Nach Maduro-Entführung: Russisches Fernsehen ändert Ton gegenüber Trump

Von Ulrich Heyden – 8. Januar 2026

Der populäre russische Fernsehsender Rossia 1 zeigte ausführlich Bilder von Demonstranten gegen die Entführung von Maduro und seiner Frau. (Screenshot)

Hauptthema in den Nachrichtensendungen des russischen Fernsehkanals Rossija 1 ist seit Tagen die Entführung des Präsidenten von Venezuela, Nicolas Maduro, durch US-Militärs. Über die Lage in Venezuela und die politischen Folgen berichtete Rossija 1 – einer der wichtigsten russischen Nachrichtensender – in den letzten Tagen ausführlicher als über den Krieg in der Ukraine. Seit dem Amtsantritt von Trump und insbesondere seit dem Treffen von Trump und Putin auf der US-Militärbasis in Anchorage (Alaska) wurde im russischen Fernsehen über den US-Präsidenten in einem hoffnungsvollen Ton berichtet. Doch seit dem 3. Januar hat sich das geändert. Positiv berichtet Rossija 1 jetzt nur noch über die Demonstranten in Washington, die gegen den Krieg in Venezuela protestieren und US-Kongressabgeordnete der Demokraten, die Trump vorwerfen, er stifte Chaos.

Ähnlich wie zu Sowjetzeiten, als die schwarze Menschenrechtsaktivistin Angela Davis ein großer Star im sowjetischen Fernsehen war, wird jetzt im russischen Fernsehen über die Demonstranten berichtet, die vor dem Weißen Haus und vor dem Untersuchungsgefängnis demonstrieren, in dem Nicolai Maduro und seine Frau Cilia Flores einsitzen. Das „gute Amerika“ ist für das russische Fernsehen jetzt nicht mehr Trump, es sind jetzt die Demonstranten, die in den USA mit Plakaten „Kein Blut für Öl“ demonstrieren.

Ausführlich kommen bei Rossija 1 auch US-amerikanische Abgeordnete zu Wort, die scharf kritisieren, dass der Präsident einen Krieg gegen Venezuela führte und dass er diesen Militäreinsatz nicht im Kongress zur Abstimmung stellte. Im russischen Fernsehkanal sah man den US-Kongressabgeordneten Chack Schumer, der zu der Maduro-Entführung erklärte, „kein Plan, nur Chaos“. Trump habe die Büchse der Pandora geöffnet. Die Lage werde „außer Kontrolle“ geraten.

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Drei Erkenntnisse aus der Beschlagnahmung eines unter russischer Flagge fahrenden Tankers durch die USA im Atlantik

Von Andrew Korybko – 8. Januar 2025

Der übergeordnete Trend ist, dass die USA ihre historische „Einflusssphäre” über Amerika militärisch wiederherstellen und die maritime Komponente [eine seit Jahrzehnten nicht mehr dagewesene Flotte von US-Kriegsschiffen inklusive Flugzeugträger und Luftwaffe; die Red.] der „Festung Amerika” für Trump 2.0 so wichtig ist, dass Washington bereit ist, die „regelbasierte Ordnung” dafür zu opfern und sogar einen möglichen unbeabsichtigten Krieg mit Russland zu riskieren.

Der unter russischer Flagge fahrende Tanker Marinera wurde gerade von den USA [in einem Akt offener staatlicher Piraterie; die Red.] im Atlantik beschlagnahmt. Er hieß früher Bella 1 und steht aufgrund seiner Verbindungen zur Hisbollah unter US-Sanktionen. Er fuhr unter guyanischer Flagge von Iran nach Venezuela und versuchte, die Blockade der USA zu durchbrechen. Das misslang, er kehrte um, änderte seinen Namen in Marinera und erhielt eine vorübergehende Genehmigung, unter russischer Flagge zu fahren, bevor er beschlagnahmt wurde. Russland forderte daraufhin, dass seine Bürger an Bord human behandelt und nach Hause zurückgebracht werden.

Kriegsminister Pete Hegseth schrieb: „Die Blockade von sanktioniertem und illegalem venezolanischem Öl bleibt weltweit in VOLLER WIRKUNG.“ Zuvor hatte Generalstaatsanwältin Pam Bondi damit gedroht, strafrechtliche Schritte gegen die Besatzung einzuleiten. Ihr Tweet und der andere Tweet von Hegseth, in dem er erklärt, dass die USA nur „legitimen und rechtmäßigen“ Energiehandel mit Venezuela zulassen werden, zeigen, dass die USA erneut sogenannte „Polizeifunktionen“ übernehmen. Hier sind drei Erkenntnisse aus diesem Vorfall:

1. Die USA zeigen sich überraschend gelassen angesichts eines versehentlichen Krieges mit Russland.

Selbst für US-Verhältnisse war es dreist, einen unter russischer Flagge fahrenden Tanker zu beschlagnahmen, insbesondere nachdem westliche Medien berichtet hatten, dass Russland Schiffe und ein U-Boot zu seiner Eskorte entsandt hatte, was Russland jedoch nicht bestätigte, und von denen sich zum Zeitpunkt der Beschlagnahmung keines in der Nähe befand. Dennoch ging Trump 2.0 davon aus, dass es keine Vergeltungsmaßnahmen geben würde, obwohl der stellvertretende Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des russischen Parlaments gewarnt hatte, dass „jeder Angriff auf unsere Frachter als Angriff auf unser Territorium angesehen werden kann, selbst wenn das Schiff unter ausländischer Flagge fährt“.

Interessanterweise ereignete sich dieser Vorfall parallel zu den von den USA unterstützten europäischen Waffenstillstandsgarantien für die Ukraine, die auch die Zusage Großbritanniens und Frankreichs beinhalten, während dieser Zeit Truppen dorthin zu entsenden, obwohl Russland wiederholt gewarnt hat, dass diese legitime Ziele seien. Es ist ganz offensichtlich, dass die USA derzeit überraschend gelassen gegenüber einem möglichen unbeabsichtigten Krieg mit Russland sind, sei es wegen der Beschlagnahmung eines unter ihrer Flagge fahrenden Schiffes auf See oder wegen der Tötung von NATO-Verbündeten in der Ukraine. Diese Beobachtung wird Russland nicht entgehen.

2. „Fortress America“ umfasst auch eine wichtige maritime Komponente

Das Ziel der Wiederherstellung der unipolaren Hegemonie der USA über Amerika, das in der neuen Nationalen Sicherheitsstrategie als höchste regionale Priorität bezeichnet wird, kann als Aufbau einer „Festung Amerika“ bezeichnet werden. Dieses Ziel verfolgen die USA nicht nur aus Prestigegründen, um ihre Macht zu demonstrieren, sondern auch aus pragmatischen Erwägungen. Wenn die USA jemals aus der östlichen Hemisphäre vertrieben werden oder sich aus irgendeinem Grund entschließen sollten, sich dort zurückzuziehen, könnten sie [bzw. die sie beherrschende Oligarchie; die Red.] dennoch in der westlichen Hemisphäre überleben und sogar florieren, solange sie die volle Kontrolle über die Ressourcen dieser Länder und bevorzugten Zugang zu ihren Märkten haben.

Wie aus diesem Vorfall sowie den Beiträgen von Hegseth und Bondi dazu hervorgeht, gibt es auch eine wichtige maritime Komponente im Zusammenhang mit der Kontrolle des Ölexports aus Venezuela, das über die größten Reserven der Welt verfügt. Dieses Ziel kann nur durch die Aufrechterhaltung der einseitigen Blockade und die Beschlagnahmung aller Schiffe erreicht werden, die gegen diese verstoßen, und zwar unter dem Vorwand der Strafverfolgung, der das Konzept der Extraterritorialität verkörpert. Ohne diese maritime Komponente könnte die „Festung Amerika” niemals wirklich errichtet werden, aber sie ist nicht ohne Kosten.

3. Die USA zerstören die „regelbasierte Ordnung“, die sie über Jahrzehnte aufgebaut haben

Der oben genannte Punkt geht nahtlos in den letzten Punkt über, nämlich wie die von den USA gegenüber Venezuela militärisch durchgesetzte Extraterritorialität die „regelbasierte Ordnung“ zerstört, die sie über Jahrzehnte aufgebaut haben, um ihre unipolare Hegemonie über die Welt nach dem Ende des alten Kalten Krieges aufrechtzuerhalten. Dies verstößt gegen die internationalen Gesetze, die die USA früher weltweit nach ihren willkürlichen Maßstäben äußerst selektiv durchgesetzt haben. Anstelle internationaler Gesetze setzen die USA nun ihre eigenen durch, aber auch hier mit dem Ziel der Hegemonie.

Das Völkerrecht ist aufgrund der inhärenten Dysfunktionalität der UNO, die mit der Pattsituation zwischen den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats zusammenhängt, von denen eines in der Regel wichtige Vorschläge der anderen mit seinem Veto blockiert, zunehmend illusorisch geworden. Wenn sich die Großmächte dennoch in ihren Beziehungen untereinander daran halten würden, gäbe es mehr Vorhersehbarkeit und weniger Risiko für Kriege aufgrund von Fehleinschätzungen. Wie dieser Vorfall jedoch zeigt, sind die USA nicht einmal mehr daran interessiert, da der Aufbau der „Festung Amerika” nun Vorrang vor allem anderen hat.

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Der Trend, der die drei oben genannten Erkenntnisse verbindet, ist, dass die USA ihre historische „Einflusssphäre“ über Amerika militant wiederherstellen wollen, und dies ist für Trump 2.0 so wichtig, dass er bereit ist, die „regelbasierte Ordnung“ dafür zu opfern und sogar einen versehentlichen Krieg mit Russland zu riskieren. Die maritime Komponente vor der karibischen Küste Venezuelas, die vor allem anderen aufgebaut wurde, wird von der Regierung als Strafverfolgungsmaßnahme gerechtfertigt, bei der nationale Gesetze Vorrang vor internationalen Gesetzen haben.

Da dies auf der anderen Seite der Welt stattfindet, wo keine der beiden Parteien der chinesisch-russischen Entente über Militärstützpunkte verfügt, können sie dies nicht einmal indirekt in Frage stellen, anders als die USA, die Russlands Wiederherstellung seines eigenen historischen „Einflussbereichs“ in der Ukraine durch den andauernden Stellvertreterkrieg in Frage gestellt haben. Das bedeutet nicht, dass das große strategische Ziel der USA, ihre unipolare Hegemonie über Amerika wiederherzustellen, erfolgreich sein wird, sondern nur, dass dies im Falle des Misslingens auf innerhemisphärische Gründe und nicht auf externe Kräfte zurückzuführen sein wird.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache]

Israels Kritik am Bandera-Kult in der Ukraine

Von Thomas Röpers – 8. Januar 2026

Der Leiter der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat einer deutschen Zeitung ein Interview gegeben, in dem er etwas Interessantes über die Nazi-Vergangenheit der Ukraine sagte. Deutsche Medien haben das jedoch nicht aufgegriffen.

In Europa wird behauptet, die Ukraine kämpfe für „westliche Werte“, aber wie lässt sich das damit vereinbaren, dass die wichtigsten Nationalhelden der Ukraine Nazi-Kriegsverbrecher sind? In Israel wird dieser ukrainische Kult um Bandera und andere ukrainische Nazi-Kollaboraturen immer wieder scharf kritisiert, aber deutsche Medien, die sonst so Israel-freundlich sind, übersehen das aus irgendeinem Grund.

In Kiew finden zu Neujahr jedes Jahr Fackelmärsche von Nazi-Sympathisanten statt, die damit Stepan Bandera, den wichtigsten Nationalhelden der Ukraine, ehren, der an einem 1. Januar geboren wurde. In Israel wird das jedes Mal kritisiert, so schrieb die Jerusalem Post am 3. Januar 2022 beispielsweise:

„Am Samstag versammelten sich in Kiew mehrere Tausend Menschen zum jährlichen Marsch zu Ehren des Geburtstags von Stepan Bandera, dem Anführer der Ukrainischen Aufständischen Armee, die im Zweiten Weltkrieg mit den Nazis kollaborierte und Tausende Juden und Polen ermordete. „Israel verurteilt den nationalistischen Bandera-Marsch“, twitterte die israelische Botschaft in der Ukraine. „Die Verherrlichung derer, die die Nazi-Ideologie unterstützten, verunglimpft das Andenken an die Opfer des Holocaust in der Ukraine.““

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Die Gefahr, dass die Piraterie der USA die EU zu gefährlichen Fehlern motiviert

Von Thomas Röper – 8. Januar 2026

Die USA sind bei Venezuela zu offener Piraterie übergegangen und haben mehrere Tanker mit Ziel Venezuela festgesetzt. Die EU könnte sich dadurch zur Kaperung von Tankern mit Ziel Russland motiviert fühlen, was jedoch gefährliche Folgen haben dürfte.

Die USA haben im Dezember eine völkerrechtlich illegale Seeblockade über Venezuela verhängt und begonnen, Öltanker mit Ziel Venezuela nach Piratenmanier zu kapern und die Ladung zu beschlagnahmen. Das begründen die USA mit ihren Sanktionen gegen Venezuela, die allerdings völkerrechtlich illegal sind, weil sie nicht vom UN-Sicherheitsrat beschlossen wurden. Was die USA hier tun ist offen demonstrierte Gesetzlosigkeit und Piraterie.

Gleiches hat keine gleichen Folgen

Die Gefahr dabei ist, dass sich dieses Vorgehen der USA EU-Staaten zu der Meinung verleiten könnte, sie könnten das Gleiche tun, wie die USA, und nun wahllos Tanker mit Ziel Russland zu kapern.

Wir leben nun einmal nicht in einer gerechten Welt, in der das Völkerrecht irgendetwas zählen würde, sondern in der realen Welt, in der es um Macht geht. Die USA sind zu mächtig, als dass irgendein Staat der Welt wegen einiger Tanker einen Krieg mit den USA anfangen würde, zumal die Frage für kein Land der Welt, außer für das ohnmächtige Venezuela, existenziell wichtig wäre.

Sollte die EU sich jedoch motiviert fühlen, dem US-Beispiel zu folgen und die Ostsee zu blockieren, wie einige europäische Falken immer wieder vorschlagen, wäre das etwas ganz anderes. Nicht völkerrechtlich, denn aus Sicht des Völkerrechts ist Piraterie immer Piraterie, egal, wer der Pirat und wer das Opfer ist.

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Trumps und Millers „eisernes Gesetz“ imperialistischer Barbarei

Von Andre Damon – 7. Januar 2025

Nach dem Angriff der USA auf Venezuela und der Entführung von Präsident Nicolás Maduro am Samstag hat die Trump-Regierung eine Flut von Drohungen gegen Länder auf der ganzen Welt ausgesprochen, darunter Kuba, Kolumbien, Iran, China, Russland und sogar die Europäische Union.

Nach der Entführung Maduros am Samstag stellte die Trump-Regierung eine Reihe von Forderungen an die Interimspräsidentin Venezuelas, Delcy Rodríguez, mit dem Ziel, die Außen- und Wirtschaftspolitik des Landes den geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen der USA unterzuordnen. Laut ABC News erklärten US-Vertreter gegenüber Rodríguez, dass Caracas zunächst „China, Russland, Iran und Kuba rauswerfen und die wirtschaftlichen Beziehungen abbrechen“ und dann „zustimmen müsse, bei der Ölförderung ausschließlich mit den USA zusammenzuarbeiten und beim Verkauf von Schweröl Amerika zu bevorzugen“.

Das heißt, Washington will Venezuela in ein koloniales Protektorat der USA verwandeln. Der amerikanische Imperialismus beabsichtigt, Venezuelas Öl zu stehlen und die Verstaatlichung der Ölgesellschaften rückgängig zu machen, was sich nicht nur gegen Venezuela, sondern auch gegen Russland und China richtet. Trump drohte Rodríguez direkt und erklärte, wenn sie „nicht das Richtige tue, werde sie einen sehr hohen Preis zahlen, wahrscheinlich einen höheren als Maduro“.

Am Wochenende bekräftigte Trump auch seine erklärte Absicht, Grönland, ein Überseegebiet des EU- und NATO-Mitglieds Dänemark, mit militärischer Gewalt zu annektieren.

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Trump stoppt 10 Milliarden an Hilfsgeldern für Arbeiterfamilien und weitet Razzien gegen Einwanderer aus

Von Jacob Crosse – 7. Januar 2025

Die Trump-Regierung hat angekündigt, mehr als zehn Milliarden Dollar an Bundeshilfen für einkommensschwache Familien zurückzuhalten. Betroffen davon sind die fünf von Demokraten regierten Bundesstaaten Kalifornien, Minnesota, Illinois, Colorado und New York. Die New York Post berichtete am Montag als erste Zeitung über dieses umfassende Einfrieren von Geldern. Am Dienstag wurde die Meldung von mehreren anderen Medien bestätigt. Betroffen sind wichtige soziale Hilfsprogramme, die Arbeiterfamilien Nahrungsmittel, Unterkunft, Kinderbetreuung und eine Grundsicherung zur Verfügung stellen.

Von den eingefrorenen Mitteln waren etwa sieben Milliarden Dollar für das Programm Temporary Assistance for Needy Families (TANF) vorgesehen, eine wichtige Unterstützung bei Lebensmitteln, Unterkunft, Heizung und Kinderbetreuung für arme Arbeiterfamilien. In einigen Bundesstaaten bietet das TANF auch Berufsausbildung und in begrenztem Maß Zugang zu Hochschulbildung an.

Im Jahr 2023 erhielten schätzungsweise eine Million Familien Unterstützung durch das TANF. Das Center on Budget and Policy Priorities berichtete im Oktober 2025, dass nur 21 Prozent aller in Armut lebenden Familien mit Kindern landesweit in diesem Jahr vom TANF mit Bargeld unterstützt wurden. Das verdeutlicht den bereits desolaten Zustand des Programms vor Trumps jüngsten Kürzungen.

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Schauprozess des US-Imperialismus gegen den entführten venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro

Von Andre Damon – 7. Januar 2026

In einer erniedrigenden pseudorechtlichen Farce zog die Trump-Regierung den entführten venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores am Montag vor ein Bundesgericht in Manhattan.

Als Maduro gebeten wurde, seine Identität zu bestätigen, erklärte er: „Mein Name ist Präsident Nicolás Maduro Moros. Ich bin Präsident der Republik Venezuela. Ich bin am 3. Januar hierher entführt worden –“

Er durfte nur wenige Worte sagen, bevor der 92-jährige Richter Alvin K. Hellerstein ihn unterbrach. „Es wird eine Zeit und einen Ort geben, um all dies zu klären“, schnauzte er ihn an.

Als US-Militärpersonal ihn aus dem Gerichtssaal führte, rief Maduro auf Spanisch: „Ich bin ein entführter Präsident. Ich bin ein Kriegsgefangener.“

Die Anhörung dauerte etwas mehr als 35 Minuten. Beide Angeklagten plädierten auf nicht schuldig. Der Verteidiger Barry Pollack, der zuvor den WikiLeaks-Gründer Julian Assange vertreten hatte, kündigte an, die Rechtmäßigkeit der „militärischen Entführung“ seines Mandanten anzufechten. Maduro, so sagte er, „ist das Oberhaupt eines souveränen Staates und hat Anspruch auf die damit verbundenen Privilegien“.

Flores trug Spuren von Gewalt im Gesicht, die ihr während der Entführung zugefügt worden war. Die Zeitung Telegraph berichtet, dass Flores „sichtbare Blutergüsse im Gesicht hatte – einen in der Größe eines Golfballs auf der Stirn – rote Wangen und etwas, das wie eine Beule über ihrem rechten Auge aussah“. Ihr Anwalt, Mark Donnelly, erklärte vor Gericht, sie habe „während ihrer Entführung erhebliche Verletzungen erlitten“ und bat den Richter, eine Röntgenuntersuchung zu genehmigen, um festzustellen, ob ihre Rippen gebrochen seien.

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So kann die indirekte Kontrolle der USA über Venezuela den Interessen Kubas, Chinas und Russlands schaden

Von Andrew Korybko – 7. Januar 2026

Kuba könnte gezwungen werden, sich den USA unterzuordnen. Die Kettenreaktion, die dadurch entsteht, dass andere wichtige Partner der Belt and Road Initiative (BRI), Chinas wichtigstem globalen Infrastrukturprogramm, eingeschüchtert und veranlasst werden, dem Beispiel Venezuelas zu folgen, könnte China zu Änderungen seiner Entwicklungsstrategie zwingen, und ein Teil des sowjetischen/russischen Arsenals Venezuelas könnte in die Ukraine verlagert werden.

Die „militärische Sonderoperation” der USA in Venezuela führte zur Festnahme von Präsident Nicolas Maduro und seiner Ablösung durch Vizepräsidentin Delcy Rodriguez, woraufhin diese radikale Anti-US-Politikerin ihre Rhetorik milderte und eine Zusammenarbeit mit den USA vorschlug. Ihre politische Kehrtwende folgte auf Trumps Drohung: „Wenn sie nicht das Richtige tut, wird sie einen sehr hohen Preis zahlen, wahrscheinlich einen höheren als Maduro.” Einige Tage später gab Trump bekannt, dass sie sich bereit erklärt habe, 30 bis 50 Millionen Barrel Öl an die USA zu liefern.

Politico hatte zuvor berichtet zuvor, dass „US-Beamte Delcy Rodriguez mitgeteilt haben, dass sie mindestens drei Maßnahmen von ihr erwarten: die Bekämpfung des Drogenhandels, die Ausweisung iranischer, kubanischer und anderer Agenten von Ländern oder Netzwerken, die Washington feindlich gesinnt sind, sowie die Einstellung des Ölverkaufs an Gegner der USA“. Trumps Ankündigung entspricht der dritten Forderung und deutet dementsprechend darauf hin, dass die USA eine gewisse indirekte Kontrolle über Venezuela etabliert haben, was dazu führen könnte, dass auch die anderen Forderungen Washington letztendlich erfüllt werden.

Abgesehen davon berichtete ABC News, dass nun auch „der Herauswurf Chinas, Russlands, Irans und Kubas und der Abbruch der wirtschaftlichen Beziehungen“ zu diesen Ländern sowie „die Zustimmung zu einer exklusiven Partnerschaft mit den USA bei der Ölförderung und die Bevorzugung Amerikas beim Verkauf von Schweröl“ zu den Forderungen gehören. Von diesen vier Staaten ist Venezuelas Beziehung zum Iran die unklarste, und die einzige sichtbare Manifestation ihrer Partnerschaft sind symbolische antiamerikanische Signale. Der Iran hätte daher am wenigsten zu verlieren, wenn dies geschehen sollte.

Die Interessen Kubas würden jedoch am stärksten beeinträchtigt, wenn die USA Venezuela dazu zwingen würden, die wirtschaftlichen Beziehungen abzubrechen, da der von Sanktionen geplagte Inselstaat von den subventionierten Öllieferungen seines Partners abhängig ist. Eine Unterbrechung dieser Lieferungen könnte den Zusammenbruch der Wirtschaft beschleunigen und sie damit den USA unterwerfen, mit oder ohne Regimewechsel, wie es Washington bereits seit Jahrzehnten anstrebt. Angesichts der anhaltenden Blockade Venezuelas durch die USA ist es schwer vorstellbar, wie Kuba diesem Schicksal entgehen könnte, sodass es sich möglicherweise um eine vollendete Tatsache handelt.

Was China betrifft, so macht venezolanisches Öl nur vier Prozent seiner Gesamtimporte aus, während die ausstehenden Schulden Venezuelas in Höhe von 17 bis 19 Milliarden US-Dollar im Vergleich zur chinesischen Wirtschaft verschwindend gering sind, sodass Peking es sich leisten könnte, beides zu verlieren. Probleme würden nur dann auftreten, wenn andere wichtige BRI-Partner von den USA eingeschüchtert würden und in der Folge dem Beispiel Venezuelas folgten, ihre Rohstoffexporte nach China einstellten und ihre Schulden gegenüber China nicht beglichen. In diesem Fall könnten die kaskadenartigen Folgen China zu Änderungen seiner Entwicklungsstrategie zwingen und damit seinen Aufstieg behindern.

Und schließlich könnte das erneut unter US-Kontrolle stehende Venezuela US-Experten erlauben, sein auf 20 Milliarden Dollar geschätztes sowjetisch-russisches Waffenarsenal zu inspizieren, um alle Geheimnisse seiner Ausrüstung aufzudecken, und einige dieser Waffen könnten letztendlich sogar auch in die Ukraine geliefert werden. Eine Möglichkeit wäre, dass die USA diese faktische Teilentmilitarisierung zu einem Teil eines stufenweisen Sanktionserleichterungsplans für Venezuela machten. Wie beim Worst-Case-Szenario Kubas gegenüber Venezuela ist es auch hier schwer vorstellbar, wie Russland dies vermeiden könnte, sodass auch dies eine vollendete Tatsache sein könnte.

Der einzige plausible Weg, dies auszugleichen, wäre ein Militärputsch, um den USA die Möglichkeit zu nehmen, diese Ausrüstung zu inspizieren oder zu transferieren, von der ein Großteil dann durch US-Angriffe und/oder in einem parallelen Bürgerkrieg zerstört werden könnte, aber davon kann man nicht ausgehen. Alles in allem könnten China und Russland zwar den Schaden überstehen, den die indirekte Kontrolle der USA über Venezuela ihren Interessen zufügen könnte, Kuba jedoch wahrscheinlich nicht. Es ist daher durchaus möglich, dass es bald stranguliert und gezwungen wird, sich den USA unterzuordnen.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache]

Es gibt kein Völkerrecht mehr, nur noch das Recht des Stärkeren. Was bedeutet das für Europa?

Von Thomas Röper – 7. Januar 2026

Das Völkerrecht ist schon lange tot, trotzdem reden noch alle davon und deutsche Medien echauffieren sich darüber, dass Trump oder auch Putin in Einflusssphären denken würden, dabei tun auch Deutschland und die EU nichts anderes. Es ist Zeit, für einen realistischen Blick auf die Weltpolitik.

Die Idee zu diesem Artikel ist mir gekommen, als ich bei RT-DE die zweiteilige Übersetzung eines Artikels von Alexander Dugin (hier die Links zu Teil 1 und zu Teil 2) gelesen habe. Dugin wird im Westen fälschlicherweise als Faschist oder Nationalist bezeichnet, dabei kritisiert er nur den Globalismus und das, was im Westen als „liberal“ bezeichnet wird. Tatsächlich ist Dugin ein brillanter Analyst, wobei man, wie bei jedem Analysten, über seine Analysen und ihre Ergebnisse natürlich nach Herzenslust diskutieren und streiten kann.

Dugins Artikel ist im Original unter der Überschrift „Die Welt steht am Rande eines großen Krieges“ erschienen. Ich will hier nicht seine These wiederholen, die er schon in der Überschrift genannt hat, sondern auf die Frage eingehen, warum es kein Völkerrecht mehr gibt und wie deutsche Medien ihre Leser für dumm verkaufen.

Dugins Artikel beginnt mit folgendem Absatz:

„Dieser Text ist eine philosophische Reflexion über den Angriff auf Venezuela und die Operation zum Regimewechsel in Iran. Ich bin überzeugt: Angesichts der aktuellen Ereignisse in der Weltpolitik ist nun jedem endgültig klar geworden, dass es kein Völkerrecht mehr gibt. Es existiert nicht mehr.“

Diese auf den ersten Blick simple Feststellung kann man in abgeschwächter Form derzeit sogar in deutschen Medien lesen, wenn sie über Trumps Vorgehen berichten, wobei sie das eher im Zusammenhang mit Trumps Gelüsten nach der Annektierung Grönlands als wegen Trumps Angriff auf Venezuela schreiben. Schon diese Tatsache, dass deutsche Medien sich scheuen, das wegen Venezuela genauso deutlich zu sagen wie bei Grönland, zeigt, dass nicht Trump das Problem ist, sondern dass es viel tiefer sitzt.

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Der 300-Milliarden-Bumerang: Wie Brüssel den Euro opfert und für „The Unit“ den Weg ebnet

Von Michael Hollister – 6. Januar 2026

Es ist keine einfache Geschichte, aber die Politiker und die Banker sollten sich damit beschäftigen: mit den wirtschaftlichen Auswirkungen der Bewilligung von zig Milliarden für die Ukraine und die Militarisierung. Michael Hollister versucht im Folgenden zu erklären, warum sich Europa mit der eigenen Politik selber zerstört. (cm)

Nach einem 16-stündigen Verhandlungsmarathon in Brüssel ist die Entscheidung gefallen – und sie ist bezeichnend für den Zustand der Europäischen Union. Am 19. Dezember 2025 einigte sich der Europäische Rat auf einen Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro an die Ukraine. Nicht aus frischen Mitteln, sondern indirekt abgesichert durch die knapp 200 Milliarden Euro russischer Zentralbankreserven, die seit 2022 bei Euroclear in Belgien eingefroren liegen. Drei Länder stimmten dagegen und weigern sich, sich zu beteiligen. Die ursprüngliche Idee, russische Gelder direkt zu beschlagnahmen, wurde zwar verworfen – doch der Schaden ist längst angerichtet.

Denn was in Brüssel diskutiert wurde, war nicht nur eine technische Frage der Ukraine-Finanzierung. Es war ein Angriff auf die Grundfesten des internationalen Finanzsystems. Allein die Tatsache, dass die dauerhafte Enteignung fremder Staatsvermögen ernsthaft erwogen wurde, sendet ein Signal an die Welt: Euer Geld ist in Europa nicht mehr sicher. Russland hat bereits geklagt, nicht vor europäischen Gerichten, sondern vor internationalen Schiedsgerichten. Die Forderung: nicht nur die 194 Milliarden zurück, sondern mindestens 300 Milliarden – inklusive Zinsen, Kosten und Schadensersatz. Und die Urteile sind bindend.

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