Israel und die USA haben militärische Gewalt gegen einen souveränen Staat eingesetzt, ohne Mandat des UN-Sicherheitsrates [1] und ohne den Nachweis eines unmittelbar bevorstehenden bewaffneten Angriffs [2]. Das Gewaltverbot [3] der UN-Charta ist kein politisches Dekorationsstück. Es ist die zentrale Lehre aus dem Zivilisationsbruch des 20. Jahrhunderts. Wer militärische Gewalt einsetzt, ohne dass die engen Voraussetzungen des Selbstverteidigungsrechts erfüllt sind, bricht dieses Fundament. Dabei ist es völlig unerheblich, wie man das politische System im Iran bewertet.
Autoritäre Herrschaft, Repression im Innern, regionale Machtpolitik – all das rechtfertigt keinen Angriffskrieg. Das Völkerrecht kennt keine Klausel, die militärische Intervention zur moralischen Läuterung fremder Staaten erlaubt. Es kennt kein „Regimewechselrecht“ und es kennt kein Sicherheitsinteresse, das das Gewaltverbot suspendiert.
Völkerrechtswidriger Angriffskrieg? – eine juristische Einordnung
Wer das Geschehen juristisch ernst nimmt, muss zunächst bei der UN-Charta beginnen. Artikel 2 Absatz 4 enthält das Gewaltverbot: Staaten haben in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete Gewaltanwendung zu unterlassen. Dieses Verbot ist zwingendes Völkerrecht.
Es gibt nur zwei Ausnahmen:
ein Mandat des UN-Sicherheitsrates nach Kapitel VII
das individuelle oder kollektive Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 im Falle eines bewaffneten Angriffs.
Deutschland ist aktuell der wohl bedeutendste Rüstungstreiber weltweit. Dies geht aus einer Analyse einer Londoner Denkfabrik hervor. Die Rüstungsmilliarden schaden der Wirtschaft, die stattdessen hohe Investitionen in Bildung bräuchte.
Europa ist gegenwärtig der stärkste Rüstungstreiber weltweit, Deutschland der bedeutendste Rüstungstreiber in Europa. Dies geht aus einer aktuellen Analyse der Londoner Denkfabrik International Institute for Strategic Studies (IISS) hervor. Demnach hat Europa seine Militärausgaben im vergangenen Jahr um 12,6 Prozent gesteigert, Deutschland sogar um 18 Prozent; der globale Durchschnitt lag bei 2,5 Prozent. Auf Europa entfallen damit 21 Prozent aller Aufwendungen für die Streitkräfte weltweit; auf Deutschland könnten, wenn Berlin den Wehretat auf 150 Milliarden Euro 2029 erhöht, fast sechs Prozent entfallen. Die Bundesrepublik stellt ein Prozent der Weltbevölkerung. Wie das IISS festhält, gelingt es den Staaten Europas zunehmend, ihre Rüstung bei heimischen Waffenschmieden produzieren zu lassen, um von US-Rüstungskonzernen unabhängiger zu werden. Ausnahmen sind – freilich besonders teure – Produkte der militärischen Luft- und Raumfahrtbranche, so etwa F-35-Kampfjets aus den USA. Das Ziel, einen Rüstungsboom zu entfachen, wird laut Experten wohl verfehlt. Dafür wären laut Ökonomen hohe Investitionen in die Bildung nützlich. Die aber ist dramatisch unterfinanziert.
Militärausgaben: plus 18 Prozent
Die Staaten Europas sind im vergangenen Jahr erneut die maßgebliche Triebkraft hinter dem Anstieg der globalen Rüstungsausgaben gewesen. Dies geht aus den jüngsten Statistiken des International Institute for Strategic Studies (IISS) von Ende Februar hervor. Laut der Denkfabrik mit Sitz in London stiegen die Militäretats weltweit im Jahr 2025 um real 2,5 Prozent auf 2,63 Billionen US-Dollar.[1] Das ist über das Vierfache des gesamten deutschen Bundeshaushalts, der für 2026 Ausgaben in Höhe von 525 Milliarden Euro – umgerechnet 610 Milliarden US-Dollar – vorsieht. Die Staaten Europas haben die Aufwendungen für ihre Streitkräfte im vergangenen Jahr um 12,6 Prozent auf 563 Milliarden US-Dollar erhöht und stellen nun 21 Prozent der globalen Rüstungsausgaben. 2022 waren es noch 17 Prozent gewesen. Zugleich stellen sie nicht einmal sieben Prozent der Weltbevölkerung.[2] Die Haupttriebkraft der europäischen Aufrüstung wiederum war dem IISS zufolge Deutschland, das seine Militärausgaben 2025 um 18 Prozent auf 95 Milliarden Euro – umgerechnet 107 Milliarden US-Dollar – aufgestockt hat. Erhöht Berlin seinen Wehretat wie angekündigt bis 2029 auf 150 Milliarden Euro, dann gäbe es allein fast sechs Prozent aller weltweiten Rüstungsaufwendungen aus. Deutschland stellt nur ein Prozent der Weltbevölkerung.
Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 4. März 2026
Basierend auf verfügbaren Berichten und Updates hat der Angriffskrieg, den USA und Israel gegen den Iran gestartet haben, weiter eskaliert. Der Fokus der Angreifer liegt auf der Zerstörung iranischer Militär- und Nuklearinfrastruktur, mit Gegenangriffen des Irans und seiner Verbündeten.
In der Nacht des 3. März bombardierte die israelische Luftwaffe das Gebäude der Expertenversammlung im Iran, der wichtigen verfassungsmäßigen Versammlung, welche das neue Staatsoberhaupt wählen sollen. Zum Zeitpunkt der Bombardierung war das Gebäude jedoch leer, was zunächst nicht bekannt war. Gleichzeitig gab die IDF ein 24-Stunden-Ultimatum an verbliebene iranische Regimevertreter in Libanon: Verlassen oder Zielscheibe werden. Der von den USA ausgewählte ehemalige Armeechef und jetzige Präsident des Libanon verbietet daraufhin militärische Operationen der Hisbollah und fordert die Gruppe auf, alle Waffen an die libanesischen Streitkräfte abzugeben – ein historischer Schritt. Damit könnte ein Bürgerkrieg gestartet worden sein.
Berlin und Paris planen eine Einbindung der Bundeswehr in Operationen der französischen Nuklearstreitkräfte. Bereits für 2026 sind erste gemeinsame Manöver vorgesehen. Zugleich werden neue Forderungen nach einer deutschen Bombe laut.
Die deutsch-französischen Pläne für den Aufbau eines europäischen „Nuklearschirms“ schreiten voran. Frankreich wird laut Aussage von Präsident Emmanuel Macron die Forces aériennes stratégiques – die Einheiten der französischen Luftwaffe, die für einen etwaigen Einsatz von Atomwaffen vorgesehen sind – in Zukunft in andere Länder Europas verlegen. Dies verschaffe der französischen nuklearen Abschreckung „neue strategische Tiefe“, erklärt Macron. Zudem bestätige es die „europäische Dimension“ der „vitalen Interessen“ Frankreichs. Dass Letztere betroffen sind, ist zentrale Voraussetzung für einen französischen Atomwaffeneinsatz. Deutschland ist laut Macron „Schlüsselpartner“ bei der „fortgeschrittenen Abschreckung“, die der französische Präsident am Montag offiziell bekanntgab. Eine deutsch-französische „nukleare Steuerungsgruppe“ ist bereits eingerichtet worden. Noch in diesem Jahr soll sich die Bundeswehr an französischen Atomkriegsübungen beteiligen. Weil auch Frankreichs aktuelle Nuklearstrategie den beteiligten Staaten Europas keine feste Verteidigungsgarantie bietet, werden in Deutschland erneut Forderungen nach einer „deutschen Bombe“ laut.
Die „fortgeschrittene“ nukleare Abschreckung
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat am Montag in einer Grundsatzrede seine Pläne für eine neue „fortgeschrittene“ nukleare Abschreckung vorgestellt. Diese wird demnach auch andere Länder Europas einbeziehen; Macron nannte – neben den Atommächten Frankreich und Großbritannien – Deutschland, die Niederlande, Belgien, Polen, Dänemark, Schweden und Griechenland. Die Einbindung weiterer europäischer Staaten ist möglich. Paris hat dabei offenbar nicht das Modell der US-amerikanischen nuklearen Teilhabe im Blick, bei dem US-Atombomben in Europa gelagert und bei Bedarf von den jeweiligen nationalen Luftwaffen an den Einsatzort geflogen werden.[1] Vielmehr geht es darum, dass die Forces aériennes stratégiques – die Einheiten der französischen Luftwaffe, die für einen möglichen Einsatz von Atomwaffen vorgesehen sind – in die teilnehmenden Länder verlegt werden können. Macron verglich dies mit der Force océanique stratégique, den vier atomgetriebenen U-Booten, die ebenfalls nuklear bewaffnet sind und sich überall in den Weltmeeren bewegen können, was es erschwert, sie auszuschalten. Ganz ähnlich verleihe eine über Europa verstreute Stationierung atomar bewaffneter Jets der französischen nuklearen Abschreckung „eine neue strategische Tiefe“ und verkompliziere „die Berechnungen unserer Gegner“, erläuterte Macron.[2]
Der Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben gegenüber den USA diametral entgegengesetzte Sicherheitsinteressen, während Indien, dessen Handelsvolumen mit den Emiraten fast 100-mal größere ist das mit der Islamischen Republik, sich aus diesem Grund auf die Seite der VAE gestellt hat. All dies beweist, dass die BRICS trotz jahrelanger falscher Behauptungen nie ein Sicherheitsbündnis waren.
Seit Beginn der gemeinsamenUS-israelischenAngriffe gegen ihn hat der Iran in den vergangenen Tagen mehrere Angriffe auf Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten durchgeführt. Der Iran behauptet, aus Selbstverteidigung zu handeln, da die militärische Infrastruktur der USA in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Rolle bei Angriffen gegen ihn spiele. Online-Verteidiger des Iran behaupten außerdem, dass seine Angriffe auf Wohnungen und Hotels in den Emiraten US-Militärangehörigen galten, die sich dort aus Sicherheitsgründen heimlich aufhalten, da mit iranischen Angriffen auf ihre dortigen Stützpunkte zu rechnen ist.
Was auch immer die Wahrheit sein mag, es lässt sich nicht leugnen, dass der Iran militärische und (zumindest offiziell) zivile Ziele in einem Land angegriffen hat, das ebenfalls Mitglied der BRICS-Staaten ist. In der Folge veröffentlichte der indische Premierminister Modi, dessen Land in diesem Jahr den Vorsitz der BRICS-Staaten innehat, auf X einen Beitrag, in dem er „die Angriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate scharf verurteilte“, ohne den Iran namentlich zu nennen, aber offensichtlich auf ihn anspielte. Zum Hintergrund: Der Handel zwischen Indien und den Vereinigten Arabischen Emiraten erreichte im vergangenen Jahr ein Volumen von 100 Milliarden US-Dollar, während der Handel zwischen Indien und dem Iran mit rund 1,5 Milliarden US-Dollar etwas mehr als ein Prozent davon ausmachte.
Dennoch spielt der Iran eine unersetzliche Transitrolle für Indien entlang des Nord-Süd-Transportkorridors mit Russland, Afghanistan und Zentralasien. Trumps Drohung, jedem Land, das Geschäfte mit dem Iran macht, Zölle in Höhe von 25 Prozent aufzuerlegen, könnte dies jedoch nach dem indisch-amerikanischen Handelsabkommen erschweren, falls er diese Zölle rechtlich noch verhängen kann. Dementsprechend erklären Indiens fast 100-mal größerer Handel mit den Emiraten und die abschreckende Wirkung der oben genannten drohenden Zölle Trumps, warum Modi sich auf die Seite der VAE und gegen den Iran gestellt hat, was durchaus Sinn ergibt.
Obwohl dies ein weiteres erkennbares Beispiel dafür ist, wie Indien sich einigen Interessen der USA anschließt, argumentierte der renommierte Russland-Experte Fjodor Lukanow als Reaktion auf die unter dem Druck der USA reduzierten russischen Ölimporte, dass „Souveränität nicht zwangsläufig bedeutet, sich dem Druck zu widersetzen, sondern Wege zu finden, um die eigenen Interessen unter weniger als idealen Bedingungen zu verwirklichen. Der Kern dieser Interessen ist die innere Stabilität und die weitere Entwicklung, Prioritäten, die angesichts der globalen Turbulenzen noch dringlicher geworden sind.“
Er kam zu dem Schluss: „Das ist die praktische Realität dessen, was oft als multipolare Welt bezeichnet wird … kümmere dich zuerst um deine eigenen Angelegenheiten“, und genau das tut Indien. Dasselbe gilt für die VAE in Bezug auf ihr fortgesetztes Militärbündnis mit den USA, unabhängig davon, ob die militärische Infrastruktur der USA dort eine Rolle bei den Angriffen gegen den Iran gespielt hat, wie Teheran behauptet. Auch der Iran „kümmert sich zuerst um sich selbst“, da seine Führer ihre nationalen Interessen verstehen, unabhängig davon, wie man zu den Angriffen auf die VAE steht.
Die gegensätzlichen Interessen der BRICS-Mitglieder Iran und Vereinigte Arabische Emirate in dieser Hinsicht sowie die Entscheidung des BRICS-Vorsitzenden Indien, die Vereinigten Arabischen Emirate gegenüber dem Iran zu unterstützen, zeigen die Grenzen der Einheit der BRICS auf. Im vergangenen Monat „widerlegte Russlands BRICS-Sherpa Spekulationen darüber, dass sich die Gruppe zu einem Sicherheitsbündnis entwickeln könnte“, was längst überfällig war, da einflussreiche Vertreter der alternativen Medien die Gruppe über Jahre hinweg falsch dargestellt hatten. Sogar Putins Sprecher musste klarstellen, dass es sich entgegen dieser weit verbreiteten Fehlwahrnehmung nicht um einen Sicherheitsblock handelt.
In Wirklichkeit war die BRICS immer nur eine Gruppe, deren Mitglieder freiwillig ihre Politik koordinieren, um den Prozess der finanziellen Multipolarität zu beschleunigen, und nie mehr als das, und es ist auch unwahrscheinlich, dass sie jemals in einem bedeutenden Sinne mehr werden wird, nicht zuletzt, weil die Gruppe mittlerweile drei rivalisierende Paare umfasst. Dabei handelt es sich um China-Indien, Ägypten-Äthiopien und Iran-VAE, von denen keines seine wahrgenommenen Sicherheits- und Handelsinteressen zugunsten eines anderen opfern wird, wie gerade die VAE und Indien gegenüber dem Iran bewiesen haben.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.
Erklärung des Nationalkomitees der Socialist Equality Party (USA) – 3. März 2026
Bombardierung von Teheran. Bild: t.me/presstv/177414
Der gemeinsame Angriff der USA und Israels auf den Iran, der in den frühen Morgenstunden des 28. Februar begann, ist ein krimineller Kriegsakt, der einen eklatanten Verstoß gegen die Verfassung der Vereinigten Staaten und das Völkerrecht darstellt. Zu Beginn der Militäroffensive wurden das iranische Staatsoberhaupt Ayatollah Ali Chamenei und weitere hochrangige Vertreter der iranischen Regierung ermordet. Für den Angriff gibt es nicht die geringste Rechtfertigung. Weder wurde die Zustimmung des US-Kongresses eingeholt oder erteilt, wie es Artikel I, Abschnitt 8 der Verfassung vorschreibt, noch hat irgendeine Resolution des UN-Sicherheitsrats die Gewalt sanktioniert. Der Angriff erfolgte noch während der laufenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran, die vom Oman vermittelt wurden. Die Gespräche in Genf waren erst zwei Tage zuvor beendet worden. Der Angriff auf den Iran entspricht genau dem Vorgehen, das in den Nürnberger Prozessen gegen die NS-Führer in den Jahren 1945/46 als „Verbrechen gegen den Frieden“ bezeichnet wurde. Die Entfesselung eines Angriffskriegs sei „das schwerste internationale Verbrechen, das sich von anderen Kriegsverbrechen nur dadurch unterscheidet, dass es in sich alle Schrecken der anderen Verbrechen einschließt und anhäuft“, urteilte der Internationale Militärgerichtshof in Nürnberg.
Nur zwei Wochen vor dem Kriegsausbruch hatte US-Außenminister Marco Rubio die Münchner Sicherheitskonferenz am 14. Februar 2026 genutzt, um ein Programm, das sich auf Ausbeutung und Vorherrschaft gründet, als zivilisatorische Mission zu tarnen. Er forderte Europa dazu auf, „Schuld und Scham“ über imperialistische Gräueltaten in den Kolonien und während des Holocaust abzulegen, und beklagte den Niedergang der „großen westlichen Imperien“, also eben jener kolonialen Ordnung, die auf Plünderung, Unterdrückung und Massenmord beruhte. Auf die Rhetorik der imperialen Nostalgie folgten Taten: Marschflugkörper, Luftangriffe und die Bombardierung iranischer Städte. Sie bestätigen, dass das Gerede von „Zivilisation“ nur der übliche verlogene Prolog zur Barbarei ist.
Die Bombardierung des Iran ist ein Verbrechen – gegen ein Volk und gegen die Zivilisation. Wenn Städte wie Teheran, Ghom und Isfahan getroffen werden, ist das Ziel nicht nur die „Infrastruktur“, sondern das gesamte intellektuelle, kulturelle und soziale Leben einer Gesellschaft mit einer langen Geschichte. Dass einee Nation von 90 Millionen Menschen auf bloße Koordinaten und „Regimewechsel“-Parolen reduziert wird, ist Ausdruck imperialistischer Barbarei. Die arbeitende Bevölkerung in Amerika und weltweit muss sich diesem Krieg entgegenstellen, ein sofortiges Ende der Angriffe fordern und die Normalisierung von Massenmord und Vernichtung der Kultur als politisches Instrument ablehnen.
Bereits im Juni 2025 hatten die USA und Israel die Atomanlagen des Iran bombardiert.
Im Januar 2026 hatte der US-amerikanische Präsident Donald Trump Anti-Regierungsdemonstranten ermuntert, die staatlichen Institutionen zu übernehmen. Zudem drohte er Teheran, militärisch zu intervenieren.
Das ist mit der Ermordung der iranischen Führung und weiterer 40 Schlüsselkommandeure bei koordinierten US-amerikanisch-israelischen Luftangriffen geschehen.
Bei dem neuen Krieg handelt es sich um einen unprovozierten, verbrecherischen und völkerrechtswidrigen Angriffskrieg, den die Führer des „freien Westens“ als Präventivschlag begrüßen.
In seiner Propaganda-Kriegsrede kurz vor dem Angriff am 28. Februar hatte Trump den Angriff auf den Iran gerechtfertigt.
Bei übergeordneter Betrachtung handelt es sich bei dem Krieg gegen den Iran um die Fortsetzung einer „neuen Kolonialkriegsära“, die sich gegen die Interessen des globalen Südens insgesamt richtet.
Über die neuesten Entwicklungen und die Hintergründe der US-amerikanisch-israelischen Politik spricht die Nah-Ost-Expertin Karin Leukefeld.
Nach dem Angriff auf eine Mädchenschule in Minab mit 171 getöteten Schülerinnen spricht Moskau von gezieltem Wegsehen. Sacharowa wirft westlichen Medien vor, weder Empörung noch Mitgefühl zu zeigen. Selbst die USA prüfen die Berichte erst nach internationalem Druck.
Im Iran finden derzeit Massenbeisetzungen der Schülerinnen statt, die bei dem Angriff auf eine Bildungseinrichtung im Bezirk Minab in der Provinz Hormozgan ums Leben gekommen sind. Tausende Menschen sind auf die Straßen gegangen, um von den Kindern Abschied zu nehmen. Iranische Medien veröffentlichten Aufnahmen der Trauerprozession.
Der Angriff ereignete sich am 28. Februar, dem ersten Tag der militärischen Eskalation. Getroffen wurde die Mädchengrundschule „Shajareh Tayyebeh“ in Minab. Zum Zeitpunkt des Einschlags befanden sich zahlreiche Schülerinnen im Gebäude. Laut iranischen Angaben wurde das Schulgebäude vollständig zerstört.
Zunächst war von 165 getöteten Schülerinnen die Rede. Später erklärte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi in einem Telefonat mit seinem chinesischen Kollegen Wang Yi, dass die Zahl der Opfer des Angriffs der USA und Israels auf eine Mädchenschule in Minab auf 171 Mädchen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren gestiegen sei. Zudem gebe es Berichte über getötete Lehrkräfte. In einer Mitteilung des iranischen Außenministeriums auf Telegram heißt es:
„Araghtschi wies auf die jüngsten Tötungen von Kindern hin, insbesondere auf die 171 Schülerinnen einer Grundschule in Minab sowie auf Angriffe auf iranische Krankenhäuser. Er betonte die Verantwortung der internationalen Gemeinschaft, die militärische Aggression Israels und der USA gegen den Iran zu verurteilen.“
Teheran wertete den Angriff als schweren Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht und rief den UN-Sicherheitsrat dazu auf, sich mit dem Vorfall zu befassen. Vor dem Sicherheitsrat erklärte die stellvertretende UN-Generalsekretärin Rosemary DiCarlo, den USA seien Berichte über mögliche Kinderopfer bekannt. Am Wochenende hatte das US-Zentralkommando gegenüber Medien erklärt, man „prüfe Berichte über zivile Opfer, die durch laufende Militäroperationen verursacht wurden“.
Der Vorsitzende der Linkspartei, Jan van Aken, reagierte auf den völkerrechtswidrigen Angriff der USA und Israels auf den Iran zunächst mit einer scheinbaren Verurteilung. In einer offiziellen Erklärung sprach er von einer „großen Gefahr für die Bevölkerung und die gesamte Region“ und bezeichnete den Angriff als völkerrechtswidrig. Doch diese Kritik ist lediglich ein politischer Deckmantel. Hinter einigen Phrasen über Diplomatie und Völkerrecht stellt sich die Linkspartei offen hinter die strategischen Ziele des imperialistischen Kriegs.
Das zeigte van Aken unmissverständlich auf einer Pressekonferenz am Montag. Dort feierte er offen die Ermordung des iranischen Staatsoberhaupts Khamenei und weiterer Führungsfiguren durch israelische und amerikanische Bomben. Er erklärte wörtlich:
Es gibt auch gar keinen Zweifel darüber, dass wir alle, ich persönlich auch froh darüber bin, dass Khamenei tot ist, dass viele Chargen aus dem Regime tot sind. Man soll sich nie über den Tod eines Menschen freuen und trotzdem denke ich, es ist gut, dass die weg sind und mögen sie in der Hölle schmoren.
Jeder sollte sich diese Worte vergegenwärtigen. Der Vorsitzende einer Partei, die sich offiziell als pazifistisch und links bezeichnet, begrüßt die gezielte Tötung der politischen Führung eines Landes durch ausländische Bombardements. Der Angriff selbst ist – wie van Aken einräumt – ein klarer Bruch des Völkerrechts. In den Nürnberger Prozessen wurde ein solcher Angriffskrieg als „Verbrechen gegen den Frieden“ verurteilt. Wer die Ergebnisse dieses Verbrechens bejubelt – noch dazu in einer Sprache, die der des faschistischen US-Präsidenten Trump ähnelt – identifiziert sich politisch mit ihm.
Schickt uns auch aus Deutschland und anderen Ländern eure Erklärung gegen den Krieg! Schreibt und kontaktiert uns – wir werden Zuschriften nur in anonymer Form veröffentlichen.
Arbeiter und junge Menschen aus allen Teilen der Vereinigten Staaten reagierten auf den völkerrechtswidrigen Krieg der Trump-Regierung und Israels gegen den Iran mit überwältigender Wut.
Ein Raffineriearbeiter aus Indiana sagte der WSWS: „Es ist widerlich. Sie verbreiten wahllos und willkürlich Terror über die Welt und vertuschen gleichzeitig einen globalen Sexhändlerring. Aber wir können nicht zum Doktor oder zum Zahnarzt gehen, ohne dass wir uns vorher entscheiden, ob wir die Stromrechnung oder eine neue Zahnfüllung bezahlen.“
Die Trump-Regierung hatte den Angriff mitten in der Nacht gestartet, als die meisten Amerikaner noch schliefen, und demonstrierte damit ihre völlige Verachtung gegenüber der öffentlichen Meinung. Sie unternahm keinen Versuch, den unprovozierten Angriff und die Ermordung der obersten zivilen und militärischen Führung des Iran zu rechtfertigen, außer mit der Sprache der unverhohlenen Eroberung.
Das Ausmaß an Ablehnung dieses Krieges von Anfang an ist in der modernen Geschichte der USA beispiellos. Laut einer Reuters-Umfrage vom Samstag befürworten nur 27 Prozent der Amerikaner die Angriffe. Selbst unter registrierten Republikanern sprachen sich nur 55 Prozent dafür aus.
Diese Werte liegen noch weit unter den unpopulärsten Kriegen in der Geschichte der USA. Zum Vergleich: Die Zustimmung zum Einmarsch in den Irak Anfang 2003 lag laut einer Studie der Brookings Institution zwischen 52 und 59 Prozent. Im Vietnamkrieg lag die Zustimmung wenige Monate nach dem ersten Einsatz von Kampftruppen 1965 laut einer Gallup-Umfrage bei 64 Prozent.