Von Andre Damon 14. August 2026
Weltweit wächst die Opposition gegen die Inhaftierung des 27-jährigen Sozialisten Bogdan Syrotjuk, der von einem ukrainischen Gericht wegen „Hochverrats“ zu 15 Jahren Haft verurteilt wurde, weil er in seinen Artikeln geschrieben hat, russische und ukrainische Arbeiter sollten sich gegen den Krieg vereinen, und weil er sich gegen die offizielle Glorifizierung von Nazi-Kollaborateuren gewandt hat.
Arbeiter, Akademiker und bekannte Intellektuelle von vier Kontinenten haben die Petition für seine Freilassung unterzeichnet oder Protestschreiben an das Bezirksgericht in Perwomajsk geschickt, welches das Urteil gefällt hat.
In den vergangenen Tagen haben hunderte Menschen weltweit die Petition für seine Freilassung unterzeichnet, die seit ihrer Veröffentlichung mehr als 5.700 Unterschriften erhalten hat.
Die Unterzeichner seit der Bekanntgabe des Urteils kommen aus den USA, Großbritannien, Australien, Kanada, Deutschland, Italien, Neuseeland, Sri Lanka, Spanien, Frankreich, Österreich, Irland, Finnland, der Türkei, Belgien, Schweden, Portugal, Indien, China, Taiwan, Polen, Norwegen, Dänemark, Südkorea, Rumänien, den Niederlanden, Litauen, den Philippinen, Brasilien, Kroatien, der Schweiz, Peru – und aus der Ukraine selbst.
Die Anklage stützte sich ausschließlich auf Bogdans Artikel, die sich sowohl gegen die russische Invasion als auch gegen den Stellvertreterkrieg von USA und NATO richten, und auf seine Kommunikation mit den Redakteuren der WSWS. Das Gericht ordnete an, Bogdans Eigentum zu beschlagnahmen und die Bücher und Schriften der von ihm angeführten Jungen Garde der Bolschewiki-Leninisten zu zerstören.
Bogdan sitzt in Haft, seit er am 25. April 2024 vom Sicherheitsdienst der Ukraine verhaftet und zu einem russischen Agenten erklärt wurde. Diese Behauptung hat der ukrainische Staat zu keinem Zeitpunkt belegt.
Mario Kessler, ein auf den Kommunismus spezialisierter Historiker und leitender Wissenschaftler am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam, schickte am Mittwoch ein Protestschreiben, in dem er erklärte: „Ich, Professor Dr. Mario Keßler, Historiker in Berlin, protestiere hiermit entschieden gegen die Verurteilung von Herrn Bogdan Syrotiuk…
Muss ich daran erinnern, dass Leo Trotzki als Volkskommissar für Verteidigung den Aufbau der Roten Armee sicherstellte, die in der Lage war, dem Massenmord an ukrainischen Juden während des Bürgerkriegs Einhalt zu gebieten? Muss ich außerdem daran erinnern, dass Trotzki 1939 die Teilung der Westukraine zwischen Deutschland und der Sowjetunion entschieden verurteilte und für eine von der Sowjetunion – einschließlich Stalins Sowjetunion – unabhängige Ukraine eintrat? Wie passt dies zu dem Vorwurf, Herr Syrotiuk, der sich selbst als Sozialist und Trotzkist bezeichnet, spiele Putins Spiel mit?
Marta Hawryschko, eine ukrainische Holocaust-Historikerin, die am Strassler Center for Holocaust and Genocide Studies der Clark University in Worcester (Massachusetts) unterrichtet, verbreitete am Mittwochmorgen auf X den Bericht der WSWS über das Urteil und zwar unter ihrer eigenen Überschrift: „Politische Unterdrückungen in der Ukraine unter Selenksyj.“ Der Post wurde binnen weniger Stunden mehr als 10.000-mal angesehen und erhielt 500 Likes.





