Von Andrew Korybko – 21. März 2026

Die USA hätten davon profitiert, den Mattala International Airport zu ihrem regionalen Militärstützpunkt zu machen – ganz davon zu schweigen, von dort aus im laufenden Krieg Angriffe auf den Iran zu fliegen –, doch hätte sich die geopolitische Lage in Südasien dadurch zum Schlechten gewendet, und Sri Lankas Beziehungen zu Indien hätten sich dadurch möglicherweise ebenfalls verschlechtert.
Der srilankische Präsident Anura Kumara Dissanayake gab nach einem Treffen mit dem US-Sonderbeauftragten für Süd- und Zentralasien, Sergio Gor, bekannt, dass die USA sein Land am 4. und 8. März zweimal gebeten hätten, ihre Kampfflugzeuge zu beherbergen, er diesen Vorschlag jedoch abgelehnt habe, um im Dritten Golfkrieg die Neutralität zu wahren. Ihm zufolge „wollten sie zwei mit acht Schiffsabwehrraketen bewaffnete Kampfflugzeuge von (ihrer) Basis in Dschibuti zum Mattala International Airport bringen, und wir haben Nein gesagt.“ Das war eine kluge Entscheidung.
Zur Erinnerung: Die USA hatten zuvor vor der Küste Sri Lankas ein iranisches Schiff versenkt, das nach der Teilnahme an von Indien ausgerichteten multilateralen Manövern auf dem Heimweg in den Iran war. Daher ist es nur logisch, dass Dissanayake die Bitte der USA, ihre Kampfflugzeuge genau an diesem Tag und kurz danach in seinem Land zu stationieren, ablehnte. Sri Lanka setzte daraufhin ein zweites iranisches Schiff fest, das am Tag nach dem Untergang des anderen Schiffes von denselben Manövern zurückkehrte; es wäre also ein Vertrauensbruch gegenüber dem Iran gewesen, nun eine Kehrtwende zu machen und US-Kampfflugzeuge aufzunehmen.
Die in Indien ansässige Journalistin Lisa Singh, die regelmäßig über regionale Angelegenheiten mit Schwerpunkt auf Russland, Indien und deren strategische Partnerschaft berichtet, merkte in einem Beitrag über Dissanayakes Entscheidung an, dass der Iran ein wichtiger Abnehmer von srilankischem Tee ist, sodass Dissanayake bei der Ablehnung der US-Anfrage möglicherweise auch wirtschaftliche Überlegungen im Hinterkopf hatte. Nach weiteren Recherchen stellte sich heraus, dass Sri Lanka und der Iran im Dezember 2021 auch ein Tauschgeschäft „Tee gegen Öl“ vereinbart hatten, das durch den Krieg unterbrochen wurde und somit auch den lokalen Produzenten Schaden zugefügt hat.
Ein weiterer Faktor, der möglicherweise zu Dissanayakes kluger Entscheidung beigetragen hat, die Stationierung von US-Kampfflugzeugen abzulehnen – abgesehen davon, dass er offensichtlich nicht wie die Golfstaaten zum Ziel iranischer Drohnen und Raketen werden wollte –, ist die Geschichte des Mattala International Airport. Dieser wurde im Rahmen der chinesischen „Belt & Road“-Initiative mit einem Darlehen von rund 200 Millionen US-Dollar finanziert, allerdings als ein korruptes Prestigeprojekt des ehemaligen Präsidenten Mahinda Rajapaksa kritisiert, das wirtschaftlich keinen Sinn ergab.
Der Flughafen wurde später an ein indisch-russisches Joint Venture verpachtet, doch Berichten zufolge gibt es nun Pläne, diese Vereinbarung zugunsten einer öffentlich-privaten Partnerschaft ab Januar aufzuheben, da sie weiterhin Verluste verursacht. Der Anblick von US-Kampfflugzeugen auf einem Flughafen, der mit Russland, Indien und China – dem Kern der BRICS-Staaten – verbunden ist, wäre skandalös gewesen und hätte Sri Lanka sehr negative Publicity eingebracht. Dies mag nicht Dissanayakes primäre Überlegung gewesen sein, aber es hat wohl zu seiner klugen Entscheidung beigetragen.
Und schließlich – auch wenn dies nicht mit Sicherheit gesagt werden kann – könnte er bei der Ablehnung der US-Anfrage nach Kampfflugzeugen auch die Interessen des engen indischen Partners Sri Lankas im Blick gehabt haben. Schließlich hätte die Einbeziehung des US-Militärs in die Region und die damit verbundene Ausweitung des Dritten Golfkriegs auf Südasien angesichts der Wahrscheinlichkeit iranischer Vergeltungsmaßnahmen die Sicherheit des indischen Staatschefs beeinträchtigt, was wiederum die bilateralen Beziehungen zum Nachteil Sri Lankas verschlechtert hätte. Dieses düstere Szenario wurde somit abgewendet.
Alles in allem verdient Dissanayake Anerkennung dafür, dass er die Anfrage der USA abgelehnt hat, womit er deren Zorn auf sich zog. Die USA hätten davon profitiert, den Mattala International Airport zu ihrem regionalen Militärstützpunkt zu machen, ganz davon zu schweigen, von dort aus während des andauernden Angriffskrieges den Iran zu attackieren, aber die geopolitische Lage in Südasien hätte sich dadurch zum Schlechten gewendet, und Sri Lankas Beziehungen zu Indien hätten sich dadurch möglicherweise ebenfalls verschlechtert. Für Sri Lanka ist es, ganz abgesehen von moralischen Erwägungen, allemal besser, sich die Gunst des regionalen Führers Indiens zu sichern als die der USA, daher traf Dissanayake die richtige Entscheidung.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.
[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]
Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.






