Merz: „Das ist unverzichtbar, um die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine zu sichern“ – Nein, das ist eine menschenrechtliche Zumutung!

Von Marcus Klöckner – 15. April 2026

Wie werden deutsche Politiker mit wehrpflichtigen Männern im Kriegsfalle umgehen? Diese Frage zu stellen, ist leider angebracht. Denn erstens will die Politik das Land „kriegstüchtig“ machen. Und zweitens hat Merz am Dienstag bei einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj in Berlin gesagt, er wolle die Rückkehr wehrpflichtiger ukrainischer Männer in die Ukraine, die in Deutschland Schutz suchen, „erleichtern“. Was das heißt, ist klar: Männer an die Front! Wenn auf diese Weise mit vor dem Krieg Schutz suchenden Ukrainern umgegangen wird, dann kann sich jeder ausmalen, was im Kriegsfall in Deutschland passieren wird. Alleine in Anbetracht der brutalen Gewalt, die Männer auf den Straßen der Ukraine bei den Zwangsrekrutierungen erfahren, gleicht Merz‘ Positionierung einer menschenrechtlichen Zumutung. Und: Kein Wort vom Bundeskanzler zu dieser Gewalt, keine Ermahnung an Selenskyj, nichts. Das sagt alles.

Der Eindruck ist: Viele in Deutschland begreifen überhaupt gar nicht, was hier passiert – oder sie verdrängen es eben. In der Ukraine, also einem Land, das von der Politik als Teil unserer „Wertegemeinschaft“ betrachtet wird, findet etwas statt, was als Menschenfängerei bezeichnet werden muss. Furchtbare, grausame, durch nichts zu rechtfertigende Szenen sind auf einer langen Reihe von Videos zu sehen, die zeigen, was passiert, wenn sich wehrpflichtige Männer dem „Dienst an der Waffe“ entziehen wollen. Auch wenn nicht immer alle Videos verifiziert werden können: Daran, dass Rekruter auf der Straße Gewalt ausüben, kann kein vernünftiger Zweifel bestehen.

Wie kann ein Bundeskanzler, der für demokratische Werte und für unveräußerliche Menschenrechte einzustehen hat, in Anbetracht dieser Verhältnisse schweigen? Warum sagt Merz nicht, dass diese Gewalt auf den Straßen der Ukraine im Hinblick auf unsere menschlichen Werte unvereinbar ist?

Die Fragen sind – gewiss – rhetorischer Art.

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Indonesiens neue militärische Partnerschaft mit den USA könnte einige BRICS-Anhänger verärgern

Von Andrew Korybko – 15. April 2026

So viele wurden im Laufe der Jahre von Scharlatanen der alternativen Medien dazu verleitet zu glauben, dass diese Wirtschafts- und Finanzgruppe auch ein Sicherheitsblock sei, obwohl sie dies nie war, immer noch nicht ist und es auch niemals sein wird.

Indonesien und die USA kündigten während ihres Verteidigungsministertreffens Mitte April in Washington, D.C., eine „Major Defense Cooperation Partnership“ (MDCP) an. Diese Vereinbarung „wird gemeinsam vereinbarte, wegweisende Initiativen untersuchen, darunter die gemeinsame Entwicklung hochentwickelter asymmetrischer Fähigkeiten, die Pionierarbeit bei Verteidigungstechnologien der nächsten Generation in den Bereichen See-, Unterwasser- und autonome Systeme leisten, sowie die Zusammenarbeit bei Wartung, Reparatur und Überholung, um die Einsatzbereitschaft zu verbessern.“

Parallel dazu wurde berichtet, dass „die USA und Indonesien über die Erlaubnis von Überflügen des US-Militärs im indonesischen Luftraum diskutieren“, was sich auf einen „vorläufigen Entwurf bezieht, der derzeit intern diskutiert wird“, doch es ist offensichtlich, dass die USA beabsichtigen, ihre MDCP zu diesem Zweck zu nutzen. Der Zweck scheint darin zu bestehen, die Fähigkeit zu erlangen, die Straße von Malakka im Krisenfall für chinesische Schiffe zu blockieren, genau wie derzeit die Straße von Hormus für Schiffe blockiert wird, die fast alle zwischen China und dem Iran hin- und herfahren.

Das verfolgte große strategische Ziel ist die „Strategy of Denial“ von Kriegsstaatssekretär Elbridge Colby. Der Kernpunkt ist, dass die USA alles in ihrer Macht Stehende tun müssen, um eine chinesische Hegemonie in Asien zu verhindern. Zu diesem Zweck kontrollieren oder unterbinden sie indirekt chinesische Rohstoffimporte (Venezuela und Iran) und streben die Kontrolle über globale Engpässe (Hormuz, Malakka und den Panamakanal) an, wobei sich alles im Vorfeld von Trumps China-Reise vom 14. bis 15. Mai beschleunigt. Trump hofft, dass dies Xi zu einem einseitigen Handelsabkommen zwingen wird.

Unabhängig davon, ob dies gelingen wird, könnten einige BRICS-Anhänger verärgert sein über die wichtige Rolle, die Indonesien in der „Strategy of Denial“ der USA gegenüber China spielen wird, da das Land 2025 als Vollmitglied der Gruppe beitrat und somit ein weiteres Mitglied mit engen militärischen Verbindungen zu den USA darstellt. Mitbegründer Indien wurde 2016 zum „Major Defense Partner“ der USA, während Ägypten, das 2024 als Vollmitglied beitrat, seit 1987 ein „Major Non-NATO Ally“ der USA ist. Auch die VAE unterhalten enge militärische Beziehungen zu den USA.

Nichts davon sollte für die BRICS relevant sein, da es sich dabei stets um ein freiwilliges Netzwerk von Ländern handelte, dessen Mitglieder ihre Politik zur Beschleunigung der Prozesse der finanziellen Multipolarität koordinieren, mit dem Ziel, die globale Ordnung so zu reformieren, dass die Weltmehrheit darin endlich einen gerechten Einfluss erhält. Dennoch wurden viele BRICS-Anhänger über die Jahre von Alt-Media-Scharlatanen dazu verleitet zu glauben, dass es sich auch um einen Sicherheitsblock handele – eine Vorstellung, die Russlands BRICS-Sherpa im Februar verspätet widerlegt hat.

Ihrer Ansicht nach sind militärische Partnerschaften mit den USA – ganz zu schweigen von solchen, die informell gegen andere BRICS-Mitglieder gerichtet sind, wie etwa die sich entwickelnde Partnerschaft Indonesiens, die wohl gegen China gerichtet ist, und die der Vereinigten Arabischen Emirate, die gegen den Iran gerichtet ist – mit dem oben genannten Ziel unvereinbar, was diese Staaten zu „Trojanischen Pferden“ macht. Was auch immer man von der Stichhaltigkeit ihrer Einschätzung halten mag, Tatsache ist, dass diese Länder nach wie vor Vollmitglieder der BRICS sind, und zwar deshalb, weil die BRICS nie als antiamerikanisch gedacht waren.

Es war daher vorhersehbar, dass das neue Vollmitglied Indonesien zum de facto militärischen Verbündeten der USA werden würde, da Präsident Prabowo – der sich übrigens in Moskau zu einem Treffen mit Putin aufhielt, als sein Verteidigungsminister in Washington das MDCP ankündigte – seine militärische Ausbildung in den USA erhalten hatte. Er gratulierte Trump im November 2024, weniger als zwei Monate bevor Indonesien als vollwertiges BRICS-Mitglied aufgenommen wurde, überschwänglich, sodass die Gruppe bei der Aufnahme wusste, wem seine militärische Loyalität galt.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

„Dieser Krieg ist das Ergebnis eines Staatsstreichs.“

Von Patrick Lawrence – 14. April 2026

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und US-Präsident Donald Trump demonstrieren an einer Pressekonferenz ein innig herzliches Zusammengehen – de facto nach den Großmachtwünschendes Kriegsverbrechers und aktiven Völkermörders aus Israel. (Foto: White House)

Achtung: Wer sich fürchtet, der Kritik an Israel wegen des Antisemitismus‘ bezichtigt zu werden, sollte den hier folgenden Bericht unseres US-amerikanischen Kolumnisten Patrick Lawrence vielleicht nicht lesen. Patrick Lawrence zeigt auf, wie US-Präsident Donald Trump immer mehr abhängig von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist und nicht tut, was gut wäre für die USA, sondern was nur gut ist für Israel. So verkommt seine Politik recht eigentlich zu einem Staatsstreich. (cm)

Die tiefgreifende Durchdringung der US-Regierung durch das israelische Regime ist nichts Neues, um das Offensichtliche einmal zu sagen. Über die zionistischen Lobbys in Washington hat Israel mehr oder weniger beide Kammern des Kongresses in der Hand. Das Gleiche gilt ganz besonders für die Trump-Regierung selbst: Israel und seine zionistischen Unterstützer in den USA haben Trump seit seinem Aufstieg in der nationalen Politik vor elf Jahren aufgebaut. Wohlhabende amerikanische Juden, die im Namen Israels handelten, spendeten 2016 90 Millionen Dollar für Donald Trumps ersten Präsidentschaftswahlkampf und mindestens 100 Millionen Dollar für seinen zweiten. Israel besitzt Donald Trump. 

Das sind bekannte Tatsachen. Aber man muss schon sehr genau hinschauen, um in den Mainstream-Medien oder im öffentlichen Diskurs Amerikas überhaupt Hinweise darauf zu finden. Nein, Israels Korruption der amerikanischen Politik und Macht ist Teil dessen, was ich das „Große Amerikanische Unaussprechliche“ nenne – eine Sammlung von Wahrheiten, die zu bitter sind, um öffentlich anerkannt zu werden, außer in seltenen Fällen.

Mir ist klar, dass dieser Zustand für Nicht-Amerikaner seltsam erscheinen mag, aber das „Große Unaussprechliche“ begleitet uns schon lange und hat sich zu seiner derzeit grotesken Größe aufgebläht, seit die politischen Cliquen in Washington nach den Siegen von 1945 damit begannen, ein Imperium zu festigen – ein Imperium, das die Amerikaner nicht sehen sollen und über das daher nicht gesprochen werden darf, ein Imperium der Illusionen, sozusagen.

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Trumps Blockade der Straße von Hormus: Die nächste Phase im Krieg gegen den Iran

Von Andre Damon – 14. April 2026

Lenkwaffenzerstörer der Arleigh-Burke-Klasse USS Frank E. Petersen Jr. während der Operation „Epic Fury“ am 18. März 2026 im Arabischen Meer. [Photo: US Navy]

Das US-Militär gab am Montag bekannt, man werde ab sofort alle Schiffe blockieren, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Dies bedeutet eine erhebliche Eskalation des US-Kriegs gegen den Iran. Damit ist die vor sechs Tagen vom pakistanischen Ministerpräsidenten Shehbaz Sharif verkündete Waffenruhe faktisch durch die Vereinigten Staaten aufgehoben worden.

US-Präsident Donald Trump erklärte am Sonntag auf Truth Social, die Marine werde „damit beginnen, alle Schiffe zu blockieren, die versuchen, in die Straße von Hormus einzufahren oder sie zu verlassen“. Zwei Lenkwaffenzerstörer sind am Samstag in die Meerenge eingelaufen, und das Wall Street Journal berichtet, dass nun 15 US-Kriegsschiffe zur Durchsetzung der Blockade im Einsatz sind.

Die Blockade ist eine Kriegshandlung und ein Akt internationaler Piraterie. Die World Socialist Web Site verurteilt diese kriminelle Aktion, die sich gegen den Iran und gegen die Arbeiterklasse der ganzen Welt richtet. Sie wird den Preis dafür in Form von explodierenden Energiekosten, Nahrungsmittelknappheit und der allgegenwärtigen Gefahr einer größeren militärischen Eskalation zahlen.

Der Waffenstillstand hat sich als Gelegenheit erwiesen, um – in Trumps eigenen Worten – für die nächste Phase des Krieges „nachzuladen“. Jede Waffenruhe, die Trump im Nahen Osten verkündet hat – von Gaza im Januar 2025 über den Iran im Juni 2025 bis hin zum Waffenstillstand im Iran am 7. April (auf den wenige Stunden später Israels Angriff auf das Zentrum von Beirut folgte, bei dem mehr als 250 Menschen ums Leben kamen) – bedeutete nur eine Pause, um sich für den nächsten Angriff neu zu formieren.

Die Kontrolle über die Straße von Hormus – und damit über die Ölförderung und -distribution des Iran und der gesamten Persischen Golfregion – war von Anfang an ein zentrales strategisches Ziel des Krieges.

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Die russische Marine hielt Estland davon ab, ihre „Schattenflotte“ zu entern

Von Andrew Korybko – 14. April 2026

Begleitaufträge nach Indien und China könnten auch die USA und Großbritannien davon abhalten, außerhalb der Ostsee dasselbe zu tun, doch selbst dann könnten sie die Ukraine dazu veranlassen, in einem solchen Fall ihre Drohnenangriffe zu verstärken.

Der Kommandant der estnischen Marine, Ivo Vark, erklärte gegenüber Reuters, dass Estland keine Schiffe mehr entern werde, die Teil der russischen „Schattenflotte“ sind, da „das Risiko einer militärischen Eskalation einfach zu hoch ist“. Er führte weiter aus, dass „die russische Militärpräsenz hier im Finnischen Meerbusen viel, viel deutlicher geworden ist“ aufgrund neuer ständiger russischer Marinepatrouillen, aber „im Atlantik und auch in der Nordsee gibt es nur sehr wenig russische Präsenz“. Daher ist es wahrscheinlicher, dass ihre Schiffe dort geentert werden als in der Ostsee.

Die genannten Patrouillen sind das Ergebnis der Bemühungen des Vorsitzenden des Marineausschusses, Nikolai Patrushev, über die er in einem Interview Mitte Februar sprach, das damals hier analysiert wurde. Reuters berichtete zudem, dass „Reuters-Reporter an Bord eines estnischen Marineschiffs im Finnischen Meerbusen am Freitag eine Korvette der russischen Marine in der Nähe einer großen Gruppe von untätigen Tankern beobachteten, die darauf warteten, einen nahegelegenen russischen Hafen anzulaufen und Öl zu laden“. Auch das ist Patrushev zu verdanken.

Es bedurfte also lediglich der Präsenz der russischen Marine, um Estland zum Einlenken zu bewegen, was darauf hindeutet, dass Begleitmissionen auch andere Länder dazu bringen könnten, in weiter entfernten Gewässern zurückzustecken. Damit dies jedoch geschieht, müsste die russische Marine Gruppen von Schiffen der „Schattenflotte“ eskortieren, da sie nicht über genügend Schiffe verfügt, um jedes einzelne Schiff einzeln zu begleiten. Die meisten fahren nach China und Indien, sodass dies langwierige Missionen wären, bei denen Eurasien praktisch über den Suezkanal umrundet würde.

In dieser Gegend könnten die USA und/oder ihre Verbündeten diese Schiffe leichter entern, wenn sie den Willen dazu hätten, aber wahrscheinlich nur mit Ägyptens Zustimmung, da nicht erwartet wird, dass sie die Souveränität ihres Verbündeten verletzen, indem sie solche Missionen in dessen Hoheitsgewässern am Ein- oder Ausgang des Kanals durchführen. Die britischen Stützpunkte auf Zypern könnten in diesem Szenario zur Unterstützung solcher Missionen genutzt werden, ebenso wie der US-Stützpunkt in Dschibuti, falls stattdessen beschlossen wird, diese Schiffe in der Nähe der Engstelle von Bab el Mandeb abzufangen.

Es ist nicht zu erwarten, dass das Vereinigte Königreich einseitig Schiffe der russischen „Schattenflotte“ entern würde, die von der russischen Marine eskortiert werden; dies würde also nur mit Zustimmung der USA geschehen. Das Vereinigte Königreich könnte auch die Beteiligung der USA an einer solchen Mission anstreben, um sicherzustellen, dass es nicht im Stich gelassen wird, falls Russland eskaliert. Die USA würden dem möglicherweise nicht zustimmen, geschweige denn daran teilnehmen, da Putin seine Marine wahrscheinlich ermächtigt hat, gegen alle Kräfte vorzugehen, die versuchen, eskortierte Tanker zu entern, und Trump derzeit nicht an einer Eskalation interessiert zu sein scheint.

Um sicherzustellen, dass keiner der beiden leichtfertig annimmt, er bluffe, könnte Putin eine entsprechende öffentliche Erklärung abgeben, obwohl die anglo-amerikanische Achse dann möglicherweise dazu übergehen könnte, ukrainische Drohnenangriffe gegen Russlands eskortierte „Schattenflotte“ zu unterstützen, sodass Kiew derjenige wäre, gegen den Moskau dann Vergeltungsmaßnahmen ergreifen könnte. Die Ukraine steht bereits im Verdacht, über eine Drohnenbasis in Libyen zu verfügen, von der aus sie bisher zwei Schiffe der „Schattenflotte“ bombardiert hat, und könnte ihre Präsenz dort mit der Unterstützung ihrer Gönner ausbauen, um weitere Angriffe zu inszenieren.

Insgesamt hat die russische Marine zwar Estland davon abgehalten, weitere Schiffe ihrer „Schattenflotte“ zu entern, und könnte auch andere abschrecken, sollten diese beginnen, Gruppen dieser Schiffe zu eskortieren, doch stellen ukrainische Drohnen nach wie vor eine Bedrohung dar. Abgesehen von der Integration von Anti-Drohnen-Technologien in zukünftige Konvois könnte Russland die USA auffordern, die Ukraine zur Beendigung ihrer Angriffe zu verpflichten, als Teil einer Reihe gegenseitiger Kompromisse zur Beendigung des Konflikts – was der beste Weg ist, die Sicherheit seiner Energieexporte auf See zu gewährleisten, da die Ukraine sich den USA nicht widersetzen wird.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Freigegebene Akten enthüllen die Kontakte der jüdischen Untergrundmiliz vor der Staatsgründung mit Nazideutschland

Von Ofer Aderet (Haaretz) – 14. April 2026

Im Mai 1941 sprach Eliyahu Golomb, Gründer und de facto Kommandeur der Haganah, der Vorläuferarmee der Juden im damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina, in einem kleinen Forum: „Ich habe Informationen … über den Verdacht, dass eine Gruppe von Juden Verbindungen zum Feind unterhält“, sagte er. Zu jener Zeit, während des Zweiten Weltkriegs, waren die Deutschen der Feind, auf den er sich bezog. „Den Informationen zufolge gibt es einen Mann, der Kontakt zu den Deutschen aufgenommen hat. Dieser Mann ist bekannt; sein Name ist S“, fügte er hinzu.

„S“ war Avraham „Yair“ Stern, Anführer der Lehi, der vorstaatlichen Untergrundmiliz, die auch als Stern-Bande bekannt war. Er hatte sich von der Irgun abgespalten, weil er der Meinung war, der Kampf gegen die Briten müsse auch während des Krieges fortgesetzt werden.

„Die Polizei spricht bereits von einer jüdischen ‚fünften Kolonne‘“, fügte Golomb hinzu und bezog sich dabei auf die britische Polizei.

Golombs Äußerungen wurden in Echtzeit in einem Geheimdienstdokument der Haganah festgehalten, das unter „Kontakte mit der Achse“ abgelegt wurde. Die Akte wurde im Archiv der IDF aufbewahrt und später an das Staatsarchiv übergeben. Vor etwa drei Jahren beantragte Haaretz die Freigabe der Akte. Sie wurde kürzlich gescannt und hochgeladen.

Ein Blick in die Akte gewährt Einblick in das Material, das von der Haganah und später vom Shin Bet und der IDF gesammelt wurde und die Versuche der Lehi betrifft, Verbindungen zu den Achsenmächten Italien und Deutschland herzustellen.

Die Idee, Nazi-Deutschland für die Befreiung Palästinas von der britischen Herrschaft zu gewinnen, stammte von Stern, der einen kompromisslosen gewaltsamen Widerstand gegen die Briten befürwortete. Seine Haltung stand im Widerspruch zu der der meisten Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft, die ihren Kampf gegen Großbritannien zugunsten des Kampfes gegen Deutschland ausgesetzt hatte.

Kämpfer der Haganah, der Armee der Juden im damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina vor der Unabhängigkeit, während einer Patrouille. „Die Polizei spricht bereits von einer jüdischen ‚fünften Kolonne‘“, sagte Eliyahu Golomb, Gründer und de facto Kommandeur der Haganah, in Bezug auf die britische Polizei. Bildnachweis: Zoltan Kluger / GPO

Ein Dokument beschreibt Sterns Ideologie wie folgt: „Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs … argumentierte Stern, dass es keinen besseren Zeitpunkt für einen Unabhängigkeitskrieg gebe als während des Krieges. Die britischen Streitkräfte sind gebunden … und es wäre möglich, sie zu überwinden. Die Frage der Ausrichtung schien ihm einfach.

„Die Juden sind eine Kriegspartei und können daher nicht neutral sein. Großbritannien hat das jüdische Volk verraten und wird niemals die Gründung eines jüdischen Staates zulassen. Auf der anderen Seite hat Deutschland kein besonderes Interesse an Palästina, und da die Nazis Europa von Juden säubern wollen, ist nichts einfacher, als sie in ihren eigenen Staat zu überführen.“

Das Dokument besagt ferner, dass Stern der Ansicht war, „es sei möglich, eine praktische Vereinbarung mit den Deutschen zu erzielen … Verhandlungen sollten aufgenommen werden, und die Juden Europas sollten in eine Spezialarmee rekrutiert werden, die sich den Weg nach Palästina erkämpfen und es von den Briten erobern würde. Die Deutschen, so argumentierte er, würden zustimmen, da sie dadurch die Juden loswerden und gleichzeitig die Briten aus dem Nahen Osten vertreiben könnten.“

Ein weiteres Dokument vermerkt, dass Stern der Ansicht war, es gäbe in Nazideutschland zwei Denkrichtungen hinsichtlich der jüdischen Gemeinschaft in Palästina. Die eine befürwortete eine Annäherung an die Araber und unterstützte die Führung des Muftis von Jerusalem, Hajj Amin al-Husseini, da sie die dortige jüdische Gemeinschaft als „gefährlicher als jede andere jüdische Gemeinschaft“ ansah, „da sie mit aggressiven Eigenschaften und einem Freiheitsdrang ausgestattet war“.

„Deutschland hat kein besonderes Interesse an Palästina, und da die Nazis Europa von Juden säubern wollen, ist nichts einfacher, als sie in ihren eigenen Staat zu überführen.“

Aus den freigegebenen Dokumenten

Die andere Denkrichtung befürwortete laut Stern die Stärkung der jüdischen Besiedlung durch die Herbeiführung von Juden aus Europa, in der Überzeugung, diese würden dankbar sein und Deutschland unterstützen.

Die Akte, die die Kontakte der Lehi zu den Achsenmächten dokumentiert, enthält auch ein Dokument aus dem Jahr 1949. Sein anonymer Verfasser behauptete, er habe mit Stern in Echtzeit die „ideologische Grundlage“ seiner Position geklärt. Dem Verfasser zufolge sagte Stern:

„Wir werden irgendwie mit den Deutschen zurechtkommen, nachdem sie das Land erobert haben, so wie die Sowjets bei Bedarf mit ihnen zurechtkamen.“

Weitere Dokumente besagen, dass Stern danach strebte, „mit Hilfe einer ausländischen Macht die Kontrolle über ganz Eretz Yisrael mit Gewalt zu erlangen“, und dass „es klar ist, dass er ernsthaft in Erwägung zog, mit Hilfe einer ausländischen Macht ein ‚jüdischer Quisling‘ zu werden“. Der Verweis bezieht sich auf den norwegischen Ministerpräsidenten, der mit den Nazis kollaborierte und dessen Name zum Synonym für Verrat wurde.

Lubenchik versuchte, „den Entscheidungsträgern der Achsenmächte zu beweisen, dass es sich lohnen würde, Eretz Yisrael als diesen Sammelpunkt zu bestimmen und dadurch die Freundschaft des hebräischen Volkes zu gewinnen, das sich zu diesem Zweck im Krieg gegen England engagieren würde.“

Aus den freigegebenen Akten

Diese Pläne waren nicht nur theoretischer Natur. Historische Forschungen belegen mehrere Versuche von Lehi-Gesandten, Kontakt zu deutschen Beamten aufzunehmen. Einer davon mündete in ein Dokument, das eine „aktive Partnerschaft“ mit Deutschland im Krieg vorschlug, basierend auf „gemeinsamen Interessen zwischen deutscher Politik und jüdischen nationalen Bestrebungen“. Darin wurde auch angedeutet, dass ein jüdischer Staat ein Bündnis mit dem Deutschen Reich eingehen würde.

Diese Kontakte blieben erfolglos, wurden jedoch von der Haganah genau beobachtet.

Die Akte enthält zudem weitere Äußerungen von Golomb aus dem Jahr 1941 in zwei geschlossenen Foren: „Es besteht kein Zweifel, dass es einen Versuch gab, Kontakt zu den Deutschen aufzunehmen, und es ist möglich, dass sie etwas versprochen haben, vielleicht eine interne jüdische Polizeitruppe.“ Er fügte hinzu, dass die britische Regierung Material beschafft habe, das politisch gegen die jüdische Gemeinschaft verwendet werden könne. „Mehrere Juden wurden verhaftet, verdächtigt, Verbindungen zu Italienern oder Deutschen zu haben oder solche anzustreben, höchstwahrscheinlich zu den Deutschen.“

Golomb verwies auch auf eine interne Lehi-Broschüre, in der die Ideologie erläutert wurde: „Großbritannien ist ein Verräter. Wer hat entschieden, dass die gegnerische Seite zwangsläufig gegen die Juden sein muss? Auf jeden Fall müssen Juden eine unabhängige Politik betreiben und sich mit jedem verbinden, der es wert ist.“

Bei demselben Treffen war auch Zalman Shazar anwesend, der später Bildungsminister und Staatspräsident werden sollte.

„Ich sprach mit jemandem, der diese Broschüre gelesen hatte, und er gab mir deren Inhalt wieder“, berichtete er. „Die Nazis sind zwar gegen die Juden, aber ihr Hass richtet sich gegen die Juden der Diaspora. Im Nazi-Programm gibt es keinen Widerstand gegen einen Judenstaat (einen jüdischen Staat).“

Die Akte erwähnt auch Naftali Lubenchik, ein Lehi-Mitglied, das zu Treffen mit deutschen Vertretern entsandt wurde. Ein Dokument aus dem Jahr 1951 besagt, dass er der Ansicht war, „die Achsenmächte streben nicht die physische Vernichtung des jüdischen Volkes an, sondern vielmehr dessen Vertreibung aus Europa und dessen Konzentration an einem Ort…“

Weiter heißt es, er habe versucht, „den Entscheidungsträgern der Achsenmächte zu beweisen, dass es sich lohnen würde, Eretz Yisrael als diesen Ort der Konzentration zu bestimmen und sich damit die Freundschaft des hebräischen Volkes zu sichern, das sich zu diesem Zweck im Krieg gegen England engagieren würde.“ „

Lubenchik starb 1946 in Eritrea, wohin er von den Briten ins Exil geschickt worden war. Er wird auf der Gedenkseite Yizkor als einer der Gefallenen Israels gewürdigt. Dort wird angemerkt, dass seine Kontakte zu den Deutschen darauf abzielten, „die Juden Europas zu retten und sie territorial im Land Israel zu konzentrieren“.

Die Akte enthält auch Aussagen von zwei Lehi-Führern, die Versuche zur Herstellung von Beziehungen zu den Nazis unterstützten.

Natan Friedman, später bekannt als Natan Yellin-Mor und späteres Mitglied der Knesset, schrieb 1943: „Deutschland ist noch nicht besiegt und könnte noch unser Verbündeter werden.“

Israel Eldad, der laut der Lehi-Gedenkwebsite „Mitglied des Lehi-Zentralkomitees und dessen führender Ideologe und öffentlicher Intellektueller“ war, wurde 1949 mit folgenden Worten zitiert: „Yair handelte richtig, und er war zu Recht bestrebt, einen Verbündeten gegen Großbritannien zu finden, genauso wie die Sowjetunion in ihrem eigenen Interesse handelte, als sie sich mit Nazi-Deutschland verbündete, um nicht von Großbritannien im Stich gelassen zu werden.“

Die Kontakte der Lehi zu den Nazis verliefen letztlich im Sande. Stern selbst wurde 1942 von den Briten getötet, und am Ende, wie es in einem der Dokumente in der Akte heißt, „wurde nichts daraus.“

[Zum Originalbeitrag in Haaretz]

Das 90-Milliarden-Euro-Darlehen der EU an die Ukraine soll den US-Demokraten Zeit verschaffen, um an die Macht zurückzukehren

Von Andrew Korybko – 14. April 2026

Das unausgesprochene Ziel der Union besteht darin, den Konflikt bis mindestens 2029 aufrechtzuerhalten, in der Hoffnung, dass die US-Demokraten die Kontrolle über das Weiße Haus zurückgewinnen und die Ukraine-Politik der USA aus der Biden-Ära wieder aufnehmen.

Orbáns „demokratischer Sturz“ soll Ungarns verfahrenstechnischen Widerstand gegen den geplanten 90-Milliarden-Euro-Kredit der EU an die Ukraine beseitigen, der durch die Aufnahme gemeinsamer Schulden durch die Mitgliedstaaten finanziert werden soll. RT veröffentlichte im vergangenen Dezember hier einen ausführlichen Artikel über diesen Plan, der einen Kompromiss zur Finanzierung dieses Kredits darstellte, nachdem die EU keinen Konsens erzielen konnte, entweder einen Teil der eingefrorenen russischen Vermögenswerte zur Weitergabe an die Ukraine zu beschlagnahmen oder zumindest einen Teil davon als Sicherheit für einen Kredit an die Ukraine zu verwenden. Leser können hier und hier mehr erfahren.

Wenn alles nach Plan verläuft – und Bloomberg berichtete, dass die EU zügig vorgehen will, nachdem Ungarn alles bereits mehrere Monate lang aufgehalten hat –, dann birgt dieser Schritt die Gefahr, einen endlosen Krieg zu finanzieren. Hoffnungen auf einen militärischen Durchbruch an der Front oder einen diplomatischen Durchbruch in den von den USA vermittelten Gesprächen haben sich bislang nicht erfüllt, sodass das Tempo des russischen Vormarsches vor Ort weiterhin im Schneckentempo verläuft, was bedeutet, dass es Jahre dauern könnte, bis Russlands gemeldetes Mindestziel, die Kontrolle über den gesamten Donbass zu erlangen, erreicht ist.

Die Finanzierung von zwei Dritteln des ukrainischen Haushalts für die nächsten zwei Jahre gemäß dem Ziel der EU würde wahrscheinlich dazu führen, dass eine weitere zweijährige Runde vereinbart wird, um die USA zu ermutigen, ihre Militärhilfe fortzusetzen. Seit letztem Sommer spendet die USA keine Waffen mehr an die Ukraine, sondern verkauft sie stattdessen an die NATO, die sie dann dorthin weiterleitet. Selbst wenn Trump diese Verkäufe aussetzt, könnte die Ukraine, solange der ukrainische Haushalt finanziert wird und sich nichts Wesentliches ändert, lange genug durchhalten, bis er seine Meinung wieder ändert.

Sicherlich kann die Ukraine nicht ewig kämpfen, da selbst Zelenskys neuer Stabschef Kirill Budanov kürzlich zugab, dass sie vor einem „riesigen, riesigen Problem“ stehe, nachdem der neue Verteidigungsminister Mikhail Fedorov enthüllte, dass sich über 2 Millionen Ukrainer der Wehrpflicht entziehen, was die Operationen an der Front erheblich erschwert. Es besteht auch immer die Möglichkeit, dass Putin die Sonderoperation in einen formellen Krieg umwandelt, in dem er sich nicht mehr um zivile Opfer schert, um den Konflikt nach Russlands Bedingungen endgültig zu beenden.

Es gibt zwei konkurrierende Theorien darüber, warum er dies noch nicht getan hat. Die eine spekuliert, dass er nicht versehentlich eine Eskalation mit den USA riskieren will, die leicht in einen Dritten Weltkrieg münden könnte, während die andere besagt, dass er Russen und Ukrainer nach wie vor wirklich als ein Volk betrachtet, wie er in seinem Meisterwerk vom Sommer 2021 ausführlich erklärte, weshalb er nicht bereit ist, ihre Zivilbevölkerung leiden zu sehen. Jedenfalls geht das Szenario eines „ewigen Krieges“ davon aus, dass Putin dies nicht tun wird, was nicht als selbstverständlich angesehen werden kann.

Dennoch handelt die EU unter der Annahme, dass er dies nicht tun wird, was erklärt, warum sie plant, das 90-Milliarden-Euro-Darlehen für die Ukraine zügig zu genehmigen und weiterhin Waffen aus den USA für den Transfer in dieses Land kauft. Dies hält nicht nur das Risiko aufrecht, dass die Spannungen außer Kontrolle geraten, sondern perpetuiert auch die Energieunsicherheit der EU inmitten der anhaltenden Krise, die durch den Dritten Golfkrieg verursacht wurde, da ein Ende des Konflikts hypothetisch dazu führen könnte, dass die russischen Energieexporte in die EU zum Vorteil ihrer Bürger wieder aufgenommen werden.

Das unausgesprochene Ziel der EU ist es, den Konflikt bis mindestens 2029 aufrechtzuerhalten, in der Hoffnung, dass die Demokraten die Kontrolle über das Weiße Haus zurückgewinnen und die Ukraine-Politik der USA aus der Biden-Ära wieder aufnehmen. Auch wenn die Europäer bis dahin wirtschaftlich leiden werden, ganz zu schweigen von den weiteren Todesopfern unter Russen und Ukrainern, ist der Block bereit, diese Kosten zu tragen, um sein ideologisch motiviertes Ziel zu verfolgen, Russland eine strategische Niederlage zuzufügen. Letztendlich könnte der Konflikt jedoch dazu führen, dass stattdessen die EU strategisch besiegt wird.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Die New York Times, die Demokratische Partei und die Vorbereitungen für die zweite Phase des Irankriegs

Von David North – 14. April 2026

Der Redaktionssitz der New York Times in Manhattan [Photo by Credit: Wikimedia Commons/Ajay Suresh / CC BY-SA 4.0]

Am Sonntag veröffentlichte die Redaktion der New York Times eine Erklärung unter der Überschrift „Trumps Krieg schwächt Amerika“. Dieser programmatische Beitrag erscheint zu einem Zeitpunkt, da sich der amerikanische Imperialismus in einer akuten strategischen Krise befindet. Er dient dazu, die innen- und außenpolitischen Bedingungen zu bestimmen, unter denen der Krieg gegen den Iran wieder aufgenommen, neu organisiert und zu einem Abschluss gebracht werden kann und muss, der den grundlegenden Zielen der herrschenden Klasse in den USA entspricht.

Die Times geht von der Annahme aus, dass es eine strategische Katastrophe für die globale Machtpolitik Amerikas wäre, wenn Washington seine Kriegsziele nicht erreicht.

Die USA haben den Krieg gegen den Iran am 28. Februar während laufender diplomatischer Verhandlungen begonnen, bei denen der Iran echte Bereitschaft zu einem Abkommen signalisiert hatte. Es folgte eine Kaskade strategischer Misserfolge, deren Konsequenzen in ihrem vollen Ausmaß erst allmählich sichtbar werden. Die Straße von Hormus bleibt für den Großteil des Handelsverkehrs gesperrt. Am Sonntag erklärte Trump die Gespräche mit dem Iran in Pakistan für gescheitert und kündigte eine Blockade der Straße von Hormus an. Keine Schiffe sollen die Meerenge passieren dürfen, wenn sie einen iranischen Hafen ansteuern oder verlassen. Die weltweiten Ölpreise sind auf über 100 Dollar pro Barrel geklettert.

Das Bündnissystem der NATO ist extrem unter Druck geraten. Japan, Südkorea, Australien, Kanada und die meisten Länder Westeuropas haben sich geweigert, sich direkt am Krieg zu beteiligen oder zur Öffnung der Straße von Hormus beizutragen. Die amerikanischen Bestände an kritischen Waffensystemen sind stark geschrumpft und das Pentagon räumt ein, dass es Jahre dauern wird, bis sie wieder aufgefüllt sind. Der Iran ist keineswegs unter dem Gewicht der amerikanischen Militärmacht zusammengebrochen, sondern hat gezeigt, dass ein Land, das ein Hundertstel des US-Militärbudgets ausgibt, die größte Volkswirtschaft der Welt weitgehend strategisch lähmen kann, indem es einen einzigen geografischen Engpass als Hebel einsetzt. Die Verhandlungen in Islamabad sind nun nach 21 Stunden gescheitert.

Unter diesen Umständen legt die Times dar, was sie für den Erfolg der nächsten Phase des Krieges als wesentlich erachtet: die Zustimmung des Kongresses, um innenpolitische Legitimität zu schaffen; die Unterstützung der Verbündeten, um den Anschein internationaler Einigkeit wiederherzustellen; eine strategische Planung für die Straße von Hormus; und eine klare Zielsetzung zur Beendigung des iranischen Atomprogramms.

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Ungarn: EU vs MAGA

Von German-Foreign-Policy.com – 14. April 2026

Die ungarische Wahl war Schauplatz eines offenen Machtkampfs zwischen EU und USA. Beide griffen massiv in den Wahlkampf ein – mit gegensätzlichen Interessen.

Deutschland und die EU haben sich im Machtkampf um Ungarn gegen die Trump-Administration durchgesetzt. Nach Jahren heftiger politischer Konflikte mit Berlin und Brüssel unter der Regierung von Viktor Orbán, die eng mit der Trump-Administration kooperierte, wendet sich Budapest mit dem Wahlsieg von Péter Magyar nun demonstrativ wieder der Europäischen Union zu – ein strategischer Erfolg für Letztere, zugleich eine empfindliche Niederlage für die USA. Magyars Wahlsieg markiert demnach nicht nur einen innenpolitischen Umbruch, sondern ist zugleich Ausdruck einer offenen geopolitischen Auseinandersetzung. Entsprechend hatten sowohl die EU als auch die USA im Vorfeld massiv auf den Ausgang der Wahl einzuwirken versucht. Während Brüssel mit der Freigabe milliardenschwerer Fördermittel lockte, unterstützte die US-Regierung offen Orbán und sein Umfeld – bis hin zu Wahlkampfauftritten und wirtschaftlichen Versprechungen. Ungarn ist damit zum Schauplatz eines transatlantischen Ringens geworden, in dem es um weit mehr geht als um einen Regierungswechsel: Es geht um Einfluss, um die Ausrichtung und die künftige Rolle eines Schlüsselstaats in Osteuropa.

Reformen gegen Souveränität

Am späten Sonntagabend erklärte der bisherige Oppositionsführer Péter Magyar von der Partei Tisza (Tisztelet és Szabadság Párt, Respekt- und Freiheitspartei) mit Blick auf seinen Wahlsieg: „Gemeinsam haben wir das Orbán-System abgewählt, gemeinsam haben wir Ungarn befreit“.[1] Ein zentraler Wahlkampfpfeiler von Magyar war das Ziel, die Freigabe von 17 Milliarden Euro an eingefrorenen EU-Mitteln zu erreichen – rund zehn Prozent des ungarischen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die EU hatte sie in ihren erbitterten Machtkämpfen mit dem scheidenden Ministerpräsidenten Viktor Orbán auf Eis gelegt, um den Druck auf Orbán zu erhöhen und seine Regierung zu schwächen. Der Preis, den Magyar zahlen muss, ist hoch. Um die Gelder zu erhalten, muss Budapest 27 von Brüssel vorgegebene Bedingungen erfüllen, darunter Reformen der öffentlichen Vergabepraxis, die Stärkung der richterlichen Unabhängigkeit sowie der Ausbau akademischer Freiheiten.[2] Die dafür notwendige Zweidrittelmehrheit hat die Tisza erreicht. Der angekündigte Reformkurs läuft damit auf eine vertiefte Integration in die EU-Strukturen hinaus – und auf die mit ihr verbundene weitere Einschränkung nationaler Souveränität.

Jubel in Brüssel

Die Reaktionen aus Brüssel ließen nicht lange auf sich warten. Bereits Minuten nach der Niederlage des ungarischen Ministerpräsidenten Orbán gratulierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen via X: „Ungarn hat sich für Europa entschieden. Europa hat sich stets für Ungarn entschieden. Ein Land kehrt auf seinen europäischen Weg zurück. Die Union wird stärker“. Manfred Weber, Vorsitzender der Europäischen Volkspartei (EVP), zu der die Tisza gehört, sprach ebenfalls auf X von einem „Sieg“ der ungarischen Bevölkerung. EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola erklärte, Ungarns Platz liege „im Herzen Europas“. Die schnelle und geschlossene Reaktion der EU-Spitze unterstreicht die politische Bedeutung des Wahlausgangs.

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46. Tag im Angriffskrieg Israels und USA gegen Iran und Libanon (Ticker 16:45 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 14. April 2026

Der Vortag war bestimmt von Spekulationen, wie die Blockade des Iran und der Straße von Homburg durch die USA ausgeführt wird, und was wohl China, Indien und Pakistan dazu sagen werden. Das Wort „Blockade“ war von Donald Trump erwähnt [worden] und stellt völkerrechtlich einen Kriegsakt dar, was bedeutet, dass der Waffenstillstand de jure beendet ist. Trotzdem scheinen sich neue Verhandlungen anzubahnen, obwohl an andern Fronten wie im Libanon, Gaza und der Westbank Israel weiterhin bombardiert und Zivilisten tötet. Alle aktuellen Entwicklungen in diesem Ticker.

Eine weitere Runde der Gespräche zwischen den USA und dem Iran könnte „bereits am Donnerstag“ stattfinden. Eine neue Verhandlungsrunde zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran könnte bereits am Donnerstag stattfinden, berichtete die Associated Press unter Berufung auf US-Beamte und einen Diplomaten aus einem Vermittlerland.

Beamte sagten, beide Seiten hätten sich grundsätzlich darauf geeinigt, die Gespräche wieder aufzunehmen, auch wenn der Ort noch nicht endgültig festgelegt sei. Islamabad wird erneut in Betracht gezogen, während sich auch Genf als aussichtsreicher Standort herauskristallisiert hat. Reuters berichtete, dass die USA seit dem Treffen in Islamabad mit den Vermittlern in Kontakt geblieben sind, wobei Pakistan Nachrichten zwischen Teheran und Washington übermittelt.

US-Beamte sagen, die Gespräche in Islamabad hätten einen Rahmen für künftige Verhandlungen geschaffen. Die Gespräche in Islamabad hätten zwar keinen Durchbruch gebracht, aber Dynamik erzeugt und einen Rahmen für weitere Verhandlungen mit dem Iran geschaffen, berichtete The Atlantic. Es seien einige Fortschritte bei Fragen im Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm erzielt worden, während Geheimdienstanalysen darauf hindeuten, dass der Druck durch entgangene Öleinnahmen die Position Teherans beeinflussen könnte.

Die Associated Press berichtete, dass bereits am Donnerstag eine neue Verhandlungsrunde zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran stattfinden könnte. Reuters berichtete, dass die USA seit dem Treffen in Islamabad in Kontakt mit den Vermittlern geblieben seien, wobei Pakistan Nachrichten zwischen Teheran und Washington übermittle.

Pezeshkian: Der Iran wird nur im Rahmen des Völkerrechts verhandeln

Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian erklärte gegenüber dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, dass „unangemessene“ Forderungen der USA eine Einigung bei den jüngsten Gesprächen in Pakistan verhindert hätten, wie iranische Staatsmedien berichteten. Der Iran halte weiterhin an den Bedingungen des Waffenstillstands fest, werde die Verhandlungen jedoch nur im Rahmen des Völkerrechts fortsetzen.

Er warnte zudem, dass jede Bedrohung der Straße von Hormus weltweit „weitreichende Folgen“ hätte, und bezog sich dabei auf Pläne der USA, eine Blockade zu verhängen. Zuvor hatte ein Sprecher der iranischen Revolutionsgarde erklärt, Teheran könne neue militärische Fähigkeiten offenlegen, sollte der Konflikt andauern, darunter auch das, was er als „neue Formen der Kriegsführung“ bezeichnete.

Hisbollah lehnt Israel-Libanon-Gespräche in Washington ab, während Rubio hinzustößt

Die Hisbollah hat Verhandlungen abgelehnt, sie als „sinnlos“ bezeichnet und den Libanon aufgefordert, sich den israelischen Angriffen entgegenzustellen, während israelische und libanesische Vertreter in Washington zu seltenen direkten Gesprächen zusammenkommen sollen. Laut dem Außenministerium wird US-Außenminister Marco Rubio voraussichtlich an den Gesprächen teilnehmen.

Die libanesische Botschafterin Nada Hamadeh und der israelische Botschafter Yechiel Leiter sollen sich um 11 Uhr Ortszeit (15:00 Uhr GMT) treffen, wobei sich die Gespräche auf einen möglichen Waffenstillstand im Libanon, die Entwaffnung der Hisbollah und ein umfassenderes Friedensabkommen konzentrieren sollen.

US-Vizepräsident sagt, beim Abkommen zur Beendigung des Krieges liege der Ball nun bei Iran

US-Vizepräsident JD Vance erklärt, die USA wären gerne bereit, den von schweren Sanktionen betroffenen Iran „wie ein normales Land“ zu behandeln, sofern dieser nicht nach Atomwaffen strebe. Die Frage ist allerdings, wie oft Iran das noch bestätigen muss, bevor es US-Politiker endlich begreifen.

Die USA, die über mehr als 5.000 Atomsprengköpfe verfügen, geben an, die Bombardierung des Iran eingestellt zu haben, da sie davon ausgehen, dass die Straße von Hormus wieder geöffnet wird.

07 Uhr 00:

Israelischer Angriff beschädigt Krankenhaus im Südlibanon, es wird von Opfern berichtet

Laut der libanesischen Nachrichtenagentur NNA hat ein israelischer Bombenangriff das staatliche Krankenhaus von Tebnin im Südlibanon beschädigt; es wird von Opfern berichtet. Aufnahmen zeigten zerbrochenes Glas, Trümmer und umgestürzte Geräte im Inneren der Einrichtung, wobei auch Schäden an Fahrzeugen außerhalb sichtbar waren.

Der Angriff erfolgte im Rahmen der anhaltenden israelischen Operationen im Südlibanon, bei denen laut libanesischen Behördenangaben seit dem 2. März mehr als 2.000 Menschen getötet wurden.

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