Welche Rolle spielt Polen im „Kampf um Ungarn“?

Von Andrew Korybko – 27. März 2026

Polens Ministerpräsident Tusk und sein Außenminister Sikorski könnten die Ehefrau des Letzteren dazu benutzt haben, die Geschichte über den ungarischen Außenminister Szijjarto in der Washington Post zu platzieren. Sie könnten entweder selbst für dessen Abhörung verantwortlich gewesen sein oder zumindest davon gewusst haben – über Sikorskis Verbindungen zu dem Journalisten, der seine Nummer an einen ausländischen Geheimdienst weitergab.

RT hat im Vorfeld der nächsten Parlamentswahlen am 12. April eine fortlaufende Serie über den „Kampf um Ungarn“ veröffentlicht. Bislang gibt es drei Folgen: „Wie die EU Viktor Orbán zu besiegen gedenkt“, „Wie der ‚Russiagate‘-Plan gegen Orbán eingesetzt wurde“ und „Die Ukraine-Verbindung“. Kurz gesagt: Die EU und die Ukraine mischen sich in den Wahlkampf vorhersehbar ein, und eine der vielen Formen, die dies bislang angenommen hat, besteht darin, über ihre medialen Stellvertreter Orbáns Regierung als Marionetten Russlands darzustellen.

„Der Russiagate-Plan“ wurde von der Washington Post in einem kürzlich erschienenen Artikel vorgestellt, in dem behauptet wurde, dass „(Peter) Szijjarto, der Außenminister, während der Pausen bei EU-Treffen regelmäßig telefonierte, um seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow ‚Live-Berichte über das Besprochene‘ und mögliche Lösungen zu liefern, wie einer der europäischen Sicherheitsbeamten sagte.“ Die aus dem Zusammenhang gerissene Unterstellung lautet, dass Szijjarto jahrelang offen als de facto russischer Geheimdienstmitarbeiter innerhalb der EU tätig war.

Dieser verteidigte sich daraufhin mit der Erklärung: „Die Situation ist so, dass in der Europäischen Union viele Entscheidungen getroffen werden, die die Beziehungen und die Zusammenarbeit Ungarns mit anderen Ländern außerhalb der EU beeinflussen. Darum geht es in der Außenpolitik. Vielleicht drücke ich mich etwas derb aus, aber Diplomatie bedeutet, dass wir mit den Staats- und Regierungschefs anderer Länder sprechen.“ Das ist vernünftig, doch normale Bürger ohne jegliche Ahnung von Diplomatie halten dies fälschlicherweise für skandalös – von daher rührt die Wirksamkeit dieser Provokation.

Laut dem Brussels Signal könnte Polen diese Geschichte über die Ehefrau von Außenminister Radek Sikorski, Anne Applebaum, in der Washington Post platziert haben; sie war früher eine ihrer Autorinnen und ist eine langjährige Kritikerin Orbáns. Zlotan Kovacs, der Sprecher des ungarischen Regierungschefs, verlieh dieser Hypothese Glaubwürdigkeit, indem er den Artikel retweetete und ihn so einer breiten Öffentlichkeit bekannt machte. About Hungary, ein patriotisches Medienunternehmen, berichtete daraufhin über Polens Verbindungen zu dem Journalisten, der bei der Abhörung von Szijjarto geholfen hatte:

„Die polnische Dimension geht über institutionelle Verbindungen hinaus. (Szabolcs) Panyis Arbeit findet in polnischen Politik- und Medienkreisen regelmäßig großen Anklang, und seine Inhalte werden häufig von Polens Außenminister Radosław Sikorski geteilt, einer Schlüsselfigur, die denselben liberalen internationalen Netzwerken angehört und mit einer weiteren bekannten Orbán-Kritikerin, Anne Applebaum, verheiratet ist. [Zur Kriegstreiberin Anne Applebaum siehe hier; die Red.] Diese sichtbare Verbundenheit ordnet Panyi in ein breiteres regionales Ökosystem ein, in dem sich mediale Narrative und politische Agenden gegenseitig verstärken.“

Unmittelbar nach Bekanntwerden des Skandals twitterte der polnische Ministerpräsident Donald Tusk: „Die Nachricht, dass Orbáns Leute Moskau über EU-Ratssitzungen bis ins Detail informieren, sollte niemanden überraschen. Wir hatten schon lange unseren Verdacht. Das ist ein Grund, warum ich nur dann das Wort ergreife, wenn es unbedingt notwendig ist, und nur so viel sage, wie nötig.“ Wie Sikorski hasst auch Tusk Orbán, daher ist es gut möglich, dass beide Politiker durch diese beiden jüngsten Provokationen in die „Schlacht um Ungarn“ verwickelt sind.

Ein plausibles Szenario wäre, dass sie Applebaum dazu benutzt haben, die Geschichte über Szijjarto in der Washington Post zu platzieren, und dass es entweder Polen selbst war, der Szijjarto abgehört hat, nachdem Panyi seine Nummer weitergegeben hatte, oder dass Warschau zumindest davon wusste, ihn aber nicht informierte, weil man einen großen Skandal auslösen wollte. Tusk und Sikorskis Rivale, der konservative Präsident Karol Nawrocki, und sein Team wären darüber im Unklaren gelassen worden, aus Angst, sie könnten Orbán informieren. Das ist zumindest vorerst nur Spekulation, klingt aber durchaus plausibel.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

28. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 20:00 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 27. März 2026

Laut US-Kriegsminister ist der Iran geschlagen, wie nie zuvor ein Land besiegt wurde, während der Iran die zwei wichtigsten Seeverkehrswege der Welt beherrscht. Zunächst also eine kurze Zusammenfassung was passierte, dann der Bericht über Ereignisse der Nacht und die übliche Chronologie des Tages.

Vor zwei Tagen stand Hegseth im Weißen Haus und erklärte, dass der Iran quasi von der Landkarte getilgt worden wäre. Am gleichen Tag startete der Iran seine 80. Welle von Raketenangriffen auf Israel und US-Interessen in der Golfregion. Nach iranischen und irakischen Angaben wurden alle amerikanischen Militärbasen im Nahen Osten zerstört, sie suchten nun nach geflohenen Soldaten und baten die Bevölkerungen um Hinweise. Der Iran veröffentlichte ein Video, in dem er behauptete, einen US-amerikanischen F-18-Kampfjet in der Nähe von Chabahar abgeschossen zu haben, was das US-Zentralkommando (CENTCOM) dementierte.

Der Iran beschloss ein Gesetz, welches die Straße von Hormus nunmehr mautpflichtig macht. Mehr als 20 Schiffe haben bereits die „Teheraner Mautstelle“ für die sichere Durchfahrt genutzt. Während die USA eine Bodenoffensive planen, warnt der Iran, in diesem Fall die Meerenge Bab al Mandab, also den Zugang zum Roten Meer, zu blockieren. Der Jemen, im Westen „die Huthis“ genannt, warten schon sehnsüchtig darauf, aktiv werden zu können. Durch die Straße von Hormus fließen 20% des weltweit gehandelten Öls, durch die Meerenge Bab al Manda ca. 12%.

Die USA bombardierten den Iran monatelang, ermordeten die Führung des Landes, zerstörten Schulen, Krankenhäuser, ganze Wohnblock, um einen Wissenschaftler mit seiner Familie zu ermorden. Der Iran reagierte darauf, indem er die Kontrolle über die wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt übernahm. Was wir derzeit erleben ist ein Vietnam auf Drogen für Donald Trump.

Die USA konnten den Krieg gegen die Sandalenkrieger der Taliban nicht gewinnen und mussten vor den sanktionierten Jemeniten die Flucht ergreifen. Aber sie glaubten, einen Hochtechnologiestaat mit einer mehrtausendjährigen Hochkultur und zwei Weltmächten als Freunde, mal eben in die Knie bomben zu können. Das ist so absurd, so abwegig, dass man sich fragen muss, ob dieser verlorene Krieg nicht ganz andere Gründe hat, als den Iran in die Knie zu zwingen.

Was passierte nun in der Nacht vom 26. März zum 27. März 2026?

07 Uhr 00

In den letzten neun Stunden hat sich der Irankrieg weiter intensiviert, wobei vor allem iranische Raketenangriffe und israelische Gegenschläge im Fokus standen. Iran feuerte eine Salve ballistischer Raketen auf die israelische Hafenstadt Haifa ab, die in der Nähe der strategischen Bazan-Ölraffinerie einschlugen und mindestens neun Menschen verletzten; Überwachungskameras zeichneten die Einschläge auf. Die Luftabwehr scheint immer geringere Erfolge zu haben.

EU-Vasallen erstaunt?

Gleichzeitig verbreitet sich in Europa die Nachricht, dass die USA Geldmittel, welche insbesondere die EU-Länder an die USA gezahlt hatten, damit daraus Luftabwehrraketen und Munition für die Ukraine finanziert werden kann, stillschweigend umleiteten, um damit den Krieg gegen den Iran zu finanzieren. (Titelbild)

„Das Pentagon erklärte laut einem Bericht der Washington Post von gestern Abend, man müsse ‚die eigenen Militärbestände wieder auffüllen, anstatt zusätzliche Hilfe an die Ukraine zu schicken‘. Militärexperten zufolge liegt der wahre Grund darin, dass die Iraner die Abhörfähigkeiten der USA schwer beschädigt haben. Das Pentagon versucht nun fieberhaft, diese Fähigkeiten wiederherzustellen, indem es Ausrüstung beschlagnahmt, die nach Südkorea und in die Ukraine geliefert wurde oder dort eingesetzt werden sollte.

Die Armeeführung informierte den US-Kongress am Montag darüber, dass sie plant, 750 Millionen US-Dollar, die von NATO-Staaten für das PURL-Programm gesammelt wurden, umzuleiten, berichtete die Zeitung. PURL (Priorisierte Liste der Ukraine-Anforderungen) ist ein von den USA initiiertes Programm, das Gelder von anderen NATO-Mitgliedern sammelte, um die Ukraine zum vorrangigen Empfänger von Waffen zu machen. Die Unterlagen für die drastische Planänderung legen fest, dass bestimmte Waffensysteme, wie beispielsweise über das PURL-Programm bestellte Abfangraketen, stattdessen den USA zur Verfügung gestellt werden sollen. Dies untermauert mehrere Berichte, wonach der Iran einen Großteil der US-amerikanischen Fähigkeit zur Abwehr iranischer Raketen zerstört hat. Auch Israels Raketenabwehrsystem ‚Iron Dome‘ ist instabil und hat in Tel Aviv und anderen Orten erhebliche Schäden erlitten.“ (Quelle)

Krieg geht unvermindert weiter

Nichts deutet darauf hin, dass die Eskalation des Krieges abflacht. Israel setzte seine Luftangriffe auf iranische Ziele fort, darunter offenbar auch auf Teheran und weitere militärische Einrichtungen und Wohngebiete, und meldete die gezielte Tötung des Kommandeurs der iranischen Revolutionsgarde-Marine, Alireza Tangsiri, bei einem Schlag auf Bandar Abbas.

Die iranischen Revolutionsgarden griffen ihrerseits militärische und energetische Ziele an und feuerten weitere Raketen und Drohnen auf Israel sowie US-Stützpunkte ab, was die Luftverteidigungssysteme beider Seiten erneut stark beanspruchte.

US-Präsident Donald Trump verlängerte das Ultimatum an Iran für ein Abkommen bis zum 6. April und erklärte, die Gespräche liefen „sehr gut“, während Teheran einen eigenen Gegenvorschlag zum US-15-Punkte-Friedensplan vorlegte und Verhandlungen weiter ablehnte. Es ist offensichtlich, dass Trump mit seinen Äußerungen lediglich versucht, Börsen und Ölpreise unter Kontrolle zu halten.

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Exklusiv von einem Insider

Trump ist nicht verrückt geworden, es gibt tatsächlich Verhandlungen mit dem Iran

Von Thomas Röper – 27. März 2026

Die widersprüchlichen Posts von Trump der letzten Tage und Wochen bedeuten nicht, dass Trump verrückt geworden ist. Es finden tatsächlich Verhandlungen mit dem Iran statt, aber die Lage ist viel komplizierter, als man denkt, wie mir nun ein Insider mitgeteilt hat.

Ich habe aus quasi erster Hand Informationen über die hinter den Kulissen laufenden Verhandlungen zwischen den USA, den arabischen Staaten und dem Iran bekommen, die einiges von dem, was derzeit passiert – vor allem Trumps wirr erscheinende Posts und Aussagen –, erklärt. Bevor ich dazu komme, will ich zuerst erklären, woher ich diese Informationen habe, da ich mich nur selten und nur sehr ungern auf ungenannte Quellen berufe. Aber in diesem Fall geht es nicht anders.

Meine Quelle

Zum Journalismus gehört, dass man Kontakte knüpft und sogenannte „Hintergrundgespräche“ führt. Dabei spricht man mit Insidern, die einem Dinge erzählen und erklären, über die man aber nicht schreiben darf. Dabei entsteht ein wechselseitiges Vertrauensverhältnis, denn als Journalist kann man mit der Zeit einschätzen, ob die Quelle vertrauenswürdig ist, weil sich deren Aussagen später entweder bewahrheiten oder auch nicht, und die Quelle kann einschätzen, ob der Journalist vertrauenswürdig ist und sich an die abgesprochene Vertraulichkeit hält.

Bei solchen Gesprächen bekommt der Journalist (oder Experte, etc.) Informationen zum Verständnis von Vorgängen, die man zwar als Hintergrundwissen für seine Analysen benutzen kann, aber über die man nicht direkt berichten darf. Manchmal kommt es bei solchen Gesprächen aber vor, dass der Gesprächspartner einem sagt, über dies oder jenes dürfe man schreiben, wenn man die Quelle nicht nennt. […]

Ich kenne jemanden, der durch einen dummen Zufall von dem weiß, was der Iran derzeit mit den USA und den Arabern verhandelt. Mein Bekannter hat mir eine Menge erzählt, wobei ich leider nicht über alle Details schreiben darf, aber ich darf einen groben Umriss geben, der erklärt, was da gerade abläuft.

Wenn man diese Informationen hat, dann versteht man auch, dass Trump keineswegs verrückt geworden ist, wie man nach seinen hektischen und teilweise widersprüchlichen Posts und Aussagen der letzten Tage und Wochen meinen könnte. Die Sache ist nämlich weitaus komplizierter und es ist nicht einmal klar, ob Trump vollständig und korrekt informiert ist.

Das Problem ist, dass es derzeit keine offiziellen Kontakte mehr zwischen dem Iran und den arabischen Staaten – und erst recht nicht zwischen dem Iran und den USA – gibt. Es gibt viele Beispiele aus der Geschichte, bei denen Geschäftsleute, die mit beiden Ländern schon Jahre vor der Krise Geschäfte gemacht haben und daher für beide Seiten vertrauenswürdig waren, zwischen zwei Krieg führenden oder kurz vor einem Krieg stehenden Ländern als Vermittler tätig waren, weil diese Geschäftsleute wirklich neutral sind und nicht im Verdacht standen, politisch parteiisch zu sein. Also konnten beide Seiten ihnen vertrauen, und so wurden Geschäftsleute immer wieder unfreiwillig zu einer Art Kurier oder Vermittler, die Nachrichten hin und her gebracht haben.

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Es spielt wirklich keine Rolle mehr, ob Serbien der NATO beitritt

Von Andrew Korybko – 26. März 2026

Das Land hat dem Bündnis bereits vor einem Jahrzehnt Transitrechte und Immunität für dessen Mitglieder gewährt, treibt durch vermehrte Rüstungskäufe bei den NATO-Staaten anstelle bei seinem traditionellen russischen Lieferanten aktiv eine pro-westliche Neuausrichtung seiner Militärpolitik voran und rüstet sogar die Ukraine aus.

Der serbische Präsident Aleksandar Vučić sagte kürzlich: „Was die NATO betrifft, so pflegen wir konsistente Beziehungen, aber wir werden der NATO nicht beitreten und unseren neutralen Status bewahren.“ Der seit langem bestehende Kontext betrifft seine Behauptungen, dass die mit dem Westen verbundenen Proteste gegen ihn im Laufe der Jahre teilweise von dem Hintergedanken getrieben seien, Serbiens NATO-Beitritt zu beschleunigen, falls er abgesetzt würde. Auch wenn dies überzeugend ist und wohl ein Körnchen Wahrheit enthält, spielt es eigentlich keine Rolle mehr, ob Serbien dem Militärbündnis beitritt.

Tatsächlich spielt dies bereits seit einem Jahrzehnt keine Rolle mehr, da Serbien Anfang 2016 „ein Abkommen ratifiziert hat, das dem Bündnis Bewegungsfreiheit auf serbischem Gebiet gewährt und seinen Mitgliedern diplomatische Immunität einräumt“ – was zu weitreichenden Protesten führte, die letztlich jedoch nicht zur Aufhebung dieses Abkommens führten. Serbien unterhält zudem bereits seit dem Jahr davor, also seit 2015, einen „Individuellen Partnerschaftsaktionsplan“ mit der NATO. Seit Beginn der russischen militärischen Sonderoperation hat das Land begonnen, seine Politik noch enger an die der NATO anzupassen.

Es stimmt in der UN-Generalversammlung regelmäßig gegen Russland in Bezug auf die Ukraine, treibt durch vermehrte Waffenkäufe bei der NATO statt bei seinem traditionellen russischen Lieferanten aktiv eine pro-westliche militärische Neuausrichtung voran, erwägt Sanktionen gegen Russland, falls eine EU-Mitgliedschaft „in Sicht“ ist, und rüstet sogar die Ukraine auf. Ob man nun glaubt, dass Vucic dies freiwillig oder unter Zwang tut, Tatsache ist, dass die oben genannten Maßnahmen tatsächlich in Kraft sind. Hier sind fünf Hintergrundinformationen, um die Leser auf den neuesten Stand zu bringen:

* 25. Dezember 2023: „Der Westen gibt sich mit Vucics zahlreichen Zugeständnissen nicht zufrieden und strebt die vollständige Kontrolle über Serbien an

* 11. August 2024: „Die serbische Regierung ist ungewollt für die jüngsten Intrigen rund um eine Farbrevolution verantwortlich

* 14. Januar 2025: „Serbiens oberster General deutete unter dem Druck von Sanktionen eine pro-westliche militärische Neuausrichtung an

* 9. August 2025: „Interpretation Serbiens gemischter Signale darüber, ob es Sanktionen gegen Russland verhängen wird

* 11. November 2025: „Serbiens fortgesetzte Bewaffnung der Ukraine birgt die Gefahr eines Bruchs der Beziehungen zu Russland

Zu diesem Zeitpunkt fungiert Serbien bereits als de facto NATO-Mitglied, nachdem das oben erwähnte Abkommen von 2016 dem Bündnis Transitrechte durch sein Territorium sowie Immunität für seine Mitglieder gewährte und Serbien daraufhin begann, die Ukraine zu bewaffnen. Dies fördert die Interessen der NATO, indem es ihre militärische Logistik auf dem Balkan erleichtert und der Ukraine hilft, mehr Russen zu töten – was für das Bündnis wichtiger ist, als dass Serbien sich zur gegenseitigen Verteidigung seiner Mitglieder verpflichtet oder Russland aus Solidarität mit ihnen sanktioniert.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Serbien jemals der NATO beitritt, ist ohnehin gering, da dieses Szenario tabu ist, seit die NATO Serbien 1999 bombardiert hat; dabei wurde die Autonome Provinz Kosovo und Metohija vom Staat abgetrennt, was den Serben immensen seelischen Schaden zugefügt hat, da dies die Wiege ihrer Zivilisation ist. Auch wenn einige in der NATO einen Beitritt vielleicht noch für möglich halten und diesen aus symbolischen Gründen weiterverfolgen wollen, ist er objektiv gesehen unwahrscheinlich, was Vucic zwar weiß, aber dennoch gelegentlich zur Sprache bringt, um Unterstützung für seine Herrschaft zu gewinnen.

Aus geografischen Gründen hat Serbien, nachdem es zu einem Binnenstaat geworden ist und entweder von NATO-Mitgliedern oder de facto Ländern wie Bosnien umgeben ist, kaum eine Alternative zur Zusammenarbeit mit der NATO, muss aber auch nicht so weit gehen wie Vučić mit dem Abkommen von 2016 und der Bewaffnung der Ukraine. Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass er durch Wahlen oder auf andere Weise durch jemanden ersetzt wird, der eine härtere Linie gegenüber der NATO vertritt, da seine wahrscheinlichsten Nachfolger sogar noch NATO-freundlicher wären.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

USA verstärken Militärpräsenz im Nahen Osten und drohen, „die Hölle zu entfesseln“

Von Andre Damon – 26. März 2026

Die Trump-Regierung verlegt gegenwärtig Bodentruppen mit Tausenden Soldaten in den Persischen Golf. Unterdessen drohte das Weiße Haus am Mittwoch mit einer massiven Eskalation ihres Angriffskrieges gegen den Iran, wenn dieser die Forderungen der USA nicht akzeptiere.

Die Pressesprecherin des Weißen Hauses Karoline Leavitt erklärte: „Wenn der Iran die Tatsachen der aktuellen Lage nicht akzeptiert, wenn er nicht versteht, dass er militärisch besiegt wurde und daran auch nichts ändern kann, dann wird Präsident Trump dafür sorgen, dass das Land härter getroffen wird als jemals zuvor.“ Dann fügte Leavitt hinzu: „Präsident Trump blufft nicht, und er ist bereit, die Hölle zu entfesseln.“

Leavitt behauptete, die USA stünden kurz vor dem Sieg im Iran: „Deshalb ist jetzt zu erkennen, wie das Regime nach einem Ausweg sucht.“

Ein Reporter fragte Leavitt, wie die Mobilisierung der 82. Luftlandedivision mit der Behauptungen zusammenpasst, dass der Krieg bald vorbei sei, da diese Einheit normalerweise nicht zum Ende eines Konflikts ausgeschickt werde, sondern zum Beginn. Leavitt wich aus: „Der Präsident hat gerne mehrere Optionen an der Hand. Es ist Aufgabe des Pentagon, dem Oberbefehlshaber diese Optionen zu liefern.“

Laut verschiedenen Berichten haben zwei- bis dreitausend Fallschirmjäger der Immediate Response Force der 82. Luftlandedivision schriftliche Befehle zur Verlegung in den Nahen Osten erhalten. Die 82. Luftlandedivision ist eine Eliteeinheit der US Army, bestehend aus Fallschirmjägern, die auf den schnellen Einsatz in Kampfzonen spezialisiert sind. Eine solche Einheit schickt das Pentagon nicht, wenn es verhandeln will, sondern um anzugreifen.

Die Fallschirmjäger würden ergänzend zu zwei amphibischen Verbänden der Marines hinzukommen, die bereits auf dem Weg in den Persischen Golf sind. An Bord des Angriffsschiffs USS Tripoli befinden sich 2.200 Marines der 31st Marine Expeditionary Unit (MEU) und die USS Boxer hat letzte Woche mit 2.500 Marines der 11th MEU den Marinestützpunkt in San Diego verlassen. Die Tripoli wird laut Wall Street Journal vermutlich am Freitag den Kriegsschauplatz erreichen – an dem Tag, an dem Trumps fünftägiges Ultimatum ausläuft, auf das Angriffe auf das iranische Stromnetz folgen sollen.

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27. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 17:00 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 26. März 2026

Die gegenseitigen Bombardierungen gehen weiter. Wobei der Iran fast spiegelgleich Vergeltung übt für Angriffe gegen das Land, mit einigen Ausnahmen: Es sind keine Raketen auf Schulen und Krankenhäuser durch den Iran bekannt, aber hunderte der angreifenden Koalition. Und es wurden bisher auch nicht ganze Wohnblocks zerbombt, um einen zivilen Wissenschaftler zu töten.

Die New York Times berichtet, dass Netanjahu die israelischen Streitkräfte angewiesen habe, innerhalb der nächsten 48 Stunden „alle Anstrengungen“ zu unternehmen, um so viel wie möglich von der iranischen Rüstungsindustrie zu zerstören. Die Schlagzeile lautet: „Israel versucht, Iran hart zu treffen, solange es noch kann.“ Der Befehl erfolgte, nachdem Israel eine Kopie des 15-Punkte-Waffenstillstandsplans der USA erhalten hatte. Anscheinend ist Israel nicht glücklich über diesen Plan. Shanaka Anslem Perera schreibt, dass es zwei Interpretationsmöglichkeiten für die aktuelle Situation gebe. Beide seien plausibel. Nur eine davon versetze Teheran in Angst und Schrecken.

Interpretation 1: Zerfall. Netanjahu liefere sich ein Wettrennen mit Trumps Diplomatie und beschleunige die Angriffe, um unumkehrbare Fakten zu schaffen, bevor ein Abkommen zu für ihn suboptimalen Bedingungen besiegelt wird. Trump braucht einen Waffenstillstand für seine Zustimmungswerte von 36 Prozent und den Benzinpreis von 3,98 Dollar. Netanjahu braucht den Krieg für die „langfristige Sicherheit Israels“. Die Verbündeten verfolgten unvereinbare Zeitpläne, meint der Autor. Der 48-Stunden-Befehl sei keine Koordination, sondern ein Wettlauf gegen die von Trump gesetzte Uhr.

Interpretation 2: Trump setze auf Frieden, Netanjahu aber auf Krieg. Der Iran steht beiden gleichzeitig gegenüber und kann sich gegen keine von beiden optimal wappnen. Wenn der Iran den 15-Punkte-Plan akzeptiert, gebe er unter militärischem Druck nach. Lehnt der Iran den Plan ab, „legitimiere“ er die Angriffe und beschere Netanjahu weitere 48 Stunden irreversibler Demütigung, während Trump der Welt verkündet, er habe es zunächst mit Diplomatie versucht. Lesen Sie weiter in der Quelle.

Militärbasen im Nahen Osten jetzt zerstört und leer

Von vielen vorausgesagt, sind Militärbasen zwar Orte und Werkzeuge der Machtprojektion, aber im Konfliktfall auch verwundbare Stellen, welche mit modernen Kriegsmitteln schnell zerstört sind. Wodurch das Land, dem die Basis gehört, geschädigt wird, ohne dass der Gegner seine eigene Region verlassen muss. Und so berichtet die NYT nun, dass alle größeren US-Militärbasen im Nahen Osten im Verlaufe des Angriffskriegs gegen den Iran inzwischen zerstört wurden.

Zerstörung der iranischen Energieinfrastruktur

Die Zerstörung aller Kraftwerke des Iran wird sich schwieriger gestalten, als vermutlich angenommen. Denn anders als Israel oder andere Länder des Nahen Ostens, besteht das Stromnetzwerk auf weit über 130 kleineren Kraftwerken. Selbst das größte Kraftwerk, Damavand, in der Nähe von Teheran, produziert nur ca. 2,9 Prozent der gesamten installierten Kapazität. Das Atomkraftwerk, welches Russland gerade baut, ist noch gar nicht vollständig in Betrieb. Die Vergeltung durch Raketenangriffe auf die Staaten, welche angreifen oder den Angriff ermöglichen, werden wesentlich schneller zu verheerenden „Erfolgen“ führen.

Maut-Gesetz verabschiedet

Der Iran hat das Gesetz endgültig verabschiedet, mit dem Schiffe, welche die Straße von Hormus innerhalb iranischen Hoheitsgewässern benutzen, eine Maut bezahlen müssen, mit der die maritime Sicherheit finanziert wird.

Neue ballistische Raketen auf Zentral-Israel

Auch am Morgen des 27 Kriegstages werden Raketen aus dem Iran gegen Zentral-Israel gemeldet.

Der Jemen hält sich noch zurück

Der Jemen, im Westen „die Huthis“ genannt, hält sich noch zurück, scharrt aber mit den Hufen. Offensichtlich ist die Schließung der Bab el-Mandeb Straße noch eine Eskalationsstufe, die der Iran sich für die erwartete Landungsoperation der USA aufbewahrt. Wie wir wissen, hatten die USA ja schon einmal vergeblich versucht, eine Blockade der Einfahrt zum Roten Meer aufzuheben, und waren nach drohenden Beschädigungen eines Flugzeugträgers und verlorenen Flugzeugen und Drohnen unverrichteter Dinge abgezogen.

Qatar / Katar mit außergewöhnlicher Rede

Gestern waren Gerüchte bekannt geworden, dass Katar nicht mehr vom Iran angegriffen werde, weil es eine Entschädigung an das Land gezahlt hätte. Heute wird über eine außergewöhnliche Rede des Sprechers des katarischen Außenministeriums berichtet: „Der Iran ist seit Jahrhunderten hier. Niemand wird irgendwohin weg gehen. Wir bleiben Nachbarn, ob es uns gefällt oder nicht, und kein Land wird durch Zwang oder Wunsch verschwinden.“ Die Interpretationen der Äußerungen sind noch nicht eindeutig. Einige meinen, der Iran müsse die Existenz Israels als Apartheid-Staat anerkennen, andere sagen, der Wunsch der angreifenden Koalition, sich ein Land nach seinen Wünschen zu formen, sei zum Scheitern verurteilt.

In einer Rede des katarischen Premierministers wird erklärt, dass man die Aussage des Irans, das Land bombardiere nur US-Interessen in Katar, nicht akzeptiere. Der Angriff des Vortages habe einer nationalen katarischen Gasförderanlage gegolten.

Sowohl Katar, als auch Bahrain und Kuwait, könnten vom Iran als Antwort auf eine Bodenoperation der USA gegen das Land ebenfalls mit Bodentruppen angegriffen werden.

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Die Folgen der neuen Ölkrise

„So etwas Schlimmes habe ich noch nie erlebt“, sagen Analysten

Von TASS (Übersetzung: Thomas Röper) – 26. März 2026

Analysten der Ölmärkte finden drastische Worte für die sich entwickelnde Ölkrise, die weltweit zu steigenden Öl-, Benzin- und Gaspreisen und manchen Ländern bereits zu Rationierungen von Benzin geführt hat.

Die TASS hat in einem Artikel die aktuellen Auswirkungen der neuen Ölkrise zusammengefasst und auch Experten und Analysten befragt. Demnach steht die Welt vor der größten Ölkrise der Geschichte. Ich habe den TASS-Artikel übersetzt:

„Solche Einbrüche hat es noch nie gegeben“: Wie die Ölkrise die Welt erfasst

Die durch die Eskalation im Nahen Osten ausgelöste Energiekrise könnte als „schlimmster Albtraum jedes Ölmarktanalysten“ in die Geschichte eingehen. Dieser Einschätzung von BP-Chefökonom Gareth Ramsay stimmen viele Analysten zu. Die TASS berichtet, welche Länder bereits die Auswirkungen der dreiwöchigen Konfrontation zwischen Iran, den USA und Israel spüren.

„So etwas Schlimmes habe ich noch nie erlebt“, räumte Paul Sankey, leitender Energieberater beim Beratungsunternehmen Oliver Wyman, ein. „Wie soll man all dieses Gas, all dieses Öl, all dieses Helium ersetzen?“, fragt er rhetorisch. Laut Experten gab es derartige Versorgungsengpässe noch nie.

Asien hat Reserven für ein bis zwei Monate

Wenn der Konflikt andauert, reichen die Reserven der Länder, die von Lieferungen aus dem Nahen Osten abhängig sind, nur noch für ein bis zwei Monate, warnte Kyle Shostak, Direktor des amerikanischen Investmentunternehmens Navigator Principal Investors. Laut ihm gilt das vor allem für Indien, Bangladesch, Südkorea, Pakistan und Japan. „Die Reserven der meisten dieser Länder reichen für ein bis zwei Monate, bevor ihre Volkswirtschaften aufgrund eines Rückgangs der Inlandsproduktion, die Energie braucht, voraussichtlich bereits im zweiten Quartal dieses Jahres in eine Rezession abrutschen werden“, erklärte der Experte gegenüber der TASS.

Shostak fügte hinzu, China bilde eine Ausnahme, weil „dessen Rekordreserven die Unabhängigkeit der heimischen Produktion für etwa sechs Monate gewährleisten“.

Unterdessen haben die Philippinen wegen Brennstoffknappheit den Notstand ausgerufen. Im Präsident Ferdinand Marcos Jr. unterzeichnetes Dekret heißt es, dass das Land stark von Energieimporten abhängig sei und dass die durch die anhaltende Eskalation verursachten Unterbrechungen der Lieferketten, die erhebliche Volatilität und die steigenden globalen Ölpreise „die Energiesicherheit des Landes gefährden“. Die philippinische Energieministerin Sharon Garin erklärte, die Brennstoffeserven reichten für etwa 45 Tage. Am 24. März traf in dem Land die erste Lieferung russischen Öls seit fünf Jahren ein.

Japan begann am 16. März, einen Teil seiner strategischen Ölreserven auf den Markt zu bringen. Premierministerin Sanae Takaichi schlug am Mittwoch bei einem Treffen mit dem Leiter der Internationalen Energieagentur (IEA) vor, als Notmaßnahme zur Stabilisierung der Lage weiteres Öl aus den Reserven freizugeben. „Die asiatischen Länder befinden sich in einer schwierigen Lage“, betonte sie.

Aufgrund der Krise greifen einige asiatische Länder wieder verstärkt auf Kohle zurück, um Stromausfälle zu verhindern und ihre Bevölkerung vor drastischen Preisschocks zu schützen. So hat beispielsweise die südkoreanische Regierung die Beschränkungen für die Stromerzeugung aus Kohlekraftwerken aufgehoben, Thailand bereitet die Wiederinbetriebnahme zweier im vergangenen Jahr stillgelegter Kohlekraftwerke vor und die Bevölkerung Indiens hat begonnen, Kochgas durch Kohle zu ersetzen.

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Die USA und Israel haben im Iran bisher 85.000 zivile Gebäude, 282 medizinische Einrichtungen und 600 Schulen bombardiert – und keine Kritik aus der EU

Von Thomas Röper – 26. März 2026

Der Krieg der USA und Israels im Iran richtet sich offensichtlich vor allem gegen die Zivilbevölkerung, wie die bisherigen Angaben über die Schäden zeigen. Da man diese Informationen in deutschen Medien nicht findet, fasse ich die aktuellen Angaben zusammen.

Laut Pir Hossein Kolivand, dem Vorsitzenden des Iranischen Roten Halbmonds, wurden in Iran durch US-amerikanische und israelische Angriffe mehr als 85.000 zivile Gebäude beschädigt, darunter 64.583 Wohnhäuser und 19.694 Geschäftsgebäude, sagte er im iranischen Staatsfernsehen.

Außerdem wurden mindestens 282 medizinische Einrichtungen, darunter Krankenhäuser, Kliniken und Gesundheitszentren, durch US-amerikanische und israelische Angriffe getroffen. Er wies darauf hin, dass es laut der Genfer Konvention von 1949 zum Schutz der Zivilbevölkerung in Kriegszeiten kein Recht für solche Angriffe gäbe und dass das Kriegsverbrechen seien.

Auch mindestens sieben iranische Krankenhäuser sind aufgrund der Schäden durch die US-amerikanischen und israelischen Angriffe außer Betrieb, wie Ali Bahraini, Irans Ständiger Vertreter bei den Vereinten Nationen in Genf, mitteilte. Demnach wurden 49 Rettungsfahrzeuge, 38 Krankenwagen, ein Rettungshubschrauber und ein Rettungsboot wurden schwer beschädigt oder zerstört.

Darüber hinaus wurden im Iran 600 Schulen durch US-amerikanische und israelische Luftangriffe getroffen, wobei die Schule in Minab am stärksten zerstört wurde, so Pir Hossein Kolivand.

Am 28. Februar haben die USA eine Tomahawk-Rakete auf eine Mädchengrundschule in der südiranischen Stadt Minab angefeuert. Nach den heutigem Stand wurden dabei 175 Menschen getötet, hauptsächlich Schülerinnen, aber auch Eltern und Lehrer. Weitere 95 Menschen wurden verletzt.

[Zum Originalbeitrag auf Anti-Spiegel]

„Wir verhandeln mit Bomben“: USA verlegen 82.Luftlandedivision in Richtung Iran

Von Andre Damon – 26. März 2026

Am Dienstag behauptete US-Präsident Donald Trump, die USA hätten ihren nicht erklärten und völkerrechtswidrigen Krieg gegen den Iran schon „gewonnen“, und es würde verhandelt. Gleichzeitig machen die US-Medien deutlich, dass der militärische Aufmarsch gegen das Land weiter ausgeweitet wird.

CNN berichtete am Dienstag, dass in den nächsten Tagen etwa 1.000 Soldaten der 82. Luftlandedivision, darunter Divisionskommandant Generalmajor Brandon Tegtmeier und sein Stab, in den Nahen Osten verlegt werden sollen. Die New York Times berichtete am Montag, die „Immediate Response Force“ (Schnelle Eingreiftruppe) der 82. Luftlandedivision – eine 3.000-köpfige schnell verlegbare Brigade – könnte zur Eroberung von Charg eingesetzt werden, der Insel, über welche 90 Prozent der iranischen Ölexporte abgewickelt werden. Politico berichtete am Dienstag, dass bereits innerhalb weniger Stunden mit einem schriftlichen Verlegungsbefehl gerechnet wird.

Die 82. Luftlandedivision ist die schnell verlegbare Division der US Army und dafür ausgebildet, per Fallschirm in feindlichem Gebiet abgesetzt zu werden, um Flugplätze und wichtige Ziele zu erobern. Ihre Verlegung stellt eine qualitative Eskalation dar über die bereits auf dem Weg befindlichen Marine Expeditionary Units (MEUs) hinaus. Bei Letzteren handelt es sich um kleinere amphibische Einheiten, die für Operationen an den Küsten vorgesehen sind. Die Kombination aus Luftlande- und Amphibien-Streitkräften deutet auf eine Operation hin, bei der es sowohl um einen Angriff von See als auch einen Vorstoß ins Inland geht – weitaus größer als die Eroberung einer einzelnen Insel.

Die Soldaten dieser Division kämen zu den 4.500 Marines an Bord zweier amphibischer Angriffsverbände hinzu, die bereits auf dem Weg in den Golf sind. Laut dem Wall Street Journal soll die USS Tripoli mit 2.200 Marines, die von Okinawa aufgebrochen ist, am Freitag eintreffen. Ein zweiter Verband, die USS Boxer, ist letzte Woche mit 2.500 Marines an Bord aus San Diego ausgelaufen.

[Hier weiterlessen]

Den Bruch mit NATO und USA wagen

Von Sevim Dagdelen – 26. März 2026

Wer wissen möchte, wie sehr außen- und sicherheitspolitische Fehlentscheidungen den Ruin eines ganzen Landes beschleunigen können, muss in diesen Tagen auf das transatlantische Bündnis, die unverbrüchliche Treue zur NATO und die bedingungslose Unterordnung der Bundesregierung gegenüber den USA blicken.

Auf Druck von US-Präsident Donald Trump hatte sich die NATO auf dem letzten Gipfel in Den Haag selbst ein 5-Prozent-Ziel der Wirtschaftsleistung gegeben. Rekordsteigerungen der Militärhaushalte sind die Folge. Für Deutschland gilt damit eine Zielmarke von rund 220 Milliarden Euro für die Aufrüstung – allein in diesem Jahr waren es bereits 108 Milliarden Euro.

Um die NATO-Vorgaben erreichen zu können, wurden die Schuldenregeln gelockert und die Neuverschuldung drastisch erhöht. Jetzt wird immer klarer, dass dies nicht reicht. Denn die Bundesregierung ist dabei, mit massiven sozialen Kürzungen Geld zur künftigen Erfüllung der NATO-Ziele zu beschaffen.

Sozialabbau als NATO-Finanzierung

Leuchttürme dieser Kürzungspolitik sind zum einen die Streichung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern bei den Krankenkassen. Die diskutierten Pläne würden diese Haushalte überproportional treffen, denn zusätzliche Kosten von rund 225 Euro im Monat summieren sich auf etwa 2.700 Euro im Jahr und fallen unabhängig vom Einkommen an. Für Familien mit Mindestlohn bedeutet das einen Verlust von rund 13 Prozent ihres verfügbaren Einkommens, so der Sozialverband Deutschland (SoVD). Was von liberalen Journalisten noch als feministischer Move gefeiert wird, ist also in Wirklichkeit eine Existenzbedrohung für bis zu drei Millionen Menschen in Deutschland, insbesondere für Frauen. Eine Versicherungsleistung, die es in Teilen so bereits seit fast einem Jahrhundert gibt, wird gestrichen.

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