Dieser Zwang ist nur der Anfang: Pistorius will Soldaten für Litauen-Brigade verpflichten

Von Marcus Klöckner – 15. September 2026

Von Freiwilligkeit zum Zwang – es war abzusehen. Noch immer fehlt der deutschen Brigade in Litauen Personal. Nun ist die Katze aus dem Sack. Am Montag hat Verteidigungsminister Boris Pistorius grünes Licht dafür gegeben, dass etwa 500 Soldaten verpflichtend nach Litauen versetzt werden. Mit anderen Worten: Zwangsversetzung an die – wie Politiker es seit geraumer Zeit nennen – „Ostfront“. Der Schritt verdeutlicht: Der Druck im Kessel nimmt zu. Wenn die Regierung weiterhin auf Kurs „Kriegstüchtigkeit“ bleiben will, wird dieser Zwang nur der Anfang sein.

Die Entscheidung des Verteidigungsministers zeigt: Das politische Großprojekt Kriegstüchtigkeit läuft selbst innerhalb der Bundeswehr nicht rund. Die Regierung will angeblich mit der Brigade in Litauen ein Zeichen für die Verteidigungsbereitschaft setzen, doch trotz besserer Konditionen, wie etwa mehr Gehalt, findet der Verteidigungsminister nicht genügend Soldaten, die die „NATO-Ostflanke“ verteidigen wollen. Das hat etwas Blamables. Allerdings: Rund 80 Prozent des notwendigen Personals sind abgedeckt. Die ganz große Blamage ist das nicht. 2.500 Soldaten hatten sich seit Mai 2026 freiwillig gemeldet. Eine Zahl, die zu den bereits vor Ort stationierten Soldaten hinzuzurechnen ist. Insgesamt sollen rund 4.800 Bundeswehrsoldaten in Litauen stationiert werden.

Die Öffentlichkeit wird aber Zeuge einer Entwicklung, die abzusehen war: Die Politik scheut sich nicht davor, bei ihrem Konfrontationskurs mit Russland zum Mittel des Zwangs zu greifen. Dass nun Soldaten für den Dienst in Litauen verpflichtet werden, lässt erahnen: Mit Zwang wird es weitergehen. Noch ist der neue Wehrdienst freiwillig. Aber wird es so bleiben? Noch gilt das Recht auf Kriegsdienstverweigerung. Aber was passiert im Ernstfall? Noch gibt es keine Zwangsrekrutierungen auf offener Straße, wie das in der Ukraine der Fall ist. Aber was ist im Kriegsfall?

Richtig ist: Dass Soldaten an einen bestimmten Standort kommandiert werden, ist nicht ungewöhnlich. Schließlich unterliegen Soldaten den Anweisungen ihres Arbeitgebers, also der Bundeswehr. Von dem einen Zwang zu anderen Zwängen mag es noch eine gewisse Wegstrecke sein, aber unter einer Politik, die immer offener von einem als möglich betrachteten Krieg spricht, sollten alle Frühwarnsysteme anspringen. Die Entscheidung, Soldaten unter Zwang nach Litauen zu schicken, ist kein gutes Zeichen.

[Quelle: NachDenkSeiten]

Waffen für die Emirate

Von German-Foreign-Policy.com – 14. September 2026

Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate bauen ihre Rüstungskooperation aus. Die Emirate binden sich immer enger an Israel und beliefern eine genozidale Miliz im Sudan mit Waffen.

Die Bundesrepublik weitet die Zusammenarbeit mit den Vereinigten Arabischen Emiraten aus und stärkt auch die Rüstungskooperation – trotz der Waffenlieferungen der Emirate an eine genozidale Miliz im Sudan. Wie vergangene Woche beim Besuch des emiratischen Präsidenten Muhammad bin Zayed al Nahyan in Berlin bekannt wurde, wollen emiratische Unternehmen rund 40 Milliarden Euro in Deutschland investieren und dabei nicht nur mit Energiekonzernen kooperieren, sondern auch High-Tech-Rechenzentren errichten. Zudem ist eine Kooperation etwa beim Bau von Drohnen und in der Drohnenabwehr geplant. Die Intensivierung der Zusammenarbeit ist geostrategisch von Bedeutung, da die Emirate in den vergangenen Jahren immer schärfer in Konflikt mit Saudi-Arabien geraten sind und sich zugleich immer stärker Israel angenähert haben. Im Irankrieg flogen sie zeitweise eigene Luftangriffe auf das Nachbarland und verteidigten sich unter anderem mit israelischen Abwehrsystemen. Im Sudan haben sie die Rapid Support Forces, die Zehntausende Schwarze aus rassistischen Motiven ermordet haben, mit Waffen versorgt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erklärt zu der Kooperation, man müsse „nicht in allem einer Meinung sein“.

Saudisch-emiratische Differenzen

Die Vereinigten Arabischen Emirate, die noch vor wenigen Jahren eng mit Saudi-Arabien kooperierten, sind zuletzt immer mehr in Konflikte mit ihrem weitaus größeren Nachbarland geraten. 2021 teilte Riad mit, man werde Staatsaufträge künftig nur noch an Unternehmen vergeben, die ihren regionalen Hauptsitz in Saudi-Arabien haben. Dies führte zum Abzug von Firmenzentralen aus den Emiraten. Saudi-Arabien baut mit Riyadh Air eine Fluggesellschaft auf, die mit Emirates konkurrieren und Dubai die Position des größten Drehkreuzes in der Region streitig machen soll. Ende April kündigte umgekehrt Abu Dhabi seine Mitgliedschaft in dem für Riad sehr wichtigen Erdölkartell OPEC auf; Ziel sei, so hieß es zur Begründung, die eigenen Erdölexporte über die OPEC-Förderquoten hinaus zu erhöhen, um künftig die Einnahmen aus der Ausfuhr des Rohstoffs steigern zu können.[1] Differenzen taten sich auch in der Außenpolitik auf. Im Jemen etwa unterstützen die Emirate Separatisten im Süden des Landes, während Saudi-Arabien auf die – schwache – offizielle Regierung setzt. Als Abu Dhabi Ende 2025 einen Eroberungszug der Separatisten unterstützte, bombardierte Riad eine emiratische Lieferung von Militärfahrzeugen in den Jemen.[2] Die Spannungen zwischen beiden Staaten dauern unverändert an.

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Machtkampf in der Ukraine

Generalstaatsanwalt erhebt Anklage wegen Korruption gegen den Chef der Antikorruptionsbehörde NABU

Von Thomas Röper – 14. September 2026

Neues Kapitel im Machtkampf in der und um die Ukraine: Am Montag hat der unter Korruptionsverdacht stehende Generalstaatsanwalt Anklage gegen den Chef der Antikorruptionsbehörde erhoben – und ist in der gleichen Nacht aus der Ukraine geflohen.

Der Machtkampf in der und um die Ukraine ist in meinen Augen derzeit eines der wichtigsten Themen überhaupt und weil die deutschen Medien komplett alles verschweigen, was in den letzten Wochen in Kiew passiert ist, halte ich es für besonders wichtig, darüber zu berichten. Daher war er sowohl Thema eines großen Artikels, den ich erst heute Morgen veröffentlicht habe und er war Thema im Anti-Spiegel-Podcast.

Sollten Sie das Thema nicht kennen, empfehle ich zum Verständnis dringend, meinen Artikel über den „Katschka-Kos-Plan“ zu lesen, den ich heuten morgen veröffentlicht habe, da ich hier nicht alles wiederholen kann. Daher gebe ich hier nur eine sehr kurze Zusammenfassung.

Bei dem Machtkampf, der zwischen der EU und Selensky tobt, geht es um nicht weniger als um die Kontrolle über die Ukraine. Den Machtkampf tragen Selensky und die EU über die ukrainischen Antikorruptionsbehörden Nationales Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) und Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP), die beide unter der Kontrolle des Westens stehen, einerseits, und den Selensky direkt unterstellten Behörden Generalstaatsanwaltschaft und Geheimdienst SBU andererseits aus.

Seit Anfang 2025 ermittelt das NABU wegen Korruption gegen Selensky und sein engstes Umfeld. Um diese Ermittlungen zu stören, sind der SBU und die Generalstaatsanwaltschaft immer wieder gegen das NABU und die SAP vorgegangen. Der Machtkampf dominiert die ukrainische Politik seit fast zwei Jahren und in der Zeit hat das NABU mehrmals mitgeschnittene Gespräche und anderes Material veröffentlicht, das beweist, dass Leute aus Selenskys engstem Umfeld in Korruptionsfällen hunderte Millionen Euro unterschlagen haben.

Diese vom NABU beschuldigten langjährigen Freunde Selenskys wurden angeklagt, einige konnten ihrer Verhaftung durch Flucht aus der Ukraine entgehen und leben nun ungestört in Ländern des Westens oder in Israel, andere hatten nicht so viel Glück und wurden verhaftet. Von letzteren wurden die meisten nach der Anklageerhebung gegen hohe Kautionen unter Auflagen entlassen, einige sitzen in Untersuchungshaft.

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Wahlen in Russland

Von Stefano di Lorenzo – 14. September 2026

Die politischen Diskussionen im russischen Fernsehen sind oft sehr emotional und hören sich – wenn man die russische Sprache nicht versteht – schon fast wie Streit an. Von einer wie von den westlichen Medien gemeldeten „einheitlichen“ Meinung, weil nur noch diese eine erlaubt sei, ist keine Spur. (Screenshot)

Vom 18. bis zum 20. September finden in Russland Parlamentswahlen statt. Es werden 450 Abgeordnete gewählt, davon 225 über Parteilisten und die restlichen 225 über Einmandatswahlkreise, jeweils einer für jeden der 225 föderalen Wahlkreise Russlands.

Politik in Russland ist nicht nur eine Demonstration von Stärke und der Aufbau von Allianzen mit der Außenwelt. Bis vor kurzem ging es vielmehr in erster Linie um Entscheidungen, die interne Fragen betrafen, welche sich unmittelbar auf die Lebensqualität der russischen Bürger auswirkten. Während die meisten Russen zustimmen würden, dass Russland heute – insbesondere in materieller Hinsicht – ein besserer Ort ist als vor 20 oder 30 Jahren, gibt es viele innenpolitische Themen, die Gegenstand von Debatten sind, allen voran Einwanderung, Demografie und die Rentenreform.

Dennoch hat sich die russische Gesellschaft angesichts des andauernden Krieges in der Ukraine konsolidiert. Selbst unter vielen Russen, die sich bis 2022 als „liberal“ oder sogar als „europhil“ betrachtet hätten. Eine gemeinsame Gefahr eint die Gesellschaft. Die Menschen mögen sich der Probleme bewusst sein, mit denen das Land konfrontiert ist. Doch aufgrund des außergewöhnlichen Kriegszustands sind sie sich einig, dass dies nicht der richtige Zeitpunkt ist, um die russische Regierung zu kritisieren: Die Interessen Russlands als Großmacht stehen an erster Stelle, der Rest kann warten.

An den Duma-Wahlen am Wochenende nehmen mehrere Parteien teil: „Einiges Russland“, die größte Partei und Regierungspartei, die Kommunistische Partei der Russischen Föderation, traditionell die größte Oppositionspartei, die Liberaldemokraten (LDPR), „Gerechtes Russland“ sowie die 2020 gegründete Partei „Neue Menschen“ und die patriotische Partei „Vaterland“, um nur die größten zu nennen, die im Jahr 2021 Sitze in der Duma errungen haben. Vertreter aller großen Parteien, aber auch kleinerer Parteien, diskutierten vom 31. August bis zum 11. September in Fernsehdebatten über verschiedene Themen. Jede Debatte war einem bestimmten Thema gewidmet, zum Beispiel „Bildung“ und „Gesundheitswesen“, aber auch „Verteidigung traditioneller Werte“, „Demografie“ und natürlich dem Krieg in der Ukraine. Für die russische Zeitung „Kommersant“ brachten diese Debatten jedoch, von wenigen Ausnahmen abgesehen, kaum Neues: „Nach Ansicht der von uns befragten Experten blieben die Parlamentsparteien unter sich, konzentrierten sich auf ihre großen Namen und führten Wahlkampf, um ihre Stammwählerschaft zu halten“.

Den wohl aufsehenerregenden Moment der Debatten lieferte der kommunistische Kandidat Nikolai Bondarenko, der während seines Auftritts in einer von dem bekannten Moderator Wladimir Solowjow moderierten Abenddebatte „Einiges Russland“ scharf kritisierte. Bondarenko ist in Russland eine umstrittene Persönlichkeit, und ihm selbst wurde die Kandidatur untersagt, offiziell wegen „Zurschaustellung verbotener Symbole“.

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Der „Katschka-Kos-Plan“, oder wie die EU die totale Kontrolle über die Ukraine übernehmen will

Von Thomas Röper – 14. September 2026

Die EU will die totale Kontrolle über die Ukraine übernehmen, aber Selensky wehrt sich. In diesem Artikel erfahren Sie, was in der Ukraine derzeit passiert und warum diese Geschichte ein Paradebeispiel ist, das anschaulich erklärt, wie der Westen heutzutage Macht ausübt.

In den letzten Monaten habe ich viel über den aktuellen Machtkampf in der Ukraine geschrieben, wobei man korrekterweise „Machtkampf um die Ukraine“ sagen müsste. Deutsche Medien haben lediglich über einen Aspekt der Ereignisse berichtet, nämlich über die Entlassung des ukrainischen Verteidigungsministers Fjodorow, die dem Westen überhaupt nicht gefallen hat. Von den Korruptionsskandalen im Selenskys engstem Umfeld, die das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) inzwischen – inklusive abgehörter Gespräche als Beweise und spektakulärer Verhaftungen – fast schon im Wochentakt veröffentlicht, erfährt das deutsche Publikum hingegen nichts.

Da all diese Zusammenhänge für einen deutschen Leser oft nur schwer verständlich sind, weil man die handelnden Personen, Organisationen und Behörden in der Ukraine nicht kennt, und weil deren Namen für deutsche Ohren ungewohnt klingen, will ich in diesem Artikel erklären, worum es bei all dem eigentlich geht.

Das liebe Geld

Vor einer Woche habe ich die Chronologie des Streits veröffentlicht, der zwischen der EU und Selensky tobt, bei Interesse können Sie das zum Verständnis hier nachlesen. In dem Artikel habe ich die Chronologie mit den Ereignissen vom Sommer 2025 begonnen, was kein Zufall ist.

Im Februar 2024 hat die EU die „Ukraine Facility“ ins Leben gerufen. Das ist ein Fonds, in den die EU-Kommission Geld einzahlen will und an dem sich private Investoren beteiligen sollen. Insgesamt soll der Fonds 50 Milliarden zusammenbringen, die – so heißt es offiziell – von 2024 bis 2027 zum Wiederaufbau und zur Modernisierung der Ukraine benutzt werden sollen. In Wahrheit geht es darum nicht, es geht einzig und allein darum, die Ukraine weiter zu bewaffnen und im Krieg gegen Russland zu verheizen, wie wir gleich sehen werden.

Als eines der Ziele der „Ukraine Facility“ nennt die EU, „die Ukraine zu unterstützen, die Reformen umzusetzen, die sie auf dem Weg in die EU braucht“. Das ist ein entscheidender Punkt, wie wir gleich sehen werden, denn die Reformen haben kein geringeres Ziel, als der EU die totale Kontrolle über die Ukraine zu geben.

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US-Zwischenwahlen: Vor Ablauf der Frist für die Briefwahl verschärft Trump seine Angriffe

Von Patrick Martin – 14. September 2026

Die Trump-Regierung verstärkt ihre Bemühungen, die Zwischenwahlen am 3. November zu stören, indem sie gleich mehrere Rechtsmittel beim Obersten Gerichtshof der USA einlegt. Auch werden Einwanderungsbeamte und andere Bundespolizisten an den Wahllokalen eingesetzt, und Trump ruft seine Anhänger dazu auf, bei der Wahl so viel wie möglich zu betrügen (to „cheat“).

Der Oberste Gerichtshof wird voraussichtlich noch diese Woche über die Klagen gegen Trumps im März erlassene Anordnung entscheiden, mit die Regeln für den US-Postdienst (USPS) im Umgang mit Briefwahlstimmen geändert werden. Im vergangenen Monat hob das Gericht eine Anordnung wieder auf, die ein Bezirksgericht gegen Trump und den USPS erlassen hatte, mit der Begründung, dass die neuen USPS-Regeln nicht offiziell eingeführt seien, weshalb die Regierungen der Bundesstaaten dagegen nicht klagen könnten.

Innerhalb weniger Tage erließ die USPS jedoch die entsprechenden Regeln. Seither sind bereits in mehreren Fällen Wahlumschläge der Landes- und Kommunalbehörden mit der Begründung zurückgewiesen worden, dass sie den erforderlichen Standards nicht entsprächen. Sofort hat dieselbe Bezirksrichterin eine neue einstweilige Verfügung dagegen erlassen, um die neuen Vorschriften zu blockieren, und das Berufungsgericht des Ersten Bezirks hat ihre Anordnung bereits bestätigt. Doch noch vor Entscheidung des Berufungsgerichts hat das Justizministerium an das Oberste Gericht appelliert.

Der Zeitpunkt einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs könnte durchaus mit der vom Bundesgesetz auf den 19. September festgelegten Frist zusammenfallen, bis zu der die Bundesstaaten Briefwahlunterlagen an im Ausland stationierte Soldaten, die wählen möchten, versenden müssen. Der Postdienst USPS hat die Arbeiten am Online-Portal, über das die Bundesstaaten laut Trumps Präsidialerlass die Listen registrierter Wähler zur Überprüfung einreichen sollen, noch gar nicht abgeschlossen.

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„Es wurden Fehler gemacht“

Die Berichterstattung der New York Times zum „Krieg gegen den Terror“

Von Andre Damon – 14. September 2026

Das Gebäude der New York Times 2010 [Photo by Jleon / CC BY-SA 3.0]

Ein Vierteljahrhundert nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sind die Ereignisse jenes Tages für viele Menschen aus der Erinnerung in die Geschichte übergegangen. Etwa jeder dritte heute lebende Amerikaner wurde nach den Anschlägen geboren.

Damit hat sich die Aufgabe der Apologeten des amerikanischen Imperialismus von Propaganda zu historischem Revisionismus gewandelt. Die Redaktion der New York Times, die für die Demokratische Partei spricht, hat sich dieser schmutzigen Aufgabe angenommen. „An diesem 25. Jahrestag … fordern wir, dass Amerika sich den Fehlern stellt, die es begangen hat“, schreibt sie in ihrem Leitartikel vom vergangenen Freitag.

Als „Fehler“ nennt sie den Einmarsch im Irak 2003, die Folter von Gefangenen und die massenhafte Überwachung von Bürgern der USA ohne richterliche Anordnung, die „eindeutig zu weit gegangen ist“. „Das wichtigste Vermächtnis der amerikanischen Reaktion“, schreibt die New York Times, sind „zwei lange, blutige Kriege (von denen einer, im Irak, unter falschen Vorwänden begonnen wurde), die die Vereinigten Staaten im In- und Ausland größtenteils geschwächt haben.“

Die Times bezeichnet „Amerika“ als Urheber dieser „Fehler“, um bestimmte Akteure von jeder Verantwortung freizusprechen. Da alles auf die Nation als Ganzes zurückgeführt wird, kann niemandem die Verantwortung zugewiesen werden, geschweige denn eine strafrechtliche Haftung.

Der Spruch „Es wurden Fehler gemacht“ wurde von Präsident Ronald Reagan in seiner Rede zur Lage der Nation am 27. Januar 1987 verwendet, um den Iran-Contra-Skandal zu vertuschen – den geheimen Verkauf von Waffen an den Iran zur Finanzierung der nicaraguanischen Contras. Die Contras, eine von der CIA organisierte und bewaffnete Truppe gegen die sandinistische Regierung in Nicaragua, töteten, folterten und entführten Zivilisten, wie Americas Watch 1984 und 1985 dokumentierte. Der Internationale Gerichtshof entschied am 27. Juni 1986, dass die Vereinigten Staaten durch diese Bewaffnung und Finanzierung gegen das Völkerrecht verstoßen hatten.

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25 Jahre seit den Terroranschlägen vom 11. September

Von Patrick Martin – 12. September 2026

Gestern jährte sich zum 25. Mal der 11. September 2001, an dem bei den Terroranschlägen in den Vereinigten Staaten fast 3.000 Menschen ums Leben kamen. Neunzehn Männer, davon fünfzehn aus Saudi-Arabien, entführten vier Passagierflugzeuge und flogen zwei davon in die Zwillingstürme des World Trade Centers in New York City, eines ins Pentagon und eines auf ein Feld in Pennsylvania, nachdem sich die Passagiere gegen sie gewehrt hatten. Es war die höchste Zahl gewaltsamer Todesfälle an einem einzigen Tag in Amerika seit dem Bürgerkrieg.

Die World Socialist Web Site schrieb am 13. September 2001 in einer Analyse:

Die World Socialist Website verurteilt unzweideutig die Terroranschläge auf das World Trade Center und das Pentagon. Die Täter, die vier Passagierflugzeuge entführten und in fliegende Bomben verwandelten, haben sich des Massenmords schuldig gemacht. Auf der Grundlage einer solchen wahllosen, brutalen Vernichtung von Menschenleben kann nichts gesellschaftlich Progressives geschaffen werden.

Hinter diesen terroristischen Mordtaten steht eine tödliche Mischung aus demoralisiertem Pessimismus, religiösem und ultra-nationalistischem Obskurantismus und, auch das muss gesagt werden, übelstem politischen Opportunismus. Terroristische Organisationen gehen in ihrer Taktik – ungeachtet ihrer anti-amerikanischen Rhetorik – davon aus, dass willkürliche Akte grauenhafter Gewalt die herrschende Klasse in den USA zu einer Änderung ihrer Politik zwingen werden. Sie hoffen also letztlich auf einen Deal mit Washington.

Wie immer sie auch gerechtfertigt werden mag, die Methode des Terrorismus ist von Grund auf reaktionär. Weit davon entfernt, dem imperialistischen Militarismus schwere Schläge zu versetzen, spielt der Terrorismus denjenigen Kräften innerhalb des US-Establishments in die Hände, die solche Ereignisse begierig aufgreifen, um zu rechtfertigen, dass die herrschende Elite ihre geopolitischen und ökonomischen Interessen mit den Mitteln des Krieges verfolgt. Er untergräbt das Bemühen um die internationale Einheit der Arbeiterklasse und erschwert die Aufklärung der amerikanischen Bevölkerung über die Geschichte und Politik, die den Hintergrund zu den heutigen Entwicklungen im Nahen Osten bildet.

Alle nachfolgenden Ereignisse bestätigten diese Analyse. Diese Aussage ist zusammen mit vielen anderen in einer Sonderseite über die Berichterstattung der WSWS zum 11. September, dessen Ursprünge und Folgen enthalten.

Der Anschlag wurde sofort als das größte „Versagen“ des US-Geheimdienstapparats in der Geschichte des Landes bezeichnet. Doch trotz der flächendeckenden Medienberichterstattung, der Untersuchung durch die 9/11-Kommission und unzähliger Anhörungen im Kongress weiß die amerikanische Bevölkerung heute kaum mehr über die Organisation dieses Verbrechens als am Tag nach dem Anschlag.

Zudem wurde keine einzige Person entlassen, degradiert oder in irgendeiner Weise für diese Katastrophe zur Verantwortung gezogen. Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 verloren mehrere Admirale der Marine und rangniedrigere Offiziere ihren Posten. Nichts dergleichen folgte auf den 11. September.

Stattdessen gab es eine anhaltende und systematische Vertuschung, mit der Behauptung, die Geheimdienste hätten es versäumt, „die Zusammenhänge zu erkennen.“ Dieser Satz wurde zu einer Allzweckerklärung für das Unerklärliche. Die US-Sicherheitsbehörden ließen bekannte Al-Qaida-Mitglieder ins Land einreisen, Flugschulen besuchen, wo sie das Fliegen von Passagierflugzeugen erlernten, und Teams aus vier oder fünf bewaffneten Männern organisieren, die am selben Morgen vier Passagierflugzeuge bestiegen, die von Boston und Washington D.C. abflogen.

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Folgenreiches Täuschungsmanöver (2 Teile)

Von Daniela Wolter – 11./12. September 2026

25 Jahre nach dem 11. September 2001 wird klar: Die unter rätselhaften Umständen eingestürzten Türme waren der Startschuss zu einer neuen Ära der Kriege.

Das Folgende haben viele von uns schon unzählige Male gehört, gesehen oder gelesen. Die meisten der Leser hier – wenn nicht gar alle – auf jeden Fall. Dennoch sollten wir nicht aufhören, Fragen zu stellen und auf Ungereimtheiten aufmerksam zu machen, die seitdem ignoriert und übergangen werden. Denn in deutschen Schulen wird unseren Kindern noch immer erzählt, dass Osama bin Laden und sein Terrornetzwerk al-Qaida für die Anschläge des 11. September 2001 verantwortlich sind. Dieser Tage jährt sich dieses folgenschwere Ereignis zum 25. Mal. Doch es ist wichtiger denn je, darüber zu sprechen, damit auch der Letzte begreift, dass wir in maßgeblichen Dingen dieser Welt hinters Licht geführt werden. Die politisch und wirtschaftlich erschaffenen Strukturen, in denen wir leben, sind nicht dazu geschaffen, uns zu dienen, sondern denen, die daraus Geld und Macht schöpfen, während sie sich immer mehr aneignen, was ihnen nicht zusteht, und wir zunehmend unserer Lebensgrundlagen beraubt werden. Zudem können wir die Geschichte der Kriege des 21. Jahrhunderts nicht verstehen, wenn wir keine Idee davon haben, was damals, kurz nach dem 11. September, beschlossen wurde: 7 Staaten in 5 Jahren zu erobern. Der folgende Text entstand auf der Basis von Exklusivauszügen aus dem Buch der Autorin „Erzählungen aus dem 21. Jahrhundert 9/11, seine Folgen und 7 Staaten in 25 Jahren“. Die ganze Geschichte ist allerdings weitaus umfassender als das, was hier angerissen werden kann.

9/11 – Der Fall der Türme

Seit April 1973 ragten die 110 Stockwerke der beiden etwa 420 m hohen Gebäude in die Skyline von Lower Manhattan in New York City. Banken, Versicherer und andere Finanzdienstleister hatten hier ihren Sitz. Große Unternehmen machten ihre Geschäfte im Welthandelszentrum. Bis am 11. September 2001 unter bis heute ungeklärten Umständen zwei Flugzeuge in die Twin Towers des World Trade Centers rasten, um das Schicksal der Welt in eine neue Bahn zu lenken.

Es war 8.46 Uhr Eastern Standard Time, als Flug 11 der American Airlines an diesem Dienstagmorgen in den Nordturm flog. Der Tag hatte gerade begonnen, und der umtriebige Big Apple ahnte noch nicht, dass sich gerade ein weltgeschichtlich folgenschweres Ereignis mitten in sein Herz gebohrt hatte und das Leben im nächsten Moment nicht mehr so sein würde wie eben zuvor. Zu diesem Zeitpunkt dachten noch viele Menschen an einen Unfall. Doch die Meinung änderte sich schlagartig, als um 9.03 Uhr ein weiteres Flugzeug in den Südturm einschlug: Flug 175 der United Airlines. Es dauerte nur 56 Minuten, bis WTC 2 sich ergab und schließlich um 9.59 Uhr mit einem lauten Tosen in sich zusammenfiel. Eine knappe halbe Stunde später lag auch WTC 1 darnieder.

[Teil 1 – hier weiterlesen]

[Zu Teil 2]

Nie wieder Frieden

Von Rainer Rupp – 11. September 2026

25 Jahre nach 9/11 wechseln sich weitere Vertuschungsversuche mit Ereignissen ab, die ein wenig Hoffnung auf Aufklärung machen.

Am 11. September jährt sich der größte Terroranschlag in der Geschichte der USA zum 25. Mal. An diesem Tag wurden knapp dreitausend unschuldige Menschen ermordet. Zudem starben viele weitere, mutige Menschen, zum Beispiel von der New Yorker Feuerwehr, bei ihren Versuchen, in dem apokalyptischen Chaos der zusammenbrechenden Türme des World Trade Centers zu helfen. Aber trotz dieses nur schwer vorstellbaren, infernalen Ereignisses ist dieser Massenmord inmitten einer US-Metropole kein einziges Mal richtig untersucht worden.

Kein einziges Mal im vergangenen Vierteljahrhundert wurde akribisch ermittelt, kein einziges Mal wurde untersucht, weshalb die gigantischen Stahlträger der Türme an den tragenden Stellen wie Butter in der Sommerhitze geschmolzen sind. Stattdessen wurden die Reste der Stahlträger sorgfältig aus dem Schutt geborgen und unter Bewachung in ein asiatisches Land als Schrott verschifft. Auffällig war die Dringlichkeit, mit der diese Operation durchgeführt wurde, was natürlich die Frage aufwirft, ob damit verhindert werden sollte, dass neugierige Materialwissenschaftler die Bruchstellen untersuchen konnten.

Der riesige Berg von Schutt, den das Mauerwerk der Türme hinterlassen hat, war nicht so schnell zu entsorgen. So konnte nicht verhindert werden, dass umfangreiche Proben von dem zu Staub umgewandelten Beton der Türme gesammelt und an interessierte Materialwissenschaftler rund um die Welt verschickt wurden. Und in diesem Staub wurden Spurenelemente von einer Mischung aus Chemikalien gefunden, mit denen ein hochmoderner, extrem starker Sprengstoff hergestellt wird, der in der Regel beim Militär benutzt wird.

In dieser staubigen Hinterlassenschaft der 9/11-Türme wurde der Beweis für die bereits unmittelbar nach dem Anschlag gemachte Feststellung von Augenzeugen, dass die Türme nicht durch die Flugzeuge, die in die oberen Stockwerke gerast waren, zum Einsturz gebracht wurden, sondern durch fachmännisch kontrollierte Explosionen, die sicherstellten, dass die Türme nicht zur Seite kippten, sondern in sich selbst zusammenbrachen. Diese Behauptung wurde auch durch das umfangreich vorhandene Videomaterial untermauert, das in Zeitlupe zeigt, wie in schneller Reihenfolge in den darunter liegenden Etagen simultan die Fenster nach außen geblasen wurden. Das weist laut Experten zweifellos auf Explosionen hin. Dadurch sei der beobachtete Zusammenbruch der Türme – ohne Stottern oder sonstige Unterbrechungen – überhaupt erst möglich geworden, argumentieren kritische Statiker und Architekten.

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