Von Peter F. Mayer und Jochen Mitschka – 10. März 2026

Seit dem 9. März 2026 um 20 Uhr hat sich der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran weiter zugespitzt, wobei der Krieg nun in seinen zehnten Tag geht. Der Iran hat Mojtaba Khamenei, den Sohn des getöteten Obersten Führers Ali Khamenei, zum neuen Obersten Führer ernannt, was, wie vorausgesagt, eine Konsolidierung der Hardliner im Iran signalisiert. Hinter denen sich die Bevölkerung des Irans angesichts der Angriffe versammelt.
US-Präsident Donald Trump hat diese Ernennung als „unannehmbar“ bezeichnet und betont, dass der Krieg gemeinsam mit Israel entschieden werde, wann er ende. Israelische Streitkräfte haben in der Nacht zum 10. März IRGC-Kommandos, Raketenanlagen und Öl-Depots in Teheran angegriffen, was zu massiven Bränden und Umweltwarnungen führte. Der Iran hat darauf mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, Bahrain, Kuwait und Saudi-Arabien reagiert, wobei Vergeltung gegen Ziele wie Entsalzungsanlagen und Ölfelder durchgeführt, was zu Todesopfern und Verletzten führte. Offensichtlich reagiert der Iran spiegelgleich gegenüber den Angriffen der Koalition gegen US-Interessen am Golf.
In Israel kam es zu einem Raketeneinschlag in der Zentralregion, bei dem ein Zivilist getötet und mehrere verletzt wurden. Was zeigt, dass die Luftabwehr des Landes inzwischen stark geschwächt ist. Die Angriffe haben die Ölpreise, ebenfalls wie vorausgesagt, auf über 100 US-Dollar pro Barrel getrieben, den höchsten Stand seit vier Jahren, was globale Märkte erschüttert. Und das Niveau dürfte auf Grund der Zerstörungen über viele Monate beibehalten bleiben, selbst wenn der Krieg schnell endet. Besonders für energieabhängige Staaten dürfte dies verheerende Auswirkungen auf die Wirtschaft dieser Länder haben. Wobei die Profiteure der Situation die USA und Russland sind. Der IRGC hat vor einer „Energiekrieg“ gewarnt und angekündigt, dass der Iran das Ende des Krieges bestimmen werde, nicht die USA. Wenn man es dem Iran unmöglich macht, Energie zu exportieren, wird dies alle Ölförderung in der Region betreffen. Bisher haben sich die Warnungen des Irans als begründet erwiesen.
Trotz der Eskalation hat Trump erklärt, der Konflikt könne bald enden, betont jedoch, dass weitere Angriffe Iran „zwanzigmal härter“ treffen würden. In der Region wächst die Besorgnis, da der Konflikt auf den Libanon und den Golf ausgreift, mit zunehmenden Angriffen von Hisbollah und mit dem Iran verbündeten Kräften im Iran. Es sei nicht vergessen, dass der Iran dem Irak entscheidend dabei half zu verhindern, dass die Terroristen des IS/ISIS die Hauptstadt des Landes eroberten. Dies und viele humanitäre Lieferungen aus dem Iran, das selbst unter Sanktionen leidet, an den Irak haben aus einstigen Todfeinden unter Saddam Hussein (unter Einfluss der USA) und dem Iran nun Verbündete gemacht. Nur ständige Sanktionsdrohungen der USA hindern eine weitere Annäherung.




