Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNSC) hat am Mittwoch mit der Verabschiedung der Resolution 2817 (2026) den Krieg der USA und Israels gegen den Iran faktisch gebilligt. Der Text „verurteilt aufs Schärfste“ die Vergeltungsschläge des Iran gegen die Golfstaaten, schweigt sich jedoch aus über die fast zweiwöchigen Bombardements des Landes mit 90 Millionen Einwohnern durch den amerikanischen Imperialismus und seinen israelischen Verbündeten.
Als Vorwand für die Resolution dient, dass der Iran Vergeltungsschläge gegen sieben Länder durchgeführt habe: Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Jordanien. Doch alle sieben beherbergen US-Militärstützpunkte, die aktiv zur Kriegsführung gegen den Iran genutzt werden – vom Hauptquartier der 5. Flotte in Bahrain über den Luftwaffenstützpunkt Al Udeid in Katar bis hin zu Al Dhafra in den VAE. Diese Staaten sind keine neutralen Zuschauer. Sie sind faktisch Kriegsteilnehmer. Die iranischen Angriffe auf ihr Territorium erfolgten in Notwehr und haben etwa elf Zivilisten getötet. Die USA und Israel haben allein im Iran über 1.300 Menschen getötet.
In der Resolution wurde nicht einmal erwähnt, dass die Vereinigten Staaten unter der Führung des Faschisten Donald Trump am 28. Februar einen unprovozierten Angriffskrieg gegen den Iran, ein historisch unterdrücktes Land, begonnen haben. Mit tatkräftiger Unterstützung seines zionistischen Verbündeten vollstreckte Washington innerhalb weniger Stunden die gezielte Ermordung des Obersten Führers Ayatollah Khamenei und Dutzender weiterer führender Politiker und Militärs eines angeblich souveränen Staates.
Innerhalb von weniger als zwei Wochen flächendeckender Bombardements haben amerikanische und israelische Raketen Tausende iranischer Zivilisten getötet, darunter über 160 Kinder bei einem einzigen Angriff auf eine Mädchenschule. Die Kriegsverbrecher haben Dutzende von Krankenhäusern und Schulen angegriffen; sie haben versucht, die Energieversorgung zu unterbrechen und die Umwelt durch die Zerstörung von Ölraffinerien zu vergiften; und sie haben Millionen von Menschen gezwungen, aus ihren Häusern im Iran und im Libanon zu fliehen, wo das zionistische Regime ebenfalls Luft- und Bodenoperationen durchgeführt hat. Nichts davon wurde in der Resolution auch nur mit einem Wort erwähnt.
Am Montag begann in der Türkei der Prozess gegen 402 Angeklagte, darunter der Oberbürgermeister von Istanbul und Präsidentschaftskandidat der Republikanischen Volkspartei (CHP), Ekrem İmamoğlu.
Von den Angeklagten befinden sich 107 in Haft. Sie sind angeklagt wegen Bildung und Führung einer kriminellen Vereinigung, Bestechung, Geldwäsche, Betrug an öffentlichen Institutionen und Organisationen, Manipulation von Ausschreibungen und weiterer Straftaten. Die 3.900-seitige Anklageschrift, die 237 Tage nach İmamoğlus Verhaftung am 19. März 2025 fertiggestellt wurde, fordert eine Haftstrafe von bis zu 2.430 Jahren für İmamoğlu.
Die erste Reihe von Anhörungen ist auf vier Tage pro Woche über 45 Tage angesetzt. Diese Phase, die im April abgeschlossen sein soll, wird zu einer Zwischenentscheidung über den Haftstatus der Angeklagten führen. Laut den Zeitplänen des Gerichts wird der Fall voraussichtlich in etwa 4.600 Tagen abgeschlossen sein – also in zwölf Jahren.
USA und Israel bemühen sich mit Fake News nach der Bombardierung einer Mädchenschule wieder Boden gutzumachen. Die Verwendung von Mehrfachsprengkörpern in fortgeschrittenen iranischen ballistischen Raketen wurde versucht als verbotene Streumunition darzustellen. Das Bild zeigt die Submunition eines Mehrfachsprengkopfes nach der Freigabe.
Bei rund der Hälfte aller auf Israel abgefeuerten Raketen hat der Iran israelischen Angaben zufolge Streumunition, die international weitgehend geächtet ist, eingesetzt. Das teilte das israelische Militär heute auf dpa-Anfrage mit.
Streumunition überzieht große Flächen unkontrolliert mit Sprengkörpern und ist besonders gefährlich für Zivilisten.
Im Gegensatz zur israelischen und westlichen Propaganda verwendet der Iran aber keine Streubomben, sondern unter anderem die intelligente Rakete Khorramshahr-4. Dabei handelt es sich um eine Mutterrakete, die 80 Submunitionen aufnehmen kann, wobei jede Submunition die Fähigkeit besitzt, Ziele auszuwählen oder zu wechseln. Dies unterscheidet sich von Israels ungelenkten Streubomben, die hauptsächlich gegen Zivilbevölkerung in besiedelten Gebieten wie etwa in Gaza eingesetzt werden.
Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 13. März 2026
Der koloniale Krieg gegen das Land dauert nun schon in unterschiedlicher Intensität 120 Jahre, wie Alex Krainer erklärte, könnte sich nun aber langsam dem Ende zuneigen. Hier die Ereignisse des 14. Tages des erneuten Angriffs Israels und der USA gegen das Land.
Seit gestern Abend um 22:00 Uhr deutscher Zeit hat sich der anhaltende Krieg gegen den Iran mit wechselseitigen Angriffen weiter zugespitzt. In der Nacht und am frühen Morgen des 13. März 2026 meldeten iranische Staatsmedien mehrere Explosionen in Teheran, die auf eine neue Welle israelischer Luftangriffe zurückgehen; Israel sprach dabei von der Zerstörung von mehr als 200 Zielen im Westen und Zentrum des Landes. Unter den Opfern sind wieder in erster Linie Zivilisten.
Gleichzeitig feuerte die iranische Revolutionsgarde eine Vielzahl von Raketen auf Israel und US-Streitkräfte ab; in Israel wurden nach einem Treffer in einem Wohngebiet im Norden des Landes mindestens 58 Personen verletzt und hospitalisiert. Alle anderen Treffer unterliegen der strengen Zensur.
Ein US-Tankflugzeug vom Typ KC-135 stürzte im westlichen Irak ab, ein weiteres wurde beschädigt; dies ist bereits der vierte Verlust eines US-Flugzeugs seit Kriegsbeginn. Nicht gerechnet mehrere superteuren hochfliegenden Drohnen. Die angreifende Koalition beschießt weiterhin den Iran von außerhalb seines Hoheitsgebiets mit weitreichenden Raketen, was auf eine immer noch aktive Luftabwehr hindeutet, und die Kosten der Angriffe in die Höhe treibt.
Bei einem Drohnenangriff iranisch gestützter Milizen im Irak kam ein französischer Soldat ums Leben, mehrere weitere wurden verletzt. An mehreren Stellen werden Angriffe auf US-Basen im Irak berichtet. Offensichtlich ist die Wut der Menschen über den Krieg kaum noch eindämmbar.
Auch Al Jazeera berichtet noch einmal über die Rede des neuen iranische Staatsoberhauptes und religiösen Führers Mojtaba Khamenei der nach dem Bericht die Schließung aller US-Stützpunkte in der Region forderte, andernfalls drohe eine Fortsetzung der Angriffe; zugleich habe er die Blockade der Straße von Hormus bekräftigt, die den Schiffsverkehr weitgehend lahmlegt und die Ölpreise (Brent) auf über 100 Dollar pro Barrel treibt. Iranische Drohnenangriffe richteten sich zudem gegen Ziele in Saudi-Arabien, Bahrain, Oman, Dubai und Kuwait, wo mehrere Drohnen abgefangen wurden und vereinzelt zivile Schäden entstanden.
US-Präsident Donald Trump erklärte in einem Interview, der Krieg laufe „sehr gut“, während Israels Ministerpräsident Netanyahu weitere Eskalationen im Libanon androhte.
Der Krieg gegen den Iran, den die USA und Israel am 28. Februar 2026 begonnen haben, hat weitreichende Auswirkungen. Betroffen ist die gesamte Region. Bomben und Drohnen verursachten Schäden in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Bahrain, im Oman, sogar in Saudi-Arabien und auf einigen Militär-Stützpunkten wie in Zypern.
Besonders in den Golfstaaten, in denen der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle ist, regt sich Widerstand gegen den Krieg. So schrieb einer der prominentesten Geschäftsleute der Vereinigten Arabischen Emirate, Al Habtoor, der als einflussreiche Stimme im Golf gilt, kürzlich einen Offenen Brief an den US-Präsidenten und fragte: „Wer hat Ihnen die Autorität gegeben, unsere Region in einen Krieg mit dem Iran zu ziehen? Wer hat Ihnen die Erlaubnis gegeben, unsere Region in ein Schlachtfeld zu verwandeln?“ Weiterhin stellte er die provozierende Frage, „ob die Eskalation gegen den Iran tatsächlich eine souveräne Entscheidung der USA gewesen sei – oder ob sie unter dem Druck des israelischen Premierministers Benjamin Netanyahu zustande kam“.
Al Habtoor erinnert daran, dass Trump im Wahlkampf wiederholt versprochen habe, keine neuen Kriege zu beginnen, nun sei aber genau das Gegenteil eingetreten.
Dass ausgerechnet ein milliardenschwerer Unternehmer Trump öffentlich zur Rede stellt, deutet auf große Spannungen zwischen den regionalen Verbündeten der USA und der amerikanischen Kriegsstrategie hin. Bemerkenswert ist der Schlusssatz dieses Briefes, der sogar in CNN diskutiert wurde: „Wahre Führung wird nicht an Kriegsentscheidungen gemessen, sondern an Weisheit, Respekt für andere und dem Streben nach Frieden.“[1]
Ein aktueller Konflikt zwischen dem US-Verteidigungsministerium und dem KI-Unternehmen Anthropic zeigt erstmals offen, wie eng Technologieunternehmen und militärische Institutionen inzwischen miteinander verbunden sind und wie umstritten diese Kooperationen geworden sind.
Die militärische Nutzung Künstlicher Intelligenz entwickelt sich seit einigen Jahren zu einem zentralen strategischen Thema der internationalen Sicherheitspolitik. Während in der öffentlichen Debatte häufig über zivile Anwendungen von KI gesprochen wird, etwa über Sprachmodelle, automatisierte Bilderkennung oder digitale Assistenzsysteme, hat sich im Hintergrund ein anderes Feld rasch ausgeweitet: die Integration von KI-Technologie in militärische Analyse- und Entscheidungsprozesse.
Der Streit zwischen US-Verteidigungsministerium und dem KI-Unternehmen Anthropic entzündete sich an der Frage, unter welchen Bedingungen Künstliche Intelligenz im militärischen Bereich eingesetzt werden darf. Anthropic gehört zu den Unternehmen, die in den vergangenen Jahren große Sprachmodelle und KI-Systeme entwickelt haben, die enorme Datenmengen analysieren können. Solche Systeme werden nicht nur in der Wirtschaft genutzt, sondern sind auch für staatliche Behörden interessant, insbesondere für Sicherheits- und Verteidigungsinstitutionen, die täglich riesige Datenströme auswerten müssen.
Die USA sind auf militärische Eskorten für Tankschiffe in der Straße von Hormuz „nicht vorbereitet“. Europäische Truppen geraten in Mittelost zunehmend unter Beschuss. Bündnis zwischen Europa und den arabischen Golfstaaten ist im Gespräch.
Versuche der Vereinigten Staaten, die Sperrung der Straße von Hormuz mit militärischen Eskorten von Tankschiffen zu brechen, verzögern sich und werden frühestens Ende März beginnen. Dies teilt US-Energieminister Chris Wright mit. Zur Begründung erklärt Wright: „Wir sind ganz einfach noch nicht vorbereitet.“ Demnach haben die Vereinigten Staaten Iran überfallen, ohne sich eine Antwort auf dessen schon lange angekündigte Hauptabwehrmaßnahme zurechtzulegen. Die Energiekrise spitzt sich weiter zu; der Ölpreis überstieg am Donnerstag erneut die Schwelle von 100 US-Dollar pro Barrel. Für Deutschland und die EU kommt hinzu, dass nicht nur Qatar kriegsbedingt als Lieferant von Flüssiggas ausfällt, sondern womöglich auch Russland, das immer noch rund ein Siebtel aller EU-LNG-Importe stellt; Moskau zieht es in Betracht, die Lieferungen etwa nach Indien oder Bangladesch umzuleiten. Zugleich geraten zunehmend auch Stellungen europäischer Truppen in Nah- und Mittelost unter Beschuss. Die Kritik am Iran-Krieg nimmt in der EU zu; die Staaten Europas könnten sich mit den Ländern der Arabischen Halbinsel zusammentun, heißt es – und dort an die Stelle der USA treten.
„Wir sind nicht vorbereitet“
Ein Ende der Energiekrise nach der Sperrung der Straße von Hormuz (german-foreign-policy.com berichtete [1]) ist nicht in Sicht. Irans neuer Oberster Führer, Mojtaba Khamenei, teilte am gestrigen Donnerstag in seiner ersten Stellungnahme nach seiner Ernennung mit, „der Hebel der Schließung der Straße von Hormuz“ müsse „weiterhin benutzt werden“.[2] Nach mutmaßlich iranischem Beschuss schlossen zuletzt Irak und Oman Exportterminals für Öl; das omanische Terminal im Hafen von Mina al Fahal liegt außerhalb des Persischen Golfs jenseits der Straße von Hormuz und hätte, wäre nicht durch die Angriffe seine Schließung erzwungen worden, Öllieferungen aufrechterhalten können. US-Energieminister Chris Wright hat am Donnerstag erklärt, „wahrscheinlich“ würden die US-Streitkräfte ab Ende März mit Kriegsschiffen Öl- und Flüssiggastanker durch die Straße von Hormuz eskortieren.[3] Ein früherer Zeitpunkt sei nicht möglich: „Wir sind ganz einfach noch nicht vorbereitet.“ Seine Aussage belegt einmal mehr, dass die Trump-Administration den Krieg gegen Iran miserabel geplant und in blinder Selbstüberschätzung begonnen hat. Das wird jetzt zur Gefahr für die Weltwirtschaft. Der Ölpreis pendelte am Donnerstag – am Tag nach der Freigabe eines Drittels der strategischen Ölreserven des Westens – erneut bei 100 US-Dollar.
Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran weitet sich rasch zu einem regionalen – und zunehmend globalen – Flächenbrand mit mehreren Fronten aus. Der Krieg breitet sich im gesamten Nahen Osten aus und zieht die imperialistischen Mächte Europa immer direkter in militärische Operationen hinein.
Im Nahen Osten hat Israel seine Operationen über den Iran hinaus auf den Libanon ausgeweitet. Das israelische Militär greift laufend Ziele im ganzen Libanon an, darunter auch dicht besiedelte Wohngebiete im Zentrum von Beirut. Über 800.000 Menschen wurden zur Flucht gezwungen, mehr als 600 Menschen wurden getötet und 1.444 verletzt.
Der Konflikt erschüttert bereits die Weltmärkte und treibt die Preise in die Höhe. Die Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Teil der weltweiten Öltransporte verkehrt, ist zu einem Brennpunkt direkter Konfrontationen geworden.
Gleichzeitig beteiligen sich die europäischen imperialistischen Mächte unter dem falschen Vorwand des „Schutzes der Seewege“ und der „Verteidigung von Stützpunkten“ sowohl politisch als auch militärisch an dem Konflikt.
Am Dienstag besuchte der französische Präsident Emmanuel Macron den französischen Flugzeugträger Charles de Gaulle, der im Kriegsfall atomar bewaffnete Flugzeuge einsetzen kann. Macron gab dort bekannt, dass Frankreich eine europäische Flotte im Nahen Osten anführen werde. Kaum eine Woche, nachdem er eingeräumt hatte, dass der Krieg der USA und Israels gegen den Iran „außerhalb des Völkerrechts“ geführt werde, orientierte er Frankreich und seine europäischen Verbündeten auf eine Beteiligung an diesem illegalen Krieg.
Angesichts dessen, dass Macron den Krieg für illegal erklärt hatte, kommen einem verschiedene Aussagen in den Sinn, die er hätte machen können. Doch hat er erklärt, dass Frankreich sich gegen den Krieg stellen würde? Hat er die Verbrechen des amerikanischen und israelischen Militärs gegen das iranische Volk kritisiert, etwa das Massaker an 160 Schülerinnen in Minab, die Bombardierung von Krankenhäusern und die Verpestung der Luft im Iran durch die Bombardierung iranischer Treibstoffdepots? Hat er angekündigt, dass französische Luftwaffenstützpunkte für amerikanische Kampfflugzeuge geschlossen würden? Nein, nichts dergleichen.
Laut einem Bericht der New York Times kommt eine interne Untersuchung des Pentagon zu dem vorläufigen Ergebnis, dass das US-Militär am ersten Tag des illegalen Krieges der Trump-Regierung gegen den Iran in der Stadt Minab ein Kriegsverbrechen verübt hat.
Die Enthüllungen der Times basieren auf Aussagen von „US-Regierungsvertretern und anderen mit den vorläufigen Ergebnissen vertrauten Quellen“. Sie zeigen, dass der Angriff, bei dem mindestens 150 Kinder getötet wurden, Teil des verbrecherischen Kriegs war, dessen strategisches Ziel die koloniale Unterwerfung des Iran durch den US-Imperialismus ist.
Am Samstag, dem 28. Februar, dem ersten Tag des Kriegs gegen den Iran, wurde die Mädchengrundschule in Minab in der Provinz Hormosgan während der Unterrichtszeit von einem Präzisionsangriff mit Raketen vernichtet. Laut Zeugenaussagen wurde die Schule dreimal hintereinander angegriffen, wodurch das Dach einstürzte und die Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren sowie ihre Lehrkräfte unter sich begrub.
Laut iranischen Medien und offiziellen Vertretern des Landes wurden zwischen 168 und 180 Menschen getötet, darunter mindestens 150 Schülerinnen. Damit handelt es sich um den bisher tödlichsten Angriff auf Zivilisten in der Anfangsphase des Konflikts.
Die Mädchengrundschule befand sich in einer ehemaligen Militäranlage, die schon Jahre vor dem Krieg zu einer Schule umgebaut wurde. Sie grenzt zudem an die Marineeinrichtung Sayyid al-Shuhada an, die von den Seestreitkräften der Islamischen Revolutionsgarde genutzt wird. Laut der New York Times und anderen Medien begannen die Angriffe am 28. Februar etwa zu der Zeit, zu der die Kinder samstags (im Iran ein Werktag) üblicherweise an der Schule eintreffen oder bereits in den Klassenzimmern sitzen. Diese Tatsache verdeutlicht, dass die Schule vermutlich voll besetzt war.
Das Fehlen bedeutender wirtschaftlicher Beziehungen zum Iran hat dazu geführt, dass die meisten Länder jede Resolution gegen den Iran unterstützen würden, wenn sie inoffiziell gezwungen wären, sich zwischen der Islamischen Republik und den Golfstaaten zu entscheiden, von denen sie in gewissem Maße für ihre Energieimporte abhängig sind, meint unser Autor.
Der UN-Sicherheitsrat hat gerade eine Resolution verabschiedet, in der der Iran für seine Angriffe auf die Golfstaaten, darunter auch auf zivile und Wohngebiete, verurteilt wird, während Russland und China sich wie schon bei der Resolution zu Gaza im vergangenen Herbst der Stimme enthalten haben, da ihre arabischen Partner diese beiden Maßnahmen unterstützen. Russland schlug einen zweiten Entwurf vor, der laut seinem ständigen Vertreter „auf eine dringende Deeskalation der Lage abzielt … (und) einfach, direkt und unmissverständlich ist und bewusst keine Konfliktparteien namentlich nennt“.
Die USA legten erwartungsgemäß ihr Veto ein, weshalb sich Russland und China gezwungen sahen, sich bei der Abstimmung über den ursprünglichen Entwurf der Stimme zu enthalten. Dennoch zeigte dies, dass Russland sein Möglichstes [wirklich?; die Red.] tat, um den Iran im UN-Sicherheitsrat zu unterstützen. Die Resolution, die schließlich verabschiedet wurde, wurde von sage und schreibe 135 Ländern unterstützt, was der Korrespondent von Al Jazeera als „die größte Anzahl von Ländern, die jemals einen Resolutionsentwurf des Sicherheitsrats mitgetragen haben“ bezeichnete. Die Gründe für diese historische Verurteilung des Iran sind ziemlich eindeutig.
Einfach ausgedrückt: Der Großteil der Welt ist in gewissem Maße von Energieimporten aus den Golfstaaten abhängig, während der Iran den meisten von ihnen so gut wie nichts liefert, da außer China nur wenige bereit sind, sich den sekundären Sanktionsdrohungen der USA zu widersetzen, indem sie in nennenswertem Umfang mit ihm Handel treiben. Sie haben daher viel mehr durch die Unterbrechung der Energieexporte der Golfstaaten aufgrund der iranischen Angriffe gegen sie zu verlieren als durch die gemeinsamen Angriffe der USA und Israels auf den Iran, die die Islamische Republik verwüsten.
Das Fehlen jeglicher bedeutender wirtschaftlicher Beziehungen fast aller Staaten zum Iran zu Beginn des Dritten Golfkriegs steht in scharfem Kontrast zu den Beziehungen, die die Mehrheit der Staaten zu Russland zu Beginn des NATO-Stellvertreterkriegs mittels der Ukraine gegen Russland, der vor vier Jahren eskalierte. Damals und bis heute waren viele von ihnen in gewissem Maße von dessen Agrar-, Energie- und/oder Düngemittelexporten abhängig, weshalb sie sich alle in gewisser Weise den sekundären Sanktionsdrohungen der USA widersetzten.
Obwohl die Mehrheit der Staaten bei der UN-Generalversammlung für eine Verurteilung Russlands gestimmt hat, haben alle Länder, einschließlich der EU, ihre Rohstoffimporte aus Russland in gewissem Umfang beibehalten. Sie und ihr US-amerikanischer Schutzherr haben sich zwar auf eine sogenannte „Preisobergrenze“ zur Begrenzung der russischen Ölgewinne geeinigt, aber der Punkt ist, dass selbst sie anerkannt haben, dass die Welt nicht weiter funktionieren könnte, wenn diese Exporte sofort eingestellt würden. Die USA haben seitdem versucht, alle davon zu entwöhnen, aber angesichts der globalen Ölkrise ist dies nicht länger möglich.
Auf jeden Fall lässt diese Erkenntnis rückblickend den Schluss zu, dass die Missachtung der sekundären Sanktionsdrohungen der USA durch die Weltmehrheit in Bezug auf die Aufrechterhaltung des Handels mit Russland durch ihre Eigeninteressen motiviert war und nicht durch ihr kollektives Bekenntnis zu einem nebulösen multipolaren Prinzip. Das Gleiche gilt auch für die Frage, warum die meisten von ihnen gerade den Iran bei der UNO verurteilt haben, indem sie die jüngste Resolution des Sicherheitsrats mitgetragen haben, was ebenfalls in ihrem Interesse lag, auch wenn dies einige Befürworter der Multipolarität [verständlicherweise; die Red.] enttäuscht haben mag.
Letztendlich war es aufgrund der fehlenden bedeutenden wirtschaftlichen Beziehungen zum Iran vorprogrammiert, dass die Mehrheit der Welt jede Resolution gegen das Land unterstützen würde, wenn sie inoffiziell gezwungen wäre, sich zwischen der Islamischen Republik und den Golfstaaten zu entscheiden, von denen sie in gewissem Maße für ihre Energieimporte abhängig sind. Das ist die kalte Realität der internationalen Beziehungen, die den wohlmeinenden Aktivisten, die die Funktionsweise der Welt verändern wollen, auf unangenehme Weise vor Augen führt, dass dies viel leichter gesagt als getan ist.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.