Berichte über geplante russische Provokationen gegen Polen sind Fake News des „Deep State“

Von Andrew Korybko – 4. Juli 2026

Russland ist keineswegs an einer Eskalation der Spannungen mit Polen interessiert, sondern strebt eine Normalisierung der Beziehungen an; doch solange der Stellvertreterkrieg in der Ukraine tobt, ist dies nicht möglich, und Warschau scheint ohnehin kein Interesse daran zu haben.

The Telegraph griff letzte Woche einen Bericht des polnischen Medienunternehmens Onet auf, in dem von angeblichen amerikanischen Warnungen die Rede war, Russland plane Provokationen gegen Polen. Laut deren Quellen könnte dies verschiedene Formen annehmen, darunter unter anderem einen Drohnenangriff auf kritische Infrastruktur, simulierte Luftangriffe, die Polen zwingen würden, seine Luftabwehrsysteme zu aktivieren, und/oder ein versehentliches Eindringen russischer und/oder belarussischer Truppen über die Grenze, das auf einen GPS-Ausfall zurückgeführt würde. Das Ziel wäre, Polen zu zwingen, die Hilfe für die Ukraine reduzieren.

Der größere Zusammenhang, der in beiden Berichten auffällig ausgelassen wird, betrifft den eskalierenden polnisch-ukrainischen Konflikt, nachdem Selenskyj die Täter der OUN-UPA des WolhynienVölkermords auf staatlicher Ebene verherrlicht hatte. Seitdem sind in Polen Stimmen laut geworden, die ein Ende der Hilfe ihres eigenen Landes für die Ukraine fordern und verlangen, dass Polen auch die Unterstützung anderer Länder für die Ukraine nicht länger erleichtert. Darüber hinaus sehen viele Polen die Ukrainer nun in einem negativen Licht, nachdem diese die Verherrlichung der OUN-UPA gerechtfertigt haben, was die zwischenmenschlichen Beziehungen möglicherweise für eine ganze Generation zerstört hat.

Unter solchen Umständen wäre es für Russland absolut kontraproduktiv, irgendetwas zu unternehmen, was die Unterstützung der polnischen Gesellschaft für die Ukraine und die Sympathie für deren Bevölkerung wiederherstellen könnte; weshalb es sehr wahrscheinlich keine Provokationen gegen Polen plant. Es ist daher höchstens zu erwarten, dass es alle Aspekte dieses Streits innerhalb seines „globalen Medienökosystems“ verstärkt und seine Reaktion somit auf den Bereich der Informationskriegsführung beschränkt, ohne sie auf kinetische Maßnahmen auszuweiten.

Die Durchführung einer der gemeldeten Provokationen würde zudem das Risiko einer unkontrollierbaren Eskalationsspirale mit sich bringen – etwas, das der typischerweise vorsichtige Putin in den vergangenen viereinhalb Jahren konsequent zu vermeiden gesucht hat, was wiederum einer der Gründe ist, warum er weiterhin zögert, gegenüber der Ukraine zu eskalieren. Beobachter sollten zudem wissen, dass Polen mittlerweile über die drittgrößte Streitmacht der NATO verfügt, die die größte innerhalb der europäischen NATO ist – ein weiterer Grund, warum Russland keinen Konflikt mit Polen riskieren will.

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass einige russische Raketen aufgrund elektronischer Störmaßnahmen versehentlich nach Polen gelangen sollten, wird erwartet, dass der polnische Präsident Karol Nawrocki ruhig reagiert, anstatt sich vom „Deep State“ in einen Krieg mit Russland hineinmanipulieren zu lassen, wie dies im vergangenen September versucht wurde, als dies erstmals geschah, wie hier erläutert. Es ist möglich, dass dieselben Kräfte des „Deep State“ und ihre amerikanischen Verbündeten für diesen jüngsten Bericht über russische Provokationen gegen Polen verantwortlich sind, um ihrem gescheiterten Komplott neues Leben einzuhauchen.

Schließlich liegt es durchaus im Bereich des Möglichen, dass künftige russische Angriffe auf militärische Ziele in der Westukraine aufgrund elektronischer Störmaßnahmen erneut vom Kurs abkommen, woraufhin diese Kräfte des „Deep State“ auf die früheren Warnungen der USA und den jüngsten Bericht verweisen könnten, um fälschlich zu behaupten, es handele sich um eine absichtliche Provokation. Die anderen Szenarien eines simulierten Angriffs und versehentlicher Grenzüberschreitungen sind aufgrund Putins zuvor erwähnter Eskalationsängste und Polens neu ausgebauter, robuster Grenzverteidigung ohnehin unwahrscheinlich.

Aus diesen Gründen kann der jüngste Bericht als Provokation im Rahmen der Desinformationskriegsführung durch die polnischen und US-amerikanischen Mitglieder des „Deep State“ betrachtet werden und nicht als getreues Abbild der russischen Absichten. Russland ist keineswegs an einer Eskalation der Spannungen mit Polen interessiert, sondern strebt eine Normalisierung der Beziehungen an; dies ist jedoch nicht möglich, solange der Stellvertreterkrieg in der Ukraine tobt, und Warschau scheint ohnehin kein Interesse daran zu haben. Es wird daher erwartet, dass Russland den Frieden mit Polen wahrt und keinen Krieg mit dem Land riskiert, zumal auch Polens Präsident Nawrocki keinen Krieg mit Russland will.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Frankreich will Kiew Marschflugkörper liefern, was sind die Folgen?

Von Thomas Röper – 4. Juli 2026

Die Ukraine verhandelt mit Frankreich über die Lizenzproduktion von SCALP-Marschflugkörpern für Angriffe tief ins russische Hinterland. Was sind die möglichen Folgen?

Die EU ist längst Kriegspartei im Krieg gegen Russland. Sie bezahlt die Waffenlieferungen an die Ukraine, sie stellt sicheres Hinterland für die Produktion ukrainischer Drohnen zur Verfügung und finanziert diese Produktion sogar, sie stellt ihren Luftraum für Angriffe mit Langstreckendrohnen auf Ziele in Nordwestrussland zur Verfügung und sie kapert illegal aus Russland kommende Handelsschiffe.

Obwohl alleine die Drohnenangriffe aus und über die Baltenstaaten auf Ziele in Nordwestrussland seit über zwei Jahren stattfinden – was aber erst seit März auch in Europa offen zugegeben wird -, schießt Russland bisher nicht zurück. Da diese Angriffe mit in Europa produzierten und von Europa bezahlten ukrainischen Langstreckendrohnen auf Ziele tief in Russland immer mehr zunehmen und inzwischen auch zu empfindlichen Schäden bei der russischen Ölindustrie führen, werden in Russland die Stimmen, endlich gegen Europa vorzugehen, immer lauter.

Nun wurde gemeldet, dass die Ukraine und Frankreich Verhandlungen über eine ukrainische Lizenzproduktion von französischen SCALP-Marschflugkörpern für Angriffe tief im russischen Hinterland führen, was zu noch weitaus schwereren Schäden führen würde. Als Reaktion darauf werden in Russland die Forderungen noch lauter, endlich gegen die europäischen Staaten, aber auch gegen die Ukraine, weitaus härter vorzugehen.

Ich übersetze hier ein Beispiel für einen solchen Artikel, um zu zeigen, wie die Stimmung unter russischen Kommentatoren inzwischen ist.

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Einflusskampf um Lateinamerika

Von German-Foreign-Policy.com – 3. Juli 2026

Außenminister Wadephul bemüht sich in Südamerika um stärkeren Absatz für deutsche Exporte im Mercosur und um besseren Zugriff auf Rohstoffe in Argentinien. Die USA weiten ihre militärische Kontrolle über den Subkontinent aus.

Mit der Stärkung der Beziehungen zum Mercosur und einem neuen Zugriff auf Argentiniens Rohstoffe bemüht sich Außenminister Johann Wadephul um Alternativen für die deutsche Wirtschaft zu den USA und China. Wadephul hatte am Dienstag zunächst an einem Mercosur-Gipfel in Paraguay teilgenommen, bevor er am Mittwoch in Argentinien über einen stärkeren Zugriff deutscher Unternehmen auf die dortigen Rohstoffe verhandelte, darunter Lithium. Am heutigen Freitag setzt Wadephul Gespräche in Brasilien fort, dem wirtschaftsstärksten Land des Mercosur. Berlin wünscht eine Steigerung der Exporte in den südamerikanischen Staatenbund, um von der Ausfuhr in die USA unabhängiger zu werden. Allerdings ist die Trump-Administration gerade dabei, Lateinamerika stärker unter ihre Kontrolle zu bringen. Dazu unterstützt sie ultrarechte Kandidaten bei Wahlen, in Brasilien etwa Flávio Bolsonaro. Darüber hinaus weitet sie unter dem Vorwand, Drogenkartelle und -gangs bekämpfen zu wollen, ihre militärische Kontrolle über den Subkontinent aus. Mittlerweile nimmt sie auch Brasilien ins Visier, das eine gewisse Rückendeckung in engerer Kooperation mit der EU sucht.

Ultrarechte im Aufwind

Die Lateinamerikareise von Außenminister Johann Wadephul erfolgt in einer Zeit, in der die Vereinigten Staaten sich Lateinamerika und die Karibik vollständig zu unterwerfen suchen – vor allem im Bestreben, Chinas Präsenz auf dem Subkontinent einzuhegen und nach Möglichkeit auch wieder zurückzudrängen. Dies sieht die Nationale Sicherheitsstrategie der Trump-Administration ausdrücklich vor (german-foreign-policy.com berichtete [1]). Dazu sind die USA unter anderem bestrebt, in möglichst vielen Staaten der Region ultrarechte Kräfte an die Macht zu bringen. US-Präsident Trump hat sich insbesondere in die Wahlen in Honduras und unlängst in Kolumbien eingemischt [2] und zudem bei Zwischenwahlen in Argentinien mit großzügiger Finanzhilfe für Präsident Javier Milei interveniert – jeweils mit Erfolg: Mileis Partei schnitt überraschend stark ab; in Honduras wie in Kolumbien konnten Rechtsaußenkandidaten jeweils die Wahl für sich entscheiden, wobei in beiden Ländern begründete Vorwürfe der Fälschung zugunsten von Trumps Kandidaten bis heute erhebliche Zweifel an den Wahlergebnissen lassen. Washington mischt sich gegenwärtig auch in den Wahlkampf in Brasilien ein, um Flávio Bolsonaro zum Sieg zu verhelfen, dem Sohn von Ex-Präsident Jair Bolsonaro, der aktuell eine Haftstrafe wegen eines Putschversuchs verbüßt.

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Texas: Bibel als Pflichtlektüre an Schulen

Von Helmut Ortner – 4. Juli 2026

Bild: pixnio.com/CC0

Amerikanische Schulen sind schon seit Langem nicht nur kulturell, sondern auch religiös umkämpfte Räume. In Texas wird die Lektüre der Bibel an öffentlichen Schulen künftig verpflichtender Bestandteil des Unterrichts. Es ist ein weiterer Schritt hin zu einer Aushöhlung der Trennung von Staat und Religion.

Seit Jahren führen christlich-konservativ Hardliner in den USA einen Kreuzzug gegen „unmoralisches, gotteslästerliches und unpatriotisches“ Schriftwerk in Schulbüchereien und Klassenzimmern. Beispielsweise flankiert von einem Gesetz, das Eltern ermöglicht, Bücher, die nicht in ihr religiös-nationalistisches Weltbild passen (Werke wie „A Clockwork Orange“ von Anthony Burgess oder „The Handmaid’s Tale“ von Margaret Atwood zählen zu den prominenten Beispielen) per Prüfungsantrag aus Schulen zu verbannen. Ob im Mormonenstaat Utah, in Texas, Louisiana, Arkansas oder Alabama:  die jahrelange biblische Lobbyarbeit zeigt Ergebnisse. Mehr als zehntausend Titel wurden aus Schul-Bibliotheken bereits entfernt. Was als „moralischen Schutz“ verkauft wird, ist in Wahrheit ein Angriff auf die Meinungsfreiheit.

Parallel dazu gewinnen Lehrpläne an Boden, die biblische Inhalte betonen und teilweise sogar staatlich unterstützt werden. Erzkonservative Organisationen mit wachsendem Einfluss, etwa die Moms for Liberty, haben in einigen Bundesstaaten für Gesetze gesorgt, die das Anbringen der Zehn Gebote in Klassenzimmern vorschreiben. Für Greg Abbott, den republikanischen Gouverneur von Texas, ein „riesiger Erfolg“: Die Zehn Gebote seien Grundlage westlicher Moral und gehörten daher in jede Schule.

Nun folgt der nächste Schritt: die Lektüre der Bibel wird an öffentlichen Schulen in Texas verpflichtender Bestandteil des Unterrichts. Der von den Republikanern dominierte Bildungsausschuss verabschiedete mit neun zu fünf Stimmen neue Bildungsstandards für alle 5,5 Millionen Schülerinnen und Schüler an öffentlichen Schulen. Damit ist Texas bislang der einzige US-Bundesstaat, der die Lektüre religiöser Texte verbindlich vorschreibt und zum Prüfungsstoff erklärt. Die staatliche Bildungsbehörde verlangt für alle Klassenstufen (1. bis 12. Klasse) das Lesen bestimmter Passagen, wie etwa die Schöpfungsgeschichte oder das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Künftig müssen Kinder und Jugendliche im Unterricht zahlreiche Bibelstellen und -geschichten analysieren – von David und Goliath sowie Daniel in der Löwengrube in der zweiten Klasse bis zum Buch Hiob in der zehnten Klasse.

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Nord Stream: Die Anklage, die Berlin nicht mehr wegdrücken kann

Kommentar von Elena Fritz – 3. Juli 2026

Erstmals hat die Bundesanwaltschaft wegen der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines Anklage erhoben. Ein Prozess ist das noch nicht, der Staatsschutzsenat in Hamburg muss sie erst zulassen. Aber schon die Anklageschrift reicht, um eine unbequeme Wahrheit sichtbar zu machen, die Berlin lieber verdrängt hätte.

Serhii K., damals Offizier einer ukrainischen Spezialeinheit, soll das siebenköpfige Sabotageteam geführt haben. Vorgeworfen wird ihm ein Kriegsverbrechen: der Angriff auf zivile Energieinfrastruktur. Sprengstoffspuren auf der Yacht „Andromeda“, belastende Telefonate aus der Auslieferungshaft. Die Beweislage gilt als erdrückend.
Und jetzt kommt der Teil, der eigentlich die Schlagzeile sein müsste: Die Verteidigung hat behauptet, ihr Mandant dürfe gar nicht belangt werden, weil er im staatlichen Auftrag handelte. Funktionelle Immunität, das Argument, das sonst Diplomaten und Regierungshandeln schützt. Der Bundesgerichtshof hat es verworfen. Was das bedeutet, sollte niemand überlesen: Die eigene deutsche Justiz geht davon aus, dass ein Staat, den Deutschland mit Milliarden am Leben hält, einen Angriff auf deutsche kritische Infrastruktur befohlen hat.

Das ist kein Kollateralschaden des Krieges. Das ist ein Verbündeter, der die Hand beißt, die ihn füttert, und trotzdem weiter gefüttert wird.
Drei von vier Leitungssträngen zerstört. Gebaut für den deutschen Energiemarkt, gehörend zur deutschen kritischen Infrastruktur.
Kein Schlag gegen russisches Eigentum, sondern gegen deutsches Staatsgebiet.
Und Berlin hat darauf reagiert, indem es die Unterstützung nicht etwa überdachte, sondern ausbaute.

Selbst unter Verbündeten bröckelt die Erzählung. Polnische Gerichte verweigerten mehrfach die Auslieferung von Verdächtigen. Für Teile der polnischen Politik war die Sprengung schlicht ein legitimer Akt gegen russische Interessen, keine Straftat. Wenn nicht einmal die eigenen Unterstützer sich einig sind, ob das ein Verbrechen war oder ein guter Tag für die Sicherheit Europas, sollte das jedem zu denken geben, der Berlins bedingungslosen Kurs für alternativlos hält.

Kurzfristig wird die Bundesregierung Justiz und Politik trennen, auf richterliche Unabhängigkeit verweisen, weiterzahlen, weiterliefern. Aber jede weitere Zeugenaussage in Hamburg wird dieselbe unbequeme Frage lauter stellen: Wie lange lässt sich ignorieren, dass der eigene Schützling möglicherweise gezielt gegen einen selbst vorgegangen ist, ohne dass das irgendeine Konsequenz hat? Der Sprengsatz liegt heute nicht mehr auf dem Grund der Ostsee. Er liegt in den Akten des Hanseatischen Oberlandesgerichts, und Berlin wird ihn nicht ewig ignorieren können.

Quelle: #geopolitik@global_affairs_byelena

Türkischer Komiker Deniz Göktaş am Flughafen Istanbul wegen politischer Satire festgenommen

Von Ulaş Sevinç – 3. Juli 2026

Der türkische Stand-up-Komiker Deniz Göktaş wurde am Donnerstag bei der Passkontrolle an einem Istanbuler Flughafen festgenommen, als er aus dem Ausland in die Türkei zurückkehrte. Seit dem 24. Juni war Göktaş von regierungsnahen Medien und rechten Kreisen ins Visier genommen worden, die offen seine Verhaftung wegen seines vielbeachteten politischen Comedy-Specials „Ölü Deniz“ (Totes Meer) forderten. Seine Festnahme markiert eine gefährliche Eskalation der Angriffe auf Kunst und Meinungsfreiheit in der Türkei.

Die World Socialist Web Site und die Sosyalist Eşitlik Partisi – Dördüncü Enternasyonal (Sozialistische Gleichheitspartei – Vierte Internationale) fordern die sofortige Freilassung von Deniz Göktaş, die Einstellung der Ermittlungen gegen ihn und ein Ende aller Angriffe auf Kunst und Meinungsfreiheit.

Die Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft hatte gegen Göktaş Ermittlungen unter der haltlosen Anschuldigung eingeleitet, er habe wegen Witzen in der Show „die religiösen Werte, die sich ein Teil der Bevölkerung zu eigen macht, öffentlich herabgewürdigt“. Die Show war am 1. Juni im Harbiye Cemil Topuzlu Freilufttheater aufgeführt und am 24. Juni auf YouTube veröffentlicht worden. Die Staatsanwaltschaft gab die Ermittlungen öffentlich bekannt und bezeichnete Göktaş als „Verdächtigen“, in dessen Social-Media-Inhalten „Elemente einer Straftat“ festgestellt worden seien. Zuvor waren Beiträge auf X mit Ausschnitten aus der Show per Gerichtsbeschluss mit der Begründung gesperrt worden, die „nationale Sicherheit und öffentliche Ordnung“ zu schützen. In einer Erklärung vor seiner Festnahme sagte Göktaş, ihn habe „keine offizielle Information“ erreicht und er habe nicht vor, außerhalb der Türkei zu leben.

Die rund 90-minütige Show wurde innerhalb von 24 Stunden nach ihrer Veröffentlichung mehr als eine Million Mal angesehen und hatte bis zum 2. Juli über 8,5 Millionen Aufrufe erreicht. Bemerkenswert ist, dass Göktaş die Show nicht auf einer kostenpflichtigen digitalen Plattform, sondern für alle frei zugänglich auf YouTube veröffentlichte – ohne Monetarisierung und ohne Werbung. Indem sie Millionen Arbeiter und Jugendliche erreichte, wurde die Show in den Augen der herrschenden Elite „gefährlich“. Zugleich war dieses enorme öffentliche Interesse selbst eine Massenreaktion auf den Versuch, Göktaş zu unterdrücken.

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Kriegsverbrechen: Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen Verdächtigen wegen der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines

Von Florian Rötzer – 3. Juli 2026

Da scheint nichts dazwischen kommen zu dürfen. Selenskij am 14. April 2026 zu Besuch bei Friedrich Merz, der Deutschland militärisch wieder stark machen machen will. Bild: president.gov.ua/CC BY-NC-ND-4.0

Nach der Anklageerhebung geht die Bundesanwaltschaft unter Ausschluss anderer Möglichkeiten davon aus, dass ein siebenköpfiges Team mit der Segelyacht Andromeda im Auftrag irgendwelcher „staatlicher Stellen“ der Ukraine den Anschlag ausgeführt hat. Werden diese benannt werden? Und sind andere Staaten wie die USA oder Polen außen vor?

Die Bundesanwaltschaft hat am Donnerstag gegen den ukrainischen Staatsangehörigen Serhii Kuznietsov, zur Tatzeit Mitglied einer Spezialeinheit der ukrainischen Armee, Anklage vor dem Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg  wegen der Sprengung der Nord-Stream-Gaspipelines erhoben. Die Anklage spricht u.a. von einem Kriegsverbrechen gegen zivile Objekte. Kuznietsov sei der mit anderen ausgeführten Tat „hinreichend verdächtig“.

Man hatte allmählich denken können, dass die Anklageerhebung noch länger hinausgezögert werden könnte, um die Hintergründe der Sprengung der Pipelines, die ja von manchen Staatschefs begrüßt wurde, nicht noch während des Kriegs zu thematisieren. Die Ukraine verteidigt nach der Bundesregierung schließlich Europa und Deutschland und schützt, so lange der Krieg anhält, vor einem angeblich drohenden russischen Angriff. Aber man tut sich schwer damit, mittlerweile nach Ausstieg der Amerikaner als größter Unterstützer viele Milliarden an Steuergeldern in ein Land zu pumpen, das einn bedeutsamen Teil der deutsche Energie-Infrastruktur angegriffen und zerstört hat.

Nach einem Bericht der Washington Post vom Juni 2023 soll die CIA von einem europäischen Geheimdienst schon im Juni 2022 erfahren haben, dass vom ukrainischen Militär mit Tauchern einer Spezialeinheit ein Anschlag geplant worden sei. Die Bundesregierung sei informiert worden. Der sei aber abgeblasen worden. Die geplante Aktion soll mit Valery Saluschnyj, dem damaligen Oberkommandeur der ukrainischen Streitkräfte, abgesprochen gewesen sein (Warum hat die Bundesregierung den CIA-Bericht über ukrainischen Anschlagsplan auf Nord Stream verschwiegen?).

Die Bundesregierung informierte auch 2024 weder den Bundestag noch die Öffentlichkeit über die Ermittlungen. Sie behauptete noch im Juli 2024 in Antwort auf eine große Anfrage der AfD, dass keine „verlässlichen und glaubhaften Tatbekennungen gefunden oder ansonsten eindeutige Beweise ermittelt werden“ konnten. Vorläufige Ergebnisse wollte sie auch nach bald zwei Jahren nicht veröffentlichen, „da dies den Untersuchungszweck gefährden würde“. Warum wurde nicht erläutert. Dabei war der Europäische Haftbefehl für einige Mitglieder des ukrainischen Teams im Juni 2024 ausgestellt worden und die „ukrainische Spur“ bekannt gewesen

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Eine engere militärisch-technische Zusammenarbeit zwischen Belarus und Pakistan könnte die russisch-indischen Beziehungen erschweren

Von Andrew Korybko – 3. Juli 2026

Angesichts des offiziell als „besonders und privilegiert“ bezeichneten Charakters der strategischen Partnerschaft zwischen Russland und Indien ist davon auszugehen, dass Putin Lukaschenko nicht ermächtigt hat, Hightech-Militärausrüstung an Pakistan zum Einsatz gegen Indien zu verkaufen, und dass er entsetzt wäre, sollte Lukaschenko dem zustimmen.

Der pakistanische Luftwaffengeneral Zaheer Ahmed Babar Sidhu besuchte kürzlich die belarussische Hauptstadt Minsk zu hochrangigen Gesprächen über einen umfassenden Ausbau der militärisch-technischen Zusammenarbeit. Sputnik zitierte in einem Beitrag auf X die Einschätzung des führenden pakistanischen Analysten, des pensionierten Konteradmirals Faisal Shah, um seine Leserschaft darüber zu informieren, dass „die belarussische Rüstungsindustrie Pakistan Drohnen, Mikroelektronik, Optronik und schwere Militärfahrzeuge anbieten könnte“. Außerdem wurde ein „entstehendes Verteidigungsdreieck zwischen Pakistan, Weißrussland und Russland“ erwähnt.

Zwar hat bisher keine Seite genau bestätigt, was während Sidhus Gesprächen mit seinen weißrussischen Amtskollegen vereinbart worden sein könnte, doch veröffentlichte die Times of India unmittelbar danach einen Beitrag mit der Frage: „Baut Pakistan heimlich ein mächtiges russisch-weißrussisches Militärdreieck gegen Indien auf?“ Weißrussland ist Russlands wichtigster militärischer Verbündeter, und beide Länder sind Mitglieder des Unionsstaates; daher ist es nur verständlich, dass sich die Inder fragen, ob Putin den weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko damit beauftragt hat, Pakistan gegen Indien zu bewaffnen.

Russland und Pakistan befinden sich zudem mitten in einer raschen Annäherung, die voraussichtlich mit dem Besuch von Premierminister Shehbaz Sharif im Spätsommer ihren nächsten Meilenstein erreichen wird, nachdem seine ursprünglich für Anfang dieses Jahres geplante Reise infolge des US-israelischen Angriffskriegs gegen den Iran abrupt verschoben worden war. In Verbindung mit der neuen positiven Berichterstattung über Pakistan und der neuen negativen Berichterstattung über Indien durch Russlands „globales Medienökosystem“ – sowohl durch staatliche Medien als auch durch führende „nicht-russische, pro-russische“ Influencer – ist es verständlich, warum Indien besorgt sein könnte.

Zudem hat Außenminister Dr. Subrahmanyam Jaishankar erst letzten Monat die Europäer scharf kritisiert, weil sie Waffen an Pakistan verkauft hatten, die gegen Indien eingesetzt wurden, und er hat seinen polnischen Amtskollegen persönlich scharf kritisiert, weil dieser dazu beigetragen habe, „die terroristische Infrastruktur in unserer Nachbarschaft anzuheizen“. Letzteres betraf Radek Sikorskis Reise nach Pakistan Ende letzten Jahres in den Monaten nach dem indisch-pakistanischen Konflikt vom vergangenen Frühjahr. Es gibt also einen Präzedenzfall dafür, dass Indien gegenüber Weißrussland denselben Maßstab anlegt.

Ob es dies öffentlich tut oder nicht, bleibt abzuwarten, aber Indien wird mit ziemlicher Sicherheit zumindest diskrete diplomatische Kanäle nutzen, um von Russland Klarheit über die Details etwaiger militärisch-technischer Vereinbarungen zu erhalten, die Weißrussland und Pakistan während Sidhus Besuch in Minsk getroffen haben könnten. Es wird wahrscheinlich auch alles in seiner Macht Stehende tun, um herauszufinden, ob Russland die möglicherweise getroffenen Vereinbarungen gebilligt hat oder ob Lukaschenko sich erneut „unabhängig“ von Putin verhält – und zwar in einer Weise, die den russischen Interessen zuwiderläuft.

Er hat diesbezüglich eine lange Geschichte, außerdem befindet er sich derzeit in Gesprächen mit den USA über ein „großes Geschäft“, von dem er prahlte, es sei zwischen beiden Seiten in Vorbereitung; daher ist es möglich, dass er erneut „aus der Reihe tanzt“, allerdings in einer Weise, die unterhalb der Schwelle liegt, ab der Putin Sanktionen verhängen würde. Obwohl die belarussische Wirtschaft vom russischen Markt und von Energiesubventionen abhängig ist, hängt der Erfolg von Russlands militärischer Spezialoperation davon ab, dass Belarus nicht „abtrünnig“ wird – was Lukaschenko ausnutzen könnte, um die Grenzen dessen auszuloten, welche „unabhängige“ Politik Putin noch tolerieren wird.

Angesichts des offiziell festgelegten „besonderen und privilegierten“ Charakters der russisch-indischen strategischen Partnerschaft ist davon auszugehen, dass Putin Lukaschenko nicht ermächtigt hat, Hightech-Militärausrüstung an Pakistan zum Einsatz gegen Indien zu verkaufen, und dass er entsetzt wäre, sollte Lukaschenko dem zustimmen. Dennoch sind ihm gerade deshalb, weil Russland Weißrussland derzeit mehr braucht als Weißrussland Russland, die Hände gebunden, was die Reaktion angeht, sollte dies tatsächlich der Fall sein – und hoffentlich versteht Indien dies.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Der Scheck, der nicht kam

Von Sabiene Jahn – 3. Juli 2026

Konfrontation im Schatten des Wissens, Bill Gates und Warren Buffet (rechts), KI-erstellt durch die Autorin (Globalbridge)

Warren Buffetts Pause bei der „Gates Foundation“ stürzt die größte Privatmacht der Weltgesundheit in eine Legitimationskrise: Warren Buffett hat die jährliche Milliardenüberweisung an die „Gates Foundation“ offenbar ausgesetzt, bis die Stiftung ihre Epstein-Verbindungen überprüfen lässt. Das ist mehr als ein Freundschaftsbruch unter Milliardären. Es ist ein seltenes Misstrauensvotum gegen eine Form privater Weltpolitik, die lange Wohltätigkeit versprach – und nun Transparenz schuldet.

Es gibt Gesten, die lauter sprechen als Erklärungen. Warren Buffett, 95 Jahre alt, hat nach übereinstimmenden Berichten seine übliche jährliche Spende an die „Gates Foundation“ vorerst nicht geleistet. Es ging um keine gewöhnliche Spende: Es war ein milliardenschwerer Transfer von Berkshire-Hathaway-Aktien, der seit 2006 fast rituell im Sommer erfolgte. „Reuters“ berichtet unter Berufung auf das „Wall Street Journal“, Buffett wolle die Ergebnisse einer externen Prüfung der Stiftung zu ihren früheren Kontakten mit Jeffrey Epstein abwarten. „Reuters“ selbst konnte den Bericht nicht unabhängig verifizieren. „Berkshire Hathaway“ und die „Gates Foundation“ reagierten zunächst nicht auf Anfragen. Doch schon die berichtete Verzögerung ist ein Einschnitt. Denn wenn der wichtigste externe Geldgeber der „Gates Foundation“ die automatische Überweisung aussetzt und zunächst abwartet, fragt ein erfahrener Investor nach mehr als nur nach Risiko. Dann steht das Geschäftsmodell moralischer Großphilanthropie selbst unter Prüfung. (1)

Buffett hatte 2006 in einem Brief an Bill und Melinda Gates erklärt, er verpflichte sich unwiderruflich, jährlich Berkshire-Hathaway-B-Aktien zugunsten der damaligen „Bill & Melinda Gates Foundation“ zu geben. Die Mechanik war präzise. Zehn Millionen B-Aktien wurden für die Stiftung vorgesehen, jährlich sollten fünf Prozent des verbleibenden Bestands übertragen werden, im Juli oder zu einem späteren von den Gates gewählten Zeitpunkt. Der Brief enthielt Bedingungen. Mindestens einer der beiden Gates musste aktiv an Politiksetzung und Verwaltung der Stiftung beteiligt bleiben. Die Stiftung musste weiter die rechtlichen Voraussetzungen für steuerbegünstigte Wohltätigkeit erfüllen und Buffetts Gabe sollte zusätzlich zu einem Mindestniveau der Stiftungsausgaben wirken. Schon diese Details zeigen, die oft zitierte „lifetime pledge“ war ein moralisches Versprechen, aber auch ein institutionelles Arrangement mit Erwartungen und Kontrolle. (2)

Bis 2025 funktionierte dieses Arrangement. In jenem Jahr wandelte Buffett nach Angaben von „Berkshire Hathaway“ 8.239 A-Aktien in mehr als 12,35 Millionen B-Aktien um und verteilte sie an fünf Stiftungen. Der größte Anteil, 9.433.839 B-Aktien, ging an den „Gates Foundation Trust“. Kleinere Tranchen erhielten die „Susan Thompson Buffett Foundation“ sowie die Stiftungen Sherwood, Howard G. Buffett und NoVo. Buffett selbst schrieb damals, die fünf Stiftungen hätten seit 2006 Berkshire-B-Aktien im Wert von etwa 60 Milliarden Dollar erhalten. Allein an die Gates Foundation gingen nach Reuters über zwei Jahrzehnte mehr als 47 Milliarden Dollar. Diese Zahlen erklären, weshalb die nun berichtete Pause nicht als Randnotiz behandelt werden kann. Sie betrifft die zentrale Finanzarchitektur einer Stiftung, die seit Jahren spendet und zugleich globale Prioritäten setzt.(3)

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Warum die israelische Regierung jetzt den Völkermord an den Armeniern anerkennt

Von Andrej Schirokow (Übersetzung: Thomas Röper) – 3. Juli 2026

Seit Israels Vernichtungskrieg in Gaza sind die Beziehungen zur Türkei auf dem Tiefpunkt. Außerdem kollidieren die geopolitischen Interessen der Länder miteinander. Nun hat Israels Regierung den Völkermord an den Armenien anerkannt und den Streit damit weiter verschärft.

Seit Israels Vernichtungskrieg in Gaza ist ein offener Streit zwischen der Türkei und Israel ausgebrochen. Die Türkei wirft Israel vor, einen Völkermord an den Palästinensern zu begehen. Aber das ist nicht der einzige Grund für den Streit, vielmehr spiegelt er den Ausbruch lange angehäufter geopolitischer Rivalität wieder, denn sowohl Erdogans Türkei als auch Israel wollen die Region dominieren.

Im Grunde war der Streit schon lange sichtbar, denn sowohl Israel als auch die Türkei wollten die syrische Assad-Regierung stürzen, um Syrien zu kontrollieren. Bekanntlich hatte dabei die Türkei Erfolg, als von ihr unterstützte Islamisten die Assad-Regierung vertrieben haben. Die neue syrische Regierung versuchte zwar, auch mit Israel zu einem Ausgleich zu kommen, das Syrien weiterhin bombardierte und neben den Golanhöhen weitere syrische Gebiete besetzt hat.

Um den türkischen Einfluss zu schwächen, hat Israel außerdem kurdische Kräfte in Syrien unterstützt, die die Türkei als Terroristen ansieht und die die neue syrische Regierung unter Kontrolle bekommen wollte.

Der Streit ist inzwischen so tief, dass es schon Analysten gibt, die mittelfristig vor der Gefahr eines Krieges zwischen Israel und der Türkei warnen. So unwahrscheinlich so ein Szenario heute erscheinen mag, ist es jedoch nicht ausgeschlossen. Und weil die Türkei NATO-Mitglied ist, hätte so ein Konflikt enorme Sprengkraft im westlichen Lager, das sich dann zwischen der Unterstützung des NATO-Partners Türkei und Israels entscheiden müsste.

Nun hat die israelische Regierung einen weiteren Schritt unternommen, der den Streit verschärfen dürfte, denn sie hat den Völkermord an den Armeniern anerkannt. Über die Gründe für diesen Schritt hat der Israel-Korrespondent der TASS einen Artikel geschrieben, den ich übersetzt habe. […]

Ein Seitenhieb gegen Erdoğan: Warum Israel jetzt den Völkermord an den Armeniern anerkennt

Andrej Schirokow, Leiter des TASS-Büros in Israel, darüber, warum die israelische Regierung die historische Karte von 1915 ausspielt und wie sich das auf die Beziehungen zur Türkei auswirkt.

Die israelische Koalitionsregierung unterstützte einstimmig den Vorschlag von Außenminister Gideon Saar, den Massenmord an Armeniern im Osmanischen Reich zu Beginn des letzten Jahrhunderts als Völkermord anzuerkennen. Dies geschah vor dem Hintergrund einer deutlichen Verschlechterung der Beziehungen zwischen Israel und der Türkei in den letzten Jahren sowie der bevorstehenden Parlamentswahlen in Israel im Herbst 2026.

Die Aussichten auf eine Normalisierung des Dialogs sind auf Jahre hinaus düster. Die israelische Führung scheint auf der internationalen Bühne auf eine offene politische Eindämmung Ankaras umzuschwenken und damit einen langfristigen strategischen Graben zu schaffen.

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