Iranische Raketen können Deutschland erreichen, aber kaum Berichte in den Medien

Von Thomas Röper – 24. März 2026

Ein Element der Propaganda deutscher Medien besteht darin, Angst vor nicht existierenden Gefahren zu schüren, echte Gefahren aber zu verschweigen. Das hat die Reaktion deutscher Medien auf den iranischen Angriff auf die britische Basis Diego Garcia einmal mehr gezeigt.

In all den Jahren, in denen ich mich schon mit den Prinzipien der Propaganda deutscher Medien befasse, habe ich eines gelernt: Deutsche Medien verbreiten Angst vor angeblichen Gefahren, die es gar nicht gibt, verschweigen aber gleichzeitig tatsächlich existierende Gefahren. Man nehme als Beispiel nur all die Berichte seit 2022, Russland würde angeblich mit dem Einsatz von Atomwaffen drohen, was aber immer frei erfunden war. Als es im letzten Oktober aber tatsächlich zum ersten Mal eine russische Drohung mit Atomwaffen gab, haben die deutschen Medien darüber nicht berichtet.

Der Grund für diese Art der Propaganda ist klar: Den Menschen sollen Feindbilder in die Köpfe gepflanzt werden, und dazu erfinden Politik und Medien angebliche Bedrohungen. Tatsächliche Gefahren aber verschweigen sie, weil eine nach einem schrecklichen Ereignis geschockte Öffentlichkeit viel emotionaler auf das überraschend kommende Ereignis reagiert – und eine emotionalisierte Öffentlichkeit ist nun einmal viel leichter zu lenken, was gerade dann wichtig ist, wenn man zuvor undenkbare Entscheidungen umsetzen will.

Genau das erleben wir gerade im Iran-Krieg. Wie oft haben Politik und Medien uns in den nun fast 50 Jahren des Informationskrieges gegen den Iran erzählt, der Iran entwickle Raketen, mit denen er Europa erreichen kann. Und wenn er dann auch noch Atomwaffen entwickelt, dann könnte der Iran Europa atomar angreifen. Diese – all die Jahrzehnte unbegründeten – Panikmeldungen begleiten uns spätestens seit den 1990er Jahren.

Als die USA in 2000er Jahren ihre Raketenabwehr in Osteuropa planten, war das Thema beispielsweise ein Dauerbrenner, denn iranische Raketen waren der offiziell genannte Grund für den Bau der Raketenabwehr, denn Russland galt damals ja noch als Freund des Westens, weshalb versichert wurde, die Raketenabwehr sei natürlich nicht gegen Russland gerichtet.

An all diesen Meldungen war nie etwas dran, die Warnungen vor der Gefahr durch iranische Raketen war nur ein Propaganda-Trick, um von den tatsächlichen Absuchten abzulenken und um das Feindbild Iran noch tiefer in die Köpfe der Menschen zu hämmern. Alle Experten gingen davon aus, dass iranische Raketen eine Reichweite von maximal 2.000 Kilometern haben und dass sie daher für Europa ungefährlich seien.

Nun aber ist alles anders, denn der Iran hat vor einigen Tagen den britischen Stützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean angegriffen, der 4.000 Kilometer vom Iran entfernt liegt. Nach allem, was bekannt ist, konnten die beiden abgefeuerten iranischen Raketen abgefangen werden und es gab keine Schäden.

Der Iran dürfte auch gar nicht vorgehabt haben, bei dem Angriff Schaden anzurichten, denn dann hätte er mehr Raketen abgefeuert, um die Luftabwehr zu überlasten, während nur zwei Raketen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine leichte Beute für die Luftabwehr sind.

Das bedeutet, dass der Iran der Welt mit dem Angriff zeigen wollte, dass er über Raketen mit weitaus größerer Reichweite verfügt, als allgemein angenommen wurde. Das war eine Warnung und Machtdemonstration, aber kein Angriff mit dem Ziel, Schaden anzurichten.

Und natürlich war das auch und gerade eine Machtdemonstration in Richtung Europa, in dem viele Länder den USA erlauben, ihre Militärstützpunkte für Angriffe gegen den Iran zu nutzen, indem von dort aus Aufklärungs-, Tank- oder Transportflugzeuge starten und die Einsätze von US-Drohnen beispielsweise über Ramstein laufen. Da der Iran im Persischen Golf alle Länder angreift, die den USA erlauben, von ihrem Gebiet aus den Iran anzugreifen, dürfte die gleiche Logik auch gegenüber Europa gelten.

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Trumps Ultimatum an den Iran: Eine kriminelle Drohung mit Massenmord

Von der WSWS-Redaktion – 24. März 2026

Das Ultimatum, das US-Präsident Donald Trump am Samstagabend auf seinem Social-Media-Kanal veröffentlichte und am Montag verlängerte, muss als das verstanden werden, was es ist: eine Drohung mit völkermörderischer Gewalt gegen eine Nation von 90 Millionen Menschen, untermauert durch die ausdrückliche Drohung, die Infrastruktur zu zerstören, von der ihr Leben abhängt. „Wenn der Iran die Straße von Hormus nicht innerhalb von 48 STUNDEN VOLLSTÄNDIG UND OHNE DROHUNGEN ÖFFNET“, schrieb Trump, „werden die Vereinigten Staaten von Amerika seine verschiedenen KRAFTWERKE – BEGINNEND mit DEM GRÖSSTEN – angreifen und zerstören.“

Dies ist ein Akt politischer Kriminalität, wie er seit dem Zweiten Weltkrieg ohne Beispiel ist. Der einzige historische Vergleich, den man ziehen könnte, ist das Ultimatum, das die Truman-Regierung im August 1945, nach den Atombomben-Abwürfen auf Hiroshima und Nagasaki, an Japan richtete. Keine andere Regierung in der modernen Geschichte hat jemals so unverblümt damit gedroht, die elementaren Lebensgrundlagen einer gesamten Zivilbevölkerung als Bedingung für politische Unterwerfung zu zerstören.

Der Iran betreibt über 110 Kraftwerke. Auch eine nur teilweise Zerstörung würde eine Kette humanitärer Katastrophen auslösen, die sich über Tage, Wochen und Monate hinziehen würde. Innerhalb von 72 Stunden käme es zum Stromausfall in den Krankenhäusern, wodurch Tausende von Patienten, die auf lebenserhaltende Maßnahmen, Dialyse oder Beatmungsgeräte angewiesen sind, in unmittelbare Lebensgefahr gerieten. Innerhalb weniger Tage würden landesweit die Wasserpumpen ausfallen, und die Abwasserentsorgung würde zusammenbrechen, was die Voraussetzung für Massenausbrüche von Cholera, Typhus und Ruhr schaffen würde.

Trump präzisierte nicht, was er mit „DEM GRÖSSTEN“ meinte, doch das leistungsstärkste Kraftwerk im Iran ist das Damavand-Kombikraftwerk, das eine Leistung von 2.868 Megawatt erreicht. Es liegt 35 Kilometer südöstlich des Zentrums von Teheran und ist der wichtigste Stromknotenpunkt der Hauptstadt. Rund zehn Millionen Menschen wären gleichzeitig ohne Strom.

Hinzu kommt das Atomkraftwerk Bushehr, Irans einziger in Betrieb befindlicher kommerzieller Reaktor, der an der Golfküste liegt. Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Rafael Grossi, weist schon warnend darauf hin, dass ein direkter Angriff auf Bushehr „zu einer sehr hohen Freisetzung von Radioaktivität in die Umwelt führen könnte“, mit Folgen, die weit über den Iran hinausreichen. Doch um eine Katastrophe auszulösen, braucht es nicht einmal einen solchen direkten Angriff.

Die IAEO hat einen zweiten, ebenso verheerenden Mechanismus identifiziert: die Zerstörung der beiden Hauptstromleitungen, die das Kraftwerk mit Strom versorgen. Dies würde zum Schmelzen des Reaktorkerns führen und einen katastrophalen Ausfall der kritischen Sicherheitssysteme der Anlage auslösen. Selbst ohne eine Kernschmelze könnte ein Angriff auf das Kraftwerk in Bushehr zu einem Austritt von Radioaktivität in den Persischen Golf führen, was das Trinkwasser für Millionen von Menschen in der gesamten Region verseuchen würde.

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Putins oberster Berater glaubt, dass der Dritte Golfkrieg Afro-Eurasien für Jahre destabilisieren könnte

Von Andrew Korybko – 23. März 2026

Die „negativen Auswirkungen [des Krieges gegen den Iran] auf den agroindustriellen Komplex in Asien, Afrika und Europa“ können zu weitverbreiteter Hungersnot führen, während „die Stilllegung energieintensiver Industrien in Japan, der Republik Korea, Australien und der Europäischen Union“ zu weitverbreiteter Arbeitslosigkeit führen kann, wobei beides Unruhen auslösen würde.

Nikolai Patruschew ist einer von Putins ältesten Freunden und dient ihm bereits seit über einem Vierteljahrhundert als oberster Berater. Obwohl er nicht mehr Sekretär des Sicherheitsrates ist, gehört er nach wie vor zur Regierung und hat weiterhin das Ohr des Präsidenten. Deshalb ist seine Einschätzung zu bedeutenden Themen wie dem Dritten Golfkrieg, die er gerade in einem Interview mit „Kommersant“ geteilt hat, beachtenswert. Patruschew glaubt, dass die globalen systemischen Folgen des Konflikts Afro-Eurasien über Jahre hinweg destabilisieren werden.

Mit seinen Worten: „Die Operation ‚Epic Fury‘ ist faktisch zum Katalysator für die Umverteilung des globalen Energiemarktes und den Zusammenbruch der maritimen Logistik geworden“, was darauf zurückzuführen ist, dass der Golf nach den Schäden an seiner Infrastruktur nicht mehr als einer der Knotenpunkte der Weltwirtschaft fungiert. Daher „steigen die Energiepreise, die Frachtraten der großen Containerschifffahrtslinien und die Versicherungskosten. Die weltweiten Düngemittelexporte gehen zurück, was sich negativ auf den agroindustriellen Komplex in Asien, Afrika und Europa auswirkt.“

Er fügte hinzu, dass „Einschränkungen bei der Energieversorgung unweigerlich zur Stilllegung energieintensiver Industrien in Japan, der Republik Korea, Australien und der Europäischen Union führen werden“, was bedeutet, dass die Weltwirtschaft in eine langwierige Rezession stürzen wird, deren Ende nicht abzusehen ist. Der Dritte Golfkrieg hat sich auch für die USA als Bumerang erwiesen, indem er ihren Ruf als Garant für die Sicherheit ihrer Verbündeten, insbesondere jener, die ihre Stützpunkte beherbergen, diskreditiert hat, während der Iran die Golfstaaten weiterhin mit Vergeltungsschlägen bombardiert.

Betrachtet man die von Patruschew geäußerten Erkenntnisse über die Folgen des Konflikts, so sind die zuletzt genannten, die den Ruf und die regionalen Interessen der USA betreffen, relativ leichter zu bewältigen, da sich die USA im schlimmsten Fall eines vollständigen Chaos einfach aus der östlichen Hemisphäre zurückziehen könnten. Dies erklärt den Fokus der Nationalen Sicherheitsstrategie auf die Wiederherstellung der Hegemonie der USA über die westliche Hemisphäre als Quelle von Ressourcen und Märkten, um in einem solchen Szenario zu überleben und sogar zu florieren.

Bedauerlicherweise können sich die Länder Afro-Eurasiens nicht wie die USA vor der vom Golf ausgehenden globalen systemischen Instabilität schützen, was für viele Industrie- und Entwicklungsländer gleichermaßen wahrscheinlich Jahre der Unruhen bedeuten wird. Denn jede weitere großflächige Beschädigung der regionalen Energieinfrastruktur – deren Reparatur bereits viel Zeit in Anspruch nehmen dürfte – birgt die Gefahr, dass noch mehr Ressourcen vom Markt genommen werden, wodurch viele Länder nicht mehr in der Lage wären, ihren entsprechenden Bedarf zu decken.

Die „negativen Auswirkungen auf den agroindustriellen Komplex in Asien, Afrika und Europa“ können zu weitverbreiteter Hungersnot führen, während „die Stilllegung energieintensiver Industrien in Japan, der Republik Korea, Australien und der Europäischen Union“ zu weitverbreiteter Arbeitslosigkeit führen kann, wobei beides Unruhen auslösen würde. Russland wäre wahrscheinlich die einzige Oase der Sicherheit und Stabilität in der östlichen Hemisphäre, könnte aber den Export von Agrarprodukten, Düngemitteln und Energie an seine chinesischen und indischen Partner priorisieren, um auch ihnen zu helfen.

Wie dem auch sei, Afro-Eurasien als Ganzes würde wahrscheinlich noch jahrelang destabilisiert bleiben, während sich die USA in die westliche Hemisphäre zurückziehen, um sich von all dem abzuschotten und gleichzeitig das Chaos für „Teile-und-herrsche“-Zwecke zu instrumentalisieren; daher ist es unmöglich vorherzusagen, wie das alles enden könnte. Um es klar zu sagen: Dies ist nur das Worst-Case-Szenario und könnte noch teilweise abgewendet werden, doch die Tatsache, dass Putins oberster Berater Patruschew bereits unheilvoll darauf anspielt, deutet darauf hin, dass Russland sich aktiv auf das Schlimmste vorbereitet.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

24. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 16:30 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 23. März 2026

Heute läuft das Ultimatum aus, mit dem der US-Präsident die Kapitulation des Irans forderte, oder die Zerstörung der Kraftwerke, einschließlich der Atomkraftwerke ankündigte, was gleichbedeutend mit einem Atomschlag wäre und das letzte noch nicht begangene Kriegs-Verbrechen der USA und der de facto Kolonie Israel. Zunächst was in der Nacht passierte.

Der Angriffskrieg gegen den Iran geht in eine neue Phase. Es scheint, als ob der Iran förmlich danach fiebert, dass die USA eine Bodenoffensive beginnen. Und die USA drohen mit der Zerstörung iranischer Atomkraftwerke, was der Drohung eines Atomschlages gleichkommt.

In den letzten neun Stunden hat sich der Angriffskrieg gegen den Iran durch neue Eskalationen weiter verschärft. Das israelische Militär (IDF) kündigte eine Welle umfangreicher Angriffe auf die iranische Staatsinfrastruktur in Teheran an und führte diese auch schon durch. Die chinesische Nachrichtenagentur CGTN berichtete unter Berufung auf die iranische Fars-Agentur von fünf Angriffen im Norden, Zentrum, Osten und Westen der Hauptstadt. Gleichzeitig veröffentlichten die USA Aufnahmen ihrer Angriffe auf die Turbinenfabrik in Qom, die Motoren für Angriffsdrohnen und Flugzeugkomponenten der Revolutionsgarden (IRGC) herstellt.

Als direkte Vergeltung führte der Iran einen Raketenangriff auf Tel Aviv durch, dessen Folgen in Aufnahmen der Zerstörung dokumentiert sind. Die Luftabwehr der NATO und Israels, welche das dichteste Abwehrnetz gegen Raketen und Drohnen über Israel eingerichtet hatte, scheint immer unwirksamer zu werden. Was US-Politiker wie Senator Ted Cruz bewog, offen auf weitere Angriffe gegen den Iran zu drdängen, um „das iranische Regime vollständig zu stürzen„.

Nicht-westliche Quellen wie PressTV, RT, Sputnik und CGTN stellen diese Entwicklungen als Fortsetzung der aggressiven Politik der USA und Israels gegen den souveränen Iran dar, während der Iran lediglich seine Verteidigungs- und Vergeltungsmaßnahmen betont. Während im Westen standardmäßig „vergessen“ wird, dass der Angriffskrieg von den USA und Israel begonnen wurde. Weitere diplomatische Spannungen wie Drohungen von Trump oder die Ausweisung iranischer Diplomaten aus Saudi-Arabien werden als Teil des gleichen Angriffskriegs gesehen, und als Anzeichen, dass weitere Länder in den Krieg eintreten werden.

07 Uhr 15

Mark Rutte, der Generalsekretär der NATO erklärte, dass die NATO nicht bestätigen könne, dass der Iran die Militärbasis Diego Garcia beschossen habe. Damit erhält das Gerücht weiter Nahrung, dass Israel von U-Booten aus die Basis beschoss, um ein Drohszenario für die Europäer aufzubauen, mit dem Ziel, sie in den Krieg gegen den Iran hineinzuziehen. Starkes Indiz war unmittelbar nach dem Anschlag die Nachricht an die Europäer durch „Netanjahu“, dass nun diese Länder im Fokus des Iran seien, und sie müssten doch ihre Energiezufuhr sichern und die Straße von Hormus „befreien“.

08 Uhr 00:

Der französische Richter Nicolas Gouyou, der beim Internationalen Strafgerichtshof einen Haftbefehl gegen Netanjahu erlassen hat:

• Visa und Mastercard haben alle meine Karten gesperrt
• Ich kann keine Einkäufe tätigen.
Ich bin Richter, werde aber wie ein Krimineller behandelt.
• Richter, Anwälte und Politiker werden eingeschüchtert.
• Ein Kollege sagte mir, mein Name werde erst nach dem Ende von Trumps Amtszeit von der schwarzen Liste gestrichen.
• Trotz der Intervention des französischen Präsidenten haben die US-Behörden nicht reagiert.

French judge Nicolas Gouyou, who issued an arrest warrant for Netanyahu at the ICC: • Visa and Mastercard have blocked all my cards • I cannot make any purchases • I am a judge, yet treated like a criminal • Judges, lawyers, and politicians are being intimidated • A Mehr anzeigen

Der israelische Kanal 12 enthüllte dramatische Botschaften der US-Regierung an Israel, darunter die folgenden Kernpunkte:

Die Amerikaner teilten Israel mit, dass die Umsetzung der Einsatzpläne im Zusammenhang mit der Straße von Hormus mehrere Wochen in Anspruch nehmen werde, was zwangsläufig eine Verlängerung des Krieges um weitere Wochen bedeute.

Berichten zufolge zielt Präsident Trumps Kurs nicht auf eine rasche Beruhigung der Lage ab, sondern darauf, das Thema „Öl und Gas“ als Mittel für maximalen Druck zu nutzen.

Der amerikanische Plan zielt darauf ab, den Spieß gegen Teheran umzudrehen; anstatt Energie als Druckmittel gegen den Iran einzusetzen, versucht Washington, das Regime von innen heraus über den Energiesektor zu strangulieren, was zu einer Beschleunigung seines Zusammenbruchs führen könnte.

Zusammenfassung: Wir stehen vor einem Strategiewechsel der USA von der „Eindämmung der Eskalation“ hin zu einer „wirtschaftlichen und militärischen Lösung“ über die Meerenge von Hormus und die Energieressourcen.

08 Uhr 15:

Reuters zitierte am Montag Quellen, wonach Saudi Aramco, der weltweit größte Ölexporteur, die Rohöllieferungen an asiatische Abnehmer für den Monat April reduziert habe, nachdem der Krieg der USA und Israels gegen den Iran den Handel durch die Straße von Hormus unterbrochen habe. Die Quellen fügten hinzu, dass das Unternehmen seine Vertragskunden im April ausschließlich mit Arab-Light-Rohöl beliefern werde, das vom Hafen Yanbu am Roten Meer aus exportiert wird.

Israels Luftabwehr versagt

Israelische Medien berichteten, dass die Raketeneinschläge der letzten beiden Tage erneut Fragen hinsichtlich der Wirksamkeit der Abfangsysteme aufgeworfen haben, nachdem zwei iranische ballistische Raketen Wohngebiete in Dimona und Arad im südlichen Israel getroffen und dabei die Luftabwehrsysteme  durchbrochen hatten. Die Angriffe erfolgten am Samstagabend im Abstand von wenigen Stunden und trafen Gebiete in der Nähe von Dimona, unweit einer der am strengsten bewachten Einrichtungen der Region, dem Nuklearforschungszentrum in der Negev-Wüste. Trotz der Versuche des Militärs, die anfliegenden Raketen abzufangen, räumten die Behörden ein, dass es beiden Geschossen gelang, die Verteidigungssysteme zu durchdringen. Der Vorfall hat zu einer verstärkten Überprüfung der Zuverlässigkeit von „Israels“ mehrschichtiger Luftverteidigungsarchitektur geführt.

Laut einer Umfrage in Tel Aviv befürworten 9 von 10 israelischen Juden den Krieg gegen den Iran,

Das ergab eine Umfrage des Instituts für Nationale Sicherheitsstudien (INSS) der Universität Tel Aviv. Die Umfrage zeigt eine anhaltende Unterstützung der israelischen Öffentlichkeit für die Operation, wobei eine „Mehrheit einen Regimewechsel befürwortet“, wie die israelische Publikation Jewish News Syndicate berichtete.

08 Uhr 45:

Die Internationale Energieagentur (IEA) führt Gespräche mit Regierungen in Asien und Europa über die mögliche Freigabe zusätzlicher Ölmengen aus strategischen Reserven, „falls erforderlich“, da der Krieg gegen den Iran die globalen Energiemärkte weiterhin destabilisiert, erklärte Exekutivdirektor Fatih Birol. Der IEA-Chef bezeichnete die aktuelle Lage in Westasien als „sehr ernst“ und warnte, dass ihre Auswirkungen mit früheren globalen Energiekrisen vergleichbar seien und diese in mancher Hinsicht sogar übertreffen würden.

Die asiatischen Märkte brachen am Montag zum Handelsbeginn ein, wobei die wichtigsten Indizes in Japan und Südkorea um mehr als 5 % fielen, da die Anleger angesichts des eskalierenden Krieges mit dem Iran aus risikoreichen Anlagen flohen. Kein gutes Zeichen für die kommende Woche, trotz Trumps in Großbuchstaben verfassten Social-Media-Posts, in denen er behauptet, alles sei in Ordnung…

09 Uhr 00

Die „Ethik“ der „einzigen Demokratie“ der Region

Bitte ersetzen Sie den staatlichen Ansatz durch einen grausamen religiösen. Statt eines Angriffs auf ein Kraftwerk, eine Strafe für die Erstgeborenen – morgen Abend, eliminieren Sie die Kinder von Vahidi, Araghchi und Ghalibaf. Wenn wir die Eltern nicht erreichen können, fügen wir ihren Kindern etwas zu (wir haben zwei Jahre gebraucht, um das in Gaza zu tun. Im Libanon haben wir es noch nicht geschafft). Das sind religiöse Rezepte. Staatliche Rationalität funktioniert derzeit nicht. Statt eines ‚verrückten Landeigentümers‘ brauchen wir einen grausamen Landeigentümer. Trump kann die Hölle nicht versprechen – genau das wollen sie. Angriffe auf Kraftwerke wären kontraproduktiv. Wenn sie uns in einen Boxkampf und Ping-Pong-Spiele verwickeln – verlieren wir.

Die israelische Analystin Orit Perlov vom INSS-Thinktank der Universität Tel Aviv rief zur Ermordung von Kindern im Iran auf. Sie löschte diesen Tweet später. Aber der Text ist symptomatisch für die Mehrheit der israelische Gesellschaft, welche auch den Völkermord in Gaza bejubelte.

Der Iran droht mit Vergeltung bei Angriffen auf Stromnetz

Iran hat in den letzten Stunden über seine militärische Führung (Khatam Al-Anbiya) und die Nachrichtenagentur Fars eine allgemeine Warnung (im Westen „Drohung“ genannt) ausgesprochen: Falls die USA oder Israel die iranische Energie- und Strominfrastruktur angreifen, werde der Iran „alle Energie-, IT- und Entsalzungsanlagen“ der USA und Israels sowie verbündeter Regime in der Region ins Visier nehmen.Diese Warnung ist real und wird von iranischen Staatsmedien sowie internationalen Berichten (z. B. Gulf News, France 24) wiedergegeben.

Darüber hinaus sind im Internet Listen mit Zielen aufgetaucht, welche angeblich explizit angegriffen werden sollen, aber dies scheint auf der Phantasie von Internetnutzern zu basieren. Es gibt keine offizielle Bestätigung aus iranischen Kreisen dazu.

Werden USA und Israel es riskieren, das iranische Stromnetz zu zerstören und damit auch die Verwüstung einer ganzen Region? Westliche Medien werden dann im Fall der Vergeltung sicher wieder von der Aggression des Iran berichten.

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Der von der Ukraine angegriffene Tanker hat sich als Zeitbombe für das Mittelmeer entwickelt

Von vesti7.ru (Übersetzung: Thomas Röper)

Vor fast drei Wochen hat die Ukraine im Mittelmeer einen Gastanker angegriffen und es droht eine Umweltkatastrophe. Aber die sonst angeblich so um die Umwelt besorgten Grünen und anderen EU-Politiker schweigen dazu und erheben keine Vorwürfe gegen Kiew.

Im Gegensatz zu deutschen Medien beobachten die russischen Medien die Entwicklungen rund um den vor fast drei Wochen von der Ukraine im Mittelmeer angegriffenen Gastanker im Mittelmeer genau. Ich übersetze hier den Bericht, den das russische Fernsehen dazu am Sonntagabend in seinem wöchentlichen Nachrichtenrückblick gezeigt hat. […]

Der von der Ukraine angegriffene Tanker hat sich zu einer Umweltbombe für Europa entwickelt

Die 30 Besatzungsmitglieder des russischen Gastankers Arctic Metagaz sind nach Murmansk zurückgekehrt. Zur Erinnerung: Vor etwa drei Wochen wurde das Schiff vor der Küste Maltas von ukrainischen unbemannten Booten angegriffen. Der Kapitän des Schiffes erzählt: „Es wurde schnell klar, dass es sich um einen Terroranschlag handelte. Das Feuer breitete sich rasend schnell aus und die Schlagseite des Schiffes nahm rapide zu. Es war offensichtlich, dass nicht nur das Überleben des Schiffes, sondern auch das der Besatzung, ihre Gesundheit und ihr Leben in Gefahr waren.“

Unterdessen treibt die beschädigte russische Arctic Metagaz im Mittelmeer. Das riesige, leckgeschlagene und bis zum Rand mit Gas gefüllte Schiff ist zu einer tickenden Zeitbombe geworden. Das Risiko einer Umweltkatastrophe ist extrem hoch.

Aus Italien berichtet unsere Korrespondentin.

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Präsident Peseschkians Hoffnung, die BRICS-Staaten würden den Angriffen der USA und Israels ein Ende setzen, ist illusorisch

Von Andrew Korybko – 23. März

Irans Präsident Massud Peseschkian selbst weiß vermutlich, dass die BRICS-Gruppe dies realistisch gesehen nicht erreichen kann, doch indem er Modi dies während ihres Telefonats am Wochenende vorschlug, könnte der iranische Staatschef insgeheim hoffen, dass Indien als diesjähriger BRICS-Vorsitzender eine gemeinsame Erklärung verfasst, die dann die von Delhi vermittelten Waffenstillstandsgespräche in Gang bringt.

Die iranische Botschaft in Indien berichtete, dass Präsident Massud Peseschkian dem indischen Premierminister Narendra Modi während ihres Telefonats am Samstag vorschlug, „dass [die BRICS] eine unabhängige Rolle bei der Beendigung der Aggressionen gegen den Iran und bei der Wahrung des regionalen und internationalen Friedens und der Stabilität spielen sollten“. Er unterbreitete ihm diesen Vorschlag, da Indien in diesem Jahr den rotierenden Vorsitz innehat. So gut gemeint Pezeshkians Hoffnung auch sein mag, sie ist wohl illusorisch, und das weiß er vermutlich selbst auch.

Anfang des Monats wurde erläutert, wie „die iranischen Angriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate die Grenzen der BRICS-Einheit offenbarten“. Kurz gesagt handelt es sich dabei um einen Angriff eines BRICS-Mitglieds auf ein anderes, jedoch als Reaktion darauf, dass das angegriffene Mitglied Berichten zufolge einem dritten Land (in diesem Fall den USA) gestattet hatte, dessen Luftraum und/oder Hoheitsgebiet zu nutzen, um ein anderes Mitglied zuerst anzugreifen, wodurch deutlich wurde, dass die BRICS-Staaten kein Sicherheitsblock sind und es auch nie waren. Modi verurteilte ebenfalls die Angriffe auf die Golfstaaten, ohne den Iran namentlich zu nennen, aber offensichtlich in Bezug auf ihn.

Dennoch ist Indien kein Mitkriegführender wie die Emirate und die anderen Golfstaaten, anders als viele fälschlicherweise glauben. Das virale Video, in dem der Chef der indischen Armee zugibt, dem Iran in den Rücken gefallen zu sein, indem er die Position seines Schiffes an Israel weitergab, das später von den USA versenkt wurde, entpuppte sich als eine mit KI erstellte Fälschung aus Pakistan, doch die öffentliche Wahrnehmung war zu diesem Zeitpunkt bereits manipuliert. Dasselbe gilt für Pepe Escobars falsche Behauptung, Indien sei dem Iran und Russland „in den Rücken gefallen“, was deren Botschafter in Indien beiläufig widerlegten.

Indien sympathisiert mit dem Golf-Kooperationsrat (GCC) und Israel, wobei Modi Israel noch wenige Tage vor Beginn des Dritten Golfkriegs besucht hatte – jenem Krieg, der mit dem [hinterhältigen, weil erneut während laufender diplomatischer Verhandlungen; die Red.] Überraschungsangriff der USA und Israels begann, bei dem der Oberste Führer des Iran ermordet wurde –, so wie Russland laut Aussage seines Botschafters im Vereinigten Königreich offen mit dem Iran sympathisiert. Im Gegensatz zu Russlands mutmaßlicher nachrichtendienstlicher Unterstützung für den Iran leistet Indien jedoch weder dem GCC noch Israel oder den USA irgendeine Unterstützung. In Verbindung mit Indiens BRICS-Vorsitz befähigt dies Modi, zwischen den USA und Israel zu vermitteln, sofern alle Seiten den Willen dazu haben.

Laut dem in der Einleitung zitierten Tweet der iranischen Botschaft in Indien sagte Peseschkian zu Modi, dass der Konflikt erst enden werde, wenn die USA und Israel ihre Angriffe auf den Iran einstellten; danach müsse es „Garantien“ gegen eine Wiederholung ihrer Aggression und im Idealfall ein regionales Sicherheitsrahmenwerk geben. Dies entspricht mehr oder weniger dem, was er Putin und dem pakistanischen Premierminister Anfang des Monats in Bezug auf seine drei Bedingungen für den Frieden mitgeteilt hatte, die, wie hier argumentiert wurde, durch eine von Russland angeführte kreative Diplomatie erreichbar seien.

Israel und die USA möchten vermutlich nicht, dass Russland dafür Anerkennung erhält, selbst wenn dessen Vorschläge wie das Konzept der kollektiven Sicherheit für den Golf umgesetzt werden; daher besteht die Möglichkeit, dass Indien anstelle von Russland die diplomatische Führung übernimmt, allerdings erst, nachdem Modi sich mit Putin abgestimmt hat. Ein erster Schritt könnte darin bestehen, dass Indien die BRICS-Staaten dazu bringt, sich auf eine gemeinsame Erklärung zum Krieg zu einigen, was angesichts der Feindseligkeiten zwischen dem Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten schwierig ist; doch der Präzedenzfall der G20-Erklärung von Delhi aus dem Jahr 2023 inmitten des Stellvertreterkriegs in der Ukraine zeigt, dass dies nicht unmöglich ist.

Auf diese Weise könnte, obwohl die BRICS-Staaten selbst die US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran [aufgrund ihrer internen Divergenzen] realistischerweise nicht beenden können, Indiens Vorsitz in der Gruppe und seine Neutralität im Dritten Golfkrieg (trotz seiner Sympathien für die Golfstaaten und Israel) zu einer gemeinsamen Erklärung führen, die von Delhi vermittelte Waffenstillstandsgespräche in Gang bringt. Zugegebenermaßen ist dies ein optimistisches Szenario, das vielleicht nicht eintreten wird, aber es erklärt, was Peseschkian wahrscheinlich im Sinn hatte, als er Modi vorschlug, dass die BRICS eine Rolle bei der Beendigung des Krieges spielen sollten.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Militärschlag gegen Iran: Ohne diese US-Basis in Deutschland wäre der Angriff nicht möglich gewesen

Von Reiner Braun – 23. März 2026

Schon Wochen vor dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran am 28.02.2026 hat es vielfältige Hinweise auf seine Vorbereitung gegeben. So herrschte auf der Ramstein Air Base ein intensiver Betrieb. Transportmaschinen vom Typ Boeing C-17 Globemaster III und Lockheed C-130 Hercules landeten und starteten „im Minutentakt“, so das Portal austrianwings.info; dazwischen zivile Boeing-747-Frachter der Atlas Air im Auftrag des amerikanischen Militärs. Dies war die logistische Choreografie eines Krieges, der Tausende Kilometer entfernt geführt wird – aber ohne das pfälzische Drehkreuz in dieser Form kaum denkbar wäre.

In den Tagen vor dem Angriff wurde immer deutlicher, dass Ramstein ein Flughafen im Ausnahmezustand ist. Flugdatenauswertungen und Beobachtungen von Luftfahrtexperten dokumentierten einen drastischen Anstieg der Flugbewegungen. Personal und Material wurden über Ramstein in Richtung Naher Osten verlegt – etwa über Al Udeid (Katar) und andere Basen. Ramstein fungierte dabei als das, was es seit Jahrzehnten ist: das zentrale Scharnier zwischen dem amerikanischen Heimatkontinent und den Einsatzgebieten jenseits des Mittelmeers.

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Zusammenbruch der internationalen Ordnung oder kontrolliertes Chaos?

Von Alexander Kouzminov – 22. März 2026

Einmal mehr versucht Alexander Kouzminov, der in Russland geborene Wissenschaftler, der seit vielen Jahren in New Zealand lebt und arbeitet, die geopolitischen Veränderungen unserer Zeit zu analysieren und zu formulieren – inklusive die fälligen Schlussfolgerungen, die daraus für unsere Zukunft zu ziehen sind. Dabei teilt Alexander Kouzminov die Weltkarte in sieben „Regionen“ auf, die hier auch separat studiert werden können – siehe unten. (cm)

Einleitung

Die Moderne wird fälschlicherweise als eine Abfolge chaotischer Krisen, zufälliger Konflikte und willkürlicher Entscheidungen einzelner Führer wahrgenommen. Tatsächlich befindet sich die Menschheit an einem historischen Punkt, der dem Mittelalter ähnelt, als ewige Institutionen zusammenbrachen, Reiche verschwanden und neue Machtzentren zu entstehen begannen.

Ein sehr wichtiger Prozess hat in der Welt begonnen – das Zeitalter des globalen wirtschaftlichen, politischen und sozialen Wandels. Diese Transformation könnte mehrere Jahrzehnte dauern – geprägt von Krieg, Hungersnot und Krankheit. Der Wandel der Weltordnung vollzieht sich zunächst langsam und gewinnt dann sprunghaft an Geschwindigkeit. Seit nunmehr mehr als zwanzig Jahren befindet sich die Welt in einem Zustand globaler Umstrukturierung und Umverteilung von Macht und Autorität – deren Folgen sich in zahlreichen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Konflikten zeigen. Es ist wichtig, die Komponenten dieses Prozesses zu verstehen und zu erkennen, wie sie sich auf die wesentlichen Aspekte der internationalen und innerstaatlichen Beziehungen auswirken werden.

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Die Unterwerfung Lateinamerikas (II)

Von German-Foreign-Policy.com – 23. März 2026

Bundesregierung ignoriert US-Totalblockade gegen Kuba und weitere US-Maßnahmen zur Unterwerfung Lateinamerikas. Andere Staaten, etwa Spanien, stellen sich dagegen. In Kuba ist eine Solidaritätsflotille eingetroffen.

Die Bundesregierung ignoriert die anhaltende US-Totalblockade gegen Kuba und weitere Versuche der Trump-Administration, sich ganz Lateinamerika zu unterwerfen, und sucht „transatlantische Übereinstimmungen“. Während am Wochenende eine internationale Solidaritätsflotille in Havanna ankam und mit Spanien zudem ein EU-Mitglied Hilfslieferungen in den Karibikstaat schickt, schweigt Berlin und setzt auf „Partnerschaft“ mit den USA. Diese fordern aktuell den Sturz des kubanischen Präsidenten Miguel Díaz-Canel sowie die Unterstellung des Landes unter ihr Kommando. Hatte schon die seit über sechs Jahrzehnten andauernde US-Blockade der Insel dort schwere Schäden verursacht, so ruft die aktuelle Ölblockade dramatische Versorgungsprobleme hervor. US-Präsident Donald Trump teilt zudem mit, er könne mit Kuba „tun, was ich will“. Parallel hat er eine neue Regionalorganisation gegründet („Shield of the Americas“), die nur aus ultrarechts regierten Staaten besteht und sich gegen China richtet. In Kolumbien und in Brasilien mischen sich die USA in die gegenwärtigen Wahlkämpfe ein, und zwar jeweils zugunsten ultrarechter Kandidaten.

Öffnung für US-Unternehmen

Die kubanische Regierung hat kürzlich bestätigt, dass sie Verhandlungen mit der Trump-Administration aufgenommen hat, um ein Ende wenigstens der Erdölblockade zu erreichen. Laut US-Berichten ist in die Verhandlungen unter anderem Raúl Guillermo Rodríguez Castro involviert, ein Enkel von Raúl Castro; er soll sich mit US-Außenminister Marco Rubio persönlich ausgetauscht haben.[1] Die Regierung in Havanna hat Anfang vergangener Woche erste größere Zugeständnisse gemacht und angekündigt, Schritte zur ökonomischen Öffnung einzuleiten. Demnach sollen im Ausland lebende Kubaner in Kuba Unternehmen gründen und in bestehende Unternehmen investieren dürfen.[2] Dies gilt explizit auch für Kubaner in den USA, darunter viele, die in den vergangenen Jahren das Land verlassen haben, aber auch der ultrarechte Kern des alten kubanischen Exils in Florida, dem unter anderem der US-Außenminister entstammt. US-Konzerne allgemein dürfen umfassende Investitionen in Kuba tätigen; wie Kubas stellvertretender Ministerpräsident Oscar Pérez-Oliva Fraga bestätigt, werden insbesondere US-Investitionen in die Infrastruktur des Landes erlaubt. Die Regierung sei grundsätzlich „offen“ für „flexible Handelsbeziehungen mit US-Unternehmen“, bestätigt Pérez-Oliva Fraga.[3] In US-Medien ist bereits von einer „Cubastroika“ die Rede.[4]

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Was wird die fünfte Energiekrise der Geschichte für die Welt bedeuten?

Von Olga Samofalowa – 23 März. 2026 

Ein Szenario, das noch vor Kurzem wie ein „Schreckgespenst“ wirkte, wird nun Realität: Die Ölpreise könnten auf 180 bis 200 US-Dollar pro Barrel steigen. Wenn die Straße von Hormus geschlossen bleibt, wird die Welt Ende April in die fünfte Energiekrise der Geschichte eintreten – und diese wird alle ohne Ausnahme treffen.

Analysten des größten saudischen Unternehmens, Saudi Aramco, haben eine Ölprognose für den kommenden Monat vorgelegt. Ihr Leichtöl verkaufen sie bereits über ihren Hafen am Roten Meer für 125 US-Dollar pro Barrel an asiatische Abnehmer. Doch bereits nächste Woche könnte der Preis auf 138 bis 140 US-Dollar steigen, schätzen Experten. Grund dafür sind sinkende Lagerbestände und eine zunehmende physische Verknappung des Rohstoffs weltweit.

Sollten die Lieferunterbrechungen bis Mitte April nicht aufhören und die Straße von Hormus geschlossen bleiben, könnten die Preise 150 US-Dollar erreichen und in den folgenden Wochen auf 165 oder 180 US-Dollar steigen. Jede weitere Woche des Stillstands im April wird den Preis um 10 bis 15 US-Dollar pro Barrel in die Höhe treiben, prognostizieren Analysten.

Auch Ölhändler setzen auf einen Anstieg. Sie erwarten, dass die Brent-Futures im April 130, 140 oder 150 US-Dollar pro Barrel erreichen werden. Die Marktteilnehmer glauben offenbar nicht daran, dass der Konflikt Ende März beendet sein wird. Unterdessen kündigte Iran am Sonntag die Öffnung der Straße von Hormus für Schiffe aus befreundeten Ländern an, während US-Präsident Donald Trump von Teheran die vollständige Freigabe der Meerenge innerhalb von 48 Stunden forderte. Andernfalls drohte er Iran mit Angriffen auf Kraftwerke.

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