Auch wenn eine Militäroperation der USA gegen Iran zahlreiche Risiken birgt, ist es durchaus realistisch, dass es dazu kommt. Und welche Optionen hat Teheran, wenn die Vereinigten Staaten zum Militärschlag ausholen?
Die Konzentration US-amerikanischer Streitkräfte im Persischen Golf hat Diskussionen über die Möglichkeit einer neuen Militäroperation gegen Iran ausgelöst. Internationale Beziehungen sind schwer vorherzusagen. Die Entwicklung der Situation lässt sich jedoch leicht als eine Reihe alternativer Szenarien betrachten. Eine Militäroperation ist eines davon.
Für ein militärisches Szenario sprechen mehrere Argumente. Zunächst einmal haben die Vereinigten Staaten ganz konkrete Motive, gerade jetzt eine Operation durchzuführen. Iran zählt seit über 40 Jahren zu Washingtons wichtigsten und beständigsten Gegnern. Die Beziehungen Irans zu Israel, einem wichtigen US-Verbündeten in der Region, sind sogar noch unversöhnlicher. Westliche Verbündete gehen davon aus, dass Iran seit vielen Jahren nach Atomwaffen strebt, und Nordkoreas erfolgreicher Aufstieg zu einer faktischen Atommacht dient dabei als offensichtlicher Präzedenzfall.
Im Gegensatz dazu bietet die jüngere Geschichte zahlreiche Beispiele von Staaten ohne Atomwaffen, die gewaltsam angegriffen oder zerschlagen wurden: Irak, Libyen, Syrien, Venezuela. Auch Iran selbst war 2025 Ziel militärischer Angriffe. Gleichzeitig hat Teheran bemerkenswerte Fortschritte in seinem Raketenprogramm erzielt, das US-Beamte offen als direkte Bedrohung bezeichnen. Iranische Gegenangriffe auf Israel im Konflikt des vergangenen Jahres unterstrichen diese Fähigkeit.
Die Proteste in Iran könnten für die USA ein weiterer Anreiz dafür sein, Gewalt anzuwenden. Sie werden wahrscheinlich als Zeichen der Schwäche der iranischen Machthaber gewertet, und die Entstehung von Protesten wird als Vorbote revolutionärer Veränderungen interpretiert. Aus dieser Sichtweise könnte militärischer Druck als Katalysator wirken – Protestbewegungen verstärken, staatliche Institutionen untergraben und potenziell entweder einen Systemzusammenbruch oder einen Bürgerkrieg nach syrischem Vorbild auslösen.
In einem Planspiel („Wargame“) haben die Tageszeitung Welt und die Bundeswehr-Uni mit einigen Politikern und „Experten“ ein emotionales Szenario erdacht, das einen russischen Angriff auf die NATO simulieren soll. Diese öffentliche Inszenierung ist aber militärisch völlig irrelevant: Sie richtet sich stattdessen an die Bürger, deren „Kriegstüchtigkeit“ durch solche unseriösen Spektakel noch mehr gesteigert werden soll.
Unter dem Titel „Ernstfall – Was, wenn Russland uns angreift?“ haben das German Wargaming Center der Helmut-Schmidt-(Bundeswehr)-Universität Hamburg und die Medienmarke Welt eine sicherheitspolitische Krise in Europa simuliert, wie Medien berichten.
„6.47 Uhr. Im Bundeskanzleramt in Berlin brennt Licht …“
Es sei ein hypothetisches Eskalationsszenario im Baltikum durchgespielt worden, hieß es. Die Simulation – inklusive hybrider Angriffe auf die deutsche Infrastruktur – habe bereits im Dezember 2025 stattgefunden. So könnten Cyberangriffe etwa das Online-Banking lahmlegen und Geldautomaten ausfallen lassen, während gezielte Desinformation Unsicherheit und Verunsicherung verbreite. Das durchgespielte Szenario sei dabei ausdrücklich hypothetisch gewesen und stelle einen von mehreren möglichen Krisenverläufen dar. Die Welt veröffentlicht die Simulation in Podcasts, Print- und Online-Beiträgen sowie in einer TV-Reportage, weitere Infos finden sich in diesem Welt-Artikel.
Es wird erwartet, dass Russland und China auf die mögliche Entwicklung neuer Atomwaffen bzw. auf neue Atomwaffentests durch die USA reagieren werden, nachdem diese gerade das New-START-Abkommen auslaufen ließen. Dies könnte von europäischen und ostasiatischen Ländern ausgenutzt werden, um eigene Atomwaffen zu entwickeln, was wiederum einige muslimische Länder dazu ermutigen könnte, diesem Beispiel zu folgen.
RT berichtete über die Verurteilung einer prominenten AfD-Politikerin durch die deutsche Politikerin Sahra Wagenknecht, weil diese behauptet hatte, Deutschland „brauche Atomwaffen”. Zuvor hatte der CDU-Abgeordnete Roderich Kiesewetter gefordert, dass sein Land sich an einem europäischen Atomschutzschild beteiligen solle. Der Hintergrund ist der Vorschlag Frankreichs vom letzten Jahr, seinen eigenen Atomschutzschild auf die EU auszuweiten, da einige europäische Eliten befürchten, dass eine Invasion Grönlands durch die USA dazu führen könnte, dass die EU aus dem Atomschutzschild ausgeschlossen wird.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat gerade bestätigt, dass Berlin dies prüft. NBC News zitierte eine Woche zuvor sechs europäische Beamte mit der Aussage, dass zu den Optionen „die Verbesserung der französischen Atomwaffen, die Verlegung französischer atomwaffenfähiger Bomber außerhalb Frankreichs und die Verstärkung der französischen und anderen europäischen konventionellen Streitkräfte an der Ostflanke der NATO gehören. Eine weitere Option, die diskutiert wird, ist die Ausstattung europäischer Länder, die keine Atomwaffenprogramme haben, mit den technischen Fähigkeiten, solche zu erwerben.“
Der Bericht von RT erinnerte die Leser daran, dass „Deutschland nach internationalem Recht, einschließlich des Vertrags über die Nichtverbreitung von Kernwaffen und des Zwei-Plus-Vier-Vertrags, die Entwicklung von Atomwaffen untersagt ist“. Allerdings wird das Völkerrecht nur dann eingehalten, wenn es glaubwürdige Durchsetzungsmechanismen gibt oder der politische Wille besteht, das Völkerrecht einseitig durchzusetzen, wenn die oben genannten Mechanismen nicht mehr existieren, was aufgrund der dysfunktionalen Pattsituation im UN-Sicherheitsrat in den letzten zehn Jahren derzeit wohl der Fall ist.
Solange Deutschland unter dem nuklearen Schutzschild eines anderen Landes steht und dieses den politischen Willen hat, seine Verpflichtungen einzuhalten, sei es nun die USA, Frankreich und/oder Großbritannien, ist es unwahrscheinlich, dass Russland einen Dritten Weltkrieg riskieren würde, indem es Deutschland angreift, wenn dieses mit der Entwicklung von Atomwaffen beginnt. Das Gleiche gilt für jedes andere europäische Land wie Polen oder die nordischen Länder, von denen das erste bereits stark angedeutet hat, dass es in Zukunft Atomwaffen entwickeln will, während ein norwegischer Oberstleutnant das zweite in einem Artikel bei War On The Rocks vorgestellt hat.
Der „öffentlich plausible“ Vorwand für die Ausweitung des nuklearen Schutzschirm Frankreichs bzw. Großbritanniens über die EU – auch um den der USA zu verstärken, falls dieser nicht aufgehoben wird – sowie die Entwicklung von Atomwaffen durch die beiden Länder, könnte Russlands Reaktion auf die mögliche Entwicklung neuer Atomwaffen bzw. auf neue Atomtests durch die USA sein. Trumps Entscheidung, den New-START-Vertrag mit Russland auslaufen zu lassen, anstatt Putins Vorschlag zu dessen Verlängerung um ein weiteres Jahr zuzustimmen, entbindet die USA nämlich von ihren rechtlichen Verpflichtungen, derartige Schritte zu unterlassen.
Es ist daher möglich, dass ein nukleares Wettrüsten nicht nur zwischen den USA auf der einen Seite und Russland (und China) auf der anderen Seite ausbricht, sondern auch zwischen der EU und Russland, wobei möglicherweise die USA Nukleartechnologie an ihre EU-Verbündeten weitergibt. In diesem Szenario könnten auch Japan, Südkorea, Saudi-Arabien und die Türkei sich nicht mehr zurückhalten, wobei die ersten beiden Länder durch die wahrgenommene Bedrohung durch China bzw. Nordkorea und die beiden letzteren durch die Bedrohung durch Israel (möglicherweise mit technischer Unterstützung durch Pakistan) dazu veranlasst würden.
Die Welt steht am Rande eines globalen nuklearen Wettrüstens. John Mearsheimer argumentiert, dass „Atomwaffen ein hervorragendes Abschreckungsmittel sind“, da „kein Staat wahrscheinlich das Heimatland oder die vitalen Interessen eines atomar bewaffneten Staates angreifen würde, aus Angst, dass ein solcher Schritt eine schreckliche nukleare Reaktion auslösen könnte“, aber dies setzt voraus, dass Staaten rational agieren, was einige EU-Staaten offenbar nicht tun. Ein globales nukleares Wettrüsten könnte, anstatt die Welt zu stabilisieren und den Frieden zu bewahren, diese destabilisieren und das Risiko eines versehentlichen Atomkrieges erhöhen.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Derzeit erleben wir, wie der Westen sich an die Idee einer von ihm dominierte Weltordnung klammert, nachdem er die alte Ordnung systematisch geschwächt hat. Die UNO und die OSZE haben durch den manifest gewordenen westlichen Unilateralismus an Bedeutung verloren. Gleichzeitig hat der Westen selbst an Glaubwürdigkeit verloren, weil er zu oft zweierlei Maß anwandte und Diplomatie durch Sanktionen und Gewalt ersetzte. Und ein Jahr der Administration Trump zeigte, dass die USA keineswegs vom Unilateralismus abkehren – ganz im Gegenteil. Eine multipolare Welt und eine Reform der UNO vermögen allenfalls ein Quäntchen globale Gerechtigkeit und Sicherheit wiederherzustellen.
Die US-amerikanische Aggression gegen Venezuela und die Drohungen Trumps gegen Grönland, den Iran und Kuba haben in jüngster Zeit Ängste geweckt. Was immer Zweck und Ziel der Intervention der USA in Caracas war, ob es wirklich darum ging, einen korrupten Präsidenten dingfest zu machen oder eine unbequeme Figur im „Hinterhof Amerikas“ auszuschalten, es war völkerrechtswidrig (1). Und die Drohung mit militärischer Gewalt gegen einen Staat verletzt Völkerrecht ebenso, wie ein Angriff selbst (2). Irritierend waren nach Venezuela die lauen Reaktionen aus Westeuropa, das sich selbst immer gerne als Hüter des Völkerrechts profiliert. Mancher sieht schon die Weltordnung zusammenbrechen und fragt nach der Verantwortung. Handelt es sich um eine Systemkrise oder um eine bewusste Ablehnung des Systems?
Westliche „Eliten“ sollen etwas mit dem Missbrauch minderjähriger Mädchen zu tun haben? Kann nicht sein. Jahrelang haben die selbsternannten Qualitätsmedien des Westens die „Epstein-Affäre“ wahlweise totgeschwiegen oder als Verschwörungstheorie irgendwelcher Spinner im Netz abgetan. Nun haben sie, wie Annalena Baerbock es formulieren würde, eine 360-Grad-Wende vollzogen und beweisen der Welt, dass niemand so gute Verschwörungstheorien basteln kann wie die Edelfedern des Mainstreams. Eine Glosse von Jens Berger.
Es kommt ja nicht oft vor, aber manchmal sind sich die Verschwörungstheoretiker auf Telegram und X und die Verschwörungstheoretiker in den Redaktionsstuben des Mainstreams erstaunlich ähnlich. Die Vorstellung, dass westliche Eliten von sich aus und ohne einen fiesen Masterplan durch einen noch fieseren Oberbösewicht die unaussprechlichen Sexualstraftaten begangen haben sollen, die ihnen in den Epstein Files vorgeworfen werden, erschüttert offenbar so manches Weltbild. Und was nicht sein darf, kann ja auch bekanntlich nicht sein. Also wird munter Täter-Opfer-Umkehr betrieben. Die elitären Täter sind in diesen Erzählungen dann die eigentlichen Opfer. Nur bei der Frage, wer denn nun genau der Oberbösewicht ist, unterscheiden sich die Verschwörungstheorien je nach Provenance dann doch.
Auf Telegram und X läuft es – wie so oft – auf einen klaren Favoritensieg hinaus. Schuld ist der Mossad! Wer auch sonst? Schließlich wussten schon unsere Groß- und Urgroßväter, dass im Zweifel der Jude die Strippen zieht und in Wahrheit™ hinter aller Unbill der Weltgeschichte steckt. Derlei Verschwörungstheorien sind heute – natürlich zu Recht – im Mainstream verpönt. Aber die Neigung, einen universellen Schurken zu haben, der für alles verantwortlich ist, ist freilich auch für den Mainstream sehr verlockend. Doch im modernen Deutschland geht man mit der Zeit und hat im Russen seinen neuen Juden gefunden. Vollkommen klar: Hinter so diabolischen Straftaten Epsteins kann ja nur der Russe stecken. Wer auch sonst?
Interview mit Werner Rügemer. Interview: Éva Péli – 6. Februar 2026
Ist Donald Trumps „America First“-Kurs ein Rückzug in den Isolationismus oder der Beginn einer aggressiven neuen Globalisierungswelle? Der Publizist, Philosoph und langjährige Gastautor der NachDenkSeiten Werner Rügemer analysiert im Gespräch mit Éva Péli, wie die USA unter dem Einfluss einer neuen Oligarchen-Generation weltweit nach Territorien und Ressourcen greifen. Er zeichnet das Bild eines „Raubtierkapitalismus“, der keine moralischen Masken mehr braucht und Europa zunehmend in eine gefährliche Abhängigkeit drängt.
Éva Péli: Viele Beobachter interpretieren die Politik Donald Trumps als Rückzug der Vereinigten Staaten von Amerika in den „Isolationismus“ oder zumindest auf den traditionellen Hinterhof Lateinamerika. Sie aber sagen: Mit Trump rolle eine neue Globalisierungswelle. Warum?
Werner Rügemer: Trump bezieht sich in seiner „Nationalen Sicherheitsstrategie“ vom Dezember 2025 auf die Monroe-Doktrin. Sie stammt von 1823, als der US-Gründungsstaat noch am Anfang seiner weiteren Expansion stand, in Nordamerika, und die europäischen Kolonialmächte raushalten beziehungsweise vertreiben wollte. Aber das Monroe-Prinzip besagt: Aus allen neu zu erobernden Gebieten müssen alle Feinde und Konkurrenten vertrieben werden!
1918, noch im letzten Jahr des Ersten Weltkriegs, organisierten die USA gemeinsam mit ihren europäischen Alliierten – und in einer pragmatischen Allianz sogar mit dem befeindeten Deutschland – die militärische Intervention in Russland. Ziel dieser Invasion war es, die junge sozialistische Regierung unter Wladimir I. Lenin gewaltsam zu vertreiben und die alte Ordnung oder ein genehmes Regime zu restaurieren.
Obwohl dieser massive Versuch der Konterrevolution damals am Widerstand der Bevölkerung scheiterte, markiert er den Beginn einer Interventionspolitik, die im Kern bis heute anhält. Bekannte US-Präsidenten wie Theodore und Franklin D. Roosevelt, Harry S. Truman, Dwight D. Eisenhower, Richard Nixon, George H. W. und George W. Bush, Barack Obama sowie Joseph Biden setzten diese Expansionspraktiken fort – offen und geheim, mit professioneller fake production [Anm. NDS-Red.: systematische, industrielle Herstellung von Scheinrealitäten]. Das macht auch Trump, national, global, situationsbedingt auch in neuen Formen.
Interview mit Cinzia Della Porta über den Aktionstag gegen Militarisierung und Krieg in mehr als 20 Häfen am Mittelmeer – von Marokko über Italien bis in die Türkei.
Mit einem Aktionstag an diesem Freitag protestieren Arbeiter in mehr als 20 der größten Häfen am Mittelmeer gegen die Militarisierungspolitik der EU und gegen die Nutzung der Häfen für den Waffennachschub im Ukraine-Krieg und in Israel. Man setze sich gegen „die Umwandlung des Mittelmeers in einen Knotenpunkt für die Kriegsökonomie” zur Wehr, erläutert Cinzia Della Porta im Gespräch mit german-foreign-policy.com. Della Porta gehört dem Vorstand der italienischen Gewerkschaft Unione Sindicale di Base (USB) an, die an der Organisation des Aktionstags beteiligt ist. Die Häfen am Mittelmeer müssten „Orte des Friedens” sein, fordert die USB. Della Porta weist darauf hin, dass Arbeiter stets zu den ersten gehören, die „den Preis für den Krieg” zahlten, in Form zum Beispiel von Lohnkürzungen oder der Einschränkung gewerkschaftlicher Rechte; das seien „direkte Folgen der Kriegsökonomie”. Zudem würden etwa Hafenarbeiter, die Waffen verladen müssten, zu unfreiwilligen Komplizen in Kriegen, die sie ablehnten. Della Porta plädiert dafür, den „Widerstand gegen den Krieg mit sozialen Kämpfen um Löhne, öffentliche Dienstleistungen und Arbeiterrechte” zu verbinden.
Vom „Meinungsführertreffen“ am Tegernsee zum „VIP-Gipfel“ in die Tiroler Alpen: Katherina Reiche scheut vor keiner Innigkeit mit politischen und wirtschaftlichen Führern zurück. Hauptsache die Geschäfte laufen, die Wohlhabenden profitieren und dem Normalbürger wird genommen. Dass zu viel Kuschelei irgendwann peinlich wird, scheint ihr nicht in den Sinn zu kommen. Warum auch? Zum Rücktritt reicht das alles sowieso nicht.
Ja, es lässt sich mit Fug und Recht sagen, dass Katherina Reiche zu den reicheren Menschen im Land gehört. Als bis 2015 und damit lange vor ihrer Vereidigung zur Bundeswirtschaftsministerin wirkende Spitzenpolitikerin – allein zweimal war sie parlamentarische Staatssekretärin –, speziell aber danach als hochdotierte Managerin der Energiebranche hat sie gewiss allerhand auf die hohe Kante gelegt. Und wenn wer gut betucht aus der Wirtschaft in die Politik wechselt und dann auch noch so heißt, dann fordert das zu Wortwitzen geradezu heraus. Das muss die CDU-Frau aushalten, zumal gerade sie mit Anlässen zum Spotten nicht geizt.
US-Präsident Trump hat in seiner Nationalen Sicherheitsstrategie klar geschrieben, dass die Monroe-Doktrin, also die Dominanz der USA in ihrem “Hinterhof” Lateinamerika, für ihn oberste Priorität hat. Bei Venezuela hat er gezeigt, dass er das ernst meint, und nun scheint Kuba an der Reihe zu sein. […]
Bei The American Conservative ist dazu ein Artikel erschienen, der Trumps Strategie analysiert und den Thomas Röper übersetzt hat.
Mit Nicolás Maduro aus dem Weg gezerrt, zieht die USA die Schlinge um die kubanische Inselnation enger denn je.
Von Joseph Addington | The American Conservative
Präsident Donald Trump scheint den Geschmack seines vernichtenden „Sieges“ über Nicolás Maduro in Venezuela zu genießen. Nachdem er mit der US-amerikanische Dominanz in Lateinamerika auf den Geschmack gekommen ist, scheint er nicht gewillt zu sein, sich zurückzulehnen, wenn noch mehr im Angebot ist.
Am 11. Januar, kurz nach der Festnahme von Maduro bei einem Blitzzugriff in Caracas, ließ Trump auf Social Media eine Bombe platzen, mit der er direkt auf Havanna zielte:
„Kuba lebte viele Jahre von großen Mengen ÖL und GELD aus Venezuela. Im Gegenzug stellte Kuba ‚Sicherheitsdienste‘ für die letzten beiden venezolanischen Diktatoren, ABER NICHT MEHR! Die meisten dieser Kubaner sind nachi dem Angriff der USA in der vergangenen Woche TOT, und Venezuela braucht keinen Schutz mehr vor den Schlägern und Erpressern, die sie so viele Jahre als Geiseln hielten. Venezuela hat jetzt die USA, das (mit Abstand!) mächtigste Militär der Welt, um sich zu schützen, und wir werden es schützen. ES WIRD KEIN ÖL ODER GELD MEHR NACH KUBA GEHEN – NULL! Ichempfehle, dass sie einen Deal machen, BEVOR ES ZU SPÄT IST.“
Der Präsident setzt seine Drohungen aus sozialen Medien nun in die Tat um. Trump unterzeichnete ein Dekret, das den Handelsminister anweist, Zölle gegen jedes Land zu erheben, „das direkt oder indirekt Öl an Kuba verkauft oder anderweitig bereitstellt“.
Ziel des Dekrets ist es eindeutig, die bereits prekäre kubanische Wirtschaft, die seit der Covid-Pandemie im Jahr 2020 in einer tiefen Rezession steckt, vollständig zu strangulieren. Die kubanische Wirtschaft ist in hohem Maße auf Ölimporte aus Venezuela und Mexiko angewiesen, um sich über Wasser zu halten.
Die Ankündigung in der letzten Woche, dass die US-Einwanderungsbehörde ICE während der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina auf italienischem Boden operieren soll, löste massiven Protest in Italien aus.
Die ICE ist weltweit berüchtigt für ihre politisch motivierten Hinrichtungen von US-Staatsbürgern in Minneapolis. Die Ankündigung ihres geplanten Einsatzes in Mailand folgt auf den Angriff von ICE-Agenten auf zwei italienische Journalisten, die letzte Woche über Proteste in Minneapolis berichtet hatten. Das Video, das hunderttausendfach angesehen wurde, löste eine wütende Reaktion aus und führte zu Forderungen, dass die italienischen Behörden gegen die Trump-Regierung Stellung beziehen sollen.
Doch jetzt soll die ICE bei den Olympischen Winterspielen in Italien eingesetzt werden, die am 6. Februar in dem Bergresort Cortina D’Ampezzo in der Nähe von Mailand beginnen. An den Spielen werden mehr als 3.000 Athleten aus über 90 Nationen teilnehmen. Die Organisatoren rechnen mit zwei Millionen Besuchern, 60.000 allein bei der Eröffnungszeremonie im Mailänder Stadion San Siro.