USA und Israel verlieren elf Flugzeuge bei Operationen im Iran

Von Peter F. Mayer – 6. April 2026

Die vergangenen 24 bis 48 Stunden verliefen offenbar turbulent mit erheblichen Verlusten an Flugzeugen. Was aber genau geschah ist weder iranischen noch US-Quellen exakt zu entnehmen. Hier ein Überblick über unterschiedliche Quellen.

Es gibt eine ganze Reihe von Bildern zerstörter Flugzeuge und Hubschrauber. Die Ortsinformationen zeigen aber offenbar zwei verschiedene Regionen, die etwa 200 Kilometer voneinander entfernt sind: Einmal im Südwesten des Iran etwa 80 km von der Küste und dann im Inneren in der Gegend der Atomanlage Isfahan. Die Distanz zwischen den beiden Orten ist etwa 200 Kilometer. Es scheint sich also um zwei unterschiedliche Operationen gehandelt zu haben.

Hier eine Grafik von Simplicius, der schreibt nun sei der Einsatz von Bodentruppen – boots on the ground – offiziell:

Iranische Quellen verhalten sich etwas eigenartig. Die offizielle PressTV hatte gestern einen Bericht, der heute aber schon von Startseite verschwunden ist.

Die der IRGC nahestehende Tasnim News hat mehrere Berichte, einer davon mit einer ganzen Reihe von Bildern. Keiner davon macht klar, wo die Kämpfe stattgefunden haben.

Weiter gibt es in keiner der Quellen Auskunft, wohin und wie die vielen Soldaten, Piloten und Spezialeinsatzkräfte verschwunden oder entkommen sind, wenn ihre Flugzeuge und Hubschrauber abgeschossen, abgestürzt oder zerstört worden sind.

Einen kurzen Bericht bringt das Military Watch Magazine, das die Zahl der verlorenen Flugzeuge und Hubschrauber der USA mit zehn beziffert. Sie schreiben, dass nach dem Abschuss eines F-15E Strike Eagle-Kampfflugzeugs der US-Luftwaffe über iranischem Gebiet die US-Streitkräfte Bemühungen zur Rettung der beiden Piloten durchgeführt hätten.

Diese Rettungsaktion habe zu „Flugzeugverlusten in einem Ausmaß geführt, das in der Zeit nach dem Kalten Krieg beispiellos“ sei. Nachdem die USA eine schnelle Rettungsmission gestartet hatten – eine Standarddoktrin für abgestürzte Besatzungen –, wurde bestätigt, dass Rettungsflugzeuge vom Typ HC-130J Combat King II, Kampfrettungshubschrauber vom Typ HH-60W sowie Transport-Hubschrauber vom Typ UH-60 Black Hawk über dem Iran flogen, während A-10-Kampfflugzeuge und MQ-9-Drohnen weitere Unterstützung leisteten. Bei Gefechten mit iranischen Streitkräften gingen insgesamt 11 Flugzeuge verloren.

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38. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 09:00 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 6. April 2026

Am Mittwoch Morgen mitteleuropäischer Zeit droht die nächste Eskalationsstufe, die der US-Präsident Donald Trump mit der Zerstörung von Brücken und Kraftwerken im Iran angedroht hat. Was dann zu verheerenden Verwüstungen in Israel und den Ländern führen dürfte, welche den Angriffskrieg gegen das Land unterstützen.

Das Seltsame ist, dass Donald Trump fordert, die Meerenge zu öffnen, aber diese ist nur für die Länder geschlossen, die den Krieg gegen den Iran führen oder unterstützen. Es ist also nur wieder ein weiterer Vorwand, wie „die Bombe“, „die Demokratie“, jetzt „die Straße von Hormus“. Der Iran bereitet derweil seelenruhig eine neue Regel für die Nutzung der Meerenge gemeinsam mit dem Oman vor, wie auch gestern berichtet.

In der Nacht vom 5. auf den 6. April 2026, im Rahmen des anhaltenden Kriegs zwischen den USA, Israel und dem Iran, kam es zu schweren gegenseitigen Angriffen, die vor allem zivile Opfer forderten und die Region weiter destabilisierten. Aus der Sicht vieler Länder des Globalen Südens – darunter China, Südafrika, Brasilien und Indien – handelt es sich hierbei um eine Eskalation westlicher Aggression, die nicht nur unschuldige Zivilisten trifft, sondern auch die globale Wirtschaft belastet, insbesondere durch die Blockade der Straße von Hormus, die für Ölimporte entscheidend ist.

Ein zentrales Ereignis der Nacht war der iranische Raketenangriff auf Israel: Ein Geschoss traf direkt ein Wohngebäude in der nordisraelischen Stadt Haifa, tötete mindestens zwei Menschen, verletzte vier weitere und ließ zwei Personen zunächst vermisst. Rettungskräfte bargen die Leichen aus den Trümmern, während in Haifa mehr als zehn Stellen betroffen waren, darunter Straßen und ein brennendes Auto. Israelische Luftschutzsirenen heulten in Zentralisrael auf, wo die meisten Raketen abgefangen wurden, einige jedoch offenes Gelände trafen.

Dieser Schlag wird aus global-südlicher Perspektive oft als legitime Verteidigung gegen die andauernden US-israelischen Bombardements gesehen, die den Iran seit Wochen treffen. Gleichzeitig führten US- und israelische Streitkräfte Angriffe auf iranisches Gebiet durch, die besonders schwere zivile Verluste verursachten. In der Teheraner Provinz Baharestan wurden bei einem Angriff auf Regierungsinfrastruktur mindestens 13 Menschen getötet, darunter sechs Kinder (vier Mädchen und zwei Jungen unter zehn Jahren). In Ost-Teheran starben vier Personen, sieben wurden verletzt, drei Wohneinheiten wurden zerstört und 50 Gebäude schwer beschädigt – darunter eine Moschee und eine Tankstelle nahe der Sharif-Universität. Weitere Tote gab es in Qom (fünf) und bei früheren Treffern auf ein petrochemisches Zentrum in Mahshahr (fünf Tote). Der Iran verurteilte diese Schläge als „Verbrechen gegen Wissenschaft und menschliche Gesundheit“, insbesondere den Angriff auf eine Schwerwasseranlage.

Aus Sicht des Globalen Südens unterstreichen diese Ereignisse die Doppelmoral des Westens: Während Zivilisten in Iran und im Libanon (wo israelische Angriffe ebenfalls Dutzende töteten) leiden, wird die Aggression als „notwendige Selbstverteidigung“ dargestellt. Nach der gestrigen Verurteilung von Trumps Androhungen, ab Dienstag Nacht den Iran in die Steinzeit zu bomben, nannte Irans Kulturminister Trump einen „instabilen, wahnhaften Typ“, dessen Drohungen die gesamte Region „in Brand setzen“ könnten.

In der Nacht wurde auch allgemein noch einmal das Ultimatum von Trump als Ankündigung von Kriegsverbrechen diskutiert. Gleichzeitig wurde die Rettung eines vermissten US-Piloten nach dem Abschuss eines F-15-Jets in den USA trotz der hohen Verluste gefeiert

Viele Staaten des Globalen Südens, auch China und Russland, fordern eine sofortige Deeskalation und ein Ende der Ultimaten, da der Krieg bereits zu steigenden Ölpreisen führt, die Entwicklungsländer wie Vietnam oder Indien besonders hart treffen – durch höhere Kraftstoffkosten und gestörte Lieferketten. Der philippinische Kardinal Pablo Virgilio David warnte die USA: „Wenn Macht ohne Zurückhaltung ausgeübt wird, ist das kein Führungsstil. Das ist ein moralisches Versagen.“

Insgesamt sehen Vertreter des Globalen Südens, oder anders ausgedrückt fünf Siebtel der Weltbevölkerung keine „Verteidigung der Demokratie“, sondern eine imperialistische Eskalation, die den Nahen Osten in Flammen setzt und die Weltwirtschaft gefährdet.

Im Irak greifen mit dem Iran verbündete Milizen kurdische Gruppen an, von denen angenommen wird, dass sie an einer Bodenoffensive teilnehmen könnten, berichtet Al Jazeera. Dies hatte sich verstärkt, nachdem Donald Trump in einem Interview erklärt hatte, Waffen an Kurden geliefert zu haben, um sie an Aufständische im Iran weiterzugeben.

08 Uhr 00:

Der Iran warnt vor Vergeltungsschlägen, nachdem US-Präsident Donald Trump Teheran eine Frist bis Dienstag gesetzt hat, die Straße von Hormus freizugeben – andernfalls drohen Angriffe auf seine Kraftwerke und Brücken.

Eine iranische Rakete hat ein Wohngebäude in der israelischen Stadt Haifa getroffen; dabei kamen mindestens zwei Menschen ums Leben und vier weitere wurden verletzt. Zwei weitere Personen werden noch vermisst.

Bild: Screenshot aus Wikipedia

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Dmitri Trenin mahnt an, falsche Vorstellungen in der russischen Außenpolitik zu korrigieren

Von Andrew Korybko – 6. April 2026

Es kommt äußerst selten vor, dass ein russischer Experte die Außenpolitik seines Landes konstruktiv kritisiert.

Der führende russische Experte Dmitri Trenin wurde gerade zum Präsidenten des Russischen Rates für Internationale Angelegenheiten (RIAC), einem der führenden Thinktanks seines Landes, gewählt. In seinem ersten Interview nach Amtsantritt für die Zeitung Kommersant rief Trenin eindringliche zur Korrektur von außenpolitischen Fehlwahrnehmungen aus. Konstruktive Kritik jeglicher Art ist unter denjenigen, die in diesem Bereich in Russland tätig sind, in der Regel tabu; die meisten ziehen es stattdessen vor, ihren Vorgesetzten das zu sagen, was diese zu hören erwarten, was zu unterbrochenen Rückkopplungsschleifen mit all den damit verbundenen Folgen führt.

Trenin ist der Ansicht, dass sich Russland in einem „neuen Weltkrieg“ gegen „einen bedeutenden Teil des kollektiven Westens“ befindet, betonte jedoch den „neuen“ Aspekt dieses Konflikts, um ihn von den beiden vorherigen zu unterscheiden, über die die Öffentlichkeit bestimmte Vorurteile hegt, die sich in diesem Fall nicht bewahrheitet haben. Diese Herausforderungen rechtfertigen es, dass er das Tabu bricht, das russische außenpolitische Establishment zu kritisieren. Mit seinen Worten: „Ein bedeutender Teil der außenpolitischen Expertise – und das nicht nur in Russland – ist entweder uninteressant oder realitätsfern.“

Er riet daraufhin: „Ein Experte für internationale Beziehungen muss sich in erster Linie auf sein eigenes Land konzentrieren – auf dessen Bedürfnisse im Verhältnis zur Außenwelt sowie auf die Chancen und Risiken, die diese Welt für das Land mit sich bringt.“ Die nächste Priorität sind Gegner wie die Ukraine und Europa. Zum ersten Punkt sagte er: „Wir müssen die Wurzeln ihres Verhaltens besser verstehen. Warum haben sie sich zum Beispiel noch nicht ergeben? Natürlich spielen hier externe Faktoren eine bedeutende Rolle, aber es gibt auch interne.“

Was den zweiten Punkt betrifft, so sagte Trenin: „Seit der Sowjetzeit haben wir die Europäer als eine Art Geiseln der USA betrachtet, als arme, willensschwache Vasallen, denen Washington seinen Willen aufzwingt. Gleichzeitig herrschte die feste Überzeugung, dass sie pragmatisch seien und keine geschäftlichen Interessen der Politik opfern würden.“ Diese Wahrnehmung wurde während der mit militärischen Sonderoperation widerlegt. Ebenso sind die Vorstellungen von den russischen Partnern veraltet, und die Priorität für deren Aktualisierung sollte von konzentrischen Kreisen um Russland ausgehen.

So „müssen wir die Länder des Kaukasus, Kasachstan und Zentralasien viel besser kennenlernen und dürfen uns nicht einfach mit Erinnerungen an Urlaube in Pitsunda oder Spaziergänge durch den Registan begnügen. Wir müssen dies ernst nehmen, denn unsere eigene Unwissenheit oder unser Missverständnis gegenüber unseren Nachbarn wird völlig unnötige Probleme in unserer unmittelbaren Nachbarschaft schaffen. Die Ukraine zeigt, wie gefährlich ein solcher Ansatz sein kann.“ Als Nächstes folgen China und Indien, andere asiatische Staaten und schließlich Afrika und Lateinamerika.

Trenin schloss mit der Forderung nach einer neu ausbalancierten Außenpolitik, die „unsere Partner und Verbündeten (gegen gemeinsame westliche Gegner) unterstützt und gleichzeitig den Handlungsspielraum“ zwischen allen Seiten bewahrt. In diesem Zusammenhang warnte er davor, Chinas Juniorpartner zu werden, sowie vor westlichen Intrigen, Indien gegen China aufzubringen. Auch die Beziehungen zu den ehemaligen Sowjetrepubliken sollten reformiert werden, „und zwar so, dass sie Russland weitaus mehr Nutzen bringen als das bisherige ‚Zentrum-Peripherie‘-Modell.“

Es kommt äußerst selten vor, dass ein russischer Experte die Außenpolitik seines Landes konstruktiv kritisiert, geschweige denn so scharf wie Trenin es gerade getan hat, indem er andeutete, dass Fehlwahrnehmungen bezüglich der Ukraine „völlig unnötige Probleme in unserer unmittelbaren Nachbarschaft geschaffen [haben]“. Dies gilt auch für Armenien-Aserbaidschan; und Kasachstan könnte als Nächstes an der Reihe sein. Trenins Wahl zum Präsidenten des RIAC könnte daher zu der längst überfälligen und wahrscheinlich schmerzhaften Reparatur der unterbrochenen Rückkopplungsschleifen Russlands führen, die dem Land so viel Ärger bereitet haben.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Trumps Plan, den Weltkrieg durch eine soziale Konterrevolution zu finanzieren

Von Joseph Kishore – 6. April 2026

Am Freitag hat die Trump-Regierung einen Haushaltsentwurf vorgestellt, dessen Kern eine massive Aufstockung der Militärausgaben bildet. In ihrem Haushaltsantrag für das Haushaltsjahr 2027 fordert das Weiße Haus den Kongress auf, rund 1,5 Billionen Dollar für „Verteidigung“ – also für militärische Aggression – zu bewilligen, was den höchsten Stand an Militärausgaben in der modernen Geschichte bedeuten würde. Dies entspricht einer atemberaubenden Steigerung um 40 Prozent gegenüber den bereits bestehenden Rekordausgaben des Pentagon.

Dies ist ein Haushaltsplan für den Dritten Weltkrieg. Er kommt zu einer Zeit, in der Trump sein Versprechen, den Iran „in die Steinzeit zurückzubomben“, d. h. die Infrastruktur des zivilisierten Lebens in einem Land mit mehr als 90 Millionen Einwohnern zu zerstören, umsetzt – und eskaliert. Der Antrag für das Haushaltsjahr 2027 sieht 1,1 Billionen Dollar an Basisausgaben vor, zuzüglich weiterer Hunderter Milliarden an obligatorischen Mitteln für Munition und den Ausbau der „Verteidigungsindustrie.“

Das Dokument fordert 65,8 Milliarden Dollar für den Schiffbau zur Beschaffung von 18 Kampfschiffen und 16 Nichtkampfschiffen und kündigt „Präsident Trumps Goldene Flotte“ an – darunter die Finanzierung eines „Schlachtschiffs der Trump-Klasse“ und von „Fregatten der nächsten Generation“ –, während die Beschaffung von Großplattformen beibehalten oder aufgestockt wird. Es treibt die „Golden Dome“-Raketenabwehr voran, einschließlich weltraumgestützter Sensoren und Abfangraketen, und beschleunigt gleichzeitig die „Dominanz von Drohnen“, „unbemannte und Abwehr unbemannter Systeme“ sowie „historische Investitionen“ in künstliche Intelligenz.

Im Mittelpunkt stehen die Vorbereitungen auf Konfrontationen, die weit über den Iran hinausreichen: die zunehmende Einkreisung Chinas sowie der Ausbau der Nuklearprogramme und der nuklearen Kommando-, Kontroll- und Kommunikationssysteme. Der Haushalt rühmt sich damit, „aggressiv“ auf den F-47-Kampfjet der sechsten Generation hinzuarbeiten, um „Macht überall auf der Welt zu projizieren“, und stellt den gesamten Aufbau als bewusste Abkehr von „veralteten“ Systemen hin zu Fähigkeiten der nächsten Generation dar, die darauf ausgelegt sind, „Kriege des 21. Jahrhunderts“ zu gewinnen.

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Nach Abschuss eines US-Kampfjets: Spezialeinheiten führen Rettungsoperation im Iran durch

Von Andre Damon – 6. April 2026

Am 3. April schoss die iranische Luftabwehr über dem Westen des Iran ein Kampfflugzeug des Typs F-15E Strike Eagle ab. Es war der erste Abschuss eines US-Flugzeugs durch Iran seit Kriegsbeginn. Daraufhin leiteten US-Spezialeinheiten eine Aktion zur Rettung der Piloten innerhalb Irans ein. Axios berichtete, US-Spezialeinheiten hätten „ein Mitglied der Besatzung gefunden und auf iranischem Staatsgebiet lebend gerettet“.

Der zweite Pilot wurde Berichten zufolge ebenfalls schwer verletzt gerettet. Dabei wurden laut iranischen Angaben zwei Black-Hawk-Hubschrauber des US-Militärs und ein C-130-Militärtransportflugzeug zerstört.

Zeitgleich mit der Rettungsaktion trafen etwa 7.500 US-Marines von drei Marine-Expeditionseinheiten und eine Kampfbrigade der 82. Luftlandedivision (Sofortige Eingreiftruppe) im Persischen Golf ein oder sind auf dem Weg dorthin. Sie verstärken die über 50.000 US-Soldaten, die bereits in der Region stationiert sind. Dieser Aufmarsch deutet auf eine Bodenoffensive hin.

Nach dem Abschuss des Flugzeugs schrieb Präsident Donald Tump auf Truth Social: „Mit etwa mehr Zeit können wir problemlos DIE STRASSE VON HORMUS ÖFFNEN, UNS DAS ÖL HOLEN UND EIN VERMÖGEN MACHEN.“ Die Beschlagnahme des iranischen Öls würde eine Bodenoffensive und die Besetzung des Landes erfordern.

Am gleichen Tag wurde bei einem weiteren Zwischenfall eine A-10 Thunderbolt abgeschossen. Der Pilot konnte per Schleudersitz über kuwaitischem Luftraum aussteigen und wurde gerettet. Zwei HH-60G-Rettungshubschrauber, die die Besatzung der F15E bergen sollten, wurden ebenfalls von iranischem Feuer getroffen, wobei US-Soldaten an Bord verletzt wurden. Insgesamt wurden vier amerikanische Flugzeuge an einem einzigen Tag getroffen – die schwersten Verluste in dem seit fünf Wochen andauernden Krieg.

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Iran-Krieg: Das Ergebnis ist absehbar – doch wie tief im Blut die Welt dorthin watet noch nicht

Von Peter Hänseler – 5. April 2026

US-Präsident Trump watet durch das Blutbad, das er angerichtet hat.

Die Folgen des Irankriegs werden die Vorherrschaft des Westens brechen und dem Globalen Süden viel schneller große Mittel und Macht in die Hand geben, als dies unter friedlichen Szenarien geschehen wäre. Trump entscheidet lediglich noch, wie tief die Welt auf dem Weg dorthin im Blut versinkt.

Einleitung

Mit Sprachlosigkeit stellt man fest, dass die westlichen Medien noch immer nicht erkannt haben, dass dieser von Israel und den Vereinigten Staaten unter jedem juristischen und moralischen Aspekt despektierliche Krieg gegen den Iran bereits verloren ist und dass die Folgen bereits mit grossen Lettern an der Wand stehen: Die Vorherrschaft des Westens ist Vergangenheit, das Schicksal der EU und die NATO hängen an einem seidenen Faden, Westasien wird neue Herren haben und Iran als eine der ältesten Zivilisationen der Erde wird in Zukunft wieder die Rolle einer solchen einnehmen.

In diesem Artikel betrachte ich zuerst das Endergebnis, das bereits absehbar ist, da die Kräfteverhältnisse, die Nachhaltigkeit der Parteien augenfällig und die Eskalationsfähigkeit der fanatischen Aggressoren viel bescheidener sind, als sie auf den ersten Blick scheinen. Der Krieg mag auf unterschiedlichen Wegen zu einem Ende kommen, das Ergebnis wird in jedem Fall dasselbe sein. Es geht «nur noch» darum, wie tief Präsident Trump durch Blut zu waten bereit ist. Der Blutzoll steht in direkter Abhängigkeit zur Dauer des Konflikts.

Ich beginne somit mit dem Ende der Geschichte, da das Ende einfacher zu skizzieren ist als der Weg dorthin.

Der Globale Süden übernimmt Westasien

Vor einem Jahr verfasste ich die Serie »Der Krieg zweier Welten hat begonnen«. Darin machte ich mir Gedanken darüber, wie die Stabübergabe vom Kollektiven Westen zum Globalen Süden vonstatten gehen könnte. Ich sah voraus, dass die beiden Welten sich während dieses Prozesses in Stellvertreterkriegen bekämpfen und dass dieser Prozess Jahrzehnte dauern und blutig sein würde. Nicht vorausgesehen habe ich, dass die Vereinigten Staaten den Iran nicht nur einmal, sondern zweimal während diplomatischer Verhandlungen – unter Verletzung von amerikanischem und internationalem Recht – überfallen würden. Dass die Amerikaner dies nach dem Sommer 2025 vor Monatsfrist ein zweites Mal riskierten, nachdem sie dies das erste Mal erfolglos taten, weist auf ein Ausmaß an Hybris und Dummheit hin, von der ich als Analyst vor Jahresfrist nicht auszugehen wagte. Ich muss zugeben, dass ich mir bis zum Kriegsausbruch am 28. Februar nicht vorzustellen vermochte, dass die Amerikaner dermaßen kopflos handeln würden – mein Freund und Autor Scott Ritter und viele andere haben den Umfang der Arroganz und Dummheit ihrer eigenen Regierung besser eingeordnet als ich. Letztmals äußerte sich Scott Ritter bei uns am 20. Februar in »Krieg gegen den Iran«.

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Zionismus und der Krieg gegen den Iran

Von Eric Cheyfitz – 5. April 2026

Symbolbild, Foto Nathaniel St. Clair, aus Mondoweiss übernommen.

Die aktuelle verbrecherische Politik Israels zur Erreichung einer Hegemonie im Nahen Osten ist keine neue Idee. Sie ist, was man in der Geschichte Europas in den letzten Jahrhunderten als Kolonialismus bezeichnet. Doch während einige europäische Länder sich für ihre kolonialistische Vergangenheit schämen und durch historische Aufarbeitung versuchen, sich dafür zu entschuldigen, fährt Israel voll auf dieser Schiene. Ein kurzer Blick in die Geistesgeschichte Israels lohnt sich. (cm)

Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran ist eine Fortsetzung des zionistischen Projekts zur Ausweitung der israelischen Hegemonie im Nahen Osten, das definitiv mit dem Sechstagekrieg 1967 begann, ideologisch jedoch bereits mit der Formulierung des „revisionistischen Zionismus“ in dem Artikel „Die eiserne Mauer“ von Vladimir (Ze’ev) Jabotinsky aus dem Jahr 1923 begonnen hatte. In einem Artikel vom 11. März 2026 in Mondoweiss macht Qassam Muaddi auf dieses expansionistische Projekt aufmerksam:

»Laut dem palästinensischen Historiker Bilal Shalash ist Israel in eine Phase eingetreten, in der es versucht, seinen Konflikt mit seinen Feinden zu einem „entscheidenden Ende“ zu bringen. Dies zeigt sich deutlich in seiner anhaltenden Aggression im Iran und im Libanon, aber auch das Westjordanland ist ein weiterer Schauplatz, an dem Israel versucht, reinen Tisch zu machen. „Israel wird dadurch motiviert, dass sein wichtigster Geldgeber und Verbündeter, die USA, dasselbe auf globaler Ebene versucht, von Lateinamerika bis zum Iran“, erklärt Shalesh. „Und im Falle des Iran ist dieser zudem das Zentrum des Widerstands gegen Israels Vorherrschaft in der Region.“ („Warum versucht Israel, eine ‚Explosion‘ im Westjordanland auszulösen?“)«

Der anhaltende Völkermord in Gaza ist der Auftakt zu diesem Projekt, das ein von Palästinensern ethnisch gesäubertes und von Israel annektiertes Palästina sowie einen Nahen Osten vorsieht, der der wirtschaftlichen und militärischen Macht Israels unterworfen ist. (Hervorhebung durch die Globalbridge-Redaktion.)

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37. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 09:00 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 5. April 2026

Der Vortag war insofern ereignisreich, da er Fähigkeiten und Strategie des Iran deutlich machte, bewies dass die Straße von Hormus nicht vollständig blockiert ist und auch eine alternative Wasser-Straße innerhalb der Küstengewässer des Oman befahrbar ist, die vom Iran nicht beansprucht wird. Was ansonsten über Irans Fähigkeiten bekannt wurde, und in der Nacht und am 5. April 2026 im Krieg gegen den Iran passierte, in diesem Ticker.

Die angreifende Koalition erklärte, die Ausgänge der unterirdischen Verteidigungsanlagen des Iran zerstört zu haben. Allerdings repariert der Iran Raketenbunkerausgänge innerhalb weniger Stunden, während die USA Schwierigkeiten haben, zerstörte Abschussrampen zu verifizieren.

Laut Einschätzungen der US-Geheimdienste, die von der New York Times zitiert werden, repariert der Iran nach Angriffen seine unterirdischen Raketenbunker und Silos so schnell, sodass die Abschussrampen innerhalb weniger Stunden wieder einsatzbereit sind. Trotz wochenlanger, anhaltender Angriffe der USA und Israels hat der Iran einen bedeutenden Teil seines Raketenarsenals behalten und führt weiterhin Angriffe durch, wobei er seine Taktiken anpasst, um seine Einsatzfähigkeit zu erhalten.

Gleichzeitig räumen US-Beamte wachsende Unsicherheit über die Effektivität des Angriffs ein. Der umfangreiche Einsatz von Täuschkörpern in Kombination mit in Bunkern und Höhlen versteckten Abschussrampen erschwert es, die Anzahl der zerstörten Ziele zu bestimmen. Während daher Washington von erheblichen Fortschritten spricht, konnten die Geheimdienste keine verlässliche Schätzung der verbleibenden Anzahl an Abschussrampen abgeben.

Obwohl die Frequenz des iranischen Raketenbeschusses abgenommen hat, erklären Beamte, dies spiegele eher eine kalkuliertere und zurückhaltendere Strategie als einen Zusammenbruch der Fähigkeiten wider. Durch die Schonung von Startrampen, die Verteilung von Ressourcen und die rasche Reparatur beschädigter Infrastruktur scheint der Iran seine Fähigkeit aufrechtzuerhalten, den Druck über einen längeren Zeitraum zu gewährleisten, was Fragen darüber aufwirft, wie nahe die USA ihrem erklärten Ziel der Zerschlagung des iranischen Raketenprogramms gekommen sind.

Also schauen wir, was in der Nacht passierte

Der Sprecher der iranischen Streitkräfte, welche quasi Regierungsfunktionen übernommen haben, wandte sich an die Bevölkerung des Iraks. Zuletzt waren hunderte von Fahrzeugen mit irakischen Freiwilligen über die Grenze in den Iran gekommen, um im Kampf gegen eine mögliche Bodeninvasion zu helfen.

„‚Das iranische Volk war nicht allein. Wir kämpften diesen Kampf, und eure Herzen, eure Tränen und eure unerschütterliche Haltung waren und sind bei uns.‘ Zolfaqari verkündete, dass die Beschränkungen der Straße von Hormus NICHT für den Irak gelten.

Der Iran ruft den Irak auf, diese ‚historische Chance‘ zu nutzen, um die amerikanische Militärpräsenz auf seinem Territorium zu beenden und der Plünderung des irakischen Reichtums durch die Vereinigten Staaten ein Ende zu setzen.

‚Das iranische und das irakische Volk stehen im selben Schützengraben und werden gemeinsam den Sieg in diesem historischen Kampf gegen den Großen Satan, Amerika und seine Agenten – und gegen Israel, den Kindermörder – erringen.’“

Vorbereitung der Bodeninvasion

„Der Präsident sagt, es blieben noch 48 Stunden. Der Flugzeugträger, der im Einsatz ist, befindet sich seit 281 Tagen auf See – mit defekten Wasserleitungen und notdürftig reparierter Wäscherei. Der reparierte Träger ist gerade erst von einem dreiwöchigen Einsatz in Griechenland und Kroatien zurückgekehrt. Der als Ersatz entsandte Träger befindet sich noch immer im Atlantik. Das AWACS-Flugzeug wurde in Saudi-Arabien zerstört. Die Verstärkung durch Marinesoldaten überquert den Pazifik. Der vermisste Waffensystemoffizier ist weiterhin verschwunden. Und die Streitkräfte, die den Countdown unterstützen, sind die größten, die die USA seit dem letzten Einmarsch in ein Land dieser Region im Golf zusammengezogen haben. Sie sind auf Stützpunkten verteilt, die die Truppen nicht fassen können, und hängen von einer Flugzeugträgerflotte ab, die so stark beansprucht ist, dass die Marine die Außerdienststellung eines 51 Jahre alten Schiffes verschieben musste, um die Einsatzfähigkeit aufrechtzuerhalten.“ (Quelle)

08 Uhr 00

In der Nacht hat sich der anhaltende Krieg gegen den Iran mit intensiven militärischen Aktionen und Gegenreaktionen weiter verschärft, wie Berichte aus Quellen des Globalen Südens wie Al Jazeera und der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zeigen. Die Ereignisse konzentrieren sich auf iranische Drohnenangriffe auf Ziele in Kuwait und Bahrain, US-geführte Rettungsoperationen nach dem Abschuss von Flugzeugen sowie iranische Drohungen mit massiver Vergeltung.

Am frühen Morgen des 5. April meldete Kuwait iranische Drohnenangriffe, die einen Regierungskomplex in Kuwait City, zwei Kraft- und Wasserentsalzungsanlagen sowie einen Brand im Shuwaikh-Ölsektor-Komplex verursachten. Bahrain berichtete ebenfalls von einer durch iranische Vergeltung ausgelösten Brand an einer Einrichtung. Gleichzeitig gab der Iran an, dass US-israelische Angriffe in der Mahshahr-Petrochemiezone fünf Menschen getötet und 170 verletzt sowie in der Provinz Ardabil sechs weitere Personen getötet oder verletzt hätten.

Während einer nächtlichen US-Rettungsoperation in der Region Dehdasht kam es zu schweren Gefechten und Luftangriffen, bei denen mindestens vier Menschen starben; ein US-Regierungsvertreter bestätigte um 03:23 GMT die Bergung eines zweiten Besatzungsmitglieds eines abgeschossenen F-15E-Jets nach einem heftigen Feuergefecht.

Um 04:50 GMT bestätigten Berichte weitere Drohnenangriffe auf Kuwait in der Nacht, die erhebliche Schäden verursachten.

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Angolas Annäherung an den Westen in den letzten Jahren ist eine schlechte Nachricht für China

Von Andrew Korybko – 5. April 2026

Der wachsende Einfluss der USA auf Angola durch den Lobito-Korridor sowie engere Beziehungen in den Bereichen Energie und Militär könnten dazu führen, dass „Trump 2.0“ Einfluss auf einen der wichtigsten afrikanischen Partner Chinas gewinnt, der dann als Druckmittel eingesetzt werden könnte, um strategische Zugeständnisse von China zu erzwingen.

Die BBC veröffentlichte Ende März einen ausführlichen Bericht über eine angebliche russische Operation zur Auslösung regierungsfeindlicher Proteste in Angola, der die Aufmerksamkeit auf den Prozess gegen zwei Russen lenkte, die im vergangenen Jahr wegen Verstößen gegen die nationale Sicherheit wie Terrorismus, Spionage und Einflussnahme verhaftet worden waren. Ihnen wird zudem vorgeworfen, unter dem Deckmantel der Einrichtung eines russischen Kulturzentrums regierungsfeindliche Artikel in Auftrag gegeben und sich im Vorfeld der Wahlen im nächsten Jahr mit potenziellen Präsidentschaftskandidaten getroffen zu haben.

Die Russen und ihre beiden angolanischen Mitverschwörer bestreiten diese Vorwürfe, und der BBC ist anzurechnen, dass sie schrieb, manche glaubten, die Regierung benutze sie als Sündenböcke, um von dem abzulenken, was Aktivisten als die tatsächlich spontanen Proteste vom vergangenen Juli bezeichnen, die die tödlichsten seit dem Ende des Bürgerkriegs im Jahr 2002 waren. Was auch immer die Wahrheit sein mag, dieser Skandal unterstreicht Angolas Drift nach Westen, die einige Jahre nach dem Amtsantritt von Präsident João Lourenço in der Nachfolge des langjährigen Präsidenten José Eduardo dos Santos im Jahr 2017 begann.

Lourenço leitete sofort eine Kampagne gegen Korruption ein, in die unter anderem dos Santos’ mächtige Tochter Isabel verwickelt war und die von einigen als Grundlage für die Säuberung der Machtbasis seines Vorgängers im Vorfeld einer außenpolitischen Wende angesehen wurde. Erst im Dezember 2022 begann Lourenço jedoch mit seiner Annäherung an den Westen, wobei er wahrscheinlich so lange damit wartete, bis er seine Macht gefestigt hatte und somit sicher sein konnte, dass ein Putsch gegen ihn keinen Erfolg haben würde. Anschließend stellte er seine Pläne in einem Fernsehinterview mit Voice of America vor.

Mit seinen Worten: „Wir, die Regierung Angolas, möchten die USA einladen, an unserem Programm zur militärischen Ausrüstung teilzunehmen. Wie Sie wissen, verfügen die angolanischen Streitkräfte bis heute über die sogenannte sowjetische Technik.“ Weniger als ein Jahr später, im Herbst 2023, unterzeichneten Angola und die USA eine Absichtserklärung zum „Lobito-Korridor“, bei dem es sich im Wesentlichen um ein Eisenbahnmodernisierungsprojekt handelt, um einen größeren Teil der Mineralienexporte (insbesondere Kupfer) der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und Sambias von China in den Westen umzuleiten.

Etwas mehr als ein Jahr später, also zwei Jahre nach Lourencos pro-amerikanischer Militärerklärung, wurde Biden der erste Präsident, der Angola besuchte. Trump 2.0 übernahm dann den Staffelstab, indem er im Sommer 2025 die Zusammenarbeit im Energiebereich ausbaute, wohl mit dem Ziel, den Einfluss US-amerikanischer Unternehmen auf einen der größten Öllieferanten Chinas zu vertiefen, um politischen Druck auszuüben, genau wie es in Venezuela geschehen ist und im Iran erreicht werden soll. Auch die militärischen Beziehungen wurden in jenem Sommer im Kampf gegen den IS und die Kartelle gestärkt.

Die Beziehungen zu China bleiben eng, und chinesische Investitionen spielen nach wie vor eine wichtige Rolle für Angolas wirtschaftliche Entwicklung, ganz zu schweigen von der Energieentwicklung, wie Angolas Interesse an einem fast fünf Milliarden Dollar schweren chinesischen Kredit zum Bau einer neuen Raffinerie belegt. Dennoch droht Angolas Westdrift, seinen Balanceakt zwischen China und den USA zu stören, und es ist möglich, dass China nach Russland das nächste geopolitische Opfer werden könnte. Mehr US-Einfluss könnte zu mehr indirektem Druck der USA auf China führen, um Zugeständnisse von diesem zu erzwingen.

Die Tatsache, dass Angola bereits dazu bereit ist, einen Teil der Mineralienexporte (insbesondere Kupfer) aus der Demokratischen Republik Kongo und Sambia über den Lobito-Korridor von China in den Westen umzuleiten, offenbart Lourencos Absichten. Es sieht daher so aus, als würde er China hinhalten, um so lange wie möglich maximale Vorteile daraus zu ziehen, bevor er seine Westorientierung entschlossen in eine vollständige Neuausrichtung umwandelt. Es ist unklar, was China tun kann, um dieses Szenario abzuwenden, aber sollte es Realität werde, wäre dies ein weiterer Erfolg im globalen Machtkampf der USA.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Wird der Iran bei US-Bodeninvasion selbst Invasion der Küstenregion durchführen?

von Jochen Mitschka – 4. April 2026

Während der Iran die USA immer weiter auffordert, doch endlich die Bodenoffensive zu beginnen, fragen sich Experten, ob das Land Pläne hat, in dem Fall seinerseits eine Bodenoffensive der gegenüberliegenden Küstenregion am Golf zu unternehmen.

Die Diskussion dreht sich vor allem um iranische Drohungen, die von Analysten aufgegriffen und analysiert werden. Ein zentraler Fall ist der iranische Sicherheits- und Analyst Morteza Simiari (auch Simiari), der auf dem staatlichen Sender IRIB (Iranian State Television) explizit warnte:

„Wenn die USA einen Fehler machen und Bodentruppen einsetzen, sind die iranischen Streitkräfte bereit, die Küsten von Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu besetzen. Der Einmarsch an den Küsten der UAE und Bahrains steht auf der Agenda und würde die regionale Lage grundlegend verändern.“

Diese Aussage wird als direkte Reaktion auf Spekulationen über eine US-Bodeninvasion (z. B. zur Einnahme von Kharg Island oder anderen Zielen) gesehen und soll die die Golfstaaten abschrecken, die USA stärker zu unterstützen.

Die Einschätzung von Experten

Militärische Analysten (z. B. in Berichten und Video-Analysen zu den IRIB-Äußerungen) sprechen offen darüber, dass eine iranische Küsten- oder Amphibienoperation gegen die UAE/Bahrain zwar strategisch angedroht wird, aber logistisch extrem unwahrscheinlich sei: Iran fehle die nötige Luft- und Seestärke für eine großangelegte Bodeninvasion über den Golf, und die Golfmonarchien hätten US-Unterstützung sowie moderne Luftabwehr. Sie bewerten es daher primär als psychologische Kriegsführung und Abschreckung, um die USA von Bodentruppen abzuhalten und die Golfstaaten (insbesondere UAE) zu warnen, nicht tiefer in den Konflikt einzusteigen.

Trita Parsi (bekannter Iran-Experte und Gründer des Quincy Institute) thematisiert diese Drohungen in Interviews und Analysen zur laufenden Krise. Er erklärt, dass Iran historisch schon mit Invasionen von Dubai/Abu Dhabi gedroht habe, falls die Emirate offen in den Krieg eintreten. Parsi sieht darin eine mögliche Gegeneskalation (u. a. mit Booten und Truppen), betont aber auch die hohen Risiken und dass eine US-Bodeninvasion für alle Seiten ein „Lose-Lose“-Szenario wäre. Er ordnet es in Irans Strategie ein, die Golfmonarchien von einer Beteiligung abzuschrecken.

Das nicht berücksichtige Szenario

Was in diesen Analysen immer angenommen wird ist eine Invasion über das Wasser. Niemand hält es für notwendig eine Invasion über die Landverbindung mit dem Irak in Betracht zu ziehen. Das könnte schon alleine für den Iran sinnvoll sein, um im Fall einer Invasion die feindlichen angreifenden Kräfte zwingen, sich zu aufzuteilen, und nicht in voller Macht vorzudringen. Noch drastischer wäre die Auswirkung, wenn die Gegenangriffe im Fall einer Invasion gleich an mehreren Fronten erfolgen würden. Am Ende ging es gar nicht um die „Eroberung“ von Bahrain, Kuwait oder Katar, sondern darum, möglichst die Angreifer zu zerstreuen und so viel Zerstörung wie möglich zu verursachen.

Bild: Wikipedia

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