Noch spielt Vizepräsidentin Rodriguez nicht mit. Im Verteidigungsrat verurteilte sie den Angriff: „Es gibt nur einen Präsidenten in Venezuela, und der heißt Nicolas Maduro“. Bild: vicepresidencia
Der Überfall auf Venezuela und der Regime Change, der damit bewirkt werden soll, wird für alle Regierungen in Lateinamerika und vielleicht auch für Kanada oder Grönland ein Warnsignal sein. Während Russland die Wahrung nationaler Sicherheitsinteressen beim Einmarsch in das Nachbarland Ukraine vorgab [und das wohl auch so meinte; die GG-Red.], das in die NATO aufgenommen werden sollte und sich schon länger auf einen Krieg vorbereitete, kann die USA dies nicht geltend machen und will den militärischen Angriff durch Drogenkriminalität bzw. „Narkoterrorismus“ rechtfertigen, der angeblich die USA gefährdet, weil Maduro Gangs und Menschen aus den Gefängnissen und psychiatrische Kliniken geschickt habe. [Allerdings hatte Trump im Widerspruch dazu vor Kurzem ganz offen erklärt, dass die USA das venezolanische Öl wolle, weil das ihnen gehöre! – die GG-Red.]
Die Begründung für den Völkerrechtsbruch ist durchsichtig und an den Haaren herbeigezogen, um Venezuela mit seinen Ressourcen dem kolonialen Zugriff der USA zu öffnen. Die Freiheit, die den Venezolanern geschenkt wird, bestünde vor allem in der Privatisierung vor allem der Ölressourcen für die amerikanischen Konzerne und der Einrichtung einer Marionettenregierung: Machado, der Friedensnobelpreisträgerin, traut er allerdings die Regierungsübernahme nicht zu und erklärte in seiner Ansprache, die USA würden das Land erst einmal selbst regieren (run Venezuela), also zeitweise annektieren. Bodentruppen schloss er nicht aus. Übergangsweise gerne mit der Vizepräsidentin Delcy Rodríguez, die möglicherweise mitspielt, wie Trump andeutete. Das würde dem Regierungssturz ein besseres Image verpassen und könnte die Situation beruhigen. Rodriguez aber macht dazu keine Anstalten und ruft zum Widerstand und zur Freilassung von Maduro auf.
US-Präsident Donald Trump, der sich als Friedenspräsident verkaufen wollte, lässt die alte Monroe-Doktrin neu aufleben und zerbombt mit der Hinterhof-Politik in Venezuela die Reste des Völkerrechts. Ist es nur die Wiederholung einer Operation, die der Republikaner Bush 1989 in Panama durchzog, um den damaligen Präsidenten Noriega wegen Drogenhandel zu entführen oder geht es darum, die riesigen Energievorkommen Venezuelas unter Kontrolle zu bekommen? Das ist der Fall, denn nun kündigte Trump neue Militäroperationen an. Er erklärte auch, man werde „Venezuela vorerst regieren“, vermutlich bis eine Marionettenregierung unter María Corina Machado installiert ist, die den Friedensnobelpreis dafür erhielt, genau für einen Krieg in ihrer Heimat getrommelt zu haben.
„Geschichte wiederholt sich, erst als Tragödie, dann als Farce.“ Das hatte Karl Marx einst erklärt und auf kaum einen Vorgang passt das besser, als auf die erneute Invasion der USA in Venezuela. Die hatte die Oppositionsführerin und frisch gekürte „Friedensnobelpreisträgerin“ María Corina Machado auch nach der Preisverleihung gefordert. Neu ist das nicht, denn sie hatte auch im Wahlprozess zum Putsch gegen den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro aufgerufen und zwar sofort nach ihrer Stimmabgabe, ohne dass die Auszählung auch nur begonnen hatte.
Dass Maduro nun als angeblicher Drogenhändler von den USA in Venezuela „festgenommen“ wurde, wobei das Land und vor allem Militäreinrichtungen auch massiv bombardiert wurden, gleicht dem Vorgehen seines Parteifreunds George H. W. Bush. Der hatte 1989 in Panama-Stadt einen Stadtteil dem Erdboden gleichgemacht, um Präsident Manuel Noriega in die USA zu entführen. Auch Noriega wurde Drogenhandel gerade in einer Zeit vorgeworfen, als zuvor bekannt geworden war, dass die USA über den Geheimdienst CIA tief in den „Irangate“ und damit auch in massiven Drogenhandel verstrickt waren.
Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums ist „zutiefst schockiert“ und verurteilt aufs Schärfste den unverhohlenen Einsatz von Gewalt durch die USA gegen einen souveränen Staat und die Maßnahmen gegen dessen Präsidenten Nicolás Maduro. „Ära des Wiederaufbaus“
Am Samstagnachmittag gab ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums auf dem Portal X ein kritisches Statement über den Angriff der USA auf Venezuela ab. Demnach ist China „zutiefst schockiert und verurteilt den unverhohlenen Einsatz von Gewalt durch die USA gegen einen souveränen Staat und die Maßnahmen gegen dessen Präsidenten aufs Schärfste“.
Weiterhin stellen solche hegemonialen Handlungen der USA einen schwerwiegenden Verstoß gegen das Völkerrecht sowie die Souveränität Venezuelas dar und bedrohen den Frieden sowie die Sicherheit in Lateinamerika und der Karibik. Der Sprecher betont: „China lehnt dies entschieden ab.“
Das Außenministerium fordert daher „die USA auf, sich an das Völkerrecht und die Ziele und Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen zu halten und die Verletzung der Souveränität und Sicherheit anderer Länder zu unterlassen“.
US-Präsident Donald Trump lobte auf seiner Pressekonferenz die Militäroperation gegen Venezuela. Dem vom US-Geheimdienst gekidnappten venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro warf er und sein Militär „falsches Verhalten“ gegenüber den USA vor. Die Aktion in Venezuela sei eine Warnung an alle, die US-Interessen widersprächen.
US-Präsident Donald Trump und führende US-Militärs berichteten nach dem nächtlichen Überraschungsangriff auf die venezolanische Hauptstadt auf einer Pressekonferenz über die Details der Militäroperation. Auch über deren Ziele und Folgen für die Welt äußerte sich Trump.
Trump lobte die gelungene Militäroperation. Es sei ein Angriff gewesen, wie ihn die Welt seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gesehen habe. Das gesamte venezolanische Militär sei bei der Gefangennahme von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro außer Gefecht gesetzt worden.
Trump warf Maduro und dessen Frau erneut vor, Drogenkriminelle zu sein, die die USA mit Drogen geflutet hätten. Bezüglich der Zukunft Venezuelas äußerte sich Trump dergestalt, dass die USA das Land bis zu einem „sicheren, richtigen und vernünftigen Übergang“ leiten würden.
Der US-Militärschlag gegen Venezuela war erstaunlich erfolgreich und wird Washington wahrscheinlich dazu dienen, den Rest der Hemisphäre dazu zu zwingen, sich strategisch den USA zu unterwerfen.
Die USA starteten am Samstagmorgen eine halbstündige „militärische Sonderoperation” in Venezuela, die mit der Gefangennahme von Präsident Nicolas Maduro durch die Delta Force ihren Höhepunkt fand. Mehrere Militärstandorte wurden bombardiert, US-Hubschrauber flogen ungehindert über Caracas und demonstrierten auf surreale Weise die Luftüberlegenheit der USA. Berichten zufolge gab es keine US-Opfer. Die „militärische Sonderoperation” der USA war daher unabhängig von der persönlichen Meinung über ihren Wert ein erstaunlicher Erfolg. Hier sind fünf Erkenntnisse aus diesem Ereignis:
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1. Das große strategische Ziel der USA ist der Aufbau einer „Festung Amerika”
Hier wurde festgestellt, dass die Priorisierung der westlichen Hemisphäre in der Nationalen Sicherheitsstrategie ausschließlich dem Aufbau einer „Festung Amerika” dient, was die Wiederherstellung der Vorherrschaft der USA über Amerika bedeutet, damit das Land auch dann überleben und sogar florieren kann, wenn es die Kontrolle über die östliche Hemisphäre verliert. Das mag nicht sofort geschehen, aber die „militärische Sonderoperation“ der USA wird wahrscheinlich dazu führen, dass sie die Kontrolle über die Ölreserven Venezuelas, die größten der Welt, erlangen. Das würde dazu beitragen, die „Festung Amerika“ Wirklichkeit werden zu lassen.
2. Maduro hätte Trumps Angebot im Nachhinein annehmen sollen
Trump hatte zuvor behauptet, Maduro habe den USA „alles angeboten“, als er zu einem Bericht befragt wurde, wonach der venezolanische Staatschef zugestimmt habe, amerikanischen Unternehmen die Kontrolle über die Ressourcen seines Landes zu überlassen. Der einzige Knackpunkt schien Maduros politisches Schicksal zu sein, da Trump, wahrscheinlich auf Drängen von Marco Rubio (seinem mächtigen Außenminister und nationalen Sicherheitsberater), wollte, dass er ins Exil geht, während Maduro dies offenbar ablehnte. Im Nachhinein hätte er Trumps Angebot annehmen [besser noch: sich vorsorglich an einen geschützten Ort begeben und von dort den Widerstand organisieren; die GG-Red.] sollen, um dieses demütigende Ende zu vermeiden.
3. Der Ayatollah beobachtet wahrscheinlich alles sehr genau
Trump drohte kürzlich mit militärischen Maßnahmen gegen den Iran, um dessen jüngste Protestbewegung zu unterstützen, die sich als Reaktion auf die sich verschlechternde Wirtschaftslage des Landes gebildet hat, aber vermutlich teilweise von ausländischen Geheimdiensten in Zusammenarbeit mit lokalen Agenten orchestriert wurde. Die USA wollen nach der umstrittenen Niederlage Teherans gegen Israel im 12-tägigen Krieg im letzten Sommer eindeutig die vollständige strategische Kapitulation des Iran, und wenn die USA ihr Ziel nicht durch Diplomatie oder eine Farben-Revolution erreichen, könnten sie versuchen, auch den Ayatollah zu fassen.
4. Feindselige Medien werden wahrscheinlich versuchen, Russland zu diskreditieren
Venezuela verfügt über sowjetische/russische Waffen im Wert von schätzungsweise 20 Milliarden Dollar, darunter Suchoi-Kampfflugzeuge und S-300-Boden-Luft-Raketen, doch keine davon wurde gegen die USA eingesetzt (möglicherweise aufgrund der Bestechung hochrangiger Verteidigungsbeamter). Russland und Venezuela haben Ende letzten Jahres ebenfalls einen strategischen Partnerschaftspaktratifiziert, der jedoch keine gegenseitigen Verteidigungsklauseln enthält. Dennoch werden diese beiden Faktoren wahrscheinlich von feindlichen Medien ausgenutzt werden, um Russland nach der „besonderen Militäroperation” der USA in Venezuela zu diskreditieren.
5. Führende Persönlichkeiten der alternativen Medien haben sich erneut diskreditiert
Einige führende Persönlichkeiten der alternativen Medien lügen über die Themen ihrer geopolitischen Hingabe, wie zum Beispiel, als sie behaupteten, die von Iran angeführte „Widerstandsachse” würde Israel in einem Krieg zerstören, bevor sie letztes Jahr eine Niederlage erlitten. Viele der „üblichen Verdächtigen” taten dasselbe in Bezug auf das, was Venezuela tun würde, wenn die USA es angreifen würden, nur um sich erneut zu diskreditieren, aber Tim Anderson hat den Vogel abgeschossen, als er die Lüge verbreitete, Russland habe Venezuela Oreshniks geliefert, mit der Andeutung, dass diese im Falle eines Angriffs eingesetzt würden.
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Die erstaunlich erfolgreiche „militärische Sonderoperation“ der USA in Venezuela bedeutet eine gewaltige geopolitische Veränderung, die Washington wahrscheinlich dazu dienen wird, den Rest der Hemisphäre zu einer strategischen Kapitulation zu zwingen, was zu einem beschleunigten Aufbau der „Festung Amerika“ führen könnte. Der Iran könnte bald Venezuela folgen, auch wenn der Ayatollah nicht wie Maduro gefangen genommen wird. Die Gemeinsamkeit zwischen beiden Ländern besteht darin, dass die USA beschlossen haben, ihre schwächeren Gegner auf der ganzen Welt, die sich ihnen nicht unterwerfen wollen, auszuschalten.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Nach einem ersten Angriff auf einen Hafen haben US-Streitkräfte nun einen Angriffskrieg auf Venezuela begonnen. Mit Flugzeugen angegriffen wurden Ziele in Caracas sowie in den Bundesstaaten Miranda, Aragua und La Guaira. Ob das ein besonderes Zeichen zum Beginn des Jahres sein soll, nachdem die US-Armada ein halbes Jahr vor Venezuela ausgeharrt hat und kleine Boote mit ihrer Besatzung versenkte? US-Präsident Trump macht jedenfalls klar, dass er den Hinterhof der USA mitsamt seinen Ressourcen mit militärischen Mitteln, also mit Krieg, unter Kontrolle bringen will.
Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro hat eine Liste mit den mutmaßlichen militärischen und zivilen Angriffszielen veröffentlicht, u.a. einen Militärstützpunkt, auf dem sich das Mausoleum von Chavez befindet, oder den Palacio Federal Legislativo und den Casco Central de Caracas, das historische Zentrum der Stadt.
Der venezolanische Präsident Maduro, der trotz Aufforderungen nicht zurückgetreten war, rief den Ausnahmezustand aus. Nach CBS hatte Trump schon vor Tagen grünes Licht für den Angriff gegeben. Aber offenbar war es ihm dringlicher, erst einmal zu Weihnachten Islamisten in Nigeria zu bombardieren, bevor die größere militärische Operation startet.
In der westlichen Vorstellung wird Taiwan fast ausschließlich als blühende Demokratie dargestellt, die von einem totalitären Nachbarn belagert wird – eine moralische Klarheit, die Forderungen nach militärischer Verteidigung und ideologischer Solidarität befeuert. Sulmaan Wasif Khans meisterhaftes Geschichtswerk „The Struggle for Taiwan“ von 2024 leugnet weder die demokratische Lebendigkeit der Insel noch die Bedrohung durch die Volksrepublik China. Khan, Professor für Internationale Beziehungen und Geschichte an der Fletcher School, verkompliziert dieses Bild jedoch mit einer düstereren, beunruhigenderen Erzählung. Er deckt eine Geschichte auf, in der die USA nicht die Verteidiger der taiwanesischen Selbstbestimmung waren, sondern die Hauptförderer ihrer Eroberung durch ein brutales chinesisches Regime. Khan argumentiert, dass die derzeitige Gefahr in der Taiwanstraße die bittere Frucht der imperialistischen Kartenplanung Japans und der Vereinigten Staaten ist, eines Jahrhunderts zynischer Manöver, in denen die Vereinigten Staaten an der Ausbeutung Chinas beteiligt waren und dann Taiwan einer Diktatur übergaben, die ihre Bevölkerung jahrzehntelang terrorisierte.
Die Spannungen könnten außer Kontrolle geraten, wenn Trump nicht davon überzeugt wird, dass die Darstellung der CIA, der jüngste groß angelegte Drohnenangriff der Ukraine auf die Region Nowgorod, sei kein Versuch gewesen, Putin zu ermorden, falsch ist.
Trump retweetete am Silvesterabend einen Leitartikel der New York Post darüber, dass „Putins ‚Angriff‘-Geschwätz zeigt, dass Russland derjenige ist, der dem Frieden im Wege steht“, nachdem CIA-Chef John Ratcliffe ihn über die Einschätzung der Behörde informiert hatte, dass die Ukraine angeblich keinen Versuch unternommen habe, Putin zu ermorden. Einige Tage zuvor hatte Putin Trump während ihres letzten Telefonats mitgeteilt, dass fast 100 ukrainische Angriffsdrohnen in der Nähe seiner Residenz in Nordrussland abgefangen worden seien, und zwar an dem Tag, an dem Trump Selenskyj zu Gast hatte.
Trump zeigte sich verärgert, als er von der Presse dazu befragt wurde, und erinnerte alle daran, dass er sich gegen die Lieferung von Tomahawk-Marschflugkörpern an die Ukraine entschieden hatte, womit er offenbar andeuten wollte, dass dies Putins Leben gerettet haben könnte. Die Ukraine bestritt erwartungsgemäß, Putin ins Visier genommen zu haben, und Selenskyj griff Indien und andere Länder scharf an, deren Regierungsvertreter den Angriff verurteilten, von dem er behauptete, dass er nicht stattgefunden habe. Trump ist nun offenbar derselben Meinung wie Ratcliffe, dessen Bericht ihn davon überzeugt hat, dass die Ukraine nicht versucht habe, Putin zu ermorden.
Laut dem CIA-Chef fand zu dem von Russland angegebenen Zeitpunkt tatsächlich ein Angriff statt, und zwar in derselben Region, in der sich Putins Residenz in Nordrussland befindet, aber angeblich war nur eine nahegelegene Militärbasis das Ziel. Hätte Trump dieser Einschätzung nicht zugestimmt, hätte er nicht den Leitartikel der New York Post retweetet, in dem ausgerechnet Putin wegen dieses Vorfalls verurteilt und verschwörerisch spekuliert wurde, der russische Präsident habe alles erfunden, „um Trumps Fortschritte beim Friedensprozess abzulehnen“ und „Amerika ins Gesicht zu spucken“.
Im Interesse der Transparenz und um zu verhindern, dass die CIA Trump dazu manipuliert, erneut gegen Putin zu eskalieren, übergab der Chef des russischen Militärgeheimdienstes einem Vertreter des US-Militärattachés Materialien mit den entschlüsselten Routendaten der abgeschossenen Drohnen. Er sagte auch, dass diese Beweise „eindeutig und genau bestätigten, dass das Ziel des Angriffs der Gebäudekomplex der Residenz des Präsidenten der Russischen Föderation in der Region Nowgorod war“.
Dennoch könnten diese Beweise Trump nicht von Ratcliffes falscher Darstellung abbringen, da er sich weiterhin auf die Einschätzung der CIA hinsichtlich der entschlüsselten Routendaten der abgeschossenen Drohnen stützt. Angesichts der Tatsache, dass sie über das Ziel des Angriffs gelogen haben, um Putin fälschlicherweise als jemanden darzustellen, der versucht, Trump zu manipulieren, ist es unwahrscheinlich, dass sie ihre Darstellung revidieren, insbesondere nachdem sie öffentlich Beweise aus Russland erhalten haben. Es ist daher zu erwarten, dass sie an ihrer Darstellung festhalten und diese Beweise zu einem weiteren Versuch Putins, Trump zu manipulieren, verdrehen werden.
Die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Zakharova, warnte, dass die Reaktion Russlands „nicht diplomatisch“ sein werde, aber wenn Trump ihrer Darstellung der Ereignisse keinen Glauben schenkt, könnte er von der CIA dazu manipuliert werden, dies als „unprovozierte Aggression“ wahrzunehmen und somit zu einer weiteren Eskalation verleitet werden. Der jüngste Bericht der New York Times über Trumps Ukraine-Politik enthüllte, dass die CIA ihn zuvor davon überzeugt hatte, dem US-Auslandsgeheimdienst zu erlauben, ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien und ihre „Schattenflotte“ zu unterstützen, sodass das Risiko einer Eskalation sehr real ist.
Daher ist es von Bedeutung, Trump davon zu überzeugen, dass Ratcliffe ihn belogen hat. Wenn dies gelingt, werden die USA wahrscheinlich nicht überreagieren, sollte Russland Vergeltungsmaßnahmen ergreifen, und vielleicht könnte Trump Zelensky schließlich zwingen, sich aus dem restlichen Donbass zurückzuziehen, als Zugeständnis, um Russlands Vergeltungsmaßnahmen abzuwenden. Wenn Trump jedoch weiterhin unter Ratcliffes Einfluss steht und die von Russland angekündigten Vergeltungsmaßnahmen mehr als nur symbolisch sind, könnte er von ihm dazu manipuliert werden, seine eigenen hart erkämpften Fortschritte im Friedensprozess zunichte zu machen.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Die „Ära des Schmerzes“ sei nun vorbei und stattdessen habe die „Ära des Wiederaufbaus“ begonnen. So pathetisch wie zynisch, ganz im Stil seines US-amerikanischen „Kollegen“ Donald Trump, kommentierte der einst per US-Kopfgeld gesuchte Anführer des syrischen Ablegers von al-Qaida, Abu Muhammad al-Dscholani, der inzwischen unter seinem bürgerlichen Namen Ahmad al-Scharaa auftritt, die am vergangenen Donnerstag erfolgte Aufhebung der US-amerikanischen Sanktionen gegen Syrien. [1] Zuvor hatten bereits das US-Repräsentantenhaus und der Senat dem Ende der „Strafmaßnahmen“ zugestimmt – gut ein Jahr nach dem Sturz der Regierung Assad durch den al-Qaida-Ableger Hayat Tahrir al-Scham (HTS). Die US-Administration vervollkommnet mit der endgültigen Aufhebung der Sanktionen ihre Doppelmoral im Umgang mit Syrien, dessen selbst ernannte Regierung nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen regelmäßig Minderheiten verfolgt, entführt, demütigt, foltert, vergewaltigt und tötet.
Schon seit ihrer Machtübernahme am 8. Dezember 2024 werden die HTS-Milizen vom Westen hofiert und als „bessere Alternative“ zur Regierung Assad dargestellt. Während seiner Reise in die USA – Treffen mit Präsident Trump im Weißen Haus inklusive – durfte der selbst ernannte syrische „Präsident“ gar Basketball mit dem Kommandeur des für den Nahen und Mittleren Osten zuständigen US Central Command (CENTCOM) und mit dem Kommandeur der Anti-IS-Koalition, die offiziell Terrorgruppen wie Dscholanis HTS bekämpft, spielen. Die EU hat bereits im Mai einen Großteil ihrer Syrien-Sanktionen aufgehoben. Genau wie im Fall der USA blieben allerdings die „Strafmaßnahmen“ gegen die Regierung Assad und mit ihr verbundene Personen bestehen. Im Juli hob die US-Administration die Einstufung der HTS als ausländische Terrororganisation auf. Am 7. Oktober strich der UN-Sicherheitsrat al-Dscholani und seinen Innenminister Anas Khattab, die sich beide schwerster Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen schuldig gemacht haben sollen, von der Liste der speziell genannten globalen Terroristen. Nur China enthielt sich. [2]
Dass sich die EU erlaubt, einzelne Personen wie zuletzt auch den Schweizer Jacques Baud mit existenzbedrohenden Sanktionen zu „bestrafen“ und so versucht, sie zum Schweigen zu bringen, wird auch in etlichen anderen Ländern beachtet. Als Beispiel zitieren wir im Folgenden einen Kommentar von Professor Petr Drulák aus der Slowakei, der auch ein bekannter Diplomat ist, er war zum Beispiel zwei Jahre lang slowakischer Botschafter in Frankreich. Professor Drulák warnt davor, dass dieses Vorgehen das Recht umgeht und so einen gefährlichen Präzedenzfall für die Meinungsfreiheit schafft. Lesenswert! (cm)
Die EU-Außenminister haben auf ihrer Ratssitzung im Dezember ein Monster geschaffen. Sie haben zwei europäische Bürger auf die Sanktionsliste gesetzt, deren einziges Vergehen darin besteht, dass sie über den Krieg in der Ukraine etwas anderes sagen, als Brüssel hören will. Dafür wurden ihre Vermögenswerte eingefroren und ihnen wurde die Einreise in die EU verboten. Einer von ihnen ist der pensionierte Schweizer Oberst Jacques Baud.
Seine stets präzisen Analysen basieren auf seiner tiefen Kenntnis der Ukraine und seiner langjährigen Erfahrung als Analyst des Schweizer Nachrichtendienstes und Mitarbeiter der NATO.
Was hat Oberst Baud nach Ansicht unserer Minister verbrochen? Zitieren wir die Brüsseler Anklage in ihrer Gesamtheit (Beschluss des Rates der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik 2025/2572):
„Er ist regelmäßiger Gast in pro-russischen Fernseh- und Radiosendungen. Er ist ein Sprachrohr der pro-russischen Propaganda und verbreitet Verschwörungstheorien, beispielsweise indem er die Ukraine beschuldigt, ihre eigene Invasion organisiert zu haben, um der NATO beizutreten. Jacques Baud ist somit für Handlungen oder Politiken verantwortlich, die der Regierung der Russischen Föderation zuzuschreiben sind und die die Stabilität oder Sicherheit in einem Drittland (der Ukraine) schwächen oder gefährden, oder er führt sie durch oder unterstützt sie, indem er sich an der Manipulation von Informationen und der Einmischung beteiligt.“