„Um die Wahrheit zu sagen: … wenn Putin eskaliert – und dazu hat er jetzt die Chance – was bleibt dann von Europa? Nicht viel.“ – Gabrielius Landsbergis, Litauens Ex-Außenminister1
1. Regiert uns „eine Horde Irrsinniger“?
Wenn man manche Publikationen liest, so sähe es aus, als wäre die Zeit stehen geblieben, der Zweite Weltkrieg gerademal vor ein paar Jahren zu Ende gegangen und als befänden wir uns immer noch inmitten des „Kalten Krieges“. Geschichtsvergessen, wie sie sind, beschwören sie die russische Bedrohung, vor der wir uns schützen müssen.
„Zwei katastrophal verlorene Weltkriege hat Deutschland hinter sich“, schrieb Helmut Wolfgang Kahn in seinem trotzigen Buch „Die Russen kommen nicht“ vor siebensundfünfzig Jahren 1969. „Es verlor sie, weil seine Machthaber die Realitäten nicht anerkennen wollten. In den ersten schlitterten die ehrenwerten Herren des Wilhelminischen Reiches mit Kriegszielen, die jeden Wirklichkeitssinn vermissen ließen. Danach wollte man die Niederlage nicht wahrhaben. Die Nazis machten sich daran, die entstandenen Realitäten gewaltsam zu verändern, unterschätzten wieder Deutschlands Umwelt und verloren den zweiten.“2
Und heute? Heute muten uns manche Volksvertreter mit ihren „geistreichen“ Ideen und Ideologemen einiges zu und man fragt sich verwundert, ob sie wie „die ehrenwerten Herren des Wilhelminischen Reiches“ ebenfalls „jeden Wirklichkeitssinn vermissen“ lassen.
Neulich veröffentlichte der CDU-Bundestagabgeordnete, Roderich Kiesewetter, der seit dem Kriegsausbruch in der Ukraine zur zweifelhaften Berühmtheit geworden ist, zusammen mit seiner Coautorin, Susann Worschech, einen am 11. Mai 2026 im Focus erschienenen Gastbeitrag, der es in sich hat.
Allein der Titel dieser Kampf- und Schmähschrift „Europa muss auf die Kapitulation Russlands hinarbeiten“ spricht Bände und man fragt sich mit Max Weber irritiert: Regiert uns „eine Horde Irrsinniger“?
Pakistan würde sich selbst diskreditieren, sowohl als Staat als auch in Bezug auf seine herrschende Führung, und gleichzeitig seinen nationalen Interessen – so wie sie von den Entscheidungsträgern verstanden werden – immensen Schaden zufügen.
Trump forderte in einem Beitrag in den sozialen Medien, dass Pakistan und eine Reihe anderer mehrheitlich muslimischer Länder aus Dankbarkeit gegenüber den USA gleichzeitig den Abraham-Abkommen beitreten sollten, falls diese ein Friedensabkommen mit dem Iran erzielen. Der pakistanische Verteidigungsminister Khawaja Asif wies dies rundweg zurück, da es mit den „grundlegenden Ideologien“ seines Landes unvereinbar sei, und bekräftigte die langjährige Politik seines Landes, dass eine Anerkennung Israels erst nach der Gründung eines palästinensischen Staates erfolgen könne.
Obwohl Pakistan in der Vergangenheit einige geheimeKontakte zu Israel hatte, gibt es Gründe zu der Annahme, dass Asif die Politik seines Landes zutreffend wiedergegeben hat, womit er Spekulationen, Pakistan könnte bald den Abraham-Abkommen beitreten – wie andere zuvor vermutet hatten –, im Wesentlichen zunichte machte. Abgesehen von dem, was Asif bereits gesagt hat, setzt sich die pakistanische Regierung weltweit für muslimische Anliegen ein, was zum großen Teil darauf zurückzuführen ist, dass es sich um einen Staat handelt, der auf der Grundlage des Islam gegründet wurde.
Daher misst sie der palästinensischen Sache große Bedeutung bei und betrachtet diese praktisch als gleichwertig mit der kaschmirischen. Ein Verzicht auf die erste – selbst wenn Saudi-Arabien dies eines Tages tun sollte – würde daher die langjährige Haltung des Staates gegenüber der zweiten Sache diskreditieren.
In diesem Szenario würde das herrschende Establishment Pakistans (womit das hybride Regime gemeint ist, das sich aus dem mächtigen Militär und den Geheimdiensten zusammensetzt, denen politische Stellvertreter vorstehen) in den Augen vieler seiner Bürger seine Legitimität verlieren, da diese beide Anliegen stark unterstützen, was zu weitreichenden Unruhen führen könnte. Der Staat könnte Demonstrationen leicht niederschlagen, so wie er die PTI-Opposition unter der Führung des inhaftierten ehemaligen Premierministers Imran Khan niedergeschlagen hat, würde dies aber aufgrund des Risikos negativer Berichterstattung im Ausland vermeiden wollen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass eine formelle Anerkennung Israels auch eine stillschweigende Akzeptanz der gewaltsamen Änderung der Grenzen von 1967 mit Palästina durch Israel bedeuten könnte. Das würde Pakistan ebenfalls in Misskredit bringen, da es beharrlich darauf besteht, dass die von den Briten gezogene Durand-Linie, die das ehemalige Britisch-Indien von Afghanistan trennte und das paschtunische Volk spaltete, unantastbar ist. Um es klar zu sagen: Afghanistan kann die Durand-Linie realistisch gesehen nicht mit Gewalt ändern, aber Radikale könnten in diesem Fall aufgrund Pakistans Heuchelei ermutigt werden.
Trotz der aufgeführten Argumente könnten Zyniker argumentieren, dass Pakistans erneute Unterordnung unter die USA seit dem postmodernenPutsch gegen Khan im April 2022 die Wahrscheinlichkeit erheblich erhöht, dass es Israel auch trotz des Schadens anerkennt, den dies den Interessen des pakistanischen Staates zufügen würde. Das ist zwar theoretisch möglich, doch Trump schrieb in seinem Beitrag auch: „Es mag sein, dass der eine oder andere einen Grund hat, dies nicht zu tun, und das wird akzeptiert werden“, sodass Pakistan seine engenBeziehungen zu ihm nutzen könnte, um diesen Druck zu mildern.
Alles in allem ist die Wahrscheinlichkeit, dass Pakistan den Abraham-Abkommen beitritt, ohne dass zuvor ein palästinensischer Staat gegründet wurde, verschwindend gering. Viel wahrscheinlicher ist es, dass das Land gelegentliche geheime Kontakte zu Israel unterhält, während es sich öffentlich weiterhin für die palästinensische Sache einsetzt. Es gibt viele relativ unbedeutendere Länder mit muslimischer Mehrheit, die aus Sicht der USA in letzter Zeit weniger zur Förderung ihrer Interessen beigetragen haben als Pakistan und die stattdessen erfolgreich dazu gedrängt werden könnten, Israel anzuerkennen.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.
Die Exhumierung von Andrij Melnyk und seiner Frau auf einem Friedhof in Luxemburg und das anschließende feierliche Begräbnis der sterblichen Überreste in der Ukraine auf Anordnung des ukrainischen Präsidenten lösten bei vielen Nazi- und Neonazi-Gegnern Entsetzen aus. Wer sich intensiver mit der Shoa beschäftigt hat, weiß um die unehrenvolle Rolle Melnyks.
Melnyk leitete die Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), die mit Nazi-Deutschland kollaborierte und erheblich an der Gewalt gegen Juden und Polen beteiligt war. Die 1943 aufgestellte 14. Waffen-Grenadier-Division der SS „Galizien“ wurde von Teilen der OUN-M unterstützt.
Scharfe Kritik kommt insbesondere auch aus jüdischen Kreisen. Dabei steht die ukrainische Jüdin Dr. Marta Havryshko nicht im Verdacht, russische Propaganda zu verbreiten. Noch im März 2024 gab sie dem Spiegel ein Podcast-Interview, das mit folgenden Worten eingeleitet wurde:
Was haben der Zweite Weltkrieg und Russlands Krieg gegen die Ukraine gemein? Die Entmenschlichung der Gegner durch sexualisierte Gewalt und Propaganda.
Die Nazis trieben jüdische Frauen nackt und kahl geschoren durch die Straßen und machten sie so zu Zielen öffentlicher Anfeindung und Misshandlung. In russischen Propagandameldungen werden ukrainische Frauen als »Nazi-Schlampen« und »Nazi-Huren« bezeichnet. So rechtfertigt Russland eigene Kriegsverbrechen durch seine eigenen Narrative – und mit ihnen die sexualisierte Gewalt gegenüber Frauen im Krieg.
Marta Havryshko erforscht, wie sexualisierte Gewalt im Krieg benutzt wird, taktisch und strategisch. Und wie diese Gewalt das Streben nach Gleichberechtigung beeinflusst. Ursprünglich arbeitete sie als Dozentin an der Universität Lwiw und floh nach dem russischen Angriff aus der Ukraine. Momentan lehrt sie als Gastdozentin an der Clark University in Massachusetts. In ihrer Forschung zieht sie Parallelen zwischen dem Zweiten Weltkrieg und dem russischen Krieg gegen ihre Heimat.
»Im Mai 2022 werden Hunderte von Frauen in Mariupol von Russland gefangengenommen. Einige von ihnen können nach einem Jahr befreit werden. Sie schildern die brutale Behandlung durch russische Soldaten«, erzählt sie im Podcast. »Sie erinnern sich an Schläge. Sie erinnern sich an erzwungene Nacktheit und daran, wie russische Soldaten Fotos von nackten ukrainischen Soldatinnen machten.«
Ihre pro-ukrainische Haltung hat sich über die Jahre relativiert. Wer ihre Postings auf Facebook verfolgt, sieht ihre scharfe Kritik an der „Bus-ifizierung“ junger Männer – sprich der gewaltsamen Rekrutierung für die ukrainische Armee und insbesondere auch ihre klare Position gegen die Neonazis in der Ukraine.
Ihre Haltung bezüglich der Exhumierung Melnyks lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Die folgenden Texte – Postings und Bilder vom 25. und 26. Mai – wurden mit Havryshkos Einverständnis ihrem Facebook-Profil entnommen und übersetzt. Sie freute sich über meine Anfrage, da sie der Meinung ist, dass die deutschsprachige Öffentlichkeit umfassender darüber informiert werden müsse.
Interview mit Alfred de Zayas. Interview: Zeitgeschehen im Fokus – 27. Mai 2026
Prof. Dr. jur. et phil. Alfred de Zayas ist Völkerrechtler und Historiker und hat sowohl die US-amerikanische als auch die Schweizer Staatsbürgerschaft. Er war von Mai 2012 bis April 2018 Unabhängiger Experte des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen für die Förderung einer demokratischen und gerechten internationalen Ordnung.
Zeitgeschehen im FokusSie spielen in einem politischen Artikel auf das klassische Drama »Antigone« von Sophokles an. Welchen Zusammenhang sehen Sie zwischen dem Inhalt beziehungsweise der Aussage des Dramas und der heutigen Weltpolitik?
Professor Dr. Alfred de Zayas: In der »Antigone« zeigt uns Sophokles, dass das autoritäre Prinzip »dura lex, sed lex«(das Gesetz ist hart, aber es ist eben das Gesetz) überwunden werden muss. Rechtsstaatlichkeit bedeutet nicht blinden Positivismus, sondern aktive Gerechtigkeit. Bereits 50 Jahre vor Christus hat Cicero argumentiert: »summum ius, summa iniuria« – strenge Gesetze und Anordnungen führen zur höchsten Ungerechtigkeit.1
Antigone weigert sich, das brutale und unmenschliche Gesetz König Kreons zu befolgen. Sie wird zum Tode verurteilt und begeht Selbstmord. Kreons Sohn, Haimon, der mit Antigone verlobt war, nimmt sich das Leben. Kreons Frau, Eurydike, kann den Verlust ihres Sohnes nicht ertragen und begeht auch Selbstmord. Kreon steht allein da vor einem Scherbenhaufen. Seine Intransigenz hat sich gerächt.
Man kann also sagen, Antigone führt den Kampf gegen staatliche Willkür.
Genau, das meine ich. Antigone ist ein Archetypus für den Widerstand gegen Ungerechtigkeit. Wir alle haben nicht nur das demokratische Recht, sondern auch die Verpflichtung, gegen staatliche Willkür zu demonstrieren, zu schreiben, zu agieren. Der Totalitarismus in Europa beschleunigt sich rasant, und Menschen, die die Meinungs- und Pressefreiheit umsetzen, werden verfolgt. Die Gerichte schützen sie nicht.
Wenn nicht bald gehandelt wird, besteht die Gefahr, dass die NATO in die Lage versetzt wird, Russland unter Androhung eines großen Krieges entlang seiner gesamten südlichen Peripherie zu erpressen.
Sergey Poletaev ist Mitbegründer und Herausgeber des Vatfor-Projekts und schreibt zudem Beiträge für RT. Sein neuester Artikel dort ist der dritte Teil einer Serie, die ursprünglich als eingehende Analyse für Russia In Global Affairs (RIGA) veröffentlicht wurde. Dort argumentierte Vasily Kashin kürzlich, dass die Beendigung der militärischen Spezialoperation Russlands in der Ukraine im „Geiste von Anchorage“ ein „großer Sieg“ wäre. Der letzte Teil von Poletaevs Artikels, der in diesem Beitrag konstruktiv kritisiert wird, trägt den Titel „Das Ukraine-Glücksspiel der EU tritt in eine gefährliche neue Phase ein“.
Poletaev schrieb: „Ein klares russisches Prinzip der Nichteinmischung zeichnet sich ab, eine Art Monroe-Doktrin nach russischer Art: Die Gebiete der Ukraine und von Belarus (und in einer zweiten Phase die baltischen Staaten, Moldawien und der Südkaukasus) werden für feindliche Aktionen durch Drittländer für tabu erklärt. Das bedeutet nicht, dass auf jede kleine Provokation ein Atomschlag auf London oder Berlin folgen wird, aber es bedeutet, dass bestimmte Handlungen bestimmter europäischer Regierungen Konsequenzen für diese haben werden.“
Poletaev zufolge werden diese „auch militärische Maßnahmen umfassen, und sie müssen dies bei ihren Entscheidungen berücksichtigen.“ Um es klar zu sagen: Es waren die Redakteure von RT, die den Teil über eine „Monroe-Doktrin nach russischem Vorbild“ hinzugefügt haben, da Poletaevs ursprüngliche eingehende Analyse für RIGA diese Formulierung nicht enthielt; sie behielten jedoch den Kern dessen bei, was er Russland vorschlug. Seine genauen Worte lauteten: „Es ist für Russland wahrscheinlich sinnvoll, eine eigene Doktrin der Nichteinmischung“ in den genannten Gebieten zu entwerfen.
Das ist vernünftig, auch wenn es schwer vorstellbar ist, dass Russland dies in den baltischen Staaten, der Ukraine und Moldawien umsetzt. Das liegt daran, dass die ersten zur NATO gehören, sich die Ukraine in einen antirussischen Garnisonsstaat verwandelt hat, von dem der zuvor erwähnte Kashin nicht erwartet, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern wird, und Moldawien zu weit von Russland entfernt ist, um dort Einfluss auszuüben (insbesondere nachdem die NATO-freundliche Regierung die russlandfreundliche Opposition zerschlagen hat. Nur in Belarus und im Südkaukasus könnte Russland Poletaevs Empfehlungen umsetzen.
Belarus bleibt zumindest vorerst im Einflussbereich Russlands, auch wenn der Westen versucht, es „abzuwerben“, wie kürzlich hier, hier und hier gewarnt wurde, während der Südkaukasus wohl bereits aus diesem Einflussbereich herausgerutscht ist, wie die „russische Triade“ verspätet und stillschweigend anerkannt hat, wie hier erläutert. Kurz gesagt dient die „Trump Route for International Peace and Prosperity“ (TRIPP) dem doppelten Zweck eines militärlogistischen NATO-Korridors durch diese Region nach Zentralasien, was Russland offensichtlich bedroht.
Armeniens daraus resultierende „Trennung“ von Russland, die wahrscheinlich den Abzug russischer Truppen beinhalten würde, dürfte daher die NATO-Expansion nach Zentralasien mittels TRIPP über den Südkaukasus und den Dreh- und Angelpunkt Aserbaidschan in beispiellosem Maße beschleunigen. Wenn es jemals einen Zeitpunkt und einen Ort gab, an dem Russland seine eigene Monroe-Doktrin umsetzen sollte, dann ist es jetzt im Südkaukasus; andernfalls besteht die Gefahr, dass der oben beschriebene Prozess die NATO in die Lage versetzt, Russland unter Androhung eines großen Krieges entlang seiner gesamten südlichen Peripherie zu erpressen.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.
Von Wladimir Kostyrew (Übersetzung: Thomas Röper) – 27. Mai 2026
Die verstärkten ukrainischen Drohnenangriffe auf Russland bleiben nicht ohne Wirkung. In den letzten fünf Wochen wurden dabei in Russland 951 Zivilisten (darunter 69 Kinder) verletzt und 165 (darunter 8 Kinder) getötet. Hinzu kommen teilweise schwere Schäden an Raffinerien und anderen Industrieanlagen.
Die Verlegung der Produktion von Drohnen aus der Ukraine nach Europa zeigt Wirkung, denn in den letzten Wochen ist die Zahl der ukrainischen Angriffe auf Ziele tief in Russland stark angestiegen. Damit einher ging auch ein Anstieg der Opferzahlen und der beschädigten Objekte. Die TASS hat über Details der zivilen Opfer der ukrainischen Angriffe berichtet und ich habe den TASS-Artikel übersetzt. […]
Wladimir Kostyrew darüber, wie Kiew und der Westen den Konflikt eskalieren.
Am 25. Mai veröffentlichte das russische Außenministerium eine Erklärung, in der es hieß, der Angriff der ukrainischen Streitkräfte auf die Schule in Starobelsk habe das „Maß der Geduld erschöpft“ und die russischen Streitkräfte führten systematische Angriffe auf Einrichtungen der Rüstungsindustrie in Kiew durch. Die Angriffe würden sich auch gegen Entscheidungszentren und Kommandoposten richten.
Der Angriff auf die Schule und das Wohnheim in Starobelsk ist eine furchtbare Tragödie. Zum Zeitpunkt des Angriffs befanden sich dort 86 Kinder und Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren. 21 Menschen wurden getötet. Laut Leonid Pasetschnik, dem Präsidenten der Volksrepublik Lugansk, wurden 65 Kinder und Jugendliche verletzt. Man könne die Fotos dieser jungen Männer und Frauen, die noch so jung waren und nun nicht mehr da sind, nicht ohne Tränen in den Augen ansehen. Darüber hinaus erklärte Russlands Ständiger Vertreter bei den Vereinten Nationen Wassili Nebensja, der Angriff sei vorsätzlich und mit dem Ziel maximal hoher Opferzahlen durchgeführt worden.
Was, wenn nicht dies, könnte das letzte Argument sein?
Mittlerweile liegt die Zahl der bestätigten und mutmaßlichen Erkrankungen an der Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus bei über 1.000, und mindestens 231 Menschen sind daran gestorben. Darüber hat am Montag die niederländische Nachrichtenagentur BNO News berichtet.
Das Zentrum der Epidemie liegt im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRK), allerdings hat sie sich auf Uganda ausgebreitet. Mit 1.005 Erkrankungen und 230 Todesfällen ist die DRK am stärksten betroffen. Infektionscluster konzentrieren sich in Ituri, dem Norden und Süden von Kivu, und nun sind auch in wichtigen Zentren wie Bunia und Goma bestätigte Fälle aufgetreten. Uganda meldete fünf bestätigte Fälle und einen Todesfall, darunter auch die ersten lokal übertragenen Erkrankungen, die am 23. Mai bestätigt wurden.
Am Montagabend meldeten die italienischen Gesundheitsbehörden zwei Verdachtsfälle in der Lombardei. Es handelt sich dabei um Mitglieder zweier Familien, die vor kurzem aus Uganda zurückgekehrt waren. Ein Patient, ein 31-jähriger Einwohner von Bulgarograsso, wies Fieber um 38 Grad und Magen-Darm-Symptome auf. Fünf weitere Familienmitglieder stehen unter ärztlicher Beobachtung. Unabhängig davon, ob diese Fälle bestätigt werden, verdeutlicht das Auftreten von Verdachtsfällen in Westeuropa – ebenso wie die Evakuierung eines infizierten amerikanischen Arztes nach Deutschland einige Tage zuvor – die immensen Gefahren, die von der Ausbreitung dieser Krankheit ausgehen, deren Letalitätsrate bei etwa 25 bis 50 Prozent liegt.
Geographische Ausbreitung der Ebola-Infektionen im Osten Kongos und in Uganda. Die höchste Konzentration findet sich in der Provinz Ituri, die grenzübergreifenden Infektionen haben bereits Kampala erreicht, die Hauptstadt Ugandas. [Photo by Sources: Natural Earth, geoBoundaries. Map by WSWS. / CC BY 4.0]
Seit die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Ausbruch am 16. Mai zur gesundheitlichen Notlage internationaler Tragweite (PHEIC) erklärte hatte, hat sich die Zahl der Erkrankungen und Todesfälle mehr als verdoppelt. Binnen weniger Tage gab WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bekannt, dass die Organisation ihre Risikobewertung nach oben korrigiert habe – auf „sehr hoch“ auf nationaler Ebene für die Demokratische Republik Kongo und auf „hoch“ auf regionaler Ebene in Afrika. Das globale Risiko wurde weiterhin als „gering“ eingestuft. Dass die Zahlen fast zeitgleich mit der Hochstufung die 1.000er-Marke überschritten, bestätigt, was unabhängige Modellrechnungen seither belegt haben: Der Ausbruch war bereits weit stärker verbreitet, als es die offizielle Überwachung erfasst hatte.
Das US-Militär flog am späten Montagabend neue Angriffe auf den Süden des Iran. Währenddessen trafen iranische Vertreter in Doha ein, um an Verhandlungen teilzunehmen, an denen katarische Vermittler unter der Leitung der Trump-Regierung beteiligt sind.
Die Angriffe wurden vom US-Zentralkommando (CENTCOM) als „defensiv“ bezeichnet, um „unsere Truppen vor Bedrohungen durch iranische Streitkräfte zu schützen“. Die US-Luftangriffe richteten sich Berichten zufolge gegen Raketenabschussrampen und Minenlegerboote in der Straße von Hormus.
Laut NBC News teilte das US-Militär mit, die Angriffe hätten Ziele in Bandar Abbas getroffen, dem wichtigsten iranischen Hafen und Marinestützpunkt in der Nähe der Meerenge.
Al Jazeera berichtet ebenfalls, dass die Angriffe den Süden des Iran getroffen haben, als zeitgleich hochrangige iranische Unterhändler zu Gesprächen in Katar eintrafen. Unter Berufung auf Marinekapitän Tim Hawkins heißt es in dem Bericht, die Ziele seien Einrichtungen und Boote gewesen, die mit Minenlegeoperationen in Verbindung stünden. The Hill berichtet zudem, dass in Bandar Abbas und in Küstengebieten nahe der Meerenge Explosionen zu hören waren.
Die neuen Angriffe wurden von CENTCOM-Sprecher Hawkins kommentiert. Demnach waren sie defensiver Natur, auch wenn keine Details oder Beweise für angebliche iranische Bedrohungen vorlegt wurden. Hawkins sagte: „Das US-Zentralkommando verteidigt weiterhin unsere Streitkräfte und übt dabei Zurückhaltung während des andauernden Waffenstillstands.“
Die Angriffe waren zweifellos zeitlich auf die Ankunft der iranischen Unterhändler in Doha abgestimmt. Mehreren Berichten zufolge gehören Außenminister Abbas Araghchi, Parlamentspräsident Mohammad-Bagher Ghalibaf und Zentralbankchef Abdolnaser zur iranischen Delegation.
Von MKRU (Übersetzung: Thomas Röper) – 26. Mai 2026
In der Nacht auf Sonntag hat Russland bei einem Vergeltungsangriff für die Bombardierung des Schülerwohnheims durch die Ukraine auch eine Oreschnik-Rakete eingesetzt. Aber was war das Ziel der Rakete?
Der dritte Einsatz einer Oreschnik-Rakete hat weltweit Schlagzeilen gemacht, allerdings herrscht Rätselraten, gegen welches Ziel die Rakete eingesetzt wurde. Darauf hat ein russischer Experte eine Antwort, über die ein russisches Nachrichtenportal berichtet hat. Ich habe die Meldung übersetzt. […]
Der „Held Russlands“ Sergej Lipowoi erklärt, was das wahre Ziel des Angriffs mit der ballistischen Hyperschallrakete Oreschnik in Belaja Zerkow bei Kiew gewesen sein könnte.
In ukrainischen sozialen Medien kursiert die Information, dass das Ziel der auf Belaja Zerkow bei Kiew abgefeuerten Oreschnik-Rakete eine Garagengenossenschaft gewesen sei. Tatsächlich aber wurde der Flugzeug-Wiederinstandsetzungskomplex Belaja Zerkow zerstört und dem Vorsitzenden des Präsidiums der Allrussischen Organisation „Offiziere Russlands“ und „Helden Russlands“ Generalmajor Sergej Lipowoi zufolge sei der unterirdische Teil davon weitaus wichtiger gewesen als der oberirdische. Dort wurde auch ein Eisenbahnknotenpunkt zerstört, an dem in den letzten Monaten Züge mit Rüstungsgütern aus NATO-Staaten entladen wurden. Die nahegelegenen Garagen und Werkstätten fielen der Hyperschallwaffe lediglich als Kollateralschaden zu Opfer.
„Der Flugzeugreparaturkomplex ist ein ganzes Netzwerk von Fabriken, die in eine gemeinsame Logistikkette eingebunden sind. von den Flugzeugen, die die Ukraine aus Sowjetzeiten geerbt hat, sind praktisch keine mehr übrig“, so Generalmajor Lipowoi. „Die von der NATO an Kiew gelieferten ausgemusterten Flugzeuge erfordern jedoch sorgfältige und langfristige Wartung. Andernfalls werden sie, um es mit den Worten der Luftfahrtsprache zu sagen, zu Brennholz, zu Eimern. Da versucht man, sie zu reanimieren, in der Hoffnung, dass sie wieder fliegen können. Doch das russische Militär gibt ihnen diese Chance nicht. Die Technik wurde zerstört.“
Herbert Raymond McMaster, mit vielen Orden ausgezeichneter Generalleutnant, argumentiert nach wie vor auf der Situation des Kalten Krieges vor Jahrzehnten … (Photo US-Military)
So lautet die geopolitische Einschätzung eines ehemaligen Sicherheitsberaters von Donald Trump in einem Interview mit der Weltwoche. Der pensionierte US-Generalleutnant Herbert Raymond McMaster gehört zu einer Kaste von neokonservativen Strategen, die man für ausgestorben hielt. Sie glauben, die USA seien die »auserwählte Nation« und ihre Aufgabe sei die militärische Führung der Welt.
In einem Interview in Die Weltwoche wird McMaster die Frage gestellt, was er davon halte, das weltweite militärische Engagement der USA zurückzufahren, wie viele Unterstützer von Präsident Trump dies fordern. McMaster hält das für einen schweren Fehler, sind die USA doch seiner Meinung nach dabei, ihre verschiedenen Kriege zu gewinnen:
»Ich will nicht arrogant klingen, aber ich glaube nicht, dass es einen Ersatz für die Führungsrolle der USA gibt, denn wer soll Europa ohne die USA führen? Die USA können der Kitt sein, der die Familie zusammenhält. Sie bieten den nuklearen Schutzschild, die strategische Logistik, die Transportkapazitäten, die Raketenabwehr und so weiter. Wenn die USA den Stecker ziehen, würde das uns alle schwächen (…) Wir stehen kurz davor, den zweiten Kalten Krieg zu gewinnen.«
Der mit vielen Orden dekorierte General, der im Irak im Einsatz war, gehört zu den Strategie-Experten, die überzeugt sind, die USA seien berufen und verpflichtet, auf der Welt für Recht und Ordnung zu sorgen. In der Weltsicht von McMaster hat dies mit militärischer Gewalt zu geschehen.