Iran-Krieg: Trump will Irans Kapitulation

USA und Israel unterstreichen Forderung mit Bombenhagel auf Teheran. Massaker an Schulkindern wohl durch US-Militär

Von Lars Lange – 7. März 2026

Die USA kündigten an, nichts unterhalb der »bedingungslosen Kapitulation« zu akzeptieren (Teheran, 5.03.2026)

Seit dem Beginn der Angriffe auf Iran vor einer Woche hat das US-Zentralkommando nach eigenen Angaben mehr als 2.000 Ziele im Iran getroffen. Israel meldete Militärschläge gegen Hunderte weitere. Das unabhängige Konfliktverfolgungsprojekt ­Airwars bezeichnete die Angriffe als die intensivste US-Bombardierungskampagne im Nahen Osten seit mehr als einem Jahrzehnt.

Am Donnerstag veröffentlichten die USA Aufnahmen ihrer F-15-E-Kampfjets, die jeweils mit vier GBU-31-»Bunker-Buster«-Bomben bestückt waren. Dabei handelt es sich um Waffen, die darauf ausgelegt sind, bis zu zwei Meter Stahlbeton, wie er in Bunkerwänden verwendet wird, zu durchschlagen, bevor sie detonieren. Die Verwendung in dicht besiedelten Gebieten ist verheerend. Israel gab zudem an, am Freitag mit 50 Kampfflugzeugen und hundert Geschossen einen Großangriff auf die Bunkerstruktur unter dem Regierungsviertel der iranischen Hauptstadt durchgeführt zu haben. Aufnahmen zeigten riesige Rauchschwaden über Teheran. Bei zurückliegenden Angriffen war bereits der Golestan-Palast in Teheran – ein UNESCO-Weltkulturerbe aus dem 16. Jahrhundert – beschädigt worden.

Zeitgleich meldete Reuters am Freitag unter Berufung auf US-Militärermittler, dass die US-Streitkräfte wahrscheinlich für den Angriff auf die Mädchenschule in der südiranischen Stadt Mindab verantwortlich seien. Eine New-York-Times-Recherche vom Vortag hatte in dieselbe Richtung gewiesen. Bei der Attacke am vergangenen Sonnabend waren nach Angaben aus Teheran 150 Schulkinder getötet worden. Ungeachtet dessen verkündete US-Präsident Donald Trump am Freitag, er werde keine Verhandlungen akzeptieren, so lange es seitens Irans keine »bedingungslose Kapitulation« gebe.

Zerstört Trump die Vormacht der USA? Teil 2: „Die USA könnten den Golf verlieren“

von Anti-Spiegel – 7. März 2026

In den USA werden die Stimmen lauter, die vor den Folgen von Trumps Iran-Krieg warnen. Der Council on Foreign Relations warnt sogar, die USA könnten ihren Einfluss im Nahen Osten komplett verlieren.

Bei Foreign Policy, dem Journal des mächtigen US-Thinktanks Council on Foreign Relations, ist ein Artikel erschienen, den ich übersetzt habe, weil er gut erklärt, welche Folgen Trumps Krieg im Nahen Osten für die USA haben könnte und warum die USA Gefahr laufen, ihre Dominanz im Nahen Osten zu verlieren. […]

Die USA könnten den Golf verlieren

Irans Angriffe auf seine Nachbarn erinnern daran, dass die USA sie nicht schützen können.

Irans Bombardierungen seiner Nachbarn am Golf haben diese unaufhaltsam in einen Krieg hineingezogen, den sie verzweifelt zu vermeiden gehofft hatten. Der mögliche Kriegseintritt der Vereinigten Arabischen Emirate, Katars und Saudi-Arabiens an der Seite Israels und der USA istt die erste umfassende Manifestation der amerikanischen Ambitionen für die seit Jahrzehnten von ihnen gelenkte Ordnung im Nahen Osten. Washington hat stets von einer arabisch-israelischen Zusammenarbeit gegen den Iran geträumt, ohne die Palästinafrage zu lösen. Nun ist es soweit. Es wäre eine bittere Ironie, wenn Amerikas Nahostpolitik ihren Höhepunkt erreicht, während die gesamte Region in den Abgrund stürzt. Doch dieser Tag könnte kommen. Die Golfstaaten können nicht länger glauben, dass die USA sie vor existenziellen Bedrohungen schützen können oder wollen. Und selbst wenn sie gezwungen sind, offen mit Israel in dessen Krieg zu kooperieren, werden sie es zunehmend als Bedrohung und nicht als potenziellen Verbündeten betrachten.

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Sind die Ukraine-Verhandlungen mit Beginn des Iran-Krieges gestorben?

Von Wladimir Kostyrew (übersetzt und eingeleitet von Thomas Röper) – 7. März 2026

Seit die USA und Israel den Iran angegriffen haben, sind die Ukraine-Verhandlungen, die eigentlich Anfang März weitergehen sollten, kein Thema mehr. Es werden weder mögliche Daten noch Verhandlungsorte genannt. Wie geht es mit der Ukraine weiter?

Die Wirkung des Iran-Krieges auf die Ukraine werden sicher demnächst ein wichtiges Thema werden, denn weil die USA nun all ihre Luftabwehrkapazitäten am Golf brauchen und sogar die Europäer darüber nachdenken, mit der ihr verbliebenen Luftabwehr zu helfen, dürfte Kiew sehr bald ein sehr massives Problem bekommen. Um Trump zu gefallen, will die Ukraine sogar Experten für Drohnenabwehr an den Golf schicken, die sie eigentlich selbst dringend braucht, weil die USA festgestellt haben, dass sie mit der Abwehr der iranischen Drohnen komplett überfordert sind.

Ein russischer Experte hat für die TASS einen Artikel über die Perspektiven der Ukraine-Verhandlungen geschrieben, den ich übersetzt habe. […]

„Kein Datum, kein Ort“: Welches Schicksal erwartet die Ukraine-Gespräche?

Wladimir Kostyrew über die möglichen Auswirkungen der Verschiebung einer neuen Runde diplomatischer Kontakte zwischen Moskau, Kiew und Washington und der Eskalation im Nahen Osten.

Am Nachmittag des 5. März fasste Igor Kostjukow, Chef der Hauptverwaltung für Nachrichtendienst des Generalstabs der russischen Streitkräfte, das Ergebnis der zweiwöchigen Wartezeit auf eine neue Runde der Gespräche zur Lösung des Konflikts zwischen Russland, den USA und der Ukraine zusammen: „Es bisher kein Datum und keinen Ort.“ Diese kurze Aussage verschleiert bedeutende Veränderungen sowohl in der Atmosphäre der Gespräche selbst als auch in der internationalen Lage.

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Zerstört Trump die Vormacht der USA? Teil 1: Billionen Dollar an Investitionen sind in Gefahr

Von Eliot Brown, Georgi Kantchev und Lauren Thomas (übersetzt und eingeleitet von Thomas Röper) – 7. März 2026

Das Wall Street Journal hat am Freitag einen viel zitierten Artikel darüber veröffentlicht, wie Trumps Iran-Krieg Billionen Dollar an Investitionen gefährdet, weil die Golfstaaten ihre Gelder aus den USA abziehen könnten.

Trumps Iran-Krieg läuft nicht nach Plan.

Das Wall Street Journal hat am Freitag einen Artikel veröffentlicht, dessen Aussagen, Trumps Iran-Krieg gefährde Billionen Dollar an Investitionen, weil die Golfstaaten ihre Gelder aus den USA abziehen könnten, von vielen zitiert wurden. Weil er jedoch nur in Auszügen zitiert wurde, habe ich den Artikel zur Information komplett übersetzt. […]

Die Billionen-Investitionen aus dem Golf in den USA stehen auf dem Spiel

Die Unruhen in der Region drohen die immer enger werdenden Wirtschaftsbeziehungen zu den USA zu gefährden.

Kurzfassung: Der Konflikt im Persischen Golf belastet die Finanzbeziehungen zwischen den USA und den wohlhabenden Golfstaaten, die Billionen an US-Investitionen zugesagt hatten.

Im vergangenen Jahr sagten die reichsten Länder des Persischen Golfs Billionen von Dollar an Investitionen in die USA zu, um Präsident Trump zu gefallen und die Beziehungen zu stärken.

Heute steht diese enge finanzielle Zusammenarbeit plötzlich unter Druck.

„Wer hat Ihnen die Befugnis gegeben, unsere Region in einen Krieg hineinzuziehen?“, fragte der prominente Geschäftsmann Khalaf Al Habtoor aus Dubai Trump am Donnerstag in einem Beitrag auf X. Der Präsident, so Al Habtoor, habe die Golfstaaten „in eine Gefahr gebracht, die sie sich nicht ausgesucht haben“.

Während der Iran auf die US-Angriffe mit Raketen- und Drohnenangriffen auf seine arabischen Golfnachbarn reagiert, droht die Aussicht auf anhaltende Unruhen in den energiereichen Staaten die enge wirtschaftliche Beziehung zu belasten.

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Israel weitet Krieg gegen Iran aus und ordnet Massenvertreibungen im Libanon an

Von Jean Shaoul – 7. März 2026

Nur wenige Tage nachdem Israel gemeinsam mit den USA einen unprovozierten und völkerrechtswidrigen Angriff auf den Iran begonnen hat, hat es eine zweite Front eröffnet und die Hisbollah im Libanon angegriffen. Damit signalisiert es die Verwandlung des Kriegs in einen regionalen Flächenbrand.

Israelische Kampfflugzeuge flogen mehr als 250 Angriffe auf die südlichen Vororte von Beirut, den Ostteil des Libanon und die südlichen Küstenstädte Tyr und Sidon. Dabei wurden mindestens 75 Menschen getötet, darunter der Vorsitzende der Hisbollah-Parlamentsfraktion, Mohammed Raad, und einige hochrangige Kommandeure der Hisbollah. Mehr als 400 Menschen wurden verwundet.

Laut dem Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, wurden in Tyros drei Sanitäter getötet und sechs weitere verletzt, als sie Verletzte nach vorangegangenen Explosionen retteten. Offenbar handelte es sich dabei um einen israelischen „Doppelangriff“.

Israel behauptet, es wolle die Hisbollah zerschlagen, eine mit Teheran verbündete islamistische Gruppe, und damit den verbliebenen Einfluss des Iran im Nahen Osten eliminieren. Die Hisbollah, die von der schiitischen Amal-Partei und den verarmten schiitischen Massen unterstützt wird, entstand in den 1980er-Jahren als Massenbewegung in den blutigen Wirren während des libanesischen Bürgerkriegs, der durch die Beteiligung der USA und die brutale Besetzung des Südens durch Israel angeheizt wurde.

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Massenmord im Indischen Ozean: Die Versenkung der IRIS Dena

Von David North – 7. März 2026

Die IRIS Dena wird von einem US-amerikanischen U-Boot torpediert.

Die Versenkung der iranischen Fregatte IRIS Dena durch die US-Marine im Indischen Ozean am 4. März 2026 ist ein Kriegsverbrechen. Trotz aller „kriegerischen“ Prahlereien des offensichtlich geistesgestörten „Kriegsministers“ wird dieser Vorfall in die Geschichte der Seefahrt als ebenso feiger wie grausamer Akt eingehen. Dieses Verbrechen reiht sich ein in den Abschuss eines iranischen Passagierflugzeugs durch das amerikanische Kriegsschiff USS Vincennes im Jahr 1988, bei dem 290 unschuldige Menschen getötet wurden. Tatsächlich bedeutet die Zerstörung des iranischen Schiffes sowohl in der Methode als auch in der Ausführung in größerem Maßstab eine Fortsetzung der jüngsten gezielten Tötungen wehrloser Fischer in den Gewässern vor der Küste Lateinamerikas.

In diesem Fall schlich sich ein U-Boot der mächtigsten Militärmacht der Welt an ein isoliertes Schiff heran, das für niemanden eine Bedrohung darstellte; es gab keine Warnung ab, bot keine Gelegenheit zur Kapitulation und schickte mehr als 140 Seeleute auf den Grund des Indischen Ozeans. Pete Hegseth, ein christlicher Faschist, der glaubt, er sei ein Instrument des Weltuntergangs, betrat anschließend das Podium im Pentagon und prahlte mit dem Abschuss.

Die Trump-Regierung hat kein einziges Wort der Rechtfertigung gefunden. Sie hat nicht versucht, die rechtliche Grundlage für diese Morde zu identifizieren. Sie hat keine Selbstverteidigung geltend gemacht. Sie hat nicht behauptet, die IRIS Dena sei an feindlichen Aktionen beteiligt gewesen. Sie hat keine Verhältnismäßigkeit, keine militärische Notwendigkeit und keine unmittelbare Bedrohung geltend gemacht. Sie hat nichts vorgebracht – weil sie nicht glaubt, dass irgendetwas erforderlich sei. So viel zu der „regelbasierten Ordnung“, über die die USA seit drei Jahrzehnten alle belehren. An ihre Stelle ist der unverhüllte Anspruch getreten, dass die Vereinigten Staaten töten dürfen, wen sie wollen, wo sie wollen, wann sie wollen, und dass der Akt des Tötens selbst schon eine ausreichende Rechtfertigung sei. „Stiller Tod“ nannte es Hegseth.

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„Ein Angriff auf den Iran ist ein Angriff auf die BRICS und die multipolare Welt“

Gespräch mit Mohammad Marandi. Interview: Marco Fernandes – 7. März 2026

Nach Auffassung von Mohammad Marandi, Professor für englische Literatur an der Universität Teheran und politischer Analyst, versuchen die USA verzweifelt, ihr Imperium zu erhalten. Das brasilianische Onlineportal Brasil de Fato sprach mit ihm über die aktuellen Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA, die jüngsten Proteste im Land, das politische System im Iran sowie die Folgen der jahrzehntelangen Sanktionen und die dennoch erreichten Errungenschaften für die Bevölkerung und die Entwicklung des Landes. Das Gespräch führte Marco Fernandes am 11. Februar, also noch vor den aktuellen Ereignissen.

Kurz nach der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Frau Cilia Flores Anfang des Jahres richtete das Weiße Haus seine „Regime Change“-Maschinerie auf eine weitere Energiemacht: den Iran.

Die Islamische Revolution war schon immer ein Dorn im Auge der USA und insbesondere Israels. Teheran ist der größte Unterstützer der palästinensischen Sache weltweit und in der Praxis das größte Hindernis für das zionistische Projekt „Groß-Israel”, das die Vertreibung oder Auslöschung des palästinensischen Volkes aus seinem Land voraussetzt. Aus diesem Grund gehörte der Sturz der iranischen Revolutionsregierung zu den Prioritäten Washingtons und Tel Avivs.

Wie Kuba war auch der Iran seit der Revolution, die die Diktatur von Schah Reza Pahlevi stürzte, Ziel harter Sanktionen des Westens, die in mehreren Wellen verhängt wurden. Diese Sanktionen haben der Wirtschaft und der Bevölkerung des Landes unermesslichen Schaden zugefügt und wurden seit Oktober 2025 durch eine neue Runde von Sanktionen verschärft, die über die UNO verhängt wurden.

Erschwerend kommt hinzu, dass die USA eingeräumt haben, in den letzten Monaten finanzielle Angriffe durchgeführt zu haben, um die iranische Währung abzuwerten, was einen enormen wirtschaftlichen Druck verursacht hat. Dieser löste zunächst legitime und friedliche Proteste der Bevölkerung aus. Nach einigen Tagen wurden diese Proteste jedoch von Kräften infiltriert, die von den USA und Israel organisiert wurden – wie beide Länder öffentlich zugegeben haben. Dies führte zu Zerstörungen und Todesfällen auf den Straßen des Landes und wurde von den iranischen Sicherheitskräften hart unterdrückt. Am 12. Januar fanden massenhafte Straßendemonstrationen zur Unterstützung der Regierung statt.

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7. Tag im Angriffskrieg gegen den Iran (Ticker 20:00 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 6. März 2026

Hauptgewinner des Krieges ist bisher Russland auf Grund der sich entwickelnden Energiekrise. Ansonsten entwickelt sich bisher alles, wie vom Iran im Fall eines Angriffs auf das Land gewarnt und von Experten und Analysten befürchtet.

Zunächst ein Rückblick auf die vorgestrige Versenkung eines iranischen Schiffes durch ein US-U-Boot. Ein iranisches Kriegsschiff wurde eingeladen, unbewaffnet an einer indischen Marineübung gemeinsam mit den Vereinigten Staaten teilzunehmen. Die Seeleute wurden an Land willkommen geheißen und dem Präsidenten als Zeichen der Kooperation vorgeführt. Doch im letzten Moment zogen sich die Vereinigten Staaten abrupt aus der Übung zurück, nur um dann das Schiff, neben dem sie eben noch gestanden hatten, zu torpedieren. Was folgte, war noch viel grausamer. Nach dem Angriff auf ein unbewaffnetes Schiff weigerten sich die USA, die ins Meer geworfenen Seeleute zu retten und überließen sie dem Ertrinken. Auch die grausame Bergung der Leichen wurde der sri-lankischen Marine überlassen. Ein Hinterhalt unter dem Deckmantel der Diplomatie, gefolgt von der kalten Weigerung, die Ertrinkenden zu retten und den Sterbenden auch nur die grundlegendste Menschlichkeit entgegenzubringen. Selbst deutsche U-Boote hatten sich im 2. Weltkrieg anders verhalten, wenn es die Situation zuließ.

Derweil erklärte US-Senator Lindsey Graham, was Deutsche ähnlich auch schon einmal hörten: „Dies ist ein Religionskrieg, und wir werden den Kurs des Nahen Ostens für tausend Jahre bestimmen“.

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US-Imperialismus führt Vernichtungskrieg gegen Iran

Redaktion der WSWS – 6. März 2026

Bombardierung Teherans durch US-amerikanische und israelische Streitkräfte am 4. März 2026


Mit Beginn des sechsten Kriegstages hat der Angriff der USA und Israels auf den Iran immer offener den Charakter eines Vernichtungskriegs angenommen.

Am Mittwoch wurde in internationalen Gewässern mehr als 3.000 Kilometer von der iranischen Küste entfernt ein iranisches Schiff versenkt. Dies ist einer der jüngsten Akte in einer Zerstörungskampagne ohne rechtliche oder geografische Schranken. An Bord befanden sich 180 Menschen und die sri-lankische Marine rettete 32 von ihnen, was bedeutet, dass 148 Menschen getötet wurden.

In den ersten Tagen des Krieges ermordeten die Vereinigten Staaten und Israel einen großen Teil der iranischen Führung, darunter Ayatollah Ali Chamenei. Teheran und andere Städte wurden im Zuge wiederholter Luftangriffe aggressiv bombardiert. Krankenhäuser wurden getroffen, ebenso eine Grundschule für Mädchen in Minab, wobei über 150 Kinder getötet wurden. Insgesamt liegt die Zahl der Todesopfer bereits bei deutlich über 1.000 Menschen.

In den Medien wird immer wieder die Behauptung verbreitet, dass Trump „keine Strategie“ habe. Das ist eine Lüge. Es gibt eine Strategie: die Auslöschung des Iran als Staat und eine Terrorkampagne gegen die Bevölkerung. Die von den Vereinigten Staaten und Israel in Gaza entwickelten Methoden werden nun von einer Enklave mit zwei Millionen Einwohnern auf ein Land mit mehr als 90 Millionen Einwohnern übertragen und entsprechend potenziert.

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Der Iran greift das Nervensystem der amerikanischen Machtprojektion an

Von Elena Fritz/Global Affairs – 6. März 2026

Wer die aktuelle Eskalation im Nahen Osten verstehen will, muss zunächst einen Schritt zurücktreten. In unseren, westlichen Medien dominiert weiterhin ein vertrautes Narrativ: Die USA und Israel greifen iranische militärische Fähigkeiten an, während Teheran mit Raketen und Drohnen reagiert. Die Schlussfolgerung lautet dann meist: Der Iran werde militärisch zurückgeworfen.

Doch diese Perspektive übersieht einen entscheidenden Punkt. Die iranische Strategie zielt offenbar nicht primär auf den direkten militärischen Schlagabtausch. Teheran versucht vielmehr, die strukturellen Schwachstellen der amerikanischen Militärarchitektur im Nahen Osten freizulegen.

Genau hier liegt der strategische Kern der aktuellen Operationen.
Denn moderne Militärsysteme funktionieren längst nicht mehr als einzelne Waffenplattformen. Sie sind komplexe Netzwerke aus Sensoren, Kommunikationssystemen und Abfangkapazitäten. Raketenabwehrsysteme etwa sind ohne ihre Radare und Frühwarnsensoren weitgehend blind. Werden diese Komponenten beschädigt oder zerstört, verliert das gesamte System seine operative Wirksamkeit.

Vor diesem Hintergrund erscheint die iranische Vorgehensweise deutlich rationaler, als sie oft dargestellt wird. Teheran konzentriert seine Angriffe zunehmend auf die sensorische und infrastrukturelle Ebene der amerikanischen Militärpräsenz. Dazu gehören insbesondere:

▪️ Frühwarnsysteme und strategische Radare
▪️ Kommunikations- und Datenübertragungszentren
▪️ Sensorik der Raketenabwehrsysteme
▪️ Infrastruktur amerikanischer Militärbasen

Diese Anlagen bilden das technologische Rückgrat der amerikanischen Militärmacht in der Region. Ohne sie verlieren selbst hochentwickelte Systeme wie Patriot einen erheblichen Teil ihrer Wirksamkeit. Die operative Logik lässt sich daher relativ nüchtern beschreiben:
Iran versucht nicht, die amerikanische Raketenabwehr zu überlasten. Iran versucht, sie blind zu machen.

Das ist eine klassische asymmetrische Strategie. Sie zielt darauf ab, die Kostenstruktur eines technologisch überlegenen Gegners zu verändern. Während iranische Raketen und Drohnen vergleichsweise günstig produziert werden können, ist die Infrastruktur moderner Raketenabwehr extrem teuer und nur schwer kurzfristig zu ersetzen.
Ein strategisches Radar oder ein komplexes Kommunikationszentrum lässt sich nicht einfach über Nacht wieder aufbauen. Wird diese Infrastruktur beschädigt, entsteht eine längerfristige operative Lücke.

⚡️ Wenn Militärbasen zum Sicherheitsrisiko werden
Ein zweiter, oft übersehener Effekt betrifft die Rolle amerikanischer Militärbasen im Nahen Osten. Über Jahrzehnte wurde die Präsenz amerikanischer Streitkräfte als Garant regionaler Stabilität dargestellt. In einer Eskalationssituation kann sich diese Logik jedoch umkehren.

Militärbasen sind nicht nur Instrumente der Machtprojektion. Sie sind auch hochwertige strategische Ziele. Das bedeutet: Staaten, die amerikanische Militärinfrastruktur beherbergen, geraten im Konfliktfall automatisch in die Rolle eines potenziellen Zielraums – selbst wenn sie selbst gar nicht aktiv an den Kampfhandlungen beteiligt sind.

Diese strategische Realität betrifft nicht nur den Nahen Osten. Sie hat auch unmittelbare Bedeutung für Europa.

Denn auch in zahlreichen europäischen Staaten befinden sich amerikanische Militärbasen, Raketenabwehrsysteme und logistische Knotenpunkte.

Die zentrale Frage lautet daher:
Sind solche Strukturen im Ernstfall Schutz – oder werden sie selbst zum Risiko?