Die EU stellt für Russland eine weitaus glaubwürdigere Bedrohung dar als umgekehrt

Von Andrew Korybko – 16. März 2026

Sollten die USA die Optimierung des militärisch-industriellen Komplexes, der militärischen Logistik und anderer verteidigungsrelevanter Angelegenheiten der EU mit dem Ziel überwachen, die entsprechenden Fähigkeiten Russlands „in den Schatten zu stellen“, könnte die Herausforderung, der sich Russland an seiner Westgrenze gegenübersieht, derjenigen vom Juni 1941 gleichen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow bekräftigte in einem kürzlich geführten Interview die seit langem verfolgte russische Politik, als er seinem Gesprächspartner sagte: „Wir werden keinen Teil Europas angreifen. Wir haben absolut keinen Grund dazu. Und sollte Europa beschließen, seine Drohungen wahrzumachen, sich auf einen Krieg gegen uns vorzubereiten und Russland anzugreifen, so sagte der Präsident, dass es sich unsererseits nicht um eine spezielle Militäroperation handeln werde, sondern um eine umfassende militärische Reaktion mit allen verfügbaren militärischen Mitteln gemäß den diesbezüglichen Doktrin-Dokumenten.“

Um dies näher zu erläutern: Russland hatte nie Pläne, durch eine Invasion der baltischen Staaten und/oder Polens einen Dritten Weltkrieg zu riskieren, da deren feindselige Bevölkerung auch bei einer Besetzung eine anhaltende Sicherheitsbedrohung darstellen würde. Alle gegenteiligen Behauptungen spiegeln lediglich das wider, was man als Trauma aus den dunkleren Phasen ihrer gemeinsamen Geschichte mit Russland bezeichnen kann, wobei die Einzelheiten dazu den Rahmen dieser Analyse sprengen würden. Es genügt zu wissen, dass Behauptungen über einen militanten russischen Revanchismus ihnen gegenüber jeglicher Grundlage entbehren.

Davon abgesehen besteht kein Zweifel daran, dass Polen und die übrigen europäischen NATO-Verbündeten generell eine ernstzunehmende Sicherheitsbedrohung für Russland darstellen; doch die Art dieser Bedrohung verändert sich, und der von Natur aus vorsichtige Putin wird keinen Erstschlag genehmigen, da er damit riskieren würde, den Dritten Weltkrieg auszulösen. Vor der Entwicklung von Hyperschallraketen durch Russland untergrub die US-Raketenabwehrinfrastruktur in Polen Russlands nukleare Zweitschlagfähigkeiten, doch die genannten Waffen haben seitdem die strategische Parität wiederhergestellt, indem sie diese Bedrohung neutralisiert haben.

Die jüngste von Polen ausgehende Bedrohung für Russland betrifft dessen beispiellosen militärischen Aufbau, der dazu geführt hat, dass das Land mit über 215.000 Soldaten die größte Armee der EU stellt, mit Plänen, bis 2030 300.000 und bis 2039 eine halbe Million zu erreichen (davon 200.000 Reservisten). „Deutschland konkurriert mit Polen um die Führung bei der Eindämmung Russlands“, während die EU im vergangenen Jahr den 800 Milliarden Euro schweren „ReArm Europe Plan“ verkündete, und all diese Reserven werden aufgrund des „militärischen Schengen“ rasch die russisch-weißrussische Grenze erreichen.

Dies bezieht sich auf das Anfang 2024 geschlossene Abkommen zwischen den Niederlanden, Deutschland und Polen, das den Transport von Truppen und Ausrüstung über ihre Grenzen hinweg erleichtern soll; Belgien und Frankreich sollen ebenfalls beitreten. Auch die Ostflanke der NATO wird rasch militarisiert, nicht nur durch eine Verdopplung der Rüstungsbeschaffungen und der Rekrutierungszahlen, sondern auch in Bezug auf die physische Infrastruktur. Die „EU-Verteidigungslinie“, die die „baltische Verteidigungslinie“ und Polens „Ostschild“ verbindet, entwickelt sich rasch zu einem neuen Eisernen Vorhang.

Besonders alarmierend ist, dass in der Nationalen Verteidigungsstrategie von Trump 2.0 festgestellt wird, dass „die europäische NATO Russland in Bezug auf Wirtschaftsleistung, Bevölkerung und damit latente Militärmacht in den Schatten stellt“ – all dies müsse lediglich richtig gesteuert werden, um Russland so effektiv wie möglich in Schach zu halten. Obwohl Russland das „logistische Wettrennen“ oder den „Zermürbungskrieg“ mit der NATO in der Ukraine gewinnt, wird es zunehmend schwieriger werden, seinen Vorsprung zu halten, und die potenzielle „Überlegenheit“ der EU hinsichtlich ihrer Fähigkeiten könnte im Falle eines Konflikts zu einer existenziellen Bedrohung werden.

Vor diesem Hintergrund deutete Lawrow nachdrücklich an, dass Russland im Falle einer hypothetischen Invasion durch die EU mit Atomwaffen reagieren würde. Sollten die USA die Optimierung des militärisch-industriellen Komplexes der EU, der militärischen Logistik und anderer verteidigungsrelevanter Angelegenheiten überwachen, könnte die zukünftige mögliche Herausforderung Russlands an seiner Westgrenze derjenigen vom Juni 1941 gleichen. Anders als damals ist Russland heute eine Atommacht, und dies könnte der einzige Faktor sein, der die EU davon abhält, in Russland einzumarschieren.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Trump plant Einmarsch von Bodentruppen im Iran

Redaktion der WSWS – 15. März 2026

Ein junges Paar, ein Mann und eine Frau, läuft in Teheran an einem Wandbild vorbei. Dieses zeigt eine Karikatur der US-Flagge: Totenköpfe statt Sterne.

Auf einer Pressekonferenz im Pentagon am Freitagmorgen äußerte US-Kriegsminister Pete Hegseth eine gefährliche Drohung. In Bezug auf die Straße von Hormus – die Wasserstraße, durch die ein Fünftel des weltweiten Ölhandels verläuft und die der Iran seit Kriegsbeginn faktisch geschlossen hat – sagte Hegseth: „Wir haben für jede Option einen Plan. Wir arbeiten mit unseren Partnern in den anderen Behörden zusammen. Wir werden nicht zulassen, dass diese Meerenge umkämpft bleibt oder dass dort der Fluss von Handelsgütern stockt.“, die Hegseths gesamtes Auftreten in diesem verbrecherischen Krieg kennzeichnet, kann nur eines bedeuten: Die Trump-Regierung bereitet die nächste und schlimmste Eskalationsstufe vor – eine Invasion mit US-Bodentruppen, um iranisches Territorium entlang der Straße von Hormus zu erobern.

Hegseth bedient sich einer Sprache, wie sie kein amerikanischer Kriegsminister (bzw. Verteidigungsminister) je zuvor in der Öffentlichkeit verwendet hat. „Kein Pardon, keine Gnade für unsere Feinde“, bellte er nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach, wie eine Art Kriegsparole. Er schwor, den Feind zu jagen und zu töten, „ohne Entschuldigung, ohne Zögern, ohne Gnade“. Er verhöhnte „dumme Einsatzregeln“ und machte sich über Europäer lustig, die sich „an die Brust schlagen“. Er sprach von dem neuen Obersten Führer des Iran, der selbst verwundet und nach der Ermordung seines Vaters Ajatollah Khamenei eingesetzt wurde, als jemandem, der sich „unter die Erde verkriecht“, und fügte hinzu: „So verhalten sich Ratten.“ Er versprach „Tod und Zerstörung vom Himmel, den ganzen Tag lang“.

Das ist die Sprache der Nazis. Es ist die Sprache eines Regimes, das sich an Gewalt berauscht, das Leben seiner Opfer für unwert hält und die Bevölkerung auf Verbrechen von noch weit größerem Ausmaß vorbereitet. Wenn der selbsternannte „Kriegsminister“ offen damit prahlt, der Krieg werde „ohne Gnade“ geführt – eine Formulierung, die nach dem humanitären Völkerrecht eine Aufforderung zu Kriegsverbrechen darstellt –, dann beschreibt er nicht nur, was bereits geschehen ist. Er kündigt an, was noch kommen soll.

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Oscar-Verleihung in angespannter internationaler Lage

Von David Walsh – 15. März 2026

In der Nacht von Sonntag auf Montag findet im Dolby Theatre in Los Angeles die 98. Verleihung der Academy Awards (Oscar) statt. In 24 Kategorien werden Preise vergeben. Angesichts der Geschichte und Bedeutung des Filmschaffens in den USA hat die Oscar-Verleihung weiterhin politische und kulturelle Bedeutung, auch wenn die Zuschauerzahlen in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen sind.

Wie üblich gibt es zahlreiche Spekulationen und Prognosen darüber, welcher der häufiger nominierten Filme – One Battle After Another, Blood & Sinners, Sentimental Value, Marty Supreme oder Frankenstein – die Verleihung der Preise dominieren wird.

Paul Thomas Andersons durchwachsener Film One Battle After Another enthält eindrucksvolle Szenen, die den Kurs des amerikanischen Establishments in Richtung brutale autoritäre Herrschaftsformen offenlegen und das Militär und die Einwanderungs-Gestapo ICE anprangern. Hauptsächlich deshalb hat er beträchtliche Aufmerksamkeit und Interesse geweckt. The Secret Agent aus Brasilien befasst sich mit Diktatur und Faschismus. Bugonia zeigt – zumindest bevor der Film aus dem Ruder läuft – Sequenzen, die auf das Elend und die Verzweiflung eines Großteils der amerikanischen Bevölkerung hinweisen.

Andererseits äußert sich der Hollywood-typische, starke Einfluss von Identitätspolitik in der Rekordzahl von Nominierungen für Blood & Sinners und in der Unterstützung für Marty Supreme. Zudem gibt es immer ein Publikum für Dramen voller Selbstbezogenheit und sogar Selbstmitleid, die eine Abkehr von der Welt propagieren und behaupten, alles würde vom Privatleben oder familiären Beziehungen abhängen. Dazu gehören etwa Sentimental Values und Hamnet (man könnte noch If I Had Legs I’d Kick You hinzufügen, für den Rose Byrne nominiert ist). Der visuell fesselnde Film Frankenstein weist ebenfalls Elemente dieser Tendenz auf, während F1 nur aus Bombast und Lärm und Song Sung Blue weitgehend aus Trivialitäten besteht. Train Dreams ist undurchsichtig, düster und ziellos, mit bedauerlichen Anklängen an Terrence Malick und Heidegger aus zweiter Hand, ein wirrer „Kunstfilm“, wie der französische Sirāt, der in der Kategorie „bester internationaler Film“ nominiert ist.

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„Russiagate 2.0“ könnte versuchen, Dugin fälschlicherweise als Strippenzieher der MAGA-Dissidenten hinzustellen

Von Andrew Korybko – 15. März 2026

Die möglicherweise bevorstehenden FARA-Anklagen gegen Tucker Carlson wegen seiner Kontakte zum Iran könnten sich zu Russiagate 2.0 entwickeln, wenn die kürzlich wiederbelebten Spekulationen über den Einfluss des russischen Philosophen Alexander Dugin vom „Deep State“ zu diesem Zweck ausgenutzt und Beweise gefälscht werden, um ihn zu belasten.

Tucker Carlson gab bekannt, dass er von den angeblichen Plänen der CIA gehört habe, ihn wegen seiner Kontakte zum Iran unter dem „Foreign Agents Registration Act“ (FARA) anzuklagen; den iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian hatte er letzten Sommer kurz nach dem Ende des Zwölf-Tage-Kriegs interviewt. Seine Erzfeindin Laura Loomer, die eine enge Beraterin Trumps ist und bei einer Medienveranstaltung in Indien, an der sie kürzlich teilnahm, sogar eine Erklärung von ihm verlas, beanspruchte auf X präventiv die Lorbeeren, falls dies geschehen sollte.

In einem separaten Beitrag gab sie bekannt: „Ich habe eine Liste konservativer Influencer erstellt, von denen ich glaube, dass sie Geld aus dem Iran, Russland und Katar annehmen. Ich habe meine Beweise beigefügt. Wie ich dem Justizministerium mitteilte, ist Tucker Carlson nicht die einzige Person, die wahrscheinlich gegen das FARA verstößt. All diese Verräter verdienen eine Gefängnisstrafe.“ In einem anderen Beitrag prahlte sie damit, das FBI und das Weiße Haus direkt über ihre Bedenken informiert zu haben. Sollte Tucker unter dem FARA angeklagt werden, was nicht ausgeschlossen werden kann, könnte sich dies zu einem „Russiagate 2.0“ ausweiten.

Das liegt nicht nur daran, dass er Anfang 2024 Putin interviewt hat – was die Biden-Regierung seinen Angaben zufolge zu verhindern versuchte –, sondern auch am Tenet-Medienskandal später im selben Jahr, der hier und hier analysiert wurde. Kurz gesagt behauptete das Justizministerium, Russland habe diese konservative Influencer-Agentur bezahlt, um sie dazu zu ermutigen, weiterhin Inhalte zu produzieren, obwohl die Influencer selbst behaupten, davon nichts gewusst zu haben. Dies schafft den Präzedenzfall für „Russiagate 2.0“, falls der „Deep State“ dies wünscht.

In der Zeit dazwischen haben einige konservative Persönlichkeiten die Spekulationen des letzten Jahrzehnts über den Einfluss des russischen Philosophen Alexander Dugin wiederbelebt und insbesondere behauptet, er sei der Drahtzieher hinter MAGA-Dissidenten wie Tucker, Candace Owens und Marjorie Taylor Green und anderen. Tucker interviewte Dugin während seiner Reise nach Moskau, und Dugin hat Tucker und die genannten Dissidenten gelobt, worauf Loomer kürzlich aufmerksam gemacht hat. Der angebliche Beweis für eine Absprache besteht darin, dass sie ähnliche Kritik an Trump 2.0 äußern.

Das ist kein stichhaltiger Grund für die Behauptung, er sei ihr Strippenzieher, ebenso wenig wie Dugins berühmtes Buch „Die Grundlagen der Geopolitik“ aus dem Jahr 1997, in dem vorgeschlagen wird, den Westen durch die Verschärfung innenpolitischer Differenzen zu untergraben, da sie alle einfach nur aus ihren eigenen Gründen Trump 2.0 ablehnen. Während Dugin ein russischer Nationalist ist, neigen die MAGA-Dissidenten eher zum Linksextremismus, Islamismus und/oder „Dritte-Welt-Denken“, auch wenn sie sich selbst nicht als Anhänger dieser Ideologien bezeichnen, die denen von MAGA entgegenstehen.

Dennoch könnte der „Deep State“ weiterhin versuchen, die Spekulationen über Dugins Einfluss voranzutreiben, die von einigen konservativen Persönlichkeiten und Loomer selbst wiederbelebt wurden – worauf die Gegner der MAGA-Dissidenten aufgrund ihrer Abneigung gegen diese Leute und ihrer Überzeugung, dass Trump 2.0 so etwas nicht aushecken würde, hereinfallen könnten. Der Zweck dieses Komplotts des „Deep State“ wäre es, die laufenden Gespräche über eine russisch-amerikanische „Neue Entspannungspolitik“ zu sabotieren und aus ihrer Sicht im Idealfall Trump dazu zu bringen, die Unterstützung der USA für die Ukraine zu verdoppeln.

In der Vorstellung einiger Amerikaner gleicht Dugin Rasputin, er kritisiert „Trump 2.0“ auf X scharf und hat in der Vergangenheit tatsächlich MAGA-Dissidenten gelobt, sodass viele MAGA-Anhänger zu der irrigen Annahme verleitet werden könnten, er sei tatsächlich der Drahtzieher hinter der Opposition gegen Trump. Das wäre bedauerlich, da es den Interessen der US-amerikanischen Bevölkerung tatsächlich dient, die hier und hier erläuterte geplante Annäherung an Russland zu vollenden. Eine Vereitelung ihrer „New Détente“ würde Trump 2.0 daher weitaus stärker untergraben, als es die MAGA-Dissidenten tun.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Welche langfristigen Folgen der Iran-Krieg auf die globalen Energiemärkte haben dürfte

Von Nikolaj Gaponenko (übersetzt und eingeleitet von Thomas Röper) – 15. März 2026

Der Iran-Krieg hat gezeigt, wie verwundbar Seetransporte sind. Das werden die Player der weltweiten Energiemärkte berücksichtigen, und es dürfte überall, wo es möglich ist, zu einer Wiedergeburt der Pipelineprojekte führen.

Der Iran-Krieg bestätigt auf spektakuläre Weise die Kritik an der Politik der EU von Leuten wie mir, die immer wieder auf die Gefahren hingewiesen haben, die der Umstieg von russischem Pipelinegas auf LNG-Lieferungen per Tanker mit sich bringt. Das wurde als russische Propaganda bezeichnet, dabei stehen dahinter handfeste Argumente, die man im in der EU herrschenden anti-russischen Wahn nicht sehen will.

Pipelines haben gegenüber Tankern gleich mehrere Vorteile: Man kann sie nicht einfach umleiten, der Transport ist billiger und auch noch umweltfreundlicher. Und auch die Preise sind stabiler und niedriger.

Der Grund für die niedrigeren Preise ist neben der Tatsache, dass der Transport über Pipelines billiger ist als mit Tankern, bei denen Gas für viel Geld und mit hohem Energieaufwand erst verflüssigt und gekühlt, und dann wieder vergast werden muss, dass Pipelinetransporte zu langfristigen Verträgen abgewickelt werden, die stabile Preise und stabile Lieferungen garantieren, während das Gas auf Tankern über kurzfristige Bestellungen geordert wird, bei denen die Preise von den Launen der Märkte abhängen.

Hätte Europa heute noch das russische Pipelinegas, würde es – zumindest beim Gas – von dem Krieg im Nahen Osten gar nichts merken. Aber die EU hat in ihrer Weisheit anders entschieden und sich damit schon in „normalen Zeiten“ dem Risiko von Preisschwankungen und den Launen der Gasproduzenten ausgesetzt, die ihre Gastanker jederzeit in andere Regionen der Welt umleiten können, was bei Pipelines nicht geht. Und nun hat der Iran-Krieg gezeigt, dass die EU sich auch noch den Launen der internationalen Politik ausgesetzt hat, die die Energiemärkte durcheinander bringen können.

Ein russischer Energieexperte hat vor einigen Tagen in einem Artikel für die TASS erklärt, welche langfristigen Veränderungen auf den weltweiten Energiemärkten bevorstehen und warum vor allem die EU in der Energiepolitik strategische Fehler gemacht hat. Ich habe den Artikel übersetzt. […]

Es riecht nach Bruch: Warum der Nahostkonflikt nicht auf regionale Erschütterungen beschränkt bleibt

Nikolaj Gaponenko, promovierter Wirtschaftswissenschaftler und außerordentlicher Professor am Institut für Recht und Nationale Sicherheit, über die Transformation des Persischen Golfs zum Epizentrum von Ereignissen, die das gesamte globale Energiesystem grundlegend verändern können, und die damit verbundenen Konsequenzen.

Die Welt tritt in eine neue Energierealität ein. Die aktuelle Krise ist nicht nur ein weiterer Preisschock, sondern ein struktureller Bruch. Die Ära, in der Energie relativ leicht zugänglich und global verfügbar war, weicht einer Ära der Fragmentierung, hoher Risiken und permanenter Volatilität. Der Nahe Osten ist nicht länger nur eine „Region der Instabilität“, er ist zum Epizentrum geworden, in dem sich das Schicksal der Globalisierung entscheidet.

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16. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 14:30 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 15. März 2026

Weiter kein Lebenszeichen von Netanjahu, Tel Aviv leidet wie Teheran unter Raketeneinschlägen, USA bereiten Bodenoffensive vor, Bodenkämpfe deuten sich im Irak an, und die Hisbollah wehrt sich gegen eine Besatzung des Südlibanons, während die libanesische Armee sich noch weigert, einen Bürgerkrieg zur Unterstützung Israels zu beginnen und die Terrorgruppe HTS ebenfalls noch nicht versucht in den Libanon einzumarschieren.

Was geschah in der letzten Nacht, wie sehen arabische Medien die Entwicklung? In den Nachrichten arabischer Medien wie Al Jazeera wird der anhaltende US-israelische Krieg gegen den Iran seit dem 28. Februar 2026 als Eskalation mit schweren Raketenangriffen beschrieben. Iran hat eine Salve von Raketen auf Israel abgefeuert, wobei Treffer im Zentrum Israels wie in Holon gemeldet wurden, und erklärt zusätzliche Angriffe auf US-Basen im Irak und Kuwait. Gleichzeitig haben US- und israelische Streitkräfte Ziele in der zentralen Provinz Isfahan mit Raketen beschossen, wobei mindestens 15 Zivilisten getötet wurden. Arabische Quellen berichten außerdem von iranischen Vergeltungsschlägen auf Golfstaaten wie Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate, darunter Brände in der großen Ölanlage Fujairah in den VAE. Damit macht der Iran seine Warnung wahr, alle US-Interessen in den Ländern anzugreifen, welche den Krieg durch Bereitstellung von Militärbasen oder Überflugrechten möglich gemacht haben.

Die Zivilbevölkerung im Iran leidet stark, mit mindestens 1.444 Toten und über 18.000 Verletzten seit Beginn der Angriffe, wie das iranische Gesundheitsministerium angibt. Opferzahlen in Israel unterliegen der Zensur.

Sicht aus China

Chinesische Nachrichtenquellen wie CGTN und Global Times betonen die regionale Ausweitung des Krieges und die diplomatischen Bemühungen Pekings um Deeskalation. Israel erklärt den Konflikt in die „entscheidende Phase“ eingetreten, während Explosionen Städte im gesamten Nahen Osten erschüttern, einschließlich Angriffen auf die US-Botschaft in Bagdad und die Emirati-Energieanlage Fujairah.

China berichtet von über 15.000 getroffenen Zielen im Iran durch US- und israelische Luftangriffe und warnt vor steigenden Ölpreisen sowie wirtschaftlichen Schocks durch die Blockade der Straße von Hormuz. Die neuen iranischen Vergeltungsschläge, darunter auf israelische Raffinerien in Haifa, werden als Reaktion auf US-israelische Energieinfrastruktur-Angriffe erklärt.

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Warum sehen mehr Russen Polen als Feind an als jedes andere Land?

Von Andrew Korybko – 15. März 2026

Polen ist Russlands ältester Rivale, hat im Laufe des letzten Jahrtausends mehr als zwei Dutzend kriegerische Konflikte mit Russland ausgetragen und macht keinen Hehl aus seiner Absicht, nach dem Ende des Ukraine-Kriegs die regionale Eindämmung Russlands anzuführen.

Notes From Poland“ machte im Januar auf einen Bericht aufmerksam, den das Levada-Zentrum im Auftrag der deutschen Sacharow-Gesellschaft unter dem Titel „Russland und die Welt: Feinde, Konkurrenten, Partner“ erstellt hatte. Unter anderem zeigte sich darin, dass 62 Prozent der Russen Polen als Feind betrachten, ebenso viele wie Litauen. Das winzige Litauen wird in den Köpfen der meisten Russen mit Polen gleichgesetzt, während Großbritannien, das mit 57 Prozent an zweiter Stelle steht, einer der historischen Rivalen Russlands ist; die Platzierung der einzelnen Länder folgt also einer gewissen Logik.

Die von Polen bedarf jedoch einer näheren Betrachtung, da oberflächliche Beobachter überrascht sein könnten, dass so viele Russen es als Feind wahrnehmen. Zunächst einmal ist Polen Russlands ältester Rivale, und ihre Vorgängerstaaten führten im Laufe des vergangenen Jahrtausends mehr als zwei Dutzend kriegerische Konflikte gegeneinander. Die bedeutendsten davon fanden im letzten halben Jahrtausend seit der Gründung des Polnisch-Litauischen Commonwealth im Jahr 1569 statt und umfassten sogar die einzige ausländische Besetzung der russischen Hauptstadt (1610–1612) seit der Mongolenzeit.

In diesem Zusammenhang verwechseln die meisten Russen fälschlicherweise Polen und Litauen, weshalb sie beide Länder gleichermaßen als Feinde wahrnehmen, da sie über 400 Jahre lang (1386–1795) entweder in einer Union oder in einem Commonwealth miteinander verbunden waren. Das historische Gedächtnis ist nur ein Teil des Grundes, warum mehr Russen Polen als Feind betrachten als jedes andere Land (unter Berücksichtigung der oben genannten Beobachtung, dass sie Polen und Litauen fälschlicherweise miteinander vermischen), da auch die aktuelle Geopolitik eine Rolle spielt.

Unter Russen ist es heutzutage allgemein bekannt, dass Polen die Wiederherstellung seines längst verlorenen Großmachtstatus anstrebt. Sie sind sich auch bewusst, dass Polen der wichtigste Partner der USA in Mittel- und Osteuropa ist und dementsprechend eine unersetzliche militärisch-logistische Rolle bei der Fortsetzung des NATO-Stellvertreterkriegs gegen ihr Land über die Ukraine gespielt hat, dem traditionellen Schauplatz der historischen russisch-polnischen Rivalität. Viele erinnern sich daran, dass Polen im Sommer 2020 auch die gescheiterte Farbrevolution gegen den verbündeten belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko unterstützt hat.

Polens beispielloser militärischer Aufbau, der dazu führte, dass das Land nun über die größte Armee der EU und die drittgrößte der NATO hinter den USA und der Türkei verfügt, ist auch vielen Russen bekannt. Viele von ihnen erinnern sich auch daran, dass die unter Bush Jr. begonnenen „Raketenabwehr“-Pläne der USA in Polen, die der Kreml als Vorwand für die heimliche Stationierung von Offensivraketen unter Verletzung früherer Rüstungskontrollabkommen verdächtigte, zu den ersten ernsthaften Spannungen zwischen Russland und den USA seit dem Ende des Kalten Krieges führten.

Dennoch bedeutet die Wahrnehmung der Russen, Polen (und Litauen, das sie fälschlicherweise damit gleichsetzen) als Feind zu betrachten, nicht, dass sie das polnische Volk als ihren Feind ansehen. Als amerikanisch-polnischer Staatsbürger mit doppelter Staatsbürgerschaft (geboren und aufgewachsen in den USA, aber mit polnischer Staatsangehörigkeit durch meinen Vater), der seit zwölfeinhalb Jahren mit meinem polnischen Pass in Moskau lebt, habe ich nie irgendeine Polonophobie seitens der Russen erlebt. Es sind nur einige „nicht-russische Pro-Russen“, die polonophob sind, wie ich hier erklärt habe.

Betrachtet man das Gesamtbild, ist es daher verständlich, warum mehr Russen Polen als Feind wahrnehmen als jedes andere Land (nachdem Litauen den gleichen Platz einnimmt). Polen ist Russlands ältester Rivale, hat im Laufe des letzten Jahrtausends mehr als zwei Dutzend militärische Konflikte mit Russland ausgetragen und macht keinen Hehl aus seiner Absicht, nach dem Ende des Ukraine-Konflikts die regionale Eindämmung Russlands anzuführen. Wie zu erwarten, betrachten auch die Polen Russland als Feind, sodass davon auszugehen ist, dass ihre historische Rivalität noch viele Jahre andauern wird.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Demokratie à la Ukraine: Selensky droht Abgeordneten, die nicht in seinem Sinne abstimmen, mit Einberufung an die Front

Von Thomas Röper – 15. März 2026

Nachdem er selbst in seiner eigenen Fraktion zunehmend die Unterstützung verliert, droht Selensky den Abgeordneten des Parlaments mit Einberufung an die Front, wenn sie nicht für die von ihm geforderten Gesetze stimmen.

Das ukrainische Modell von Demokratie war schon immer sehr speziell. Die Ukraine war seit ihrer Gründung ein hochgradig korrupter Staat, in dem es vollkommen normal war, dass die Vertreter verschiedener Interessensgruppen vor wichtigen Abstimmungen mit Koffern voller Bargeld im Parlament unterwegs waren, um Stimmen von Abgeordneten zu kaufen. In der Ukraine war es immer vollkommen normal, dass viele Politiker ihre Parteizugehörigkeit vor jeder Wahl wechselten und sich der gerade führenden Strömung anschlossen, um im Parlament zu bleiben. Und es war normal, dass Oligarchen den Wahlkampf von Dutzenden Abgeordneten finanzierten, um sie und ihr Abstimmungsverhalten zu kontrollieren.

Nun aber scheint sich im ukrainischen Parlament etwas zu ändern. Nicht zu mehr Demokratie, aber offenbar befürchten immer mehr Abgeordnete eines Tages für ihr Abstimmungsverhalten während des Krieges zur Verantwortung gezogen zu werden, denn mit ihren Maßnahmen sorgen sie nicht nur für den finanziellen und wirtschaftlichen Untergang der Ukraine, sondern auch für ihre Entvölkerung durch die ungeheuren Verluste in dem inzwischen nicht mehr gewinnbaren und daher vollkommen sinnlosen Krieg.

Das ist zumindest meine Interpretation dafür, dass das Parlament sich immer öfter gegen die von Selensky geforderten Gesetze stellt und sich weigert, ihnen zuzustimmen. Das wäre ja noch verständlich, wenn es nur um die Fraktionen anderer Parteien ginge, aber sogar die Fraktion von Selenskys Regierungspartei „Diener des Volker“ verweigert dem Machthaber sogar bei wichtigen Gesetzen immer öfter die Gefolgschaft.

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Wie sind Trump und die US-Politik insgesamt nun zu bewerten?

Von Dmitri Trenin* – 14. März 2026

US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin haben versucht und weitgehend auch erreicht, die diplomatischen Kontakte zwischen den USA und Russland zu öffnen und wieder zu beleben – auch wenn diese im Ukraine-Krieg noch zu keinen konkreten Resultaten geführt haben. Aber welche Auswirkungen hat nun der Angriffskrieg der USA und Israels auf den Iran, einen zumindest wirtschaftlich nahen Verbündeten Russlands, auf die Beziehungen zwischen den USA und Russland? Für Russland ist das keine einfach Situation. (cm)

Trumps historische Aufgabe (nach seiner eigenen Vorstellung) bestand darin, „die Größe der USA wiederherzustellen“ und das Land aus dem Kursverlust zu befreien, in dem es sich in den letzten anderthalb bis zwei Jahrzehnten befand. Ursprünglich wurde diese Aufgabe von Trump und seinen Mitstreitern der MAGA-Bewegung im Sinne einer nationalen Neuausrichtung und notwendiger Selbstbeschränkung interpretiert. Die allgemeine Ausrichtung lautete in etwa wie folgt: weg von der Ideologie des liberalen Globalismus (und des „Wokismus“) hin zu einem sachlichen, pragmatischen Ansatz, weg von der Verteidigung und Förderung der Interessen des amerikanischen Imperiums hin zu einer Hinwendung zum eigenen Land und dessen drängenden Problemen. Diese Ausrichtung beinhaltete die Anerkennung der Vielfalt der Welt und der Existenz mehrerer Großmächte, mit denen die USA verhandeln mussten. Es wurde davon ausgegangen, dass im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Regierung des 47. Präsidenten die USA selbst stehen würden, dann die westliche Hemisphäre und erst danach China und dahinter der Rest der Welt. Als Haupttätigkeitsbereich Washingtons war die Geoökonomie vorgesehen; unter den Sicherheitsproblemen standen illegale Einwanderung und Drogenhandel an erster Stelle. Die Herausforderung durch China wurde als vorwiegend technologischer und wirtschaftlicher Natur betrachtet. Trump versprach eine rasche Beilegung internationaler Konflikte, einschließlich des Ukraine-Konflikts, und positionierte sich als Präsident des Friedens.

Tatsächlich war der Start schwungvoll. Trump startete unverzüglich eine Zolloffensive gegen den Rest der Welt, die angeblich auf Kosten Amerikas „profitierte“; er distanzierte sich ideologisch von Europa; er „wischte“ die iranischen Nuklearanlagen „von der Erde“ und setzte sich aktiv dafür ein, sich selbst den Friedensnobelpreis zuzusprechen. In Richtung Russland stellte er den direkten Kontakt zum Kreml wieder her, wobei er die Pendeldiplomatie seiner Vertrauten einsetzte, und hielt in Anchorage, Alaska, ein kurzes Gipfeltreffen mit Präsident Wladimir Putin ab. Als Ergebnis dieses Treffens entstand eine gewisse amerikanisch-russische Verständigung hinsichtlich der Formel und der Wege zur Beilegung der Ukraine-Krise – was in Russland manchmal als „Geist von Anchorage“ bezeichnet wird.

*Zum Autor: Dmitri Trenin – Direktor des Instituts für Weltmilitärwirtschaft und -strategie der Nationalen Forschungsuniversität „Higher School of Economics“, leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter des IMEMO der Russischen Akademie der Wissenschaften.

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Zum Originalartikel von Dmitri Trenin in russischer Sprache.

Deckerinnerung als Politpraxis

Von Moshe Zuckermann – 14. März 2026


IDF-Selbstdarstellung

Was sich in Israel in den letzten drei Jahren zugetragen hat, wird von der Bevölkerung kaum noch diskutiert. Wie erklärt sich das?

Der Begriff Deckerinnerung stammt aus der Psychoanalyse, besonders aus den Arbeiten von Sigmund Freud. Er beschreibt eine scheinbar unwichtige oder banale Erinnerung aus der Kindheit, die tatsächlich eine andere, emotional bedeutsame oder verdrängte Erinnerung „verdeckt“. Verdeckt werden soll die bedeutsame Erinnerung wegen ihres dem Erinnernden unangenehmen bzw. unerträglichen Inhalts.

Der Begriff lässt sich nicht ohne weiteres auf kollektive Erinnerungen übertragen, und doch kann man Verdeckungspraktiken auch bei Kollektiven nachweisen. In der Soziologie hat sich dafür der Begriff der Ideologie etabliert, welcher in der marxistischen Tradition auch mit dessen negativen Deutung als „falsches Bewusstsein“ einhergehen mag. Dabei kann Ideologie als bewusste, aber auch als eine sich gleichsam „von selbst“ ergebende Manipulation des Bewusstseins wirken; beide sind mit den Kategorien der Rationalisierung, der Schutzbehauptung und der Rechtfertigung verschwistert. Ziel ist dabei das Verdrängen bzw. das Vergessen des Unangenehmen oder auch narzisstisch Kränkenden, wobei Manipulierende und Manipulierte sich wechselseitig beeinflussen.

Denkt man etwa an das erste Jahrzehnt der alten Bundesrepublik, so stach das Beschweigen des Zweiten Weltkriegs, mithin der Shoah, hervor. Sich in der wirtschftswunderlichen Normalität schnell einlebend, konnte man allerlei deckerinnernde Narrative annehmen, sprach bald vom „anderen Deutschland“, apostrophierte die NS-Zeit als geschichtlichen „Betriebsunfall“ oder gab schlicht vor, von nichts gewusst zu haben. Verdeckt wurde dabei, Margarete und Alexander Mitscherlich zufolge, die sogenannte Unfähigkeit (der Deutschen) zu trauern, was – entgegen dem common sense – die Unfähigkeit, sich vom Faschismus zu verabschieden meinte, der bei sehr vielen innerlich noch nachwirkte, äußerlich jedoch illegitim und politisch inakzeptabel war.

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