fall ist der iranische Sicherheits- und Analyst Morteza Simiari (auch Simiari), der auf dem staatlichen Sender IRIB (Iranian State Television) explizit warnte:

„Wenn die USA einen Fehler machen und Bodentruppen einsetzen, sind die iranischen Streitkräfte bereit, die Küsten von Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu besetzen. Der Einmarsch an den Küsten der UAE und Bahrains steht auf der Agenda und würde die regionale Lage grundlegend verändern.“

Diese Aussage wird als direkte Reaktion auf Spekulationen über eine US-Bodeninvasion (z. B. zur Einnahme von Kharg Island oder anderen Zielen) gesehen und soll die die Golfstaaten abschrecken, die USA stärker zu unterstützen.

Die Einschätzung von Experten

Militärische Analysten (z. B. in Berichten und Video-Analysen zu den IRIB-Äußerungen) sprechen offen darüber, dass eine iranische Küsten- oder Amphibienoperation gegen die UAE/Bahrain zwar strategisch angedroht wird, aber logistisch extrem unwahrscheinlich sei: Iran fehle die nötige Luft- und Seestärke für eine großangelegte Bodeninvasion über den Golf, und die Golfmonarchien hätten US-Unterstützung sowie moderne Luftabwehr. Sie bewerten es daher primär als psychologische Kriegsführung und Abschreckung, um die USA von Bodentruppen abzuhalten und die Golfstaaten (insbesondere UAE) zu warnen, nicht tiefer in den Konflikt einzusteigen.

Trita Parsi (bekannter Iran-Experte und Gründer des Quincy Institute) thematisiert diese Drohungen in Interviews und Analysen zur laufenden Krise. Er erklärt, dass Iran historisch schon mit Invasionen von Dubai/Abu Dhabi gedroht habe, falls die Emirate offen in den Krieg eintreten. Parsi sieht darin eine mögliche Gegeneskalation (u. a. mit Booten und Truppen), betont aber auch die hohen Risiken und dass eine US-Bodeninvasion für alle Seiten ein „Lose-Lose“-Szenario wäre. Er ordnet es in Irans Strategie ein, die Golfmonarchien von einer Beteiligung abzuschrecken.

Das nicht berücksichtige Szenario

Was in diesen Analysen immer angenommen wird ist eine Invasion über das Wasser. Niemand hält es für notwendig eine Invasion über die Landverbindung mit dem Irak in Betracht zu ziehen. Das könnte schon alleine für den Iran sinnvoll sein, um im Fall einer Invasion die feindlichen angreifenden Kräfte zwingen, sich zu aufzuteilen, und nicht in voller Macht vorzudringen. Noch drastischer wäre die Auswirkung, wenn die Gegenangriffe im Fall einer Invasion gleich an mehreren Fronten erfolgen würden. Am Ende ging es gar nicht um die „Eroberung“ von Bahrain, Kuwait oder Katar, sondern darum, möglichst die Angreifer zu zerstreuen und so viel Zerstörung wie möglich zu verursachen.

Bild: Wikipedia

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Das ZDF will über Frieden sprechen, predigt in der Ukraine jedoch den Krieg

Von Stefano di Lorenzo – 04. April 2026

Auf die konkrete Frage, wie in der Ukraine der Friede erreicht werden könnte, hat die ZDF-Sonderkorrespondentin Katrin Eigendorf nur die eine Antwort: Man kann den Frieden nur militärisch erreichen. (Siehe und höre ab Minute 21). Screenshot.

Stefano di Lorenzo, der für Globalbridge üblicherweise aus Moskau berichtet, hat sich die Mühe genommen, eine fast zweistündige Sendung des ZDF anzuschauen, wo sogenannte Experten darüber diskutieren, wie Frieden erreicht werden kann. Und wie kann – die konkrete Frage – Friede in der Ukraine erreicht werden? Die Antwort der ZDF-Sonderkorrespondentin hat ihn veranlasst, in die Tasten zu greifen … (cm)

Nach vier Jahren Krieg in der Ukraine hätte die Ankündigung des deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders ZDF, eine Sendung zum Thema Frieden zu bringen, wie ein Hauch frischer Luft wirken können. Die Sendung trägt den Titel „Iran, Ukraine, Syrien: Wie man Kriege beenden kann“. Ein Titel, der in diesen dunklen Tagen ein wenig Optimismus zu vermitteln scheint. Man kann also wieder daran glauben, Kriege beenden zu können, auch den Krieg in der Ukraine! Nach Jahren, in denen Pazifismus als idiotisch und als Komplize des Bösen angeprangert wurde, nachdem so viel von „Kriegstüchtigkeit“ gesprochen wurde, als sei ein künftiger Krieg zwischen Russland und Europa etwas absolut Unvermeidbares, das in keiner Weise von uns und davon abhängt, wie sich Europa zum Krieg in der Ukraine positioniert — da kommt endlich eine Botschaft der Hoffnung! Nach den Vorwürfen gegen all jene, die es wagten, zu Verhandlungen und Friedensappellen mit Russland aufzurufen, ist nun endlich der Moment gekommen, in dem sich alle beruhigt haben und in der Lage sind, das Problem des Krieges in der Ukraine mit kühlem Kopf zu lösen, rational und ohne sich von den Leidenschaften und der Wut der absoluten Gerechtigkeit sowie dem Wunsch nach Rache mitreißen zu lassen?

Sicherlich gibt es in Deutschland wie auch in anderen Ländern Europas viele, die das Vertrauen in die traditionellen Medien und vor allem in die Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks verloren haben, aber wäre eine Sendung über Frieden nicht vielleicht die richtige Gelegenheit für das große Fernsehen, eine wirklich neue, interessante Botschaft zu vermitteln, einen radikal revolutionären Ansatz, der den Kriegen, allen Kriegen, wirklich ein Ende setzen will? Natürlich werden Kriege nicht von den Medien betrieben, aber die Medien tragen zweifellos dazu bei, Kriege zu schüren: Ohne den psychologischen Faktor ist jeder Krieg verloren. In Kriegszeiten sind also auch die Medien ein Instrument des Krieges.

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Neue Wehrpflicht-Regel: Junge Männer dürfen Deutschland nicht mehr länger ohne Genehmigung verlassen

Von Mario Jacob – 3. April 2026

Änderung im Wehrdienst-Modernisierungsgesetz trat weitgehend unbemerkt in Kraft. Demnach müssen Millionen Männer vor längeren Auslandsaufenthalten eine Genehmigung der Bundeswehr einholen.

Seit dem 1. Januar 2026 müssen alle Männer zwischen 17 und 45 Jahren eine Genehmigung beim Karrierecenter der Bundeswehr einholen, wenn sie Deutschland länger als drei Monate verlassen wollen – egal ob für ein Auslandssemester, einen Job oder eine längere Reise. Diese Pflicht gilt nun dauerhaft und nicht mehr nur im Spannungs- oder Verteidigungsfall, also bei einer konkreten militärischen Bedrohungslage. Die Änderung trat im Rahmen des Wehrdienst-Modernisierungsgesetzes weitgehend unbemerkt in Kraft. Zuvor berichtete die Frankfurter Rundschau darüber.

Konkret wurde Paragraph 2 des Wehrpflichtgesetzes (WPflG) neu gefasst. Bisher galten die Bestimmungen des Paragraphen 3, der die Genehmigungspflicht für längere Auslandsaufenthalte regelt, ausschließlich in zwei Extremsituationen: dem Spannungsfall, also einer vom Bundestag oder der NATO festgestellten erhöhten äußeren Bedrohung, sowie dem Verteidigungsfall, wenn das Bundesgebiet tatsächlich mit Waffengewalt angegriffen wird. Seit Jahresbeginn gilt die Regelung jedoch auch außerhalb dieser Ausnahmesituationen – also im Normalzustand.

Eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums bestätigte gegenüber Ippen.Media die neue Genehmigungspflicht. „Hintergrund und Leitgedanke dieser Regelung ist eine für den Bedarfsfall belastbare und aussagekräftige Wehrerfassung“, erklärte sie. Man müsse „für den Ernstfall wissen, wer sich gegebenenfalls längerfristig im Ausland aufhält“.

Ministerium räumt „tiefgreifende“ Folgen ein – Details bleiben offen

Gleichzeitig räumte das Ministerium ein, dass die Folgen dieser Regelung „tiefgreifend“ seien. Man arbeite derzeit an „konkretisierenden Regelungen für die Zulassung von Ausnahmen von der Genehmigungspflicht“, auch um „überflüssige Bürokratie zu vermeiden“. Allerdings bat die Sprecherin um Verständnis, dass man dem laufenden Prüfungsprozess nicht vorgreifen könne. Eine endgültige Beschreibung des Verfahrens sei „derzeit noch nicht möglich“.

Paragraph 3 des Wehrpflichtgesetzes sieht zwar vor, dass Genehmigungen grundsätzlich zu erteilen sind – eine Ablehnung ist also nicht vorgesehen. Dennoch bleibt die Antragstellung verpflichtend. Welche Konsequenzen drohen, wenn ein Mann die Genehmigung vor der Ausreise nicht einholt, ließ das Ministerium unbeantwortet.

Die Genehmigungspflicht ist Teil eines größeren Reformpakets. Die Bundesregierung will die Truppenstärke der Bundeswehr bis 2035 von derzeit rund 184.000 auf 255.000 bis 270.000 Soldaten steigern. Dazu erhalten alle jungen Menschen ab dem Geburtsjahrgang 2008 einen Fragebogen, in dem unter anderem die Bereitschaft zum Wehrdienst abgefragt wird. Für Männer ist die Beantwortung verpflichtend, für Frauen freiwillig – da das Grundgesetz eine Wehrpflicht nur für Männer vorsieht.

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Der amerikanische Hitler und die Moral der herrschenden Klasse

Von David North – 4. April 2026

Die Rede, die Donald Trump am Mittwoch zum Irankrieg hielt, lässt keine andere Schlussfolgerung zu, als dass der amerikanische Präsident ein Verbrecher ist. Wenn man zugesteht, dass es selbst in der imperialistischen Geopolitik eine moralische Grenze gibt, die das allgemeine finstere Großmachtstreben von faschistischer Bestialität trennt, dann haben die Führer der US-Regierung diese Grenze überschritten. Die Namen Trump, Vance, Hegseth, Rubio und Miller werden in ewiger Schande in die Geschichte eingehen und neben denen der Nazi-Anführer des Dritten Reiches stehen: Hitler, Göring, Himmler, von Ribbentrop und Goebbels. Und das Urteil der Geschichte wird gnadenlos sein.

Doch dieses Urteil richtet sich nicht nur gegen Einzelpersonen, sondern auch – und in noch tieferer Weise – gegen die Gesellschaftsklasse, die diese Gestalten an die Macht gebracht hat und in deren Interesse sie ihre monströsen Verbrechen gegen das iranische Volk begangen haben. Darin liegt die Bedeutung von Trumps Tirade am Mittwochabend. Sie hat die unumkehrbare politische und moralische Verkommenheit der amerikanischen herrschenden Klasse offenbart.

Trump ist nicht der erste Präsident, der Verbrechen begeht. Seine Vorgänger haben die Invasion von Ländern, den Sturz von Regierungen sowie die Folter und Ermordung von echten oder vermeintlichen Gegnern amerikanischer Interessen angeordnet. Doch frühere Regierungen unternahmen zumindest den Versuch, eine – wenn auch fadenscheinige, zynische und heuchlerische – rechtliche und demokratische Rechtfertigung für ihr Handeln zu liefern. Sie konnten die Missachtung des nationalen und internationalen Rechts – und damit die Ablehnung aller demokratischen Prinzipien – nicht offen zur Grundlage staatlicher Politik erklären. Wenn kriminelle Vergehen aufgedeckt wurden, wurden sie unter formellen Bekundungen des Bedauerns als Abweichungen von der offiziellen Einhaltung rechtlicher Normen entschuldigt.

Damit ist es nun vorbei. Trumps Rede zeichnete sich vor allem durch ihre nackte Dreistigkeit aus. Er wählte Worte, die mit unverblümter Offenheit die völkermörderischen Absichten des amerikanischen Handelns bekräftigten. „Wir werden sie zurück in die Steinzeit bringen, wo sie hingehören“, erklärte er. Er drohte, die Vereinigten Staaten würden „jedes einzelne ihrer Kraftwerke sehr hart und wahrscheinlich gleichzeitig“ angreifen. Er prahlte mit der Enthauptung der Führung – „Sie sind alle tot“ – und fügte dann mit der derben Arroganz eines Mafia-Paten hinzu: „Wir haben alle Trümpfe in der Hand. Sie haben keine.“

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Israel führt Todesstrafe nur für Palästinenser ein

Von Jordan Shilton – 4. April 2026

Mit 62 zu 48 Stimmen hat die israelische Knesset am letzten Montag ein Gesetz verabschiedet, das die Todesstrafe als Regelfall für Palästinenser verankert, die „Terrorakte“ gegen israelische Staatsbürger verüben. Das Gesetz gilt nicht für den staatlich unterstützten Terrorismus rechtsextremer zionistischer Siedler, die im illegal besetzten Westjordanland regelmäßig Palästinenser angreifen und töten.

Jeder, der vorsätzlich eine Person tötet, mit der Absicht, „die Existenz des Staates Israel zu negieren“, soll durch den Strang hingerichtet werden. Das Gesetz schränkt den Zugang der Angeklagten zu einem Rechtsbeistand vor israelischen Zivilgerichten ein und gewährt allen Immunität, die an der Durchführung solcher staatlicher Hinrichtungen beteiligt sind.

In dem System von Militärgerichten, die das zionistische Regime im Westjordanland errichtet hat und die nur für palästinensische Einwohner zuständig sind, wird die Hinrichtung durch den Strang die Standardstrafe für „Terrorakte“, selbst ohne Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese Hinrichtungen müssen innerhalb von 90 Tagen vollstreckt werden. Die einzige Befugnis der Gerichte in diesem Rahmen besteht darin, bei „außergewöhnlichen Umständen“ eine lebenslange Freiheitsstrafe zu verhängen. Doch angesichts der Allgegenwärtigkeit von Folter und anderen Formen von Misshandlungen im israelischen Gefängnissystem wäre eine solche Entscheidung in vielen Fällen nur ein Todesurteil durch andere Mittel.

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