Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 1. April 2026

Trump sucht offenbar fieberhaft nach einer Möglichkeit des Rückzugs, fährt aber wie Israel mit massiven Bombardierungen fort. Israel führt seine Angriffe gegen den Libanon fort und hat mittlerweile für die Vertreibung von mindestens einer Million Menschen gesorgt. Iran setzt seine Angriffe strategisch gezielt fort. Die Installationen von US-Tech-Unternehmen sind nun das Hauptziel.
Trumps geniale Strategie? Er weiß nicht, was er als nächstes macht, weshalb seine Gegner es auch nicht wissen. Werden die USA, wie in Afghanistan, oder wie Trump vor dem Jemen, einfach alles stehen und liegen lassen, [den] Sieg erklären und abziehen? Oder wird er sich immer tiefer in den Sumpf dieses Krieges [hinein]ziehen lassen, mit der immer größeren Wahrscheinlichkeit, die anstehenden Zwischenwahlen im Herbst zu verlieren und mit einem Amtsenthebungsverfahren konfrontiert zu werden? Verfolgen sie hier, was in der Nacht und am 1. April 2026 geschah, und das ohne Aprilscherz in diesem Artikel.
In der Nacht war deutlich geworden, dass inzwischen Spanien, Frankreich und Italien sich weigern, die USA in ihrem Angriffskrieg zu unterstützen, weshalb Donald Trump der NATO eine düstere Zukunft prophezeite. Aber auch ohne die Hilfe dieser EU- und NATO-Staaten hat die angreifende Koalition eine groß angelegfte Angriffswelle auf den Iran durchgeführt. Und auch die Zehn-Millionen-Stadt Teheran wurde wieder schwer getroffen. Irans Rotes Kreuz bzw. Roter Halbmond berichtete von Treffern auf zivile und industrielle Einrichtungen in verschiedenen Landesteilen, darunter Stahlwerke in Isfahan und Bandar Abbas sowie Wohngebiete nahe Teheran.
Der Iran reagierte mit dem Abschuss ballistischer Raketen auf Israel, nachdem eine 19-stündige Pause geendet hatte. Luftalarmsirenen ertönten im Süden Israels, und es wurden Explosionen in Zentralisrael einschließlich Tel Aviv, Bnei Brak und umliegenden Städten gemeldet. Während die Medien wieder von „Streumunition“ berichteten, waren es Mehrfachsprengköpfe, welche die Luftabwehr in den Wahnsinn trieben.
Auch aus dem Jemen kam eine Antwort auf die Angriffe. Die Regierung unter Führung der AnsarAllah (im Westen „Huthis“ genannt) feuerten eine ballistische Rakete nach Israel, die aber vermutlich von der Luftabwehr abgeschossen wurde.
US-Streitkräfte griffen unterdessen unterirdische Ziele tief im Inneren Irans mit „Präzisionsmunition“ an, um den Widerstand in der iranischen Bevölkerung zu brechen und die Regierung zur Kapitulation zu bewegen.
In Beirut war Israel auch aktiv und tötete bei Luftangriffen mindestens sieben Menschen, angeblich Hisbollah-Kommandeure.
In Kuwait setzte ein Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen einen Treibstofftank in Brand. Was „Verschwörungstheorien“, also wohlüberlegte These, widerlegt, die behaupten, „sie stecken alle unter einer Decke“, mit der Begründung es würden nur alte Anlagen beschädigt.
US-Präsident Donald Trump erklärte, der Militäreinsatz gegen den Iran könne in zwei bis drei Wochen enden, und kündigte eine abendliche Ansprache an die Nation an. Er signalisierte zudem, dass die Verantwortung für die Sicherheit der Straße von Hormuz auf die ölimportierenden Länder übergehen solle. Die haben sich aber längst damit abgefunden, dass zukünftig Gebühren durch den Iran erhoben werden.
Das israelische Militär gab außerdem bekannt, seit Kriegsbeginn über 16.000 Bomben auf mehr als 4.000 Ziele im Iran abgeworfen zu haben.
Weitere Eskalation
Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) drohten damit, 18 große US-Unternehmen wie Google, Apple und Microsoft anzugreifen, da diese bei der Ortung iranischer Führer halfen. Damit geraten die Datenzentren der großen Unternehmen in den Fokus zukünftiger Vergeltungsangriffe des Iran. Und die ersten Angriffe haben bereits stattgefunden: Iranische Raketen trafen den Hauptsitz von Batelco in Hamala, Bahrain, dem größten Telekommunikationsunternehmen des Landes und Standort der Amazon Web Services-Infrastruktur. Dies scheint der erste Angriff im Rahmen dieser Drohung zu sein.
08 Uhr 00:
Trumps diverse Meldungen zum Rückzug der USA
Im Gespräch mit NBC sagte Trump, „wir machen das großartig“, und deutete an, dass die Kämpfe bald beendet sein würden, ohne jedoch einen konkreten Zeitplan zu nennen.
Trump sagte, der Wiederaufbau des Iran nach den US-amerikanisch-israelischen Angriffen könnte „15 bis 20 Jahre“ dauern, und behauptete, das Militär und die Infrastruktur des Landes seien schwer geschwächt worden.
Präsident Donald Trump sagte, ein Regimewechsel im Iran sei kein Ziel der US-Militäroperation gewesen, und fügte hinzu, dass es das Hauptziel gewesen sei, Teheran daran zu hindern, Atomwaffen zu erwerben. „Dieses Ziel wurde erreicht. Sie haben keine Atomwaffen“, sagte Trump in einer Stellungnahme aus dem Oval Office. Trump sagte auch, die Vereinigten Staaten könnten den Krieg beenden, ohne eine Verhandlungslösung zu erreichen, was darauf hindeutet, dass ein Abkommen mit Teheran für die Beendigung des Konflikts nicht notwendig ist.
Präsident Donald Trump sagte, die Benzinpreise würden schnell fallen, sobald die Vereinigten Staaten ihre Militäroperation im Iran abgeschlossen hätten, da die Kraftstoffkosten ihren höchsten Stand seit Jahren erreicht hätten. „Ich muss nur den Iran verlassen, und das werden wir sehr bald tun, und dann werden sie in den Keller fallen“, sagte Trump gegenüber Reportern.








