„Ramsteins Rolle in der Aufrechterhaltung des “Global Gateway“ der Luftwaffe“, so die Beschreibung der Aufnahme vom 17. März. Bild: facebook.com/RamsteinOfficial/public domain
Es ist schon ein besonderes Gefühl, sich in einem Land wie Spanien als Deutscher zu identifizieren: Pedro Sánchez, spanischer Regierungschef, hatte schon vor Monaten das israelische Massaker unter der Zivilbevölkerung des Gaza-Streifens „Genozid“ genannt, während für den deutschen Kanzler Friedrich Merz das Wort „wegen der juristischen Komplexität des Problems“ bis heute „tabu“ ist. Auch der Überfall der USA auf Venezuela zwecks Kidnapping des Präsidenten Nicolás Maduro ist bis heute „wegen der juristischen Komplexität des Problems“ nicht kritisiert, geschweige denn verurteilt worden.
Die Übergriffe, Ermordungen und Vertreibungen von Palästinensern durch jüdische Siedler in den besetzten Gebieten – vor den Augen der israelischen Militärs und Sicherheitskräfte – und die Errichtung von 22 neuen illegalen Siedlungen werden von Herrn Wadephul, deutscher Außenminister, mit milden Ermahnungen begleitet. Und den brutalen Angriff Israels auf den Iran im letzten Sommer kommentiert der deutsche Kanzler mit dem Satz: „Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht für uns alle.“
Und was den mit wirren und wechselnden Rechtfertigungen begleiteten aktuellen Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran betrifft, äußert die Bundesregierung immerhin ihre Besorgnis wegen des Massakrierens von 180 Schulmädchen in Minab durch eine US-amerikanische Tomahawk-Rakete. Dabei vertraut die deutsche Regierung aber auf die Zusage von Donald Trump, diesen Massenmord zu untersuchen (genauso wie sie seit Jahren auf Hunderte von Zusagen der israelischen Regierung zur Untersuchung der IDF-Massaker an Palästinensern vertraut, Untersuchungen, von denen man dann nichts mehr hört und die noch nie zu einer Verurteilung der Täter geführt haben). Zu den bisher laut WHO circa 2400 zivilen Opfern im Iran kein Wort, dafür zirkulieren in den deutschen Medien ständig wachsende Zahlen zu den Opfern der Massenproteste im Iran im Januar. Gerade wurde sie von Donald Trump von 5000 Todesopfern (UNO-Sonderberichterstatterin Mai Sato) auf 42.000 heraufgesetzt (bei den „friedlichen“ Protesten sind nebenbei gesagt nach HRANA auch 207 „Sicherheitskräfte“ getötet worden).
Die Ausstellung „Zehn Jahrhunderte polnischer Russophobie“, die die Russische Militärhistorische Gesellschaft anlässlich des 86. Jahrestags dieses stalinistischen Verbrechens Anfang dieses Monats vor dem Eingang zum Katyn-Friedhof eingerichtet hat, ist im Wesentlichen ein Spiegelbild der extremsten antirussischen Geschichtsdarstellungen Polens.
CNN machte darauf aufmerksam, dass die Russische Militärhistorische Gesellschaft ihre Ausstellung über „Zehn Jahrhunderte polnischer Russophobie“, die im vergangenen Herbst erstmals in der Moskauer Innenstadt gezeigt wurde, anlässlich des 86. Jahrestags dieses stalinistischen Verbrechens Anfang dieses Monats vor dem Eingang zum Katyn-Friedhof aufstellte. Leser können diese Analyse hier aus dem Frühjahr 2024 nachlesen, um ihre Erinnerungen an die Geschehnisse aufzufrischen. Es ist wichtig zu wissen, dass Putin Stalin dafür scharf verurteilte und eine Versöhnung mit Polen anstrebte.
Die Gründe, warum diese Versöhnung scheiterte, würden den Rahmen dieser Analyse sprengen, doch es genügt zu sagen, dass Polen die weitreichende Verbreitung seiner historischen Narrative wieder aufnahm, in denen Russland für seine zahlreichen Nöte verantwortlich gemacht wird. Diese Narrative werden vom Kreml als politische Russophobie oder Hass auf den russischen Staat (einschließlich der Sowjetunion) interpretiert, was sich von ihrer ethnischen Variante unterscheidet, die Bigotterie verkörpert. Russland hat stets auf diese Narrative reagiert, doch erst im letzten Jahr beschloss es schließlich, Feuer mit Feuer zu bekämpfen.
Ich habe im vergangenen Herbst die Ausstellung „Zehn Jahrhunderte polnischer Russophobie“ besucht und betrachte sie als Spiegelbild der extremsten antirussischen historischen Narrative Polens. Der Kern der Sache ist, dass Polen davon besessen war, die schlimmsten Verbrechen an Russen und verwandten Völkern wie Weißrussen und Ukrainern zu begehen. Es werden allerdings auch einige abwegige Behauptungen aufgestellt, wie etwa, dass die Polen ihre Unabhängigkeit nicht wiedererlangen wollten, sondern die russische Herrschaft bevorzugten, sowie Andeutungen über die Verantwortung der Nazis für Katyn.
Die provokative Platzierung der Ausstellung auf dem Katyn-Friedhof während des jüngsten Jahrestags und die Zwischenrufe, denen der polnische Botschafter durch russische Aktivisten ausgesetzt war, die ihn dort konfrontierten, als er kam, um seine Ehrerbietung zu erweisen, sorgten dafür, dass die polnischen Medien darüber berichteten. Dies wiederum führte dazu, dass CNN weltweit darauf aufmerksam machte. Das Endergebnis ist genau das, was die Russische Militärhistorische Gesellschaft wollte, nämlich der Welt zu zeigen, dass die Geschichte der russisch-polnischen Beziehungen zwei Seiten hat.
Dabei dominiert die polnische Sichtweise, die Russland als besessen davon darstellt, die schlimmsten Verbrechen an Polen zu begehen. Entsprechend stellen sich Durchschnittsbürger weltweit Polen als unschuldiges Lamm vor, das von Russland fünfmal rituell geschlachtet wurde: während der drei Teilungen, des Molotow-Ribbentrop-Paktes und schließlich durch den Verlust seiner östlichen Grenzgebiete („Kresy“) nach dem Zweiten Weltkrieg. Die fast ein halbes Jahrhundert währende kommunistische Nachkriegszeit wird von Polen zudem als eine weitere russische Besatzung dargestellt.
Die Russische Militärhistorische Gesellschaft verlor schließlich die Geduld und beschloss, Feuer mit Feuer zu bekämpfen, indem sie eine Ausstellung zum Thema „Zehn Jahrhunderte polnischer Russophobie“ ins Leben rief und dafür sorgte, dass weltweit in den Medien darüber berichtet wird. Zu ihrer Ehre hat CNN einen Hyperlink zu ihrer Pressemitteilung gesetzt, sodass Interessierte, die mehr über die Details erfahren möchten, dies tun können. Am wichtigsten ist, dass Russland nun Polens extremste antirussische Geschichtsdarstellungen als verspätete Vergeltungsmaßnahme widerspiegelt.
Dies deutet darauf hin, dass Russland akzeptiert, dass die historische russisch-polnische Rivalität zurückgekehrt ist und erneut ein prägendes Merkmal der regionalen Geopolitik darstellt. Vor diesem Hintergrund soll die Verstärkung seiner historischen Narrative über polnische Verbrechen an Belarussen und Ukrainern diese an die dunkleren Perioden ihrer gemeinsamen Geschichte mit Polen erinnern und so Polens aktuelle Bemühungen untergraben, dort die Herzen und Köpfe der Menschen für sich zu gewinnen. Dies gilt insbesondere für Belarus, das sich rasch zu einem Brennpunkt ihrer wiederauflebenden Rivalität entwickelt.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.
Die Märkte mögen voreilig jubeln, doch die nächste Phase wird wahrscheinlich einen noch größeren Krieg mit sich bringen.
Wir treten in eine neue Phase dieses Krieges gegen den Iran ein. Es ist vielleicht nicht das, was viele erwarten (insbesondere an den Finanzmärkten). Gestern sagte Trump unter anderem, dass die Straße von Hormus offen sei und dass der Iran zugestimmt habe, Hormus nie wieder zu sperren; dass der Iran mit Hilfe der USA alle Seeminen entfernt habe oder gerade entferne und dass die USA und der Iran zusammenarbeiten würden, um das hochangereicherte Uran (HEU) des Iran zu gewinnen. Trump schrieb:
„Wir werden das gemeinsam regeln. Wir werden gemeinsam mit dem Iran vorgehen, in gemächlichem Tempo, und dort hinuntergehen und mit großen Maschinen mit der Ausgrabung beginnen … Wir werden es sehr bald in die Vereinigten Staaten zurückbringen.“
Der Präsident sagte früher am Freitag, der Iran habe zugestimmt, seine HEU-Vorräte zu übergeben.
Keine dieser Behauptungen war wahr. Entweder fabulierte Trump (hielt an Fantasien fest, obwohl [sic!] er sie für wahr hielt); oder er manipulierte die Märkte. Falls Letzteres zutrifft – war es ein Erfolg. Der Ölpreis fiel und die Märkte stiegen sprunghaft an. Berichten zufolge wurde 20 Minuten vor der Behauptung, die Straße von Hormus sei offen und würde nie wieder geschlossen werden, ein Short-Geschäft über 760 Millionen Dollar auf Öl getätigt … Jemand hat „ein Vermögen gemacht“.
All diese Turbulenzen sorgten für große Verwirrung. Trump sagte auch, dass eine neue Verhandlungsrunde und eine wahrscheinliche Einigung mit dem Iran sehr bald stattfinden würden – sogar noch an diesem Wochenende. Die Wahrscheinlichkeit von Verhandlungen ist falsch. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtet, dass „die amerikanische Seite über den pakistanischen Vermittler informiert wurde, dass wir [der Iran] einer zweiten Runde [von Verhandlungen] nicht zustimmen“.
Von Beginn des diskutierten, von Pakistan vermittelten Waffenstillstands an sollte der Iran die tägliche Durchfahrt einer begrenzten Anzahl von Schiffen gestatten. Dies war jedoch stets an iranische Bedingungen für die Durchfahrt geknüpft.
Das Endergebnis von Trumps Manipulationen war, dass der Iran seine bestehenden Bedingungen bezüglich Hormuz, seiner HEU-Bestände und seines „Rechts auf Anreicherung“ in einer strengeren, weniger flexiblen Definition erneut bekräftigte.
Die Lage hatte sich nach dem Waffenstillstand im Libanon auf hohem Niveau stabilisiert. Dies nachdem der Iran, wie zu Beginn des Waffenstillstands mit den USA versprochen, die Öffnung der Straße von Hormus für Schiffe auch von und für nicht befreundete und nicht neutrale Länder erklärt hatte. Daher ersetzen wir den Ticker nun mit einer Tageszusammenfassung der Ereignisse. SONDERMELDUNG – Straße von Hormus wieder geschlossen.
Nur rein kommerziell genutzte Schiffe können die Straße benutzen. Auch Schiffe von Parteien die aktiv in den Krieg oder die Blockade involviert sind, werden ausgeschlossen. D.h. jene Golfstaaten, die zwar Überflugrechte vergaben und Militärbasen für die USA, aber nicht aktiv an Angriffen beteiligt waren, können auch wieder die Straße benutzen
Die Verwaltung, und die Entscheidung, welche Schiffe passieren dürfen, obliegt dem Iran. Der Iran entscheidet.
Die Durchfahrt ist ausschließlich auf der vom Iran festgelegten Route erlaubt. Diese ist auch vermutlich die einzige, welche sicher ist.
Diese Regelung ist allerdings auf die Dauer der Waffenruhe im Libanon beschränkt. Der Iran hat nach der Öffnung der Straße von Hormuz am 17. April 2026 explizit gewarnt, dass die Freigabe wieder zurückgenommen werden könnte, falls die USA ihre Blockade iranischer Häfen und Schiffe aufrechterhalten. Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte auf X, die Straße von Hormuz „werde nicht offen bleiben“, solange die US-Blockade fortbestehe.
Die Revolutionsgarde (IRGC) teilte mit, die Kontrolle über die Meerenge kehre in den vorherigen Zustand zurück, da die USA ihre „Seeräuberei“ und Blockade nicht aufgehoben hätten; die Durchfahrt bleibe daher „streng kontrolliert“, bis die volle Navigationsfreiheit für iranische Häfen wiederhergestellt sei.
Auch iranische Staatsmedien und Sprecher der Verteidigungsbehörde betonten am 18. April 2026, die Öffnung sei nur vorübergehend und bedingt durch den Libanon-Waffenstillstand sowie das Verhalten der USA.
Zu den Mautgebühren (Transit- oder Passagegebühren):
Es ist weiterhin davon auszugehen, dass Schiffe Gebühren zahlen müssen oder zumindest mit solchen konfrontiert werden können, auch nach der aktuellen Öffnung. Der Iran hat bereits seit März 2026 von ausgewählten kommerziellen Schiffen Transitgebühren von bis zu zwei Millionen US-Dollar pro Durchfahrt für die „sichere Passage“ verlangt – teils ad hoc, teils über Koordinationszahlungen an die IRGC oder die Hafenbehörde.
Das iranische Parlament hat Pläne zur Formalisierung solcher Gebühren vorangetrieben, um die „Souveränität und Sicherheit“ der Meerenge zu gewährleisten; diese Gebühren gelten als Gegenleistung für die iranische Koordination und die Nutzung der vorgeschriebenen Route (oft nördlich um Larak Island).
In der Öffnungserklärung vom 17. April 2026 wird keine Aufhebung dieser Gebühren erwähnt; im Gegenteil betont der Iran weiterhin die volle Kontrolle über Genehmigungen und Routen, was die bisherige Praxis der Gebührenerhebung nicht ausschließt. Die aktuelle vorübergehende Öffnung der Straße von Hormus für kommerzielle Schiffe (seit 17. April 2026) erwähnt ebenfalls keine neue gesetzliche Mautpflicht, sondern bleibt bei der bestehenden iranischen Kontrolle und Koordinationspflicht.
Ukrainische Neonazis posieren mit Waffen von Heckler & Koch und »Leopard«-Panzern.
Dmitro Kortschinskij legt großen Wert auf die Ästhetik seines »Spielzeugs« für den Kampfeinsatz. »Eine Waffe sollte nicht nur praktisch sein, sondern auch attraktiv oder ungewöhnlich, damit man mit ihr angeben kann«, sagte der Gründer des Sabotagebataillons »Bratstwo« (Bruderschaft), während er in einer Sendung eines ukrainischen Militärfreak-Kanals ein HK 433 in die Kamera hielt. Das Sturmgewehr des deutschen Rüstungsunternehmens Heckler & Koch gehört laut Kortschinskij zur Standardausstattung seiner »Armee Gottes«, wie er seine Horde von fanatischen Christen nennt, die in die Spezialeinheit »Timur« des ukrainischen Militärgeheimdienstes (HUR) angegliedert ist. Kortschinskij, ehemaliger Vorsitzender der faschistischen Partei »Ukrainische Nationalversammlung« und ihres bewaffneten Arms »Ukrainische Nationale Selbstverteidigung«, berichtet von Operationen weit hinter den Linien der »Orks«, die eines Tages bis nach Moskau führen sollen.
Weitere in der deutschen Öffentlichkeit tabuisierte Fakten, die sich mutmaßlich durch die am Dienstag verkündete strategische Partnerschaft mit der Ukraine mehren werden: Diverse von Faschisten durchsetzte Truppen des HUR verfügen über Maschinengewehre und Granatwerfer von Heckler & Koch, einige sogar über schweres Kriegsgerät aus Deutschland: Wie Fotos belegen, ist die Spezialkräfteeinheit »Kraken«, die 2022 aus Veteranen des Neonaziregiments »Asow« der Nationalgarde gebildet wurde, mit dem Pionier- und Minenräumpanzer »Wisent 1« und dem Bergepanzer 2 ausgerüstet.
Die »Asow«-Militärs, die als 12. Spezialbrigade den Kern des mittlerweile zwischen 40.000 und 80.000 Kämpfer zählenden 1. Korps der Nationalgarde bilden, haben »Leopard 2«-Panzer – wahrscheinlich bereits seit Mai 2025. Im Dezember veröffentlichte die 12. Spezialbrigade Stellenausschreibungen für »Leo«-Fahrer und -Mechaniker. Rund zwei Monate vorher hatte die Nationalgarde einen Wettbewerb unter anderem mit dem prestigeträchtigen deutschen Panzer aus dem Hause KNDS Deutschland (ehemals Krauss-Maffei Wegmann) veranstaltet. Der Sieger wurde durch die Disziplinen Fahren, Aufspüren getarnter Ziele sowie Schießtraining mit dem Typ »Leopard 2 A4« ermittelt: Team »Asow« gewann die Gold- und Bronzemedaille mit seinen Brigaden »Burevij« und »Kara-Dah«.
Die Mannschaft letzterer posierte stolz vor den Panzern mit der Fahne ihrer Kompanie, auf der Himmlers schwarze SS-Sonne zu sehen ist. Ob es an der Nazivergangenheit der Gründer des heute zu den Big Five der Infanteriewaffenhersteller weltweit gehörenden Unternehmens liegt oder nur an der deutschen Wertarbeit: Auch bei den »Asowzy« in der Nationalgarde sind Gewehre von Heckler & Koch heiß begehrt. Kürzlich wurden die zukünftigen Besitzer von neun frisch bereitgestellten HK 416 durch ein Wettschießen ausgemacht. Bis Mitte April 2025 hatte Deutschland bereits 4.750 Exemplare im Rahmen der sogenannten Ertüchtigungsinitiative an die Ukraine übergeben (seitdem hält die Merz-Regierung alle weiteren Lieferungen geheim).
Deutsche Waffen finden sich offenbar auch schon in den Händen der »Asow«-Einheit, die die intensivste Pflege der Traditionen der Waffen-SS-Division »Galizien« betreibt und engste Verbindungen zu der militanten Neonaziorganisation »Centuria« unterhält: Die 3. Sturmbrigade des 3. Korps unter dem Kommando von Andrij Bilezkij, dem mächtigsten Naziführer der Ukraine, veröffentlichte Fotos von ihren Kämpfern mit dem HK G3, bis 1997 Standardwaffe der Bundeswehr. Im März bot sie in Lwiw eine Ausbildungswoche für Zivilisten an. In dem Lehrgang enthalten war auch eine Einführung in die Bedienung des HK 416 und von Haenel-Gewehren. Laut der seit nunmehr einem Jahr nicht mehr aktualisierten Liste der Bundesregierung wurden 5.800 MK-556-Sturmgewehre sowie 500 HLR-338-Scharfschützengewehre des Herstellers aus Suhl an die ukrainischen Streitkräfte geliefert.
Auf die Entscheidung der Bundesregierung, ukrainische Firmen in Deutschland Waffen für den Krieg gegen Russland produzieren zu lassen, hat Russland mit der deutlichen Warnung reagiert, diese Standorte würden zu legitimen Angriffszielen. Warum verschweigen deutsche Medien, die sonst so gerne von angeblichen russischen Drohungen berichten, das?
Es ist ein altbekanntes Muster. Deutsche Medien berichten regelmäßig über angebliche Drohungen Russlands, die es nie gegeben hat. Der Sinn dieser Meldungen ist es, in Deutschland das Feindbild Russlands zu schüren. Aber wenn Russland wirklich mal eine Warnung ausspricht, dann verschweigen die deutschen Medien das konsequent.
Der Grund liegt auf der Hand. Die EU tut derzeit alles, um Russland zu einer militärischen Reaktion auf ihre fortgesetzten Provokationen zu zwingen. Damit das aber die „gewünschte Wirkung“ erzielt, muss die russische Reaktion für die Menschen in Deutschland und der EU vollkommen überraschend kommen, damit wieder von der berüchtigten „unprovozierten russischen Aggression” geredet werden kann.
Die Bundesregierung erlaubt ukrainischen Firmen nun, Waffen für den Krieg gegen Russland in Deutschland zu produzieren, weil Russland die Produktionsstandorte in der Ukraine angreift. Deutschland stellt der Ukraine damit „sicheres Hinterland“ für seine Waffenproduktion zur Verfügung, was eine eindeutige Kriegsbeteiligung darstellt. Daher hat Russland gewarnt, diese Standorte in Deutschland und anderen EU-Ländern seien legitime Angriffsziele für die russische Armee.
Sollte Russland tatsächlich einen der Standorte in Deutschland oder einem anderen EU-Land angreifen, an dem ukrainische Firmen Waffen für den Krieg gegen Russland produzieren, soll das für die Menschen in Deutschland und Europa vollkommen überraschend kommen und einen möglichst großen Schock auslösen, um die gewollte Kriegsstimmung wegen des angeblich vollkommen unprovozierten und überraschenden russischen Angriffs zu schüren.
Würden die Medien berichten, dass Russland sofort vor den Folgen dieser Entscheidung gewarnt hat, könnten die Menschen in Deutschland und Europa gegen diese Entscheidung protestieren. Auf jeden Fall aber würde die Legende, die russische Reaktion sei vollkommen unerwartet erfolgt, nicht funktionieren.
Also verschweigen die deutschen und europäischen Medien die russischen Warnungen.
Während Arbeiter weltweit unter den sich ständig verschärfenden Folgen des US-Kriegs gegen den Iran leiden – durch verheerende Preissprünge bei Benzin, Gas und Lebensmitteln und die wachsende Gefahr von Nahrungsmittelknappheit in ärmeren Ländern –, scheffeln große Konzerne und Banken Gewinne in Höhe von Hunderten Milliarden Dollar.
Wie zu erwarten war, profitieren die Ölkonzerne als Erste von dieser Gewinnschwemme. Laut einer Untersuchung des Guardian, deren Ergebnisse am Mittwoch veröffentlicht wurden, werden die großen Ölkonzerne in Saudi-Arabien, Russland, den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Europa bei einem Ölpreis von rund 100 Dollar pro Barrel im Jahr 2026 zusätzliche Gewinne in Höhe von 234 Milliarden Dollar einfahren – ein zusätzlicher Zufluss von 30 Millionen Dollar pro Stunde für den Rest des Jahres.
Der größte Gewinner ist der saudische Ölkonzern Aramco, der voraussichtlich einen Kriegsgewinn von 25,5 Milliarden Dollar erzielen wird, während die russischen Ölgiganten zusätzliche 23,9 Milliarden Dollar einnehmen dürften.
Das US-Unternehmen ExxonMobil wird zusätzliche 11 Milliarden Dollar einnehmen. Der Umsatz von Shell wird um 6,8 Milliarden Dollar steigen, und Chevron dürfte zusätzliche 9,2 Milliarden Dollar erwirtschaften.
Diese zusätzlichen Gewinne kommen zu der Billion Dollar hinzu, die die Ölindustrie jedes Jahr einnimmt, während sie gleichzeitig direkte Subventionen erhält, die sich nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds im Jahr 2022 auf insgesamt 1,3 Billionen Dollar beliefen.
Aus dem Anstieg der Aktienkurse ergeben sich für die Konzerne auch weitere Vorteile. Der Marktwert von ExxonMobil ist um 118 Milliarden Dollar gestiegen, während der von Shell um 34 Milliarden Dollar zulegte.
Abgesehen von den Ölproduzenten profitieren auch Handelsunternehmen, die mit Öl, Lebensmitteln, Metallen und anderen lebenswichtigen Rohstoffen handeln und die globalen Märkte weitgehend dominieren. Das Wall Street Journal berichtete, dass der Schweizer Rohstoffhändler Gunvor angab, im ersten Quartal dieses Jahres bereits so viel Geld verdient zu haben wie im gesamten Jahr 2025, als er einen Gewinn von 1,6 Milliarden Dollar erzielte. Andere werden einen ähnlichen Aufschwung erleben.
Die Blockade der Straße von Hormus durch die USA, die seit Montag in Kraft ist, stellt eine deutliche Eskalation des Kriegs gegen den Iran dar. Der Versuch der US-Truppen, den gesamten Tankerverkehr von und zu den iranischen Häfen zu unterbinden, zielt darauf ab, Teheran zu umfassenden Zugeständnissen an den US-Imperialismus zu zwingen. Gleichzeitig richtet er sich gegen die Interessen Chinas, das für einen Großteil seiner Energieimporte auf billiges Öl aus dem Iran und der gesamten Golfregion angewiesen ist.
Wie US-Vizepräsident JD Vance am Dienstag deutlich machte, zielt der US-Angriffskrieg darauf ab, den Nahen Osten neu zu ordnen. Er erklärte bei einer Veranstaltung, Präsident Donald Trump sei nicht an „kleinen Abkommen“ interessiert, sondern strebe eine „umfassende Vereinbarung“ mit dem Iran an, die vorsieht, dass der Iran von den USA „wirtschaftlich wie ein normales Land“ behandelt wird. Trump und Vance wollen die Zeit bis vor das Jahr 1979 zurückdrehen, als die iranische Revolution die finanzielle und militärische Vorherrschaft des US-Imperialismus über das Land mit 93 Millionen Einwohnern beendete.
Trumps Äußerungen seit Beginn des Kriegs zeigen, dass der US-Imperialismus zu brutalster Barbarei greifen wird, um seine Vormachtstellung in der wichtigsten Energieexport-Region der Welt zu sichern. Er hat versprochen, den Iran „in die Steinzeit zurück zu bomben“ und drohte am 7. April, eine „ganze Zivilisation“ könne auf einen Schlag ausgelöscht werden. Die amerikanisch-israelischen Bombardierungen des Iran waren geprägt von willkürlicher Brutalität, wie die Zerstörung einer Mädchenschule am ersten Tag des Kriegs, bei der mehr als 160 Kinder getötet wurden. Unabhängige Untersuchungen und Berichte vor Ort nach Inkrafttreten des Waffenstillstands letzte Woche zeigten, dass selbst bei Angriffen der USA auf angebliche militärische Ziele die Kollateralschäden an der umliegenden zivilen Infrastruktur und an Wohnhäusern beträchtlich waren.
Diese Woche drohte der Kriegsverbrecher Trump dem Iran in einem Interview mit Fox Business mit weiteren Kriegsverbrechen, wenn das Land sich den Diktaten des US-Imperialismus nicht unterwirft. Er erklärte in der Manier eines Mafiabosses: „Wenn ich mich jetzt zurückziehen würde, bräuchten sie 20 Jahre, um das Land wieder aufzubauen. Und wir sind noch nicht fertig … Wir könnten jede einzelne Brücke innerhalb von einer Stunde zerstören … jedes einzelne ihrer Kraftwerke.“
Der für seine Vorsicht bekannte russische Präsident Putin wird keinen Dritten Weltkrieg wegen ausländischer Drohnenhersteller riskieren, wo er dies doch auch nicht getan hat, als die Ukraine im vergangenen Sommer mit westlicher Unterstützung die nukleare Triade seines Landes angegriffen hat.
Der ehemalige russische Präsident und amtierende stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, warnte am X, dass „die Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums wörtlich zu nehmen ist: Die Liste der europäischen Einrichtungen, die Drohnen und andere Ausrüstung herstellen, ist eine Liste potenzieller Ziele für die russischen Streitkräfte. Wann Angriffe Realität werden, hängt davon ab, was als Nächstes kommt. Schlaft gut, europäische Partner!“ Dies folgt auf die Veröffentlichung der Adressen ausländischer Unternehmen, die Drohnen für die Ukraine produzieren, durch das Verteidigungsministerium.
Seinen Worten zufolge tat es dies, weil „die europäische Öffentlichkeit nicht nur die zugrunde liegenden Ursachen der Bedrohungen für ihre Sicherheit klar verstehen, sondern auch die Adressen sowie den Standort von ‚ukrainischen‘ und ‚gemeinsamen‘ Unternehmen kennen sollte, die in ihren Ländern UAVs und deren Komponenten für die Ukraine herstellen.“ Die Andeutung lautet, dass Antikriegsaktivisten diese Einrichtungen ins Visier nehmen sollten, so wie sie zuvor einen der israelischen Rüstungspartner Tschechiens in Brand gesteckt haben. Es ist auch möglich, dass Russland zu diesem Zweck Saboteure rekrutieren könnte.
Dennoch könnten infolge der Veröffentlichung der Adressen dieser Drohnenhersteller, die Andeutung, dass Antikriegsaktivisten sie ins Visier nehmen sollten, und Medwedews Bemühungen, die Welt auf all dies aufmerksam zu machen, nun die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt werden, um jeden Sabotageversuch zu vereiteln. Diese Beobachtung wiederum verlieh Medwedews damit zusammenhängender Andeutung bei einigen Glaubwürdigkeit, dass es sich dabei tatsächlich um „eine Liste potenzieller Ziele für die russischen Streitkräfte“ handele und nicht um Sabotageziele. Die Andeutung lautet, dass sie daher bald Angriffe gegen diese starten könnten.
So sehr sich viele Anhänger Russlands im In- und Ausland das auch wünschen mögen, würde dies den Dritten Weltkrieg riskieren, und der typischerweise (manche glauben übermäßig) vorsichtige Putin wird dies wahrscheinlich nicht wegen ausländischer Drohnenhersteller tun, die die Ukraine beliefern, wenn er es nicht einmal wegen der „Operation Spider Web“ getan hat. Zur Erinnerung: Dabei handelte es sich um die vom Westen unterstützte Serie von Drohnenangriffen der Ukraine gegen Russlands nukleare Triade im vergangenen Sommer. Dies war zwar nicht das erste Mal war, dass sie angegriffen wurde, aber es war der bei weitem größte Angriff dieser Art.
Weniger informierte Mitglieder der „Alt-Media-Community“ könnten sich vorstellen, dass Medwedews Position als stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrats bedeutet, dass er im Namen Putins spricht, aber das ist keineswegs der Fall. Wie hier Ende Februar erläutert wurde, als die diametral entgegengesetzten Vorschläge der führenden Experten Sergej Karaganow und Timofei Bordatschow verglichen wurden – nämlich konventionelle Schläge gegen die NATO zu führen bzw. ein Abkommen mit den USA zu schließen –, gibt es innerhalb der politischen Entscheidungsträger Russlands eindeutig verschiedene Fraktionen.
Medwedew und Karaganow können als Falken betrachtet werden, während Bordatschow und Putin in dieser Hinsicht als Gemäßigte gelten. Wie sich in den vergangenen vier Jahren der militärischenSonderoperation gezeigt hat, werden die Vorschläge der Falken von Putin stets ignoriert, sodass die Erfahrung nahelegt, dass Medwedews jüngste Andeutung erneut ins Leere laufen wird. Er schlägt regelmäßig die am stärksten kriegsbefürwortenden Maßnahmen vor, die nie umgesetzt werden. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass er dem Westen Angst machen [und ihm die möglichen Folgen seines unverantwortlichen Handelns vor Augen führen; die Red.] will, sowohl seinen politischen Entscheidungsträgern als auch vor allem die Öffentlichkeit.
Alles in allem soll die Weitergabe der Adressen ausländischer Drohnenhersteller durch das Verteidigungsministerium höchstwahrscheinlich deren Ländern zeigen, dass der russische Geheimdienst die Versorgungslinien der Ukraine infiltriert hat, und nicht, um sie vor einem unmittelbar bevorstehenden Angriff Russlands zu warnen, wie Medwedew andeutete. Seine Äußerungen sollten stets mit Vorsicht aufgenommen werden, da Putin bisher nie eine der dramatischen Maßnahmen ergriffen hat, die er angedeutet hatte. Medwedew ist ein Falke, während Putin ein Gemäßigter ist; daher neigt Putin naturgemäß nicht dazu, auf ihn zu hören.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.
Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 17. April 2026
Gestern Nachmittag wurde ein 10-tägiger Waffenstillstand zwischen dem Libanon mit Hisbollah und Israel verkündet. Ist dies nun das Ende des Krieges gegen Iran und Libanon, nachdem die Blockade der USA an dem Tag schon fast zur Routine geworden war, ohne dass der Iran die Einfahrt zum Roten Meer blockieren ließ? Was in der Nacht und am 17. April im Nahen Osten passierte, in diesem Ticker.
Auch gestern wurde bekannt, dass der Iran die sieben von den USA zerbombten Eisenbahnbrücken bereits wieder befahrbar gemacht hatte. Das Land war offensichtlich auf den Krieg vorbereitet gewesen und hatte Fertigteile der Brücke in der Nähe gelagert. Aber wie reagiert das Land auf die Blockade der iranischen Häfen?
Kurz vor Inkrafttreten des Waffenstillstands war es im Libanon noch zu intensiven militärischen Aktionen gekommen. Die israelische Armee (IDF) meldete, dass sie in den vorangegangenen 24 Stunden fast 400 Ziele der Hisbollah im Südlibanon angegriffen habe. Die Hisbollah feuerte ihrerseits Raketen und Drohnen auf nordisraelische Orte ab, was zu Verletzten führte (unter anderem zwei Schwerverletzte in Karmiel). Luftschutzsirenen heulten noch Minuten vor Mitternacht.
08 Uhr 00:
Was in der Nacht geschah
Zum Mitternachtsbeginn des Waffenstillstands feierten viele Libanesen in Beirut mit Schüssen in die Luft und Feuerwerk. Gleichzeitig meldete die libanesische Armee jedoch „eine Reihe von Aggressionen“ durch israelischen Beschuss in Dörfern wie Khiam und Dibbine etwa eine halbe Stunde nach Inkrafttreten. Die IDF erklärte, sie „prüfe“ diese Berichte. Israel behält sich „das Recht auf Selbstverteidigung“ vor und zieht seine Truppen aus dem Südlibanon nicht ab. Kritiker weisen darauf hin, dass Israel im letzten „Waffenstillstand“ diesen über 10.000 Mal verletzt hatte, wie die UN notierte, und dass der Waffenstillstand lediglich eine Wiederaufstockung der Bombenlager bedeute.
Gegen den Iran selbst gab es in dieser Nacht keine neuen Angriffe oder Gegenangriffe. Der separate Waffenstillstand zwischen den USA, Israel und Iran (seit dem 8. April) hält weiterhin, auch wenn er fragil ist. Trump äußerte sich zuversichtlich, dass weitere Gespräche mit Teheran schon am Wochenende möglich seien. Der Libanon-Waffenstillstand ist davon getrennt und betrifft vor allem die Hisbollah-Front. Damit soll die „Widerstandsachse“ gespalten werden.
Zusammengefasst war die Nacht also geprägt vom Übergang zu einer vorläufigen Waffenruhe im Libanon nach wochenlangen schweren Kämpfen – mit letzten Angriffen unmittelbar davor und ersten Vorwürfen von Verletzungen unmittelbar danach.