Der russisch-amerikanische Diesel-Deal treibt Trumps „Strategie der Verweigerung“-gegenüber China voran

Von Andrew Korybko – 10. Oktober 2026

China hat es abgelehnt hat, die Multipolarität radikal voranzutreiben, indem es sich den US-Sanktionen gegen Russland nicht widersetzte und die Ukraine nicht vom Verkauf von Drohnen ausschloss. Daher ist es eine Art poetische Gerechtigkeit, dass Russland die Druckkampagne der USA gegen China durch eine ressourcenorientierte Annäherung an die USA nun radikal verschärft. Das könnte Chinas Weg zur Supermacht zum Scheitern bringen.

Trump gab am Freitag bekannt, dass er mit Putin ein Abkommen geschlossen habe, wonach „Russland unverzüglich über 300.000 Tonnen Dieselkraftstoff an den amerikanischen und globalen Markt liefern wird, weitere 500.000 Tonnen im Laufe des Monats November und 1.000.000 Tonnen unmittelbar danach. Darüber hinaus wird Russland, je nach Zustand seiner Dieselraffinerien, innerhalb kurzer Zeit 3.000.000 Tonnen Dieselkraftstoff liefern.“ Dies ist ein weiterer Schritt in Richtung ihrer seit langem verhandelten, ressourcenorientierten Annäherung.

Der Kern dieser Entwicklung wurde erstmals im November 2024 hier angedeutet, im Januar 2025 kurz vor Trumps Rückkehr ins Amt hier näher erläutert und zuletzt Anfang Oktober inmitten der jüngsten Berichte über mögliche US-Beteiligungen an Nord Stream hier ausführlich dargelegt. Zur Zusammenfassung für Gelegenheitsleser, die diese Analysen hier und hier aus dem Dezember für weitere Details einsehen können: Russland und die USA haben gemeinsame Interessen an einer Stärkung ihrer Zusammenarbeit im Rohstoffbereich, die weit vor dem Dritten Golfkrieg liegen.

Im Grunde möchte Russland präventiv jede potenziell unverhältnismäßige Abhängigkeit von China abwenden, die durch die beispiellosen Sanktionen des Westens in den letzten fast fünf Jahren hervorgerufen wurde, während die USA dieses Ziel parallel dazu vorantreiben wollen, China den Zugang zu weiteren russischen Rohstoffvorkommen zu verwehren. Im Hinblick auf das zuletzt genannte Interesse würden amerikanische Investitionen (und möglicherweise später auch die ihrer von Sanktionen befreiten asiatischen Verbündeten wie Indien, Japan und Südkorea) in solche Vorkommen diese ipso facto China vorenthalten.

Das große strategische Ziel, das die USA verfolgen, wurde von Elbridge Colby, dem derzeitigen Unterstaatssekretär für Politik im Kriegsministerium und als Vordenker hinter NATO 3.0 sowie der ergänzenden US-Strategie „Pivot (back) to (East) Asia“ zur stärkeren Eindämmung Chinas geltenden, als „Strategie der Verweigerung“ beschrieben. Ihre Kontrolle über Venezuelas Ölexporte und der Einfluss ihrer (unvollkommenen) Blockade auf die Energieexporte aus der Golfregion – sowohl aus dem Iran als auch aus den arabischen Königreichen – versetzen die USA in die Lage, Chinas Aufstieg zur Supermacht zu verlangsamen.

Etwa die Hälfte der für seinen Antrieb benötigten ausländischen Energie unterliegt mittlerweile in gewissem Maße dem Einfluss der USA, und die Wiederholung dieses Ansatzes durch für beide Seiten vorteilhafte Rohstoffabkommen mit Russland im Rahmen des ukrainischen Friedensprozesses wird die Druckkampagne der USA gegen China radikal verschärfen. Das ultimative Ziel besteht darin, China zu einem einseitigen Handelsabkommen zu zwingen, das seinen Aufstieg zur Supermacht begrenzen und es stattdessen zur bedeutendsten Großmacht unterhalb der USA machen würde, um die systemische Herausforderung, die es darstellt, zu beenden.

Russische Regierungsvertreter werden dies niemals öffentlich zugeben, aber man kann vernünftigerweise davon ausgehen, dass sie von China zutiefst enttäuscht sind, weshalb ihr Land den Plänen der USA folgt. China hat sich nicht nur dem Sanktionsdruck der USA gebeugt, indem es sich aus einem großen Energieprojekt zurückgezogen hat, sondern auch die von ihm gehosteten Banken der BRICS und der SCO halten sich erschreckenderweise an diese Beschränkungen, und China verkauft der Ukraine bis heute Drohnen, Ersatzteile und Glasfaserkabel, um den Stellvertreterkrieg der NATO gegen Russland auf unbestimmte Zeit aufrechtzuerhalten.

Durch seine Weigerung, sich den US-Sanktionen gegen Russland zu widersetzen und die Ukraine vom Drohnenverkauf auszuschlie0en, hat China es versäumt, die Multipolarität radikal voranzutreiben. Es ist daher wohl eine Art poetische Gerechtigkeit, dass Russland die Druckkampagne der USA gegen China durch eine ressourcenorientierte Annäherung an die USA nun drastisch verschärft, was Chinas Weg zur Supermacht zum Scheitern bringen wird. China hatte die Chance, die Weltordnung mitzuprägen, indem es sich hinter Russland stellte, hat dies aber abgelehnt; nun prägt Russland sie stattdessen, indem es sich [vorerst; die Red.] hinter die USA stellt.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Christliches (Über)Leben unter Israelischer Besatzung 

Von Hassan Al Khalaf – 9. Oktober 2026

Kardinal Pierbattista Pizzaballa und Abt Nikodemus Schnabel am Pfingstsonntag in der Dormitio- Abtei in Jerusalem (Foto: Pascal Franz)

Die christliche Minderheit in Gaza und im Westjordanland ist von Bombardierungen, Pogromen und ethnischer Vertreibung nicht ausgenommen. Auch wenn Netanjahu behauptet, Beschützer der Christen im Heiligen Land zu sein, wurden bereits alle Kirchen in Gaza bombardiert und christliche Palästinenser vom IDF und illegalen Siedlern bedroht. Der palästinensische Pastor Munther Isaac versucht seit langem, Licht auf das Leid seiner Gemeinde zu werfen, stößt bei westlichen Kirchen jedoch nur auf Ignoranz. 

In der Nacht zum 3. Oktober wurden erneut Wohnviertel in Gaza-Stadt trotz Waffenruhe beschossen. Vier Frauen, zwei Mütter und zwei Töchter wurden schlafend getötet, darunter die beiden Christinnen Maysa Abu Dawud mit ihrer Tochter Mary und ihre Nachbarn, die Dozentin Yasmin al-Boubou mit ihrer älteren Mutter Halloum al-Boubou. 

Die Beisetzung der christlichen Frauen an der St. Phorphyrius-Kirche, eine der ältesten Kirchen überhaupt, brachte sowohl Christen als auch Muslime zusammen, um den letzten Opfern zu Gedenken, wie Reuters berichtet. Der 14-Jährige Fouad Al-Najjar, der seine Mutter und Großmutter verlor, befand sich auch unter den Trauernden in der grieschich-orthodoxen Kirche. „Die Besatzungsmacht unterscheidet nicht zwischen einem Muslim und einem Christen. Ich persönlich habe viele Menschen verloren, die mir sehr nah waren“, teilt der Junge, der unter diesem Krieg aufwachsen musste, mit der staatlichen Nachrichtenagentur der Türkei, Anadolu Ajansi, mit.

Die beiden Frauen bleiben ihren Familienangehörigen und Freunden als hilfsbereite und fürsorgliche Mitmenschen in Erinnerung. Als der Krieg begann und zahlreiche Menschen zur Flucht aufgefordert wurden, fanden sie in den Kirchen Gazas Zuflucht, wo die zwei Gläubigen ehrenamtlich aushalfen, erzählen die Sanitäter und Gäste Reuters. Besonders für Ältere, Verletzte und körperlich Beeinträchtigte, die nicht so schnell fliehen konnten, waren die Gotteshäuser essentiell. 18 dieser Schutzsuchenden wurden am 19. Oktober 2023 bei einem Israelischem Luftangriff auf die Kirche getötet und 20 weitere verletzt. Auch die einzige katholische Kirche in Gaza, die Kirche der Heiligen Familie, die der biblischen Flucht von Maria, Joseph und Jesus nach Ägypten gedenkt, wurde mehrmals zum Ziel israelischer Angriffe. Eine ehrenamtliche Köchin wurde gemeinsam mit ihrer älteren Mutter während der Adventszeit 2023 von IDF-Snipern im Hof der Kirche erschossen. Vier Zivilisten, die in der Schule der Kirche Zuflucht suchten, wurden im Juli 2024 bombardiert. Zehn Zivilisten, darunter der Pfarrer der Gemeinde, wurden im Juli 2025 durch Beschuss der IDF-Panzer der Kirche verletzt und drei weitere getötet. 

Das Christkind unter Trümmern 

Der lutherische Pastor Munther Isaac verurteilt alle Gräueltaten an seinem Volk scharf. Seit Kriegsbeginn stellt er jedes Jahr eine bestimmte Krippe in der Weihnachtskirche von Bethlehem auf: Das Christkind inmitten von Trümmern, umhüllt mit einer palästinensischen Kufiya. „Wenn Christus heute geboren wäre, kommt er unter Kriegstrümmern und israelischen Bomben zur Welt“, mahnt der Pastor. Er sieht große Parallelen zum Leben Jesu und wie Palästinenser heute leben müssen. Wie Isaac und andere Palästinenser ist auch Christus unter Besatzung und Fremdherrschaft geboren. Mit seinen Eltern war Jesus schon als Säugling auf der Flucht. Der einzige Weg nach Ägypten führte damals über Gaza. Deshalb versucht Isaac unermüdlich, Christen aus dem Westen klarzumachen, dass Jesus ebenso von israelischen Luftangriffen bedroht wäre. 

„Christen sind keine separate Gruppe. Wir sind Palästinenser mit christlichem Glauben. Alles, was den Palästinensern angetan wird, trifft auch uns“, beharrt der Pastor. Es frustriert ihn, wenn Akademiker von “Christen, Juden und Muslimen” sprechen, als wären es drei unabhängige Gruppen, erzählt er im Gespräch. Eine Aufteilung, die sich nicht mit der Realität deckt. Christen in Palästina besitzen arabisch als Muttersprache, benutzen ebenfalls den Namen „Allah“ für Gott und sind genauso von israelischer Gewalt betroffen, wie alle Palästinenser, die unter israelischer Besatzung leben.

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Ukraine, Iran und Diesellieferungen

Worüber Putin und Trump in ihrem Telefonat gesprochen haben

Übersetzung: Thomas Röper – 10. Oktober 2026

Es gab wieder ein Telefonat zwischen den Präsidenten Trump und Putin, das anderthalb Stunden gedauert hat. Worüber haben sie gesprochen?

Am Freitagabend fand wieder ein Telefonat zwischen den Präsidenten Trump und Putin statt, das das anderthalb Stunden gedauert hat. Präsident Trump sprach danach in einem Post auf TruthSocial von einem sehr „erfolgreichen Gespräch“. Später teilte er noch mit, er habe sich mit Putin auf Diesellieferungen in die USA geeinigt. Das sei ein großer Deal, der gigantische Lieferungen in die USA bringe, das sei Diesel, den die USA dringend bräuchten. Dafür dankte er Putin überschwänglich.

Auf russischer Seite fand nach dem Telefonat der Präsidenten eine Telefonkonferenz statt, auf der Juri Uschakow, der außenpolitische Berater von Präsident Putin, die Journalisten über das Telefonat informierte, am Ende stellten einige Journalisten noch Fragen. Ich habe diese Telefonkonferenz, deren Mitschrift, wie in Russland üblich, auf der Seite des Kreml veröffentlicht wurde, übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Uschakow: Ich möchte mit einem kurzen Hintergrundbericht beginnen und Ihnen einen kleinen Einblick in die „Küche“ gewähren, in der das „Gericht“ namens „Telefonat zwischen den Präsidenten Russlands und der USA“ zubereitet wurde.

Am Nachmittag des 7. Oktober haben Steve Witkoff, der Sondergesandte des US-Präsidenten, und ich telefoniert. Er bat darum, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin herzliche Glückwünsche und die besten Wünsche von US-Präsident Donald Trump zu übermitteln. Steve Witkoff bat zudem darum, seine eigenen sowie die besten Wünsche von Jared Kushner an unseren Präsidenten anzuschließen, für den er aufrichtigen Respekt hegt und auf ein baldiges Treffen mit ihm hofft.

Steve Witkoff teilte auch mit, dass der US-Präsident Wladimir Putin gerne persönlich telefonisch gratulieren wolle und wir suchten in den Terminkalendern beider Präsidenten – unter Berücksichtigung des Zeitunterschieds zwischen Moskau und Washington sowie der Tatsache, dass der russische Präsident am Morgen des 8. Oktober zum GUS-Gipfel nach Turkmenistan aufbrach – nach einem geeigneten Zeitfenster. Schließlich einigten wir uns darauf, dass der günstigste Zeitpunkt für ein Gespräch unmittelbar nach der Rückkehr unseres Präsidenten von dieser Reise wäre.

Präsident Trump verschob einige seiner für heute bereits geplanten Termine, und so kam es am späten Abend des 9. Oktober zu diesem Telefonat.

Natürlich gratulierte Donald Trump Wladimir Putin sofort herzlich zum Geburtstag, sprach ihm unformell seine Wünsche für Erfolg und Wohlergehen aus und vergaß auch nicht, Grüße von seiner Ehefrau Melania zu übermitteln.

Wladimir Putin dankte seinem amerikanischen Kollegen für die Glückwünsche und die freundlichen Worte an seine Adresse und betonte, dass wir die Aufmerksamkeit schätzen, die der US-Präsident und sein Team dem Dialog mit Russland widmen, obwohl innenpolitische Angelegenheiten und Themen im Nahen Osten sie sehr in Anspruch nehmen.

Was den eigentlichen Inhalt des Gesprächs betrifft, so kann ich, sehr geehrte Kollegen, Ihre Neugier natürlich nicht befriedigen und die konkreten Fragen, über die die Präsidenten gesprochen haben, im Detail offenlegen.

Einen bemerkenswerten Punkt des Gesprächs nenne ich dennoch, das sind die Dankesworte unseres Präsidenten an die First Lady der USA für ihr aktives humanitäres Engagement und insbesondere für ihren Beitrag zu den Bemühungen, Kinder, die im Zuge des Ukraine-Konflikts von ihren Familien getrennt wurden, wieder mit ihren Familien zu vereinen.

Was die geäußerten Besorgnis über die humanitäre Lage in der Stadt Aljoschki im Gebiet Cherson angeht, wurde vereinbart, dass die Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa in ständigem Kontakt mit dem Stab von Melania Trump stehen wird.

Die Präsidenten beider Länder sprachen ausführlich über die Vorbereitung umfassender wirtschaftlicher Initiativen, einschließlich möglicher Lieferungen russischer Erdölprodukte auf den amerikanischen und den Weltmarkt. Dazu haben die Präsidenten Russlands und der USA übrigens bereits spezielle Erklärungen abgegeben. Zudem wurde Zufriedenheit über die zwischen den Ländern bestehenden Kommunikationskanäle auf Ebene der Verwaltungen, der Geheimdienste und anderer Behörden geäußert.

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Ehemaliger britischer Diplomat nach Besuch in Moskau festgenommen

Pascal Lottaz im Gespräch mit Ian Proud – 9. Oktober 2026

Die freie Meinungsbildung und -äußerung in Europa wird zunehmend behindert: Der ehemalige britische Diplomat in Moskau, Ian Proud, wurde am Flughafen Heathrow in London wegen des Vergehens festgehalten, nach Moskau zu einer Konferenz des Waldai-Klubs, einem internationalen Diskussionsklub, gereist zu sein, um mit Russlands Intelligenzija zu sprechen.

Ian Proud und Pascal Lottaz diskutieren Bürgerrechte, Sanktionen, Regeln zu ausländischem Einfluss und das, was sie als Europas schrumpfenden Raum für abweichende Meinungen sehen. Proud schildert Eindrücke aus Moskau, warnt vor nuklearer Eskalation und argumentiert, dass die Abkehr von Diplomatie die europäische Sicherheit gefährdet. Ihr Gespräch endet mit einem Appell für Dialog, öffentliches Engagement und ein verhandeltes Ende des Krieges.

Ian Proud: „… Ich war britischer Diplomat und von zweitausendvierzehn bis zweitausendneunzehn in Russland tätig. Während meiner gesamten diplomatischen Laufbahn hatte ich selbstverständlich eine Sicherheitsfreigabe für streng geheime Informationen. Ich habe zahlreiche Sanktionen gegen Russland genehmigt und so weiter. Aber wie Sie wissen, habe ich, seit ich den diplomatischen Dienst verlassen habe, die westliche Außenpolitik gegenüber Russland und im Ukraine-Krieg kritisiert. Meiner Ansicht nach war sie ein völliger Fehlschlag. Ich halte mich weiterhin an meine Verpflichtungen aus dem Gesetz über Staatsgeheimnisse. Aber wegen meiner früheren Tätigkeit habe ich den ehemaligen Botschafter in Moskau um Rat gefragt, was einen Besuch in Russland angeht. Ich wurde zu dieser Waldai-Konferenz eingeladen. Das ist eigentlich eine renommierte, exklusive akademische Veranstaltung, eine Art Treffen aus dem wissenschaftlichen Bereich. Und er sagte: „Das ist eine großartige Veranstaltung, Sie sollten hingehen.“

Hier ist Sir Tony Brenton, der ehemalige Botschafter in Moskau. Ich habe dem Außenministerium geschrieben, wissen Sie, um meine Gründe für die Reise zu erklären. Um zu erklären, dass ich mich, wissen Sie, an meine Verpflichtungen nach dem Official Secrets Act halten würde. Sie haben sehr korrekt geantwortet. Und trotzdem werde ich, als ich in Heathrow ankomme, noch verhaftet. Drei Stunden lang. Obwohl ich die Regierung informiert und den vorherigen Botschafter in Moskau konsultiert hatte, wird meine gesamte Ausrüstung beschlagnahmt. Ich werde durchsucht, es wird ein DNA-Abstrich genommen, ich werde fotografiert, meine Fingerabdrücke werden genommen, ich werde verhört. Das Ganze dauert ungefähr drei Stunden. Und deshalb musste ich im Grunde diesen Laptop, über den ich heute mit Ihnen spreche, neu kaufen, weil sie meinen Laptop mitgenommen haben. Dazu diese Handykamera mit einer SD-Karte. Ich habe all diese großartigen Videos gedreht, etwa mit Sergei Karaganow und anderen Leuten. Das haben sie mitgenommen.

Ich kann nicht all diese Inhalte hochladen, die ich in Russland produziert habe. Sie haben mir mein Handy weggenommen. Das Handy also, über das ich Ihnen in den vergangenen zwei Tagen per WhatsApp geschrieben habe, musste ich kaufen. Ich meine, das ist einfach verrückt. Es ist einfach, wissen Sie, ich kannte die Risiken der Reise dorthin und habe mich mit diesen Risiken auseinandergesetzt. Ich habe die Regierung darüber informiert, damit es keine Missverständnisse gibt. Und trotzdem haben sie mich auf Grundlage eines Anti-Terror-Gesetzes festgenommen. …“

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Burnham und Merz vereinbaren engere militärische und wirtschaftliche Beziehungen zwischen Großbritannien und Deutschland

Von Thomas Scripps – 9. Oktober 2026

Am Donnerstag trafen sich der britische Premierminister Andy Burnham und Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin zu ihrem ersten persönlichen Gespräch. Die wichtigsten Themen waren militärische und sicherheitspolitische Partnerschaften sowie die Wiederherstellung einiger der Wirtschaftsbeziehungen, die durch den Brexit unterbrochen worden waren.

Die beiden Regierungschefs ratifizierten den Kensington-Vertrag, der vom früheren britischen Premierminister Keir Starmer initiiert worden war. Dieser Vertrag, in dessen Mittelpunkt die Stärkung militärischer Zusicherungen zwischen Großbritannien und Deutschland steht, ist ein Bestandteil einer Reihe ähnlicher Abkommen zwischen verschiedenen europäischen Partnern, die das Risiko eines nachlassenden US-Engagements in der NATO ausgleichen und die Aggression gegen Russland verschärfen sollen.

Diese Woche ergänzten Burnham und Merz diese Abkommen um eine weitere Sicherheitspartnerschaft mit dem Ziel, „Cyberangriffe, Sabotage und andere hybride Bedrohungen“ zu bekämpfen.

Burnham eröffnete das Treffen mit der Erklärung: „Angriffe auf unsere Infrastruktur, unsere Unternehmen und unsere Demokratien sind keine ferne Bedrohung. Sie reichen bis in die Wohnungen und an die Arbeitsplätze der Menschen, und sie zielen darauf ab, uns zu schwächen und zu spalten.“

In der Pressemitteilung der britischen Regierung wurde ausdrücklich Russland als Urheber der „hybriden Bedrohung durch unsere Gegner“ genannt. Der Iran wird zwar in den Berichten der Regierung nicht direkt erwähnt, die Medien ergänzen die Liste jedoch um das Land. Am Tag des Treffens zwischen Burnham und Merz behauptete die WirtschaftsWoche, der iranische Geheimdienst würde US-Militärbasen in Deutschland ausspähen.

Das befeuert die Anschuldigungen wegen eines angeblichen russischen Sabotageversuchs am Flughafen Halle-Leipzig am 4. August sowie die absurden Behauptungen über ein iranisches Komplott gegen den britischen Luftwaffenstützpunkt Fairford – sechs der angeblichen Verschwörer wurden mittlerweile auf Kaution freigelassen.

Nur wenige Stunden, nachdem Merz und Burnham vor der Presse gesprochen hatten, kündigte die britische Polizei an, dass in den frühen Morgenstunden zwei im Vereinigten Königreich ansässige lettische Staatsbürger auf dem Gelände des Luftwaffenstützpunkts Molesworth festgenommen wurden. Berichten zufolge wurde ein Loch im Zaun entdeckt.

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Wie die Techriesen zu Kriegsparteien gegen Russland geworden sind

Von Ted Snider (Übersetzung: Thomas Röper) – 9. Oktober 2026

Der Ukraine-Krieg wird nicht nur auf dem Schlachtfeld geführt, sondern auch an einer unsichtbaren Hightech-Front, in der die westlichen Techriesen zu Kriegsparteien geworden sind.

Sie macht nicht so viele Schlagzeilen, wie der Krieg selbst, aber die Hightech-Front ist nicht weniger wichtig als die Front. Beim Quincy Institute for Responsible Statecraft ist darüber ein interessanter Artikel erschienen, den ich übersetzt habe, weil er mich nachdenklich gemacht hat.

Sie tragen keine Uniform, aber diese US-Unternehmen kämpfen für die Ukraine

Microsoft reiht sich in eine Reihe anderer ideologisch motivierter Tech-Verteidiger Kiews ein. Einige, wie Palantir, tun dies, während sie gleichzeitig ihre Gewinnmargen ausweiten.

von Ted Snider | Responsible Statecraft

Diesen Sommer kündigte Microsoft an, dass es „seine Bereitstellung technologischer Unterstützung für die Ukraine bis Ende 2027 verlängern wird“ und Technologie, Unterstützung bei der Cybersicherheit sowie weitere Hilfe bereitstellt, um „der Ukraine dabei zu helfen, während des Krieges wesentliche digitale Dienste aufrechtzuerhalten“.

Nicht nur US-Waffen, sondern auch eine Reihe von US-Technologieunternehmen sind in der Ukraine in den Krieg gezogen. Dazu gehört PayPal, inzwischen eines der größten multinationalen Online-Zahlungssysteme der Welt, das ebenfalls aktiv wurde und den Zugang zu sämtlichen russischen Konten sperrte, als Moskau im Februar 2022 in die Ukraine einmarschierte.

Palantir bot der Ukraine seine Dienste zunächst kostenlos an. Unterdessen hat das Unternehmen den Ukraine-Krieg als Testfeld für seine aufkommende Technologie genutzt, mit der Ukraine zusammengearbeitet, um KI zu entwickeln, die Informationen aus dem Gefechtsfeld sichtet und analysiert sowie weitreichende Angriffsoperationen plant und koordiniert.

Das erstreckt sich inzwischen auf die Steuerung von Schwärmen an Drohnen und die Identifizierung von Zielen. Das Unternehmen unterhält mittlerweile Partnerschaften mit zahlreichen ukrainischen Ministerien, darunter ein im vergangenen Mai verkündetes umfangreiches Abkommen zur Ausweitung des Einsatzes von KI auf sämtliche militärische und zivile Verteidigungsoperationen. Im Jahr 2022 betrug die Marktkapitalisierung von Palantir weniger als 25 Milliarden US-Dollar, heute liegt sie nahe bei 450 Milliarden US-Dollar.

Währenddessen ermöglichen die Starlink-Satellitensysteme von Elon Musk den ukrainischen Streitkräften zu kommunizieren, die Bewegungen russischer Truppen zu verfolgen und Ziele auszuwählen.

In seinem Buch The Russo-Ukrainian War: Follies of Empire (Der russisch-ukrainische Krieg: Die Torheiten des Imperiums) schreibt Richard Sakwa, die Bereitstellung dieser Fähigkeit sei „entscheidend für den frühen Erfolg der Ukraine bei der Abwehr des russischen Vormarsches auf Kiew“ gewesen.

Während Elon Musk dagegen war, dass das ukrainische Militär Starlink für weitreichende Angriffe auf Russland einsetzt, eine Position, die er noch im vergangenen August bekräftigte, hat der Einsatz von Starlink durch die Ukraine für Drohnen mittlerer Reichweite den Krieg in der Ukraine eindeutig verändert. Jennifer Kavanagh, Senior Stipendiatin und Direktorin für militärische Analysen bei Defense Priorities, sagte gegenüber unserer Publikation, dass „die Ukraine ohne die Unterstützung von Starlink nicht in der Lage wäre, ihre derzeitige Militärkampagne durchzuführen“.

Im vergangenen Jahr behauptete Musk, dass die „gesamte Frontlinie des ukrainischen Militärs zusammenbrechen würde, wenn ich es [Starlink] abschalten würde“.

Die Bereitstellung kostenloser Satellitendienste für die Ukraine entwickelte sich für Musk zu einem finanziell teuren Unterfangen. Eineinhalb Jahre nach Beginn des Krieges drohte Musk damit, seine Dienste einzustellen, sofern die US-Regierung nicht die Kosten übernehme. Also tat die US-Regierung es. Auch die polnische Regierung erklärte, dass sie für Starlink-Dienste in der Ukraine bezahle und jährlich 50 Millionen Dollar beisteuere.

Die Mobilisierung bei Microsoft für die Ukraine verlief hingegen wesentlich geräuschloser. Die meisten von uns dachten, der Krieg habe am 24. Februar 2022 begonnen. Laut dem CEO von Microsoft, Brad Smith, begann der Krieg bereits am Tag zuvor.

„Damals sahen wir, wie 300 von Russland koordinierte Cyberangriffe alle darauf abzielten, die ukrainische Regierung lahmzulegen.“ Zu diesem Zeitpunkt habe sich, in den Worten aus der New York Times, auch „Microsoft mitten in einen Bodenkrieg in Europa gestürzt“.

Der Darstellung zufolge versuchte eine Schadsoftware namens „Wiper“, die Daten von Hunderten Systemen von Servern der ukrainischen Regierung vollständig zu löschen.

Das Threat Intelligence Centre (Zentrum für Bedrohungsinformationen) von Microsoft war, laut Henry Farrell und Abraham Newman in ihrem Buch Underground Empire: How America Weaponized the World Economy (Das Imperium im Untergrund: Wie Amerika die Weltwirtschaft als Waffe einsetzte), das erste, das dies bemerkte. Durch einen Ozean getrennt, „besetzten Microsoft-Mitarbeiter die Frontlinien der Ukraine“.

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Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Mehr und mehr Beweise, dass Israel gewarnt war

Von Andre Damon – 9. Oktober 2023

In den israelischen und amerikanischen Medien erschienen im Verlauf des letzten Monats mehrere Berichte, laut denen der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wiederholt detaillierte Warnungen vor den Hamas-Angriffen am 7. Oktober 2023 erhalten hat.

Die Berichte untermauern die Einschätzung der World Socialist Web Site (WSWS). Die WSWS war in einer Perspektive vom 2. Dezember 2023 mit dem Titel „Dokumente enthüllen israelische Verschwörung zur Förderung des Angriffs vom 7. Oktober“ zu dem Schluss gekommen, dass „israelische Regierungsvertreter … eine bewusste Entscheidung getroffen haben, sich zurückzuhalten, um den Angriff geschehen zu lassen.“

Weiter hieß es, ihre bewusste Untätigkeit sei Teil einer kriminellen Verschwörung mit dem Ziel, „dem seit langem geplanten Völkermord an der Bevölkerung von Gaza einen Vorwand zu verschaffen.“ Die israelische Regierung und ihr Verbündeter, der US-Imperialismus, benutzten den Angriff als Vorwand für einen Völkermord im Gazastreifen und einen Krieg, der sich seither auf den Libanon, Syrien, den Jemen, Katar und den Iran ausgebreitet hat.

Die israelische Zeitung Haaretz berichtete am 8. September unter Berufung auf drei ranghohe Quellen aus dem Ausland, der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Mohamed bin Zayed, habe Netanjahu etwa eineinhalb Wochen vor dem Angriff per Telefon gewarnt, die Hamas plane eine große Aktion. Bin Zayed habe Netanjahu, laut der Zeitung, „gedrängt, die Situation ernst zu nehmen“, doch habe der Ministerpräsident „relativ ruhig“ reagiert. Laut Haaretz habe niemand aus der Führung des Militärs, des Mossad oder des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet von bin Zayeds Warnung gewusst.

Die New York Times berichtete am 25. September, zwei Quellen hätten der Zeitung mitgeteilt, dass bin Zayed Netanjahu vor einem umfangreichen Angriff der Hamas gewarnt habe. Netanjahu habe sich am 1. Oktober 2023 mit seinen Sicherheitschefs getroffen, um über den Gazastreifen zu sprechen, „erwähnte aber laut den Protokollen des Treffens, die von der Times eingesehen wurden, die Warnung nicht.“ Weiter hieß es, er habe erklärt, jedes israelische Vorgehen gegen den Gazastreifen könnte die Aussicht auf diplomatische Beziehungen mit Saudi-Arabien zunichte machen.

The Atlantic berichtete am 25. September, der damalige ägyptische Geheimdienstchef Abbas Kamel sei am 26. September 2023, elf Tage vor dem Angriff, nach Israel geflogen. In der Zeitung hieß es weiter: „Laut einem ehemaligen israelischen Regierungsvertreter, der später über den Besuch unterrichtet wurde, habe seine Botschaft gelautet: ‚Wenn Sie Ihren Kurs nicht ändern, wird Ihnen der Gazastreifen um die Ohren fliegen.‘“

Das Wall Street Journal berichtete am 27. September unter Berufung auf den Vertreter einer arabischen Regierung, die Ägypter hätten Israel „bis 48 Stunden vor dem Angriff weiterhin gewarnt“.

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Lawrow erinnerte alle an die geopolitischen Folgen von Fake News

Von Andrew Korybko – 8. September 2026

Heutzutage ist dies untrennbar mit der Schaffung von Zustimmung für einen Krieg verbunden.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hielt die Grundsatzrede auf dem vierten internationalen Forum „Dialogue On Fakes“ des Global Fact-Checking Network (GFCN) im vergangenen Monat. Er warnte eingangs davor, dass „turbulente Informationsströme das Leben der Menschen überschwemmen und der Einsatz moderner Technologien dazu führen kann, dass jede Nachricht – selbst unbestätigte oder dreist irreführende – schnell für Millionen, wenn nicht sogar Milliarden von Menschen zugänglich wird“. Anschließend stellte er die Fake-News-Offensive des Westens gegen Russland strategisch in einen Zusammenhang.

Mit Lawrows Worten: „Ein Informationskrieg gegen uns wurde schon lange vor der militärischen Sonderoperation begonnen; unmittelbar danach – mit dem Amtsantritt von Präsident Putin Anfang der 2000er Jahre – begann Russland, sich von den neokolonialen Formen der Zusammenarbeit mit unseren westlichen Kollegen zu befreien, eine autonome Politik zu verfolgen und zu seinen Traditionen, Bräuchen und Wurzeln zurückzukehren.“ Er verwies auch darauf, wie Fake News der westlichen Aggression gegen Jugoslawien und den Irak vorausgingen, bevor er Beispiele im Zusammenhang mit Russland anführte.

Dazu gehören die angebliche Vergiftung der Skripals mit Nowitschok, die Umstände der separaten Vergiftung und des späteren Todes von Nawalny sowie der jüngste Drohnen-False-Flag-Vorfall am Leipziger Flughafen. Lawrow widmete anschließend viel Zeit der Beschreibung des False-Flag-Vorfalls in Butscha, von dem er erklärte, dass Russland sich weigerte, ihn ruhen zu lassen, selbst nachdem „dieses Thema später aus dem internationalen Medienraum verschwand, als hätte es nie existiert“, da es die westliche Verlogenheit so gut verkörpert. Es war zudem ein prägender historischer Moment.

Lawrow erinnerte alle daran, dass die „False-Flag“-Aktion in Butscha auf den Rückzug Russlands aus Kiew folgte – als „Geste des guten Willens“, um den Abschluss der damals laufenden Friedensgespräche zu erleichtern –, woraufhin sie vom ehemaligen britischen Premierminister Boris Johnson ausgenutzt wurde, um Selenskyj davon zu überzeugen, sich aus diesen zurückzuziehen. Wäre die False-Flag-Aktion in Butscha nicht durchgeführt worden, hätte Selenskyj in den Augen der Weltöffentlichkeit keinen so vorgeblich überzeugenden Grund gehabt, weiter zu kämpfen. Der Rest ist Geschichte.

Mit Blick auf die Verhinderung solcher geschichtsträchtigen künftigen False-Flag-Operationen sagte Lawrow: „Es gibt viele Vorfälle wie den in Butscha und andere, wie die zuvor angesprochenen. Natürlich erfordern sie weitere Untersuchungen. Ich bin zuversichtlich, dass Ihre Organisation daran interessiert sein wird, zu verhindern, dass der Informationsraum mit glatten Lügen verstopft wird – Lügen, die die Bewegung hin zu stärkeren Bindungen, normalen Beziehungen und Zusammenarbeit zwischen allen Staaten aktiv untergraben und stattdessen Zwietracht und Hass säen und die Wahrheit zurückhalten.“

Das Besondere an Lawrows Rede ist, dass er alle an die geopolitischen Folgen von Fake News erinnerte, die im Falle Jugoslawiens und des Irak buchstäblich zu Kriegen führten, während sie bestehende Konflikte wie den Ukraine-Konflikt so lange aufrechterhielten, dass dieser mittlerweile – fast ein halbes Jahrzehnt später – zu einem faktisch ewigen Krieg geworden ist. Fake News können daher von größerer Tragweite sein, als Menschen lediglich dazu zu verleiten, ein bestimmtes Land abzulehnen, da sie heutzutage untrennbar mit der Schaffung von Zustimmung für Kriege verbunden sind.

Ein stärkeres Bewusstsein für diese Tatsache unterstreicht die Bedeutung des GFCN. Ohne Übertreibung: Die Aufgaben seiner Mitglieder betreffen zum Teil so bedeutende Angelegenheiten wie Krieg und Frieden. Das Ziel ihres globalen Netzwerks ist es, kriegstreiberische Fake News – wie die von Lawrow angeführten Beispiele – umgehend zu entlarven und ihre Inhalte dann massiv an jene Zielgruppen zu verbreiten, bei denen durch diese betrügerischen Mittel Zustimmung für eine bevorstehende Aggression geschaffen wird. Dadurch könnten möglicherweise einige zukünftige Kriege abgewendet werden.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Was der Fall Hanning über die Korruption in Deutschland aussagt

Von Thomas Röper – 8. Oktober 2026

Der Spiegel versuchte sich daran, einen kritischen Artikel über die Machenschaften von Ex-BND-Chef Hanning zu schreiben, aber wenn man die nötigen Hintergrundinformationen hat, dann war der Artikel nicht kritisch, sondern der Versuch, die Korruption in Deutschland zu verschleiern.

Verhaftung von Ex-BND-Chef August Hanning. Screenshot von Spiegel-TV

Ex-BND-Chef August Hanning wurde verhaftet, weil er seinen ehemaligen Büroleiter nach seinem Ausscheiden aus dem Amt dafür bezahlt haben soll, ihm gegen Bezahlung streng geheime Informationen weiterzugeben, die Hanning dann in seinem neuen Job als Berater gewinnbringend verwerten konnte. Der Spiegel hat unter der Überschrift „Verhaftung von Ex-BND-Chef – Der tiefe Fall des August Hanning“ einen Artikel veröffentlicht, der dem Leser den Eindruck vermittelt, der Spiegel würde kritisch über die Zustände in Deutschland berichten, die das erst möglich gemacht haben. Tatsächlich hat der Spiegel-Artikel das Ausmaß der Korruption in deutschen Regierungskreisen bewusst verschleiert.

Wie Hanning nach der Zeit beim BND Geld gemacht hat

Das Problem des westlichen Systems ist, dass Korruption ein fester Bestandteil des Systems ist, der unter dem Begriff „Lobbyismus“ legalisiert wurde. Ein beliebtes Mittel ist es dabei, dass Politiker und Spitzenbeamte, die dem System treu gedient haben, nach ihrem Karriereende bestens bezahlte Jobs bei der Industrie, Lobbyfirmen und NGOs erhalten – und damit für ihre Treue belohnt werden. Und sie sind für ihre neuen Arbeitgeber auch sehr wertvoll, denn natürlich schöpfen sie aus ihren in ihrer politischen Karriere aufgebauten Netzwerken. Oder, wie man auch sagen könnte, von den verfilzten Strukturen der Politik.

Nach diesem Prinzip hat auch Ex-BND-Chef Hanning nach seinem Ausscheiden aus dem Amt sehr viel Geld verdient. Er hat die Firma HanningConsult gegründet, die 2021 eine Bilanzsumme von stolzen 2,7 Millionen Euro hatte. Und zu dem Firmengeflecht gehörte noch andere Firmen, wie die Pluteos AG aus der Schweiz und deren Tochterfirma, die Sicherheitsfirma System 360 AG.

Übrigens gab es da schon früher schon mal einen Skandal, den aber anscheinend niemand weiterverfolgt hat. Die Schweizer Firmen sind laut einer Recherche des Stern von 2020 reine Briefkastenfirmen, während sie tatsächlich in Berlin arbeiten. Ich will nicht ins Detail gehen, die können Sie im Stern-Artikel von 2020 nachlesen, aber es ging um dubiose Mitarbeiter und andere unappetitliche Details.

Und übrigens waren bei diesen Schweizer Firmen gleich zwei ehemalige Geheimdienstchefs aus Deutschland aktiv, denn neben Eigentümer Hanning hat auch der ehemalige Chef des Verfassungsschutzes Hans-Georg Maaßen die Firma nach eigenen Angaben zumindest beraten.

Das Beispiel zeigt, wie ehemalige führende Beamte und Politiker nach ihrem Karriereende das große Geld verdienen, indem sie eigene Beratungsfirmen gründen oder in bestehende einsteigen. Dass dabei viel Geld fließt, zeigt beispielsweise die stolze Bilanzsumme in Millionenhöhe der Firma, die der Rentner Hanning in seinem Unruhestand gegründet hat.

Das Prinzip Korruption

Im Westen haben diese Beratungsfirmen eine große Macht, denn viele sind Lobbyisten, die die Politik direkt beeinflussen. Und zwar für Geld, was per Definition Korruption ist, im Westen aber als „Lobbyismus“ legalisiert wurde. Wie das funktioniert, schauen wir uns nun an einem konkreten Beispiel an, von dem die Spiegel-Redaktion sicher weiß, es ihren Lesern hier aber verschweigt.

In seinem pseudo-kritischen Artikel schreibt der Spiegel:

„Dass einige von Hannings Geschäften anrüchig wirkten, war auch in der Bundesregierung bekannt. Zumal seine zweite Karriere kein Einzelfall war. Da war Gerhard Schindler, einer von Hannings Nachfolgern beim BND, der sich bei der Agentur Friedrich30 verdingte. Dort heuerte auch Günter Heiß an, ehemals Geheimdienstkoordinator im Kanzleramt. Ebenso der Ex-Bundeswehr-General Hans-Lothar Domröse, nachdem er seinen Top-Posten bei der Nato geräumt hatte.“

Der Spiegel bestätigt also, was ich schon gesagt habe, nämlich dass ehemalige Spitzenbeamte ihre Rente mit lukrativen Beraterjobs „aufbessern“. Und der Spiegel nennt als Beispiel die Agentur Friedrich30, die der Spiegel also kennen muss, seinen Lesern aber verschweigt, dass das Geschäftsmodell dieser Agentur per Definition Korruption ist.

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Argentinien for Sale

Von Gaby Weber – 7. Oktober 20265

Javier Milei mit Flavio Bolsonaro im JUni 2026. Bild: argentina.gob.ar/CC BY-4.0

Das „Mega-Dekret“ von Milei, das den ungehinderten Kauf von Grund und Boden an Ausländer ermöglicht, wurde vom Obersten Gericht wieder in Kraft gesetzt. Die Richter helfen bei der Investorensuche, die Opposition will es zu Fall bringen.

Das „Dringlichkeits-Dekret“ 70/23 war eine der ersten Maßnahmen des gerade gewählten Präsidenten Javier Milei gewesen. Es setzte das geltende Mieterschutzgesetz außer Kraft und erlaubt eine völlige Vertragsfreiheit (was nur für die Immobilienbesitzer vorteilhaft war) und Mieten in US-Dollars ohne Deckel; es schaffte Obergrenzen bei der Krankenversicherung ab, und vor allem erlaubte dieses „Mega-Dekret“ den ungehinderten Kauf von Grund und Boden an Ausländer – sogar in Grenznähe. Seit einigen Jahren kaufen sich vor allem in Patagonien Ölmilliardäre aus dem Nahen Osten wie Big Money aus den USA ein und bauen dort atombombensichere Bunker, um den Dritten Weltkrieg zu überleben. Auch Peter Thiel hat sich inzwischen in Buenos Aires niedergelassen.

Seit Beginn war das Mega-Dekret hoch umstritten, Betroffene klagten dagegen und erreichten zumindest eine Beschränkung der Anwendung. Der Widerstand in der Bevölkerung war derart heftig, dass die gesetzliche Umsetzung des neuen „Land-Gesetzes“ im Senat scheiterte. Geklagt hatte auch das „Zentrum der ehemaligen Malwinen-Soldaten“ CECIM, das in der neuen Regelung eine Verletzung der nationalen Souveränität und einen Ausverkauf des Landes sah, und ein Richter in La Plata hatte dieser Klage stattgegeben und die Landverkäufe außer Kraft gesetzt. Das galt jedenfalls bis zum vergangenen Montag.

Anfang der Woche hatte der Oberste Gerichtshof, der sich normalerweise viel Zeit für seine Urteile nimmt, plötzlich entschieden und die CECIM-Klage für verfassungswidrig erklärt. Die früheren Soldaten hätten nicht als Nebenkläger auftreten dürfen, der Prozess in La Plata war damit null und nichtig. Und so drohte das komplette umstrittene Mega-Dekret Mileis 70/23 wieder gültig zu werden.

Die Robenträger hatten die Empörung der Argentinier unterschätzt, sogar in der rechten Regierungskoalition war man sich nicht mehr einig. Ein Shitstorm fegte durch alle Bereiche der Gesellschaft, und der Oberste Gerichtshof musste sich verteidigen. In einer über whatsapp verbreiteten Erklärung wiesen die Richter „um Zweifel auszuräumen“ darauf hin, dass sie lediglich aus formalen Gründen die Klage abgewiesen hatten, inhaltlich hätten sie gar keine Meinung geäußert. Dass ihre Entscheidung das Mega-Dekret Mileis in Kraft gesetzt hatte – dazu äußerten sie sich nicht.

Reise nach Paris

Der oberste Richterspruch war wohl als juristische Begleitmusik für Milei gedacht. Denn der ultrarechte Präsident war in der vergangenen Woche auf Investorensuche in Paris, wo er auf der „Argentina week“ die Reichtümer seines Landes anpries. Trotz zahlreicher Subventionen und Steuererleichterungen blieben die Kapitalgeber skeptisch. Viele erinnerten sich noch an den Staatsbankrott von 2001 und sorgen sich um die juristische Sicherheit. Und so war es kein Zufall, dass zeitgleich zu Mileis Staatsbesuch drei hochrangige Richter aus Argentinien nach Paris gereist waren, um am Freitag vor der Internationalen Handelskammer ICC über die Vorteile in Argentinien und die – angebliche – juristische Sicherheit zu berichten.

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