Die ersten und stärksten Bombardierungen der USA und Israels trafen Irans Hauptstadt Teheran. Tausende von Bewohnern haben deshalb die Stadt verlassen, um irgendwo auf dem Land Unterschlupf zu finden.
Russland hat für den Krieg in der Ukraine auch Drohnen und vielleicht auch andere Waffen aus dem Iran bezogen. Jetzt aber scheinen seine Reaktionen auf den Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran eher zurückhaltend zu sein. Geht es darum, Donald Trump nicht zu sehr zu verärgern? Ein Thema, das Globalbridge beschäftigt. Eine erste kurze Stellungnahme liegt vor: ein Gespräch mit dem russischen Nahost-Experten Artyom Kirpitschenok. (cm)
In den ersten Tagen nach dem jüngsten Angriff der USA und Israels auf den Iran gab es eine Flut von Berichten darüber, dass die Enthauptung der islamischen Regierung im Iran, ähnlich wie die Ereignisse in Syrien und Venezuela, eine außenpolitische Demütigung für Russland darstelle. Kaja Kallas, die Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außenpolitik (die „Außenministerin“der EU), implizierte genau das, in ihrem charakteristisch unverblümten Stil, mit sanfter Stimme und einem unschuldigen Lächeln. Aber der Ton hat sich bereits geändert. Jetzt wird Russland trotz des Verlusts eines Verbündeten im Nahen Osten als einer der ersten Gewinner dieses Konflikts dargestellt, vor allem wegen der Auswirkungen des Krieges auf den globalen Markt für natürliche Ressourcen, über die Russland reichlich verfügt.
Darüber hinaus behauptet eine neue Reihe von Berichten, dass Russland keineswegs passiv zusieht, während ein Verbündeter angegriffen wird: Russlands Geheimdienste sollen möglicherweise Informationen über US-Ziele an den Iran weitergeben. Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran könnte sich als viel schwieriger erweisen, als Netanjahu und das US-Kriegsministerium geplant hatten. Um diesen Krieg aus der Sicht Russlands besser zu verstehen, sprach Globalbridge mit dem russischen Professor und Nahost-Experten Artyom Kirpitschenok vom Zentrum für arabisch-eurasische Studien, einem unabhängigen russisch-ägyptischen Think Tank.
Oder: der wahre Kriegsgrund der Vereinigten Staaten.
Geht es den USA im Konflikt mit dem Iran wirklich um Menschenrechte, Demokratie oder die angebliche Gefahr iranischer Atomwaffen? Oder verbirgt sich hinter der moralischen Rhetorik ein wesentlich nüchterneres strategisches Kalkül? Ein Blick auf die geopolitische Landkarte legt eine andere Interpretation nahe. Der Iran liegt an einer der wichtigsten Schnittstellen Eurasiens – zwischen den Energiezentren des Nahen Ostens, den Rohstoffregionen Zentralasiens und den aufstrebenden Wirtschaftsmächten Asiens. Wer diesen Raum kontrolliert oder politisch schwächt, beeinflusst zugleich die Entwicklung eines ganzen Kontinents. Genau deshalb steht der Iran seit Jahrzehnten im Fokus US-amerikanischer Machtpolitik. Nicht Menschenrechte oder Atomprogramme bilden den eigentlichen Kern des Konflikts, sondern die strategische Rolle des Landes als geopolitischer Schlüsselstaat auf dem eurasischen Schachbrett.
Das Zusammenwachsen Eurasiens versuchen die USA zur Erhaltung einer unipolaren, von ihnen gesteuerten Weltordnung mit allen denkbaren Mitteln zu verhindern.
Der Dritte Golfkrieg verändert die Sichtweise der Golfstaaten auf die Verlässlichkeit der USA grundlegend und veranlasst sie, über die Notwendigkeit nachdenken, mit dem Iran ein regionales Sicherheitsabkommen für die Zeit nach dem Krieg auszuhandeln.Eine realistische Möglichkeit, meint unser Autor.
Reuters berichtete: „Hinter den Kulissen wächst in den arabischen Hauptstädten der Golfstaaten der Unmut darüber, in einen Krieg hineingezogen worden zu sein, den sie weder begonnen noch befürwortet haben, für den sie nun aber wirtschaftlich und militärisch bezahlen.“ Die Agentur fügte hinzu: „Gleichzeitig sagen Analysten, dass der Krieg die Golfstaaten dazu veranlasst hat, sowohl ihre sicherheitspolitische Abhängigkeit von Washington als auch die Aussicht auf eine mögliche Zusammenarbeit mit Teheran bei neuen regionalen Sicherheitsvereinbarungen neu zu bewerten – auch wenn das Vertrauen in den Iran zusammengebrochen ist.“ Das wäre das beste Ergebnis für alle.
Hier wurde zu Beginn des Dritten Golfkriegs, nach Putins Telefonaten mit regionalen Führern, eingeschätzt, dass eines der Ziele, die seine geplante Vermittlung erreichen soll, darin besteht, dass die Golfstaaten die Erlaubnis widerrufen, die sie den USA erteilt haben, ihr Territorium und ihren Luftraum für Angriffe auf den Iran zu nutzen. Ein solcher Schritt würde die USA in das Dilemma stürzen, sich den Golfstaaten zu widersetzen und damit eine Zerrüttung ihrer Beziehungen zu riskieren, oder sich dieser neuen regionalen militärischen Realität anzupassen und dann einen (vielleicht von Russlandvermittelten?) Kompromiss mit dem Iran anzustreben.
So surreal es auch erscheinen mag: Ausgerechnet Lindsey Graham kam letzte Woche zu einem sehr ähnlichen Schluss. Er schrieb auf X: „Warum sollte Amerika ein Verteidigungsabkommen mit einem Land wie dem Königreich Saudi-Arabien schließen, das nicht bereit ist, sich an einem Kampf von gemeinsamem Interesse zu beteiligen? … Hoffentlich werden sich die Länder des Golf-Kooperationsrats stärker engagieren, da dieser Kampf direkt vor ihrer Haustür stattfindet. Wenn ihr jetzt nicht bereit seid, euer Militär einzusetzen, wann seid ihr dann bereit, es einzusetzen? Hoffentlich ändert sich das bald. Wenn nicht, wird das Konsequenzen haben.“
Der Abzug des US-Militärs aus der Golfregion würde drei Probleme auf einmal lösen: Der Iran wäre nicht mehr durch diese Streitkräfte bedroht; die Golfstaaten wären sicherer, da der Iran sie nicht mehr angreifen würde, weil sie diese Streitkräfte beherbergen; und die USA müssten keine Partner verteidigen, die sich als Trittbrettfahrer erwiesen haben. Weit entfernt von dem Sicherheitsvakuum, das Kritiker für die Folge halten, könnten die Golfstaaten und der Iran beginnen, an einem dreistufigen regionalen Sicherheitsplan zu arbeiten, der von ihrem gemeinsamen russischen Partner vermittelt wird.
Das Endziel besteht darin, dass sich die Golfstaaten und der Iran auf das von Russland seit langem vorgeschlagene Konzept der kollektiven Sicherheit für die Region einigen, über das die Leser hier ausführlichere Informationen finden können. Auch Außenminister Sergej Lawrow verwies kürzlich darauf, als er Russlands offizielle Position zum Dritten Golfkrieg darlegte und seine Hoffnungen hinsichtlich der künftigen Entwicklung der Region zum Ausdruck brachte – so unwahrscheinlich dies manchen derzeit auch erscheinen mag. Zuvor sind jedoch zwei vorbereitende Schritte erforderlich, auf die nun kurz eingegangen werden soll.
Der erste ist ein sogenannter Nichtangriffspakt für den Golf (GNAP), dessen Einzelheiten noch ausgehandelt werden müssen, der aber vernünftigerweise Beschränkungen hinsichtlich des Einsatzortes bestimmter militärischer Mittel, Verhaltenskodizes und Krisenkommunikationskanäle usw. beinhalten würde. Sobald dies vereinbart ist – und das wird zugegebenermaßen keine leichte Aufgabe sein –, könnte der Iran dem saudisch-pakistanischen Bündnis beitreten, wie es Berichten zufolge seit Ende letzten Jahres in Erwägung gezogen wird. Dies könnte dann den Kern des von Russland angestrebten kollektiven Sicherheitsblocks bilden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die militärisch-politische Abfolge, die Russland im Golf vermitteln möchte, eine Einstellung der Feindseligkeiten durch eine Reihe vernünftiger gegenseitiger Kompromisse, den Abzug der US-Streitkräfte aus der Region, die Gründung der GNAP, den Beitritt des Iran zum saudisch-pakistanischen Bündnis und die anschließende Bildung eines kollektiven Sicherheitsblocks vorsieht. Bis zum Beginn des Dritten Golfkriegs hätten die meisten diese strategische Vision als politische Fantasie abgetan, doch ein aktueller Bericht von Reuters deutet darauf hin, dass dies nun eine realistische Möglichkeit für die Zukunft der Region nach dem Krieg ist.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.
In einem aktuellen Interview analysiert ein welt-bekannter Raketenexperte die Lage im Mittleren Osten im laufenden unprovozierten, völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran. Dabei liegt der Fokus auf der fragwürdigen Effektivität der westlichen Luftverteidigungssysteme.
Einleitend räumt Ex-Pentagon-Berater, Ex-MIT-Professor Theodore Postol ein, dass er die Effektivität der iranischen Gegenangriffe unterschätzt habe. Trotz massiver Schäden durch US-amerikanische und israelische Angriffe habe Iran schon in den frühen Phasen des Konflikts „spektakulär erfolgreich zurückgeschlagen – härter und effektiver“ als erwartet.
Iranische Raketenangriffe auf Tel Aviv – Durchbrüche trotz aktiven Iron Dome
Er betont auch, dass sich das Kräfteverhältnis im Verlauf eines Abnutzungskriegs zugunsten Irans verschieben werde. Besonders die Drohnenfähigkeiten Irans in Kombination mit der Schwäche der US-Luftverteidigung an Militärbasen im Persischen Golf führten zu katastrophalen Verlusten aufseiten der USA. Iran hat entscheidende Radarsysteme zerstört, was das gesamte westliche Raketenabwehrnetz (Patriot, THAAD, Iron Dome etc.) zusammenbrechen lässt – ein System, in das Hunderte Milliarden Dollar investiert wurden.
Postol spricht von einem „katastrophalen Kollaps“ der israelischen Luftverteidigung, die seiner Ansicht nach nie wirklich wirksam war. Er bezeichnet die jahrzehntelange Vermarktung solcher Systeme als „gigantischen Betrug“ gegenüber der westlichen Öffentlichkeit (USA, Europa, Japan, Südkorea). Diese Systeme seien anfällig für aktive (Zerstörung kritischer Elemente) und passive Gegenmaßnahmen (z. B. Täuschkörper). Die Konsequenzen seien weitreichend: Viele Länder rund um den Globus hätten mit dem Kauf dieser teuren Systeme geglaubt, sich auf eine wirksame Luftverteidigung verlassen zu können. Was im Ernstfall nicht der Fall sei, sodass sie schutzlos dastünden.
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNSC) hat am Mittwoch mit der Verabschiedung der Resolution 2817 (2026) den Krieg der USA und Israels gegen den Iran faktisch gebilligt. Der Text „verurteilt aufs Schärfste“ die Vergeltungsschläge des Iran gegen die Golfstaaten, schweigt sich jedoch aus über die fast zweiwöchigen Bombardements des Landes mit 90 Millionen Einwohnern durch den amerikanischen Imperialismus und seinen israelischen Verbündeten.
Als Vorwand für die Resolution dient, dass der Iran Vergeltungsschläge gegen sieben Länder durchgeführt habe: Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Jordanien. Doch alle sieben beherbergen US-Militärstützpunkte, die aktiv zur Kriegsführung gegen den Iran genutzt werden – vom Hauptquartier der 5. Flotte in Bahrain über den Luftwaffenstützpunkt Al Udeid in Katar bis hin zu Al Dhafra in den VAE. Diese Staaten sind keine neutralen Zuschauer. Sie sind faktisch Kriegsteilnehmer. Die iranischen Angriffe auf ihr Territorium erfolgten in Notwehr und haben etwa elf Zivilisten getötet. Die USA und Israel haben allein im Iran über 1.300 Menschen getötet.
In der Resolution wurde nicht einmal erwähnt, dass die Vereinigten Staaten unter der Führung des Faschisten Donald Trump am 28. Februar einen unprovozierten Angriffskrieg gegen den Iran, ein historisch unterdrücktes Land, begonnen haben. Mit tatkräftiger Unterstützung seines zionistischen Verbündeten vollstreckte Washington innerhalb weniger Stunden die gezielte Ermordung des Obersten Führers Ayatollah Khamenei und Dutzender weiterer führender Politiker und Militärs eines angeblich souveränen Staates.
Innerhalb von weniger als zwei Wochen flächendeckender Bombardements haben amerikanische und israelische Raketen Tausende iranischer Zivilisten getötet, darunter über 160 Kinder bei einem einzigen Angriff auf eine Mädchenschule. Die Kriegsverbrecher haben Dutzende von Krankenhäusern und Schulen angegriffen; sie haben versucht, die Energieversorgung zu unterbrechen und die Umwelt durch die Zerstörung von Ölraffinerien zu vergiften; und sie haben Millionen von Menschen gezwungen, aus ihren Häusern im Iran und im Libanon zu fliehen, wo das zionistische Regime ebenfalls Luft- und Bodenoperationen durchgeführt hat. Nichts davon wurde in der Resolution auch nur mit einem Wort erwähnt.
Am Montag begann in der Türkei der Prozess gegen 402 Angeklagte, darunter der Oberbürgermeister von Istanbul und Präsidentschaftskandidat der Republikanischen Volkspartei (CHP), Ekrem İmamoğlu.
Von den Angeklagten befinden sich 107 in Haft. Sie sind angeklagt wegen Bildung und Führung einer kriminellen Vereinigung, Bestechung, Geldwäsche, Betrug an öffentlichen Institutionen und Organisationen, Manipulation von Ausschreibungen und weiterer Straftaten. Die 3.900-seitige Anklageschrift, die 237 Tage nach İmamoğlus Verhaftung am 19. März 2025 fertiggestellt wurde, fordert eine Haftstrafe von bis zu 2.430 Jahren für İmamoğlu.
Die erste Reihe von Anhörungen ist auf vier Tage pro Woche über 45 Tage angesetzt. Diese Phase, die im April abgeschlossen sein soll, wird zu einer Zwischenentscheidung über den Haftstatus der Angeklagten führen. Laut den Zeitplänen des Gerichts wird der Fall voraussichtlich in etwa 4.600 Tagen abgeschlossen sein – also in zwölf Jahren.
USA und Israel bemühen sich mit Fake News nach der Bombardierung einer Mädchenschule wieder Boden gutzumachen. Die Verwendung von Mehrfachsprengkörpern in fortgeschrittenen iranischen ballistischen Raketen wurde versucht als verbotene Streumunition darzustellen. Das Bild zeigt die Submunition eines Mehrfachsprengkopfes nach der Freigabe.
Bei rund der Hälfte aller auf Israel abgefeuerten Raketen hat der Iran israelischen Angaben zufolge Streumunition, die international weitgehend geächtet ist, eingesetzt. Das teilte das israelische Militär heute auf dpa-Anfrage mit.
Streumunition überzieht große Flächen unkontrolliert mit Sprengkörpern und ist besonders gefährlich für Zivilisten.
Im Gegensatz zur israelischen und westlichen Propaganda verwendet der Iran aber keine Streubomben, sondern unter anderem die intelligente Rakete Khorramshahr-4. Dabei handelt es sich um eine Mutterrakete, die 80 Submunitionen aufnehmen kann, wobei jede Submunition die Fähigkeit besitzt, Ziele auszuwählen oder zu wechseln. Dies unterscheidet sich von Israels ungelenkten Streubomben, die hauptsächlich gegen Zivilbevölkerung in besiedelten Gebieten wie etwa in Gaza eingesetzt werden.
Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 13. März 2026
Der koloniale Krieg gegen das Land dauert nun schon in unterschiedlicher Intensität 120 Jahre, wie Alex Krainer erklärte, könnte sich nun aber langsam dem Ende zuneigen. Hier die Ereignisse des 14. Tages des erneuten Angriffs Israels und der USA gegen das Land.
Seit gestern Abend um 22:00 Uhr deutscher Zeit hat sich der anhaltende Krieg gegen den Iran mit wechselseitigen Angriffen weiter zugespitzt. In der Nacht und am frühen Morgen des 13. März 2026 meldeten iranische Staatsmedien mehrere Explosionen in Teheran, die auf eine neue Welle israelischer Luftangriffe zurückgehen; Israel sprach dabei von der Zerstörung von mehr als 200 Zielen im Westen und Zentrum des Landes. Unter den Opfern sind wieder in erster Linie Zivilisten.
Gleichzeitig feuerte die iranische Revolutionsgarde eine Vielzahl von Raketen auf Israel und US-Streitkräfte ab; in Israel wurden nach einem Treffer in einem Wohngebiet im Norden des Landes mindestens 58 Personen verletzt und hospitalisiert. Alle anderen Treffer unterliegen der strengen Zensur.
Ein US-Tankflugzeug vom Typ KC-135 stürzte im westlichen Irak ab, ein weiteres wurde beschädigt; dies ist bereits der vierte Verlust eines US-Flugzeugs seit Kriegsbeginn. Nicht gerechnet mehrere superteuren hochfliegenden Drohnen. Die angreifende Koalition beschießt weiterhin den Iran von außerhalb seines Hoheitsgebiets mit weitreichenden Raketen, was auf eine immer noch aktive Luftabwehr hindeutet, und die Kosten der Angriffe in die Höhe treibt.
Bei einem Drohnenangriff iranisch gestützter Milizen im Irak kam ein französischer Soldat ums Leben, mehrere weitere wurden verletzt. An mehreren Stellen werden Angriffe auf US-Basen im Irak berichtet. Offensichtlich ist die Wut der Menschen über den Krieg kaum noch eindämmbar.
Auch Al Jazeera berichtet noch einmal über die Rede des neuen iranische Staatsoberhauptes und religiösen Führers Mojtaba Khamenei der nach dem Bericht die Schließung aller US-Stützpunkte in der Region forderte, andernfalls drohe eine Fortsetzung der Angriffe; zugleich habe er die Blockade der Straße von Hormus bekräftigt, die den Schiffsverkehr weitgehend lahmlegt und die Ölpreise (Brent) auf über 100 Dollar pro Barrel treibt. Iranische Drohnenangriffe richteten sich zudem gegen Ziele in Saudi-Arabien, Bahrain, Oman, Dubai und Kuwait, wo mehrere Drohnen abgefangen wurden und vereinzelt zivile Schäden entstanden.
US-Präsident Donald Trump erklärte in einem Interview, der Krieg laufe „sehr gut“, während Israels Ministerpräsident Netanyahu weitere Eskalationen im Libanon androhte.
Der Krieg gegen den Iran, den die USA und Israel am 28. Februar 2026 begonnen haben, hat weitreichende Auswirkungen. Betroffen ist die gesamte Region. Bomben und Drohnen verursachten Schäden in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Bahrain, im Oman, sogar in Saudi-Arabien und auf einigen Militär-Stützpunkten wie in Zypern.
Besonders in den Golfstaaten, in denen der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle ist, regt sich Widerstand gegen den Krieg. So schrieb einer der prominentesten Geschäftsleute der Vereinigten Arabischen Emirate, Al Habtoor, der als einflussreiche Stimme im Golf gilt, kürzlich einen Offenen Brief an den US-Präsidenten und fragte: „Wer hat Ihnen die Autorität gegeben, unsere Region in einen Krieg mit dem Iran zu ziehen? Wer hat Ihnen die Erlaubnis gegeben, unsere Region in ein Schlachtfeld zu verwandeln?“ Weiterhin stellte er die provozierende Frage, „ob die Eskalation gegen den Iran tatsächlich eine souveräne Entscheidung der USA gewesen sei – oder ob sie unter dem Druck des israelischen Premierministers Benjamin Netanyahu zustande kam“.
Al Habtoor erinnert daran, dass Trump im Wahlkampf wiederholt versprochen habe, keine neuen Kriege zu beginnen, nun sei aber genau das Gegenteil eingetreten.
Dass ausgerechnet ein milliardenschwerer Unternehmer Trump öffentlich zur Rede stellt, deutet auf große Spannungen zwischen den regionalen Verbündeten der USA und der amerikanischen Kriegsstrategie hin. Bemerkenswert ist der Schlusssatz dieses Briefes, der sogar in CNN diskutiert wurde: „Wahre Führung wird nicht an Kriegsentscheidungen gemessen, sondern an Weisheit, Respekt für andere und dem Streben nach Frieden.“[1]
Ein aktueller Konflikt zwischen dem US-Verteidigungsministerium und dem KI-Unternehmen Anthropic zeigt erstmals offen, wie eng Technologieunternehmen und militärische Institutionen inzwischen miteinander verbunden sind und wie umstritten diese Kooperationen geworden sind.
Die militärische Nutzung Künstlicher Intelligenz entwickelt sich seit einigen Jahren zu einem zentralen strategischen Thema der internationalen Sicherheitspolitik. Während in der öffentlichen Debatte häufig über zivile Anwendungen von KI gesprochen wird, etwa über Sprachmodelle, automatisierte Bilderkennung oder digitale Assistenzsysteme, hat sich im Hintergrund ein anderes Feld rasch ausgeweitet: die Integration von KI-Technologie in militärische Analyse- und Entscheidungsprozesse.
Der Streit zwischen US-Verteidigungsministerium und dem KI-Unternehmen Anthropic entzündete sich an der Frage, unter welchen Bedingungen Künstliche Intelligenz im militärischen Bereich eingesetzt werden darf. Anthropic gehört zu den Unternehmen, die in den vergangenen Jahren große Sprachmodelle und KI-Systeme entwickelt haben, die enorme Datenmengen analysieren können. Solche Systeme werden nicht nur in der Wirtschaft genutzt, sondern sind auch für staatliche Behörden interessant, insbesondere für Sicherheits- und Verteidigungsinstitutionen, die täglich riesige Datenströme auswerten müssen.