Karaganow zum möglichen Atomwaffeneinsatz: „Deutschland wird als Erstes leiden“

Von RT DE – 15. Juni 2026

Sergei Karaganow hat erneut davor gewarnt, dass Russland gezwungen sein könnte, erst einen konventionellen und im Falle eines Gegenschlags auch einen nuklearen Schlag gegen einzelne europäische Länder zu führen. Dabei stellte er heraus, dass Deutschland neben Rumänien und Polen das primäre Ziel sei.

Karaganow zum möglichen Atomwaffeneinsatz: "Deutschland wird als Erstes leiden"
Von links nach rechts: John Mearsheimer, Glenn Diesen, Sergej Karaganow im am 14. Juni 2026 veröffentlichten Videopodcast (Screenshot aus dem Video)

In dem Videopodcast des norwegischen Politologen und Geopolitikexperten Glenn Diesen hat der Politikwissenschaftler und Berater des russischen Präsidenten Sergei Karaganow erneut gewarnt, Russland könnte demnächst gezwungen sein, durch einen beschränkten Einsatz von Nuklearwaffen gegen ein europäisches Land der nuklearen Abschreckung, die ihre Wirkung verloren hat, neues Gewicht zu verleihen. Dabei stellte Karaganow Deutschland als mögliches Ziel besonders in den Vordergrund.

„Deutschland ist die schlimmste Gefahr in der Geschichte der Menschheit,“ begründete er seine Auffassung. „Es wird Deutschland niemals erlaubt sein, eigene Atomwaffen zu beschaffen. Sollten sie es auch nur versuchen, werden sie von der Erdoberfläche ausgelöscht werden“ (im englischen Original: be obliterated, an anderer Stelle: be evaporated).

Damit beantwortete Karaganow den Einwand des ebenfalls im Podcast zugeschalteten US-Wissenschaftlers John Mearsheimer, Deutschland könnte versucht sein, Nuklearwaffen zu beschaffen. 

"Ich hoffe, dass es nicht dazu kommt" – Karaganow warnt Europa vor russischem Atomwaffeneinsatz

Ich hoffe, dass es nicht dazu kommt – Karaganow warnt Europa vor russischem Atomwaffeneinsatz

Gleiches gelte für Japan als Mitschuldigen des Zweiten Weltkriegs. Karaganow behauptete, dass es diesbezüglich Gespräche mit chinesischen Freunden und Verbündeten“ gebe. Sollte Russland sich jemals (if and when) gezwungen sehen, erst konventionelle und nach einem Gegenschlag auch nukleare Waffen gegen Europa einzusetzen, werde es Deutschland sein, das als erstes leiden wird“, betonte Karaganow (ab Timecode 43:55 im Video): be obliterated

Wenn und sobald – und ich hoffe, dass es dazu nie kommen wird – Russland gezwungen sein wird, erst konventionelle und dann nukleare Flugkörper einzusetzen, wird das primäre Ziel nicht nur Rumänien oder Polen sein, das primäre Ziel wird – Gott bewahre – Deutschland sein. Deutschland wird als Erstes leiden, und das sollten sie begreifen.

John Mearsheimer sagte im Verlauf des Gesprächs mehrmals, dass er nachvollziehen kann, dass Russland die Wirkung der nuklearen Abschreckung wiederherstellen muss. Was sich der Westen aktuell gegenüber Russland leistet, wäre zu Zeiten des Kalten Krieges absolut undenkbar gewesen. Und es sollte gegenüber einer Atommacht absolutes Tabu sein.

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Oberste US-Geheimdienstchefin: Die Existenz von US-finanzierten Biolaboren in der Ukraine wurde verschleiert

Von Florian Rötzer – 15. Juni 2026

DNI-Chefin Tulsi Gabbard veröffentlichte kurz vor ihrem Ausscheiden aus dem Amt Informationen über US-finanzierte Biolabore. Screenshot von DNI-Video

Kurz vor ihrem Ausscheiden aus dem Amt als oberste Geheimdienstchefin (Director of National Intelligence – DNI) hat Tulsi Gabbard noch Dokumente über 120 von amerikanischen Steuergeldern seit langem unterstützte Biolabs auf der ganzen Welt veröffentlicht. Es geht aber vor allem um diejenigen in der Ukraine. Die Öffentlichkeit seien diese Informationen absichtlich vorenthalten worden: „Die Informationen über die Existenz, die Geschichte, die Standorte und die Finanzierung dieser von den USA finanzierten Biolabore wurden von mächtigen Menschen bewusst verschleiert, indem fälschlicherweise behauptet wurde, sie existierten nicht, und jeder, der etwas anderes behauptete, wurde als ausländischer Agent und Verräter Amerikas beschuldigt.“

Das ist harter Tobak und könnte direkt aus Moskau stammen. Die paar Dokumente, teils noch geschwärzt, die Gabbard „nach monatelanger Suche“ veröffentlichte, sind allerdings dürftig. [Das ändert nichts an ihrer Existenz, zumal es inzwischen zahlreiche Beweise für die langjährigen Forschungen und Experimente des Pentagon mit Biowaffen in der ganzen Welt gibt – siehe etwa hier; die GG-Red.]

Die Biolabore des Pentagon weltweit, aber vor allem in der Ukraine, die mit gefährlichen Erregern hantieren sollen, um sie möglicherweise zu Biowaffen zu machen, wurden von China und Russland während der Covid-19-Pandemie und vor allem nach Beginn des Krieges gegen die Ukraine zum Thema auch vor die Vereinten Nationen gebracht. Sie seien, so Valentina Matviyenko, die Sprecherin des Föderationsrats, im April 2023 nach Veröffentlichung des Berichts der Parlamentarischen Kommission über die Untersuchung der Biologischen Labors der USA in der Ukraine, “exklusiv militärisch und keineswegs für eine friedliche medizinische Forschung“. Ukraine, so der Bericht, sei zu einem Testgebiet für Biowaffen geworden, es sei an ethnischen Waffen geforscht und mit gefährlichen Fledermaus- und Vogelviren, aber auch Milzbrand und Tularämie (Hasenpest) geforscht worden. Putin sprach von einem „Netzwerk von westlichen Biowaffenlaboren“. Über die Jahre hielt man an der Bedrohung durch die Biolabore fest.

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Vertrag zwischen Iran und USA steht – und Israel bombardiert weiter

Von Peter F. Mayer – 15. Juni 2026

Bild: tkp

Es ist vollbracht. Oder zumindest: angekündigt. Am Sonntagabend, dem 14. Juni 2026 – zufällig sein 80. Geburtstag – verkündete Donald Trump auf Truth Social die Worte, auf die die Welt seit drei Monaten gewartet hat: „Der Deal mit dem Iran ist jetzt komplett. Glückwunsch an alle!“ Dann folgte ein Satz, der in die Geschichte eingehen wird — als pathetisch, als erlösend oder als beides: „Schiffe der Welt, startet eure Motoren. Lasst das Öl fließen!“

Die Straße von Hormus soll wieder öffnen. Die US-Seeblockade soll fallen. Der Krieg, der am 28. Februar begann und die Welt an den Rand einer Ölkrise, einer regionalen Eskalation und eines Flächenbrands brachte, soll enden – auf allen Fronten, einschließlich des Libanon. Doch während in Washington, Teheran und Islamabad die Sektkorken knallen, fallen in Beirut und im Südlibanon weiter Bomben.

Die Konturen des Memorandums of Understanding (MoU), das unter pakistanischer und katarischer Vermittlung ausgehandelt wurde, sind nun klarer als je zuvor. Wie Middle East Eye berichtet, bestätigte der iranische Sicherheitsrat in einer offiziellen Erklärung:

Was im Abkommen steht

  • Sofortige und dauerhafte Einstellung aller militärischen Operationen auf allen Fronten, einschließlich des Libanon – wirksam ab Sonntagnacht
  • Sofortige und vollständige Aufhebung der US-Seeblockade gegen iranische Häfen
  • Wiedereröffnung der Straße von Hormus, zunächst angekündigt als sofortig, später von Trump präzisiert: die tatsächliche Öffnung erfolgt mit der formellen Unterzeichnung
  • Formelle Unterzeichnungszeremonie am 19. Juni in der Schweizwie Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif auf X verkündete
  • 60-tägige Verhandlungsperiode für ein endgültiges Abkommen, das die Nuklearfrage und umfassende Sanktionserleichterungen regeln soll

Irans Vizeaußenminister Kazem Gharibabadi bestätigte gegenüber Tasnim, das MoU sei finalisiert und werde am Freitag in der Schweiz offiziell unterzeichnet. Eine informierte Quelle erläuterte gegenüber Tasnim die Bedingungen für die Aufnahme der weiteren Verhandlungen: Die zweite Phase beginne nur, wenn die Verpflichtungen aus dem MoU eingehalten würden. Andernfalls werde Teheran nicht weitermachen.

Iranische Staatsmedien berichteten zudem, dass die USA im Rahmen des Abkommens zwölf Milliarden Dollar eingefrorener iranischer Vermögenswerte freigeben werden.

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Elon Musk, erster Billionär der Welt: Der Börsengang von SpaceX und wie die Oligarchie Gestalt annimmt

Von Joseph Kishore – 14. Juni 2026

Am Freitag wurde Elon Musk zum weltweit ersten Billlionär. Ein Konsortium von Investmentbanken legte den Ausgabepreis für SpaceX an der Nasdaq am Donnerstagabend auf 135 Dollar pro Aktie fest. Bei Handelsbeginn am Freitag sprang die Aktie auf 150 Dollar, kletterte im Tagesverlauf um bis zu 30 Prozent und schloss mit einem Plus von rund 19 Prozent bei 161 Dollar, wodurch sich die Marktkapitalisierung des Unternehmens auf rund 2,1 Billionen Dollar erhöhte.

Basierend auf der Aktienbewertung zum Börsenschluss am Freitag beläuft sich Musks persönliches Vermögen auf rund 1,1 Billionen Dollar. Vor dem Börsengang lag es bei etwa 810 Milliarden Dollar. Die Kursfestlegung und das Börsendebüt ließen es innerhalb von zwei Tagen um mehr als 300 Milliarden Dollar anwachsen, davon allein am Donnerstag um rund 188 Milliarden Dollar – der größte jemals verzeichnete Vermögenszuwachs, der aus dem Nichts gezaubert wurde.

Die Mainstream-Medien begrüßten das Ereignis mit Euphorie und berichteten über die Feierlichkeiten der Oligarchie in Tönen atemloser Bewunderung. Über dem Nasdaq-Bildschirm am Times Square, wo sich SpaceX-Mitarbeiter in Astronautenkostümen versammelt hatten, wurde die Silvesterkugel – umgestaltet als rot-orangefarbener Mars – gehoben, um die Schlussglocke einzuläuten. Am Abend veranstaltete JPMorgan Chase, eine der federführenden Konsortialbanken, im Park-Avenue-Tower eine Gala, welche die New York Times wiederum als „intergalaktisch“ bezeichnete.

Die Bewertung von SpaceX in Höhe von 2,1 Billionen Dollar steht in keinem Verhältnis zu einem tatsächlichen Produktionsprozess. SpaceX verlor im Jahr 2025 4,9 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 18,7 Milliarden Dollar. SpaceX wird mit dem etwa 95-fachen seines Jahresumsatzes bewertet, während ein durchschnittliches Unternehmen im S&P 500 zu weniger als dem Vierfachen des Jahresumsatzes gehandelt wird – und auch hier ist die Blase von historischem Ausmaß nicht zu übersehen.

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Mit einem Trump-Abkommen in Sichtweite wechselt der Iran von Überleben zu Macht

Von Zvir Bar’el – 14. Juni 2026

Teheran hat wiederholt erklärt, „die Atomfrage sei verhandelbar“, während es in den Gesprächen vor dem Krieg bereits Grundsätze wie die Rückkehr der Inspektoren und die Verdünnung von Uran akzeptiert hatte. Selbst nach dem Rückzug der USA blieb es ein Jahr lang im Abkommen, bevor es dieses schrittweise verletzte, und strebt nun bessere Bedingungen als 2015 an.

Es ist besser, keine Einigung zu erzielen, als eine schlechte zu unterzeichnen – das war von Anfang an das Motto, das die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran begleitete. Es ist nicht überflüssig anzumerken, dass über das ursprüngliche Atomabkommen, das 2015 unterzeichnet wurde und aus dem sich Präsident Donald Trump 2018 zurückzog, weitaus unverblümtere und schärfere Worte fielen.

Es scheint, als würde Trump heute viel dafür geben, um ein ähnliches Abkommen zu erzielen wie das, das sein Erzfeind Obama unterzeichnet hat. Doch bevor man das Memorandum verreißt, sollte man sich ins Gedächtnis rufen, dass es sich hierbei nicht um ein Abkommen handelt. Vielmehr handelt es sich um ein Arbeitspapier, das eine Liste von Grundsätzen und Verfahren vorschlägt, auf denen die Verhandlungen basieren werden, die (theoretisch) 60 Tage lang als Teil eines gegenseitigen Waffenstillstands andauern und letztendlich, falls erfolgreich, zu einem unterzeichneten Abkommen führen sollen.

Derzeit gibt es keine Einigung über den Zeitpunkt der Unterzeichnung des Memorandums, über die Art der Unterzeichnung – ob aus der Ferne, per elektronischer Signatur oder persönlich –, über den Ort der Unterzeichnung oder darüber, wer auf beiden Seiten unterzeichnen wird. Es scheint, dass der auffälligste gemeinsame Nenner die gemeinsamen Bemühungen beider Seiten sind, Medienberichte über den Inhalt des Memorandums zu dementieren, insbesondere über Klauseln, die sich auf die Zugeständnisse beziehen, die jede Seite angeblich gemacht hat, um die endgültige Formulierung zu erreichen.

Unbestritten sind die tiefgreifenden Änderungen, die das 15-Punkte-Dokument, das Trump im März über Pakistan an den Iran übermittelt hatte, erfahren hat.

Es wurde als Ultimatum übermittelt, sieht nun aber ganz anders aus. Nach bisherigen Berichten ist von diesen Klauseln nicht mehr viel übrig, nachdem sie vom Iran abgelehnt wurden. Im Gegensatz zur ursprünglichen Forderung der USA wird das iranische Atomprogramm erst nach der Öffnung der Straße von Hormus, der Aufhebung der amerikanischen Blockade des iranischen Seeverkehrs und der Freigabe eines Teils der Milliarden Dollar, die weltweit auf Bankkonten eingefroren sind, diskutiert werden. Das Programm für ballistische Raketen, ein Thema, das im Mittelpunkt der Versprechen von Trump und Außenminister Marco Rubio stand, wird offenbar zu keinem Zeitpunkt überhaupt zur Sprache kommen. Das Gleiche gilt für die Verbindungen des Iran zu seinen Stellvertretern im Irak, im Libanon und im Jemen sowie für die Unterstützung, die er diesen gewährt.

In dieser Angelegenheit legte der Iran eine Liste von Forderungen vor, zunächst indem er drohte, die Verhandlungen einzufrieren, sollte das Kreuzfeuer im Libanon nicht aufhören – eine Drohung, die zu einer amerikanischen Forderung an Israel führte –, und später, indem er festlegte, dass der Waffenstillstand mit den Amerikanern am Golf einen Waffenstillstand „in jeder Region“, einschließlich des Libanon, beinhalte. Diese Klausel wurde von der amerikanischen Regierung nicht zurückgewiesen, obwohl noch unklar war, ob sie einen Rückzug Israels aus den Gebieten beinhaltete, die es im Libanon eingenommen hatte. Es scheint, dass die Frage der Stellvertreter damit auskommen muss, dass die USA auf jedes Land einzeln Druck ausüben, wie sie es im Irak und im Libanon getan haben.

Der Iran kam mit einer gut durchdachten Strategie zu den Verhandlungen, von der ein Teil die USA und viele Analysten überraschte. Er ersetzte seine Politik der „Null-Probleme mit den Nachbarn“ durch eine Strategie, die darauf abzielte, sich einen diplomatischen Schutzmantel zu verschaffen, der den Einfluss der Golfstaaten auf Trump nutzen und gleichzeitig massive Angriffe auf diese Länder vermeiden sollte; er übernahm die Kontrolle über die Straße von Hormus und machte sie zu einer mächtigen strategischen Waffe, während er das Geflecht aus politischem und regionalem Druck, in dem Trump verstrickt war, genau einschätzte.

Gleichzeitig untergrub es die amerikanischen Arbeitshypothesen, wonach militärische Maßnahmen und eine Seeblockade die Golfstaaten dazu veranlassen würden, sich direkt am Krieg zu beteiligen und eine aktive Militärkoalition an der Seite der USA zu bilden, sowie die Annahme, dass China sich dem amerikanischen Druck auf den Iran anschließen würde. Der Iran trat nach seiner Konzeption mit strategischen Druckmitteln an den Verhandlungstisch, die Auswirkungen auf die regionale und globale Wirtschaft hatten, und zwang die USA dazu, taktische Schritte zu entwickeln, die sich nicht zu einer anwendbaren Strategie verdichteten, die den Krieg entscheiden würde.

Ein wichtiges Ergebnis aus iranischer Sicht war der Erfolg, die USA dazu zu zwingen, die Diskussion über das Atomabkommen von der über die Meerenge zu trennen und damit die Gefahr unmittelbaren wirtschaftlichen Drucks zu neutralisieren. Sollten zudem noch vor einer Diskussion über das Atomabkommen Teile seiner Gelder freigegeben werden, wäre dies ein weiterer Erfolg, wenn auch ein weniger bedeutender als die Öffnung der Meerenge.

Das umsichtige Management seiner militärischen Schritte und die uneingeschränkte Ausnutzung seiner geopolitischen Lage haben den Iran über die Formel hinausgeführt, wonach Überleben gleichbedeutend mit Sieg ist – die Vorstellung, dass der Iran nur nicht verlieren musste, um zu gewinnen. Dieser Übergang markiert die nächste Phase, in der der Iran plant, eine Wirtschaftsmacht und eine Kraft zu werden, die die regionale Politik bestimmt.

Darin liegt aus seiner Sicht die Stärke der Atomfrage, die als starker Hebel dienen soll, deren Lösung von der Aufhebung des Systems amerikanischer und internationaler Sanktionen, der Rückkehr des Iran auf den globalen Ölmarkt und der Kanalisierung von Investitionen in Höhe von Hunderten von Milliarden Dollar in den Iran abhängt. Dies wäre nicht nur ein gewaltiger wirtschaftlicher Erfolg, der der Islamischen Republik globale Legitimität verleihen würde, sondern auch die Erfüllung des Versprechens der Revolution, den iranischen Bürgern ein besseres Leben zu bieten als das, das sie unter dem Schah hatten, sowie ein Beweis für die Gültigkeit der Ideologie, die die Revolution leitete.

Doch der Preis für die Verwirklichung dieser Vision ist umstritten und findet im Iran keine breite Unterstützung. Genau wie vor und nach der Unterzeichnung des Atomabkommens im Jahr 2015, als das Eingreifen des Obersten Führers Ali Khamenei erforderlich war, um die unverhohlene Kritik der Revolutionsgarden und anderer radikaler politischer Kräfte zu besänftigen, sind auch jetzt ähnliche Stimmen zu hören.

Im iranischen Parlament wurde gefordert, alle Vereinbarungen und sonstigen Abkommen dem Parlament zur Genehmigung vorzulegen. Radikale Sprecher verurteilen die Verhandlungen mit den USA an sich, da diese ihre Perfidie bereits unter Beweis gestellt hätten. Der neue Führer, Mojtaba Khamenei, wuchs mit von seinem Vater geprägten Konzepten wie „heroischer Flexibilität“ und „strategischer Zurückhaltung“ auf, doch als jemand, der seine politische und ideologische Position noch festigen muss, hat er bereits eine harte Haltung gezeigt, wobei seine Bedingungen möglicherweise strenger sind als die seines Vaters.

Die Grundprinzipien, die er den Verhandlungsführern diktiert hat, sind unverändert geblieben. Der Iran ist nicht bereit, sein Atomprogramm oder die Urananreicherung auf seinem Staatsgebiet aufzugeben. Es wird erwartet, dass er bei jeder Klausel eine harte Haltung einnehmen wird, angefangen bei der Erteilung von Genehmigungen für die Rückkehr von IAEO-Beobachtern über die Verdünnung von auf 60 Prozent angereichertem Uran oder dessen Abtransport aus dem Iran, den Abbau von Zentrifugen, den Anreicherungsgrad und die Laufzeit eines Abkommens bis hin zur Durchsetzung einer Auslaufklausel, die es ihm ermöglichen würde, die Anreicherung nach einer bestimmten Zeit wieder aufzunehmen.

In den vor dem Krieg geführten Verhandlungen stimmte der Iran einer Liste von Grundsätzen zu, wie der Rückkehr der Inspektoren, der Verdünnung von angereichertem Uran und einem Einfrieren der Urananreicherung für drei bis fünf Jahre (im Vergleich zu den von den USA geforderten 15–20 Jahren). Er hat zudem bei mindestens drei Gelegenheiten klargestellt, dass die Atomfrage verhandelbar ist. Er fror sein Programm 2003 ein und trat 2009 in Verhandlungen ein, die er systematisch untergrub. Er unterzeichnete 2015 ein Abkommen, das seine Fähigkeiten stark einschränkte. Es ist wichtig anzumerken, dass der Iran selbst nach dem Rückzug der USA aus dem Abkommen dieses noch ein Jahr lang einhielt, bevor er allmählich begann, gegen dessen Klauseln zu verstoßen.

Doch nun wird der Iran versuchen, ein besseres Abkommen als das von 2015 zu erzielen, und steht dabei einem US-Präsidenten gegenüber, der sich durch erstaunliche Flexibilität auszeichnet. Er ist offenbar davon überzeugt, dass er das neue Abkommen ausarbeiten kann.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf Haaretz]

Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

22. Juni 2026: Der Tag, an dem Friedrich Merz die Notbremse zog – eine konkrete Utopie

Von Leo Ensel – 14. Juni 2026

Wie gravierend die Versäumnisse sind, deren sich die deutsche Politik im Hinblick auf die akute Gefahr einer kriegerischen Konfrontation mit Russland schuldig macht, erkennt man am besten im Kontrast. Skizzieren wir daher einen Augenblick lang eine konkrete Utopie, in der Kanzler Merz das dringend Gebotene tatsächlich umsetzen würde … 

Verhältnisse erschließen sich nicht selten im Kontrast. Stellen wir uns also für einen Moment vor, was zwar nicht jenseits aller Vernunft, aber doch jenseits der aktuellen politischen Wahrscheinlichkeit liegt: Bundeskanzler Friedrich Merz würde – durch welches Damaskuserlebnis auch immer erweckt und konvertiert – seinen Amtseid, Schaden vom deutschen Volke abzuwenden, plötzlich ernst nehmen, das Ruder energisch herumreißen und, soweit es in seiner Macht stünde, nicht nur alles dafür tun, den Ukrainekrieg schnellstmöglich zu beenden, sondern auch jeden künftigen Krieg in Europa wieder in den Bereich des Undenkbaren zu verbannen.

Die Wende – 85 Jahre nach dem Überfall

Kein anderes Datum würde sich dafür besser eignen als der kommende 22. Juni, der 85. Jahrestag des Überfalls Hitler-Deutschlands auf die Sowjetunion. Stellen wir uns also vor, Friedrich Merz tritt übernächsten Montag vor die Presse und verkündet etwas, womit buchstäblich niemand gerechnet hätte.

„Die Bundesregierung wird ihre gesamte Außen- und Sicherheitspolitik neu ausrichten. Ziel deutscher Politik ist nicht die Vorbereitung eines Krieges mit Russland, sondern seine Verhinderung. Deutschland wird daher alle diplomatischen, politischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten nutzen, um die gegenwärtige Konfrontation in Europa schrittweise zu überwinden und eine neue Entspannungspolitik einzuleiten.“

Für einige Sekunden herrscht Stille – jene seltenen Sekunden, in denen sich Journalisten nicht sicher sind, ob sie richtig gehört haben. Dann fährt Merz fort: Deutschland werde selbstverständlich verteidigungsfähig bleiben. Die Bundeswehr werde modernisiert, Bündnisverpflichtungen würden eingehalten, niemand denke an einseitige Abrüstung. Aber Verteidigungsminister Pistorius werde ab sofort nicht mehr von „Kriegstüchtigkeit“ sprechen. „Kriegstüchtigkeit“, erklärt der Kanzler, „kann niemals das politische Ziel einer demokratischen Gesellschaft sein. Das Ziel muss Friedensfähigkeit sein. Die Aufgabe der Politik besteht nicht darin, Kriege vorzubereiten, sondern sie zu verhindern. Wir handeln hier im Einklang mit dem Friedensgebot unseres Grundgesetzes.“

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Kann die Ukraine die Krim zurückerobern?

Von Stefano i Lorenzo – 13. Juni 2026

Das Museum zum Krimkrieg 1853-1856 in Sewastopol ist mehr als nur sehenswert – es ist für Krimreisende ein absolutes Muss! Jetzt wurde es von den Ukrainern mit Drohnen massiv beschädigt – ein weiterer Hinweis, wie die Ukraine russisches Gedenken verschwinden lassen will. (Foto: Christian Müller)

Stefano di Lorenzo, ein seit Jahren zuverläßiger Korrespondent der Online-Plattform Globalbridge, kennt die Krim aus eigener Anschauung. Hier berichtet er über die ukrainischen Angriffe auf die Krim und über die Spekulationen der Ukrainer, die Krim zurückerobern zu können. – Siehe am Schluss des Artikels auch die Verlinkungen auf Berichte über die Krim von Christian Müller. (cm)

Noch vor wenigen Monaten hätte diese Frage unwahrscheinlich, ja sogar absurd erscheinen können. Die gescheiterte ukrainische Gegenoffensive im Sommer 2023 zielte darauf ab, die Landbrücke zwischen Mariupol und der Krimhalbinsel zu durchtrennen. Damals, in den Wochen vor dem ukrainischen Angriff, behaupteten ukrainische und westliche Militärexperten, die Ukraine habe eine realistische Chance, die Krim zurückzuerobern. Tatsächlich hieß es, die Aussicht auf eine Rückeroberung der Krim sei für die Ukraine viel realistischer als ein erfolgreicher Vorstoß in den schwer befestigten Donbass. Ukrainische Regierungsvertreter meinten, sie würden im kommenden Mai in Jalta Kaffee trinken. Selenskyj selbst hatte behauptet, der russisch-ukrainische Krieg habe auf der Krim begonnen (in Anspielung auf den Übergang der Krim an Russland im Jahr 2014) und werde auf der Krim enden. Das katastrophale Scheitern der ukrainischen Gegenoffensive im Jahr 2023 wirkte ernüchternd. Zumindest für eine Weile.

Ein immer enger werdender Landkorridor

Drei Jahre später jedoch tauchen wieder Gespräche über eine mögliche Rückeroberung der Krim auf. In den ersten Monaten des Jahres 2022 bestand Russlands wichtigstes territoriales Ziel darin, einen Landkorridor zwischen dem Donbass und der Krim zu sichern. Nach acht Jahren logistischer Herausforderungen konnte die Krim nun auf dem Landweg versorgt werden. Russland hatte in Rekordzeit eine 19 km lange Brücke über die Straße von Kertsch gebaut, die die russische Region Krasnodar von der Krim trennt, und diese wurde 2018 eröffnet. Doch die Brücke erwies sich, insbesondere im Kontext des Krieges, als fragiles Risiko. Seit 2022 wurde sie bereits dreimal schwer beschädigt. Jeder Angriff wurde in der Ukraine und von den eifrigsten Anhängern der ukrainischen Sache im Westen gefeiert — eine groteske Zurschaustellung kollektiver Schadenfreude. Etwas, das in den letzten Jahren zur Norm geworden ist.

Nun ist der etwa 100 km breite Landkorridor zwischen der Region Rostow in Südrussland zunehmend ukrainischen Drohnenangriffen ausgesetzt. Die Ukrainer zeigen sich mittlerweile bei der Wahl ihrer Ziele nicht gerade allzu wählerisch. Die neuen ukrainischen Drohnen, von denen viele von dem amerikanischen Unternehmen Perennial stammen, sind mit KI-Systemen ausgestattet und benötigen keine menschlichen Bediener zur Zielauswahl. Daher gelten diese „Hornet“-Drohnen als sehr effektiv. Der Besitzer von Perennial ist der ehemalige Google-CEO Eric Schmidt.

Eine Strategie des maximalen Schadens

Die durch diese Drohnenangriffe verursachten Schäden sind enorm — oft aber auch wahllos. In den letzten Wochen scheint Quantität gegenüber der Qualität der Ziele Vorrang gehabt zu haben. Lastwagen entlang der Autobahn R280 zwischen Rostow und Simferopol werden regelmäßig getroffen, unabhängig davon, was sie transportieren. Die Logistik zwischen dem russischen Festland und der Krim wird zu einer Herausforderung.

Auch über den Landkorridor vom Donbass zur Krim hinaus haben die verstärkten Drohnenangriffe zu zahlreichen „Kollateralschäden“ geführt. In der Region Luhansk gab es den Angriff auf die Berufsschule in Starobilsk, bei dem 21 junge Menschen starben. In der Region Donezk wurde letzte Woche ein Reisebus von einer Drohne getroffen, wobei acht Menschen ums Leben kamen. In der Nacht vom 7. auf den 8. Juni wurde auch ein Personenzug auf der Krim getroffen. Russland arbeitet daran, seine Verteidigung in der Region zu verbessern, unter anderem durch den Einsatz von Anti-Drohnen-Netzen entlang der Transportwege.

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Nach einer Woche der Eskalation droht Trump mit Bodeninvasion im Iran

Von Andre Damon – 13. Juni 2026

Ihr habt Süßwasser und Bodenschätze? Dann fliegen wir zu euch!

US-Präsident Donald Trump drohte am Donnerstagmorgen mit einer Invasion des Iran und der Beschlagnahme seines Öls, nachdem die Vereinigten Staaten das Land in der vergangenen Woche an zwei aufeinander folgenden Nächten bombardiert und Ziele im Umkreis von 40 Meilen um Teheran angegriffen hatten.

„Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft werden wir die Insel Kharg und andere Öl-Infrastrukturpunkte einnehmen und die vollständige Kontrolle über ihre Öl- und Gasmärkte übernehmen, ähnlich wie wir es mit Venezuela getan haben“, schrieb Trump am Donnerstagmorgen auf Truth Social. Die Vereinigten Staaten hatten im Januar den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro entführt.

Um 13:41 Uhr Ostküstenzeit revidierte er seine Aussage: „Ich habe als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika die für heute Abend geplanten Angriffe und Bombardements gegen den Iran abgesagt.“ Ein potenzielles Abkommen, so schrieb er, sei „von allen beteiligten Parteien gebilligt“ worden. Er nannte elf Regierungen, von Israel und Saudi-Arabien bis hin zu Ägypten. Der Iran befand sich nicht auf der Liste.

Zweifellos steckt in den Ankündigungen vom Donnerstag ein erhebliches Maß an Marktmanipulation. Der Aktienmarkt, der eine Woche lang gefallen war, als der Krieg eskalierte, stieg nach Trumps Beitrag wieder an. SpaceX begann am gestrigen Freitag mit dem Handel an der Nasdaq im Rahmen des größten Börsengangs der Geschichte, der voraussichtlich Tausende neuer Millionäre hervorbringen und das Vermögen von Elon Musk, einem wichtigen Verbündeten Trumps, massiv vergrößern wird.

Ungeachtet dessen kann nichts, was Trump sagt, für bare Münze genommen werden. Der faschistische Präsident hat seit März nach Zählung von CNN mindestens 38 Mal erklärt, dass ein Abkommen mit dem Iran unmittelbar bevorstehe. Auf jede dieser Äußerungen folgten erneute Bombardements und Drohungen. Wie Verteidigungsminister Pete Hegseth diese Woche erklärte: „Wenn wir mit Bomben verhandeln müssen, werden wir mit Bomben verhandeln. Und darin sind wir sehr gut. Niemand auf der Welt ist besser.“

Das heißt, das Trump-Regime agiert nach dem Mafia-Prinzip: „Tut, was wir verlangen, oder wir bringen euch um.“

Gleichzeitig befindet sich der amerikanische Imperialismus in einer verzweifelten Lage. Nach mehr als 100 Tagen ist der Krieg ein Debakel. Die iranische Regierung steht noch immer; die Straße von Hormus, deren Wiederöffnung Washington geschworen hatte, bleibt geschlossen; und der Iran hat nicht kapituliert. Sollte Trump seine Drohung wahr machen, die Insel Kharg zu besetzen, ist sicher, dass die Ölförderinfrastruktur des gesamten Golfs in Flammen aufgehen würde, mit unabsehbaren Folgen für die Weltwirtschaft.

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Indiens oberster Diplomat erinnerte an das doppelte Spiel der USA beim Kauf von russischem Öl

Von Andrew Korybko – 13. Juni 2026

Der indische Außenminister Dr. Subrahmanyam Jaishankar bestätigte kürzlich bei einer Veranstaltung in Finnland: „Damals (vor Trumps Rückkehr) baten die USA Indien ausdrücklich, russisches Öl zu kaufen, um den Ölmarkt zu stabilisieren.“ Er führte weiter aus: „Zu jenem Zeitpunkt stammte ein Großteil des auf dem Markt verfügbaren Öls aus Russland, da die Europäer im Wesentlichen das Öl aus dem Nahen Osten aufkauften, der unser traditioneller Lieferant war. Die Umstände drängten uns in eine bestimmte Richtung.

Jaishankar kritisierte auch die zahlreichen politischen Kehrtwenden der USA unter der gegenwärtigen Trump-Regierung und bemerkte: „Wenn man sich die aktuelle Situation ansieht: Nachdem die USA uns zunächst Zölle auferlegt hatten, weil wir russisches Öl kauften, haben sie ihre Sanktionen dann wieder aufgehoben … Tun wir nicht so, als ginge es hier um irgendein großes Prinzip. Ich glaube nicht, dass es wirklich gerechtfertigt ist, hier eine moralische Heuchelei daraus zu machen.“ Es ist wichtig, dass er alle an das doppelte Spiel der USA beim Kauf von russischem Öl erinnert, da Indien diesbezüglich jahrelang von den westlichen Medien bösartig verleumdet wurde.

Nichts davon ist neu, da bereits zuvor darüber gesprochen wurde, aber es gewinnt aufgrund der globalen Ölkrise, die durch den Angriffskrieg ausgelöst wurde, den die USA und Israel gegen den Iran begonnen haben, eine neue Bedeutung. Es war dieser Konflikt, der die USA dazu veranlasste, zum Zeitpunkt dieser Entscheidung eine weltweite Ausnahmeregelung für den Import von russischem Öl auf See zu erlassen. Dies wiederum diskreditierte die sechsmonatigen Strafzölle von Washington gegen Indien wegen dieser Käufe und zeigte zudem, dass der Irankrieg nicht wie geplant verlief.

Schließlich beschloss Trump, Indien genau das zu gestatten, was es zuvor getan hatte, diesmal jedoch ohne Strafzölle, und dies geschah aufgrund des Drucks seiner Partner im Ausland wegen des Anstiegs der weltweiten Ölpreise, der durch den Konflikt verursacht wurde, den die USA (und Israel) ausgelöst hatten, nachdem sie die Kontrolle über einige der Folgen verloren hatten. Mehrere Monate später haben die Exporte aus dem Golf noch nicht wieder ihr Vorkriegsniveau erreicht, und der Schaden, den der Iran durch seine Vergeltungsschläge an der Energieinfrastruktur der regionalen Königreiche angerichtet hat, wird so schnell nicht behoben werden.

Dies hat wiederum dazu geführt, dass Branchenexperten davon ausgehen, dass die weltweiten Ölpreise im besten Fall frühestens bis irgendwann im nächsten Jahr hoch bleiben werden, woraus sich bei einigen die Erwartung ergibt, dass die USA ihre Ausnahmeregelung für russisches Öl so lange verlängern werden, bis sich die Energieindustrie am Golf zu erholen beginnt. Sobald dies geschieht, könnten die USA ihre Politik der Verhängung von Strafzöllen gegen diejenigen wieder aufnehmen, die ihr Niveau an russischen Öleinkäufen beibehalten, wodurch Indien möglicherweise wieder ins Visier gerät.

Um eine Wiederholung der Druckkampagne vom letzten Sommer zu vermeiden, prüft Indien aktiv den Import von (nun unter US-Kontrolle stehendem) venezolanischem Öl, auch wenn dies aus den hier erläuterten Gründen nur langsam vorankommt. Angesichts des damit verbundenen Zeitrahmens könnte Indien jedoch hypothetisch einen Teil seines russischen Öls schrittweise durch venezolanisches ersetzen – in einem Tempo, das den Erwartungen der USA entspricht, ohne Russland zu schockieren. Das wäre aus Sicht der indischen Politik der Mehrfachausrichtung der optimale Ansatz.

An das doppelte Spiel der USA in Bezug auf Indiens russische Öleinkäufe zu erinnern, wie es Jaishankar tat, kann nicht nur als Akt nationaler Selbstachtung interpretiert werden, sondern auch als subtile Art, es den USA heimzuzahlen, dass sie Druck auf Indien ausgeübt haben. Der Reputationsschaden, den Indien den USA auf diese Weise zufügen kann, ist nicht vergleichbar mit dem wirtschaftlichen Schaden, den die US-Zölle Indien zufügen sollten, aber es ist immerhin eine Form der Vergeltung, die „plausibel zu bestreiten“ ist.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Für Trump ist die Zeit gekommen, sich im Iran-Krieg zwischen den Interessen der USA und denen Israels zu entscheiden

Von Mitchell Plitnick – 12. Juni 2026

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und US-Präsident Donald Trump demonstrieren an einer Pressekonferenz ein innig herzliches Zusammengehen – de facto nach den Großmachtwünschen des Kriegsverbrechers und aktiven Völkermörders aus Israel. (Foto: White House)

Die USA können den Iran-Krieg beenden, aber nur, wenn sie Israel in Schach halten. Wird Donald Trump den politischen Willen aufbringen, diesen katastrophalen Krieg der Wahl zu beenden?

Am Donnerstag behauptete US-Präsident Donald Trump – nicht zum ersten Mal –, dass mit dem Iran eine Einigung erzielt worden sei, die Straße von Hormus wieder zu öffnen, die Kämpfe zu beenden und Gespräche über ein dauerhaftes Abkommen zwischen den beiden langjährigen Feinden aufzunehmen.

Laut der halboffiziellen iranischen Nachrichtenagentur Fars sei es wahrscheinlich, dass die iranische Führung das Abkommen unterzeichnen werde, da die Vereinigten Staaten dessen Inhalt akzeptiert hätten. Ob sich davon etwas konkretisiert, bleibt abzuwarten. Die Hoffnungen auf ein Ende dieses verhängnisvollen, von den Vereinigten Staaten und Israel gewählten Krieges haben sich oft in Luft aufgelöst.

Wie üblich stellte Trump zahlreiche Behauptungen auf, darunter, dass er mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu „gesprochen“ habe. Er führte Israel sogar als eines von vielen Ländern auf, die die Bedingungen des Abkommens akzeptiert hätten.

Das Büro des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu schlug jedoch einen anderen Ton an. In ihrer Erklärung hieß es unter anderem: „Auch wenn Israel nicht Vertragspartei des Memorandum of Understanding ist, brachte der Premierminister seine Anerkennung für Präsident Trumps Zusage zum Ausdruck, dass das endgültige Abkommen nach Abschluss der Verhandlungen die Beseitigung von angereichertem Material, den Abbau der Anreicherungsinfrastruktur, Beschränkungen der Raketenproduktion und die Einstellung der iranischen Unterstützung für seine terroristischen Stellvertreter in der Region beinhalten wird.“

Es ist höchst unwahrscheinlich, dass die Absichtserklärung (MOU) die von Israel beschriebenen Bedingungen enthält. Trump mag Israel mitgeteilt haben, dass dies der Inhalt sei, doch wahrscheinlicher ist, dass Israel hier seine eigenen Positionen bekräftigt, um Trump zu signalisieren, dass es kein Abkommen akzeptieren wird, das diese Bedingungen nicht erfüllt.

Der Iran hat deutlich gemacht, dass er keine Verhandlungen über sein Raketenprogramm oder seine Unterstützung regionaler Verbündeter in Betracht ziehen wird. Er hat auch seine offizielle Position nicht geändert, dass er zwar kein Interesse an der Entwicklung einer Atomwaffe habe, sein Atomprogramm jedoch erst nach der Unterzeichnung des MOU und dem Ende des Krieges erörtern werde.

Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass sich diese Positionen, die der Iran seit Beginn des Krieges vertritt, geändert haben.

Netanjahu hat sich bewusst von Trumps Behauptung distanziert, eine Einigung erzielt zu haben – ein Schritt, der eindeutig darauf abzielt, Israel die Freiheit zu geben, im Libanon und möglicherweise direkt gegen den Iran vorzugehen, falls es dies beschließt.

Ebenso klar ist, dass ein solches Vorgehen Israels das MOU sowohl vor als auch nach seiner Unterzeichnung gefährden würde. Dies ist ein weiteres Indiz dafür, dass insbesondere in Bezug auf diesen selbst gewählten Krieg die Ziele, Bedürfnisse und Politiken der USA und Israels weit auseinanderliegen.

Es ist auch eine Mahnung daran, dass Israel – genau wie seit Beginn dieses Krieges – alles in seiner Macht Stehende tun wird, um zu verhindern, dass der Konflikt auf anderen als seinen eigenen Bedingungen beendet wird. Wenn Trump aus diesem Krieg aussteigen will, muss er den politischen Willen aufbringen, den er bisher noch nicht gefunden hat, um den beträchtlichen Einfluss zu nutzen, den er – wie jeder US-Präsident – hat, um Israel zu zwingen, den Libanon zu verlassen und seine Angriffe auf den Iran zu beenden.

Zunehmend sichtbare Differenzen zwischen den USA und Israel

Im Gespräch mit dem Trump-freundlichen Sender CBS News sagte der US-Vizepräsident JD Vance über den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu: „Manchmal stimmen unsere Interessen vollkommen überein, und manchmal stimmen sie nicht überein. Und was ich beim Ministerpräsidenten beobachtet habe, ist, dass er die Interessen seines Landes aggressiv vertritt – manchmal bedeutet das, dass wir auf einer Linie liegen, manchmal bedeutet es, dass wir es nicht tun.“

Das sind ungewöhnliche Worte für einen amerikanischen Vizepräsidenten. Der typische Tenor aus dem Weißen Haus, über die Regierungen beider großer Parteien hinweg, hat stets die enge Übereinstimmung und die gemeinsamen Interessen der beiden Länder betont.

Vances Worte spiegeln die zunehmend sichtbare Kluft zwischen der amerikanischen und der israelischen Politik wider. Entscheidend ist jedoch, dass er diese Kluft eher in einem persönlichen als in einem politischen Rahmen verortet.

Persönliche Reibereien zwischen israelischen und amerikanischen Staats- und Regierungschefs sind keineswegs ungewöhnlich. Ungewöhnlich ist jedoch, dass diese Reibereien mehr als nur eine geringfügige Kluft in der politischen Übereinstimmung zwischen den beiden Verbündeten verursachen.

Das soll nicht heißen, dass es nicht zu einem Bruch zwischen den beiden kommen kann. George H. W. Bush war bereit, den damaligen israelischen Premierminister Yitzhak Shamir zur Madrider Friedenskonferenz zu zwingen, und Barack Obama konnte Netanjahus heftigen Widerstand überwinden, um das Atomabkommen mit dem Iran zu sichern.

Doch solche politischen Brüche waren in den amerikanisch-israelischen Beziehungen äußerst selten, während Reibereien zwischen Benjamin Netanjahu und amerikanischen Präsidenten weitaus häufiger vorkamen. Solche persönlichen Konfrontationen sorgen zwar für schlagzeilenträchtige Schlagzeilen, spielen in der Politik jedoch kaum eine Rolle.

Als also Berichte auftauchten, dass Donald Trump Netanjahu am Telefon wütend angegriffen und ihm gesagt habe: „Du bist verdammt verrückt. Ohne mich wärst du im Gefängnis. Ich rette dir den Arsch. Jetzt hasst dich jeder. Wegen dieser Sache hasst jeder Israel“, war das zwar reißerisch, aber nicht bemerkenswert.

Trump verspürte zudem das Bedürfnis, über Netanjahu zu erklären, wie er es schon gelegentlich zuvor getan hatte: „Wenn ich ihm sage, er soll etwas tun, dann tut er es.“

Trump musste das tun, weil Netanjahu die Region Beirut im Libanon angegriffen hatte – eine rote Linie, vor der der Iran ausdrücklich gewarnt hatte, dass sie zu Vergeltungsmaßnahmen führen würde, und die Trump ihm untersagt hatte.

Schließlich verzichtete Netanjahu nach einer Runde von Raketenangriffen zwischen den beiden Ländern auf weitere Angriffe auf den Iran. Doch die Tatsache, dass er sich über Trumps öffentlich geäußerten Wunsch hinweggesetzt hatte, war bemerkenswert.

Netanjahu wurde sowohl von seinen Anhängern als auch von seinen Gegnern in Israel stark unter Druck gesetzt, hart auf einen Angriff der Hisbollah auf Nordisrael und anschließend auf den Vergeltungsraketenbeschuss des Irans zu reagieren. Trump verstand wahrscheinlich den Druck, unter dem Netanjahu stand, doch er hatte sich bereits in eine Sackgasse manövriert, indem er Netanjahu öffentlich zur Zurückhaltung aufrief, anstatt abzuwarten, bis Netanjahu seine Schläge gegen den Libanon und den Iran ausgeführt hatte – wie es frühere, klügere US-Präsidenten wahrscheinlich getan hätten.

Netanjahus offene Missachtung ließ Zweifel daran aufkommen, wie viel Kontrolle Trump über seinen israelischen Partner ausüben konnte. Dies war für Trump in zweierlei Hinsicht problematisch.

Erstens lebt Trump davon, der Mann an der Spitze zu sein. Er muss seinen fanatischen Anhängern gegenüber stets nicht nur als der mächtigste Mann im Raum erscheinen, sondern auch als der Mann, der diese Macht so ausübt, dass niemand es wagt, sich ihm zu widersetzen. Nur wenige Menschen glauben noch an diese Fassade, aber sie ist der Schlüssel zu den Bewunderern, die Trump noch hat.

Zweitens, und was noch wichtiger ist, verstärkte dies erhebliche Zweifel in den Köpfen der iranischen Führung, dass Trump einen Waffenstillstand durchsetzen könnte, der auch den Libanon einschließt. Angesichts der Tatsache, dass das Vertrauen des Iran in die „Aufrichtigkeit“ der Vereinigten Staaten ohnehin schon bei null lag, war dies äußerst kontraproduktiv, da es implizierte, dass Trump, selbst wenn er aufrichtig bereit wäre, Israels Angriff auf den Libanon zu stoppen, möglicherweise nicht in der Lage wäre, ein solches Versprechen einzuhalten.

Die USA können Israel stoppen, aber werden sie es tun?

In der Nachrichtensendung Democracy Now stellte Trita Parsi, Executive Vice President des Quincy Institute, zu Recht fest: „Zweifellos werden ein bloßer Anruf oder ein paar wütende Äußerungen gegenüber den Medien nicht ausreichen, um Netanjahu und Israel zum Einlenken zu bewegen. Wenn Trump es ernst meint mit der Eindämmung der Israelis, muss dies mit einer Einschränkung von Waffenverkäufen, der Weitergabe von Geheimdienstinformationen und anderen Maßnahmen einhergehen, die es den Israelis erst ermöglichen, diese Angriffe durchzuführen.“

Mittlerweile weiß sogar Trump, dass Parsi Recht hat. Das wissen wir, weil er Netanjahu schon gelegentlich zum Einlenken gezwungen hat, wie zum Beispiel letztes Jahr, als Netanjahu versuchte, den 12-Tage-Krieg mit dem Iran wieder aufzunehmen, und Trump Netanjahu befahl, „die Flugzeuge umzudrehen“.

Er tat es letzte Woche erneut, als er Israel aufforderte, seine Vergeltungsmaßnahmen gegen den Iran einzustellen.

Es kann nicht genug betont werden, dass die Vereinigten Staaten in dieser Beziehung die ultimative Macht innehaben. Unabhängig davon, welchen Einfluss Israel hat und wie sehr seine Lobby in den Vereinigten Staaten agitiert, kann es ohne die Unterstützung der USA nicht überleben. Die USA hingegen sind in absolut keiner Weise von Israel abhängig.

Die einzige Frage ist der politische Wille, und der fehlt, wie schon so lange, schmerzlich.

Doch Trump wird diesen Willen aufbringen müssen, wenn er aus diesem Krieg herauskommen will.

[Weiterlesen: Originalbeitrag in englischer Sprache auf Mondoweiss]

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