Die Folgen der neuen Ölkrise

„So etwas Schlimmes habe ich noch nie erlebt“, sagen Analysten

Von TASS (Übersetzung: Thomas Röper) – 26. März 2026

Analysten der Ölmärkte finden drastische Worte für die sich entwickelnde Ölkrise, die weltweit zu steigenden Öl-, Benzin- und Gaspreisen und manchen Ländern bereits zu Rationierungen von Benzin geführt hat.

Die TASS hat in einem Artikel die aktuellen Auswirkungen der neuen Ölkrise zusammengefasst und auch Experten und Analysten befragt. Demnach steht die Welt vor der größten Ölkrise der Geschichte. Ich habe den TASS-Artikel übersetzt:

„Solche Einbrüche hat es noch nie gegeben“: Wie die Ölkrise die Welt erfasst

Die durch die Eskalation im Nahen Osten ausgelöste Energiekrise könnte als „schlimmster Albtraum jedes Ölmarktanalysten“ in die Geschichte eingehen. Dieser Einschätzung von BP-Chefökonom Gareth Ramsay stimmen viele Analysten zu. Die TASS berichtet, welche Länder bereits die Auswirkungen der dreiwöchigen Konfrontation zwischen Iran, den USA und Israel spüren.

„So etwas Schlimmes habe ich noch nie erlebt“, räumte Paul Sankey, leitender Energieberater beim Beratungsunternehmen Oliver Wyman, ein. „Wie soll man all dieses Gas, all dieses Öl, all dieses Helium ersetzen?“, fragt er rhetorisch. Laut Experten gab es derartige Versorgungsengpässe noch nie.

Asien hat Reserven für ein bis zwei Monate

Wenn der Konflikt andauert, reichen die Reserven der Länder, die von Lieferungen aus dem Nahen Osten abhängig sind, nur noch für ein bis zwei Monate, warnte Kyle Shostak, Direktor des amerikanischen Investmentunternehmens Navigator Principal Investors. Laut ihm gilt das vor allem für Indien, Bangladesch, Südkorea, Pakistan und Japan. „Die Reserven der meisten dieser Länder reichen für ein bis zwei Monate, bevor ihre Volkswirtschaften aufgrund eines Rückgangs der Inlandsproduktion, die Energie braucht, voraussichtlich bereits im zweiten Quartal dieses Jahres in eine Rezession abrutschen werden“, erklärte der Experte gegenüber der TASS.

Shostak fügte hinzu, China bilde eine Ausnahme, weil „dessen Rekordreserven die Unabhängigkeit der heimischen Produktion für etwa sechs Monate gewährleisten“.

Unterdessen haben die Philippinen wegen Brennstoffknappheit den Notstand ausgerufen. Im Präsident Ferdinand Marcos Jr. unterzeichnetes Dekret heißt es, dass das Land stark von Energieimporten abhängig sei und dass die durch die anhaltende Eskalation verursachten Unterbrechungen der Lieferketten, die erhebliche Volatilität und die steigenden globalen Ölpreise „die Energiesicherheit des Landes gefährden“. Die philippinische Energieministerin Sharon Garin erklärte, die Brennstoffeserven reichten für etwa 45 Tage. Am 24. März traf in dem Land die erste Lieferung russischen Öls seit fünf Jahren ein.

Japan begann am 16. März, einen Teil seiner strategischen Ölreserven auf den Markt zu bringen. Premierministerin Sanae Takaichi schlug am Mittwoch bei einem Treffen mit dem Leiter der Internationalen Energieagentur (IEA) vor, als Notmaßnahme zur Stabilisierung der Lage weiteres Öl aus den Reserven freizugeben. „Die asiatischen Länder befinden sich in einer schwierigen Lage“, betonte sie.

Aufgrund der Krise greifen einige asiatische Länder wieder verstärkt auf Kohle zurück, um Stromausfälle zu verhindern und ihre Bevölkerung vor drastischen Preisschocks zu schützen. So hat beispielsweise die südkoreanische Regierung die Beschränkungen für die Stromerzeugung aus Kohlekraftwerken aufgehoben, Thailand bereitet die Wiederinbetriebnahme zweier im vergangenen Jahr stillgelegter Kohlekraftwerke vor und die Bevölkerung Indiens hat begonnen, Kochgas durch Kohle zu ersetzen.

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Die USA und Israel haben im Iran bisher 85.000 zivile Gebäude, 282 medizinische Einrichtungen und 600 Schulen bombardiert – und keine Kritik aus der EU

Von Thomas Röper – 26. März 2026

Der Krieg der USA und Israels im Iran richtet sich offensichtlich vor allem gegen die Zivilbevölkerung, wie die bisherigen Angaben über die Schäden zeigen. Da man diese Informationen in deutschen Medien nicht findet, fasse ich die aktuellen Angaben zusammen.

Laut Pir Hossein Kolivand, dem Vorsitzenden des Iranischen Roten Halbmonds, wurden in Iran durch US-amerikanische und israelische Angriffe mehr als 85.000 zivile Gebäude beschädigt, darunter 64.583 Wohnhäuser und 19.694 Geschäftsgebäude, sagte er im iranischen Staatsfernsehen.

Außerdem wurden mindestens 282 medizinische Einrichtungen, darunter Krankenhäuser, Kliniken und Gesundheitszentren, durch US-amerikanische und israelische Angriffe getroffen. Er wies darauf hin, dass es laut der Genfer Konvention von 1949 zum Schutz der Zivilbevölkerung in Kriegszeiten kein Recht für solche Angriffe gäbe und dass das Kriegsverbrechen seien.

Auch mindestens sieben iranische Krankenhäuser sind aufgrund der Schäden durch die US-amerikanischen und israelischen Angriffe außer Betrieb, wie Ali Bahraini, Irans Ständiger Vertreter bei den Vereinten Nationen in Genf, mitteilte. Demnach wurden 49 Rettungsfahrzeuge, 38 Krankenwagen, ein Rettungshubschrauber und ein Rettungsboot wurden schwer beschädigt oder zerstört.

Darüber hinaus wurden im Iran 600 Schulen durch US-amerikanische und israelische Luftangriffe getroffen, wobei die Schule in Minab am stärksten zerstört wurde, so Pir Hossein Kolivand.

Am 28. Februar haben die USA eine Tomahawk-Rakete auf eine Mädchengrundschule in der südiranischen Stadt Minab angefeuert. Nach den heutigem Stand wurden dabei 175 Menschen getötet, hauptsächlich Schülerinnen, aber auch Eltern und Lehrer. Weitere 95 Menschen wurden verletzt.

[Zum Originalbeitrag auf Anti-Spiegel]

„Wir verhandeln mit Bomben“: USA verlegen 82.Luftlandedivision in Richtung Iran

Von Andre Damon – 26. März 2026

Am Dienstag behauptete US-Präsident Donald Trump, die USA hätten ihren nicht erklärten und völkerrechtswidrigen Krieg gegen den Iran schon „gewonnen“, und es würde verhandelt. Gleichzeitig machen die US-Medien deutlich, dass der militärische Aufmarsch gegen das Land weiter ausgeweitet wird.

CNN berichtete am Dienstag, dass in den nächsten Tagen etwa 1.000 Soldaten der 82. Luftlandedivision, darunter Divisionskommandant Generalmajor Brandon Tegtmeier und sein Stab, in den Nahen Osten verlegt werden sollen. Die New York Times berichtete am Montag, die „Immediate Response Force“ (Schnelle Eingreiftruppe) der 82. Luftlandedivision – eine 3.000-köpfige schnell verlegbare Brigade – könnte zur Eroberung von Charg eingesetzt werden, der Insel, über welche 90 Prozent der iranischen Ölexporte abgewickelt werden. Politico berichtete am Dienstag, dass bereits innerhalb weniger Stunden mit einem schriftlichen Verlegungsbefehl gerechnet wird.

Die 82. Luftlandedivision ist die schnell verlegbare Division der US Army und dafür ausgebildet, per Fallschirm in feindlichem Gebiet abgesetzt zu werden, um Flugplätze und wichtige Ziele zu erobern. Ihre Verlegung stellt eine qualitative Eskalation dar über die bereits auf dem Weg befindlichen Marine Expeditionary Units (MEUs) hinaus. Bei Letzteren handelt es sich um kleinere amphibische Einheiten, die für Operationen an den Küsten vorgesehen sind. Die Kombination aus Luftlande- und Amphibien-Streitkräften deutet auf eine Operation hin, bei der es sowohl um einen Angriff von See als auch einen Vorstoß ins Inland geht – weitaus größer als die Eroberung einer einzelnen Insel.

Die Soldaten dieser Division kämen zu den 4.500 Marines an Bord zweier amphibischer Angriffsverbände hinzu, die bereits auf dem Weg in den Golf sind. Laut dem Wall Street Journal soll die USS Tripoli mit 2.200 Marines, die von Okinawa aufgebrochen ist, am Freitag eintreffen. Ein zweiter Verband, die USS Boxer, ist letzte Woche mit 2.500 Marines an Bord aus San Diego ausgelaufen.

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Den Bruch mit NATO und USA wagen

Von Sevim Dagdelen – 26. März 2026

Wer wissen möchte, wie sehr außen- und sicherheitspolitische Fehlentscheidungen den Ruin eines ganzen Landes beschleunigen können, muss in diesen Tagen auf das transatlantische Bündnis, die unverbrüchliche Treue zur NATO und die bedingungslose Unterordnung der Bundesregierung gegenüber den USA blicken.

Auf Druck von US-Präsident Donald Trump hatte sich die NATO auf dem letzten Gipfel in Den Haag selbst ein 5-Prozent-Ziel der Wirtschaftsleistung gegeben. Rekordsteigerungen der Militärhaushalte sind die Folge. Für Deutschland gilt damit eine Zielmarke von rund 220 Milliarden Euro für die Aufrüstung – allein in diesem Jahr waren es bereits 108 Milliarden Euro.

Um die NATO-Vorgaben erreichen zu können, wurden die Schuldenregeln gelockert und die Neuverschuldung drastisch erhöht. Jetzt wird immer klarer, dass dies nicht reicht. Denn die Bundesregierung ist dabei, mit massiven sozialen Kürzungen Geld zur künftigen Erfüllung der NATO-Ziele zu beschaffen.

Sozialabbau als NATO-Finanzierung

Leuchttürme dieser Kürzungspolitik sind zum einen die Streichung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern bei den Krankenkassen. Die diskutierten Pläne würden diese Haushalte überproportional treffen, denn zusätzliche Kosten von rund 225 Euro im Monat summieren sich auf etwa 2.700 Euro im Jahr und fallen unabhängig vom Einkommen an. Für Familien mit Mindestlohn bedeutet das einen Verlust von rund 13 Prozent ihres verfügbaren Einkommens, so der Sozialverband Deutschland (SoVD). Was von liberalen Journalisten noch als feministischer Move gefeiert wird, ist also in Wirklichkeit eine Existenzbedrohung für bis zu drei Millionen Menschen in Deutschland, insbesondere für Frauen. Eine Versicherungsleistung, die es in Teilen so bereits seit fast einem Jahrhundert gibt, wird gestrichen.

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Wie wahrscheinlich ist eine Vermittlerrolle Pakistans zwischen den USA und dem Iran?

Von Andrew Korybko – 25. März 2026

Es ist wichtig, daran zu erinnern, dass eine mögliche Einigung dieser beiden Länder auf Gespräche unter Vermittlung eines Dritten bedeutender wäre als die Frage, wer diese Vermittlung übernimmt.

Trumps Retweet des Tweets des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif, in dem dieser die Bereitschaft seines Landes bekundete, Gespräche zwischen den USA und dem Iran auszurichten, untermauert Berichte über eine Vermittlung durch Islamabad. Asim Munir ist nach Trumps eigenen Worten sein „Lieblingsfeldmarschall“, daher vertraut er ihm mehr als jedem anderen potenziellen Vermittler. Pakistan ist kein NATO-Mitglied wie die Türkei, die ebenfalls vermitteln möchte, sondern ein „wichtiger Nicht-NATO-Verbündeter“. Dies könnte Pakistan aus iranischer Sicht als Gastgeber akzeptabler machen als die Türkei.

Pakistan hat zudem eine bedeutende schiitische Minderheit, eine jahrhundertelange gemeinsame Geschichte mit dem Iran (ehemals Persien), die ein bis heute andauerndes Erbe hinterlassen hat, und hat Angriffe auf seinen Nachbarn lautstark verurteilt. All diese Faktoren könnten dazu beitragen, den Iran davon zu überzeugen, dass Pakistan ein vertrauenswürdiger Vermittler wäre. Darüber hinaus hat Pakistan während der Nixon-Ära heimlich Gespräche zwischen den USA und China ermöglicht, sodass es einen Präzedenzfall dafür gibt, dass es eine ähnliche Rolle zwischen den USA und dem Iran spielt, wenn auch diesmal öffentlich.

Aus seiner eigenen Perspektive will Pakistan nicht nur sein diplomatisches Ansehen steigern, sondern auf diese Weise auch andere Interessen durchsetzen. Indem es anbot, zwischen den USA und dem Iran zu vermitteln – und nachdem Trump gerade durch das Retweeten von Sharifs Tweet sein Interesse signalisiert hatte –, bekräftigte Pakistan implizit Trumps Behauptung, im vergangenen Frühjahr zwischen ihm und Indien vermittelt zu haben, indem Islamabad seine eigene Vermittlung als Gegenleistung für diesen vermeintlichen Gefallen darstellte. Das Ziel besteht darin, Indiens Behauptung zu diskreditieren, dass eine solche Vermittlung nie stattgefunden habe.

Ein weiteres Interesse, das Pakistan durch das Angebot seiner Vermittlungsdienste verfolgt, ist die Wiederannäherung an die USA, nachdem das indisch-amerikanische Handelsabkommen vom Februar darauf hindeutete, dass Indien seine jüngste Rolle als wichtigster regionaler Partner der USA erfolgreich wiederhergestellt hatte. Diese Rolle Neu Delhis war durch die rasche Annäherung zwischen Pakistan und den USA im vergangenen Jahr gefährdet worden. Der Eindruck, dass Pakistan in der Gunst der USA gesunken sei, wurde letzte Woche verstärkt, nachdem der Direktor des Nationalen Nachrichtendienstes der USA vor der Bedrohung gewarnt hatte, die Pakistans Programm für ballistische US-Raketen darstellen könnte.

Es war daher ein perfektes Timing, dass Trump dem Iran an jenem Wochenende eine 48-Stunden-Frist zur Wiederöffnung der Straße von Hormus setzte, was zu diesen hektischen Vermittlungsbemühungen führte, zu denen Berichten zufolge auch ein Anruf von Munir bei Trump am Sonntag gehörte – einen Tag, bevor Trump die Frist unter Verweis auf neue Gespräche mit dem Iran bis Freitag verlängerte. Zwar ist es möglich, dass das Ganze nur eine Farce ist, um die Iraner vor einem weiteren Überraschungsangriff der USA – vielleicht dem Versuch, die Insel Kharg zu erobern – erneut zu täuschen, doch kommt diese ganze Abfolge dennoch Pakistan zugute.

Unabhängig davon, wie das Ergebnis ausfallen mag, könnte Pakistan die Gelegenheit nutzen, um unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung mehr US-Militärhilfe wie den Verkauf moderner Waffen zu fordern – als Belohnung dafür, dass es diese Rolle spielt, trotz indischer Bedenken hinsichtlich einer Störung des Machtgleichgewichts. Islamabads Krieg gegen die Taliban kann als ein solcher Vorwand herangezogen werden, zumal eine mögliche Niederlage Afghanistans in dem Konflikt langfristig zur Rückkehr von US-Truppen auf den Luftwaffenstützpunkt Bagram führen könnte, wie Trump es erklärtermaßen wünscht.

Insgesamt hat sich Pakistan überzeugend als potenzieller Vermittler zwischen den USA und dem Iran positioniert, Man sollte dabei jedoch nicht vergessen, dass eine mögliche Einigung der beiden Staaten auf Gespräche unter Vermittlung eines Mittlers von größerer Bedeutung wäre als die Frage, wer diese Vermittlung übernimmt. Schließlich geben Vermittler lediglich Botschaften weiter und bringen selten eigene Vorschläge für politische Lösungen ein, unabhängig davon, ob sie dazu aufgefordert werden oder nicht. Dennoch würde dies das Ansehen Pakistans aufwerten, doch das endgültige Ergebnis bleibt abzuwarten.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

26. Tag im Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran (Ticker 19:00 Uhr)

Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 25. März 2026

Trump sucht weiter nach einem gesichtswahrenden Austritt aus dem Krieg, um ihn, ähnlich wie den Krieg in der Ukraine, seinen Verbündeten zu überlassen. Er legte einen 15-Punkte-Plan vor, der vom Iran mittlerweile abgelehnt wurde. Als Verhandler steht offenbar nun sogar Vizepräsident JD Vance bereit, als Orte stehen Pakistan oder die Türkei zur Wahl.

In den letzten acht Stunden hat sich der Irankrieg weiter intensiviert: Der Iran hat am späten Abend des 24. März 2026 eine neue Salve ballistischer Raketen auf Israel abgefeuert, die in Tel Aviv und Umgebung einschlugen und mindestens 19 Verletzte forderten. Die israelische Armee, im Globalen Süden oft „genozidale Kindermordarmee“ genannt, meldete daraufhin früh am Morgen des 25. März 2026 den Beginn von Luftangriffen auf Infrastruktur des „iranischen Terrorregimes“ in Teheran und warnte vor weiteren einfliegenden iranischen Raketen. Gleichzeitig gab es Berichte über anhaltende Sirenen in Israel und einige erfolgreiche Abfangmanöver der israelischen Luftabwehr, während der Iran seine Angriffe fortsetzte.

Die New York Times, ein Sprachrohr des „liberalen“ US-Establishments, berichtete von einem 15-Punkte-Plan, den Washington über den Vermittler Pakistan an den Iran geschickt habe. Der Artikel berichtet keine Einzelheiten. Aber zusammenfassend aus verschiedenen Quellen kann man folgende Kernpunkte erkennen:

  • Vollständige Demontage der iranischen Atomprogramme (einschließlich der Anlagen in Natanz, Isfahan und Fordow),
  • Verbot weiterer Urananreicherung,
  • Übergabe aller angereicherten Uranvorräte an internationale Kontrolle,
  • Beschränkungen des iranischen Raketenprogramms sowie
  • Garantien für die sichere Schifffahrt im Hormus-Straße.

Im Gegenzug bieten die USA eine teilweise Aufhebung von Sanktionen und die Unterstützung eines zivilen iranischen Atomprogramms unter strenger internationaler Aufsicht an. Was der Kooperation mit Russland entgegen stünde. Präsident Trump hat erklärt, der Iran habe bereits zentralen Punkten wie dem Verzicht auf Atomwaffen zugestimmt, während Teheran direkte Verhandlungen bislang dementiert oder Gegenforderungen (wie Schadensersatz) stellt.

Hinter dem Plan steckt der Versuch der Trump-Administration, einen schnellen Ausstieg aus dem nun die vierte Woche andauernden Krieg zu finden, da die wirtschaftlichen Folgen (steigende Ölpreise, globale Lieferkettenstörungen) immer spürbarer werden. Außerdem sollen die Börsen auf Hoffnung gehalten werden. Israel äußert hingegen Skepsis und befürchtet, ein Waffenstillstand könnte dem Iran nur Zeit zur Aufrüstung geben.

Der Iran wird dem Plan kaum zustimmen, da Sanktionserleichterungen in der Vergangenheit nach kürzester Zeit wieder rückgängig gemacht worden waren, der letzte Vertrag, JCPOA, von Trump gebrochen wurde und zu noch schärferen Sanktionen führte. Ähnlich wie Russland nach Minsk 2 in der Ukraine, ist der Iran nicht mehr an leeren Versprechen interessiert, sondern an Fakten am Boden, d.h. besteht auf einem Abzug der US-Basen aus der Region.

Nach wie vor sieht die Führung des Landes keine Notwendigkeit, ethisch abgelehnte Massenvernichtungswaffen zu produzieren. Das wissen die USA, und darum geht es nicht. Und der Iran weiß das auch. Sobald der Iran sich selbst entwaffnet, werden die USA und Israel über das Land herfallen, um es zu einer Quasi-Kolonie zu machen. Deshalb wird die Raketentechnologie niemals aufgegeben werden.

Der 15 Punkte Plan der US-Regierung

Im Internet kursieren angebliche Punkte, welche Kern des US-Vorschlags sein sollen:

USA schlagen Iran einen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges vor

  • 1. Aufhebung aller Sanktionen gegen Iran.
  • 2. Unterstützung der USA beim Ausbau und der Entwicklung eines zivilen Nuklearprojekts (Stromerzeugung).
  • 3. Abschaffung der Drohung mit einer Wiedereinführung von Sanktionen.
  • 4. Einfrieren des iranischen Atomprogramms unter Einhaltung eines festgelegten Rahmens.
  • 5. Urananreicherung bleibt erhalten, unterliegt jedoch Aufsicht und vereinbarten Beschränkungen.
  • 6. Das Raketenprogramm wird zu einem späteren Zeitpunkt mit Mengen- und Reichweitenbeschränkungen behandelt.
  • 7. Nutzung der Nuklearprogramme ausschließlich für zivile/defensive Zwecke.
  • 8. Einstellung der Weiterentwicklung bestehender Nuklearkapazitäten.
  • 9. Keine weitere Erweiterung der Anreicherungskapazitäten.
  • 10. Keine Produktion von waffenfähigem Nuklearmaterial auf iranischem Boden.
  • 11. Übergabe des gesamten angereicherten Materials an die IAEA innerhalb eines vereinbarten Zeitrahmens.
  • 12. Natanz, Isfahan und Fordow werden außer Betrieb genommen (zerstört).
  • 13. Internationale Überwachungs- und Kontrollmechanismen werden aktiviert.
  • 14. Die Umsetzung erfolgt schrittweise und ist an die Einhaltung der Vereinbarungen geknüpft.
  • 15. Zusätzliche regionale und sicherheitspolitische Vereinbarungen zwischen den Parteien.

Es ist eine wilde Mischung von üblichen Versprechungen, die in der Vergangenheit immer wieder widerrufen wurden und jederzeit zurückgezogen werden können gegen harte Maßnahmen auf Seiten des Iran, und sind offensichtlich nicht geeignet, die Situation zu entschärfen. Der Plan ist offensichtlich nicht an die Iraner, sondern an die Bevölkerung in den USA und im Westen allgemein gerichtet.

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Eine dauerhafte politische Lösung für den Krieg zwischen Afghanistan und Pakistan ist äußerst unwahrscheinlich

Von Andrew Korybko – 25. März 2026

Keine der beiden Seiten will sich den diametral entgegengesetzten Forderungen der anderen in den drei für ihr Sicherheitsdilemma zentralen Fragen beugen: Afghanistan ist nicht in der Lage, Pakistan zu besiegen, und Pakistan wird die enormen Kosten nicht akzeptieren, die ein Sturz der Taliban und eine unbefristete Besetzung Afghanistans mit sich bringen würden.

Das chinesische Außenministerium gab letzte Woche bekannt, dass der Sonderbeauftragte Chinas für Afghanistan-Angelegenheiten „zwischen Afghanistan und Pakistan hin- und herpendelt“, um in dem seit fast einem Monat andauernden Krieg einen Waffenstillstand zu vermitteln. Daraufhin erklärte der russische Sonderbeauftragte für Afghanistan gegenüber lokalen Medien, Russland sei „bereit, eine solche Möglichkeit in Betracht zu ziehen, wenn beide Seiten gleichzeitig um Vermittlung bitten“. So lobenswert diese Bemühungen auch sein mögen, eine dauerhafte politische Lösung für diesen Krieg ist äußerst unwahrscheinlich.

Der Grund dafür ist einfach: Das afghanisch-pakistanische Sicherheitsdilemma hat wohl mittlerweile einen Punkt überschritten, an dem die diametral entgegengesetzten Forderungen beider Seiten in drei miteinander verknüpften Fragen nicht mehr auf diplomatischem Wege, sondern nur noch mit militärischer Gewalt gelöst werden können. Diese Fragen sind Afghanistans Weigerung, die Durand-Linie anzuerkennen, Afghanistans Unterstützung von Gruppen, die von Islamabad als Terroristen eingestuft werden, sowie Pakistans Status als „wichtiger Nicht-NATO-Verbündeter“ der USA. Sie werden nun kurz zusammengefasst, um nicht informierte Leser aufzuklären.

Was die Durand-Linie betrifft, so handelt es sich hierbei um die von den Briten festgelegte Grenze zwischen Afghanistan und dem Britisch-Indischen Reich, die die Paschtunen trennte, von denen die meisten im heutigen Pakistan leben, aber in Afghanistan die größte Bevölkerungsgruppe bilden. Pakistan beharrt darauf, dass dies die internationale Grenze ist, während Afghanistan seit Jahrzehnten darauf drängt, sie neu zu ziehen. Die historischen Machtungleichgewichte zwischen den beiden Ländern, insbesondere heute, münden in Afghanistans Unterstützung von Islamabad als terroristisch eingestuften Gruppen wie der TTP und der BLA.

Die eine Gruppe besteht aus fundamentalistischen Paschtunen, die andere aus separatistischen Belutschen, von denen vermutet wird, dass sie sich untereinander abstimmen, obwohl sie erhebliche Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der Ausbreitung der Paschtunen aus ihrem Heimatgebiet in Pakistan nach Belutschistan haben. Aus afghanischer Sicht ist die Unterstützung dieser Gruppen der einzige Weg, um das militärische Ungleichgewicht mit Pakistan auszugleichen, doch dies rechtfertigt nicht ihre Terroranschläge. Diese beiden Themen – die Durand-Linie und Afghanistans nichtstaatliche Verbündete – dienen zudem dazu, Pakistan hinsichtlich seiner Beziehungen zu den USA unter Druck zu setzen.

Pakistan beharrt darauf, dass es frei ist, Partnerschaften mit wem auch immer es will einzugehen, doch Afghanistan betrachtet dies sowohl unter seinen ehemaligen kommunistischen Herrschern als auch nun unter den zweiten Taliban-Herrschern als eine anhaltende Bedrohung seiner Souveränität. Der von den USA unterstützte postmoderne Putsch gegen den ehemaligen pakistanischen Premierminister Imran Khan im April 2022, die Unterwürfigkeit der neuen De-facto-Militärdiktatur gegenüber Trump und dessen wiederholte Forderung nach einer Rückkehr der US-Truppen auf den Luftwaffenstützpunkt Bagram (was realistisch gesehen nur mit Pakistans Komplizenschaft geschehen kann) verstärken diese Sichtweise.

Das daraus resultierende afghanisch-pakistanische Sicherheitsdilemma kann realistisch gesehen nur mit militärischer Gewalt gelöst werden. Die wahrscheinlichsten Ergebnisse sind, dass Pakistan den Krieg beendet, sobald es mit der Anzahl der zerstörten Ziele zufrieden ist, und/oder dass es eine Pufferzone jenseits der Durand-Linie schafft (die entweder entmilitarisiert und möglicherweise Strafschlägen ausgesetzt ist und/oder von verbündeten Milizen kontrolliert wird). Die Taliban werden wahrscheinlich weder entthront werden, noch werden sie ihre Gebietsansprüche aufgeben, sodass eine solche Lösung nicht von Dauer wäre.

Darin liegt der Kern ihres Sicherheitsdilemmas, da sich keiner dem anderen unterwerfen will, Afghanistan nicht in der Lage ist, Pakistan zu erobern, und Pakistan die enormen Kosten nicht akzeptieren wird, die ein Sturz der Taliban und eine unbefristete Besetzung Afghanistans mit sich bringen würden. Das Äußerste, was Pakistan tun kann, ist zu versuchen, Trump dazu zu manipulieren, die Taliban zu bombardieren, sobald der Angriffskrieg gegen den Iran beendet ist, möglicherweise mit dem Argument, dass dies der einzige Weg sei, nach Bagram zurückzukehren; Doch dem wird er womöglich nicht zustimmen, sodass dieses Sicherheitsdilemma auf unbestimmte Zeit andauern könnte.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.

Wall Street Journal zum Iran-Krieg: „Viele europäische Länder spielen still und leise eine entscheidende unterstützende Rolle.“

Von Marcus Klöckner – 25. März 2026

„Präsident Trump hat Europa dafür kritisiert, sich im Iran-Konflikt herauszuhalten. Doch viele europäische Länder spielen still und leise eine entscheidende unterstützende Rolle.“ Mit diesen Worten beginnt ein Artikel des Wall Street Journal (WSJ), der etwas sehr klar herausarbeitet: Europa ist längst in den Iran-Krieg verstrickt. Zu Deutschland heißt es: „Deutsche Regierungsvertreter haben wiederholt betont, dass sich das Land nicht an militärischen Aktionen gegen den Iran beteiligt. Dennoch stellt Deutschland die Infrastruktur zur Verfügung und sorgt für deren Betrieb, die diese Operationen erst möglich macht.“

Politik ist ein Geschäft mit einem Vorder- und einem Hintergrund. Im Vordergrund kritisieren führende europäische Politiker den Krieg gegen den Iran – wenn auch oft zurückhaltend. Im Hintergrund ermöglicht die Politik die Unterstützung des Krieges.

„In den letzten Wochen wurden US-Bomber, Drohnen und Schiffe über Stützpunkte in Großbritannien, Deutschland, Portugal, Italien, Frankreich und Griechenland betankt, bewaffnet und gestartet“, heißt es in einem aktuellen Artikel des WSJ.

Unter der Überschrift „Europa spielt still und leise eine entscheidende Rolle im Iran-Krieg“ setzt sich das US-amerikanische Medium mit dem Verhalten Europas im Iran-Krieg auseinander. Die Schlussfolgerungen sind klar: „Stützpunkte auf dem gesamten Kontinent erweisen sich als unverzichtbar für die Versorgung, Bewaffnung und Durchführung von US-Angriffen“.

Auch Deutschland wird angesprochen. „Angriffsdrohnen werden von einem weitläufigen US-Stützpunkt in Ramstein in Deutschland aus gesteuert, dem Nervenzentrum der amerikanischen Operationen gegen den Iran“, schreibt das WSJ unter Berufung auf nicht näher benannte „deutsche und US-Beamte“.

Nüchtern heißt es weiter in dem Beitrag: „Deutsche Regierungsvertreter haben wiederholt betont, dass sich das Land nicht an militärischen Aktionen gegen den Iran beteiligt. Sowohl Bundeskanzler Friedrich Merz als auch Verteidigungsminister Boris Pistorius haben eine direkte Beteiligung ausgeschlossen und betont, dass „dies nicht unser Krieg ist“. Dennoch stellt Deutschland die Infrastruktur zur Verfügung und sorgt für deren Betrieb, die diese Operationen erst möglich macht.“

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Die europäisierte NATO

Von German-Foreign-Policy.com – 25. März 2026

Die europäischen NATO-Mitgliedstaaten proben noch bis Ende März den Marsch durch Deutschland an die potenzielle Ostfront – ohne die USA.

Die europäischen NATO-Staaten trainieren mit dem Manöver Steadfast Dart im zweiten Jahr in Folge das Zusammenziehen ihrer Streitkräfte in Deutschland zum Weitermarsch nach Osten – und zwar ohne die USA. Das dem Manöver zugrundeliegende Szenario sei nicht mehr fiktiv, betont die Bundeswehr. Geleitet wird die NATO-Operation vom Allied Joint Force Command der NATO im niederländischen Brunssum, das von einem deutschen General geführt wird. Die Bundesrepublik präsentiert sich dabei als militär-logistische Drehscheibe der NATO in Europa und setzt damit eine Politik fort, die sie bereits mehrere Jahre vor der sogenannten Zeitenwende begonnen hat. Der Tatsache, dass die USA an dem Manöver nicht teilnehmen, liegen Verschiebungsprozesse im transatlantischen Verhältnis zugrunde, die tiefer reichen als die aktuellen Konflikte um Grönland und den Iran-Krieg. Berlin sucht seit Jahren das Kräfteverhältnis innerhalb der NATO zu seinen Gunsten zu verändern. Der Versuch, den europäischen Pfeiler der NATO zu stärken, ist ein wesentlicher Bestandteil des deutschen Strebens nach größerer militärischer Unabhängigkeit von den USA. Dabei erhebt Berlin im militärisch unabhängiger werdenden Europa einen Führungsanspruch.

Steadfast Dart 2026

Insgesamt 10.000 Soldaten aus elf europäischen Staaten sind noch bis Ende März auf Marschrouten aus Südeuropa nach Deutschland unterwegs, um die Einsatzbereitschaft der schnellen Reaktionskräfte der NATO, der Allied Reaction Force (ARF), zu demonstrieren. Das Manöver Steadfast Dart sei dabei „keine fiktive“ Übung mehr, sondern werde „als Operation geplant und geführt“, betont die Bundeswehr.[1] Schwerpunkt des Manövers ist das Zusammenziehen der Streitkräfte der europäischen Mittelmeeranrainer in Deutschland für einen Weitermarsch nach Osten. In der Bundesrepublik angekommen, hielten die multinationalen Streitkräfte im Rahmen des Manövers mehrere Gefechtsübungen ab, eingegliedert in das Bundeswehr-Manöver Quadriga.[2] Über eine der Gefechtsübungen berichtet die Bundeswehr: Die NATO-Soldaten „riegeln ein Dorf ab und verhindern so den Rückzug feindlicher Kräfte… Die Spezialkräfte verschwinden so schnell wieder, wie sie gekommen sind. Nun gilt es, weiter vorzurücken. … Im Tiefflug donnern vier Kampfflugzeuge über das Dorf… [Es] folgen vier italienische Kampfhubschrauber, die mit Dauerfeuer den Feind niederhalten… Maschinengewehrfeuer zwingt den Feind in Deckung… Gemeinsam sichern die Kräfte aller Nationen das nun feindfreie Terrain.“[3] Geführt wird Steadfast Dart von dem deutschen Luftwaffengeneral Ingo Gerhartz, der zur Zeit das Allied Joint Force Command der NATO in Brunssum in den Niederlanden befehligt.

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Pakistans Raketenprogramm steht wieder im Fadenkreuz der USA

Von Andrew Korybko – 24. März 2026

Das „goldene Zeitalter“ der amerikanisch-pakistanischen Beziehungen, das mit Trumps Rückkehr begann, ist nun vorbei, nachdem die USA ihr vorläufiges Handelsabkommen mit Indien geschlossen haben.

Die Direktorin der Nationalen Nachrichtendienste, Tulsi Gabbard, erklärte letzte Woche vor dem Kongress: „Russland, China, Nordkorea, Iran und Pakistan forschen an und entwickeln eine Reihe neuartiger, fortschrittlicher oder traditioneller Raketenträgersysteme mit nuklearen und konventionellen Sprengköpfen, die unser Heimatland in Reichweite bringen … Pakistans Entwicklung von ballistischen Langstreckenraketen könnte potenziell Interkontinentalraketen (ICBM) mit einer Reichweite umfassen, die das Heimatland treffen könnte.“ Dies schockierte Pakistan nach seiner raschen Annäherung an die USA.

Pakistans de facto-Militärdiktatur, die nach dem postmodernen Putsch gegen den ehemaligen Premierminister Imran Khan im April 2022 an die Macht kam, hat sich gegenüber Trump sehr unterwürfig verhalten, woraufhin dieser sie mit Komplimenten überschüttete, was natürlich ihren indischen Erzfeind verärgerte. Pakistan soll sogar erwogen haben, den USA einen Handelshafen anzubieten. Während die Beziehungen offiziell weiterhin stark sind, hat das indisch-amerikanische Handelsabkommen Pakistan überrascht und damit die Sorge ausgelöst, dass Indien die regionale Gunst der USA zurückgewonnen habe.

Solche Ansichten finden nach Gabbards Äußerungen, die die Behauptungen der Biden-Regierung vom Dezember 2024 bestätigten, als diese Sanktionen gegen Pakistans Programm für ballistische Raketen verhängte, nun noch größere Verbreitung. Hier wurde argumentiert, dass Pakistan möglicherweise plane, seine ICBM-Forschung und zukünftige Technologien zu verkaufen, während ehemalige hochrangige Beamte des Verteidigungsministeriums und des Nationalen Sicherheitsrats im vergangenen Sommer spekulierten, dass Pakistan tatsächlich einen US-amerikanischen „Decapitation Strike“ oder eine Intervention auf indischer Seite abwehren wolle.

Dr. Rabia Akhtar, eine renommierte pakistanische Wissenschaftlerin für nukleare Sicherheit und eine führende Persönlichkeit an der Universität von Lahore, veröffentlichte eine ausführliche Gegendarstellung zu dem Artikel der beiden oben genannten ehemaligen Beamten in Foreign Affairs, die hier nachgelesen werden kann und für alle, die sich für dieses Thema interessieren, zumindest einen flüchtigen Blick wert ist. Ihr Argument läuft darauf hinaus, dass Pakistans Programm für ballistische Raketen als Reaktion auf Indiens militärische Expansion ausgebaut wird, um im Falle einer Krise alle strategischen Standorte seines Erzfeindes abdecken zu können.

Sie argumentiert zudem, dass „[Pakistans] Strategie zur Bewältigung solcher Notfälle (wie eines US-Angriffs zur Ausschaltung der Führung oder eines Versuchs, an seine Atomwaffen zu gelangen) den Schwerpunkt auf operative Geheimhaltung und die Redundanz seines Atomwaffenarsenals legt, anstatt Amerika mit einem Angriff zu drohen.“ Das ist nachvollziehbar, doch aus der strategischen Sicherheitsperspektive der USA – die sie in diesem Zusammenhang als „alarmistisches“ und „Worst-Case“-Denken beschreibt – könnten Pakistans wachsende Fähigkeiten eine künftige Absicht erleichtern, das Heimatland zu bedrohen oder ins Visier zu nehmen, was ebenfalls nachvollziehbar ist.

Dr. Akhtars Gegenargument geht jedoch nicht auf das Szenario ein, dass Pakistan seine angebliche ICBM-Forschung und zukünftige Technologie verkauft, was, wie hier argumentiert, Israels Entscheidung beeinflusst haben könnte, Somaliland im vergangenen Dezember anzuerkennen, um mögliche türkische Teststandorte im benachbarten Somalia im Auge zu behalten. Dies ist ebenso ein plausibles Szenario wie das der Abschreckung der USA. Am wichtigsten ist, dass die USA nach einer 15-monatigen Pause erneut die Aufmerksamkeit auf Pakistans Programm für ballistische Raketen lenken.

Das wiederum deutet darauf hin, dass das „goldene Zeitalter“ der amerikanisch-pakistanischen Beziehungen, das mit Trumps Rückkehr begann, nun vorbei ist, nachdem die USA ihr vorläufiges Handelsabkommen mit Indien geschlossen haben. Im Nachhinein lässt sich sogar argumentieren, dass die USA Trumps bewusst provokatives Lob für Pakistan im vergangenen Jahr genutzt haben, um Indien dazu zu „verleiten“, die Zölle auf die meisten US-Waren und -Dienstleistungen auf null zu senken, im Austausch für die Wiederherstellung Indiens Rolle als regionaler Favorit der USA. Wenn das zutrifft, könnten die USA gegenüber Pakistan eine härtere Linie einschlagen und damit die im vergangenen Jahr erzielten Fortschritte zunichte machen.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

[Zum Originalbeitrag in englischer Sprache auf dem Substack-Blog des Autors.]

Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.