Von Peter F. Mayer – 24. April 2026

US-Navy-Sekretär gefeuert, Israel will Südlibanon „kontrollieren“und Trump predigt „Frieden“. Der US-israelische Angriffskrieg gegen Iran und den Libanon eskaliert weiter – und die internen Risse im US-Militärapparat werden sichtbar. US-Navy-Sekretär John Phelan ist genau in dem Moment zurückgetreten (oder gefeuert worden), als die dritte US-Flugzeugträger-Gruppe im Iran-Theater eintrifft – das Timing ist kein Zufall. Es signalisiert tiefe Zerwürfnisse im Pentagon über die Blockade des Golfs von Hormus und die strategische Überdehnung der US-Streitkräfte.
Phelan musste gehen, weil er offenbar nicht mehr mit der Linie von Verteidigungsminister Hegseth und dem Weißen Haus konform ging. Gleichzeitig meldet das Pentagon den Einsatz des dritten Flugzeugträgers (USS George H.W. Bush) neben Abraham Lincoln und Gerald R. Ford. Trump befiehlt der Navy, iranische Minenleger im Hormuz zu „zerstören“, und behauptet, die USA hätten „totale Kontrolle“ über die Meerenge. Die Realität sieht anders aus: Iranische Schnellboote und Drohnen kontrollieren weiterhin die Wasserstraße, die für 20 Prozent des Weltöls entscheidend ist. Simplicius76 zitiert US-Geheimdienstberichte: Trotz aller US-Schläge ist die Hälfte der iranischen ballistischen Raketen intakt, 60 Prozent der IRGC-Marine einsatzbereit und zwei Drittel der Luftwaffe noch intakt – laut den Daten von US-Medien. Die US-Munitionsvorräte sind so ausgeblutet, dass eine Taiwan-Verteidigung gegen China derzeit unmöglich wäre. Das ist kein Sieg – das ist strategische Erschöpfung.
Parallel dazu geht der Bodenkrieg im Libanon weiter. Israel erklärt offen, es wolle Brücken und das Gebiet südlich des Litani-Flusses „kontrollieren“ – also de facto annektieren. Trotz angeblicher Waffenruhe gibt es weiter israelische Luftangriffe auf den Südlibanon: Drei Tote in Nabatieh und Yater, darunter die Journalistin Amal Khalil, über 420 zerstörte Häuser in einer Woche, Plünderungen durch israelische Soldaten. Hezbollah antwortet mit Raketen auf Nordisrael.
Die libanesische Waffenruhe wurde von Trump gerade um drei Wochen verlängert – und wird gleichzeitig von Israel ignoriert. Das Muster ist bekannt: Schein-Frieden als Deckung für Expansion. Israel sucht bei den USA „grünes Licht“ für weitere Eskalationen, während Trump Israel-Libanon-Gespräche im Weißen Haus ankündigt.
Die iranischen Medien zeichnen eine andere Realität: „Operation True Promise 4“ hat das US-Kriegssystem in Westasien erschüttert. Iranische Luftabwehr hat über 170 US-israelische Drohnen abgeschossen . Die IRGC hat Schiffe im Hormuz gekapert, Brücken in Rekordzeit wiederaufgebaut und droht mit „schockierenden Ereignissen“ jenseits aller feindlichen Kalkulationen. Die Einheit von Volk, Regierung und Streitkräften sei „eiserne Einheit“ – Trumps Versuche, Spaltung zu säen, scheitern kläglich.
Die US-Blockade wird zu wirtschaftlichen Selbstmord führen: Ölpreise über 106 Dollar, globale Lieferketten kollabieren, während Iran seine strategische Position am Hormus als „Kill-Zone“ für Aggressoren ausbaut.
Al Jazeera bestätigt die humanitäre Katastrophe: Über 3.375 Tote allein im Iran, 2.294 im Libanon durch US-israelische Operationen. Iran weist Trumps Behauptungen von Führungsspaltung zurück: „Die Nation ist eine Seele.“ Gleichzeitig steigen die Ölpreise und die Profite der Rüstungsindustrie – ein klassischer Kriegsgewinnler-Effekt, während die Bevölkerungen beider Seiten die Zeche zahlen.
Das Gesamtbild sieht so aus: Ein US-Präsident, der „Friedensgespräche“ ankündigt, während seine Navy den dritten Träger schickt und den Golf von Hormus abriegeln soll. Israel nutzt jede Pause zur Gebietsausweitung im Libanon. Iran hingegen zeigt Resilienz und strategische Tiefe – genau das, was westliche „Experten“ nie erwartet haben.
Irans Warnschuss: Internet- und Daten-Kabel im Fadenkreuz
Unter den geschäftigen Gewässern der Straße von Hormus befindet sich ein Schwachpunkt, der das Internet für Millionen lahmlegen könnte. Der Iran hat gerade eine detaillierte Karte veröffentlicht, die genau zeigt, wo die wichtigsten unterseeischen Internetkabel verlaufen – und bezeichnet sie als sehr anfällig.

Für ein Land, das wenig zu verlieren hat, ist dies eine clevere, kostengünstige Möglichkeit, zurückzuschlagen. Wenn die Spannungen mit der Trump-Administration zunehmen, könnte der Iran diese Kabel ohne einen einzigen Raketenstart stören. Es ist klassische asymmetrische Kriegsführung im digitalen Zeitalter.
Die schockierenden Zahlen:
- Mindestens sieben wichtige unterseeische Kabel verlaufen durch die enge Straße von Hormus.
- Diese Kabel transportieren über 97 Prozent des Internetverkehrs der Region für E-Commerce, Cloud-Dienste, Bankwesen und Kommunikation.
- Der eigene Bericht des Iran bezeichnet die Straße als einen „anfälligen Punkt für die digitale Wirtschaft der Golfstaaten“.
Ähnliche Kabel im Roten Meer wurden während der jüngsten Konflikte beschädigt, was beweist, dass diese Angriffe möglich und effektiv sind. Ein einziger Schnitt hier könnte den globalen Handel verlangsamen, Finanztransaktionen einfrieren und Online-Dienste im gesamten Nahen Osten und darüber hinaus lahmlegen.
Die moderne Wirtschaft läuft auf unsichtbaren Daten, die unter dem Ozean fließen. Der Iran hat der Welt gerade gezeigt, wie einfach es wäre, den Stecker zu ziehen. Mit zunehmendem Druck dient diese Karte sowohl als Warnung als auch als Blaupause für das Chaos.
07 Uhr 30:
- Der Nachrichtensender „Lebanon 24“ berichtete von zwei israelischen Angriffen im Südlibanon, nur wenige Stunden nachdem Präsident Trump bekannt gegeben hatte, dass Israel und der Libanon sich auf eine Verlängerung des Waffenstillstands um drei Wochen geeinigt hätten.
- Das israelische Militär teilte mit, dass „mehrere Raketen“ in Richtung Nordisrael abgefeuert worden seien.
- Die US-Staatsanwältin Jeanine Pirro erklärte, ihre Behörde habe Haftbefehle beantragt, damit US-Streitkräfte zwei Öltanker mit einer Ladung von 3,8 Millionen Barrel iranischem Öl beschlagnahmen könnten.
- Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, Israel sei „bereit, den Krieg gegen den Iran wieder aufzunehmen“ und würde das Land „in die Steinzeit“ zurückbomben, sollte Washington grünes Licht geben.
- Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte, die staatlichen Institutionen würden weiterhin „mit Einigkeit, Zielstrebigkeit und Disziplin handeln“, nachdem Trump interne Spaltungen in Teheran behauptet hatte.
09 Uhr 00:
E-Mail des Pentagons erwägt Ausschluss Spaniens aus der NATO: Bericht
Eine interne E-Mail des Pentagons enthält Optionen für die USA, um NATO-Verbündete zu bestrafen, die nach Ansicht der USA die von Washington im Iran durchgeführten Operationen nicht unterstützt haben, berichtete Reuters. Dazu gehörten der Ausschluss Spaniens aus dem Bündnis sowie eine Überprüfung der Haltung Washingtons zum Anspruch Großbritanniens auf die Falklandinseln, wie ein US-Beamter zitiert wurde.






