Die Medien liefern zu den aktuellen Kriegsgeschehen gerne Gespräche mit Fachleuten, also zum Beispiel mit ehemaligen hohen Militärs. Dass viele der interviewten sogenannten Fachleute alles andere als unabhängige Spezialisten sind, sondern Beraterverträge mit Firmen der Rüstungsindustrie haben – und schon deshalb für noch mehr Aufrüstung plädieren! – wird in den Medien aber meistens verschwiegen. Ein bemerkenswertes Detail der gegenwärtigen geläufigen Meinungsmanipulation durch die Medien. (cm)
Im November 2025 erklärt ein pensionierter britischer Vier-Sterne-General den Lesern des „Telegraph“, die Verteidigungsausgaben müssten jetzt steigen. Die Leser erfahren seinen Dienstgrad und sein früheres Kommando – Vier-Sterne-Chef des Joint Forces Command, hoher Offizier der britischen Armee. Sie erfahren nicht, dass derselbe Mann als Berater für die deutsche Rüstungsfirma Helsing und den Technologiekonzern Babcock arbeitet. Sir Chris Deverell wird dem Publikum als unabhängige Autorität präsentiert. Die kommerzielle Seite bleibt im Dunkeln.
Es ist kein britisches Sonderproblem, und es ist auch kein Einzelfall, den man als Ausrutscher abtun könnte. Wenige Flugstunden östlich tritt ein pensionierter deutscher Vier-Sterne-General seit Jahren in Talkshows und Zeitungsinterviews auf, um über Krieg, Aufrüstung und Waffenlieferungen zu sprechen. Vorgestellt wird er als „General a.D.“ mit beeindruckender NATO-Laufbahn. Sein größter Auftraggeber – die deutsche Tochter eines US-Rüstungskonzerns – kommt in keiner dieser Vorstellungen vor.
Der britische General ist kommerziell an eine deutsche Waffenfirma gebunden, der deutsche an eine amerikanische. Die Interessen kreuzen die Grenzen; das Schweigen aber ist auf beiden Seiten dasselbe. Und es folgt einem Muster, das eine britische Recherche-Organisation jüngst erstmals systematisch vermessen hat – mit einer Zahl, an der man nicht vorbeikommt. Dass dasselbe Muster auch für Deutschland gilt, ließ sich bisher vermuten. Diese Analyse belegt es an drei Fällen, in denen nicht Andeutung spricht, sondern Aktenlage: ein staatliches Register, eine eigene Bestätigung, eine Firmenmitteilung. Drei Männer, drei unterschiedliche Quellenarten – ein und dasselbe Schweigen der Medien.
Ein unangekündigtes, mehrtägiges Treffen zwischen Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko in Putins privater Residenz in Waldai sorgt derzeit für erhebliche Spekulationen.
Offiziell sprach der Kreml lediglich von Routinegesprächen zur Unionstaats-Zusammenarbeit in Wirtschaft und Handel. Weder wurden ein offizielles Protokoll noch weiterführende Erklärungen veröffentlicht. Angesichts der aktuellen Lage – massiver ukrainischer Drohnen- und Raketenangriffe auf russisches Territorium sowie offener Drohungen Selenskyjs gegen Belarus – deutet vieles darauf hin, dass es um weitaus sensiblere militärstrategische Fragen ging.
Das Treffen fand unmittelbar nach Selenskyjs Ankündigung einer 40-tägigen „influence operation“ des ukrainischen Sicherheitsdienstes SBU statt, mit der Russland zum Kriegsende gedrängt werden soll. Gleichzeitig drohte Selenskyj erneut mit Angriffen auf belarussisches Territorium, falls Minsk die angeblichen Relaisstationen für russische Drohnen nicht abschalte.
In diesem Kontext ist ein aktuelles Interview von Prof. Glenn Diesen mit dem Historiker und Russland-Analysten Gilbert Doctorow besonders aufschlussreich. Doctorow, der gerade einen Monat in St. Petersburg verbracht hat und dort mit Menschen aus allen Gesellschaftsschichten gesprochen hat, zeichnet ein differenziertes Bild der Stimmung in Russland.
Kriegsmüdigkeit und Unzufriedenheit mit der Kriegsführung
Doctorow berichtet, dass die Frustration in Russland weit verbreitet ist – nicht primär mit Putin persönlich, sondern mit der langsamen und zurückhaltenden Kriegsführung. Überall, von Notaren und Immobilienmaklern bis hin zu einfachen Arbeitern, hörte er dieselbe Frage: „Warum zieht Putin das so in die Länge?“
Während Umfragen zur allgemeinen Zustimmung zu Putin noch relativ hoch ausfallen (wegen Rentenerhöhungen und Stabilität), schätzt Doctorow, dass bei der konkreten Frage nach der Kriegsführung nur etwa 20 Prozent zustimmen würden – 80 Prozent seien unzufrieden. Die Menschen erwarten einen russischen Sieg, wollen aber nicht, dass der Krieg noch zehn Jahre dauert.
Der Krieg ist inzwischen auch im russischen Hinterland angekommen. Ukrainische Drohnen treffen inzwischen Raffinerien und Treibstofflager, auch in der Nähe von St. Petersburg. In den Grenzregionen und auf der Krim wird das Leben durch ständige Drohnenangriffe zunehmend belastet. Gleichzeitig melden russische Medien einen Rekordbedarf an Gasflaschen – ein deutliches Zeichen für Versorgungsprobleme durch die Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur.
Die westliche Strategie der Entmutigung
Doctorow argumentiert, dass Russlands langjährige Politik der Zurückhaltung – die von der NATO gelieferten Fernangriffe hinzunehmen und sich gleichzeitig darauf zu konzentrieren, die ukrainischen Streitkräfte zu zermürben – strategisch nach hinten losgegangen sei. Westliche Hauptstädte glauben nun, sie könnten Russland ungestraft angreifen. Dies hat die Abschreckung zunichte gemacht und in Europa offene Diskussionen darüber angeregt, sich bis 2029–2030 auf eine direkte Konfrontation mit Russland vorzubereiten.
Der derzeitige Ansatz birgt das Risiko eines Pyrrhussiegs. Selbst wenn russische Streitkräfte den Dnjepr erreichen und wichtige Städte im Donbass einnehmen, wird die Ukraine weiterhin massive westliche Hilfe erhalten und ihr Territorium als Ausgangspunkt für Angriffe auf Russland und die Krim nutzen. Der einzige Weg, diese Bedrohung wirklich zu neutralisieren, besteht seiner Ansicht nach darin, die Stellvertreter zu zerstören – ukrainische militärische Koordinationszentren, Geheimdienstknotenpunkte und Logistikknoten, die es westlichen Waffen ermöglichen, Russland anzugreifen.
Russland hat nun als strategische Antwort die Entscheidung getroffen, sich auf einen Krieg in Europa vorzubereiten.
Die Deeskalationsvereinbarung, die sich aus den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran in Luzern entwickelte, blieb weitgehend dem ursprünglichen iranischen Zehn-Punkte-Plan treu. Gleichzeitig trüben Präsident Trump und Vizepräsident Vance bewusst die Lage, indem sie behaupten, der Iran habe bereits IAEA-Inspektionen seiner Atomanlagen zugestimmt (eine Behauptung, die der Iran wiederholt zurückgewiesen hat). Vance erklärte sogar, die IAEA hätte bereits in dieser Woche mit Inspektionen beginnen können. Nein – der „Rahmen“ bezieht sich lediglich auf eine mögliche IAEA-Aufsicht über die Verdünnung des auf 60 Prozent angereicherten Uranbestands, vorbehaltlich einer endgültigen Vereinbarung mit den USA.
Trump behauptete später in den sozialen Medien fälschlicherweise:
„Der Iran hat vollständig und uneingeschränkt den höchstmöglichen Nuklearinspektionen für lange Zeit in der Zukunft zugestimmt.“
Tatsächlich inspiziert die IAEA derzeit lediglich das gemeinsame iranisch-russische Kernkraftwerk Buschehr – auf Wunsch Russlands, das sicherstellen will, dass alle Verpflichtungen im Zusammenhang mit seiner Beteiligung eingehalten werden. Mit anderen Worten: Es handelt sich um eine russische Forderung zur Erfüllung der eigenen Verpflichtungen gegenüber der IAEA.
Trump warnte den Iran anschließend, dass er möglicherweise „den Job [militärisch] zu Ende bringen“ müsse – falls er kein sehr gutes Abkommen bekomme. Das würde seiner Aussage nach „etwa eine Woche“ dauern. Außerdem erklärte er, der Iran müsse sämtliche freigegebenen Gelder auf ESCROW-Konten (unter US-Kontrolle stehende Treuhandkonten) einzahlen und dürfe diese nur verwenden, um „Mais und Sojabohnen für sein Volk zu kaufen, denn die Menschen dort hungern derzeit – und sie kaufen ausschließlich bei uns.“
Es ist also ziemlich klar, was nun bevorsteht: Trump kehrt zu seinem Verhandlungsstil aus der New Yorker Immobilienbranche zurück. In seinem 1987 erschienenen Buch The Art of the Deal, das von Tony Schwartz als Ghostwriter verfasst wurde, wird empfohlen, „extreme und unvorhersehbare Forderungen zu stellen, um Angst zu erzeugen und den Gegner zu Zugeständnissen zu zwingen“.
Damit sind wir wieder beim Drehbuch von General Kellogg angekommen. Kellogg hatte Trump geraten, dass bei Putin oder den Iranern nur Druck wirke – und anschließend noch mehr Druck.
Vertraute Trump-Taktik: Zunächst etwas Flexibilität zeigen, um den Gegner an den Verhandlungstisch zu locken. Anschließend werden falsche Behauptungen über iranische Zugeständnisse und extreme Forderungen genutzt, um den Druck auf Teheran zu erhöhen – während Trump gegenüber den wütenden Neokonservativen und seiner eigenen Wählerschaft als harter Verhandler erscheint.
Diese Art von Druck mag bei Immobiliengeschäften in New York funktionieren, gegenüber dem Iran und Russland wird sie jedoch wirkungslos bleiben.
Solche Drohungen werden beim Iran das Gegenteil bewirken und die USA auf Kollisionskurs bringen.
Der Bundeskanzler erklärte am G7-Gipfel, Europa und die USA hätten sich in allen Punkten geeinigt, ließ dabei jedoch die entscheidenden Fakten außer Acht: Trump interessiert sich kaum mehr für die Ukraine, während die EU das Land weiter aufrüsten möchte. Doch während die Bundesregierung überall spart, um Milliarden in die Ukraine zu senden, landen diese im Sumpf der Korruption. V
Der G7-Gipfel, der am 17. Juni im französischen Évian-les-Bains zu Ende ging, sollte als Symbol der Einheit zwischen Europa und den USA dienen. Schon vor Beginn des Treffens betonte Bundeskanzler Friedrich Merz, dass alles hervorragend verlaufen werde: „Es ist harte Arbeit, aber es lohnt sich“, sagte er. Zum ersten Mal seit Trumps Amtsantritt sollten die Staats- und Regierungschefs der G7 eine gemeinsame Erklärung verabschieden und sich auf die Unterstützung der Ukraine einigen.
Die Einheit, von der Merz so begeistert sprach, existiert nur in Pressemitteilungen. In Wirklichkeit betrachten die USA und Europa den Ukraine-Konflikt aus gegensätzlichen Perspektiven. Der deutlichste Beweis dafür ist das Treffen zwischen Trump und Selenskyj, das nur dank Macron zustande kam. Der französische Präsident brachte den ukrainischen Staatschef nicht nur zum Gipfel mit, sondern arrangierte auch ein 30-minütiges Treffen mit seinem US-Amtskollegen, obwohl Trump ursprünglich gar nicht die Absicht hatte, mit ihm zu sprechen, wie Politico berichtete. Genauso verhielt er sich auch während des spontanen Treffens – selbst in Macrons Gegenwart blickte der US-Präsident Selenskyj gleichgültig an und hörte schweigend seinen Bitten um neue Luftabwehrlieferungen zu.
Das Verhalten des US-Präsidenten bei einem Treffen dieser Größenordnung lässt sich nicht durch eine plötzliche Stimmungsänderung erklären. Es ist ein klares Signal dafür, dass die Geduld des Weißen Hauses zu Ende geht, weil Selenskyj nicht bereit ist, Zugeständnisse zu machen. Für Trump ist der Krieg in der Ukraine längst keine Grundsatzfrage mehr, geschweige denn ein wirtschaftliches Hindernis. Er hat wiederholt betont, dass die USA eine angeblich neutrale Partei sei und der Konflikt für das Land keine Bedeutung habe, da er Tausende von Meilen von Washington entfernt stattfinde, wie ihn etwa die New York Times am 16. Juni zitierte.
Anders dagegen Merz: Auf dem Gipfel erklärte er, Deutschland werde weiterhin Druck auf Russland ausüben und die Ukraine mit Geld und Waffen überschütten. In diesem Jahr werden die deutschen Steuerzahler Selenskyj 11,5 Milliarden Euro an direkter Militärhilfe zukommen lassen – diese Mittel fließen in Artillerie, Drohnen, gepanzerte Fahrzeuge sowie in die Luftabwehrsysteme Iris-T und Patriot, wie Kyiv Post am 16. Juni berichtete. Im Jahr 2027 sollen weitere drei Milliarden Euro nach Kiew fließen, schreibt die Website Global Banking and Financing.
Der ultrarechte US-Milliardär Peter Thiel sucht seinen Einfluss in Europa zu stärken und investiert weiter in ein deutsches Drohnen-Startup. Jens Spahn (CDU) hat an Treffen eines von Thiel initiierten Elitennetzwerks teilgenommen.
Eine neue Investition des ultrarechten US-Milliardärs Peter Thiel in ein führendes deutsches Drohnen-Startup löst zum wiederholten Male Debatten über Einflussversuche der MAGA-Rechten in Deutschland und Europa aus. Thiels Founders Fund hat sich vor kurzem an der jüngsten Finanzierungsrunde von Stark Defence beteiligt; die Firma beliefert mit ihren Drohnen auch die Bundeswehr. Kurz zuvor hatte die wiederholte Teilnahme des Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, an Treffen eines von Thiel gegründeten Elitennetzwerks ein Schlaglicht auf Thiels Bemühungen geworfen, seinen Einfluss nach Europa auszuweiten. Auf den Treffen werden Themen wie „Durch den Dritten Weltkrieg navigieren“ diskutiert. Spahn hatte schon 2017 Kontakt zum ultrarechten Trump-Chefstrategen Steve Bannon aufgenommen; später unterhielt er enge Beziehungen zu Richard Grenell, Trumps Rechtsaußenbotschafter in der Bundesrepublik. Thiel wiederum hatte schon Anfang 2022 Österreichs Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz bei einer seiner Firmen, Thiel Capital, beschäftigt. Sein Biograf urteilte damals, sein „Plan mit Kurz“ gehe „sicher weit“ über rein unternehmerische Ziele hinaus.
Spahns MAGA-Beziehungen
Jens Spahn hat seine Beziehungen zu einflussreichen Personen aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump schon früh auszubauen begonnen. Bereits im Jahr 2017 verbrachte er den Osterurlaub in den Vereinigten Staaten und traf dort am 21. April, gut drei Monate nach Trumps erstem Amtsantritt, mit Steve Bannon zusammen, der damals noch als Trumps Chefstratege fungierte. Über Spahn, zu jener Zeit Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, hieß es anschließend, er sei „begeistert“ gewesen – Bannon habe es „ihm angetan“.[1] Bannon begann ein Jahr später, Netzwerke in Europas extremer Rechter aufzubauen.[2] Zu dieser Zeit entwickelte Spahn beste Beziehungen zu Richard Grenell, der am 8. Mai 2018 das Amt des US-Botschafters in Deutschland antrat und es bis zum 1. Juni 2020 behielt. Bekannt ist, dass Spahn und Grenell eine enge Freundschaft miteinander unterhielten. Gleichfalls im Jahr 2018 nahm Spahn zum ersten Mal an einem Event des Thiel-Netzwerks Dialog teil. Er wiederholte das 2019 – weiter im Amt des Gesundheitsministers –, anschließend als Oppositionspolitiker (2022, 2023, 2024).[3] Zwar behauptet Spahn, er habe Thiel bei den Veranstaltungen nie getroffen. MAGA-nahe Personen gab es dort freilich zur Genüge, auch solche aus Thiels Umfeld.
„Die Welt verändern“
Das Netzwerk Dialog ist im Jahr 2006 von Thiel gemeinsam mit dem Tech-Investor Auren Hoffman gegründet worden. Thiel ist unter anderem als Mitgründer von PayPal wie auch als Finanzier von Palantir bekannt und zum Milliardär geworden. Hoffman hat riesige Beträge mit Tech-Startups verdient, die online Daten sammeln – zum Beispiel Standortdaten der Mobiltelefone von Privatpersonen – und diese unter anderem an staatliche Stellen verkaufen. Dialog soll laut internen Dokumenten rund 1.000 zahlende Mitglieder haben [4]; an seinen Zusammenkünften sollen im Lauf der Jahre annähernd 2.500 Personen teilgenommen haben. Über die Ziele des Netzwerks heißt es in einem Einladungsschreiben von Ende 2012: „Wir wollen die Welt verändern. Aber wir wollen unsere Zeit nicht in großem Publikum damit verbringen, gewundenen Reden zuzuhören.“ Man treffe sich deshalb in einer überschaubaren Zahl von maximal 150 Personen, um unmittelbar miteinander zu diskutieren. Vergangenes Jahr wurde gemeldet, dass Dialog in einem Vorort von Washington einen „Campus“ eröffnen will, um dort im Alltag Treffen und Diskussionen zu ermöglichen – dies in unmittelbarer Nähe zu den Zentren der Macht in der US-Hauptstadt und zu den zahlreichen US-Regierungsbehörden, die sich dort angesiedelt haben.[5]
Es ist wichtig festzuhalten, dass er dafür weder von den Streitkräften noch von der Regierung gerügt wurde.
Oberfeldwebel Yury Syrotyuk vom Bataillon für unbemannte Systeme der 5. Separaten Kiewer Sturmbrigade drohte Polen Ende Juni in einem ausführlichen Interview mit dem Titel „Über Polen und die Ukraine, Explosionen in Moskau und die Flucht des Feindes aus der Krim“ in beispielloser Weise. Der relevante Abschnitt ist von Minute 36.00 bis 36.50 zu sehen, wo der frühere Parlamentsabgeordnete Polen vorwarf, einen historischen Krieg zu führen, der zu einem physischen Konflikt eskalieren könnte – in diesem Fall würde die Ukraine Drohnen in polnische Städte fliegen lassen und die Bevölkerung töten. Er riet Polen daher, diese Grenze nicht zu überschreiten.
Syrotyuks skandalöses Interview erfolgte einige Tage, nachdem er auf Facebook einen Clip von sich aus einer anderen Sendung geteilt hatte, in dem er sich als Enkel und Neffe von UPA-Veteranen bezeichnete, „die ihre Heimat in Wolhynien gegen alle Besatzer verteidigten“ – in Anspielung auf den Völkermord an den dortigen Polen. In seinem Video warf er Polen vor, regionale Vorherrschaft anzustreben und eine Allianz mit Russland zu planen, um die Ukraine zu teilen. Die in seinen beiden Videos geäußerte Haltung ist heutzutage unter Ukrainern keine Seltenheit.
Der Präsident der Roman-Dmowski-Nationalstiftung, Przemysław Piasta, warnte zufällig am selben Tag wie Syrotyuks Facebook-Clip, dass „die Ukraine nach dem Konflikt eine ernsthafte Bedrohung für Polen darstellen wird“. Dies geht aus seinem Artikel hervor, in dem er inmitten der UPA-Kontroverse darlegte, warum „die Ukraine uns näher an Russland bringt“. Zum Hintergrund: Selenskyjs staatliche Verherrlichung der OUN-UPA-Täter des Wolhynien-Völkermords führte dazu, dass der polnische Präsident Karol Nawrocki ihm den Orden des Weißen Adlers, Polens höchste Auszeichnung, aberkannte.
Ukrainische Amtsträger von Selenskyj abwärts koordinierten daraufhin in den sozialen Medien gemeinsam mit den berüchtigten Trollfabriken ihres Landes eine giftige Informationskriegskampagne gegen Polen und die Polen, die die zwischenmenschlichen Beziehungen zerstörte – mit der Folge, dass die Ukrainer gegenüber den Polen nun radikaler eingestellt sind als je zuvor. Ein Abgeordneter der hartgesottenen antirussischen konservativen Oppositionspartei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) kam dementsprechend zu dem Schluss, dass die Ukrainer die Polen mehr hassen als die Russen.
Mit den Worten von Kazimierz Smoliński: „Die Kommentare zu Polen unter Selenskys Beitrag sind erschreckend. Der Hass einiger Ukrainer gegenüber Polen ist erschütternd. Es sieht so aus, als würden sie uns mehr hassen als die Russen. Wie schnell haben sie vergessen, dass sie unter anderem deshalb existieren, weil wir ihnen geholfen haben und weiterhin helfen.“ Die künstlich geschürte Bedrohungswahrnehmung, die ukrainische Nationalisten gegenüber Polen hegen, könnte sich in Form einer terroristisch-separatistischen Aufstandsbewegung im Südosten Polens nach Beendigung des Konflikts manifestieren.
Schließlich glauben sie, dass „Zakerzonia“* besetztes ukrainisches Gebiet sei. Möglicherweise mit dem Ziel, dieses Szenario präventiv abzuwenden, hat Polen kürzlich das „Projekt Trident“ ins Leben gerufen – ursprünglich zur Abwehr einer ukrainischen Kriminalitätswelle nach dem Krieg, das aber auch diesem zusätzlichen Zweck dienen könnte. Allerdings zeigt die Serie von Angriffen der Ukraine gegen Russland, dass konventionelle Grenzverteidigung und Polizeieinsätze zur Abwehr von Drohnen, deren massiven Einsatz gegen Polen Syrotyuk in Betracht zieht, ungeeignet sind, .
Die bewaldete und bergige Landschaft im Südosten Polens würde dazu führen, dass eine relativ kleine Anzahl von mit Drohnen vertrauten Terroristen und Separatisten dem Staat unverhältnismäßig großen Schaden zufügen könnte. Wenn sie die staatliche Autorität über diese Region durch die von Syrotyuk angedrohten Mittel rasch lahmlegen und anschließend die „Wiedervereinigung“ mit der Ukraine ausriefen, könnte dies als Vorwand für eine offene militärische Beteiligung der Ukraine an dem Konflikt dienen. Polen muss seine Drohung daher ernst nehmen und unverzüglich damit beginnen, seine Drohnenabwehr auszubauen.
*Zakerzonia ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für Gebiete in Polen westlich der Curzon-Linie, in denen vor dem Zweiten Weltkrieg historisch gesehen eine bedeutende ukrainische Bevölkerung lebte. Heute sind aufgrund der demografischen Veränderungen nach dem Krieg über 95 Prozent der Bevölkerung in Zakerzonia Polen.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.
Die ukrainischen Langstreckenangriffe zeigen Wirkung und westliche Medien freuen sich, weil sich im Krieg gegen Russland angeblich das Blatt wendet. Aber haben sie sich je gefragt, was passieren würde, wenn ihr Wunschtraum einer strategischen Niederlage Russlands Wahrheit wird?
Man sieht in westlichen Medien immer mehr Berichte darüber, wie sich die Lage in Russland verschlechtert. Auf der Krim und in den neuen russischen Gebieten ist die Lage besonders kritisch. Es gibt kaum noch Benzin, auch die Grundversorgung der Menschen gerät in Gefahr und auf der Krim wurde sogar schon der Notstand ausgerufen. Über all das freuen sich westliche Medien sichtlich.
Das ist natürlich verräterisch, denn sie freuen sich damit über das Leid der Menschen in den ehemals ukrainischen Regionen, was stutzig machen müsste, weil die Ukraine und der Westen ja angeblich für eben diese Menschen kämpfen, die von Russland angeblich besetzt wurden und angeblich so grausam unterdrückt werden. Dass man sich in Kiew und im Westen darüber freut, dass eben diese Menschen, für deren Freiheit von Russland sie angeblich eintreten, leiden, zeigt einen der vielen Widersprüche im westlichen Narrativ.
Aber darum soll es hier nicht gehen, das habe ich nur nebenbei angemerkt.
Wie groß sind die Probleme in Russland?
Auch in vielen anderen Regionen Russlands gibt es bereits Probleme mit der Benzinversorgung. Im russischen Internet gibt es unzählige Bilder und Videos von langen Schlangen an Tankstellen und es gibt Meldungen darüber, dass einige Tankstellen die Abgabe von Benzin auf 20, 50 oder 80 Liter pro Fahrzeug begrenzen oder das Befüllen von Kanistern verbieten.
All das gibt es, wobei es jedoch schlimmer klingt, als es ist. Tatsächlich ist der Grund für die meisten Schlangen an Tankstellen, dass die Menschen verunsichert sind und ihren Tank daher ständig voll haben wollen, also viel öfter zur Tankstelle fahren, als üblich. Das ist ähnlich wie bei dem Mangel an Toilettenpapier bei Corona. Es gab nie einen Mangel an Toilettenpapier in Deutschland, aber die Menschen haben gehamstert und die Geschäfte schneller leergekauft als nachgeliefert werden konnte.
In Russland haben lediglich vereinzelte Tankstellenkonzerne regionale Probleme bei der Benzinversorgung, weil sie ihre Logistik nicht schnell genug an den Ausfall der einen oder anderen Raffinerie anpassen konnten. Daher wird bei allen Meldungen über Probleme bei der Benzinversorgung immer gleich geschrieben, welche Konzerne gerade wo betroffen sind, während es bei anderen keine Probleme gibt.
Westliche Medien bauschen diese Meldungen auf und fantasieren bereits, dass das Blatt sich nun gegen Russland wendet und dass Russland wahlweise an der Front Probleme bekommt, weil es angeblich keinen Treibstoff mehr gibt oder weil die Bevölkerung so unzufrieden wird, dass sie sich gegen die Regierung auflehnt und die Regierung stürzt.
Wenn ich so etwas lese, dann frage ich mich immer, ob die westlichen Schreiberlinge und Politiker, die das von sich geben, den Gedanken auch zu Ende gedacht haben. Wissen die eigentlich, was passieren würde, wenn Russland tatsächlich die von ihnen ersehnte strategische Niederlage erleidet und den Krieg entweder militärisch verliert, oder die Regierung gestürzt wird? Offenbar nicht, denn wenn sie es wüssten, würden sie sich das sicher nicht wünschen.
In Anchorage wurde eindeutig eine Einigung erzielt, auch wenn es sich nicht um eine „offizielle“ Vereinbarung handelte, doch Trump hat seine Zusagen nicht eingehalten, weshalb Rubio nun den Unschuldigen spielt und leugnet, dass es überhaupt eine Vereinbarung gegeben habe.
US-Außenminister Marco Rubio reagierte auf die Behauptungen dreier hochrangiger russischer Beamter, die USA hätten den „Geist von Anchorage“ gebrochen – den ein RT-Autor als Trumps Versuch beschrieb, Selenskyj zum Rückzug aus dem Donbass zu zwingen, im Gegenzug dafür, dass Putin einen Waffenstillstand verkündet. Rubio bestritt, dass es überhaupt eine Vereinbarung gegeben habe. Mit seinen Worten: „Es gab einen Vorschlag in Alaska, aber es gab keine Vereinbarung. Hätte es eine Vereinbarung gegeben, wäre der Krieg beendet.“ Sein russischer Amtskollege sieht das anders.
Laut Sergej Lawrow waren er selbst, Rubio, Trump und andere anwesend, als Putin jeden der Vorschläge von Steve Witkoff nacheinander vorlas; anschließend erklärte Putin sich mit ihnen einverstanden, nachdem Witkoff bestätigt hatte, dass er diese verstanden habe. Offensichtlich ging die russische Delegation davon aus, dass eine Einigung erzielt worden war, wonach Trump verpflichtet war, etwas zu unternehmen, was er jedoch nie tat. Angesichts der Zuverlässigkeit von RT ist es wahrscheinlich, dass seine Berichterstattung zutrifft und Trump aus den hier erläuterten Gründen seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen ist.
Trumps Entscheidung, den NATO-Stellvertreterkrieg gegen Russland in der Ukraine durch einen intensiven dreiphasigen „Zermürbungskrieg“ zu „eskalieren, um zu deeskalieren“ – wobei der Schwerpunkt auf der Stärkung der Schlagkraft der Ukraine, der Verhängung weiterer Sanktionen und der Schürung von Unruhen innerhalb Russlands liegt –, muss von seiner Seite irgendwie auf eine „gesichtswahrende“ Weise erklärt werden. Zuzugeben, dass tatsächlich eine Vereinbarung getroffen wurde – die Russland anschließend als „Spirit of Anchorage“ bezeichnete –, die Trump dann aber nicht einhielt, würde ihn diskreditieren und künftige Verhandlungen mit anderen erschweren.
Aus diesem Grund ignoriert Rubio, dass tatsächlich etwas vereinbart wurde, und konzentriert sich stattdessen auf die faktische Wahrheit, dass keine „offizielle“ Vereinbarung erzielt wurde, was unehrlich ist. Denn wenn keine Einigung erzielt worden wäre, hätten Trump oder sogar er selbst persönlich Russland sofort auf die Fakten hingewiesen, als es begann, vom „Geist von Anchorage“ zu sprechen. Somit wurde ganz eindeutig etwas vereinbart, aber Trump ist seiner Verpflichtung letztendlich nicht nachgekommen, und deshalb ist Russland von ihm enttäuscht.
Für die Zukunft bedeutet dies, dass russische Amtsträger – von Putin abwärts – ihm wahrscheinlich nicht mehr jedes Wort glauben werden, insbesondere jetzt, da er gegenüber Russland eine Strategie der „Eskalation zur Deeskalation“ verfolgt, auch wenn die russische Regierung wahrscheinlich weiterhin an bilateralen Gesprächen mit den USA sowie an von den USA vermittelten Gesprächen mit der Ukraine teilnehmen wird. Das liegt daran, dass der Konflikt unweigerlich am Verhandlungstisch enden wird, auch wenn es sich dabei eher um eine Formalität als um echte Verhandlungen handelt, bei denen jede Seite aufrichtig versucht, einen Kompromiss mit der anderen zu erzielen.
Dementsprechend wird erwartet, dass Russland weiterhin auf sein Mindestziel drängt, die volle Kontrolle über den Donbass zu erlangen, bevor es einem Waffenstillstand zustimmt, während das Ziel der USA darin besteht, dass die Ukraine Russland bis dahin so viel Schaden wie möglich zufügt. Das große strategische Ziel von „Trump 2.0“, Russland dazu zu zwingen, Mehrheitsanteile an seinen staatlichen Rohstoffunternehmen als „Sicherheitsgarantien“ gegen künftige ukrainische Angriffe zu verkaufen, wird wahrscheinlich nicht eintreten – es sei denn im schlimmsten Fall einer Niederlage Russlands.
Aus diesen Gründen müssen Beobachter in Zukunft mit einer Verschlechterung der russisch-amerikanischen Beziehungen rechnen, doch dürfte alles im Rahmen des Beherrschbaren bleiben. Das beste Szenario wäre, dass Russland die militärische Spezialoperation bis dahin entschlossen zum Abschluss bringt, doch dafür müsste Putin aus eigener Initiative „eskalieren, um zu deeskalieren“, und es ist unklar, ob dieser vollendete Pragmatiker tatsächlich bereit ist, eine Eskalationsspirale zu riskieren. Was auch immer er letztendlich tun wird, wird dennoch auf seiner aufrichtigen Überzeugung beruhen, dass es im besten Interesse Russlands liegt.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.
Wo Israel am Werk war, sieht es nachher so aus! Ein Bild aus einem Video, das ein BBC-Reporter im südlichen Libanon aus dem Auto aufgenommen hat …
Patrick Lawrence, unser [Globalbridge] Kolumnist aus den USA, macht darauf aufmerksam, dass Israel sich zu sehr und zu lange auf die grenzenlose Unterstützung der USA verlassen hat. Jetzt kommt die Zeit, so argumentiert er, wo Israel für diese egozentrische Fahrlässigkeit zahlen muss. (cm)
Wenn ich mir das Chaos anschaue, das das Apartheid-Israel bei sich selbst, in Westasien, in seinen Beziehungen zum Rest der Welt und – vor allem – bei der „bedingungslosen Unterstützung“ angerichtet hat, die es lange Zeit von den USA genossen hat, kommt mir seltsamerweise eine alte Werbung in den Sinn, die unter Amerikanern nach wie vor berühmt ist. Sie warb für Alka-Seltzer, das Mittel gegen Verdauungsbeschwerden, und zeigte einen korpulenten Mann, der nach einem Anfall unkluger Völlerei elend aussah. Es war ein 30-Sekunden-Spot, der vor mehr als einem halben Jahrhundert lief, doch der Slogan hat noch immer einen Platz im kollektiven Gedächtnis der Amerikaner: „Ich kann nicht glauben, dass ich das ganze Ding gegessen habe!“, stöhnt der reumütige Vielfraß.
So geht es heute Israel, das das Trump-Regime in den mittlerweile epischen Fehler seines Krieges gegen den Islamischen Staat hineingezogen hat. Der zionistische Staat Israel hat sich jahrzehntelang an unbegrenzten amerikanischen Waffen, Geld und politischer Deckung überfressen, in der Gewissheit, dass er keinen Preis dafür zahlen muss, während er extravagante Kampagnen der Gewalt und Barbarei gegen Palästinenser und andere in Westasien führte. Er hat das Ganze verschlungen, und nun kommt die Verdauungsstörung. Nun schleicht sich die Reue ein.
Mir (und sicherlich auch anderen) war bereits Mitte Herbst 2023, kaum zwei Monate nach Beginn der völkermörderischen Kampagne der Zionisten gegen die Palästinenser im Gaza-Streifen, klar, dass „der jüdische Staat“ dabei war, sich zu übernehmen. Wie ich einige Zeit später an anderer Stelle schrieb:
[Zitat] «Der Rest der Welt kann es nur bis zu einem gewissen Grad ertragen, dass der Amoklauf in Gaza als ein biblisch legitimierter Krieg gegen – wie soll das funktionieren? – die Nachkommen jener phantomhaften, judenfeindlichen Stämme, bekannt als Amalekiter, ausgegeben wird. Das zionistische Projekt ist im Grunde ein Versuch, die moderne Welt dazu zu bringen, den Rückgriff auf uralte Rachekriege, Vernichtungsfeldzüge und Rassenparanoia – ob sie nun jemals stattgefunden haben oder nicht – als Legitimation für unaussprechliche Gräuel im dritten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts anzuerkennen. [Zitat Ende]
Früher oder später, so schlussfolgerte ich, „würde das Rationale über das Imaginäre und Mythologische siegen – Athen, wie es die Gelehrten sehen, über Jerusalem.“
Panzerbrigade Litauen beim ersten Gefechtstest während der Übung Freedom Shield. Bild: Litauisches Verteidigungsministerium
Mit der Panzerbrigade 45 Litauen, die offiziell 2025 in Dienst getreten ist, stationiert Deutschland erstmals einen Militärverband dauerhaft in einem anderen Land. Litauen stellt die zivile und militärische Infrastruktur. Die Panzerbrigade soll die Verteidigung Litauens bzw. der Nasto-Ostflanke gegen einen möglichen russischen Angriff sichern, ist aber schon deswegen umstritten, weil Panzer, wie der russisch-ukrainische Krieg gezeigt hat, kein entscheidendes Waffensystem mehr ist, zumindest solange Panzer nicht unbemannt und autonom in den Kampf ziehen.
Gerade hatte die Brigade mit der Militärübung Freedom Shield erstmals eine Gefechtsübung ausgeführt, die halbjährlich wiederholt werden soll: „ Ziel ist eine jederzeit verfügbare Einsatzbereitschaft nach dem Grundsatz ‚Fight Tonight‘.“ Aufgeboten waren 2900 Soldaten aus acht Ländern, darunter 2400 Deutsche, und 800 Fahrzeuge. Dabei waren auch das Panzerbataillon 203 und das Panzergrenadierbataillon 122, die 2027 permanent nach Litauen verlegt werden sollen, mit Leopard-Panzern und Schützenpanzern Puma. Die Bundeswehr ist voll des Lobes: „Mit Drohnen, Kampf- und Schützenpanzern, Elektronischer Kampfführung, Artillerie und Hubschraubern üben die Kampftruppe und ihre Unterstützer aus der gesamten Bundeswehr genau dort, wo sie im Ernstfall das Baltikum verteidigen müssen.“ Jeden Zentimeter natürlich.
Verteidigungsminister Pistorius war zu Besuch bei der Übung in Pabradė und zeigte sich auch stolz, schließlich habe man aus den Erfahrungen der Ukraine gelernt, die praktischerweise weiter durch Milliardenzahlungen der EU ein Testgelände für neue und realistische, also tödliche Erprobung von Techniken und Strategien sind und die Nato-Militärs davon profitieren können, den russischen militärischen state of the art zu erkennen. Mit der Übung zeige man „Stärke und Entschlossenheit“. Die Übung hatte auch den Zweck, „aus der Verteidigung heraus in den Gegenangriff wechseln“. Man übt beides, die Truppe könnte dann eben auch beides eingesetzt werden.