Elf Tage nach Beginn des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran bedient sich die Trump-Regierung offen der Sprache des Völkermords. In einem Interview mit CBS News am Sonntag drohte Trump mit dem „Ende des Iran“ und warnte, dass man „den Namen nie wieder hören würde“, sobald er seine Drohung, das Land zu zerstören, vollständig umgesetzt habe. Am Samstag erklärte er gegenüber Reportern an Bord der Air Force One, dass er unter „bedingungsloser Kapitulation“ verstehe, „wenn niemand mehr da ist, der um Gnade fleht“.
Am Montag – ein Tag nachdem Trump erklärt hat, der Krieg sei „sehr vollständig“ – versprach Kriegsminister Pete Hegseth „einmal mehr unseren intensivsten Tag der Angriffe im Iran: die meisten Kampfflugzeuge, die meisten Bomber, die meisten Angriffe“. Nur wenige Stunden zuvor waren mindestens 40 Menschen bei einem amerikanisch-israelischen Bombenangriff in der Nähe des Risalat-Platzes in Teheran getötet worden. Am Dienstagabend bombardierte das US-Militär iranische Städte sowie Schiffe in der Straße von Hormus.
Bei dem Krieg der USA und Israels wurden bislang mindestens 1.255 Menschen getötet und mehr als 12.000 verletzt. Unter den Opfern sind 200 Kinder – mehr als 170 von ihnen starben bei einem Angriff mit einer Tomahawk-Rakete auf eine Mädchenschule in Minab. Die iranische Hilfsorganisation Roter Halbmond meldete 19.734 beschädigte zivile Gebäude, fast eine Verdoppelung innerhalb von 24 Stunden. Darunter sind 77 Gesundheitszentren und 69 Schulen.
Dieser kriminelle Angriffskrieg wird von den etablierten Medien und der Demokratischen Partei in den USA systematisch unterstützt und ermöglicht. Führende Demokraten haben die Ermordung iranischer Regierungsvertreter befürwortet, dem Trump-Regime politischen Rückhalt gegeben und für die Finanzierung des Kriegs gestimmt. Kein einziger führender Vertreter der Demokraten, keine einzige Redaktion einer großen Zeitung hat den Krieg als das bezeichnet, was er ist: ein Kriegsverbrechen und ein „Verbrechen gegen den Frieden“ nach dem Präzedenzfall der Nürnberger Prozesse, in denen die Nazi-Führer zum Tod verurteilt wurden.
Die Reise von Außenminister Johann Wadephul nach Israel und in die Golfregion unterstreicht, dass die Bundesregierung trotz aller Befürchtungen über die politischen und wirtschaftlichen Folgen des Kriegs fest hinter der US-israelischen Offensive gegen den Iran steht. Als erster westlicher Regierungsvertreter, der seit Beginn des völkerrechtswidrigen US-israelischen Angriffskriegs in die Region reiste, demonstrierte Wadephul den politischen Schulterschluss Berlins mit den Kriegstreibern.
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wadephul nutzte der israelische Außenminister Gideon Sa‘ar die Gelegenheit, nicht nur das israelische Flächenbombardement im Iran, sondern auch den Völkermord in Gaza, den Krieg Israels gegen die Hisbollah im Libanon und die massiven Angriffe auf Beirut mit den bekannten Kriegslügen zu rechtfertigen.
Wadephul widersprach diesen Ausführungen in keiner Weise. Stattdessen bedankte er sich ausdrücklich bei Sa‘ar, wiederholte zentrale Propagandalügen und stellte sich demonstrativ auf die Seite der Kriegstreiber. „Die größte Gefahr geht vom iranischen Regime aus“, erklärte er. „Das habt ihr immer gesagt heute und hier zeigt sich ganz klar, warum.“ Der Iran sei „mit seinem immer aggressiveren Verhalten, mit seinem immer weiterentwickelten militärischen Arsenal … eine Gefahr für die Region und für Europa“. Deutschland stehe an der „Seite Israels“, und „Irans unterschiedslose Angriffe auch auf Zivilistinnen und Zivilisten müssen endlich aufhören“.
Diese Aussagen stellen die Wirklichkeit vollständig auf den Kopf. Es sind Israel und die Vereinigten Staaten, die wahllos Krankenhäuser, Schulen und Wohngebiete bombardieren und tausende Zivilisten töten. Allein beim Bombardement einer Mädchenschule in der iranischen Stadt Minab kamen über 150 Schülerinnen ums Leben.
Helfer versuchen nach einem US-Angriff auf die Shajareh Tayyebeh Mädchenschule in Minab Überlebende in den Trümmern zu finden. (Foto: Abbas Zakeri, Mehr News Agency, Wikimedia Commons, CC BY 4.0)
In der westlichen Welt finden sich heute erschreckend viele Politiker und Medien, die den militärischen Angriff der Vereinigten Staaten und Israels auf die Islamische Republik Iran rechtfertigen oder sogar begrüßen.
Getragen von jener uns so vertrauten Selbstgerechtigkeit glauben viele, die USA stünden hier erneut für das Gute im Kampf gegen das Böse. Gerade deshalb wäre es dringend notwendig, innezuhalten und nachzudenken. Denn mit diesem Krieg begehen die USA und Israel ein Verbrechen von gewaltigem Ausmaß – nicht nur am Iran, sondern letztlich auch an sich selbst und an uns allen. Dieser Krieg könnte ein Tor zur Hölle aufgestoßen haben, an dessen Ende der Westen als Verlierer dasteht.
Dieser Krieg dürfte lange und blutig werden
Vieles mahnt an den Beginn des Irakkriegs 2003. Auch damals war ein amerikanischer Präsident geradezu besessen von der Idee, den Irak von seinem Diktator zu „befreien“. Auch damals behauptete George W. Bush, das Regime verfüge über Massenvernichtungswaffen, vor denen die Welt geschützt werden müsse. Und ein sich andienender britischer Premierminister, Tony Blair, erklärte sogar, Saddam Hussein könne London innerhalb von 15 Minuten angreifen. Nichts davon stimmte.
Der Krieg sollte rasch beendet sein; bereits einen Monat später verkündete Bush „mission accomplished“. Doch auch das erwies sich als Illusion. Der Irak versank in einem brutalen Bürgerkrieg und auf den Trümmern des Landes entstand eine der gefährlichsten Terrororganisationen unserer Zeit: der sogenannte Islamische Staat. Viele der Iraker, die angeblich „befreit“ werden sollten, zahlten mit ihrem Leben und mit der Zerstörung ihres Landes. Schätzungen sprechen von bis zu einer Million Toten, manche sogar von zwei oder drei Millionen. Die Folgen dieses Krieges lasten noch heute, 23 Jahre später, schwer auf dem Irak.
von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 11. März 2026
Der nun 12 Tage dauernde Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran brachte Zerstörung und Tod über die Region und immer weiter steigende Energiepreise für die Welt. Letztere werden nicht so schnell wieder sinken, weil Anlagen zur Produktion und zum Verladen zerstört wurden. Hier die Entwicklungen seit dem 10. März 2026 in der Nacht bis zum Ende des 11. März.
Gestern Abend ab 20 Uhr deutscher Zeit hat der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran weiter eskaliert, wobei die USA die intensivsten Luftangriffe seit Beginn des Krieges durchführten. Diese Angriffe zielten auf iranische Militäranlagen, darunter Kommandozentren und Raketenbasen in Teheran und anderen Regionen, und haben die iranischen Raketenfähigkeiten weiter geschwächt.
Die israelischen Streitkräfte führten gleichzeitig Angriffe auf Hisbollah-Stellungen in Beirut durch, was zu Explosionen in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt führte um den Süden des Libanons zu besetzen, wie seit 1967 geplant. Noch wurde nicht bekannt, dass die Terrororganisation HTS, jetzt „Übergangsregierung Syriens“, welche an der Westgrenze des Libanons Truppen zusammenzog, die zweite Front gegen die Widerstandsbewegung Hisbollah eröffnet haben. Ebensowenig hat sich bisher die Armee des Libanon trotz Drucks aus den USA dazu hinreißen lassen, einen Bürgerkrieg zu beginnen, um den Einmarsch israelischer Truppen in den Süden des Landes zu ermöglichen.
Der Iran reagierte mit mehreren Raketensalven auf Israel, darunter drei nächtliche Angriffe zwischen dem 10. und 11. März, die jedoch zum Teil abgefangen wurden und nach Angaben Israels keine schweren Schäden verursachten.
Der US-Präsident Donald Trump signalisierte in einer Pressekonferenz, dass der Krieg kurzfristig beendet werden könnte, betonte eine Eskalation, falls der Iran den Ölverkehr in der Straße von Hormus behindert. Iranische Beamte berichteten von über 1.300 Toten seit Kriegsbeginn und warfen den USA und Israel vor, zivile Ziele wie Schulen anzugreifen, was zu internationaler Kritik führte.
Von Majid Nili, iranischer Botschafter in Deutschland – 11. März 2026
Als Botschafter der Islamischen Republik Iran möchte ich Ihre Aufmerksamkeit auf ein beispielloses und zutiefst besorgniserregendes Ereignis lenken – ein Ereignis, das nicht nur eine offensichtliche Verletzung des Völkerrechts darstellt, sondern auch einen schwerwiegenden Schlag gegen die grundlegenden Prinzipien der internationalen Ordnung bedeutet.
Wie Ihnen bekannt ist, wurde der Iran am 28. Februar 2026 ohne jeden Grund oder jede Rechtfertigung militärisch von Israel und den Vereinigten Staaten angegriffen, während sich das Land inmitten indirekter Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten unter Vermittlung des befreundeten Staates Oman befand.
Im Verlauf dieser Angriffe wurden zahlreiche zivile Ziele gezielt angegriffen. Dazu zählt unter anderem ein Luftangriff auf eine Mädchenschule in der Stadt Minab, bei dem 175 Schülerinnen und Mitglieder des Lehrpersonals getötet wurden. Ebenso gehörte der Angriff auf die Nuklearanlage in Natanz zu den durchgeführten Angriffen – eine Anlage, die gemäß den Bestimmungen der Internationalen Atomenergie-Organisation aufgrund möglicher Umweltfolgen vor Angriffen geschützt sein sollte. Darüber hinaus wurde auch die Teheraner Ölraffinerie angegriffen – ein Angriff, der zur Freisetzung chemischer Stoffe in einer Stadt mit rund zehn Millionen Einwohnern führte. Außerdem kam bei dieser Aggression der religiöse und politische Führer des Iran, Ayatollah Khamenei, ums Leben.
Diese Angriffe stellen neben ihren weitreichenden humanitären und ökologischen Folgen klare Verstöße gegen das Völkerrecht dar, insbesondere gegen Artikel 2 Absatz 4 der Charta der Vereinten Nationen. Ein solches Verhalten verletzt nicht nur das Recht, sondern auch die grundlegendsten moralischen Prinzipien der internationalen Beziehungen sowie die fundamentalen Regeln des humanitären Völkerrechts.
Noch bedauerlicher ist jedoch die Reaktion einiger europäischer Politiker, die diese Handlungen nicht eindeutig verurteilt haben und durch ihr Schweigen oder durch die Relativierung rechtlicher und moralischer Prinzipien faktisch an der Seite der Aggressoren stehen.
Das NATO-Mitglied Türkei wird immer tiefer in den imperialistischen Krieg der USA und Israels gegen den Iran hineingezogen. Am Montag erklärte das türkische Verteidigungsministerium: „Ein ballistisches Geschoss, das aus dem Iran abgefeuert wurde und in den türkischen Luftraum eingedrungen ist, wurde von der Luft- und Raketenabwehr der Nato im östlichen Mittelmeer neutralisiert.“
Teile der Rakete sollen, Berichten zufolge, auf ein leeres Feld in Gaziantep gefallen sein, einer Stadt in der Nähe von Adana, wo sich der von den USA genutzte NATO-Luftwaffenstützpunkt Incirlik befindet. Es wurden keine Toten oder Verletzten gemeldet.
Das Verteidigungsministerium erklärte weiter: „Wir betonen erneut, dass wir entschlossen und ohne Zögern alle notwendigen Maßnahmen ergreifen werden, um jede Bedrohung für das Staatsgebiet und den Luftraum unseres Landes abzuwehren. Wir bekräftigen außerdem, dass es im Interesse aller liegt, die Warnungen der Türkei in dieser Hinsicht ernst zu nehmen.“
Präsident Recep Tayyip Erdoğan erklärte am selben Abend an die Adresse des Irans: „Allerdings möchte ich hiermit betonen, dass trotz unserer Warnungen weiterhin äußerst falsche und provokative Schritte unternommen werden, die die Freundschaft der Türkei untergraben werden. Alle sollten Überlegungen vermeiden, die tiefe Wunden in die Herzen und Köpfe unserer Nation reißen und einen Schatten über unser tausendjähriges nachbarschaftliches und brüderliches Verhältnis werfen. Der Standpunkt und die Haltung der Türkei sind klar.“
Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian wies laut der iranischen Presse am Montagabend in einem Telefonat mit Erdoğan die Behauptungen zurück, der Iran habe die Türkei mit einer Rakete angegriffen.
Am Wochenende sind Analysen und Videobeweise zum Luftangriff auf die Shajareh Tayyebeh Mädchengrundschule am 28. Februar bekannt geworden. Sie zeigen, dass die Verantwortung für den Tod von über 160 Mädchen im Alter von 7 bis 12 Jahren beim US-Militär liegt.
Die Mädchenschule in Minab liegt in der südlichen iranischen Provinz Hormosgan in der Nähe des Persischen Golfs. Die Schule wurde durch mehrere Explosionen praktisch pulverisiert. Viele der Getöteten wurden ausgelöscht und konnten nur durch DNA-Analysen identifiziert werden. Die Aufnahmen zeigten Leichen und Körperteile, die teilweise unter eingestürzten Betonteilen eingeklemmt waren, sowie verstreute Schulranzen, Hefte und staubbedeckte Schulbücher.
Als am Samstagmorgen, dem 28. Februar, dem ersten Arbeitstag der Woche im Iran, die amerikanisch-israelischen Bombardements begannen, war die Schule am Morgen voll besetzt. Iranische Behörden und örtliche Beamte berichten, dass drei Raketen in dem Gebiet einschlugen – einigen Berichten zufolge „dreifach“ explodierten – und multiple Schäden anrichteten.
Nach Angaben der iranischen Regierung, die von internationalen Medien zitiert werden, wurden etwa 168-180 Menschen getötet, darunter mindestens 160-170 Kinder und mehr als ein Dutzend Lehrer und Angestellte, was den Angriff zum bislang tödlichsten Angriff auf Zivilisten in diesem Krieg macht. Dutzende weitere Menschen, möglicherweise mehr als 100, wurden verletzt, viele mit katastrophalen Explosions- und Schrapnellwunden, Verbrennungen und Quetschungen durch den Einsturz des Daches und der Wände des zweistöckigen Gebäudes.
Die Vereinigten Staaten verfügen über eine Vielzahl von Stützpunkten und Einrichtungen in der Golfregion, von denen aus der Krieg gegen den Iran unterstützt wird. Um welche Basen es sich handelt und welche Rolle sie im US-Militärnetzwerk spielen, zeigt folgender Überblick.
Die US-Aggression gegen Iran wäre ohne die US-Militärbasen auf dem Territorium der Golfmonarchien unmöglich gewesen. Diese Basen dienen als zentrale Ausgangspunkte für den Einsatz der amerikanischen Offensivkapazitäten. Die US-Militärpräsenz in der Region ist seit Langem ein strategischer Eckpfeiler der amerikanischen Politik. Ihr Ziel ist die Sicherung der globalen Ölversorgung, der Schutz von Verbündeten und die Abschreckung regionaler Bedrohungen, die laut US-israelischer Darstellung hauptsächlich von Iran ausgehen.
Die Fünfte Flotte der US-Marine ist ein Eckpfeiler der amerikanischen Militärpräsenz in der Region. Ihre Operationen erstrecken sich über den Persischen Golf, die Straße von Hormus und die umliegenden Gewässer. Wichtige Basen befinden sich in Bahrain, Katar, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Oman und umfassen militärische Hauptquartiere, Einrichtungen kritischer Infrastruktur, Logistikzentren, Luftwaffenstützpunkte und Seehäfen. Im Vorfeld der Operation „Epic Fury“ gegen Iran rechneten die USA mit Vergeltungsmaßnahmen und reduzierten die Anzahl der Truppen und des Unterstützungspersonals auf diesen Basen erheblich. Die Stationierung zusätzlicher Offensivkräfte und Raketenabwehrsysteme hat jedoch zu einem signifikanten militärischen Aufmarsch der USA in der Region geführt.
Das deutsche Bundesland Baden-Württemberg hat das Gotham-System des US-Unternehmens Palantir gekauft, um mit Hilfe Künstlicher Intelligenz Überwachungsdaten im Auftrag der Strafverfolgungsbehörden zu verarbeiten – auch mit den Stimmen der aktuellen Wahlsieger Die Grünen. Die Polizei von Baden-Württemberg gibt zwar an, dass die Software von Palantir streng kontrolliert wird, um Missbrauch oder Datenlecks zu verhindern – dennoch löst die Zusammenarbeit mit Palantir ernsthafte Bedenken aus.
Alex Karp, der Geschäftsführer des US-Softwarekonzerns Palantir, bekannt für die Bereitstellung von Technologien für Polizei, Geheimdienste und Militär, sagte im letzten Jahr bei einer Investorenkonferenz:
„Palantir ist hier, um Systeme zu stören und die Institutionen, mit denen wir zusammenarbeiten, zu den besten der Welt zu machen, und wenn es notwendig ist, unsere Feinde einzuschüchtern und gelegentlich zu töten.“
An solchen Zitaten mangelt es bei den Palantir-Gründern Alex Karp und Peter Thiel, zwei Trump-Anhängern, nicht. Thiel war auch ein enger Freund von Jeffrey Epstein. Sie machen keinen Hehl daraus, dass ihr Unternehmen nach Macht, Dominanz und einer Unterscheidung zwischen „uns“ und „ihnen“ strebt.
Und ganz aktuell wird die Technologie von Palantir zum Töten eingesetzt – in Gaza und auch im Iran. In Gaza nutzt Israel Palantir, um internationale Hilfsorganisationen zu überwachen, nachdem diese sich geweigert hatten, personenbezogene Daten ihrer Mitarbeiter weiterzugeben, um Lebensmittellieferungen nach Gaza zu verfolgen und zu stoppen. Und im Iran sammelt Palantir Überwachungsdaten und gleicht diese mit dem KI-Modell von Anthropic ab, um Ziele für Attentate zu generieren.
Wenn diese einseitige Eskortmission ungehindert fortgesetzt wird, könnte Pakistan zum Kern einer multilateralen Mission werden, die darauf abzielt, Irans Trumpfkarte, die Sperrung der Straße von Hormus, zu neutralisieren. Eine Beendigung der Mission birgt jedoch die Gefahr einer Ausweitung des Krieges, sodass unklar ist, wie sich die IRGC entscheiden wird, da keine der beiden Optionen ideal ist.
Pakistan kündigte den Start der Operation Muhafiz-ul-Bahr („Beschützer der Meere“) an, „um multidimensionalen Bedrohungen für die nationale Schifffahrt und den Seehandel entgegenzuwirken. Die Initiative wurde ins Leben gerufen, um den ununterbrochenen Fluss der nationalen Energieversorgung und die Sicherheit der Seeverbindungswege (SLOCs) zu gewährleisten. Die PN-Eskortoperationen werden in enger Abstimmung mit der Pakistan National Shipping Corporation (PNSC) durchgeführt.“ Die New York Times hat diese Mission in ihrem Bericht in einen Zusammenhang gestellt.
Sie erinnerten die Leser daran, dass „Pakistan den größten Teil seines Erdgases aus Katar und sein Rohöl aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten importiert“, das aufgrund des Dritten Golfkriegs nicht mehr zuverlässig exportiert werden kann. Dennoch „war unklar, ob der Einsatz pakistanischer Kriegsschiffe ausreichen würde, um eine Ölversorgungskrise zu verhindern. Pakistan verfügt laut Angaben des Ölministeriums nur noch über Rohölreserven für weniger als zwei Wochen und über ausreichend Flüssigerdgas, um bis zum Ende des Monats auszukommen.“
Die regionale Eskortmission der pakistanischen Marine stellt den Iran jedoch vor ein Dilemma, da er Pakistan als befreundete Nation betrachtet, weil sich Islamabad weigert, sich gemäß dem gegenseitigen Verteidigungspakt vom vergangenen September solidarisch mit seinem saudischen Verbündeten am Krieg zu beteiligen, Pakistan aber auch ein „wichtiger Nicht-NATO-Verbündeter“ der USA ist. Wenn diese einseitige Eskortmission ungehindert fortgesetzt wird, könnte Pakistan zum Kern einer multilateralen Mission werden, die Irans Trumpfkarte, die Straße von Hormus zu sperren, neutralisieren soll. Eine Beendigung der Mission birgt jedoch die Gefahr einer Ausweitung des Krieges.
Pakistan hat seine Karten bisher richtig ausgespielt, indem Präsident Asif Ali Zardari Ayatollah Ali Khamenei als „Märtyrer“ bezeichnete und Premierminister Shehbaz Sharif dem neuen Obersten Führer Mojtaba Khamenei, seinem Sohn, gratulierte, aber dies diente wohl eher dazu, die pakistanischen Schiiten zu beschwichtigen als dem Iran zu gefallen. Auf jeden Fall war es dennoch eine Geste des guten Willens, aber die Rivalität zwischen dem mächtigen IRGC des Iran und dem ebenso mächtigen Establishment Pakistans – also dem Militär und den Geheimdiensten – besteht weiterhin.
Flüchtige Beobachter haben es vielleicht vergessen, aber der Iran hat im Januar 2024 von Teheran als Terroristen und Separatisten bezeichnete Belutschen in Pakistan bombardiert, was Pakistan zu Vergeltungsschlägen gegen eine andere Belutschen-Organisation veranlasste, die Islamabad als Terroristen und Separatisten einstufte. Leser können ihre Erinnerung an diese Vergeltungsschläge hier auffrischen. Obwohl sich der Iran und Pakistan seitdem versöhnt haben und die Beziehungen nun offiziell herzlich sind, wird die oben erwähnte Rivalität wohl die Kalkulationen der IRGC beeinflussen.
Der Iran hat die USA dazu herausgefordert, ihre Eskortmission in der Straße von Hormus zu beginnen, und mit der Verminung der Meerenge begonnen, woraufhin Trump den Iran davor warnte, „irgendetwas Cleveres zu versuchen“, und Angriffe auf Minenlegerboote genehmigte. CNN ging in seinem Artikel „Die schwierige Entscheidung der Trump-Regierung: Wirtschaftlicher oder maritimer Zusammenbruch?“ näher auf das daraus resultierende Dilemma der USA ein. Die Begleitmission Pakistans könnte daher eine clevere Strategie der USA sein, um den Spieß umzudrehen und stattdessen den Iran in ein Dilemma zu bringen, wie in dieser Analyse erläutert wurde.
Um es klar zu sagen: Pakistan hat seine eigenen Gründe für die Operation Muhafiz ul-Bahr, nicht zuletzt, um einen Teil seiner maritimen Energieversorgungskette wiederherzustellen und so die große Kraftstoffkrise abzuwenden, von der die Regierung befürchtet, dass sie von Afghanistan, Indien und/oder inländischen Terroristen ausgenutzt werden könnte. Dennoch fördert die Begleitmission tatsächlich die Interessen der USA gegenüber dem Iran, aber nur wenige erkennen dies, da virale, KI-gestützte Fake-Videos aus Pakistan die Massen manipuliert haben, sodass sie glauben, dass es Indien ist, das diese Interessen tatsächlich vorantreibt.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.