Im Rahmen der Biowaffenforschung haben die USA „Killermücken“ auf schwarze US-Amerikaner losgelassen
Von Thomas Röper – 12. Juni 2026
Die britische Daily Mail ist auf ein vor Jahrzehnten freigegebenes Pentagon-Dokument gestoßen, das offenbar unbemerkt geblieben ist. Darin wird beschrieben, wie das Pentagon Mücken mit Krankheiten infiziert hat, um sie als Biowaffen an ahnungslosen schwarzen US-Bürgern zu testen.
Die russischen Vorwürfe, die USA würden in den über 120 Biolaboren, die sie weltweit betreiben, von denen sich alleine 46 in der Ukraine befanden, Biowaffen erforschen, werden im Westen zurückgewiesen, lächerlich gemacht und als „russische Propaganda“ bezeichnet. Und die USA und die Ukraine verweigern, wenn sie im Rahmen von Treffen der Biowaffenkonvention mit konkreten Fragen konfrontiert werden, jegliche Antworten.
In der Vergangenheit, das ist heute unbestritten, haben die USA Biowaffen entwickelt und – was die Skrupellosigkeit der Verantwortlichen zeigt – an der eigenen Bevölkerung getestet. 2016 wurden mehrere Fälle bekannt. Ich werde nur Beispiele nennen, hier finden Sie mehr zu dem Thema.
Am 20. September 1950 spritzte die US-Marine von einem Schiff vor San Francisco eine Wolke von Mikroben in die Luft. Zweck der Übung war es zu testen, wie ein Angriff mit Biowaffen die 800.000 Bewohner der Stadt treffen würde. Es gab mindestens einen Toten.
1966 wurde sogar in der New Yorker U-Bahn ein Biowaffentest durchgeführt. Forscher der Armee haben mit Bakterien gefüllte Glühbirnen auf die Gleise geworfen und gemessen, wie sich die Keime im Tunnelsystem verbreiten. Aufgrund der Sogwirkung fahrender Züge konnten sich an der 14. Straße freigesetzte Bakterien problemlos bis zur 58. Straße ausbreiten, wie ein beteiligter Wissenschaftler 1975 in einer Anhörung aussagte.
Und ganz aktuell berichtet die Daily Mail über einen in US-Archiven gefundenen, schon 1977 freigegebenen Bericht des Pentagon, in dem beschrieben wurde, wie die USA 1959 Mücken mit Gelbfieber infiziert und unter anderem über von Schwarzen bewohnten Stadtvierteln ausgesetzt haben, um die Eignung der Mücken als Biowaffe zu testen. Den Artikel der Daily Mail habe ich übersetzt, Sie finden ihn am Ende dieses Artikels.
Vor diesem Hintergrund sind auch all die Meldungen der letzten Zeit aus den USA interessant, nach denen Mücken genetisch verändert und ausgesetzt werden sollen, angeblich, um Krankheiten zu bekämpfen oder gefährliche Mückenpopulationen auszurotten.
Da all diese Dinge erst Jahrzehnte später bekannt geworden sind und nie jemand bestraft wurde, gibt es keinen Grund zu der Annahme, dass das Pentagon diese Praktiken eingestellt haben könnte.
Inzwischen wurde in den USA jedoch ein Gesetz erlassen, das es verbietet, für den Menschen gefährliche Forschungen mit Krankheitserregern in den USA durchzuführen. Das Gesetz erlaubt es US-Forschern allerdings explizit, diese Forschungen in anderen Ländern durchzuführen.
Und damit wären wir bei den über 120 Biolaboren, die die USA weltweit betreiben und/oder finanzieren, von denen sich 46 in der Ukraine befinden. Unabhängige Kontrollen lassen die USA in diesen Laboren nicht zu.
Offiziell sollen diese Biolabore den betroffenen Ländern bei der Bekämpfung von Krankheiten und der Gesundheitsvorsorge helfen, nur wenn das so wäre und alles so harmlos ist, warum verweigern die USA dann eine unabhängige Kontrolle der Labore?
Da in den USA wie gesagt nie einer der für die gefährlichen Menschenversuche mit Biowaffen Verantwortlichen bestraft wurde, gibt es absolut keinen Grund anzunehmen, dass die USA solche Menschenversuche nicht mehr durchführen, sie haben sie offensichtlich nur ins Ausland verlagert. Für diese These sprechen auch die Ausbrüche ungewöhnlicher Krankheiten in der Nähe der US-Biolabore in diversen Ländern.
Und ganz aktuell hat die US-Geheimdienstkoordinatorin bestätigt, dass die USA im Ausland geheim und faktisch ohne jede Kontrolle an gefährlichen Krankheitserregern forschen, wobei die Forschungen „erhebliche ethische, finanzielle und sicherheitspolitische Bedenken“ aufwerfen. Die Tatsache, dass der US-Geheimdienst dazu ermitteln muss, zeigt, wie geheim diese Forschungen selbst vor den Verantwortlichen in den USA gehalten werden.
US-Geheimdienst warnt vor Gefahren durch US-Biolabore im Ausland
Von Thomas Röper – 12. Juni 2026
Die US-Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard hat in einer Pressemitteilung erklärt, von den über 120 von den USA im Ausland betriebenen Biolaboren gehe eine erhebliche Gefahr aus, weil diese praktisch ohne jede Kontrolle und streng geheim an gefährlichen Krankheitserregern forschen.
Es gibt Ereignisse, von denen die Menschen in Deutschland nichts erfahren, wenn sie sich in den Mainstream-Medien informieren. Dazu gehören die Forschungen des Pentagon an Biowaffen. Diese Thema verschweigen die deutschen Medien oder bezeichnen es als „russische Propaganda“ und Verschwörungstheorie.
Dabei bleiben sie auch dann noch, wenn in den USA die eigenen Geheimdienste vor den vollkommen unkontrollierten Forschungen an gefährlichen Krankheitserregern warnen, die in diesen Laboren durchgeführt wird. Im Mai ordnete Tulsie Gabbard, die Chefin der US-Geheimdienste [bevor sie kurz darauf ihren Rücktritt von diesem Amt mit Wirkung zum 30. Juni 2026 verkündete; die GG-Red.], eine Überprüfung der weltweit 120 von den USA betriebenen oder finanzierten Biolabore an, von denen sich übrigens über 40 alleine in der Ukraine befinden. Dass sich die US-Geheimdienste darum kümmern müssen, zeigt, dass die Forschungen offenbar so geheim und auch gefährlich sind, dass selbst die Verantwortlichen der US-Regierung nichts darüber wissen. De facto arbeiten die US-Geheimdienste hier quasi gegen US-Behörden, die die Forschungen im Ausland betreiben.
Aber darüber haben die deutschen Medien, als es im Mai gemeldet wurde, nicht berichtet. Und das gleiche dürfte sich nun wiederholen, denn Gabbard hat eine Pressemeldung herausgegeben, die deutsche Medien wohl auch verschweigen werden. Daher habe ich sie übersetzt.
Die Pressefreiheit kann auch durch die Erschwerung der Zahlungswege behindert werden. Sabiene Jahn hat zu ihrem Essay über das Zahlungswesen dieses KI-generierte Bild geschaffen. (Bild: Globalbridge)
Ein Honorar, das nicht ankommt. Ein Zahlungsweg, der über Korrespondenzbanken läuft. Eine Rückfrage zu Risiko, Herkunft und politischem Kontext. Ein Autorenhonorar, das genügt, um eine Überweisung in den Verdachtsraum zu ziehen. Was wie eine kleine Absurdität des Finanzalltags beginnt, erzählt von einer größeren Verschiebung. Pressefreiheit wird heute nicht mehr allein durch Verbote bedroht. Konten, Algorithmen, Sanktionen, Sichtbarkeitsregeln und eine politische Ordnung, die unbequeme Stimmen kaum noch offen bekämpfen muss, reichen aus. Es genügt, sie schwerer erreichbar zu machen.
Es begann mit einem einfachen Hinweis am Anfang eines Tonbeitrags. Ich sagte meinen Hörern, dass journalistische Arbeit Zeit braucht für Recherche, Formulierung und Vertonung… Ich arbeite frei, ohne feste Redaktion im Rücken, ohne Vertrag, ohne institutionelle Absicherung. Also bat ich jene, die solche Arbeit schätzen, um Unterstützung. Es war ein direkter Spendenaufruf, nichts Dramatisches.
Kurz darauf schrieb mir ein Verleger. Nicht vorwurfsvoll, eher mit jener feinen Melancholie, die Menschen haben, die wissen, wie viel Arbeit unsichtbar bleibt. Er verstehe meinen Aufruf, schrieb er sinngemäß. Natürlich könne niemand von einem einzelnen Honorar leben. Zugleich müsse er nun überlegen, wie er seine eigenen Spendenaufrufe künftig formuliere, denn er habe seinen Lesern bisher geschrieben, er zahle seinen Autoren faire Honorare. Er zahlt sie tatsächlich. Nur, auch er kann davon nicht leben. Genauer gesagt, er muss jeden Monat aus eigenen Rücklagen zuschießen, um sein unabhängiges Medium, die Technik, die Abonnements, die Redaktion und die Honorare zu tragen. (1)
In diesem Moment wurde aus einer kleinen Irritation ein größeres Thema. Autorin und Verleger standen hier zweifelsfrei nicht gegeneinander. Sie standen auf derselben Seite einer disfunktional gewordenen publizistischen Landschaft. Die Autorin muss erklären, warum sie trotz Honorar Leserunterstützung braucht. Der Verleger muss erklären, wie er faire Honorare zahlt, obwohl er selbst Monat für Monat drauflegt. Und beide müssen sich in einer Öffentlichkeit bewegen, in der schnell der Verdacht entsteht, jemand verschweige etwas, bereichere sich oder klage an der falschen Stelle.
Normalität ist längst beschädigt
Nun, das eigentliche Problem liegt jedoch tiefer. Es betrifft nicht nur die Frage, ob ein Honorar 250 Euro, 500 Franken oder einen vierstelligen Vorschuss beträgt. Es betrifft die materielle Infrastruktur der Pressefreiheit. Wer heute unabhängig publiziert, braucht nicht nur Mut, Sprache, Quellen, Erfahrung und Leser. Er braucht auch Zahlungswege. Er braucht Banken, die Überweisungen ausführen. Er braucht ein Mindestmaß an Vertrauen in jene technische Normalität, die jede Zeitung, jedes Magazin, jede Redaktion und jeder freie Autor stillschweigend voraussetzt.
Der 7. Oktober hat das Scheitern offenbart, das Netanjahus Lebenswerk im Kern prägt. Seitdem ist alles nur ein Versuch, dies unter noch größeren Katastrophen zu begraben
HBO hat einen Film über Bernie Madoff gedreht, den größten jüdisch-amerikanischen Betrüger aller Zeiten, der das größte Ponzi-Schema der Geschichte inszenierte. Er heißt – und erinnert Sie das an jemanden? – „The Wizard of Lies“. In einer Szene wird Madoff im Gefängnis von Diana B. Henriques interviewt, der Journalistin, auf deren Buch der Film basiert. Sie fragt: „Wenn Sie nicht vorhatten, sich umzubringen oder unterzutauchen, wie dachten Sie, würde es enden?“
Seine Antwort ist verblüffend: „Es klingt schrecklich, das jetzt zu sagen, aber ich wollte einfach nur, dass die ganze Welt untergeht. Als der 11. September passierte, dachte ich, das sei der einzige Ausweg. Die Welt würde untergehen, ich wäre tot und alle wären weg. Aber ich meine, ich hätte es weiterlaufen lassen können, ich hätte alles abdecken können. Selbst nach dem Zusammenbruch von 2008 hatte ich noch genug Zusagen für eingehende Geldmittel.“
Wir erinnern uns an die unvergesslichen Worte von Sara Netanjahu: „Bibi ist ein Führer, der zu groß für dieses Land ist. … Warum sollte er so hart arbeiten? Wir ziehen ins Ausland. Sollen wir dieses Land doch brennen lassen.“
Eine solche Drohung, dass Premierminister Benjamin Netanjahu das Land brennen lassen würde, wenn wir ihn verärgern, schwebt seitdem wie ein Fluch über Israel. Als die Hamas am 7. Oktober 2023 angriff, nach einem langen Jahr, in dem Bibi – und noch einiges mehr – vor Gericht und durch die Protestbewegung verärgert wurde, und das Land tatsächlich in Flammen aufging, war es unmöglich, die Katastrophe nicht als eine Drohung zu sehen, die wahr geworden war, wenn auch nicht „absichtlich“.
Doch seit ich diesen Film gesehen und die kranke Logik von Betrügern vom Kaliber eines Madoff und Netanjahu kennengelernt habe, ist mir klar, dass wir zu klein dachten, als wir glaubten, das Schlimmste, was passieren könnte, sei, dass dieses Land in Flammen aufgeht. Angesichts des Ausmaßes ihres Betrugs war das absolut nicht genug. Um ihre Betrugsdelikte zu vertuschen, musste „die ganze Welt untergehen“.
In diesem Zusammenhang sollten Netanyahus Schritte verstanden werden, seit sein Pyramidensystem zur nationalen Sicherheit zusammengebrochen ist: Sein einziger Ausweg ist, dass die Welt untergeht. Und wenn nicht das, dann sollte zumindest ein globaler Strudel entstehen, eine Art Armageddon im Stil eines „Kampfes der Kulturen“, damit die Nadel des 7. Oktober nicht im Heuhaufen der historischen Ruinen gefunden werden kann.
Der Weltkrieg, für den Netanjahu seitdem agitiert, ist nicht, wie viele annehmen, von zukünftigen politischen Erwägungen motiviert (wie etwa dem Versuch, die Wahl zu verhindern, an der Macht zu bleiben oder seinen Prozess abzusetzen). Dies ist ein Krieg, der per Definition keinen „Tag danach“ hat (es sei denn, es handelt sich um den Austausch von Bevölkerungen und/oder Regimes im gesamten Nahen Osten und am Persischen Golf). Sein Kriegsgetriebel seit nunmehr fast drei Jahren wird von dem Wunsch angetrieben, alle Spuren seines historischen Betrugs zu verwischen – eines Betrugs, der sich in der Idee verkörpert, die er uns während seiner gesamten politischen Karriere verkauft hat: dass er die Palästinafrage verschwinden lassen wird. Der Trick, den er anwandte, um dies zu erreichen, bestand darin, uns mit „der iranischen Bedrohung“ zu konfrontieren.
Ging es vor dem 7. Oktober noch aus, dass israelische „Investoren“ – wir alle – auf seinen Betrug hereinfielen und ihm ihr Leben, das Leben ihrer Kinder und ihre Zukunft anvertrauten, so musste er seit dem 7. Oktober, als alles zusammenbrach, die Investition verdoppeln, um das Pyramidensystem am Laufen zu halten, indem er viel größere Akteure mit ins Boot holte.
Zwar kann Israel die absolute Kontrolle über die Palästinenser aus eigener Kraft aufrechterhalten, doch kann es keinen Krieg gegen den Iran allein führen. Es braucht eine Supermacht, die Vereinigten Staaten, um einen solchen Krieg zu führen. Und während die Palästinenser weltweit kaum echtes Interesse wecken, dürfte ein Krieg mit dem Iran globales Chaos auslösen. Aber was kümmert das Netanjahu? Wenn er Erfolg hat, wird er sagen: Ende gut, alles gut. Wenn nicht, dann geht die Welt unter – und mit ihr all seine Probleme (es sei denn, die amerikanischen Investoren verlangen ihr Geld zurück; in diesem Fall ist der Zusammenbruch der Pyramide unvermeidlich).
Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
In der Ukraine werden Nazi-Kriegsverbrecher, die im Zweiten Weltkrieg unter anderem ein Massaker an hunderttausend Polen veranstaltet haben, als Nationalhelden verehrt, was in Polen für heftige Reaktionen sorgt. Der Spiegel berichtet mit fast drei Wochen Verspätung und verschweigt die wichtigsten Fakten.
Manche Themen sind für deutsche Medien offensichtlich schwierig, denn anders lässt sich nicht erklären, warum der Spiegel fast drei Wochen brauchte, um seinen Lesern über die Krise im polnisch-ukrainischen Verhältnis zu berichten. Allerdings berichtet der Spiegel ausgesprochen unvollständig, denn den wichtigsten Grund für den Streit, nämlich dass die Ukraine die sterblichen Überreste von in Deutschland begrabenen ukrainischen Kriegsverbrechern, die unter anderen ein Massaker an hunderttausend Polen veranstaltet haben, nach Kiew überführt und dort am 25. Mai bei einem Staatsbegräbnis mit militärischen Ehren und in Anwesenheit von Machthaber Selensky beerdigt hat, verschweigt der Spiegel kurzerhand.
Auch der Bundesregierung ist das offensichtlich peinlich, denn auf das Thema angesprochen haben die Regierungssprecher geantwortet, davon sei ihnen nichts bekannt. Das ist schon deshalb merkwürdig, weil der Vorfall in Polen zu großem Ärger geführt hat, was das deutsche Außenministerium ja eigentlich wissen müsste. Aber die Regierungssprecher haben sich dumm gestellt.
Die Verärgerung in Polen ist so groß, dass man Selensky den höchsten polnischen Orden, der ihm einst verliehen wurde, aberkennen will und dass der stellvertretende Parlamentspräsident Selensky als in Polen unerwünschte Person bezeichnet hat, um nur zwei Beispiele zu nennen. Das hat auch tatsächliche Folgen, denn zu seinem Besuch in London Anfang der Woche ist Selensky nicht, wie üblich, über Polen gereist, sondern über Moldawien, wo ihn sein Regierungsflieger, der in Polen steht, abholen musste.
Der Spiegel brauchte fast drei Wochen, um seinen Lesern zumindest irgendetwas über die Vorgänge zu berichten. Diese Aufgabe hat Christian Esch übernommen, der Stammlesern des Anti-Spiegel wohlbekannt ist. Früher war er Büroleiter des Spiegel in Moskau und er ist für seinen irregeleiteten moralischen Kompass bekannt, weil er einerseits radikale russische Rassisten verteidigt (wenn sie nur gegen Putin sind) und andererseits die Rassegesetze in der Ukraine als „Gesetz zum Schutz von Minderheiten“ bezeichnet hat – eine Idee, auf die nicht einmal die Nazis gekommen wären. Aber Herr Esch ist eben sehr kreativ, wie wir gerade erst anhand einer Spiegel-Titelstory erleben durften, in der er ein Heldenepos über ukrainische Korruptionäre geschrieben, aber „vergessen“ hat, deren Korruption zu erwähnen.
Auch bei dem aktuellen Thema der Nazi-Verehrung in der Ukraine und der polnischen Verärgerung darüber durfte Herr Esch wieder seine ganze Kreativität zeigen und Nazis verteidigen. Wie Esch das gemacht hat, schauen wir uns nun an. Eines schicke ich schon mal vorweg: Das Staatsbegräbnis für den Nazi-Kriegsverbrecher, der in Kiew mit militärischen Ehren und in Anwesenheit von Machthaber Selensky beigesetzt wurde, erwähnt Esch gar nicht, er berichtet stattdessen über weniger eindrucksvolle Details des Streits zwischen Polen und der Ukraine.
Die von der PA nominell kontrollierten Gebiete (11/2011) in rotCC BY-SA 3.0
Der Krieg der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) gegen den Widerstand ist die Fortsetzung einer Kollaboration mit dem Kolonialismus, die palästinensische Eliten seit mehr als einem Jahrhundert praktizieren
Angesichts des andauernden israelischenVölkermords in Gaza und seines Terrors im Westjordanland und im Libanon muss sich der palästinensische und libanesische Widerstand nicht nur seinem israelischen Feind stellen, sondern auch den eigenen Eliten, die mit diesem Feind kollaborieren.
Die historische Reaktion auf koloniale Eroberung und imperiale Herrschaft in weiten Teilen der Welt war dreigeteilt.
Erstens: radikaler Widerstand seitens der Mehrheit der armen Bauern und Arbeiter sowie eines beträchtlichen Teils der städtischen Mittelschicht.
Zweitens: Kooperation und Kompromissbereitschaft seitens eines Großteils der wohlhabenden Elite und einiger Teile der Mittelschicht, gerechtfertigt durch den Glauben, dass eine solche Zusammenarbeit zu kolonialen Zugeständnissen führen und eine offene Konfrontation abwenden würde, in der die Kolonisierten sicherlich die Verlierer wären.
Drittens: völlige Unterwürfigkeit und Kollaboration seitens eines anderen Teils der Reichen, in der Hoffnung, gegenüber rivalisierenden Eliten, die kooperierten und Kompromisse eingingen, eine Vorzugsbehandlung zu erhalten – basierend auf der Logik, dass das Fortbestehen der kolonialen Herrschaft der Elite als lokalen Vertretern des Kolonialismus zugutekommt.
Diese Reaktionen wurden in der gesamten kolonialisierten und postkolonialen Welt verzeichnet – von Asien bis Afrika.
Die arabische Welt – einschließlich der Palästinenser – bildete da keine Ausnahme.
Die palästinensische Gesellschaft vor der Nakba reagierte auf den britischen Kolonialismus und den zionistischen Siedlerkolonialismus, indem sie genau diesem Drehbuch folgte
Tatsächlich reagierte die palästinensische Gesellschaft vor der Nakba auf den britischen Kolonialismus und den zionistischen Siedlerkolonialismus, indem sie genau diesem Drehbuch folgte, so wie sie es auch nach der Nakba tun würde.
Seit den frühen 1920er Jahren waren sich die wohlhabenden palästinensischen Eliten – obwohl untereinander gespalten – weitgehend einig, dass der Widerstand gegen den zionistischen Kolonialismus eine Zusammenarbeit mit den britischen Besatzern erforderte.
Die Strategie wurde vom Arabischen Exekutivkomitee und dem Obersten Muslimischen Rat angeführt, die beide von großen, wohlhabenden palästinensischen Familien aus Jerusalem, Jaffa und anderen Städten dominiert wurden.
Ihnen standen andere Eliten gegenüber, vor allem eine rivalisierende Familie aus Jerusalem und andere innerhalb dieser beiden Gremien marginalisierte Familien, die eine vollständige Zusammenarbeit mit den Briten und den Zionisten befürworteten.
Letztere gründeten mit zionistischer Finanzierung und Unterstützung die „Agrarpartei“ (al-Hizb al-Zirai), die Nationale Muslimische Gesellschaft und später al-Hizb al-Watani (die Nationalpartei).
Die Mehrheit der Bauern und Arbeiter entschied sich für den Widerstand, mit erheblicher Unterstützung durch die städtische Mittelschicht.
Die Unabhängigkeitsbewegung
Intellektuelle der Mittelschicht waren von den palästinensischen Eliten – sei es die deutlich kleinere Gruppe der Kollaborateure oder die größere Gruppe der „Kooperateure“ – so enttäuscht, dass sie 1932 die Hizb al-Istiqlal (die Partei der „Unabhängigkeit“) gründeten.
Die Partei unterstützte den Widerstand der Bauern und Arbeiter und startete eine Bürgerrechtsbewegung mit Demonstrationen, Boykotten und zivilem Ungehorsam.
Hamdi al-Husayni aus Gaza (nicht verwandt mit der elitären Husayni-Familie aus Jerusalem) und andere junge Istiqlal-Führer ließen sich von anderen antikolonialen Kämpfen inspirieren, insbesondere von Gandhis Aktivitäten in Indien.
In Anlehnung an Gandhi rief die Führung der Istiqlal-Partei, darunter Husayni und Akram Zuaytar, ein junger Lehrer aus Nablus, Izzat Darwazah, ein nationalistischer Publizist und Lehrer, sowie der Anwalt Awni Abd al-Hadi, der nach 1928 auch Sekretär der von der Elite kontrollierten Arabischen Exekutive war, zur Nichtzusammenarbeit mit den britischen Herrschern Palästinas auf.
Sie übernahmen Taktiken, darunter Gandhis einmonatigen Salzmarsch von 1930 quer durch Indien sowie Boykott und zivilen Ungehorsam.
Bald nach der Gründung der Partei kritisierten die Führer der Istiqlal offen die palästinensische Elite wegen ihrer Komplizenschaft mit der britischen Herrschaft.
Auf der ersten Massenkundgebung der Partei im Dezember 1932 forderten ihre Führer die Unabhängigkeit, verurteilten Großbritannien und den Zionismus und riefen zur Zusammenarbeit mit dem neu unabhängigen Irak, Saudi-Arabien und Ägypten auf.
Sie warfen der Arabischen Exekutive Passivität vor und forderten ihre Führer auf, die Zusammenarbeit mit den britischen Mandatsbehörden zu verweigern.
Im folgenden Jahr erreichte die Mobilisierungsfähigkeit der Istiqlal-Partei ihren Höhepunkt, als die britische Unterdrückung, die zionistische Apartheid, die Vertreibung palästinensischer Bauern und die jüdische Einwanderung nach Palästina ein beispielloses Ausmaß erreichten.
Widerstand und Unterdrückung
Da es nicht gelang, die Arabische Exekutive zur Nichtkooperation zu bewegen, organisierte die Istiqlal-Partei im Oktober 1933 Demonstrationen gegen die britische Politik und die jüdische Kolonisierung.
Die Exekutive gab schließlich nach und unterstützte die Aufrufe zu Demonstrationen, trotz des „Widerstands“ der kollaborierenden Elitefraktion.
Tausende marschierten durch Palästina, darunter allein 8.000 in Jaffa – unter ihnen 600 Palästinenser aus Wadi al-Hawarith, deren Ländereien wenige Monate zuvor von zionistischen Kolonisten übernommen worden waren. Die randalierende britische Polizei tötete 26 unbewaffnete Demonstranten in Jaffa und Haifa und verletzte Dutzende weitere.
Palästinensische Eliten begannen, politische Parteien zu gründen, die um die Gunst der Briten wetteiferten, und sich bei den Zionisten einzuschmeicheln.
Britische Behörden, wohlhabende palästinensische Eliten beider Lager und Zionisten sahen alle ein gemeinsames Interesse daran, die Istiqlal-Partei zu unterdrücken.
Ihre gemeinsamen Bemühungen führten dazu, dass die Partei, die bis 1934–1935 zur beliebtesten palästinensischen antikolonialen Partei geworden war, fast vollständig zerstört wurde.
Dennoch verstärkten jüngere palästinensische Aktivisten, darunter ehemalige Mitglieder der Istiqlal-Partei und des Jugendkongresses, ihre Aufrufe an die palästinensischen Eliten, ihre vergeblichen Bemühungen um britische Unterstützung gegen den Zionismus aufzugeben und stattdessen auf Nichtkooperation zu setzen.
Bis 1936 führten palästinensische Arbeiter mehrere Streiks durch, die von den Führern der Elite abgelehnt wurden, was ihnen weitere Unterstützung seitens der Jugendbewegung, des Rests der Istiqlal-Partei und ihrer Anhänger aus der Arbeiterklasse kostete.
Während die Politiker der Elite die Gespräche mit dem Hochkommissar über die Einrichtung einer gesetzgebenden Versammlung fortsetzten, gipfelten neue Treffen – angeführt von Istiqlalisten wie Hamdi al-Husayni und unter Beteiligung städtischer Arbeiter – in einem großen Generalstreik, der am 19. April 1936 ausgerufen wurde.
Er dauerte sechs Monate und ist bis heute der längste Generalstreik der Welt.
Hoch mobilisierte Palästinenser, angeführt von Istiqlalisten und Jugendgruppen, darunter die Vereinigung junger muslimischer Männer, rückten in den Vordergrund des politischen Lebens.
Ihre Dynamik zwang die Politiker der Elite – darunter den Mufti Amin al-Husayni, der sich zunächst gegen den Streik ausgesprochen hatte – eine Woche später das Arabische Hohe Komitee als Koalition zu gründen, um die im August 1934 aufgrund von Fraktionskämpfen innerhalb der Elite aufgelöste Arabische Exekutive zu ersetzen.
Das Hohe Komitee versuchte, die Forderungen nach zivilem Ungehorsam zu mäßigen, während der britische Hochkommissar die Führungselite an ihre Rolle bei der Eindämmung der Massen erinnerte.
Die Zurückhaltung des Muftis, den Generalstreik und den breiteren palästinensischen Aufstand zu unterstützen, hielt bis weit in den Sommer 1936 hinein an.
Unterdessen begannen palästinensische Eliten, politische Parteien zu organisieren, die um die Gunst der Briten wetteiferten und – im Falle der kollaborierenden Nationalen Verteidigungspartei – um die Gunst der Zionisten buhlten.
Inmitten des Widerstandsengagements von Bauern, Arbeitern, Jugendlichen aus der Mittelschicht und Intellektuellen sowie der anhaltenden Kooperation und Kollaboration der Elite brach der Große Aufstand der Palästinenser aus und dauerte bis zu seiner endgültigen brutalen Niederschlagung durch die Briten und ihre zionistischen Kolonialisten im Jahr 1939, bei der mehr als 8.000 Palästinenser getötet wurden.
Kollaborateure aus der palästinensischen Elite bildeten eine konterrevolutionäre Miliz namens „Friedensbande“, um palästinensische Revolutionäre zu töten.
Die Niederlage des Aufstands führte neun Jahre später zur Nakba von 1948.
Die Erben von Oslo
Diese Dynamiken tauchten in der Zeit nach der Nakba wieder auf.
Die Kinder der vertriebenen palästinensischen Bauern und Arbeiter sowie Teile der Mittelschicht starteten Ende der 1950er Jahre einen neuen politischen Kampf, der sich Ende der 1960er Jahre zu einer bewaffneten Widerstandsbewegung entwickelte.
Die palästinensische Elite kooptierte die Bewegung bald, angeblich um ihr zu „internationaler“ Legitimität zu verhelfen, zunächst durch Vermittlung bei arabischen Regierungen, damit diese die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) 1974 als „einzigen legitimen Vertreter des palästinensischen Volkes“ anerkannten.
Durch die Finanzierung durch arabische Regime wurde die PLO bald gezähmt.
In Anlehnung an die Strategie der palästinensischen Elite vor der Nakba strebte die PLO eine Zusammenarbeit mit den USA und Europa an, indem sie ihre Forderungen nach der Befreiung Palästinas vom zionistischen Siedlerkolonialismus „abmilderte“ und stattdessen eine „Zweistaatenlösung“ forderte.
Geheime Kanäle zu den USA und offene Kanäle zu Europa reduzierten die einstige Agenda der PLO letztlich von der vollständigen Befreiung auf die Forderung nach einem Ministaat auf einem Bruchteil des palästinensischen Territoriums.
Doch während die PLO nach 1974 die Rolle der palästinensischen Eliten aus den 1920er- und 1940er-Jahren als Kooperationspartner und Kompromissbereite nachahmte, so verwandelte die Unterzeichnung der Osloer Verträge von 1993 die PLO erneut in jenen anderen Teil der Elite der 1920er- und 1940er-Jahre – einschließlich der Agrarpartei und der Nationalen Verteidigungspartei –, der offen mit den Zionisten und ihren kolonialen Sponsoren kollaborierte.
Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) ist heute ein Spiegelbild dieser kollaborierenden Kräfte.
Unterdessen haben Yasser Arafats PLO und die ihr nachfolgende PA versucht, alle Versuche zu unterbinden, den von der Istiqlal-Partei und den bäuerlichen Revolutionären geführten Kampf wiederzubeleben, der ursprünglich seit Mitte der 1970er Jahre von der „Ablehnungsfront“ der PLO sowie von der Hamas, Islamischen Dschihad und dem, was seit den späten 1980er und frühen 1990er Jahren von der PLO-Linken übrig geblieben war.
Dies gipfelte 2007 in dem von den USA, Israel und der PA organisierten Putsch gegen die gewählte Hamas-Regierung, der an eine ähnliche Koalition erinnerte, die sich in den 1930er Jahren gegen die Istiqlal-Partei verbündet hatte.
Die Sicherheitskräfte der PA spielten die Rolle der „Friedensbanden“ der 1930er Jahre. Dies ist die Situation, in der sich das palästinensische Volk seit 1993 befindet.
Ihr Kampf ist auch heute noch ein Kampf zwischen einer kollaborierenden PA und einem pro-befreiungsorientierten Widerstand, der darauf abzielt, den Siedlerkolonialismus zu beenden.
Der Völkermord im Gazastreifen ist die Antwort Israels und seiner westlichen Sponsoren auf den palästinensischen Widerstand, während ihr Stellvertreter, die PA, während des Völkermords ihren Krieg und ihre Unterdrückung gegen den Widerstand in den von der PA kontrollierten Gebieten des Westjordanlands verschärft hat.
Die PA wird bei ihren Bemühungen von der israelischen Besatzungsarmee und bewaffneten jüdischen Kolonisten unterstützt.
Doch genau wie die kollaborierenden und kooperierenden palästinensischen Eliten der 1920er bis 1940er Jahre den Widerstand nicht aufhalten konnten, scheitern auch die heutigen Kollaborateure der PA an ihrer Aufgabe, den Geist des Widerstands unter den Palästinensern zu brechen.
Es ist dieser anhaltende Widerstand gegen Israel und seine westlichen Sponsoren sowie gegen die kollaborierende PA und die wohlhabenden palästinensischen Eliten, die sie unterstützen, der letztlich über die Zukunft des palästinensischen Volkes entscheiden wird.
Nach mehr als einem Jahrhundert der Kollaboration und des Widerstands und angesichts der Weigerung Israels, seinen Völkermord zu beenden, neigt sich die Waage weiterhin beharrlich zugunsten des Widerstands.
Joseph Massad ist Professor für moderne arabische Politik und Geistesgeschichte an der Columbia University in New York. Er ist Autor zahlreicher Bücher sowie wissenschaftlicher und journalistischer Artikel. Zu seinen Büchern gehören „Colonial Effects: The Making of National Identity in Jordan“, „Desiring Arabs“, „The Persistence of the Palestinian Question: Essays on Zionism and the Palestinians“ und zuletzt „Islam in Liberalism“. Seine Bücher und Artikel wurden in ein Dutzend Sprachen übersetzt.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Redaktion von Globale Gleichheit wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Keine 24 Stunden, nachdem die USA eine neue Welle von Luftschlägen auf den Iran flogen ‒ und der Iran seinerseits US-Basen in Kuwait, Bahrain und Jordanien mit ballistischen Raketen eindeckte, die Straße von Hormus vollständig schloss und zwei Schiffe beschoss, die die Blockade zu durchbrechen versuchten ‒, verkündet Donald Trump einen „great settlement“. Einen großen Durchbruch.
Die Verhandlungsmaschinerie, die parallel zur militärischen Eskalation weitersurrte, hat offenbar geliefert. Oder zumindest fast. Denn vier C-17-Transportflugzeuge der US Air Force hoben am Donnerstag in Richtung Europa ab ‒ Ausrüstung für eine mögliche Unterzeichnungszeremonie in Genf. Vizepräsident JD Vance, so das Weiße Haus, würde die amerikanische Delegation anführen. Sondergesandter Steve Witkoff und Berater Jared Kushner sollen ihn begleiten.
Laut Axios, das Einblick in das Memorandum of Understanding erhielt, umfasst das sogenannte Islamabad-Abkommen ‒ vermittelt gemeinsam von Katar und Pakistan ‒ folgende Kernpunkte:
Sofortige Wiedereröffnung der Straße von Hormus, ohne Transitgebühren, mit Rückkehr zum Vorkriegs-Schifffahrtsvolumen innerhalb von 30 Tagen
Aufhebung der US-Seeblockade im Gegenzug
60-tägige Waffenstillstandsverlängerung, auch für den Libanon ‒ ein Punkt, der allerdings von separaten Verhandlungen zwischen Israel und der Hisbollah abhängt
Aufnahme von Nuklearverhandlungen während dieser 60 Tage, mit einem Rahmen für die Behandlung des angereicherten Uranbestands
Iran verpflichtet sich, niemals eine Atomwaffe zu erwerben
Schrittweise Sanktionserleichterungen für den Iran, beginnend mit temporären Ausnahmegenehmigungen für Ölexporte über 60 Tage, die bei „gutem Willen“ in den Folgeverhandlungen ausgeweitet werden können
Freigabe eines Teils der eingefrorenen iranischen Vermögenswerte in einer ersten Phase, mit weiteren Tranchen basierend auf der Umsetzung des Abkommens
30 Tage für die technische und logistische Umsetzung der Wiedereröffnung der Meerenge, einschließlich Minenräumung
Ein US-Verzicht auf die Forderung nach vollständiger Uranausfuhr, stattdessen die Option des „Down-Blending“ von hochangereichertem Uran im Iran selbst, unter Aufsicht von UN-Inspektoren
Die Frage der US-Militärpräsenz in der Nähe des Iran bleibt ein Streitpunkt und wird in laufenden Verhandlungen weiter diskutiert
Widersprüchliche Signale
Was diesen „Durchbruch“ so schwer einzuordnen macht, ist die Gleichzeitigkeit von militärischer Eskalation und diplomatischer Annäherung.
Irans Außenministeriumssprecher Esmaeil Baghaei erklärte am Donnerstagabend im Staatsfernsehen, der „Hauptteil des Verständigungstextes sei finalisiert“ ‒ beschuldigte Washington aber zugleich, den Prozess durch „widersprüchliche Positionen“ zu stören. Die USA hätten in den letzten Tagen versucht, „ungewöhnliche Forderungen“ durchzusetzen, aber der Iran habe gezeigt, dass er sich „niemals illegitimen Bedingungen beugen“ werde.
Die erneuten US-Luftschläge vom 10. und 11. Juni kamen nicht zufällig genau dann, als das Abkommen kurz vor dem Abschluss stand. Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte zuvor unverblümt erklärt, die USA würden den Iran „hart treffen“, weil die Verhandlungen nicht schnell genug vorankämen.
Die israelische Armee IDF hat im Gaza-Streifen ganze Arbeit geleistet: Zehntausende von zivilen Toten und Hunderttausende auf der Flucht und in Flüchtlingslagern und am Verhungern sind die Folgen.
„Der Tod menschlicher Empathie ist eines der frühesten und deutlichsten Zeichen einer Kultur, die im Begriff ist, in die Barbarei zu verfallen.“ (Hannah Arendt) Am 19. Mai erhielt der palästinensische Journalist Rami Abu Jamous den Nord-Süd-Preis des Europarats. Jamous war Gründer der Agentur GazaPress, die westlichen Journalisten bei Recherchen und bei Übersetzungen half. Im Oktober 2023 wurde Jamous von der israelischen Armee gezwungen, seine Wohnung in Gaza-Stadt zusammen mit seiner Familie zu verlassen. Sie flohen nach Rafah, dann nach Deir El-Balah und später nach Nusseirat. Seit Oktober 2025 ist Rami mit seiner Familie wieder in Gaza-Stadt.
An der Preisverleihung in Lissabon las Portugals Präsident António José Seguro aus dem „Gaza-Tagebuch“ von Rami Abu Jamous vor. Das Schweizer Portal Infosperber dokumentiert die leicht gekürzte Dankesrede von Jamous, die er per Video aus Gaza hielt: „Ich spreche zu Ihnen aus Gaza. Aus diesem Land, dessen Tod die Welt live mitverfolgt. Aus diesem Freiluftgefängnis, in dem wir einen Gazacide erleben. Ja, ich sage bewusst Gazacide. Ein Völkermord bedeutet, ein Volk zu töten. Aber was wir erleben, ist nicht nur das Töten eines Volkes. Es ist das Töten der Geschichte. Es ist das Töten des Landes. Es ist das Töten von Bildung, Gesundheit, Archäologie, der Vergangenheit, ja sogar der Zukunft – und vor allem ist es das Töten der Menschlichkeit der Palästinenser.
Wir sind zusammengepfercht, gejagt, ausgehungert. Ich spreche zu Ihnen aus dem Maison de la Presse – einer Einrichtung, an deren Gründung ich gemeinsam mit mehreren Journalistenkollegen beteiligt war, darunter meinem Freund Bilal Jaddallah, den die Besatzungsarmee leider getötet hat. Der große portugiesische Dichter Fernando Pessoa schrieb: „Freiheit ist die Möglichkeit, sich zurückzuziehen.“ In Gaza wird uns sogar diese Freiheit geraubt. Wir sind zusammengepfercht, gejagt, ausgehungert – aber wir weigern uns zu schweigen. Möge dieser Preis auch ein Aufschrei sein: Der Gazacide darf nicht ungestraft bleiben.“ [1]
Am 8. Juni wurde der diesjährige Europäische Pressepreis an die investigative Reportage „Was die Wunden erzählen“ von Maud Effting und Willem Feenstra von der niederländischen Zeitung De Volkskrant verliehen. Die beiden Journalisten dokumentieren die Fälle von 114 Kindern in Gaza unter 15 Jahren, die von einer einzigen Kugel in Kopf oder Brust getroffen wurden. Fast alle von ihnen starben oder blieben schwer behindert. „Eine einzelne Kugel in diesen Körperteilen ist ein klarer Hinweis darauf, dass diese Kinder gezielt angegriffen wurden“, schreiben die Preisträger. [2]
Obwohl der European Press Prize eine der höchsten europäischen journalistischen Auszeichnungen ist, wurde über die Preisverleihung nicht berichtet, auch nicht über den Preis des Europarats, soweit bekannt.
Dadurch, dass die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf den eskalierenden Krieg zwischen Russland und der Ukraine gerichtet ist sowie auf die Bombardierung und die Zerstörung des Libanon, einhergehend mit einer massiven Vertreibung von weit über einer Million Menschen, und auf den eskalierenden Krieg zwischen Israel und dem Iran, wird über die katastrophale Situation in Gaza kaum berichtet.
„Israel intensiviert das Töten, während die Welt wegschaut“ titelt das elektronische Nachrichtenportal Drop Site News am 9. Juni. Anlass war die Tötung eines achtjährigen Jungen, der von der provisorischen Schule nach Hause kam, und zwei weiteren Palästinensern. [3]
Die Wahrscheinlichkeit, dass Russland diesem Vorhaben unter welchen Umständen auch immer zustimmt, bleibt verschwindend gering.
Der ukrainische Machthaber Selensky traf sich kürzlich in London mit den Regierungschefs Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands, deren Länder die sogenannte E3 bilden. Anschließend veröffentlichten sie eine gemeinsame Erklärung, in der sie ihre Vision für einen dauerhaften Frieden bekräftigten; deren dritter Punkt sieht „die Entsendung der Multinationalen Truppe – Ukraine“ (MFU) vor, sobald ein Waffenstillstand erreicht ist. Während noch unklar ist, welche Länder an dieser Mission teilnehmen würden, vor der Russland wiederholt gewarnt hat, ist es doch sehr wahrscheinlich, dass zumindest diese drei dabei sein werden.
Gelegenheitsbeobachtern mag es entgangen sein, aber „Briten, Franzosen und Deutsche stehen nun direkt vor Russlands Haustür“, wobei die ersten beiden über Atomwaffen verfügen und die Franzosen gerade ihren nuklearen Schutzschirm über einen Teil Europas ausgeweitet haben – all dies trägt dazu bei, Russlands ohnehin schon hohe Bedrohungslage durch diese Länder weiter zu verschärfen. Es ist mittlerweile auch bekannt, dass Russland jegliche ausländischen Streitkräfte in der Ukraine unter allen Umständen als legitime Ziele betrachten würde. Ob es diese tatsächlich angreifen würde, bleibt jedoch umstritten.
Russlands vorrangiges Ziel fast viereinhalb Jahre nach Beginn der militärischen Sonderoperation ist es, die vollständige Kontrolle über den Donbass zu erlangen – zumindest laut der Beschreibung eines RT-Autors, wonach dies die im Rahmen des Anchorage-Gipfels vereinbarte Gegenleistung sei, im Falle der Putin angeblich versprochen habe, die Feindseligkeiten einzustellen, falls sich die Ukraine von dort zurückziehen würde. Es ist daher hypothetisch möglich, dass Russland weitere Zugeständnisse machen könnte, indem es der Stationierung der MFU zustimmt, falls Selenskyj seinen Rückzug aus dem Donbass von der Gewährung dieser „Sicherheitsgarantie“ abhängig machen würde.
Gleichzeitig gibt es jedoch Gründe für Russland, eine solche Vereinbarung abzulehnen, selbst wenn die MFU (zumindest zunächst) nur beabsichtigt, eine symbolische Truppe westlich des Dnjepr zu stationieren. Zunächst einmal könnte die formelle Präsenz jeglicher NATO-Truppen in der Ukraine als Auslöser dafür dienen, dass sich ein ansonsten lokal begrenzter Grenzkonflikt zu einem heißen Krieg zwischen der NATO und Russland ausweitet. Dies gilt insbesondere dann, wenn ihre Truppen als „menschliche Schutzschilde“ an den ukrainischen Stützpunkten oder kritischen Infrastrukturen fungieren, gegen die Russland Vergeltungsmaßnahmen ergreifen könnte.
Zweitens könnte das vorgenannte Szenario durch eine ukrainische False-Flag-Provokation ausgelöst werden, die Russland nicht verhindern könnte, sollte Kiew diese tatsächlich durchführen wollen. Es könnte beispielsweise ausreichen, dass eine russische Drohne, die zuvor durch elektronische Kriegsführung abgeschossen und unversehrt geborgen wurde, eines Tages eine MFU-Stellung trifft – was dann den heißen Krieg auslösen könnte, vor dem gewarnt wurde. Russland will diese Möglichkeit präventiv abwenden, da es wirklich keine direkte militärische Konfrontation mit der NATO will.
Und schließlich stellt „die EU eine weitaus glaubwürdigere Bedrohung für Russland dar als umgekehrt“, selbst ohne dass ihre Streitkräfte formell in der Ukraine stationiert wären; diese Bedrohung würde also nur noch zunehmen, wenn dies geschehen würde. Schlimmer noch: Russland warnte kürzlich vor einer Bedrohung wie 1941 durch die Remilitarisierung Deutschlands, sodass die Stationierung seiner Truppen dort für Russland psychologisch beunruhigend wäre. Russland könnte daher nicht nur zuschlagen, wie es gedroht hat, sondern sogar einen Präventivschlag gegen die europäische NATO starten.
Aus diesen Gründen ist es zwar hypothetisch noch möglich, dass Russland einer Stationierung der MFU westlich des Dnjepr (zumindest zunächst) im Austausch für einen Rückzug der Ukraine aus dem Donbass zustimmen könnte, doch würde eine solche Vereinbarung wohl mehr Probleme schaffen als lösen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Russland einen solchen Kompromiss mit dem Westen eingeht, ist daher äußerst gering. Die E3 sollte dementsprechend Russlands wiederholte Warnungen vor der Stationierung ausländischer Truppen in der Ukraine unter jeglichen Umständen ernst nehmen.
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Zum Autor: Andrew Korybko ist ein in Moskau lebender US-amerikanischer politischer Analyst, der sich auf die geopolitische Entwicklung sowie insbesondere den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat.
Die Inflation bei den Verbraucherpreisen stieg in den USA im Mai auf 4,2 Prozent. Dies geht aus Daten hervor, die am Mittwochmorgen vom Bureau of Labor Statistics (BLS) veröffentlicht wurden. Die jährliche Inflationsrate ist in den letzten Monaten heftig angestiegen. Im Februar – also noch vor dem Krieg der USA gegen den Iran – lag sie bei 2,4 Prozent. Im März kletterte sie auf 3,3 Prozent, im April auf 3,8 Prozent und steht nun bei 4,2 Prozent, dem höchsten Stand seit drei Jahren.
Laut dem Arbeitsministerium machten die Energiepreise 60 Prozent des Inflationsanstiegs aus, wobei die Kosten für Heizöl im Vergleich zum Mai 2025 um 58,9 Prozent und die für Benzin im gleichen Zeitraum um 40,5 Prozent gestiegen sind. Die Preise für Flüge stiegen um 26,7 Prozent, was größtenteils auf die steigenden Kosten für Kerosin zurückzuführen ist. Insgesamt stiegen die Energiepreise um 23,5 Prozent.
Im Mai erreichte der Benzinpreis in den USA mit durchschnittlich 4,56 Dollar pro Gallone (ca. 1,05 Euro pro Liter) einen Höchststand und ist seitdem leicht gesunken. Doch es ist nicht nur das Benzin an der Tankstelle, das den Lebensstandard der Arbeiterklasse ruiniert. Die Kosten für Güter des täglichen Bedarfs steigen rasant an. Der Preis für Fleisch liegt 7,6 Prozent höher als vor einem Jahr, Obst und Gemüse sind 6,1 Prozent teurer, was vor allem auf einen Anstieg der Preise für Tomaten um 25 Prozent zurückzuführen ist. Die Stromkosten kletterten im Schnitt um 5,9 Prozent, Krankenhausleistungen waren 5,7 Prozent teurer und Reparaturen und andere Dienstleistungen bei Autos 6,1 Prozent.
Die sogenannte „Kerninflation“, bei der die stark schwankenden Energie- und Lebensmittelpreise unberücksichtigt bleiben, stieg von 2,7 Prozent im April auf 2,9 Prozent im Mai – ein Zeichen dafür, dass die Auswirkungen des Kriegs sowie die von Trumps Zollpolitik in der gesamten US-Wirtschaft zu spüren sind.
Ein weiterer Bericht des BLS ergab, dass die Löhne der Arbeiter den zweiten Monat in Folge hinter den Preisen zurückblieben, wobei sich die Lücke von 0,3 Prozent im April auf 0,7 Prozent im Mai vergrößerte – der größte Rückgang der Reallöhne innerhalb eines Monats seit 2023. Allein der Anstieg der Benzinpreise hat die Lohnerhöhungen von über einem Jahr zunichte gemacht und die Reallöhne auf das Niveau zurückgedrängt, auf dem sie standen, als Trump im Januar 2025 sein Amt antrat. Doch die Auswirkungen auf die Arbeiterklasse sind noch deutlich verheerender, als diese Zahlen nahelegen, denn Arbeiterhaushalte brauchen einen weitaus größeren Anteil ihres Einkommens für lebensnotwendige Dinge wie Lebensmittel, Miete, Nebenkosten, Benzin und Gebrauchtwagen auf.