Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 27. März 2026

Laut US-Kriegsminister ist der Iran geschlagen, wie nie zuvor ein Land besiegt wurde, während der Iran die zwei wichtigsten Seeverkehrswege der Welt beherrscht. Zunächst also eine kurze Zusammenfassung was passierte, dann der Bericht über Ereignisse der Nacht und die übliche Chronologie des Tages.
Vor zwei Tagen stand Hegseth im Weißen Haus und erklärte, dass der Iran quasi von der Landkarte getilgt worden wäre. Am gleichen Tag startete der Iran seine 80. Welle von Raketenangriffen auf Israel und US-Interessen in der Golfregion. Nach iranischen und irakischen Angaben wurden alle amerikanischen Militärbasen im Nahen Osten zerstört, sie suchten nun nach geflohenen Soldaten und baten die Bevölkerungen um Hinweise. Der Iran veröffentlichte ein Video, in dem er behauptete, einen US-amerikanischen F-18-Kampfjet in der Nähe von Chabahar abgeschossen zu haben, was das US-Zentralkommando (CENTCOM) dementierte.
Der Iran beschloss ein Gesetz, welches die Straße von Hormus nunmehr mautpflichtig macht. Mehr als 20 Schiffe haben bereits die „Teheraner Mautstelle“ für die sichere Durchfahrt genutzt. Während die USA eine Bodenoffensive planen, warnt der Iran, in diesem Fall die Meerenge Bab al Mandab, also den Zugang zum Roten Meer, zu blockieren. Der Jemen, im Westen „die Huthis“ genannt, warten schon sehnsüchtig darauf, aktiv werden zu können. Durch die Straße von Hormus fließen 20% des weltweit gehandelten Öls, durch die Meerenge Bab al Manda ca. 12%.
Die USA bombardierten den Iran monatelang, ermordeten die Führung des Landes, zerstörten Schulen, Krankenhäuser, ganze Wohnblock, um einen Wissenschaftler mit seiner Familie zu ermorden. Der Iran reagierte darauf, indem er die Kontrolle über die wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt übernahm. Was wir derzeit erleben ist ein Vietnam auf Drogen für Donald Trump.
Die USA konnten den Krieg gegen die Sandalenkrieger der Taliban nicht gewinnen und mussten vor den sanktionierten Jemeniten die Flucht ergreifen. Aber sie glaubten, einen Hochtechnologiestaat mit einer mehrtausendjährigen Hochkultur und zwei Weltmächten als Freunde, mal eben in die Knie bomben zu können. Das ist so absurd, so abwegig, dass man sich fragen muss, ob dieser verlorene Krieg nicht ganz andere Gründe hat, als den Iran in die Knie zu zwingen.
Was passierte nun in der Nacht vom 26. März zum 27. März 2026?
07 Uhr 00
In den letzten neun Stunden hat sich der Irankrieg weiter intensiviert, wobei vor allem iranische Raketenangriffe und israelische Gegenschläge im Fokus standen. Iran feuerte eine Salve ballistischer Raketen auf die israelische Hafenstadt Haifa ab, die in der Nähe der strategischen Bazan-Ölraffinerie einschlugen und mindestens neun Menschen verletzten; Überwachungskameras zeichneten die Einschläge auf. Die Luftabwehr scheint immer geringere Erfolge zu haben.
EU-Vasallen erstaunt?
Gleichzeitig verbreitet sich in Europa die Nachricht, dass die USA Geldmittel, welche insbesondere die EU-Länder an die USA gezahlt hatten, damit daraus Luftabwehrraketen und Munition für die Ukraine finanziert werden kann, stillschweigend umleiteten, um damit den Krieg gegen den Iran zu finanzieren. (Titelbild)
„Das Pentagon erklärte laut einem Bericht der Washington Post von gestern Abend, man müsse ‚die eigenen Militärbestände wieder auffüllen, anstatt zusätzliche Hilfe an die Ukraine zu schicken‘. Militärexperten zufolge liegt der wahre Grund darin, dass die Iraner die Abhörfähigkeiten der USA schwer beschädigt haben. Das Pentagon versucht nun fieberhaft, diese Fähigkeiten wiederherzustellen, indem es Ausrüstung beschlagnahmt, die nach Südkorea und in die Ukraine geliefert wurde oder dort eingesetzt werden sollte.
Die Armeeführung informierte den US-Kongress am Montag darüber, dass sie plant, 750 Millionen US-Dollar, die von NATO-Staaten für das PURL-Programm gesammelt wurden, umzuleiten, berichtete die Zeitung. PURL (Priorisierte Liste der Ukraine-Anforderungen) ist ein von den USA initiiertes Programm, das Gelder von anderen NATO-Mitgliedern sammelte, um die Ukraine zum vorrangigen Empfänger von Waffen zu machen. Die Unterlagen für die drastische Planänderung legen fest, dass bestimmte Waffensysteme, wie beispielsweise über das PURL-Programm bestellte Abfangraketen, stattdessen den USA zur Verfügung gestellt werden sollen. Dies untermauert mehrere Berichte, wonach der Iran einen Großteil der US-amerikanischen Fähigkeit zur Abwehr iranischer Raketen zerstört hat. Auch Israels Raketenabwehrsystem ‚Iron Dome‘ ist instabil und hat in Tel Aviv und anderen Orten erhebliche Schäden erlitten.“ (Quelle)
Krieg geht unvermindert weiter
Nichts deutet darauf hin, dass die Eskalation des Krieges abflacht. Israel setzte seine Luftangriffe auf iranische Ziele fort, darunter offenbar auch auf Teheran und weitere militärische Einrichtungen und Wohngebiete, und meldete die gezielte Tötung des Kommandeurs der iranischen Revolutionsgarde-Marine, Alireza Tangsiri, bei einem Schlag auf Bandar Abbas.
Die iranischen Revolutionsgarden griffen ihrerseits militärische und energetische Ziele an und feuerten weitere Raketen und Drohnen auf Israel sowie US-Stützpunkte ab, was die Luftverteidigungssysteme beider Seiten erneut stark beanspruchte.
US-Präsident Donald Trump verlängerte das Ultimatum an Iran für ein Abkommen bis zum 6. April und erklärte, die Gespräche liefen „sehr gut“, während Teheran einen eigenen Gegenvorschlag zum US-15-Punkte-Friedensplan vorlegte und Verhandlungen weiter ablehnte. Es ist offensichtlich, dass Trump mit seinen Äußerungen lediglich versucht, Börsen und Ölpreise unter Kontrolle zu halten.






