Wie sind Trumps Aussichten für einen Regimechange auf Kuba?

Von Joseph Addington – 5. Februar 2026

US-Präsident Trump hat in seiner Nationalen Sicherheitsstrategie klar geschrieben, dass die Monroe-Doktrin, also die Dominanz der USA in ihrem “Hinterhof” Lateinamerika, für ihn oberste Priorität hat. Bei Venezuela hat er gezeigt, dass er das ernst meint, und nun scheint Kuba an der Reihe zu sein. […]

Bei The American Conservative ist dazu ein Artikel erschienen, der Trumps Strategie analysiert und den Thomas Röper übersetzt hat.

Trump nimmt Kurs auf einen Regimewechsel in Kuba

Mit Nicolás Maduro aus dem Weg gezerrt, zieht die USA die Schlinge um die kubanische Inselnation enger denn je.

Von Joseph Addington | The American Conservative

Präsident Donald Trump scheint den Geschmack seines vernichtenden „Sieges“ über Nicolás Maduro in Venezuela zu genießen. Nachdem er mit der US-amerikanische Dominanz in Lateinamerika auf den Geschmack gekommen ist, scheint er nicht gewillt zu sein, sich zurückzulehnen, wenn noch mehr im Angebot ist.

Am 11. Januar, kurz nach der Festnahme von Maduro bei einem Blitzzugriff in Caracas, ließ Trump auf Social Media eine Bombe platzen, mit der er direkt auf  Havanna zielte:

„Kuba lebte viele Jahre von großen Mengen ÖL und GELD aus Venezuela. Im Gegenzug stellte Kuba ‚Sicherheitsdienste‘ für die letzten beiden venezolanischen Diktatoren, ABER NICHT MEHR! Die meisten dieser Kubaner sind nachi dem Angriff der USA in der vergangenen Woche TOT, und Venezuela braucht keinen Schutz mehr vor den Schlägern und Erpressern, die sie so viele Jahre als Geiseln hielten. Venezuela hat jetzt die USA, das (mit Abstand!) mächtigste Militär der Welt, um sich zu schützen, und wir werden es schützen. ES WIRD KEIN ÖL ODER GELD MEHR NACH KUBA GEHEN – NULL! Ichempfehle, dass sie einen Deal machen, BEVOR ES ZU SPÄT IST.“

Der Präsident setzt seine Drohungen aus sozialen Medien nun in die Tat um. Trump unterzeichnete ein Dekret, das den Handelsminister anweist, Zölle gegen jedes Land zu erheben, „das direkt oder indirekt Öl an Kuba verkauft oder anderweitig bereitstellt“.

Ziel des Dekrets ist es eindeutig, die bereits prekäre kubanische Wirtschaft, die seit der Covid-Pandemie im Jahr 2020 in einer tiefen Rezession steckt, vollständig zu strangulieren. Die kubanische Wirtschaft ist in hohem Maße auf Ölimporte aus Venezuela und Mexiko angewiesen, um sich über Wasser zu halten.

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Italien: Demonstrationen gegen ICE-Einsatz bei Winterspielen in Mailand

Von Allison Smith – 6. Februar 2026

Die Ankündigung in der letzten Woche, dass die US-Einwanderungsbehörde ICE während der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina auf italienischem Boden operieren soll, löste massiven Protest in Italien aus.

Die ICE ist weltweit berüchtigt für ihre politisch motivierten Hinrichtungen von US-Staatsbürgern in Minneapolis. Die Ankündigung ihres geplanten Einsatzes in Mailand folgt auf den Angriff von ICE-Agenten auf zwei italienische Journalisten, die letzte Woche über Proteste in Minneapolis berichtet hatten. Das Video, das hunderttausendfach angesehen wurde, löste eine wütende Reaktion aus und führte zu Forderungen, dass die italienischen Behörden gegen die Trump-Regierung Stellung beziehen sollen.

Doch jetzt soll die ICE bei den Olympischen Winterspielen in Italien eingesetzt werden, die am 6. Februar in dem Bergresort Cortina D’Ampezzo in der Nähe von Mailand beginnen. An den Spielen werden mehr als 3.000 Athleten aus über 90 Nationen teilnehmen. Die Organisatoren rechnen mit zwei Millionen Besuchern, 60.000 allein bei der Eröffnungszeremonie im Mailänder Stadion San Siro.

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Essay | Im Schatten der Antennen – Der „Bunker Wollenberg“ und die neue Frontlinie im Inneren des Rechtsstaats

Von Sabiene Jahn – 5. Februar 2026

Blick in einen Schaltraum des Militärhistorischen Museums Wollenberg

Tief im Wald von Märkisch-Oderland steht ein Bauwerk aus Beton, Stahl und Funktechnik. Errichtet für den Atomkrieg – und heute unfreiwillig Teil eines politischen Konflikts, der mit dem Kalten Krieg mehr gemeinsam hat, als vielen lieb ist. Der „Bunker Wollenberg“ ist ein Museum. Ein Ort der Erinnerung. Ein Ort der Technikgeschichte. Doch seit Wochen wird er nicht mehr nur als historischer Ort gelesen. Er ist zur Projektionsfläche geworden. Für neue Feindbilder. Für neue Sicherheitslogiken. Für eine staatliche Praxis, die immer häufiger mit Verdacht beginnt – und mit Untersuchungshaft endet. An diesem Ort lässt sich beobachten, wie schnell Geschichte wieder Gegenwart wird. Und zwar durch politische Deutung.

Der Wald bei Wollenberg wirkt unscheinbar. Kiefern, sandiger Boden, ein flacher Höhenzug im äußersten Osten Brandenburgs, im Landkreis Märkisch-Oderland, wenige Kilometer westlich von Bad Freienwalde und keine siebzig Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. Die Zufahrt führt über schmale Landstraßen, vorbei an Dörfern, die still wirken und abseits jeder touristischen Route liegen. Kein Hinweisschild. Keine Landmarke, die Bedeutung ankündigt. Nichts, was darauf vorbereitet, was hinter diesem Wald beginnt. Erst tief im Forst, auf dem Gebiet der Gemeinde Höhenland, Ortsteil Wölsickendorf-Wollenberg, steht ein schlichtes Tor. Dahinter beginnt das Militärhistorische Sonderobjekt 301.

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„Europas zentrale Führungsmacht“

Von German-Foreign-Policy.com – 5. Februar 2026

Deutschland soll rüstungsindustriell und militärisch an Frankreich vorbeiziehen und „zentrale Führungsmacht Europas“ werden. Dies fordert ein CDU-Bundestagsabgeordneter, der zudem deutsche Mitentscheidung über die Force de frappe verlangt.

Frankreich soll seine Kernwaffen als „europäischen“ Nuklearschirm zur Verfügung stellen und Deutschland eine „maßgeblich[e]“ Mitentscheidung einräumen, „wie Europas atomarer Schutzschirm aussieht“. Dies fordert der CDU-Bundestagsabgeordnete David Preisendanz in einem aktuellen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Im Gegenzug gegen einen „substanziellen finanziellen Beitrag“ zur Force de frappe müsse Berlin deren „Modernisierung“ und „taktische Erweiterung“ mitgestalten können. Die Forderung wird laut, während die Bundesrepublik Frankreich gleich mehrere herbe politische und rüstungsindustrielle Niederlagen zugefügt hat und nun daran geht, sich „als zentrale Führungsmacht Europas“ (Preisendanz) zu etablieren – nicht mehr nur politisch und ökonomisch, sondern auch militärisch. So hat Berlin das Freihandelsabkommen mit dem Mercosur gegen Paris durchgesetzt und grenzt französische Waffenschmieden bei seiner Hunderte Milliarden Euro schweren Hochrüstung auch dort aus, wo dies klaren Interessen der EU zuwiderläuft, so etwa beim Kampfjetprojekt FCAS, das vor dem Scheitern steht. Deutschland wird so zur europäischen Rüstungs- und Militärmacht Nummer eins.

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Wir sollen den Krieg finanzieren, aber seine Wirklichkeit nur selektiv sehen

Von Florian Rötzer – 5. Februar 2026

Bettelt verzweifelt und händeringend um Verschonung vor einer heranfliegen Drohne, deren Pilot aber keine Gnade kennt. Video weiter unten im Artikel.

Warnung vor grausamen Bildern und Links, es sind bei weitem nicht die schlimmsten der schlimmen. Ich halte es zwar für wichtig, der Wirklichkeit ins Auge zu sehen, um beurteilen zu können, was man als Deutscher und Europäer aktiv oder passiv unterstützt, aber es soll niemand – vor allem keine Jugendlichen – unvorbereitet darüber stolpern. Die Bilder sind keine „unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt, Brutalität und Leid“, was nach dem Press[e]kodex verpönt ist, sondern eine notwendige Darstellung mit der Absicht, so dazu beitragen zu können, weitere systematisch betriebene Gewalt, Brutalität und Leid zu verhindern.

Russland ist in die Ukraine einmarschiert und hat den Krieg damit völkerrechtswidrig begonnen [so eindeutig ist das freilich nicht. Abgesehen davon, dass die NATO den russischen Einmarsch durch ihre Einkreisungspolitik provoziert hat, erlaubt Artikel 51 der UN-Charta den ausnahmsweisen Einsatz von Gewalt zur Selbstverteidigung. Auf dieser Grundlage können auch andere Staaten einem angegriffenen Staat, in diesem Fall Russland den beiden von Kiew attackierten Donbass-Republiken, militärisch bei der Selbstverteidigung helfen; die GG-Red.] begonnen, auch wenn es vielleicht möglich gewesen wäre, diesen durch Fortsetzung der von den Amerikanern abgebrochenen Gespräche über russische Sicherheitsinteressen zu verhindern. Spätestens seitdem ist die NATO zum Kriegsteilnehmer geworden, hat Kiew geraten oder gedrängt, die Friedensverhandlungen abzubrechen, was ebenso wie die russische Weiterführung des Kriegs ungezählten Ukrainern (und Russen) das Leben gekostet hat, und unterstützt, wenn auch nun ohne die USA, die ukrainische Regierung – nicht die Ukrainer – darin, Friedensverhandlungen in der Logik Leben gegen Territorium hinauszuzögern, um vielleicht doch noch Russland zu schwächen. Moskau wiederum setzt darauf, bis zu einem Friedensschluss möglichst weit vorzustoßen, die Struktur der ukrainischen Militärmaschine zu zerstören und das Leben für die Menschen so hart zu machen, dass der Widerstand gegen die Regierung in Kiew wächst.

Wie man auch immer den Krieg sieht, der sich nun im vierten Jahr befinden, so ist er ein grausames Geschehen, unter dem vor allem die Ärmeren leiden und sich gegenseitig abschlachten, die sich dem Krieg nicht entziehen können oder die glauben, durch eine Beteiligung als Soldat mit dem Verdienst ein besseres Leben nach dem Töten zu gewinnen, wenn sie der Schlachterei entkommen. Natürlich ist jeder Krieg, wofür das Militär auch trainiert wurde, eine Enthumanisierungsmaschinerie, der Gegner ist kein Mitmensch mehr, sondern lebensunwertes Ziel der Vernichtung, die mit allen Mitteln betrieben wird.

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Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Russland einem dreistufigen Plan zur Durchsetzung eines Waffenstillstands in der Ukraine zustimmt?

Von Andrew Korybko – 5. Februar 2026

Es ist theoretisch möglich, dass der Bericht der Financial Times Realität wird, aber um es ganz klar zu sagen: Das ist reine Spekulation, und es ist viel wahrscheinlicher, dass Russland dem nicht zustimmen wird.

Die USA signalisierten letzten Monat ihre Unterstützung für NATO-Truppen in der Ukraine, nachdem Trumps Sonderbeauftragte Steve Witkoff und Jared Kushner unmittelbar nach der Zusage Frankreichs und Großbritanniens, im Falle eines Waffenstillstands Truppen dorthin zu entsenden, erstmals das Prinzip der Sicherheitsgarantien gelobt hatten. Diese Abfolge wurde hier ausführlich analysiert. Ein aktueller Bericht der Financial Times, der unmittelbar vor der zweiten Runde der trilateralen Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA veröffentlicht wurde, deutet darauf hin, dass alle drei Seiten dieses Prinzip sehr ernst nehmen.

Ihren Quellen zufolge haben sie und die Ukraine einen dreistufigen Plan zur Durchsetzung des Waffenstillstands vereinbart. In den ersten 24 Stunden nach einem mutmaßlichen Verstoß Russlands würde die ukrainische Armee reagieren, in den nächsten 24 Stunden würden Streitkräfte der „Koalition der Willigen“ hinzukommen, und in den letzten 24 Stunden würden dann US-amerikanische Streitkräfte eingreifen, wenn Russland nicht zurückweicht. Ein kleiner Grenzvorfall, der vielleicht sogar durch eine ukrainische False-Flag-Operation ausgelöst würde, könnte daher innerhalb von nur 72 Stunden leicht zu einem Dritten Weltkrieg eskalieren.

Dieses düstere Szenario ist besonders wahrscheinlich, wenn NATO-Truppen im Falle eines Waffenstillstands in die Ukraine entsandt werden, wie NATO-Generalsekretär Mark Rutte in einer Rede vor der Rada zufällig am selben Tag wie der Bericht der Financial Times erklärte. Mit seinen Worten: „Einige europäische Verbündete haben angekündigt, dass sie nach Abschluss eines Abkommens Truppen in die Ukraine entsenden werden. Truppen am Boden, Jets in der Luft, Schiffe auf dem Schwarzen Meer. Die Vereinigten Staaten werden den Rückhalt bilden.“

Russland hat wiederholt gewarnt, dass es gegen ausländische Streitkräfte vorgehen werde, die in der Ukraine stationiert werden, und es hat ebenso oft seine Ablehnung eines Waffenstillstands bekräftigt. Stattdessen schlägt es eine umfassende Beendigung des Konflikts vor, die die Ursachen beseitigt und zur Wiederherstellung der Neutralität der Ukraine führt. Die Zustimmung zu dem gemeldeten dreistufigen Plan zur Durchsetzung eines Waffenstillstands, insbesondere wenn dies den Einsatz von NATO-Truppen in der Ukraine beinhaltet, würde daher eine sehr bedeutende politische Kehrtwende darstellen.

Um es klar zu sagen: Kein russischer Beamter hat jemals etwas gesagt, was auch nur im Entferntesten so ausgelegt werden könnte, dass der Kreml dies in Erwägung zieht, sodass es sich weiterhin ausschließlich um Spekulationen handelt. Dennoch kann dies auch nicht ausgeschlossen werden, und es ist hypothetisch möglich, dass Russland davon überzeugt werden könnte, dem zuzustimmen. Um diesen Gedankengang weiterzuführen, könnten Anreize unter anderem darin bestehen, dass sich die Ukraine aus dem Donbass zurückzieht, Russland und die USA eine ressourcenorientierte strategische Partnerschaft eingehen und die Sanktionen rasch schrittweise aufgehoben werden.

Ein solcher Kompromiss könnte von Russland hypothetisch damit begründet werden, dass die militärischen, finanziellen und Opportunitätskosten für die weitere Verfolgung der zu Beginn der militärischen Sonderoperation erklärten maximalistischen Ziele inzwischen die Vorteile gegenseitiger Kompromisse überwiegen. Der oben genannte Kompromiss würde dazu führen, dass Russland friedlich die Kontrolle über das umstrittenste Gebiet erlangt, das es beansprucht, dass die USA als Führungsmacht der NATO ein Interesse an der Sicherheit und dem Wohlstand Russlands haben und dass Russland sein Öl schrittweise wieder auf den Weltmarkt zurückbringt.

Russlands strategische WaffenHyperschallraketen vom Typ Oreshnik, Atom-U-Boote, Poseidon-Unterwasserdrohnen zur Auslösung verheerender Tsunamis usw. – könnten den Westen auch davon abhalten, nach einem ukrainischen False-Flag-Vorfall zu eskalieren, und somit trotz des dreistufigen Plans und der NATO-Truppen in der Ukraine seine Sicherheit gewährleisten. Es ist daher hypothetisch möglich, dass der Bericht der Financial Times Realität wird, aber um es ganz klar zu sagen: Das ist reine Spekulation, und es ist viel wahrscheinlicher, dass Russland dem nicht zustimmen wird.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache]

Herrschaft durch Geheimhaltung – wie verdeckte Regimewechsel unsere Welt prägten

Von Michael Holmes – 5. Februar 2026

In ihrem Buch „Covert Regime Change“ (Verdeckte Regimewechsel) rekonstruiert die US-amerikanische Politikwissenschaftlerin Lindsey A. O’Rourke die verborgene Architektur der Macht der USA und zeigt, wie westliche Demokratien wiederholt ausländische politische Systeme zerstört haben. Eine Buchbesprechung von Michael Holmes.

Die moderne internationale Ordnung beruht auf einem Widerspruch, der selten offen diskutiert wird. Westliche Staaten präsentieren sich als Hüter internationaler Regeln, Demokratie und Selbstbestimmung, doch die historische Bilanz ihres Verhaltens im Ausland erzählt eine andere Geschichte – eine Geschichte, die nicht in Verträgen oder Reden vorkommt, sondern in geheimen Depeschen, verdeckten Operationen und zerstörten politischen Systemen.

„Covert Regime Change“ ist wichtig, weil es mit ungewöhnlicher Genauigkeit dokumentiert, wie diese grundlegende Diskrepanz zwischen Rhetorik und Praxis zu einer Regierungsmethode wurde. Lindsey A. O’Rourke, Assistenzprofessorin am Boston College, zeigt, dass verdeckte Interventionen zu einem routinemäßigen Instrument der Staatskunst wurden, dessen vorhersehbare Folgen politischer Zusammenbruch, Gewalteskalationen und langfristige Instabilität waren.

Der Ausgangspunkt des Buches ist empirisch, nicht rhetorisch. O’Rourke stellt den bislang umfassendsten Datensatz zu den von den USA unterstützten Versuchen eines Regimewechsels während des Kalten Krieges zusammen und identifiziert 70 Fälle zwischen 1947 und 1989. 64 davon waren verdeckt, nur sechs offen. Dieses Ungleichgewicht ist kein Zufall. Es offenbart eine strategische Präferenz für Geheimhaltung als Mittel zur Ausübung von Macht ohne demokratische Kontrolle. Verdeckte Regimewechsel ermöglichten es den politischen Entscheidungsträgern, wiederholt zu intervenieren und sich gleichzeitig der öffentlichen Rechenschaftspflicht zu entziehen.

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Der Führung folgen: Trump und die Umsetzung der US-Politik

Von Patrick Lawrence – 5. Februar 2026

Ist Donald Trump wirklich ein Einzelgänger, der tut, was er will, oder gibt es Hintermänner, die die Politik machen und auch die Entscheidungen fällen? Unser [Globalbridge] Kolumnist aus den USA Patrick Lawrence hat sich dazu einige Gedanken gemacht. (cm)

Einen Monat nach Beginn des neuen Jahres und ein Jahr nach Beginn der zweiten Amtszeit von Präsident Trump ist es an der Zeit, zu dem Schluss zu kommen, dass der „Friedenspräsident” sich einen Namen gegeben hat, der nichts mit seiner Bilanz zu tun hat.

Drei Tage nach Beginn des Jahres 2026 führten das US-Militär und die CIA einen blitzschnellen Staatsstreich in Venezuela durch – allerdings keinen „Regimewechsel“, was ein wichtiger Unterschied ist –, der mit der Verhaftung von Nicolás Maduro und Cilia Flores, dem Präsidenten und der First Lady der Bolivarischen Republik, endete. Erfreut über diese beeindruckend durchgeführte Operation kehrte Trump schnell zu seinem Plan zurück – seinem erklärten Plan –, die Souveränität über Grönland zu übernehmen, und warnte Dänemark, dass er dazu notfalls auch militärische Gewalt anwenden werde.

Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels haben die USA eine „massive Armada“, wie Trump es nennt, in das Arabische Meer, das Rote Meer und den Persischen Golf in der Nähe der Straße von Hormuz verlegt, offenbar in Vorbereitung auf einen weiteren Angriff auf die Islamische Republik Iran. Diese Streitmacht umfasst eine Flugzeugträger-Kampftruppe, mehrere Zerstörer mit Lenkwaffen, THAAD- und Patriot-Raketenabwehrsysteme sowie mehr als 40.000 Militärangehörige.

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Die Epstein-Dateien, Bilderberg, Peter Mandelson und die Frage: Was ist im Jahr 2012 in Griechenland passiert?

Von Marcus Klöckner – 5. Februar 2026

Die E-Mail ist an den gerade zurückgetretenen Peter Mandelson gerichtet und sie ist hochbrisant. Darin: Ein Skript für die Bilderberg-Konferenz 2012 und die Aussage: „Du solltest proaktiv nach Leuten suchen, die es hören müssen.“ Die E-Mail stammt aus einem Datensatz, den das US-Justizministerium zum Fall Epstein veröffentlicht hat. Im Kern geht es bei den Ausführungen in der E-Mail darum, „Verhandlungspositionen mit einer neuen griechischen Regierung nach dem 17. Juni zu beeinflussen“. Auch die Deutsche Bundesbank wird erwähnt. Weitreichendes, knallhartes Lobbying kommt im Vorfeld der Bilderberg-Konferenz zum Vorschein – und die Abgründe der Griechenlandpolitik werden sichtbar. Der staatseigene Fond HRADF wurde von außen vor (!) den Wahlen gegen Syriza in Stellung gebracht. Sichtbar wird, wie der Wille eines großen Teiles der griechischen Bevölkerung durch Macht von außen untergraben wurde. Eine Kurzanalyse. Von Marcus Klöckner.

Peter Mandelson ist nicht irgendwer. Er war der britische Botschafter in den USA, ein ehemaliger EU-Kommissar und enger Vertrauter der ehemaligen britischen Premierminister Tony Blair und Gordon Brown. Sein Titel „Lord“ zeugt davon, dass er ein hochrangiges Mitglied der britischen Elite ist. Als das US-Justizministerium am letzten Wochenende Millionen von Dateien aus dem Fall Epstein veröffentlichte, wurde schnell klar: Mandelson kommt in dem Datensatz vor. Nicht einmal oder zweimal: Eine Suchanfrage in den Dateien spuckt derzeit die Zahl 5.896 aus. Das führte zu einem gewissen „Beben“ in Großbritannien. Mandelson trat zügig aus der Labour-Partei und dem House of Lords zurück. Seinen Titel „Lord“ darf er behalten – vorerst.

Diese Analyse setzt den Fokus nur auf eine Email, die an Mandelson gerichtet ist. Sie trägt als Datum den 29. Mai 2012. Zwei Tage später sollten 140 führende Persönlichkeiten aus zentralen gesellschaftlichen Teilbereichen wie Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zur semi-geheimen Bilderberg-Konferenz in den USA zusammenkommen. Die Konferenz der Reichen und Mächtigen fand in dem Jahr in Chantilly, im US-Bundesstaat Virginia in der Nähe von Washington DC, statt.

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Von der Blockade zur Erstickung: Der Krieg der USA gegen Kuba erreicht seine brutalste Phase

Von Manolo De Los Santos – 5. Februar 2026

Am 29. Januar erklärte US-Präsident Donald Trump Kuba zu einer „ungewöhnlichen und außerordentlichen Bedrohung“ für die nationale Sicherheit der USA und verschärfte die Blockade gegen den Inselstaat.

In der Stille einer Nacht in Havanna sind nur das Brummen eines Generators in einem entfernten Krankenhaus und das Murmeln einer Familie zu hören, die sich bei Kerzenschein versammelt hat. Für sie ist die „nationale Sicherheit der USA“ kein abstraktes Konzept, über das in US-amerikanischen Nachrichtensendern diskutiert wird. Es ist die greifbare Realität eines 20-stündigen Stromausfalls, der Geruch verdorbener Lebensmittel und die Angst um die gekühlten Medikamente eines Kindes.

Das ist das Gesicht einer Politik, die die Regierung der USA als Reaktion auf eine „außergewöhnliche Bedrohung” bezeichnet. Die wahre Bedrohung ist jedoch nicht militärischer Natur. Es ist der 67-jährige Widerstand einer kleinen Inselnation, die sich weigert, ihre Souveränität aufzugeben.

Am 29. Januar 2026 wandelte die Trump-Regierung eine langjährige Druckkampagne in ein brutales Instrument der Unterdrückung um. Mit einer Executive Order machte sie das US-Zollsystem zu einer Waffe gegen jede Nation, einschließlich Länder wie Mexiko, die es wagen, Öl an Kuba zu verkaufen. Hier geht es nicht mehr darum, das kubanische Volk vom Rest der Hemisphäre zu isolieren oder zu kontrollieren. Es ist eine gezielte Strategie der totalen wirtschaftlichen Erstickung, eine Maßnahme, die in ihrer Aggressivität seit dem Kalten Krieg beispiellos ist.

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